E.ON Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

E.ON Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

E.ON ist einer der bekanntesten Energiekonzerne in Deutschland und hat sich in den letzten Jahren mehrfach als großzügigster Dividendenzahler im DAX hervortun können. Derzeit hat der Konzern eine größere Umstrukturierung hinter sich und gilt bei Rating-Agenturen nicht mehr als sicheres Investment. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Kauf der E.ON-Aktie?

Die Aktie von E.ON in der Übersicht

Die E.ON Aktie wird unter der Wertpapierkennnummer ENEAG99 und der ISIN DE000ENAG999 gehandelt. Das deutsche Symbol EOA unterscheidet sich von dem ausländischen Symbol E.ON.

Die Aktie von E.ON ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • EURO STOXX 50
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika

E.ON ist seit 2000 Mitglied im Dax. Derzeit wird der Konzern zu 1,40 Prozent gewichtet und gehört somit zu den 10 kleinsten Unternehmen im deutschen Leitindex.

Jetzt E.ON Aktie bei den besten Brokern kaufen

Der Konzern hat 2,2 Millionen E.ON Aktien ausgegeben. Die Marktkapitalisierung des Konzerns, der den Branchen Energie und Öl/Gas-Versorger zugerechnet wird, beträgt mehr als 16 Milliarden Euro. Größter Anteilseigner ist BlackRock Inc. mit mehr als fünf Prozent der E.ON-Aktien.

Die in 2016 gezahlte Dividende betrug 21 Cent je E.ON-Aktie. Damit konnten Anleger sich über eine Dividendenrendite von 2,78 Prozent freuen.

So präsentiert sich E.O im Internet

So präsentiert sich E.O im Internet

Fakten und Zahlen zum Energiekonzern

Der juristische Sitz von E.ON befindet sich in Düsseldorf, die Hauptverwaltung ist allerdings in Essen beheimatet. Gegründet wurde der Konzern am 16. Juni 2000. Im Jahr 2016 konnte der Konzern einen Umsatz von 38,1 Milliarden erzielen und musste einen Verlust von 8,54 Milliarden Euro verzeichnen. 2016 waren 43.138 Mitarbeiter bei E.ON beschäftigt.

Seit 2010 wird der Konzern durch den Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen geleitet. Karl-Ludwig Kley ist seit 2016 der Aufsichtsratsvorsitzende. E.ON ist einer der führenden Energie-Anbieter. Der Konzern betreibt derzeit mehr als 220 Nah- und Fernwärmenetze mit einer Gesamtlänge von rund 2.400 km. Zudem ist es für 383.000 km Strom- und 57.000 km Gasnetze verantwortlich. Insgesamt hat der Konzern rund 6 Millionen Kunden. 26 GW installierte Leistung kann der Konzern an erneuerbaren Energien ins Netz einspeisen, was ein Drittel der Gesamtleistung an erneuerbaren Energien in Deutschland.

Geschichte des DAX-Mitglieds

E.ON entstand im Juni 200 aus den beiden Mischkonzernen VEBA und VIAG. Beide Konzerne wurden ursprünglich in den 1920er gegründete und wiesen eine ähnliche Struktur auf. Motivation hinter der Fusion war auch, eine feindliche Übernahme mit anschließender Zerschlagung zu vermeiden. Ziel war es, anstatt der bisherigen Mischkonzerne einen neuen Energie-Konzern zu formen, der auch global markenstark auftreten konnte und die anderen Industrie-Geschäftsfelder nach und nach zu verkaufen.

Schon im November 2001 wollte E.ON den damaligen größten deutschen Gasversorger Ruhrgas übernehmen. Allerdings lehnte das Kartellamt ab, sodass die Übernahme nur durch eine Ministererlaubnis zustande kam. Dagegen protestierten die Mitbewerber, sodass sich die Übernahme bis 2003 hinzog. Im Folgejahr verkaufte der Konzern einen Großteil seiner Anteile der Degussa an die RAG. Weitere verkaufte Beteiligungen waren Viag Interkom, Gelsenwasser, Viterra und One (Österreich). Zugleich erwarb der Konzern zahlreiche Beteiligungen an Energieversorgungsunternehmen in Osteuropa, die zu dieser Zeit verstaatlicht wurden oder gerade privatisiert worden waren. Schon 2005 galt der Umbau zu einem reinen Energiekonzern als fast abgeschlossen.

