CASHBOARD: Gebühren nur bei Erfolg?

CASHBOARD: Gebühren nur bei Erfolg?

Cashboard Gebühren nur bei Erfolg

CASHBOARD hat mit einigen spektakulären Werbeaussagen für Aufsehen in der Branche gesorgt. So versprach der Robo-Advisor nicht nur eine garantierte Rendite von zwei Prozent, sondern auch von 5 Prozent auf Immobilien. Die Erfolgsgebühr von 10 % sollen zudem die einzigen Gebühren sein, die der Anbieter von seinen Kunden verlangt.

Wie funktioniert CASHBOARD?

Bei CASHBOARD handelt es sich um einen Finanzdienstleister, der die einzelnen Produkte nicht selbst anbietet, sondern lediglich vermittelt. Der Kunde beantwortet hierfür einige Fragen, die es CASHBOARD ermöglichen soll, die Risikobereitschaft und Anlageziele besser einschätzen zu können. Auf dieser Grundlage wird dann ein Portfolio empfohlen. Derzeit bietet CASHBOARD die Möglichkeit, in drei unterschiedliche Portfolios zu investieren:

  • Kapitalschutz (Sicherheit)
  • Ausgewogen (Balance)
  • Renditeorientiert (Gewinn)
  • Individuell (nur für Profis)
CASHBOARD sorgt mit spektakulären Werbeaussagen für Aufsehen.

CASHBOARD sorgt mit spektakulären Werbeaussagen für Aufsehen.

Der Anleger kann im Anschluss aus unterschiedlichen Produkten der verschiedenen Risikoklassen wählen. Auf diese Weise kann er selbst passende Finanzprodukte finden, ohne dabei zu viel oder zu wenig Risiko im Gesamtportfolio aufzunehmen. CASHBOARD empfiehlt dem Anleger dabei Produkte, die nach der Einschätzung des Robo-Advisors die besten auf dem Markt sind.

Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal des FinTechs. Übliche Robo-Advisor arbeiten mit einer relativ starren Produktauswahl, die der Kunde zudem nicht beeinflussen kann. Wer also auf sein Depot viel Einfluss ausüben möchte, ist bei CASHBOARD bestens aufgehoben.

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Auf welchen Grundlagen basiert CASHBOARD?

CASHBOARD richtet sich grundsätzlich nach der modernen Portfoliotheorie, die auf den Nobelpreisträger Harry Markowitz zurückgeht. Es geht dem Finanzdienstleister also vor allem dadurch, durch eine gute Diversifizierung eine hohe Renditechance zu erreichen, ohne dabei das Risiko zu stark zu vergrößern. Die Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen und Finanzprodukten hilft dabei. Ziel ist es dabei weniger, eine besonders hohe Rendite zu erzielen und so den Markt zu schlagen.

Dabei verfolgt das Unternehmen vor allem drei wesentliche Merkmale:

  • Das Portfolio wird diversifiziert, um das Rendite-Risiko-Verhältnis zu optimieren. Dabei erhalten Kunden jeweils Vorschläge, die ihrem Risikoprofil entsprechen und dazu beitragen, dass die Renditechancen erhöht werden, ohne das Risiko unnötig zu vergrößern.
  • Außerdem überwacht der Robo-Advisor die Geldanlage seiner Kunden und informiert sie, wenn die gewünschte Verteilung sich ändert, sodass diese das ursprünglich gewünschte Verhältnis durch Rebalancing wieder herstellen können.
  • Zudem setzt das Unternehmen auf geringe Kosten für den Anleger und verlangt lediglich eine Gewinnbeteiligung. Möglich wird dies relativ kostengünstig auch dadurch, dass CASHBOARD das Geld seiner Anleger bündeln kann, umso die Transaktionskosten zu verringern.

Welche Anlageprodukte bietet CASHBOARD an?

Wer bei CASHBOARD Geld anlegen möchte, hat eine große Auswahl von unterschiedlichen Finanzprodukten zur Auswahl. Insgesamt bietet das Unternehmen 6.500 Produkte aus den folgenden Assetklassen an:

  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Anleihefonds
  • Geldmarktfonds
  • Aktienfonds
  • Index-Fonds (ETFs)
  • Privatkredite
  • Crowdinvesting
  • Zertifikate
  • Reading
  • Immobilien

Je nach gewähltem Portfolio sind bestimmte Anlageklassen in den unterschiedlichen Portfolios stärker oder schwächer repräsentiert. So sind im renditeorientierten Portfolio Aktien deutlich häufiger vertreten und auch Start-Ups werden umfangreicher gefördert. Im Kapitalschutz-Portfolio sind hingegen nur wenige alternative Anlagen beigemischt.

