Beiersdorf Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Beiersdorf-Aktie ist einer der kleineren DAX-Werte. Das Unternehmen kann im nächsten Jahr 135-jähriges Jubiläum feiern und gilt als eines der Traditionsunternehmen Deutschlands. Diesen Ruf hat es sich mit starken Marken wie Nivea, Tesa und Hansaplast schon früh erarbeitet. Die Aktie von Beiersdorf gilt allerdings schon seit Jahren als überbewertet.

Die Aktie von Beiersdorf in der Übersicht

Die Beiersdorf-Aktie wird unter der WKN 520000 und der ISIN DE005200000 sowie dem Symbol BEI geführt. Im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen macht der Strebesitz den relativ geringen Anteil von 38,32 Prozent aus. Dies geht immer noch auf eine versuchte Übernahme von Procter & Gamble zurück. Großaktionär ist die maxingvest group (ehemals Tchibo) mit 51 %. Zudem befinden sich weitere 9,99 % in Eigenbesitz. 18 % des Streubesitzes werden von deutschen Anlegern gehalten. Insgesamt hat das Unternehmen 252 Millionen Aktien ausgegeben und erreicht derzeit eine Marktkapitalisierung von mehr als 22 Milliarden Euro.

Die Aktie ist Mitglied der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • Prime All Share
  • EURO STOXX
  • Late DAX, CDAX, DivDAX
  • By Swiss – Aktien
  • EMEA – Europa und Afrika
  • Sustainability Germany Index EUR
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In den DAX ist das Unternehmen im Dezember 2008 aufgerückt. Die Indexgewichtung beträgt derzeit 0,88 Prozent, was nach Lufthansa und RWE der geringste Wert ist.

Die letzte Dividende betrug 0,71 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 0,8 Prozent entsprach. Das KGV betrug 2016 28,03.

Zu den Aktionären des Konzerns zählt auch Starinvestor Warren Buffett. Grund dafür könnte unter anderem die gute Eigenkapitalrendite und die hohe Eigenkapitalquote sein.

So präsentiert sich das Unternehmen Beiersdorf auf seiner Webseite

So präsentiert sich das Unternehmen Beiersdorf auf seiner Webseite

Fakten und Zahlen zum Konzern

Beiersdorf wurde am 28. März 1882 in Hamburg gegründet, wo sich auch heute der Hauptsitz der Aktiengesellschaft findet. Das Unternehmen konnte 2016 einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro und einen Gewinn von 709 Millionen Euro erzielen. Im selben Jahr beschäftigte das Unternehmen 17.934 Mitarbeiter.

Derzeit gehörten unter anderem die folgenden Marken zum Konzern:

  • Nivea
  • Labello
  • Hansaplast
  • Eucerin
  • Florena
  • 8×4

Als Vorstandsvorsitzender konnte Stefan F. Heidenreich gewonnen werden, der den Konzern nach einer kleinen Krise um 2011 wieder auf Kurs brachte. Er wird unterstütz vom Aufsichtsratvorsitzenden Reinhard Pöllath. Die Branche von Beiersdorf ist Konsumgüterproduktion. Seit 2001 beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf Hautpflege und Kosmetikprodukte.

Jahrhundertealtes Traditionsunternehmen

Beiersdorf geht auf den Apotheker Paul Carl Beiersdorf zurück der das Unternehmen 1882 in Hamburg gründete. Dieser hatte im März des Jahres ein Patent angemeldet, das die Herstellung von medizinischen Pflastern beschreibt. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit Klebebändern und sollte so die Grundsteine für die späteren Produkte Tesa und Hansaplast legen. Beiersdorf wurde allerdings nur acht Jahre nach der Gründung von Oscar Troplowitz übernommen. Dieser konnte Beiersdorf trotz des Ersten Weltkriegs bis zu seinem Tod 1918 zu einem weltweit tätigen Unternehmen mit 500 Mitarbeitern ausbauen. Dies gelang ihm auch deswegen, weil er mit Labello und Nivea bereits drei der wichtigsten Produkte auf den Markt gebracht hatte.

Beiersdorf wurde aufgrund des Todes Beiersdorf und seines Mitgesellschafters zu einer Aktiengesellschaft. 1922 kam Hansaplast auf den Markt und der Konzern wuchs weiter. 1928 konnte das Unternehmen 20 Produktionsstätten auf der ganzen Welt betreiben und bot unter anderem auch Shampoo und Rasiercreme an. Tesa wurde 1936 eingeführt. Bereits zu dieser Zeit wurde das Unternehmen durch die Nationalsozialisten aufgrund der jüdischen Vorstandsmitglieder und der Herkunft der Gründerfamilie massiv unter Druck gesetzt.

Zu Ende des Zweiten Weltkriegs existierte Beiersdorf in Deutschland fast nicht mehr, da die Produktionsstätten und Verwaltungsgebäude in Hamburg zerstört waren und die Alliierten die Marken beschlagnahmt hatten. Beiersdorf baute neue Gebäude und kaufte die Markenrechte zurück – ein Vorgang, der bis 1997 dauern sollte.