Nur vier Jahre später sollte der Konzern erneut umgebaut werden. Grund dafür war auch, dass der deutsche Energiemarkt durch ein Oligopol beherrscht wurde, das den EU-Behörden ein Dorn im Auge war. Um größere Konsequenzen zu vermeiden, verkaufte E.ON knapp 5.000 Megawatt Kraftwerksleistung und das deutsche Höchstspannungsnetz an seine Mitbewerber. Im Anschluss daran legte der Konzern ein Investitionsprogramm in Höhe von 60 Milliarden Euro auf. Ziele waren die Expansion in neue internationale Märkte, eine neue Kraftwerksinfrastruktur und vermehrte Investition in erneuerbare Energien ein. Zudem stieg der Konzern in das Geschäft mit verflüssigtem Naturgas ein und baute mit BASF und Gazprom die Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

Durch den den Atomausstieg durch die Bundesregierung wurde der Konzern vor neue Herausforderungen gestellt und legte 2001 Verfassungsbeschwerde ein. Auch wenn der Konzern hier verlor und das Bundesverfassungsgericht entschied, dass der Atomausstieg verfassungskonform sei, steht den betroffenen Konzernen demnach dennoch eine angemessene Entschädigung zu.

In den Folgejahren verfolgte der Konzern den Plan, Kohlenstoffdioxid-Emissionen und Finanzschulden zu reduzieren. Er zog rund 15 Milliarden Euro aus Beteiligungen ab. Zudem verabschiedete der Konzern ein Spar- und Sanierungskonzept, das Entlassungen und Standortschließungen vorsah.

Die nächste große Umstrukturierung erfolge im Jahr 2016. Der Konzern gliederte die konventionelle Erzeugung, globalen Handel und Exploration in den neu gegründeten Konzern Uniper aus. E.ON soll von nun an für regenerative und „grüne“ Energie stehen, ist jedoch immer noch im Besitz der Atomkraftwerke.

Schwache Finanzlage und neue Belastungen?

Nach Teyssen sind nach den jüngsten Milliardenabschreibungen weiter böse Überraschungen ausgeschlossen. Die Aktionäre hätten „nichts Weiteres mehr zu befürchten“. Stattdessen sehe er „positive Tendenzen“ auf das Unternehmen zukommen. Dafür will er bis zu drei Milliarden Euro am Kapitalmarkt über Bonds aufnehmen. Zuvor hatte der Konzern acht Jahre lang kein Geld am Anleihemarkt aufgenommen. Erst Mitte März hatte der Konzern neue Aktien ausgegeben und eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Sowohl Moody’s als auch Standard & Poor’s hatten die Kreditwürdigkeit des Konzerns herabgestuft.

Der Konzern plant zudem ein weiteres Sparprogramm umzusetzen, das den Namen „Phönix“ trägt. Die jährlichen Kosten will Teyssen um 400 Millionen Euro senken und dafür bis zu 1.500 Stellen abbauen. Betroffen vom Stellenabbau soll vor allem die Zentrale in Essen und Auslandsstandorte sein.

Für Bedenken gilt jedoch die geringe Eigenkapitalquote, die der Konzern ohnehin schon aufweist – auch ohne zusätzliche Gelder. Nur zwei Prozent stellen mit Abstand den schlechtesten Wert im DAX dar. Dass der Konzern nur noch aufgerundete 1,3 Milliarden Eigenkapital aufbringen kann, liegt dabei vor alle man Abschreibungen auf die Kohle- und Gaskraftwerke, die nun zu Uniper gehören. Zudem ist der freie Barmittelzufluss negativ. Die Herausforderungen in den nächsten Jahren werden jedoch nicht kleiner werden. Der geplante Automausstieg bis 2022 wird weiter Einbußen und Mehrkosten mit sich bringen. Alleine E.ON soll zehn Milliarden Euro in einen öffentlichen Fonds einzahlen, der die Lagerung des Atommülls übernimmt. Zudem muss der Konzern seine drei Atomkraftwerke zurückbauen. Um dies zu finanzieren, will der Konzern unter anderem die verbliebenen 47 Prozent Anteile, die der Konzern derzeit noch an Uniper hält, veräußern.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

