Continental Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Continental Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Continental ist einer der größten Automobilzulieferer der Welt und hat sich ursprünglich vor allem mit Reifen einen Namen gemacht. Gute Geschäftszahlen ermöglichen Gewinnausschüttungen an Aktionäre und Mitarbeiter. Das Unternehmen möchte sich zunehmend auf Zukunftstechnologien spezialisieren und könnte so auch langfristig ein sinnvolles Investment sein.

Die Continental-Aktie in der Übersicht

Die Continental Aktie wird unter der WHN 543900 und der ISIN DE0005439004 an der Börse Frankfurt gehandelt. Das deutsche Symbol ist CON. Die Aktie ist Mitglied der folgenden Indizes:

  • DAX30
  • Prime All Share
  • Late DAX, CDAX, DivDAX, X-Dax
  • L&S DAX Indikation
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien
  • EMEA – Europa und Afrika
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Index EUR
  • QIX Deutschland
Jetzt Continental Aktie bei den besten Brokern kaufen

Die Aktie ist seit 2012 Teil des Dax und wird zu 2,16 Prozent im Index gewichtet. Damit ist sie der 16. wichtigste Titel im Deutschen Leitindex. Das Unternehmen gehörte zuvor schon von 1988 bis 1996 zum Dax und war somit auch ein Gründungsmitglied. Der Wiedereinstieg erfolgte 2003. 2008 fiel die freie Marktkapitalisierung so stark, dass die Aktie in den MDAX zurückgestuft werden musste. Damit ist die Continental AG das einzige Unternehmen, dem der Wiederaufstieg gleich zweimal glückte.

Das Unternehmen hat 200,01 Millionen Aktien ausgegeben und erreicht eine Marktkapitalisierung von knapp 40 Milliarden Euro. Dabei befinden sich nur 54 Prozent der Continental Aktien im Streubesitz. Die anderen 46 Prozent gehören der Schaeffler AG.

Die letzte Dividende betrug 4,25 Euro je Aktie. Dies entspricht einer Dividendenrendite von 2,31 Prozent.

So präsentiert sich das Unternehmen auf seiner Webseite

So präsentiert sich das Unternehmen auf seiner Webseite

Fakten und Zahlen zum Autozulieferer

Die Continental AG wurde 1871 in Hannover gegründet und hat dort noch immer seinen Hauptsitz. Vorstandsvorsitzender Elmar Degenhardt leitet das Unternehmen seit 2009. Er wird von Wolfgang Reitzle als Aufsichtsratsvorsitzenden unterstützt. 2015 hatte das Unternehmen 207.899 Mitarbeiter. 2016 konnte ein Umsatzerlös von 40,5 Milliarden Euro erzielt werden. Das Ergebnis nach Steuern betrug 2,8 Milliarden Euro.

Das Unternehmen zählt heute zu den fünf größten Automobilherstellern der Welt und stellt schon lange nicht mehr nur Reifen her. Stattdessen hat es die Angebotspalette um Brems- und Antriebssysteme, Instrumentierung, Infotainment, Fahrzeugelektronik und technische Elastomerprodukte ergänzt.

Derzeit gliedert sich der Konzern in fünf Divisionen auf:

  • Chassis & Safety
  • Powertrain
  • Interior
  • Reifen
  • ContiTech

Geschichte des Traditions-Unternehmens

Die Geschichte der Continental AG geht auf die „Neue Hannoversche Gummi-Warenfabrik“ zurück, der der Bankier Moritz Magnus 1869 übernahm. Sie war die Grundlage der 1871 gegründeten Aktiengesellschaft der „Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie“, die sich auf die Herstellung von Weichgummiwaren spezialisieren sollte. Die Anfangsjahre waren geprägt von wirtschaftlichen und technischen Problemen. Mit der Unterstützung von Siegmund Seligmann, der bis zu seinem Tod 1925 Vorstandmitglied bleiben sollte, gelang es Magnus, das Unternehmen auf Kurs zu bringen.

In den 1880er Jahre brachte die Continental AG die ersten Luftreifen für Fahrräder auf dem Markt. Darüber hinaus produzierte das Unternehmen inzwischen Gummibälle, Leitungsschläuche, Ballone, wasserdichte Kleidung, medizinisch-hygienische Artikel und Bestandteile für Luftschiffe und Flugzeuge. Auch Hufpuffer waren Teil des Angebotes, weswegen auch das heutige Logo immer noch ein Pferd zeigt. Das Unternehmen wuchs schnell und konnte schon 18999 mehr als 1.500 Mitarbeiter beschäftigen.

