Börse

Börse 2018 » Die Börse im aktuellen Ratgeber erklärt

Was ist Börse?

Eine Börse ist ein Markt, an dem Kauf- und Verkaufsangebote zusammengebracht und abgewickelt werden. Die Makler sorgen dafür, dass sich Käufer und Verkäufer finden. In der Regel wird nach bestimmten Regularien gehandelt, es handelt sich also um einen organisierten Markt und einer beaufsichtigten Preisbildung.

An Börsen können Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe oder andere Waren gehandelt werden. Wichtig ist dabei lediglich die Vertretbarkeit der Handelsobjekte. Das bedeutet, dass sie gleichwertig beschaffen und gegeneinander austauschbar sein müssen. Dadurch wird es möglich, die Ware auch ohne ihre physische Präsenz zu handeln.

Die Börse ist nur während definierter Handelszeiten geöffnet und stellte ursprünglich einen festen Ort dar, an dem sich der Handel konzentrierte. Dies wird auch als Präsenzbörse oder Parketthandel bezeichnet. Dort trafen sich die Makler persönlich und schlossen im Eigenhandel oder im Auftrag der Kunden Geschäfte im Gespräch ab. Inzwischen gibt es jedoch auch elektronische Handelssysteme wie Xetra. Hier werden die Preisbildung und auch die Bekanntgabe durch ein Computerprogramm ermittelt.

Welche Börsen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es derzeit acht Wertpapierbörsen in Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart sowie die elektronische Tradegate Exchange in Berlin und die Energiebörse European Energy Exchange Leipzig. Als wichtigste deutsche Börse gilt zweifellos die Frankfurter Börse, die auch für die elektronischen Handelsplattformen Xetra und EUREX verantwortlich ist.

Die anderen deutschen Wertpapierbörsen werden auch als Regionalbörsen bezeichnet. Sie haben vor allem aufgrund der elektronischen Handelsplätze deutliche Konkurrenz erhalten. Dafür zeichnet sich jede Börse durch ein Alleinstellungsmerkmal wie ausländische Aktien, umfangreicher Fernverkehr oder ein besonders vielseitiges Angebot an Fonds aus. Die aktuellen Kurse lassen sich zum Beispiel auf dem Portal von ARD verfolgen.

Was ist ein Börsenindex?

Indizes sind Messziffern. Sie fassen Finanztitel in einer Gruppe zusammen und bilden diese ab. Ein Index bezieht sich immer auf einen festen Ausgangspunkt und Basis. Dies bedeutet beispielsweise beim DAX, dass eine festgelegte Anzahl der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland herangezogen wird, um den Börsenindex zu ermitteln. Darüber hinaus fließen sie nach ihrer Größe in den DAX ein. Sowohl die Zusammensetzung der 30 Unternehmen als auch ihre Gewichtung ändert sich also von Zeit zu Zeit.

Börsenindizes können zudem zwei verschiedene Entwicklungen abbilden. Es gibt sowohl Kurs- als auch Performanceindizes. Ein Kursindex bildet dabei ausschließlich die Kurse der jeweiligen Wertpapiere ab. Dividenden oder andere Auszahlungen werden nicht berücksichtig. Im Performanceindex fließen diese hingegen ein. Während international Kursindizes wesentlich gebräuchlicher sind, handelt es sich beim bekanntesten deutschen Börsenindex DAX um einen Performanceindex.

Börsenindizes erfüllen derzeit drei verschiedene Funktionen: Ursprünglich wurden sie ins Leben gerufen, um die Entwicklung des Aktienmarktes abzubilden. Hierbei handelt es sich also um eine Informationsfunktion, die die Indizes auch heute noch erfüllen. Die Benchmarkfunktion dient ebenfalls der Information, allerdings vergleichend. So kann der Erfolg von Wertpapieranlagen so eingeschätzt werden.

Moderne Finanzprodukte erlauben es zudem, Börsenindizes als Anlageprodukt zu nutzen und über Derivate eine wesentlich umfangreiche Risikostreuung zu ermöglichen.

Wie kann man an der Börse handeln?

