HeidelbergCement Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

HeidelbergCement ist einer der größten Baustoffkonzerne der Welt und kann vor allem bei Zuschlagstoffen, Zement und Transportbeton eine führende Marktposition verbuchen. Durch die Italcementi-Übernahme wurde der Konzern weiter gestärkt, jedoch auch vor neue Herausforderungen gestellt. Die Analysten sind bei der HeidelbergCement-Aktie auch deswegen zwiegespalten.

Die HeidelbergCement-Aktie in der der Übersicht

Die HeidelbergCement Aktie kann unter der Wertpapierkennnummer 605700 und der ISIN DE0006047004 gehandelt werden. Das deutsche Symbol ist HEI. Die Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index
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Die HeidelbergCement-Aktie befindet sich seit 2010 im DAX und löste die Salzgitter AG ab. Derzeit ist der Konzern mit 1,34 Prozent im deutschen Leitindex gewichtet und zählt somit zu den sieben DAX-Titeln mit dem geringsten Einfluss.

Auf dem Markt existieren knapp 200 Millionen Aktien der HeidelbergCement, die insgesamt eine Marktkapitalisierung von knapp 17,5 Milliarden Euro erreicht. 71,6 Prozent der Aktie befinden sich im Streubesitz. Großaktionär ist die VEMOS 2 Beteiligung GmbH (Zossen), der mehr als ein Viertel der Aktien gehört.

Der Konzern hat 2016 eine Dividende in Höhe von 1,60 Euro je HeidelbergCement-Aktie gezahlt. Dies entspricht einer Dividendenrendite von 1,80 Euro.

So präsentiert sich das Unternehmen HeidelbergCement auf seiner Webseite

So präsentiert sich das Unternehmen HeidelbergCement auf seiner Webseite

Fakten und Zahlen zum Unternehmen

HeidelbergCement wurde bereits 1874 gegründet und hat seinen Sitz in Heidelberg. Rund 60.000 Mitarbeiter unterstehen der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Bernd Scheifele (seit 2005) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Fritz-Jürgen Heckmann. Der Konzern ist an rund 3.000 Standorten in über 60 Ländern vertreten.

2016 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro und einen Gewinn (nach Steuern) von 706 Millionen Euro verbuchen. Der Konzern verfügt unter anderem über:

  • 8 Zementwerke
  • 3 Mahlwerke
  • 36 Werke für Zuschlagstoffe
  • 4 Asphalt-Werke
  • 220 Transportbetonwerke
  • 14 Kalksandsteinwerke
  • 32 Werke für Betonprodukte

Jahrhundertealte Tradition des Zementfabrikanten

HeidelbergCement hat seine Ursprünge in der Bergheimer Mühle, die im Januar 1873 von Johann Philipp Schifferdecker erworben und zu einer Zementfabrik umfunktioniert wurde. 1874 wurde das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen, im Folgejahr begann die Zementproduktion. Nachdem das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, expandierte es stark und eröffnete weitere Zementfabriken. Es eröffnete die Materialseilbahn Leimen-Nußloch, um das Werk mit Kalkstein zu versorgen und erwarb mehrere weitere Zementfabriken und Steinbrüchen. Fusionen erweiterten den Konzern, der nun auf den Namen „Portland-Zementwerke Heidelberg Aktiengesellschaft“ hörte. 1959 wurde die Produktpalette um Transportbeton ergänzt, 1977 folgte der Schritt nach Nordamerika. Ab 1978 heißt der Konzern Heidelberger Zement Aktiengesellschaft. Der Konzern übernimmt die belgische S.A. Cimenteries CBR zwischen 1993 und 1999 und erwirbt anschließend auch den schwedischen Baustoffhersteller Scancem. 2001 erfolgt die Übernahme der indonesischen Indocement mithilfe der WestLB. Im Folgejahr wird der Konzern in HeidelbergCement umbenannt.

2005 übernahm der deutsche Unternehmer Adolf Merckle die Kontrolle des Betonherstellers und setzte Bernd Scheifele als Vorstandsvorsitzende ein. Der Konzern arbeitete weiter an der Vormachtstellung auf dem Weltmarkt und erwarb in den Folgejahren die Bukhtarma Cement Company, den britischen Baustoffkonzern Hanson (2007), CJSC Construction Materials (2013) und Italcementi (2016).

