Merck Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Merck Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Die Merck KGaA gilt als das älteste Pharma- und Chemieunternehmen der Welt und ist zudem auch im Bereich Life Science vertreten. Es sollte nicht mit dem US-amerikanischen Merck & Co., Inc. verwechselt werden. Der Konzern stellt zahlreiche Medikamente, Kosmetik- und Pharmawirkstoffe her, hat sich jedoch auch durch Hersteller von Elektronikchemikalien und Flüssigkristallen einen Namen machen können.

Die Aktie der Merck KGaA in der Übersicht

Die Merck Aktie wird unter der Wertpapierkennnummer 659990 und ISIN DE0006599905. Das deutsche Symbol ist MRK. Die Unterscheidung ist auch deswegen notwendig, weil ein amerikanischer Ableger unter dem Namen Merck & Co. Inc. in den USA existiert.

Die Aktie ist Mitglieder der folgenden Indizes:

  • DAX 30
  • Prime All Share
  • Late DAX, HADAX, CDAX, DivDAX, X-DAX, L&S DAX Indikation
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien EMEA – Europa und Afrika
  • DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index

Im DAX ist Merck erst seit Juni 2007. Der Konzern löste die Altana Aktie ab, die nach dem Verkauf der Pharmasparte zu Nycomed keine ausreichende Marktkapitalisierung mehr aufbrachte. Diese beträgt derzeit bei Merck 13,76 Milliarden Euro. Damit wird die Merck Aktie zu 1,36 Prozent im DAX gewertet und gehört somit zu den 10 kleinsten Werten im DAX.

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Der Konzern hat derzeit knapp 130 Millionen Merck Aktie ausgegeben. Nachdem die Sun Life Financial Inc. ihre Anteile im März 2017 fast vollständig veräußert hat (zuvor 4,91 Prozent) sind die größten Aktionäre BlackRock, Inc. mit 8,43 Prozent, Templeton Global Limited Advisors mit drei Prozent und die Allianz Global Investors GmbH mit 2,87 Prozent. Nach der Definition der Deutschen Börse wird der Anteil am Streubesitz dennoch mit 100 Prozent angegeben. Die E. Merck-KG ist mit rund 70 % am Kapitalbestand beteiligt.

Zuletzt zahlte der Konzern eine Dividende in Höhe von 1,20 Euro je Merck-Aktie, was eine Dividendenrendite von 1,20 Prozent ergab.

So präsentiert sich die Merck KGaA auf Ihrer Webseite

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Fakten und Zahlen zum Konzern

Die Merck KGaA gilt als das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt und geht bis auf das Jahr 1668 zurück. Der Konzern hat seinen Hauptsitz in Darmstadt und wird vom Vorstandsvorsitzenden Stefan Oschmann geleitet. Wolfgang Büchele ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Der Konzern konnte 2016 einen Umsatz von 15 Milliarden Euro erzielen. Der Gewinn betrug 1,63 Milliarden Euro. Ende 2016 beschäftigte Merck 50.414 Mitarbeiter. Rund ein Fünftel davon sind in Deutschland tätig, alleine 8.900 davon in Darmstadt. Der Konzern hat Produktionsstätten in 63 Strandorten in 21 Ländern. Insgesamt ist der Konzern mit 191 Gesellschaften in 66 Ländern vertreten.

Der Konzern ist in den folgenden Bereichen aktiv:

  • Biopharma
  • Consumer Health
  • Allergopharma
  • Biosimilars
  • Life Science
  • Performance Materials

Alleine im Life Science-Bereich bietet der Konzern mehr als 300.000 Produkte.

Das älteste Pharma-Unternehmen der Welt

Im August 1668 eröffnete Friedrich Jakob Merck die Engelapotheke in Darmstadt, die sich auch heute noch in Besitz der Familie Merck befindet. Heinrich Emanuel Merck begann 1827 damit, selbst isolierte Wirkstoffe zuvertreiben und gründete mit seinen Söhnen 1850 ein Gemeinschaftsunternehmen. Nur zehn Jahre später konnten sie bereits 800 unterschiedliche Produkte anbieten. Darunter befanden sich im Laufe der Jahre auch zahlreiche Neuentwicklungen wie:

  • das erste Schilddrüsenpräparat (1894)
  • das erste Barbiturat Veronal (1903)
  • Vitamin-D-Präparat (1927)
  • Vitamin B1-Präparat (1936)