E.ON-Aktie: Kaufen, halten oder verkaufen? Die Prognose zur Aktienentwicklung

Trotz der durchaus problematischen Finanzlage sehen viele Analysten die Aktie von E.ON derzeit eher positiv. Von 24 Analysten empfehlen 10 den Kauf, 11 das Halten der E.ON-Aktie und nur drei den Verkauf.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Société Générale Group halten 7,80 Euro
Commerzbank AG halten 7,20 Euro
Kepler Cheuvreux halten 8 Euro
Morgan Stanley halten 7,30 Euro
Goldman Sachs Group Inc. kaufen 8,70 Euro
Merryl Lynch & Co., Inc. halten 7,50 Euro
Deutsche Bank AG kaufen 8 Euro
Independent Research GmbH halten 7,10 Euro
Macquarie Research kaufen 7,50 Euro
DZ BANK verkaufen k. A.
HSBC halten 6,70 Euro
JP Morgan Chase & Co. kaufen 7,75 Euro
S & P Capital IQ kaufen 8 Euro

 

Damit sind die Analysen derzeit deutlich positiver als sie noch vor einem halben oder ganzen Jahr waren. Das durchschnittliche Kursziel liegt rund 5,5 Prozent über dem aktuellen Kurs der E.ON Aktie.

Die Fundamentalanalyse von theScreener.com ergibt eine starke Unterbewertung. Das Verhältnis zwischen Wachstum und geschätzter Dividende zum KGV ergibt einen Discount von mehr als 40 Prozent. Dabei liegt ein langfristiges Wachstum von 11,26 Prozent und ein erwartetes KGV von 9,76 zugrunde.

Jetzt E.ON Aktie bei den besten Brokern kaufen

Kritik am Energiekonzern

Der Konzern ist im November 2014 in die Kritik geraten, als durch Luxemburg-Leaks bekannt wurde, wie E.ON weltweit steuern spart. Vor allem in Großbritannien, Schweden und den USA zahlte E.ON kaum Steuern, was unter anderem durch Finanzierungsgeschäfte über Luxemburg und Offshore-Gesellschaften möglich wurde.

Zudem wurde der Konzern zusammen mit dem französischen Energie-Versorger GdF Suez wegen illegaler Preisabsprachen von der EU-Kommission 2009 zu einem Bußgeld von 1,1 Milliarden Euro verurteilt. Beide sollen 20 Jahre lang Gasmärkte unter sich aufgeteilt haben.

Insgesamt hält sich die Kritik an E.ON also durchaus in Grenzen. Größere Skandale musste der Konzern bislang nicht über sich ergehen lassen.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

E.ON als eine der besten Dividenden-Aktien

Die Dividendenrendite der E.ON-Aktie war ohne Frage einer der großen Pluspunkte, die Aktionäre in den wechselhaften Geschäftszahlen ausmachen konnten. Der Konzern hat seit 2000 immer eine Dividende gezahlt, die mehr als 2,7 Prozent Dividendenrendite bedeutete. Nur dreimal lag die Rendite dabei unter 3,1 Prozent, viermal sogar über 6 Prozent. Die E.ON-Aktie zeichnet sich so als einer der DAX-Titel aus, die am Besten für eine Dividendenstrategie geeignet sind.

Auch 2016 hat sich der Konzern trotz Rekordverlust nicht knauserig gezeigt und eine Dividende von 0,21 Euro je Aktie gezahlt. Damit kürzte der Konzern zwar im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 58 Prozent, eine Dividendenrendite von knapp drei Prozent in einem Verlustjahr ist jedoch unter DAX-Unternehmen alles andere als Standard. Marktbeobachter gehen zudem davon aus, dass der Konzern die Dividende im nächsten Jahr wieder um 45 Prozent anhebt und dann dreißig Cent je Aktei ausschüttet, was einer Ausschüttungsquote zwischen 50 und 60 Prozent des Konzernüberschusses entsprechen soll.

