Devisenmärkte

Was sind Devisen und wie funktionieren die Devisenmärkte?

Der Devisenmarkt gilt als mit Abstand größter Finanzmarkt überhaupt. Mehr als 5 Billionen Dollar werden hier täglich umgesetzt. Entsprechend hoch sind die Potenziale und Möglichkeiten für Trader, wenn sie mit Devisen handeln. Zunächst müssen sich Anleger dabei natürlich verdeutlichen, was Devisen überhaupt sind. Die grundlegende Funktionsweise der Devisenmärkte und verfügbare Handelsmöglichkeiten sollten ebenfalls bekannt sein, bevor mit dem Devisenhandel begonnen werden kann. Der folgende Ratgeber dient daher als Einstieg in die Thematik und erklärt alles Grundlegende zum Devisenhandel.

Was sind Devisen? – eine Kurzdefinition

Bei Devisen handelt es sich grundsätzlich um Forderungen auf ausländische Währungen. Das bedeutet, dass eine Währung gegen eine andere getauscht werden kann. Die Forderungen resultieren beispielsweise aus Guthaben, Wechseln, Schecks oder Obligationen. Der Begriff „Devisen“ wird umgangssprachlich auch als synonym für „Währungen“ verwendet. Streng genommen ist das nicht korrekt: eine einzelne Währung wird im Fachjargon als Sorte bezeichnet. Bei Devisen handelt es sich daher vielmehr um Währungspaare.

Wer mit Devisen handelt, der Tausch folglich immer eine Währung gegen eine andere. Anleger können beispielsweise das britische Pfund nur dann kaufen, wenn sie gleichzeitig den heimischen Euro verkaufen. Der Kurs, zu dem getauscht wird, wird als Devisenkurs bezeichnet. Diese Wechselkurse werden oftmals ehr genau berechnet und bis zur 6. Nachkommastelle angegeben. Die Kurse ändern sich quasi sekündlich, da ständig überall auf der Welt Währungen gehandelt werden.

Devisenkurse werden im Rahmen der sogenannten Preisnotierung angeben. Das bedeutet, dass stets ersichtlich ist, wie viel Einheiten Fremdwährung für eine Einheit an einheimischer Währung bezahlt werden müssen. Der Kurs von Euro und US-Dollar wird aus Sicht des Euro-Raums wie folgt dargestellt: EUR / USD 1,2. In diesem fiktiven Beispiel erhielte der Besitzer eines Euros genau 1,2 US-Dollar für den Umtausch.

Die Major-Währungspaare und ihre Bedeutung

Prinzipiell lassen sich alle auf der Welt verfügbaren Währungen miteinander kombinieren. Es ergeben sich so tausende Devisenkurse. Nicht alle Devisen sind aber für den Handel geeignet. Viele Trader konzentrieren sich auf sogenannte Major-Währungspaare. Dabei handelt es sich um Kombinationen aus den bekanntesten und wichtigsten Währungen der Welt. Diese stammen entweder aus großen Wirtschaftsräumen oder spielen beim Handel mit Wertpapieren eine wichtige Rolle. Zu den Major-Währungen zählen vor allem:

  • Euro
  • Britisches Pfund
  • US-Dollar
  • Japanischer Yen
  • Schweizer Franken

Franken und Pfund sind vor allem deshalb wichtig, weil in den beiden Staaten viele Banken ansässig sind. Euro, US-Dollar und japanischer Yen decken einen Großteil der weltweiten Wirtschaftsleistung ab. Der Handel mit dem chinesischen Yuan ist noch vergleichsweise unbedeutend für private Anleger. Zu restriktiv und merkantilistisch ist die Wirtschaftspolitik der chinesischen Regierung.

Märkte Consors

Die Consorsbank bietet auch den Handel mit Devisen an

Wie können Anleger mit Devisen handeln?

