Deutsche Börse Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Deutsche Börse Group ist einer der wichtigsten Finanzdienstleister in Deutschland. Sie entwickelt und betreibt Handelsplattformen und Abwicklungssysteme und zeigt sich auch über Tradegate und Clearstream für zahlreiche Aktien-Trades in Deutschland verantwortlich. Allerdings musste sie einen bedeutenden Dämpfer hinnehmen, als die schon sicher geglaubte Fusion mit der Londoner Stock Exchange schließlich zum fünften Mal platzte.

Aktie der Deutsche Börse Group in der Übersicht

Die Deutsche Börse Aktie kann über die WHN A2AA25 und die ISIN DE000A2AA253 gelistet. Ihr Symbol ist DB11. Sie Mitglieder der folgenden Indizes:

  • DAX30
  • Prime All Share
  • Late DAX, DivDAX, L&S DAX Indikation
  • DAXglobal Sarasin Sustainabiltity
  • Germany Index EUR

Die Aktie der Deutschen Börse ist seit Dezember 2002 im Index enthalten. Derzeit wird sie zu 1,37 Prozent gewichtet und gehört somit eher zu den zehn kleinsten Werten im Deutschen Leitindex.

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Derzeit hat das Unternehmen 193 Millionen Aktien der Deutschen Börse ausgeben, die eine Marktkapitalisierung von 15,72 Milliarden Euro erreichen. 95,75 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz. Bedeutende Aktionäre der Deutsche Börse sind derzeit:

  • Invesco Asset Management Ltd. (5 Prozent)
  • Baillie Gifford & co. (3,56 Prozent)
  • Jupiter Asset Management Ltd. (3 Prozent)
  • FIL Investment Advisors Ltd. (2,55 Prozent)
  • The Vanguard Group, Inc. (2,39 Prozent)

Die letzte Dividende, die das Unternehmen seinen Aktionären ausgezahlt hat, betrug 2,35 Euro. Damit erzielte die Deutsche Börse Aktei eine Dividendenrendite von guten drei Prozent.

So präsentiert sich die Deutsche Börse auf seiner Webseite

So präsentiert sich die Deutsche Börse auf seiner Webseite

Fakten und Zahlen zum Unternehmen

Die Deutsche Börse AG ist eine der größten Börsenorganisationen der Welt konnte im Jahr 2,678 Milliarden Euro umsetzen. Das Ergebnis nach Steuern betrug 722 Millionen Euro. 2016 beschäftigte das Unternehmen 5.176 Mitarbeiter, davon mit 2.226 mehr als 40 Prozent in Deutschland. Das Unternehmen ist an 37 Orten in 29 Ländern tätig.

Geleitet wird das Unternehmen von Carsten Kengeter als Vorstandvorsitzenden und Joachim Faber als Aufsichtsratsvorsitzender. Sitz der Deutsche Börse Group ist Frankfurt am Main. Die Gründung erfolgte 1992. Seit Februar 2001 ist die Deutsche Börse selbst an der Börse notiert, ein gutes Jahr später schaffte sie die Aufnahme in den Dax. Zur offiziellen Internetseiteseite der Börse Frankfurt gelangt ihr von hier.

Geschichte der Deutsche Börse Group reicht weit zurück

Die Deutsche Börse wurde zwar erst 1992 begründet, nimmt für sich selbst jedoch in Anspruch, dass die Anfänge des Unternehmens bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Der Grundstein soll in einem Beschluss von Kaufleuten im Jahr 1585 gelegt werden sollen, der einheitliche Wechselkursei m deutschen Gebiet vereinheitlichte.

Zu Beginn trafen sich die Kaufleute vor dem Frankfurter Rathaus. 1694 zog die Börse in das Haus „Großer Braunfels“. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Börse bereits eine Ordnung und den Handel auf Wechselbriefe erweitert und bot auch Schuldscheine und Anleihen an. Ende des 18. Jahrhunderts wurden auch Staatspapiere gehandelt und erste Millionenanleihen platziert. Zu einer öffentlich-rechtlichen Institution wurde die Börse 1808, als die Handelskammer die Trägerschaft der Börse übernahm.

