Ist Banx trotz fehlender Lizenz empfehlenswert?

Ist Banx trotz fehlender Lizenz empfehlenswert?

Banx ist ein Introducing Broker von Interactive Brokers, bietet also mehr oder weniger das gleiche Angebot. Dabei hat Banx jedoch einen wichtigen Vorteil und verlangt keinen Mindestumsatz. Dafür verzichtet der Broker auf eine Lizenz.

Welches Angebot bietet Banx?

Banx bietet ein sehr umfangreiches Angebot an verschiedenen Finanzinstrumenten. Der Broker bietet neben Aktien auch den Handel mit Optionen, Futures, Devisen und ETFs. Kunden haben Zugriff auf mehr als 100 unterschiedliche Börsenplätze in 24 Ländern. Darunter sind natürlich die für deutsche Anleger sehr wichtigen deutschen Handelsplätze wie die Frankfurter Wertpapierbörse, Xetra oder auch Tradegate und Chi-X. Darüber hinaus stehen auch die wichtigsten europäischen Börsen zur Auswahl. Ergänzt wird das Angebot durch Handelsplätze in den USA, Kanada und Mexiko sowie Australien, Hongkong, Japan und Singapur.

Banx bietet mehr als eine Million Finanzprodukte verfügt aber über keine Lizenz.

Banx bietet mehr als eine Million Finanzprodukte aber keine Lizenz.

Wie teuer ist Banx?

Banx verfügt in sehr vielen Fällen über eine sehr niedrige Kostenstruktur, die allerdings nach oben teilweise nur sehr spät oder sogar gar nicht begrenzt ist. So sind beispielsweise über Xetra Ordergebühren von bis zu 99 Euro möglich. Dafür bietet Banx den Handel bereits ab 3,90 Euro je Trade an und nimmt 0,14 % des Handelswertes als Kommission. Mit Ausnahme von Deutschland und britischen Börsen gelten üblicherweise 0,12 % des Handelswertes als übliche Konditionen in Europa.

 Weitere Kostenbeispiele:

  • Chi-X: mindestens 5,50 Euro, maximal 39,00 Euro
  • Frankfurt: 4,90 Euro, keine Begrenzung nach oben
  • Italien und Frankreich: Minimum 5 Euro, Maximum 29 Euro
  • Niederlande, Spanien, Portugal, Norwegen: mindestens 5 Euro, keine Obergrenze
  • Schweiz: 15 CHF, keine Obergrenze (bei USD-denominierten Aktien: zwischen 8 und 42 USD)
Jetzt zum Angebot von BANX

In den USA und in Kanada beträgt die Kommission 0,01 USD je Aktie, dabei mindestens 3 Euro je Order und maximal 1 % des Handelswertes. Beim Handel an den asiatischen Märkten ist die Ordergebühr nie begrenzt. Mindestens müssen Trader 5 SGD, 500 JPY oder 25 HKD einplanen.

Das bedeutet in vielen Fällen, dass Anleger, die sehr große Volumen handeln, bei Banx möglicherweise mehr zahlen müssen als bei anderen Brokern, die die maximalen Orderkosten begrenzen. Auf der anderen Seite sind viele Anleger, die geringere bis durchschnittliche Volumen handeln, hier sehr im Vorteil. Die Kommissionen sind günstig; noch vorteilhafter ist die geringe Mindestgebühr.

Banx hat keine Lizenz, aber eine Einlagensicherung.

Einer der größten Schwächen ist mit Abstand die Tatsache, dass Banx nicht von einer Finanzaufsichtsbehörde reguliert wird. Das bedeutet für den Kunden, dass sie keinerlei Sicherheit darüber haben, dass der Broker EU-weiten Mindeststandards genügt, seine Kunden fair behandelt oder sich sonst durch Vertrauenswürdigkeit und Seriosität auszeichnet.

Das Angebot gehört eigentlich zur Interactive Brokers Group, die 1993 gegründet wurde. Inzwischen ist es der größte US-amerikanische Anbieter für elektronisches Brokerage und zudem einer der führenden Forex-Broker. Banx scheint ein Introducing Broker zu sein, der das Angebot des Konzerns nutzt und unter der eigenen Marke vertreibt.