Wie läuft das Investment bei CASHBOARD ab?

CASHBOARD hat dabei vorerst kein Zugriff auf das Geld der Kunden, kann diese jedoch durch eine Vollmacht erhalten. Grundsätzlich eröffnet CASHBOARD allerdings im Namen des Kunden ein deutsches Bankkonto bei ebase. Der Zugang ist dabei nicht an CASHBOARD gebunden, sondern Kunden können auch ohne die Finanzdienstleister auf ihre Anlage zugreifen.

Im Anschluss daran trifft CASHBOARD je nach gewähltem Portfolio eine Auswahl an geeigneten Produkten. Anleger können die einzelnen Vorschläge an- oder abwählen. Sollte sich der Markt ändern und die Zusammensetzung des Portfolios entsprechend angepasst werden, meldet sich CASHBOARD beim Anleger mit den entsprechenden Vorschlägen.

Der Robo-Advisor führt dann nach den Kundenvorgaben Käufe oder auch Verkäufe aus. Die Abwicklung funktioniert dann also völlig automatisch, ohne dass der Kunde weitere Schritte unternehmen muss. Der Kunde kann die Entwicklung seiner Anlagen jederzeit in seiner CASHBOARD-Übersicht einsehen.

CASHBOARD erhebt nur dann Gebühren, wenn der Anleger einen Gewinn erzielt. Diese werden jährlich oder anteilig bei Depotauflösung erhoben und automatisch abgebucht.

Welche Konditionen herrschen? Können Kunden jederzeit auf ihre Geldanlage zugreifen?

Die Standardeinlage bei CASHBOARD beträgt 500 Euro. Der Finanzdienstleister beschränkt die Höhe der Einzahlungen zwar nicht ausdrücklich, Kunden haben allerdings erst ab 1.000 Euro Mindesteinlage Zugriff auf alle Portfolios. Das Unternehmen empfiehlt zudem mindestens 2.500 Euro anzulegen, um das optimale Verhältnis von Risiko und Gewinn zu erzielen. In der Höhe ist die Anlage nicht begrenzt.

Außerdem können Anleger auch einen Sparplan einrichten, der per monatlichem Lastschrifteinzug ausgeführt wird. Hier können Anleger ab 50 Euro im Monat anlegen.

Ob Kunden jederzeit auf ihr Geld zugreifen können, hängt vor allem von den Finanzanlagen ab, die sie wählen. Je nach den Produkten ist das Geld gebunden oder verfügbar. Während es beispielsweise kein Problem ist, Fond- und Tradingprodukte innerhalb von wenigen Werktagen zu liquidieren, sind Anlagen in Privatkredite in einem Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren gebunden, bei der Finanzierung von Startups wird sogar eine feste Anlage über fünf Jahre gefordert.

Grundsätzlich sind die Portfolios allerdings so angelegt, dass mindestens 90 % des Geldes kurzfristig verfügbar sind. Kunden können ihr Portfolio allerdings auch so wählen, dass 100 % jederzeit verfügbar sind, oder ab bis zu 40 % mittel- und langfristig angelegt werden.

Es gibt also keine Mindestlaufzeit im strengeren Sinne.

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Welche Gebühren erhebt CASHBOARD?

CASHBOARD erhebt selbst nur sehr geringe Gebühren. Besonders attraktiv ist für viele Anleger, dass CASHBOARD ausschließlich Gebühren auf Gewinne vor Steuern erhebt.

Die folgenden Leistungen sind vollkommen kostenfrei:

  • Kontoeröffnung
  • Kontoführung und Kontoschließung
  • Transaktionen, die über die Plattform beauftragt werden (Ausnahme: börsengehandelte Produkte)

Wie hoch die Gebühren der börsengehandelten Produkte sind, hängt von der jeweiligen Art ab. ETFS werden durchschnittlich für 0,41 % je Transaktion gehandelt. Auch die aktiven Fonds enthalten die üblichen Kosten von bis zu 1,6 %. Derzeit betragen die Gesamtkosten der Portfolios zwischen 0,00 und 0,74 %. Dabei hängen die Gesamtkosten natürlich von der Zusammensetzung ab.

Natürlich erhebt auch CASHBOARD Provisionen. Diese beschränken sich allerdings auf den Gewinn und werden nicht grundsätzlich erhoben. Sie orientieren sich dabei an den Nettohandelsgewinnen, also nach Abzug aller Gebühren, aber vor Abzug von Steuern. Die Berechnung erfolgt dabei jeweils zum Jahrestag des Portfoliostarts. Zur Berechnung der Gewinne wird das sogenannte High Watermark-Verfahren angewandt. Das bedeutet, dass auf jeden Gewinn nur einmal eine Gewinnbeteiligung angerechnet werden muss und demzufolge ein Allzeithoch erreicht werden muss.