In den Folgejahren wurde der wirtschaftliche Erfolg durch bedeutende Neuerungen wie den ersten Luftreifen mit Profil und der abnehmbaren Felge deutlich begünstigt. Während des Ersten Weltkriegs stoppte die Rohstoffversorgung und die Produktion wurde auf kriegswichtige Güter umgestellt.

Nach dem Ersten Weltkrieg konnte das Unternehmen weiter expandieren und ging mit dem amerikanischen Reifenhersteller Goodrich eine Kooperation ein, die es dem deutschen Unternehmen ermöglichte, die Leistung deutlich zu steigern. Bis zum Zweiten Weltkrieg profitierte Continental einerseits von den Nationalsozialisten, wurde zugleich jedoch auch in der Entwicklung begrenzt. Das Unternehmen wurde ab 1939 für die Herstellung von kriegswichtigen Produkten genutzt, wofür auch Zwangsarbeiter eingesetzt wurde.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

Aktienkurse sind immer in Bewegung

Zu Kriegsende wurde das Hauptwerk zerstört, mit Stöcken und Limmer konnte Continental jedoch noch auf zwei weitere Werke zurückgreifen, die nach dem Krieg eine schnelle Wiederaufnahme der Produktion ermöglichte. Allerdings ordneten die Besatzungsmächte an, dringend benötigte Produkte wie hygienisch-medizinische Artikel herzustellen. Erneut orientierte sich das Unternehmen in der Folge an amerikanischen Reifenfirmen und beschaffte Forschungsergebnisse über Lizenzverträge und direkten Erfahrungsaustausch. Schon Mitte der 1950er gelang es Continental, zu der amerikanischen Konkurrenz aufzuschließen. Bis Ende des Jahrzehnts hatte es die Marktführerschaft wieder erlangt.

Die Wirtschaftswunderzeiten konnte der Konzern allerdings nicht nutzen, um sich noch besser zu positionieren. Stattdessen lief Michelin der Continental AG mit den leistungsfähigeren Stahlgürtelreifen den Rang ab. Anfang der 1970er musste das Unternehmen erstmals Verlust vermelden. Continental versuchte erneut, durch Lizenzen und Austausch die Qualität seiner Produkte zu erhöhen und straffte die Produktion. Ind den 1980ern konnte Continental dann sogar General Tire übernehmen. 1990 musste sich die Continental AG gegen Pirelli wehren, da der italienische Reifenhersteller eine feindliche Übernahme anstrebte. Dies konnte unter anderem durch die Deutsche Bank gestoppt werden.

Der Schaeffler-Gruppe gelang es 2009 schließlich nach langem Hin und Her, die Continental AG friedlich zu übernehmen. Es entstand der drittgrößte Autozulieferer der Welt, allerdings verschuldeten sich beide Unternehmen dabei stark.

Jetzt Continental Aktie bei den besten Brokern kaufen

Probleme in 2016 und steigende Rohstoffpreise

2016 war kein all zu glückliches Jahr für den Konzern. Rückrufe, Kartellstrafen und ein größerer Aufwand für Entwicklungen hatten Belastungen von fast einer halben Milliarde Euro ergeben. Allerdings schaffte Continental es, das operative Ergebnis nur um ein halbes Prozent auf 4,1 Milliarden Euro abfallen zu lassen. Allerdings steigen die Rohstoffkosten, die in diesem Jahr bei der Reifenherstellung Mehrkosten von einer halben Milliarde Euro verursachen. Als Folge davon erhöhte Continental, aber auch die Konkurrenz um Pirelli, Goodyear und Hankook ihre Preise.

Derzeit arbeitet der Automobilzulieferer daran, die Digitalisierung und den Elektroantrieb weiter voranzubringen. Die Branche der Automobilzulieferer könnte von dieser Entwicklung revolutioniert werden. Marktbeobachter sehen bis zu 100.000 Arbeitsplätze bei Autozulieferern in Deutschland in Gefahr. Laut Finanzvorstand Schäfer handelt es sich bei beiden um attraktive Wachstumsbereiche. Aktuell beschäftigt sich der Konzern nach seinen Aussagen damit, in welchem Ausmaß die Produktion in diesen Bereich von Continental selbst gestemmt werden soll, und welche Teile an andere Produzenten ausgelagert werden sollen. An der strategischen Aufstellung soll entgegen anderslautenden Gerüchten nichts geändert werden. Continental plane keine Aufspaltung in die Teile Automotive und Reifen.