Allerdings ist auch Interactive Brokers nicht unbedingt ein unbeschriebenes Blatt. Der Konzern wurde in den letzten Jahren mehrfach zu Strafen verurteilt, weil er Kunden in der ein oder anderen Form benachteiligt hat. Interactive Brokers selbst untersteht je nach Herkunft des Tochterunternehmens allerdings gleich mehreren Finanzaufsichtsbehörden. Teilweise wird der Broker durch die US Securities and Exchange Commission, teilweise auch durch die britische FCA reguliert. Inwiefern der Konzern auf Banx einwirken könnte und müsste, ist allerdings nicht ersichtlich und geht aus den Rechtsdokumenten auch nicht hervor. Vermutlich ist Interactive Brokers letztlich der Haupthandelspartner der Kunden.

Obwohl Banx nicht über eine Lizenz verfügt, sind die Partner von Finanzaufsichtsbehörden reguliert. Dies gilt sowohl für das Finanzdienstleitungsinstitut NFS (Netfonds Financial Service), das von der BaFin kontrolliert wird, als auch für Interactive Brokers UK. Dort wird das Depot des Kunden geführt. Die Einlagensicherung geht dabei über das gesetzlich geforderte Maß weit hinaus. Bareinlagen sind bis zu einer Million US-Dollar geschützt, Kundendepots sogar bis zu 30 Millionen Euro. Dafür werden die Einlagensicherungen der SIPC und Lloyd’s of London Insurers genutzt.

Die Handelsplattform von Banx

Für den Handel mit den von Banx angebotenen Finanzinstrumenten stehen mehrere Handelsplattformen bereit. Trader haben die Wahl zwischen:

  • Trader Workstation
  • MobileTrader
  • WebTrader
  • AgenaTrader
  • MetaTrader 4

Welche Handelsplattform für den jeweiligen Anleger am besten geeignet ist, hängt auch davon ab, wofür er sie benötigt. Für viele Privatanleger wird beispielsweise der WebTrader vollkommen ausreichend sein. Es handelt sich dabei um eine browserbasierte Handelsplattform, die alle wichtigen Funktionen anbietet und dabei volle Flexibilität gewährleistet. Außerdem sind die Ordertypen genauso umfangreich wie Nachrichten und Fundamentaldaten. Dabei bietet der WebTrader eine einfache Bedienung und Einsteigerfreundlichkeit, kann jedoch auch individualisiert werden.

Banx kann in Zusammenarbeit mit Interactive Brokers die Handelsplattform Trader Workstation 4.0 (TWS) anbieten, ohne dass dies mit Mehrkosten für den Trader verbunden wäre. Sie gilt als Konkurrent zu anderen bekannten Handelsplattformen wie beispielsweise NinjaTrader. Sie zeichnet sich dadurch aus, nach einer kurzen Einarbeitungszeit sehr leicht zu bedienen zu sein. Außerdem ermöglicht sie 1-Click-Trading und kann durch Zusatzmodule deutlich ergänzt werden. Auf diese Weise können auch professionelle Trader bei Banx glücklich werden.

Für die Trader Workstation werden zudem zahlreiche weitere Module angeboten. Booktrader, ChartTrader, SpreadTrader, ScaleTrader, BasketTrader oder OptionTrader erweitern die Handelsmöglichkeiten deutlich.

Trader, die noch mehr aus dem Angebot von Banx herausholen möchten, können dafür auch den AgenaTrader nutzen. Hier ist auch automatisierter Handel möglich. Allerdings ist dies mit Mehrkosten verbunden. Alle Forex-Trader werden sich über den MetaTrader 4 freuen, der die wohl häufigste und am leichtesten erweiterbare Handelsplattform darstellt.

Jetzt zum Angebot von BANX

Features des Brokers

Stolz ist Banx auch darauf, SmartRouting anzubieten. Auf diese Weise ist die Transparenz für die Kunden besonders groß. Das SmartRouting sucht zudem dauerhaft den bestmöglichen Preis für die Aktie und wiederholt dies solange, bis die Order auch tatsächlich elektronisch ausgeführt wird. Das System überprüft die Marktverhältnisse also dauerhaft und schnell.

Alle, die daran interessiert sind, sehr schnell zu handeln, werden sich darüber freuen, dass Banx auch eine API-Schnittstelle und FIC-CTCI anbietet. Auf diese Weise können Trader ihre eigenen Software-Lösungen nutzen oder jede andere Handelsplattform nutzen, die API unterstützt.

Wie ist der Kundenservice erreichbar?