E.ON zählt damit zu den besten Dividendenaktien, die der DAX derzeit zu bieten hat.

Jetzt E.ON Aktie bei den besten Brokern kaufen

Wichtige Konkurrenten des Konzerns

Konkurrenz ergibt sich sowohl auf dem nationalen als auch internationalen Markt. Hierzulande gilt RWE als alter Rivale und auch ENBW zählt zu den größeren Energieversorgern auf dem Markt.. Doch auch kleinere Unternehmen wie Ista machen dem Unternehmen Kunden abspenstig. Auf dem europäischen Markt sind Energieunternehmen wie Enovo,EDF Energie, ENGIE, ENEL, Iberdrola, Vattenfall, Fortum und Verbund. Auch die GDF Suez, mit dem der Konzern jahrelang den Markt aufgeteilt haben soll, gilt als harter Konkurrent in Westeuropa.

Wichtige Partnerschaften und Kooperationen

Als globaler Konzern sucht sich E.ON Partner aus verschiedenen Bereichen und auf der gesamten Welt. So hat E.ON mit Master ein Joint Venture gegründet, bei dem Projekt zur CO2-Vermediung entwickelt werden sollen. Im Bereich der Nachwuchsrekrutierung arbeitet E.ON mit Femtec, AIESEC, careerloft, Bookboon, der RWTH Aachen und Sachen Machen zusammen.

Der Konzern richtet sein Angebot auch auf die Zukunft aus und hat aufgrund der zunehmenden Digitalisierung verschiedene StartUps finanziell unterstützt. Mit Viessmann soll zudem die Modernisierung des Heizungsmarktes gefördert werden.

Der Konzern war lange als Kunstförderer tätig, allerdings hat er angekündigt, die Förderung des Museum Kunstpalast einzustellen, den es zuvor jahrelang unterstützt hatte. Grund dafür ist neben der wirtschaftlichen Situation des Konzerns auch der Weggang von E.ON aus Düsseldorf.

Zusammen mit Sky bietet der Konzern derzeit ein Sky Jahresabo kostenfrei zu abgeschlossenen Stromverträgen an.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Stärke von E.ON verbesserungsfähig

Die Stärke der Marke E.ON bleibt im Vergleich hinter vielen anderen Konkurrenten zurück. Der Konzern schafft es bei Interbrand bei den letzten Erhebungen nicht einmal unter die Top 50 der deutschen Marken, was für ein DAX-Unternehmen ein schlechtes Abschneiden ist. The Brand Ticker von Spirits for Brands schätzt den Markenwert des Unternehmens im Jahr 2015 immerhin auf 954 Millionen Euro. Dabei war der Wert überraschend gestiegen. Trotz Verfall der E.ON-Aktie und der Strompreise konnte der Konzern um 18 Prozent zulegen. Derzeit hat sich der gute Eindruck jedoch wieder relativiert. Ende März 2017 schätzt das Unternehmen den Wert nur noch auf 650 Millionen Euro.

Fazit: E.ON mit niedrigem Rating aber guten Prognosen

Auch wenn E.ON derzeit fraglos nicht der finanzkräftigste Energiekonzern ist, gilt die E.ON Aktie unter Analysten dennoch nicht als Wertpapier, das keinen Platz im Depot findet. Während Standard & Poor’s mit einem Rating von BBB und Moody’s mit Baa2 eher zur Vorsicht raten, empfiehlt ein Großteil der Analysten, die E.ON Aktie zu kaufen oder zumindest zu halten. Grund dafür ist nicht nur, dass der Konzern sich von vielen seiner Altlasten befreit hat, sondern auch dass er sich traditionell als großzügiger Dividendenzahler auszahlt und die Ausschüttung auch im neuen Jahr wieder erhöht werden soll.

Dennoch sollten Anleger die Herausforderungen, die durch den Atomausstieg auf den Konzern zukommen, im Blick behalten.

Jetzt E.ON Aktie bei den besten Brokern kaufen
  • Finden Sie den günstigsten Depotanbieter:

    Ordervolumen
    Euro
    Order pro Jahr:
    Order
    Anteil Order über Internet:
    Durchschnittl. Depotvolumen:
    Euro
  • Top 5 Aktien Broker