Was hat es mit der garantierten Rendite von zwei Prozent auf sich?

CASHBOARD bietet seinen Kunden tatsächlich 2 Prozent Mindestrendite. Sollte der Kunde es durch seine Zusammenstellung nicht schaffen, diese zwei Prozent Rendite zu erhalten, gibt CASHBOARD diese Rendite als Mindestgewinn weiter, stockt den Betrag des Kunden also auf. Die Erfolgsgebühr von 10 % wird nicht auf die garantierte Mindestrendite angerechnet.

Möglich wird die Provision dadurch, dass der Anbieter für bestimmte Kundenaktivitäten Provisionen erhält. Hierzu zählen beispielsweise Kontoeröffnung, allerdings auch getätigte Anlagen. CASHBOARD gibt die erhaltenen Provisionen in Form der 2%-Mindestrendite an den Kunden weiter.

Dieses Angebot ist allerdings nicht für alle Depotarten verfügbar, sondern wird nur im Kapitalschutzkonto angeboten. Zudem gilt der Garantiezins von CASHBOARD nur bis zu einer Geldanlage bis zu 10.000 Euro.

5 % Festzins auf Immobilien

Darüber hinaus bietet der Finanzdienstleister CASHBOARD auch die Möglichkeit, in Immobilien anzulegen. Das Angebot richtet sich an risikobewusste Geldanleger. Nach Angaben von CASHBOARD wird das Risiko durch Streuung verringert und in Deutschland sicher angelegt. Das Unternehmen bewirbt dieses Angebot zudem mit einem 5%-Festzins ohne Schwankungen. Allerding schränkt das Unternehmen ein, dass die Zinsen vom Projekterfolg abhängen. Möglich ist das Investment bereits ab 1.000 Euro.

Auch hier erhebt der Robo-Advisor eine Gewinnbeteiligung von 10 %. Maximal sind also mit diesem Projekt letztlich also Renditen in Höhe von 4,5 % vor Steuern möglich.

Wie viel Rendite bringt CASHBOARD wirklich?

Derzeit wirbt das FinTech mit einer Rendite von 5,9 % und zieht dafür den Echtgeld-Test von brokervergleich.de (01.05.15 bis 31.07.16) heran. Nicht ganz zufällig ist dabei natürlich ein besonders vorteilhafter Zeitrahmen gewählt, der die Konkurrenz schlechter aussehen lässt. Über einen längeren Zeitraum verschiebt sich das Bild allerdings zugunsten einiger Mitbewerber. Dass sich mit CASHBOARD eine gute Rendite erzielen lässt, ist jedoch trotzdem sicherlich richtig. Wie hoch diese sein kann, hängt allerdings stärker als bei anderen Anbietern auch von Glück und Können des Anlegers selbst ab – immerhin hat dieser die Kontrolle darüber, welche Produkte er auswählt. Grundsätzlich ist eine Rendite zwischen drei und sieben Prozent je nach Portfolio das Ziel.

Mit Vorsicht ist allerdings die Zinsgarantie in Höhe von zwei Prozent zu betrachten. Zum einen wird sie ausschließlich auf Kapitalschutzkonten angeboten, deren Risiko und somit auch Renditechance vielen Anlegern nicht entgegenkommen werden. Außerdem setzt das Angebot die Solvenz des Anbieters voraus. Im Falle einer Insolvenz würde die Garantie natürlich nicht durch eine Einlagensicherung gedeckt werden. Dann würde sich die Absicherung am tatsächlichen Wert des Depots orientieren, ohne die Zinsen und mit eventuellem Wertverfall. Gerade die Garantie könnte CASHBOARD allerdings im Falle eines Crashs der Anlagemärkte erheblich unter Druck setzen.

Fazit: CASHBOARD ist Robo-Advisor für Anleger, die die Kontrolle behalten möchten

Eine Besonderheit von CASHBOARD ist die Tatsache, dass sich Anleger ihre Finanzprodukte dennoch selbst aus den vorgegebenen auswählen dürfen. Auf diese Weise behalten sie die Kontrolle über ihre Geldanlage und CASHBOARD wird eher zum Berater. Viele andere Robo-Advisor geben die Finanzprodukte hingegen strikt vor. CASHBOARD lohnt sich also für alle, die das Gefühl haben möchten, ihr Geld selbst anzulegen. Das und die Gebührenerhebung nur durch die Gewinnbeteiligung sind im Vergleich zum Garantiezins die deutlich besseren Argumente für den Finanzdienstleister.

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