Bis vor einigen Jahren war es ausschließlich institutionellen Anlegern vorbehalten, Devisen im größeren Stil zu handeln. Mit der Entwicklung des Internets hat sich das geändert: viele Broker haben sich mittlerweile sogar ausschließlich auf den Forex-Handel spezialisiert. Wer mit Devisen handeln möchte, benötigt prinzipiell nur einen Account bei einem solchen Broker. Der perfekte Anbieter lässt sich bereits in wenigen Schritten finden:

  1. Brokervergleich aufrufen
    Im Internet existieren viele Vergleichsrechner, die automatisch Broker mit besonders günstigen Konditionen finden. Anwender sollten darauf achten, dass die Software unabhängig agiert und nicht bestimmte Anbieter besonders in den Vordergrund rückt.
  2. Testberichte studieren
    Der günstigste muss nicht immer gleich der beste Broker sein. Besonders Anfänger profitieren zu Beginn der Forex-Karriere von kostenlosen Schulungen und einem breiten Beratungsangebot.
  3. Account eröffnen
    Ist der passende Broker gefunden, muss ein Handelskonto angelegt werden. Dieses ist meist binnen weniger Minuten eröffnet. Anschließend wird Handelskapital eingezahlt, das dann direkt für den Forex-Handel verwendet werden kann.

Der Devisenhandel selbst läuft fast immer über sogenannte Finanzderivate ab. Dabei kann es sich beispielsweise um CFDs handeln. Der Trader erwirbt dabei nicht die Devisen selbst, sondern kauft ein Produkt, dessen Kurs sich an den jeweiligen Devisenkursen orientiert. Andernfalls wäre es deutlich zu kompliziert jedes Mal tatsächlich Währungen zu transferieren. Ein Beispiel zeigt, wie der Forex-Handel mit CFDs abläuft:

Ein Anleger interessiert sich dafür, das Major-Währungspaar Euro / US-Dollar zu handeln. Er geht davon aus, dass der Euro in den kommenden Tagen an Stärke gewinnt. Aktuell beträgt der Devisenkurs noch genau 1:1. Der Anleger investiert jetzt 1.000 Euro in ein CFD. Schon wenige Stunden später entwickelt sich der Kurs wie vorhergesagt. Für einen Euro erhalten Trader jetzt 1,1 US-Dollar. Der Anleger verkauft seine CFD-Handelsposition und erhält 1.100 Euro. (Anmerkung: der CFD-Handel ist meist mit Hebeln ausgestattet. Wie diese funktionieren, erfahren Anleger im Ratgeber zum Thema CFD-Trading).

Zehn Tipps für den erfolgreichen Devisenhandel

Das Forex-Trading kann insbesondere für Neueinsteiger recht komplex und schnelllebig sein. Es existieren allerdings eine Reihe von Grundregeln, deren Beachtung schnell zu ersten Erfolgen führen wird. So sollten sich Anleger beispielsweise nie von Emotionen leiten lassen und die eröffneten Handelspositionen stets analysieren.

1. Zu Beginn maximal zwei Währungspaare traden

Währung sind auf kurze Sicht so volatil, wie kaum ein anderes Finanzprodukt. Schon binnen weniger Stunden können sich die Kurse um mehrere Prozentpunkte verändern. Für Trader ist es daher enorm wichtig, alle relevanten Informationen für die möglichen Kursänderungen zu kennen. Expertenwissen und ein gutes Gefühl für bestimmte Marktsituationen sind ebenfalls von Vorteil. All diese Aspekte benötigen vor allem eines: Erfahrung. Der Erfahrungsgewinn ist gerade zu Beginn besonders groß, wenn sich Anleger nur auf ein oder zwei Währungspaare fokussieren.

2. Positionsgröße begrenzen

Beim Forex-Handel kommt dem Risikomanagement eine übergeordnete Bedeutung zu. Dazu gehört es, nur einen geringen Teil des gesamten Kapitals in eine einzelne Position zu investieren. Zwischen 1 und 3 Prozent des Portfolios dürfen von einer einzigen Handelsposition ausgemacht werden. Andernfalls ist das Gesamtrisiko deutlich zu hoch.

3. Verluste mitnehmen

Teil des Risikomanagements ist es zudem, Verlustpositionen möglichst frühzeitig zu schließen. Trader neigen oft dazu, Verluste laufen zu lassen. Der Irrglaube an die Kehrtwende sorgt letztlich nur dafür, dass die Verluste noch größer werden.

4. Strategien ausarbeiten

Allgemein darf das Handeln an den Finanzmärkten nicht willkürlich oder aus bloßem Bauchgefühl heraus durchgeführt werden. Eine fundierte Handelsstrategie ist auch beim Devisenhandel der zentrale Baustein für langfristigen Erfolg.