Die großen Investitionen von etwa einer Milliarde, die Continental in den vergangenen fünf Jahren in die Entwicklung von Fahrassistenzsystemen gesteckt hat, scheinen sich auszuzahlen. Alleine 2016 war das Auftragsvolumen in diesem Bereich auf drei Milliarden angestiegen. Ziel des Autozulieferers ist es, den Umsatz auf mehr als sechs Prozent auf 43 Milliarden Euro und die operative Rendite wieder auf über 10,5 Prozent zu steigern.

Das Handelsblatt hat kolportiert, dass sich IBM und Continental um das deutsche Mautsystem Toll Collect bewerben. Der neue Vertrag soll zwischen September 2018 und 2030 gültig sein.

Vorab sollte man die die entstehenden Kosten genau kalkulieren.

Rohstoffpreise müssen kanllhart kalkuliert werden

Prognose zur Aktienentwicklung: Continental Aktie kaufen, halten, oder verkaufen?

Die Continental Aktie wird von den meisten Analysten positiv gesehen. Von 27 aktuellen Ratings empfiehlt die Hälfte den Kauf, 12 die Aktie zu halten und zwei sie zu verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel der Continental Aktie liegt derzeit noch leicht über dem Aktienkurs.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Bernstein Research kaufen 240 Euro
Barclays Capital halten 184 Euro
Jefferies & Company Inc. kaufen 220 Euro
HSBC kaufen 230 Euro
BNP PARIBAS verkaufen 173 Euro
Kepler Cheuvreux kaufen 230 Euro
Norddeutsche Landesbank halten 190 Euro
JP Morgan Chase & Co. halten 190 Euro

 

Die Fundamentalanalyse ergibt eine starke Unterbewertung der Aktie. Mit einem langfristigen Wachstum von knapp zehn Prozent bis 2019 und einem niedrigen KGV von nur 9,22 gilt die Aktie derzeit als ein wahres Schnäppchen. Auch die zum fünften Mal in Folge erhöhte Dividende trägt zu der positiven Stimmung bei.

Dabei wird die Continental-Aktie üblicherweise als mittel-riskanter Titel eingestuft. Der Bear Market Faktor zeigt ein mittleres Risiko, der Bad News-Faktor ist jedoch gering. Der Titel zeigt eine starke Korrelation mit dem DJ Stoxx 600, der 72 Prozent der Kursschwankungen laut theScreener.com ausmachen soll.

Jetzt Continental Aktie bei den besten Brokern kaufen

Kritik an der Continental AG

Die Continental AG wurde auf der Hauptversammlung 2013 vom Dachverband Kritische Aktionäre und MISEREOR wegen Menschenrechtsverletzungen in einem Continental-Zulieferbetrieb stark kritisiert. Die Vorwürfe betreffen die Verweigerung regulärer Verträge und existenzsichernder Löhne sowie mangelnde Gesundheits-, Sicherheits- und Feuerschutzvorkehrungen.

Im Oktober 2016 wurde zudem bekannt, dass gegen Bosch und die Continental AG ein Verfahren der EU-Kommission läuft. Ihnen wird vorgeworfen, bei elektronischen Brems- und Steuersystemen Preisabsprachen getroffen zu haben. Continental kalkulierte in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro Strafe in der Bilanz ein. Bereits 2013 waren beide Unternehmen von Südkoreas Wettbewerbshütern wegen Preisabsprachen verurteilt worden.

In den Fokus geriet die Continental AG auch im Rahmen des VW Abgas-Skandal. Der Autozulieferer lieferte die Software, Einspritzpumpen und Einspritzdüsen von Continental. Allerdings konnte der Konzern jeglichen Verdacht von sich weisen.

2016 war ohnehin nicht das Jahr des Konzerns aus Hannover. Es wurde ebenfalls bekannt, dass das Unternehmen zwischen 2006 und 2010 rund fünf Millionen fehlerhafte Steuergeräte für Airbags in die USA auslieferte und Continental rief diese zurück. Betroffen waren Daimler, Fiat Chrysler, Mazda, Volvo Trucks und Honda.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Wie viel Dividende zahlt die Continental AG?