Die Übernahme Hanson war zu diesem Zeitpunkt die größte Übernahme im Baustoffsektor und gelang nur durch den Verkauf von Maxit und der Anteile an Vicat.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

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HeidelbergCement nach der Italcementi-Übernahme mit Optimismus

2016 endete wetterbedingt für die Heidelberger außergewöhnlich schwach. Dennoch konnte der Konzern die Umsatzerlöse um 12,6 Prozent und das operative Ergebnis um 17 Prozent steigern. Leider gelang dies mit dem Gewinn nach Steuern nicht. Hier verlor der Konzern 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und konnte nur noch 706 Millionen Euro verbuchen. Die Nettoverschuldung stieg auf knapp neun Milliarden Euro zum Vergleich von 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Allerdings sind die Geschäftszahlen ohnehin nur schlecht mit dem Vorjahr zu vergleichen, da die Italcementi-Übernahme natürlich großen Einfluss hatte. Die Zahlen blieben dennoch licht hinter den Erwartungen und Prognosen zurück.

Die EU-Kommission scheint die geplante Übernahme vom Cemex Croatia durch HeidelbergCement und Schwenk wohl aufgrund von Bedenken über den dann eingeschränkten Wettbewerb nicht zu erlauben.

Doch auch so möchte der Konzern zwischen fünf und zehn Prozent wachsen. Scheifele rechnet aufgrund von Infrastrukturausgaben in den USA mit einem Anstieg. Auch West- und Südeuropa sollen sich gut entwickeln.

Im Fokus soll 2017 die Integrierung von Italcementi stehen. Der Personalabbau schreitet bereits schnell voran, als vermutet. Einsparungen in Höhe von 150 Millionen Euro jährlich führen dazu, dass Scheifele das Synergieziel auf 470 Millionen Euro erhöhte.

Gefahr geht im laufenden Jahr jedoch von höheren Ölpreisen, steigender Inflation und geopolitischen Risiken aus. Von Letzterem ist HeidelbergCement vor allem in der Ukraine und auch in der Türkei betroffen. Der Konzern senkt deswegen seit Jahren seine Kosten, um wachsenden Druck durch Energiekosten entgegenzuwirken. Zudem rechnet der Konzern mit einer weiterhin sinkenden Nachfrage in China.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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HeidelbergCement Aktie: Kaufen, verkaufen oder halten? Analysten sind zwiegespalten

Die Analysten sind sich bei der HeidelbergCement-Aktie alles andere als einig. Von aktuell 20 Analysten raten acht zum Kauf, sechs zum Verkauf und sechs zum Halten der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 90 Euro und somit nur leicht über dem aktuellen Kurs der HeidelbergCement-Aktie.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Deutsche Bank AG halten 89 Euro
Société Générale Group verkaufen 78 Euro
Bernstein Research kaufen 100 Euro
DZ BANK kaufen o. A.
JP Morgan Chase & Co halten 87 Euro
Commerzbank AG verkaufen 79 Euro
Barclays Capital verkaufen 78 Euro
Kepler Cheuvreux verkaufen 78 Euro
BNP PARIBAS kaufen 108 Euro
Independent Research GmbH halten 103 Euro

 

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Analyst Manish Beria von der Société Générale begründet seine Verkaufsempfehlung damit, dass die Markterwartungen für das operative Ergebnis 2017 zu optimistisch seien.

So viel Uneinigkeit ist vergleichsweise ungewöhnlich. Die Fundamentalanalyse von TheScreener sieht die Entwicklung hingegen eher positiv. Demnach ist die Aktie leicht unterbewertet. Allerdings ist der LT Growth derzeit nicht aussagekräftig. Das erwartete KGV für 2018 beträgt 9,98 und würde sich somit halbieren.

Kritik vor allem von Anwohnenden

HeidelbergCement baut über sein Tochterunternehmen Indocement eine Zementfabrik auf Java. Ziel ist es, das Kendeng-Gebirge zu erschließen. Allerdings protestiert die dort lebende Bevölkerung gegen die Pläne. Unter anderem werden dem Konzern Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung vorgeworfen.

Auch im Westjordanland hatte HeidelbergCement mit seiner Tochter Hanson Israel Probleme mit der Bevölkerung. Der Vorwurf lautete, dass der Steinbruch Nahal Raba völkerrechtswidrig ausgebeutet werden würde, da die Bodenschätze nach Israel gebracht würden, sodass Palästinenser nicht davon profitieren könnten. Die Klage wurde allerdings vom Obersten Gerichtshof zurückgewiesen.

Einen Fauxpas erlaubte sich der Vorstandsvorsitzende Scheifele, als er im November 2016 erklärte, die Wahl Donald Trumps werde sich positiv auf das Geschäft auswirken, da vor allem die von Trump geplante Mauer zwischen Mexiko und den USA „nicht aus Holz […], sondern aus Zement“ gebaut werden würde.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

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Zuverlässige, aber keine all zu hohe Dividende

HeidelbergCement konnte in den letzten Jahren den Ruf etablieren, ein zuverlässiger Dividendenzahler zu sein. Nur 2002 mussten Aktionäre ohne Dividende auskommen.