5. Emotionen ausblenden

Trader neigen dazu, beim Handel emotional zu werden. Das gilt für Gewinne und Verluste gleichermaßen. Schließen einige Positionen im Geld, entsteht ein Gefühl der Unbesiegbarkeit. Verluste sorgen hingegen dafür, dass diese durch neue Positionen nahezu zwanghaft wieder ausgeglichen werden sollen. Beides führt langfristig nicht zum Erfolg.

6. Technische Analyse

Die sogenannte technische Analyse ist eines der bewährtesten Instrumente für den Handel mit Währungen. Gute Ein- und Ausstiegszeitpunkte lassen sich so beispielsweise leicht finden. Das Hilfsmittel sollte unbedingt genutzt werden, auch wenn die Einarbeitungszeit vergleichsweise lang ausfällt. Fast alle modernen Broker stellen ihren Kunden Hilfsmittel zur Verfügung, über welche die technische Analyse erlernt und anschließend durchgeführt werden kann.

7. Demokonten nutzen und Lerneffekte mitnehmen

Anfänger sollten es nach Möglichkeit vermeiden, direkt mit echtem Geld zu traden. Zu groß ist die Verlustgefahr vor allem beim Handel mit Finanzderivaten. Sinnvoller ist es, den Einstieg an den Devisenmärkten über kostenlose Demokonten zu machen. Viele Broker bieten die Konten mittlerweile standardmäßig an. Mehrere tausend virtueller Euro stehen dann zur Verfügung, um risikofrei erste Trades zu erstellen.

8. Konsequent und langfristig Traden

Beim Forex-Trading kann es vorkommen, dass Anleger längere Durststrecken durchlaufen müssen. Von kleineren Rückschlägen sollten sich Händler allerdings nicht entmutigen lassen. Wichtiger ist es, die richtigen Schlüsse aus dem Misserfolg zu ziehen. Es gilt, eine klare Fehleranalyse zu betreiben. Die eigenen Strategien müssen dann nochmals analysiert und abgeändert werden. Nur wer konsequent an sich und seinen Fähigkeiten arbeitet, kann langfristig erfolgreich mit Forex handeln.

9. Sukzessive Erhöhung des Einsatzes

Wer auf der Erfolgsspur ist, sollte hingegen nichts überstürzen. Nach der kostenlosen Testphase im Demokonto sollten Trader zunächst mit kleineren Summen traden. Einige wenige Euro pro Positionen genügen. Dazu kann es hilfreich sein, das Handelskonto bei einem Broker zu eröffnen, der besonders geringe Mindesthandelssummen verlangt. Erst wenn auch nach mehreren Monaten im Echtgeldkonto klar ist, dass die Strategien funktionieren, können die Einsätze langsam erhöht werden.

10. Voll fokussiert mit Währungen handeln

Der Forex-Handel ist schnelllebig und kurzfristig orientiert. Schon wenigen Sekunden können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Umso wichtiger ist es, dass Trader jederzeit voll bei der Sache sind. Das Handy, der Fernseher und andere Störfaktoren sollten aus dem Arbeitszimmer verschwinden. Es gilt, sich voll und ganz den Devisenmärkten zu widmen. Ist der Handelstag anschließend beendet, können Smartphone und Co. wieder angeschaltet werden.

Fazit: Devisenhandel hoch anspruchsvoll mit guten Renditechancen

So bedeutend die Devisenmärkte sind, so vielversprechend ist der Handel für Kleinanleger mit Währungen. Grundsätzlich sind Devisen Kombinationen aus verschiedenen Währungen. Zu den bekanntesten und beliebtesten zählen zweifelsfrei US-Dollar, Britisches Pfund, Euro, Yen und Schweizer Franken. Für erfolgreiches Trading ist es vor allem wichtig, einen passenden Broker zu wählen. Dieser sollte nach Möglichkeit günstige Konditionen und ein breites Schulungsangebot für Anfänger zur Verfügung stellen. Beim Handel selbst ist es wichtig, stets rational und fokussiert zu bleiben. Technische Analysen und ausgereifte Forex-Strategien sollten den Handelsalltag von Tradern bestimmen. Zudem muss gerade zu Beginn der Handelstätigkeit auf das nötige Risikomanagement geachtet werden. Einzelne Positionen dürfen immer nur einen kleinen Teil des gesamten Portfolios ausmachen und Verluste sollten – sofern keine Aussicht auf Besserung besteht – möglichst zeitnah mitgenommen werden.

Top 5 Aktien Depots

Sie riskieren Ihr Kapital