Die Continental AG zahlte im vergangenen Jahr eine Dividende von 4,25 Euro, was einer Erhöhung um 50 Cent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Seit 2010 hat der Zulieferer somit alljährlich die Dividende erhöht. Wirtschaftlich steht das Unternehmen so gut da, dass es nur ein Viertel des Gewinns für die Ausschüttung aufbringen muss.

Allerdings ist die Continental AG bei Weitem kein Unternehmen, das immer Dividende zahlt. Einen vollständigen Wegfall mussten Aktionäre in diesem Jahrtausend bereits in den Jahren 2001 und 2008-2010 nach der Schaeffler-Übernahme hinnehmen. Die Continental AG ist somit nicht unbedingt ein Dividenden-Aristokrat, kann jedoch durchaus eine zufriedenstellende Dividenden-Historie aufweisen. Im Jahr 2016 landete sie unter den DAX-Unternehmen auf Platz 17. der höchsten Dividendenrendite.

Konkurrenz aus der Reifen- und Autozuliefererbranche

Die Konkurrenz von Continental gliedert sich inzwischen in zwei unterschiedliche Bereiche auf. Zum einen sind es natürlich die Reifenhersteller, die den Hannoveranern Konkurrenz machen. Goodyear, Pirelli und Hankook zählen dazu schon lange. Doch auch die Konkurrenz aus Asien um Sumitomo Rubber, Toyo TireRubber und YokohamaRubber wird stärker. Auch im Bereich der sonstigen Autozulieferer erwartet Continental starke Konkurrenz. Zu ihr zählt Bosch, Denso, Magna, Hyundai MOBIS und das aufstrebende Unternehmen ZF Friedrichshafen.

Wichtige Partnerschaften

Continental arbeitet mit den meisten großen Automobilherstellern eng zusammen. Hierunter zählen unter anderem VW, Ford, Daimler-Benz, Borgward, Volvo, Honda und Mazda.

Auch in die Elektroindustrie knüpft das Unternehmen wichtige Kontakte. So soll es sich zusammen mit IBM um Toll Collect beworben haben. Zudem hat es in die Urban Software Institute GmbH investiert. Mit Nexteer Automotiv plant der Konzern ein Joint Venture, um elektronische Lenk- und Bremssysteme für das automatisierte Fahren zu entwickeln.

Der Markenwert von Continental steigt

Zuletzt konnte die Continental ein Wachstum beim Markenwert verzeichnen. 2015 stieg der Markenwert laut Spirit for Brands um 15 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Verantwortlich ist dafür natürlich vor allem das Autoreifengeschäft, das die Marke bei Privatkunden bekannter macht. Die Marke muss laut Geschäftsführer Walter Brecht allerdings vor allem in Bezug auf die Popularität und Wahrnehmung der Qualität noch deutlicher zunehmen.

Fazit: Continental-Aktie könnte interessanter Kauf sein

Der wohl größte Pluspunkt derzeit ist die starke Unterbewertung von Continental. Der Konzern steht finanziell sehr gut dar und belohnt Mitarbeiter und Aktionäre gleichermaßen mit Ausschüttung von Teilen des Gewinns. Auch die jahrzehntelange Tradition und eine recht bekannte Marke stützten das Unternehmen.

Spannend ist die Frage, ob sich Continental als Autozulieferer in der Zukunft behaupten können wird. Dafür stellt der Konzern allerdings schon seit geraumer Zeit die Weichen. Die Forschung und die Spezialisierung auf Elektroautos und Digitalisierung sollen den Grundstein dafür legen, dass Continental auch in den nächsten Jahrzehnten erfolgreich ist.

Leichtes Kurspotenzial der Continental Aktie und eine ordentliche, wenn auch nicht übermäßige Dividende sorgen dafür, dass das Wertpapier des Konzerns eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein kann.

Jetzt Continental Aktie bei den besten Brokern kaufen
  • Finden Sie den günstigsten Depotanbieter:

    Ordervolumen
    Euro
    Order pro Jahr:
    Order
    Anteil Order über Internet:
    Durchschnittl. Depotvolumen:
    Euro
  • Top 5 Aktien Broker