Die Frankfurter Börse gewann auch dank des Bankhauses Rothschild internationale Bedeutung und die „Alte Börse“ wurde errichtet und 1843 eröffnet, schon 1869 wurde die „Neue Börse eingeweiht“. Nach wie vor galt das Hauptaugenmerk Obligationen. Wertpapiere wurden in Frankfurt nur zögerlich angepasst. Dies änderte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts, als Frankfurt fast schon keine andere Chance mehr hatte, wenn es ein internationales Wirtschaftszentrum bleiben wollte.

Unter dem Ersten Weltkrieg litt die international ausgerichtete Börse besonders stark. Die Hyperinflation und der Schwarze Freitag 1929 verschärfte die Lage. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Anzahl der Wertpapierbörsen verringert und die Frankfurter Börse nahm die Mannheimer Börse auf. 1944 wurde das Börsengebäude schwer beschädigt, sodass Versammlungen nur noch in den Kellerräumen stattfinden konnten.

Schon im September 1945 wurde die Frankfurter Börse von der US-Besatzung wieder eröffnet, sie gewann ihre alte Bedeutung allerdings erst langsam zurück. Der amtliche Handel konnte erst 1949 eröffnet werden. Das Gebäude wird 1957 wieder eröffnet und die Frankfurter Börse gewinnt an Bedeutung.

Ab 1969 können Makler der Frankfurter Börse elektronisch erfassen und weiterverarbeiten lassen. Die Digitalisierung setzt sich immer weiter fort und die Frankfurter Börse stellt mehrfach auf neue Technologien um. 1988 wird der DAX erstmalig berechnet und veröffentlicht.

1990 wird die Frankfurter Wertpapierbörse AG ins Handelsregister eingetragen. Die erhält die Trägerschaft der Frankfurter Wertpapierbörse von der IHK Frankfurt am Main. Nur zwei Jahre später beschließt die Hauptversammlung, die AG in Deutsche Börse AG umzubenennen. Dabei erwirbt die Deutsche Börse AG sämtlich Anteile an de DTB Deutsche Terminbörse AG und der Deutscher Kassenverein AG.

Im Jahr 2000 zieht die Frankfurter Börse in ein modernes Bürogebäude um. 2010 verlegt die Deutsche Börse den Sitz ihrer Konzernzentrale von Frankfurt am Main nach Eschborn, um Gewerbesteuer zu sparen. Es kommt zu mehreren Übernahmen und Kooperationen.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Erneute geplatzte Fusion und Zukunftsausblick

Lange Zeit schien es, als sei die Fusion der Deutsche Börse AG mit der London Stock Exchange besiegelte Sache. Immerhin wurde das Vorhaben bei der EU-Kommission angemeldet und Marktbeobachter rechneten damit, dass die fusionswilligen Unternehmen die Bedingungen der Kommission relativ breitwillig akzeptieren würden. Nachdem bereits fünf Versuche gescheitert, sollte es 2017 endlich so weit sein.

Doch Ende Februar gilt die Fusion als gescheitert. In die Quere kam den Unternehmen diesmal auch der Brexit. Die Deutsche Börse wollte den zukünftigen Holdingsitz nicht mehr in London, die LSE war nicht zum Wechsel nach Frankfurt bereit. Die LSE entschied sich offiziell aufgrund der Forderung der EU-Kommission, die kleine italienische Handelsplattform MTS zusätzlich zum Abwicklungshaus Clearnet SA zu verkaufen, gegen eine Fusion. Marktbeobachter halten dies allerdings für einen vorgeschobenen Grund. Bei beiden Parteien soll das Interesse deutlich abgekühlt sein. Die Deutsche Börse hatte im vergangenen Jahr 66 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Dementsprechend enttäuscht reagierten Aktionäre.