Privatanleger können nicht direkt an der Börse handeln. Dafür ist in der Regel eine gesonderte Zulassung erforderlich. Hierfür reicht es jedoch an den meisten Handelsplätzen aus, einen Zulassungstest zu bestehen. Der Fragekatalog umfasst jedoch bei vielen Börsen einige Hundert Fragen, die selbst für durchschnittliche erfahrene Anleger nicht ohne bedeutenden zusätzlichen Lernaufwand zu beantworten sind.

An der Frankfurter Börse ist es beispielsweise notwendig, von 50 Fragen aus einem Fragenkatalog von 150 Fragen 75 % richtig zu beantworten. Hier bezieht sich die Prüfung ausschließlich auf die Regeln und die Funktionsweise des elektronischen Handels. Zudem muss der Händler praktische Erfahrungen innerhalb der letzten zwei Jahre vorweisen. Besteht er die Prüfung, kann er an der Frankfurter Börse Wertpapiere handeln.

Dieses Vorgehen ist allerdings vergleichsweise umständlich. Privatanleger werden zudem von dem Wissen nicht ausreichend profitieren, als dass es die Mühe und Zusatzkosten wert wäre. Die Grundlagen des Börsenhandels, des Regelwerkes und der Preisfeststellung zu kennen, ist für Privatanleger ausreichend. Die Zeit ist also an anderer Stelle besser investiert.

Die Händlerprüfung zu bestehen ist jedoch die Voraussetzung dafür, direkt an der Börse handeln zu dürfen. Für Privatanleger sind Online Broker jedoch ohnehin viel besser geeignet. Sie lassen sich die Vermittlung zwar durch eine Servicegebühr in Form von Oderkosten entlohnen, allerdings tragen sie auch dafür Sorge, dass der Privatanleger technisch tadellosen Zugriff auf die Börse erhält.

Was ist der Unterschied zwischen Freiverkehr und reguliertem Markt?

An der Börse werden verschiedene Börsensegmente unterschieden. In Deutschland gibt es derzeit nur noch den regulierten Handel und den Freiverkehr, der auch als „Open Market“ bezeichnet wird.
Der regulierte Markt gilt als deutlich strenger reguliert. Um eine Zulassung für den regulierten Markt zu erhalten, müssen Aktiengesellschaften besonders umfangreiche Pflichten erfüllen. Auch die Organisation des Handels ist gesetzlich geregelt. Inzwischen geschieht dies in Deutschland nach EU-Standards. Der regulierte Markt wird zusätzlich noch einmal in Prime Standard und General Standard unterteilt. Der Prime Standard muss noch härtere Bedingungen erfüllen als im regulierten Markt üblich. Nur die Unternehmen, die zum Prime Standard zugelassen sind, können auch in den Dax, MDax, SDax oder TechDax aufgenommen werden.

Der Open Market ist demgegenüber ein Börsensegment, das durch die jeweilige Börse reguliert wird und somit keine nationalen oder gar international festgelegten Bedingungen erfüllen muss. Sie unterliegen vor allem keinen Folgepflichten oder der Ad-hoc-Publizität und müssen auch kein Zulassungsprospekt veröffentlichen.

Ein Segment des Freiverkehrs ist der „Entry Standard“, den es bei den meisten Handelsplätzen gibt. Unternehmen des Entry Standards müssen etwas strengere Bestimmungen erfüllen als für den Rest des Open Market gelten.

Da sich die Bedingungen zur Zuteilung in die einzelnen Segmente vor allem sehr deutlich hinsichtlich ihrer Transparenz unterscheiden, ziehen viele Anleger den Prime oder mindestens General Standard vor. Hier müssen bedeutende Unternehmensnachrichten direkt kommuniziert werden, es werden regelmäßig Geschäftsberichte veröffentlicht und die Unternehmen müssen seit Längerem auf dem Markt sein. Gerade für Einsteiger gilt der Freiverkehr aufgrund der geringen Transparenz, der niedrigen Liquidität und der hohen Volatilität für nicht empfehlenswert.

Im weiteren Sinne wird jedoch auch der außerbörsliche Handel als Freiverkehr bezeichnet. Dieser unterliegt noch weniger Regulierungen als der Open Market.