Doch auch ohne bereits alle Marken wieder zu besitzen, wuchs das Unternehmen kräftig. Zu Beginn der 1950er brachte es 8×4 auf den Markt. Schon in den 1970ern konnte es mehr als 10.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigen, knapp zehn Jahre später konnte es zwei Milliarden Umsatz verzeichnen.

2003 konnte das Unternehmen eine Übernahme von Procter & Gamble verhindern. Dadurch wurden die Tchibo Holding, Allianz und indirekt auch die Stadt Hamburg zu bedeutenden Anteilseignern.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

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Aktuelle Lage: Beiersdorf im leichten Aufwind

Beiersdorf konnte seinen nominalen Umsatz im vergangenen Jahr um ein Prozent von 6,86 Milliarden auf 6,75 Milliarden Euro steigern. Organisch legte der Konzernumsatz sogar um 3,2 Prozent zu. Der Gewinn wurde um 7,42 Prozent von 660 Millionen auf 709 Millionen Euro erhöht. Auch wenn der Konzern das höchste EBIT und die höchste EBIT-Umsatzrendite in der Geschichte von Beiersdorf erwirtschaften konnte, reicht dies vielen Anlegern nicht. Sie bemängeln zudem auch die recht geringe Dividende von 0,7 Prozent je Aktie, sodass nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen der Kurs der Beiersdorf Aktie fiel.

Im Jahr 2017 erwartet Beiersdorf, dass der Umsatz um weitere drei bis vier Prozent wächst und sich die EBIT-Umsatzrendite ebenfalls leicht erhöht.

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Die Krise von 2011 scheint damit erstmal überwunden. Unklar ist jedoch, wie es mit dem Unternehmen weiter geht. Auch wenn der Konzern inzwischen finanziell wieder gut aufgestellt ist, und Millionen Gewinn erwirtschaften kann, erhöht der Konzern die Dividende nicht. Deswegen gehen Beobachter von zwei Möglichkeiten aus: Entweder der Konzern übernimmt bald selbst ein kleineres Unternehmen, um sich auf einem Wachstumsmarkt stärker zu positionieren. Problematisch dabei ist allerdings, dass der Konzern sich dabei vermutlich auf Haut- und Gesichtspflege konzentrieren wird und derzeit keine günstigen Übernahmeobjekte in Sicht sind. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Beiersdorf von der Familie Herz selbst übernommen wird und die Dividende deswegen seit Jahren eingespart wird. Tatsächlich hatte das Unternehmen jedoch auch noch vor einigen Jahren überlegt, Beiersdorf doch noch an Procter & Gamble zu verkaufen.

Größere Umsatzsprünge werden vom Unternehmen derzeit ohne eine Übernahme nicht. Die Rahmenbedingungen sind aufgrund der schwächeren Konjunktur und härterem Wettbewerb in den wichtigsten Märkten Beiersdorf schlicht nicht gut genug. Dennoch kann sich der Konzern gerade in den heute so wichtigen Schwellenländern auf dem Markt etablieren und dort Wachstum generieren.

Akttienkurse sind immer in Bewegung

Aktienkurse sind immer in Bewegung

Beiersdorf Aktie: Kaufen, verkaufen oder halten?

Die Entwicklung der Beiersdorf Aktie wird von vielen Analysten eher kritisch gesehen. Von 25 raten 7 zum Kauf, 6 zum Verkauf und 12 zum Halten. Damit wird die Aktie etwas weniger positiv wahrgenommen als noch vor einem Jahr.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
JP Morgan Chase & Co. verkaufen 71 Euro
Robert W. Baird & Co. Incorporated halten 87 Euro
Macquarie Research kaufen 95 Euro
S & P Capital IQ halten 93 Euro
Independent Research GmbH halten 92 Euro
Goldman Sachs Group Inc. halten 83 Euro
Commerzbank AG halten 88 Euro
Barclays Capital verkaufen 37 Euro
Baader Bank halten 88 Euro

 

Das durchschnittliche Kursziel der Beiersdorf Aktie liegt leicht unter dem aktuellen Kurs. Bei der Fundamentalanalyse schneidet das Wertpapier jedoch gut ab. Der Trend ist seit November 2016 positiv und die Beiersdorf Aktie schneidet derzeit besser ab als der Vergleichsindex DJ Stoxx 600. Das langfristige Wachstum soll bis 2018 mehr als 15 Prozent betragen. Zusammen mit der recht geringen Dividende und dem durchschnittlichen KGV ergibt sich allerdings, dass die Beiersdorf Aktie derzeit eher teuer ist.

Dies ist ohnehin das größte Problem bei Beiersdorf: Die Aktie wirkt aufgrund der geringen Dividendenrendite einfach nicht attraktiv genug auf Anleger. Im Vergleich dazu hat die Konkurrenz häufig deutlich mehr zu bieten.

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Beiersdorf mit gutem Ruf

Beiersdorf ist einer der wenigen DAX-Unternehmen, die nicht ständig für kleinere und größere Skandale sorgen. Der Konzern hat in den letzten Jahren kaum für Kritik gesorgt.