Der Konzern erhöhte die Dividende 2016 zum siebten Mal in Folge. Obwohl es 2016 deutlich schlechter lief, als erwartet, konnten sich Aktionäre um eine Erhöhung von 1,30 Euro auf 1,60 Euro jede HeidelbergCement-Aktie freuen. Im Vorjahr steigerte der Konzern die Dividende sogar von 75 Cent auf 1,30 Euro je Aktie.

Die Dividendenrendite ist allerdings eher gering. Im Durchschnitt belohnt der Konzern Aktionäre mit 1,3 Prozent Dividendenrendite. Es gibt durchaus großzügigere Unternehmen im DAX, allerdings ist HeidelbergCement ein relativ zuverlässiger Dividendenzahler und somit natürlich für alle Anleger geeignet, die eine Dividendenstrategie verfolgen.

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Diese Alternativen zu HeidelbergCement gibt es

Da die HeidelbergCement AG inzwischen auf der gesamten Welt aktiv ist, ist die Konkurrenz sehr international durchmischt. Als Alternativen zur HeidelbergCement-Aktie kommen die folgenden infrage:

  • Buzzi Unicem
  • Cemex
  • Lafarge
  • Mühl ProductService und Thüringer Baustoffhandel
  • Philipp Holzmann
  • STEICO
  • Taiheiyo Cement
  • Vinci

Wichtige Partner des Zementherstellers

Der Konzern kooperiert vor allem bei Übernahmen und im Ausland mit verschiedenen Partnern. So führt der Konzern gemeinsam mit Schwenk ein ungarisches Joint Venture namens Duna Drava Cement. In der Türkei ist es an einem Joint Venture am Baustoff-Marktführer Sabanci Holding beteiligt. Hinzu kommen unzählige Verflechtungen mit Zulieferern und als Zulieferer.

Der Konzern engagiert sich auch im Umweltschutz. Er kooperiert derzeit mit:

  • Bird Life International
  • Branchenübergreifende Initiative Biodiversity in Good Company (Gründungsmitglied)
  • NABU Baden-Württemberg
  • Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV)
  • Geo Naturpark Bergstraße-Odenwald
  • Geopark Schwäbische Alb

Möglicherweise ist diese umfangreiche Kooperation mit Umweltschutzorganisationen auch der Tatsache geschuldet, dass der Konzern im Ausland durchaus für mangelnden Umweltschutz kritisiert wurde. Das Unternehmen hat in jedem Fall „Grün“ in seinen Slogan aufgenommen und liefert im Einklang damit gleich eine ganze Liste an Umweltschutzprojekten nach.

Auch soziales Engagement ist Teil des Unternehmenskonzept. Der Konzern hat eine Bildungsinitiative für Grund- Haupt- Realschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen unter dem Namen KIS gestartet.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

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Marke alles andere als bekannt

HeidelbergCement ist in der Branche natürlich als einer der größten Baustoffkonzerne der Welt außerordentlich bekannt. Dies gilt allerdings nicht für die breitere Öffentlichkeit. Privatkunden können den Namen üblicherweise nicht zuordnen. Dementsprechend findet der Konzern bei den relevanten Rankings natürlich auch keine Erwähnung.

Fazit: Aktie von HeidelbergCement unter bestimmten Voraussetzungen empfehlenswert

Die HeidelbergCement-Aktie wird von Analysten nicht einstimmig empfohlen. Stattdessen rät rund die Hälfte zur Vorsicht, obwohl der Konzern eigentlich optimistisch in die nähere Zukunft blickt und auch mit der Integration von Italcementi gut vorankommt. Aktionäre können sich zudem über eine attraktive Dividende freuen, die zwar üblicherweise nicht all zu hoch ist, stattdessen jedoch mit Regelmäßigkeit und konsequenter Steigerung zu überzeugen weiß.

Die weltweite Nummer 3 bei der Produktionsmenge in Bezug auf Zement gilt als ein wertebewusstes und traditionelles Unternehmen, das solides Wachstum kurzfristigen Erfolgen vorzieht. Dementsprechend kann sich die Aktie von HeidelbergCement für Privatanleger, die keine rasanten Kurssteigerungen voraussetzen, sondern lieber auf einen der Weltmarktführer mit langsamen Steigerungen vertrauen möchten, einen Platz im Aktiendepot ergattern. Derzeit sollten Anleger bei dem Investment ohnehin eher langfristige Ziele verfolgen. Für den kurz- bis mittelfristigen Erfolg sind die Prognosen der Analysten zu wenig erfolgsversprechend.

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