Möglich scheint zudem auch, dass das Ermittlungsverfahren gegen Kengeter einen wichtigen Anstoß gab, die Fusion nicht weiter voranzutreiben. Gegen den Deutsche-Börse-Chef wird wegen Verdachts auf Insiderhandel ermittelt. Aufsichtsratschef Faber bestreitet dies allerdings Kengeter träfe keine Schuld am Scheitern der Fusionspläne.

Der Konzern gab zudem an, dass die Geschäfte in den ersten beiden Monaten des Jahres schlechter gelaufen seien, als erwartet. Deswegen will die Deutsche Börse AG nun Kosten in zweistelliger Millionenhöhe sparen. Der Kassamarkt ging bereits im

Um den etwas in Verruf geratenen Entry Standard zu ersetzen, hat die Deutsche Börse 2017 das neue Börsensegment Scale gestartet. Es richtet sich an kleiner und mittlere Unternehmen, deren Geschäftsmodelle sich bereits bei Investoren bewährt haben.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

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Was sagen Analysten zur Aktie der Deutsche Börse Group?

Die Analysten sind der Deutsche Börse Aktie gegenüber eher positiv gestimmt. In keiner der 12 aktuellen Prognosen raten die Wirtschaftsexperten zum Kauf. Stattdessen rät die eine Hälfte zum Kauf, die andere die Aktie zu halten:

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Independent Research GmbH Halten 86 Euro
equinet AG Halten 79 Euro
DZ Bank Halten o. A.
Norddeutsche Landesbank Halten 78 Euro
S & P Capital IQ Halten 88 Euro
Morgan Stanley Kaufen o. A.
Commerzbank AG Halten 91 Euro
Oddo Seydler Bank AG Kaufen 92 Euro
UBS AG Kaufen o. A.

 

Allerdings ist ein Großteil der Analysen vor dem Platzen der Fusionspläne erstellt worden. Dass die Analysten verstärkt zum Halten zulasten der Kaufempfehlung raten würden, ist deswegen wahrscheinlich. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 86 Euro und somit mehr als fünf Prozent über dem aktuellen Kursziel.

In der Fundamentalanalyse von TheScreener.com gilt die Aktie als fair bewertet. Wird das vermutliche Wachstum, die geschätzte Dividende und das KGV miteinander in Beziehung gesetzt, ist die Deutsche Börse Aktie allerdings eher günstig.

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Kritik an der Deutsche Börse Group

Derzeit ist es vor allem Chef Kengeter, der in der Deutsche Börse AG für Unruhe sorgt. Der Vorstandsvorsitzende wurde in seiner Amtszeit seit April 2015 bereits zweifach mit Insiderhandel in Verbindung gebracht. So war nicht klar, ob er von der Manipulation des Libors gewusst habe. Allerdings soll sich die Deutsche Börse im Vorfeld informiert haben, ob dem neuen Chef Verfehlungen vorgeworfen werden könnten.

Deutlich kritischer ist der Vorwurf des Insiderhandels zu sehen. Im Februar 2017 wurden seine Büroräume durchsucht, da er sein Wissen um die Fusion genutzt haben soll, um Aktien der London Stock Exchange zu kaufen. Insgesamt soll er Aktien im Gegenwert von 4,5 Millionen Euro erworben haben, ohne dies offen zu kommunizieren. Die Wirtschaftswoche forderte in der folgenden Woche sogar seinen Rücktritt.

Auch die Tochterunternehmen sind nicht immer über jeden Zweifel erhaben. So musste sich beispielsweise Clearstream, die sich vollständig im Besitz der Deutsche Börse AG befindet, mehrfach gegen Beschuldigungen wehren. 2001 wurde ihr Vorgeworfen, eine internationale Plattform für Geldwäsche und Steuerflucht mit illegalen Geheimkonten zu sein. 2004 wurden ihr erneut Geheimkonten vorgeworfen.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

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Wie hohe Dividende zahlt die Deutsche Börse AG?