Was sind Börsenpflichtblätter?

Das Börsengesetz sieht vor, dass mindestens drei inländische Tageszeitungen mit überregionaler Verbreitung von der Börse als „überregionale Börsenpflichtblätter“ bestimmt werden. Sie kann darüber hinaus auch noch weitere regionale und überregionale Tageszeitungen bestimmen. In Deutschland wurden als überregionale Börsenpflichtblätter die Börsen-Zeitung, das Handelsblatt, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie Die Welt festgelegt.

Was sind Hausse und Baisse?

Von Hausse oder Bullenmarkt wird an der Börse dann gesprochen, wenn die Aktienkurse bereits über einen längeren Zeitraum ansteigen. Das Gegenteil, also sinkende Kurse, wird als Baisse oder Bärenmarkt bezeichnet. Es müssen dabei nicht alle Wertpapiere die gleiche Richtung eingeschlagen haben. Es reicht, wenn der Großteil entsprechende Kursentwicklungen verzeichnen kann. Zudem wird teilweise auch von Bären- oder Bullenmarkt innerhalb einzelner Branchen gesprochen.

Häufig verstärken Hausse oder Baisse sich selbst. Steigen Kurse über einen längeren Zeitraum, werden weitere Anleger angelockt, die sonst vorsichtiger agieren oder erst durch die steigenden Aktienkurse feststellen, dass der Aktienhandel für sie interessant sein könnte. Dies kann sogar so weit gehen, dass sich eine „Dienstmädchenhausse“ oder „Hausfrauenrallye“ entwickelt. Dann legen auch weniger informierte Anleger Geld in Aktien an und es kann sogar eine Spekulationsblase entstehen. Zu diesen Zeiten sind Börsenthemen fast für die gesamte Gesellschaft interessant und die mediale Berichterstattung ist dementsprechend groß. Für erfahrene Anleger ist dieser Zeitpunkt jedoch in der Regel ein Signal dazu, Gewinne zu realisieren.

Umgekehrt sinkt bei einem Bärenmarkt schnell das Vertrauen der Anleger. Sie erwarten zukünftige Verluste, ziehen Kapital zurück und sorgen so dafür, dass sich der Negativtrend verstärkt.

Nicht immer steigen oder sinken Aktienkurse so eindeutig, dass ihnen eine bestimmte Richtung zugeschrieben werden kann. Es ist auch möglich, dass sich der Markt in einer Seitwärtsbewegung befindet, in dem weder Kursanstiege noch Verluste so deutlich ausfallen, dass sie eindeutig als Hausse oder Baisse charakterisiert werden könnten.

Wie wird die Börse reguliert?

Handelsplätze werden in der Regel durch verschiedene Instanzen reguliert. Zum einen verfügen die einzelnen Börsen selbst über ein Regelwerk und Aufsichten, die die Umsetzung überwachen. An der Frankfurter Börse überwacht beispielsweise die Handelsüberwachungsstelle HÜSt den Handel. Sie ist ein eigenständiges Börsenorgan und überwacht sowohl die Preisfeststellungen der Präsenzbörse als auch in den elektronischen Handelssystemen. Sie leitet ihre Erkenntnisse wiederum an die Aufsichtsbehörden und der Geschäftsführung der jeweiligen Börse weiter.

Zusätzlich gibt es Börsenaufsichtsbehörden der Länder, sodass die Frankfurter Börse auch durch die hessische Börsenaufsicht kontrolliert wird. Sie kann zum einen Unregelmäßigkeiten überprüfen, die von HÜSt gemeldet wurden, zum anderen kann sie den Markt auch selbst direkt überwachen. Sie kontrolliert auch die Regelwerke der Frankfurter Börse und genehmigt diese.

An letzter Stelle innerhalb Deutschlands steht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Sie überwacht den börslichen und außerbörslichen Handel nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Sie befasst sich vor allem mit Marktmanipulationen und Insiderhandel und überprüft, ob die Aktiengesellschaften alle Informationen in der Art veröffentlichen, wie sie verpflichtet sind.

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