Als Hersteller für Hautpflege und Deodorants gibt es jedoch immer wieder Bestandteile, die als gesundheitlich bedenklich kritisiert werden, und die sich in den Produkten von Beiersdorf finden. So hat der BUND 2013 kritisiert, dass bei Beiersdorf 46 % der getesteten Produkte hormonell wirksame Chemikalien enthielten. Auch dass in vielen Produkten des Konzerns Aluminium und Paraffine enthalten sind, sorgte in der Vergangenheit für Kritik.

Darüber hinaus gerät Beiersdorf allerdings fast nur dann in die Schlagzeilen, wenn es mit der Konkurrenz aufgrund von Werbung und Marketing in Kritik gerät. So monierte Fa, dass Beiersdorf sein Produkt nicht als „Nummer eins“ bewerben solle und Unilever will durchsetzen, dass das Nivea-Blau nicht als Marke geschützt werden kann.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Ist die Beiersdorf-Aktie ein Dividendenträger?

Beiersdorf gilt in Bezug auf die Dividende eher als geizig. Seit 2009 hat das Unternehmen die Dividende nicht erhöht, sodass sie nach wie vor 70 Cent je Beiersdorf Aktie beträgt. Damit schüttet das Unternehmen nicht ganz ein Viertel seines Gewinnes unter den Aktionären aus und wird dafür durchaus kritisiert. Im Vergleich zu anderen Konsumgüterherstellern schneidet Beiersdorf bei der Dividende sehr schlecht ab.

Die Sparsamkeit vermuten Marktbeobachter beim Großaktionär Maxingvest, der zur Familie Herz gehört. Mit jedem thesauriertem Euro würde sich demnach die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Konzern von der Familie übernommen wird. Einen Teil des Kaufpreises könnte sie mit den Finanzmitteln von Beiersdorf selbst bezahlen. Deswegen raten Marktbeobachter dazu, nicht auf höhere Dividenden zu warten, sondern auf ein Angebot der Familie Herz. Ob dies tatsächlich eintreffen wird, ist jedoch alles andere als sicher. Eine Erhöhung ist jedoch ohne Frage bei Beiersdorf nicht wahrscheinlich.

Wichtige Konkurrenten in der Branche

Beiersdorf hat derzeit mit harter Konkurrenz und starkem Marktdruck zu kämpfen. Zahlreiche größere Konzerne machen sich in der Branche breit. Die wichtigsten Konkurrenten sind:

  • Johnson & Johnson
  • Procter & Gamble
  • Colage-Palmolive
  • Henkel
  • LOréal
  • Unilever
  • DOUGLAS
  • Avon Products
  • Unilever N. V.
  • Kimberly-Clark Group
Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Stärke der Marke Beiersdorf

Beiersdorf selbst kann mit den Top-Unternehmen im DAX im Bezug auf die Markenstärke kaum mithalten. Dennoch ist es dem Unternehmen in der Vergangenheit durchaus gelungen, starke Marken zu entwickeln oder zu übernehmen. Bekannte Marken des Unternehmens sind:

  • Nivea
  • Tesa
  • Labello
  • Eucerin
  • Hanasaplast
  • 8×4

Nivea gilt dabei als die fünftwertvollste Marke bei Körperpflege- und Kosmetikartikeln weltweit.

In Bezug auf die Markenstärke ist Beiersdorf grundsätzlich also sehr gut aufgestellt. Dies gilt umso stärker, da der Konzern einer der drei kleinsten Werte im DAX ist und natürlich nicht die globale Bekanntheit genießen kann, die die Top-Werte erreichen können. Vor allem – aber nicht nur – in Deutschland ist Nivea eine absolute Kult-Marke.

Fazit zur Beiersdorf Aktie: Zum Kaufen nicht der beste Zeitpunkt

Die Aktie von Beiersdorf präsentiert sich derzeit nicht unbedingt als attraktivster DAX-Wert. Grund dafür ist, dass das Wertpapier derzeit vor allem im Vergleich zu Konkurrenten wie Unilever oder Henkel als eher teuer gilt. Grund dafür ist nicht nur, dass Beiersdorf nur sehr gering wächst, sondern vor allem auch die mickrige Dividendenrendite.

Auf der anderen Seite kommt die Unaufgeregtheit der Beiersdorf Aktie vielen Anlegern entgegen, die auf Sicherheit bedacht sind. Die Volatilität des Titels ist sehr gering, die Geschäftszahlen sind solide und Heidenreich hat sein Unternehmen gut im Griff. Der Vertrag bis 2019 sorgt zudem für Planungssicherheit auf beiden Seiten.

Wer in die Beiersdorf-Aktie investiert, sucht vermutlich einen soliden Wert und wird diesen mit großer Wahrscheinlichkeit auch finden. Wer jedoch auf eine schnelle Rendite hofft, wird vermutlich enttäuscht werden – es sei denn, es kommt doch noch zu einer Übernahme.

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