Die Deutsche Börse AG hat sich in den letzten Jahren größtenteils durch vergleichsweise hohe Dividenden hervorgetan. So zahlte die AG im Jahr 2016 je Deutsche Börse Aktie 2,35 Euro und somit eine Rendite in Höhe von 3,03 Prozent und liegt damit im oberen Mittelfeld bei den DAX-Werten. In den letzten zehn Jahren zahlte das Unternehmen jeweils in acht eine Rendite aus, die mehr als drei Prozent betrag.

Dabei hat sich der Konzern im Vergleich zur Anfangszeit deutlich gesteigert. Die Dividende der Deutsche Börse Aktie ist dabei jedoch auch nicht unverhältnismäßig. Der Konzern benötigt nicht einmal die Hälfte des Gewinnes, um die Dividende aufzubringen.

Wichtige Konkurrenten des Unternehmens

Konkurrenz erwartet die Deutsche Börse AG vor allem von ausländischen Börsen und Finanzdienstleistern. Hierunter fallen:

  • LangSchwarz Aktiengesellschaft
  • London Stock Exchange
  • Nasdaq
  • NYSESwissquote Group
  • Tradegate

Wichtige Partner und Beteiligungen

Die Deutsche Börse hält einige strategische Beteiligungen. Zu ihnen zählen die folgenden Unternehmen:

  • BrainTrade Gesellschaft für Börsensysteme
  • China Europe International Exchange
  • Deutsche Börse Commodities GmbH
  • Eurex Bonds GmbH
  • European Energy Exchange AG
  • Link-Up Capital Markets, S.A.
  • LuxCSD S.A.
  • REGIS-TR S.A.

Markenwert der Deutsche Börse Group wächst

Der Marktwert der Deutsche Börse Group wird derzeit von TheBrandTicker auf einen Wert von 2,4 Milliarden Euro geschätzt. Damit konnte das Unternehmen alleine in diesem Jahr deutlich zulegen. Zu Beginn schätzen die Analysten den Marktwert noch auf 1,9 Milliarden Euro. Der wichtigste Wert-Treiber zu Beginn des Jahres war „Innovation“ und möglicherweise auf das neue Börsensegment Scale zurückzuführen. Eine starke Marke besitzt der Konzern natürlich auch mit dem Deutschen Leitindex DAX.

Fazit: Deutsche Börse Aktie mit guter Dividende, aber wohl ohne Wachstumschancen

Die Deutsche Börse Aktie konnte Aktionäre in der Vergangenheit mit einer ansehnlichen Dividende überzeugen. Anders sieht dies jedoch zumindest teilweise mit dem Wachstum aus. Der Konzern bewegt sich beim Umsatzerlös nur knapp über dem Niveau von 2011, Aktionäre mussten jedoch eine Berg- und Talfahrt ansehen. Das Ergebnis nach Steuer liegt mit 722 Millionen sogar deutlich unter dem Ergebnis von 2011, als der Konzern sogar 848 Millionen Euro Gewinn verzeichnen konnte. In den beiden Folgejahren hatte sich der Gewinn zudem halbiert.

Die Deutsche Börse Aktie ist somit nichts für schwache Nerven. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor dürften die inzwischen zahlreichen gescheiterten Fusionen sein, die die Deutsche Börse in den letzten Jahren versucht hat. Allein mit der LSE kam es fünfmal nicht zu einer Fusion, doch auch Vorhaben mit der Euronext, der CME, NYSE Euronext und Borsa Italiana scheiterte. Die SIX Swiss Exchange und die ISE wurden zwar übernommen, jedoch relativ schnell weiterverkauft. Auch erfolgreiche Übernahmen und Fusionen sind also nicht immer das Beste. Zusammen mit den Vorwürfen gegen Kengeter scheint die Deutsche Börse Aktie somit nicht die Aktie zu sein, die Anleger unbedingt kaufen müssen. Ein Verkauf eilt jedoch derzeit sicherlich auch nicht.

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