Geld anlegen 2018

Geld anlegen 2018 ist von zwei Entwicklungen geprägt. Die eine sind die niedrigen Zinsen. Die andere sind, fast lehrbuchmäßig, die daraus folgenden Preisexplosionen bei Immobilien und Aktien. Jetzt noch investieren kann gefährlich sein, schon macht das Schlagwort „Milchmädchenhausse“ die Runde. Was tun?

Das Wichtigste im Überblick

  • Trotz Niedrigzinsen gehören Bankguthaben mit zum Portfolio
  • Breite Streuung bleibt wichtig
  • Sparpläne helfen beim Einstieg in den Aktienmarkt
  • ETFs sorgen für breite Streuung
  • Robo Advisor als Alternative zum ETF

Die Lage 2018

Die Ökonomen haben spätestens seit der Finanzkrise 2008 einen schweren Stand. Doch aktuell verhält sich der Markt genau so, wie es ihre Theorie vorhersagt. Die niedrigen Zinsen haben dazu geführt, dass Anleger ihr Geld in andere Anlageformen umgeschichtet haben, vor allem in Aktien und Immobilien. Entsprechend sind die Preise in beiden Bereichen deutlich gestiegen.

Sollten die Zinsen wieder steigen, darf man eine entsprechende Kursanpassung erwarten. Allerdings halten viele Banken das aktuell für unwahrscheinlich. Versicherer und Pensionsfonds haben sich in der jüngeren Vergangenheit mit großen Positionen langlaufender, niedrig verzinster Bundesanleihen eingedeckt. Selbst solche mit 30 Jahren Laufzeit werfen aktuell kaum Zinsen ab – und werden trotzdem gekauft. Offenbar rechnen die Käufer nicht mit einem starken Zinsanstieg in diesem Zeitraum.

Denkbar natürlich, dass sie einfach keine anderen Alternativen haben. Denkbar auch, dass die Analysten sich irren. Doch größere Gefahr droht der Börse aktuell aus einer anderen Richtung. Es sind die politischen Krisen, die im Zusammenspiel mit der hohen Bewertung von Aktien einen deutlichen Kurseinbruch auslösen könnten.

Das Lehrbuch empfiehlt für so einen Fall den Kauf von Gold. Bisher entwickelt sich der Preis des Edelmetalls aber für die Anlege unbefriedigend.

Geld anlegen 2018: Gold

Der Rückgang des Goldkurses muss für Anleger kein Grund sein, von dem Edelmetall die Finger zu lassen. Ganz im Gegenteil, wer 2011 beim Höchststand mit einem Preis von über 1.800 US-Dollar einstieg, der musste einen Kursverlust von teilweise mehr als einem Drittel verkraften. Wer dagegen vor genau 20 Jahren, nach einem lang dauernden Kursrückgang, bei einem Kurs von rund 300 US-Dollar kauft, der musste bis 1999 zwar noch Verluste von etwa einem Sechstel hinnehmen, hat sein Kapital bis Mitte 2018 aber mehr als Vervierfacht. Ein Gewinn von mehr als 7 Prozent pro Jahr.

Dazu muss niemand Gold kaufen, besser sind börsengehandelte Rohstoffe, sogenannte ETCs. Beispielsweise der EUWAX Gold ETC (WKN: EWG0LD).

Allerdings wurde die Renaissance von Gold schon oft beschworen, trotzdem kommt der Kurs seit Ende 2013 kaum vom Fleck. Eine Alternative sind Goldminenaktien. Damit lässt sich auch bei einem Seitwärtstrend Geld verdienen. Dafür drohen zusätzliche Risiken, beispielsweise durch Fehlinvestitionen, Verstaatlichungen oder politische Krisen in den Förderländern. Besser als Einzelaktien ist deshalb ein Goldminen-ETF, beispielsweise der L&G Gold Mining UCITS ETF USD Acc. ETF (WKN: A0Q8NC).

Geld anlegen 2018: Bitcoin

Als Alternative zu Gold sehen viele Anleger Bitcoins. Auch sie sind dem Einfluss der Zentralbanken entzogen – anders als Guthaben in US-Dollar oder Euro. Sie lassen sich sogar daheim auf dem eigenen Rechner lagern, ähnlich wie man Goldmünzen in den Keller legen kann.

Allerdings ist der Bitcoin im Jahr 2018 teilweise deutlich gefallen. Außerdem kommen ständig neue Kryptowährungen hinzu, allein der Bitcoin bekam 2017 mit Bitcoin Cash und Bitcoin Gold zwei Geschwister, die heute eigene Wege gehen.

Attraktiv ist der Bitcoin vor allem für spekulativ eingestellte Anleger. Wer kurzfristig traden will, der kann auch ein Differenzkontrakt (CFD) auf die Kryptowährung bei Brokern wie Plus500 kaufen.