Der Kundenservice bei Banx ist gut zu erreichen. Es steht eine Service-Rufnummer mit Düsseldorfer Vorwahl bereit, die Trader von Monat bis Freitag zwischen 9:00 – 19:00 Uhr erreichen können. Sie ist also ohne Zusatzkosten nutzbar. Der Broker bietet auch einen Rückrufservice an.

Trader können zudem auch die Filiale in Düsseldorf besuchen. Der Broker bietet darüber hinaus auch ein Kontaktformular an, über das Kunden auch den Rückruf anfordern können. Leider abonnieren Interessenten hierbei direkt den Newsletter und haben keine Möglichkeit, dieses abzuwählen. Dies ist leider nicht all zu kundenfreundlich.

Ein Pluspunkt ist allerdings fraglos die Möglichkeit per TeamViewer Fernwartungen durchzuführen. Die Software ermöglicht es den Support-Mitarbeitern auf den Computer des Traders zuzugreifen, und ihm so bei Problemen unkompliziert weiter zu helfen. In vielen Fällen ermöglicht dies eine sehr schnelle und einfache Klärung des Problems.

Welche Lernmaterialien und Services bietet Banx?

Banx bietet derzeit in Hinblick auf den Service ein durchschnittliches Angebot. Im Mittelpunkt steht in vielen Fällen der Umgang mit der Handelssoftware TWS 4.0. Dafür bietet der Broker Schulungsvideos, Webinare und E-Books. Doch auch der weltweite Börsenhandel oder Forex werden in den Webinaren zum Thema gemacht. Verantwortlich für die Webinare sind üblicherweise Referenten von ATT Trading. Darüber hinaus bietet Banx ein Börsenlexikon und Videos. Für aktuelle Nachrichten und Analysen steht das Magazin des Brokers bereit.

Außerdem bietet der Broker die Möglichkeit, ein Demokonto kostenfrei zu nutzen. Dafür bietet der Banx allerdings primär einen Test der TWS an. Wer sich also auch für die anderen Angebote interessiert oder ausschließlich mit Aktien langfristig investiert sein möchte, erhält hier möglicherweise einen etwas zu geringen Einblick in das Angebot des Brokers.

Realtime-Kurse sind nicht Teil des kostenfreies Angebotes. Trader müssen diese gegen Mehrkosten hinzu buchen:

  • Deutsche Aktien Level 1 für 15 Euro monatlich, Level 2 für 20 Euro
  • EUREX: 8 Euro im Monat
  • Amerikanische Börsen: 10 USD oder Mindestumsatz von 30 USD

Kunden müssen 3.000 Euro einzahlen

Egal ob Margin-Depot oder Cash-Depot: Kunden müssen bei Banx mindestens 3.000 Euro einzahlen. Außerdem müssen sie mindestens 18 Jahre alt sein, beim Margin-Depot sind sogar 21 Jahre erforderlich. Trader müssen zudem auf eigene Rechnung handeln und dürfen ihren Wohnsitz weder in den USA noch in Kanada haben.

Hier wird also deutlich, dass sich Banx wie auch Interactive Brokers eher an Trader richtet, denn an typische Privatanleger. Wer also nur daran interessiert ist, gelegentlich Aktien zu erwerben, wird an dem Broker möglicherweise weniger Freude als an Anbietern haben, die auf Privatanleger spezialisiert sind.

Der Weg zu Banx kann sich im Vergleich zu Interactive Brokers allerdings durchaus lohnen, auch wenn sich das Angebot sehr stark ähnelt. Banx verzichtet nämlich auf die Standard-Umsatzgebühr von 10 USD im Monat, wenn die Orderprovisionen dies nicht erreichen. Für aktive Trader kann Interactive Brokers dennoch eine gleich gute Wahl sein.

Fazit: Banx für aktive Trader geeignet

Das Handelsangebot von Banx ist für durchschnittliche Privatanleger eher weniger geeignet. Allerdings handelt es sich um ein attraktives Angebot für alle Anleger, die mit dem Trading beginnen und dies auch regelmäßig durchführen möchten. Im Vergleich zu Interactive Brokers können sie dennoch auch einmal ein paar Monate mit dem Trading aussetzen, ohne Fixkosten zu zahlen. Minuspunkte sind die Mindesteinzahlung von 3.000 Euro, die sich wirklich nur für Trader lohnen, nicht jedoch für Anleger. Außerdem ist auch die fehlende Lizenz ein Nachteil, der jedoch durch eine ausreichende Einlagensicherung und seriöse Unternehmen im Background egalisiert werden.

Jetzt zum Angebot von BANX

Top 5 Aktien Broker