Das Unternehmen galt als einer der Gegenspieler zu IG Farben und eines der größten Pharma-Unternehmen im Deutschen Reich. Der Konzern gründete schnell eine Verkaufsniederlassung in den USA, die schon 1908 in eine eigenständige Aktiengesellschaft Merck & Co. umgewandelt wurde. Nach Kriegseintritt der USA wurde diese beschlagnahmt und nach dem Krieg an ein Konsortium rund um Georg Merck verkauft, der US-Bürger geworden war und die Niederlassung bereits zuvor geleitet hatte. Seitdem darf das deutsche Unternehmen in Nordamerika nicht den Namen Merck nutzen (stattdessen nutzt es EMD), das US-Unternehmen hingegen außerhalb Nordamerikas nicht (stattdessen nutzt es MSD).

Im Ersten Weltkrieg stellte der Konzern nicht nur Medizin, sondern auch Gasmasken und Munition her. Nach Kriegsende bestand die Geschäftsleistung erstmals nicht mehr nur aus Familienmitgliedern. Während des Zweiten Weltkriegs griff der Konzern auch auf osteuropäische Zwangsarbeiter zurück und wurde in großen Teilen zerstört, konnte jedoch schon im April 1945 die Produktion wieder aufnehmen. Der Konzern forschte nicht nur medizinisch, sondern auch chemisch, wie beispielsweise an Flüssigkristallen.

In den 1970er und 1980ern erfolgen mehrere Übernahmen anderer Pharma-Unternehmen, unter anderem die Hälfte der italienischen Bracco-Gruppe und die französische Lipha. Das Unternehmen wurde in eine KGaA umstrukturiert. Der Konzern wurde seitdem ständig umstrukturiert. Zudem versuchte er erfolglos, die Schering AG zu übernehmen und übernahm die Schweizer Serono S. A. für rund 10,6 Milliarden Euro im Jahr 2006/2007 und verkaufte dafür seine Generika-Sparte. Damit wurde der Konzern zum drittgrößten Biotechnologie-Unternehmen weltweit. Es folgte die Übernahme von Millipore Corp., AZ Electronic Materials und Sigma-Aldrich im Jahr 2015.

So lautet der Leitsatz des Unternehmens

So lautet der Leitsatz des Unternehmens

Gute Geschäftszahlen nicht nur dank Sigma-Aldrich

Im Jahr 2016 konnte der Konzern seinen Umsatz um 17 Prozent auf 15 Milliarden Euro erhöhen. Das operative Ergebnis stieg um 14,5 Prozent auf 2,4 Milliarden und das Ergebnis nach Steuern sogar um 46 Prozent auf 1,6 Milliarden. Der Konzern kann zudem ein organisches Umsatzwachstum von 3,2 Prozent vermerken. Das akquisitionsbedingte Umsatzwachstum durch Sigma-Aldrich machte 16,4 Prozent aus. Auf das Wachstum wirkten jedoch auch negative Währungseffekte, die vor allem von lateinamerikanischen Währungen beruhten und die fehlenden 2,6 Prozent vollständig erklären.

Dabei gibt der Konzern an, dass die Integration von Sigma-Aldrich besser fortgeschritten ist, als zuvor erwartet wurde. Vor allem die Realisierung der Synergien wird vom Konzern positiv bewertet. Positiv führte der Konzern zudem die Preiserhöhung beim umsatzstärksten Mittel Rebif in den USA an. Der operative Gewinn werde allerdings durch steigende Forschungs- und Entwicklungskosten, dem starken Wettbewerb bei Furchtbarkeitsmedikamenten und schwächelnden Margen im Pharmageschäft in seinem Wachstum begrenzt.

Für Hoffnung im nächsten Jahr sorgt auch Avelumab, das zur Behandlung von Merkelzellkarzinomen eingesetzt werden soll. Auch Caldiribin gegen Multiple Sklerose soll den Umsatz vorantreiben.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten konnte der Konzern von 12,7 Milliarden auf 12,7 Milliarden Euro reduzieren. Diese könnten durch den Verkauf des Biosimilars-Geschäfts noch weiter gesenkt werden. Der Konzern plant den Verkauf noch in diesem Jahr zu vollziehen.