Geld anlegen 2018: Immobilien

In unsicheren Zeiten greifen viele Anleger gerne zu „Betongold“, also Immobilien. Allerdings sind auch diese mittlerweile so teuer, dass Kurskorrekturen wahrscheinlich sind. Hinzu kommen bei Mietwohnungen politische Risiken, beispielsweise durch Mietpreisregulierung, Sondersteuern oder gar Verstaatlichungen.

Gerade die klassische Mietwohnung ist deshalb riskanter als viele annehmen. Zumal man dort viel Kapital in ein einziges Investment steckt. Was, wenn Mietnomaden die Wohnung „runterwohnen“? Oder wenn das Viertel zur „No-Go-Area“ wird? Bisher gibt es solche Gebiete in Deutschland kaum, ganz ausschließen kann man eine solche Entwicklung aber nie.

Besser sind deshalb Immobilienfonds oder Aktien von Immobilienunternehmen. Mit Vonovia ist eines sogar im DAX vertreten, im MDAX tummeln sich gleich eine ganze Reihe solcher Unternehmen. Wer ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt sollte aber bedenken, dass er bereits viel Kapital in Immobilien investiert hat.

Geld anlegen 2018: Aktien

Als langfristiges Investment sind Aktien nach wie vor eine der besten Anlageformen. Anders als bei Gold oder Bitcoins wird mit dem Geld „gearbeitet“. Es wird investiert und im Regelfall wird tatsächlich ein Mehrwert geschaffen.

Allerdings kann bei Aktien gerade deshalb auch einiges schief gehen. Wenn die Manager des Unternehmens aufs falsche Pferd gesetzt haben, ist das Geld verloren. Deshalb ist eine breite Streuung wichtig. Am einfachsten erreicht man die mit börsengehandelten Fonds, sogenannten ETFs. Meist handelt es sich dabei um Indexfonds, die nur passiv einen Index wie den DAX oder den Dow Jones abbilden. Das spart Kosten und sorgt dafür, dass man zwar den Index nicht übertreffen kann, aber auch nicht deutlich schlechter abschneiden wird.

Zur Streuung gehört aber auch das Verteilen des Kapitals auf verschiedene Länder. Gut geht das mit dem MSCI World All Countries Index. Er enthält Firmen aus nahezu allen Industrie- und Schwellenländern. Abrunden lässt sich das dann durch die gezielte Investition in einzelne Branchen und Regionen. Beispielsweise in aufstrebende Entwicklungsländer, die sogenannten Grenzmärkte oder Frontier Markets. Oder gezielt in Technologieaktien.

Geld anlegen 2018: Robo Advisor

Wer sich nicht selbst ein Depot zusammenstellen will, der kann das aber auch einen Algorithmus erledigen lassen, einen sogenannten Robo Advisor. Anders als in Büchern wie „Angst“ von Robert Harris sucht der Computer aber nicht mit Hilfe künstlicher Intelligenz nach besonders lukrativen Aktien, sondern versucht das Risiko einerseits zu streuen und andererseits dem Wunsch des Anlegers anzupassen. Dazu werden dem Depot neben Aktien-ETFs auch Anleihen hinzugefügt.

Diese automatisierte Vermögensverwaltung ist der einfachste Weg sein Kapital anzulegen und auch schon mit wenig Geld möglich. Viele Firmen verlangen zwar eine Mindestinvestition von 10.000,- Euro, es gibt aber auch Ausnahmen. Easyfolios mit einem Aktienanteil von 30, 50 oder 70 Prozent lassen sich einfach an der Börse kaufen und ins Depot legen. Es handelt sich also streng genommen um einen börsengehandelten Dachfonds.

Ein echtes Robo Advisor Depot schon ab 3.000,- Euro bietet aktuell Comdirect mit dem Cominvest Depot. Hier können Kunden außerdem wählen, ob der Algorithmus – unterstützt von einem Team aus Vermögensverwaltern – die Anlageentscheidungen automatisch umsetzt oder erst dem Kunden vorlegt.

Sparplan

Aber was ist mit der aktuellen hohen Bewertung von Aktien? Eine deutliche Kurskorrektur kann aktuell niemand ausschließen. Allerdings ist auch eine moderate Aufwärtsbewegung weiterhin vorstellbar. Der hohe Stand des DAX führt nämlich in die Irre, da es sich bei dem Index um einen Performance-Index handelt. Dabei werden auch Dividendenzahlungen berücksichtigt. Allerdings veröffentlich die Deutsche Börse auch einen Kursindex, der –  ähnlich wie beim Dow Jones oder auch beim deutschen FAZ-Index – nur die reine Kursentwicklung betrachtet. Dieser lag am Ende des dritten Quartals 2018 nicht nur niedriger als bei seinem Höchststand 2015, sondern auch niedriger als im Jahr 2000. Freilich folgte beide Male eine mehr oder weniger deutliche Korrektur.

Somit ist aktuell alles offen. Der Aufschwung kann noch einige Zeit weiter gehen – oder es folgt eine deutliche Kurskorrektur. Auch die Experten wissen es nicht.

Eine gute Kompromisslösung ist ein Sparplan. Dabei zahlen Kunden monatlich oder quartalsweise einen festen Betrag in einen ETF oder ein Robo Advisor Depot ein. So streuen Kunden das Einstiegsrisiko. Bleibt die große Korrektur aus, machen Anleger mit dem investierten Geld gute Gewinne, wenngleich weniger als sie mit einer großen Investition gleich zu Beginn der Laufzeit gemacht hätten. Sollte es dagegen zum Börsenkrach kommen, ist nur ein Teil des Geldes betroffen. Mit dem übrigen kann man dann die niedrigen Kurse nutzen und besonders günstig Aktien kaufen.

Geld anlegen 2018: Verzinsliche Geldanlagen

Auch im Jahr 2018 und angesichts der Niedrigzinsen gehören festverzinsliche Geldanlagen aber mit ins Portfolio. Zunächst einmal schon deshalb, weil jeder ein bisschen Geld für kurzfristige Ausgaben bereithalten sollte, beispielsweise für den Jahresurlaub, ein neues Fahrrad oder einen neuen Computer. Das Geld muss kurzfristig verfügbar sein, also am besten in Form von Tagesgeld angelegt werden, auch wenn das kaum noch Zinsen bringt.

Wer ein Auto oder ein Haus besitzt, braucht noch etwas höhere Rücklagen. Hier bietet sich ein Zuwachssparen an. Denn das Geld ist dann mit einer Frist von drei Monaten verfügbar, bringt aber höhere Zinsen als Tagesgeld. Und wenn es nicht benötigt wird, steigen die Zinsen von Jahr zu Jahr.

Festgelder und Sparbriefe sind dagegen aktuell nur wenig attraktiv. Selbst bei zehn Jahren Laufzeit liegen die Zinsen unter der erwarteten Inflationsrate. Wer einen Robo Advisor nutzt, kann dort einen Teil in Anleihen investieren lassen, er braucht damit kein Festgeld mehr, sondern nur ein Tagesgeld für kurzfristige Ausgaben. Für andere Anleger kommen entweder Anleihen-ETFs in Frage oder das bereits erwähnte Wachstumssparen. Das bringt zwar weniger Zinsen als Festgeld, es kann bei einem Zinsanstieg aber einfach gekündigt werden. Nur wer auch mittelfristig keine Zinswende erwartet, sollte noch zu Festgeldern greifen.

Geld anlegen 2018: Bei welcher Bank?

Welche gute und günstige Bank bietet sowohl einen guten Robo Advisor als auch ein gutes Depot, Tagesgelder und Wachstumssparen? Leider keine. Wer kein Interesse an einem Robo Advisor hat beziehungsweise dessen Dienste über einen Dachfonds wie die Easyfolios nutzen will, dem bietet die DKB ein breites Dienstleistungsspektrum mit Tagesgeld, Wachstumssparen und Depot. Dann sollte man auch gleich sein Girokonto umziehen, denn die Bank bietet die Möglichkeit, mit der kostenlosen VISA-Karte bei fast allen Banken gebührenfrei Geld abzuheben.

Dagegen bietet Comdirect mit dem Cominvest Depot einen attraktiven Robo Advisor schon ab 3.000,- Euro und mit Sparplaneinzahlungen ab 100,- Euro. Die Bank hat zwar kein Wachstumssparen im Angebot, aber der Robo Advisor investiert einen Teil des Geldes auch in Anleihen. Und Rücklagen für Notfälle kann man auch auf dem Tagesgeldkonto parken. Denn der Zinssatz des Wachstumssparens der DKB liegt zwar schon im ersten Jahr fünfmal so hoch wie der des Tagesgeldes bei der gleichen Bank, aber bei einer Investition von 1.000,- Euro beträgt der Unterschied im Zinsertrag gerade mal 0,80 Euro. Fünf Mal fast nichts ist eben immer noch wenig.

Wer aber auch auf den geringen Unterschied nicht verzichten will, kann natürlich auch zwei Konten eröffnen.

Fazit

Geld anlegen 2018, das heißt mit Unsicherheit leben. Die Zinsen sind niedrig und Immobilienpreise und Börsenkurse so hoch, dass eine Korrektur nicht unwahrscheinlich ist. Alte Tugenden sind deshalb jetzt besonders gefragt, beispielsweise die breite Streuung des Vermögens. Das gilt nicht nur für die Verteilung auf verschiedene Anlageklassen. Aktien sollten in verschiedene Unternehmen und Regionen investiert werden, am einfachsten über einen ETF. Und das Einstiegsrisiko lässt sich über einen Sparplan gut streuen. Wer möglichst wenig Arbeit haben will, der nutzt am besten einen Robo Advisor wie beim Cominvest Depot der Comdirect Bank. Und eine weitere Tugend sollten Anleger beherzigen: Im Falle einer Kurskorrektur nicht panisch verkaufen, sondern auf den nächsten Aufschwung warten.

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