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Merck-Aktie: Kaufen, Verkaufen oder Halten? Das sagen Analysten zum Wertpapier

Die Entwicklung der Merck-Aktie wird von einem Großteil der Analysten positiv eingeschätzt, allerdings gehen die meisten nicht von größeren Kurssprüngen aus. Von 22 Analysten empfehlen acht den Kauf und 14 das Halten der Merck-Aktie. Für den Verkauf plädiert derzeit keine aktuelle Analyse. Dies war vor einem halben Jahr noch bei zwei Analysten der Fall. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 107,55 Euro, was einem Abstand vom aktuellen Kurs der Merck-Aktie von weniger als einem Prozent bedeutet.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Credit Suisse Group kaufen 125 Euro
Goldman Sachs Group Inc. halten 106 Euro
Independent Research GmbH halten 110 Euro
Commerzbank AG halten 109 Euro
HSBC halten 95 Euro
Bernstein Research halten 109 Euro
Société Générale Group halten 105 Euro
DZ Bank halten o. A.
Warburg Research kaufen 114 Euro
Deutsche Bank AG kaufen 118 Euro

 

Auch die Fundamentalanalyse geht von einem eher fairen bis etwas zu teueren Aktienkurs aus. In den nächsten Monaten haben Anleger dementsprechend eher wenig Grund, auf eine umfangreiche Kurssteigerung zu hoffen.

Auf der Websiete findet man alles zu Aktien und Anleihen auf einen Blick

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Merck KGaA erstaunlich skandalfrei

Der Pharma-Konzern geriet mehrfache wegen Preisabsprachen in die Kritik und musste Strafen in Millionenhöhe zahlen. Betroffen war unter anderem das Antidepressivum Citalopram, für das Merck im Jahr 2013 ein EU-Bußgeld von 21,4 Millionen Euro bezahlen musste. Schon im Jahr 2001 war es zu einer 9,2-Millionen Euro-Strafe wegen unerlaubter Preisabsprachen im Vitaminmarkt verurteilt worden.

Merck war zudem auch von den Enthüllungen zu Medikamententests in Kinderheimen im Oktober 2016 betroffen. Der Konzern soll allerdings nicht rechtswidrig gehandelt haben.

Dabei lässt sich allerdings nicht von der Hand weisen, dass die Merck KGaA teilweise unter ihrem Namensvetter in den USA zu leiden hat. Die Amerikaner haben mit Vioxx einen der größten Pharmaskandale der jüngeren Geschichte verursacht und damit aufgrund der hohen Bekanntheit auch das deutsche Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Merck KGaA Dividende: Zuverlässig, jedoch nicht sehr hoch

Die Merck KGaA zählt zu den zuverlässigen Dividendenzahlern im DAX. Dabei erreicht sie über dem Zeitraum von 2000 bis 2016 eine Dividendenrendite von durchschnittlich 1,95 Prozent. Zuletzt hatte der Konzern die Dividende um 15 Cent je Aktie erhöht und jeweils 1,20 Euro ausgeschüttet. Damit kann Merck von sich behaupten, zum siebten Mal in Folge die Dividende zu erhöhen.

Eine Dividendenrendite, die größer als zwei Prozent ist, erreicht der Konzern jedoch nur selten. Dies war inzwischen seit 2010 nicht mehr der Fall. Dementsprechend zählt der Konzern auch 2016 zu den zehn DAX-Werten mit der schlechtesten Dividendenrendite. Einen Aussetzer mussten Aktionäre in der Vergangenheit jedoch nicht hinnehmen.

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Welche Aktien kommen außerdem in Frage?

Als Alternative zur Merck KGaA-Aktie kommen unter anderem Wertpapiere der folgenden Unternehmen in Frage:

  • Abbott Laboratories
  • BASF
  • Bayer
  • BB BIOTECH AG
  • Biotest AG Vz.
  • Eli Lilly and Co.
  • Gilead Sciences Inc.
  • GlaxoSmithKline plc (GSK)
  • H&R GmbH & Co. KGaA
  • Johnson & Johnson
  • LANXESS AG
  • Merck Co.
  • Novartis AG
  • Pfizer Inc.
  • Sanofi S.A.
  • STADA Arzneimittel
  • WACKER CHEMIE AG

Welche Aktie tatsächlich infrage kommt, hängt natürlich auch von der gewünschten Marktkapitalisierung ab. Merck wird als mittelgroßer Konzern natürlich auch von vielen bevorzugt, weil es sich um keines der Welt-Unternehmen handelt, zugleich die hohe Marktkapitalisierung durchaus ausreicht, um viele Risiken zu minimieren. Eine Besonderheit der Aktie der Merck KGaA ist zudem natürlich auch, dass der Konzern nach wie vor die Geschäftsfelder Pharma- und Chemie fast gleichwertig pflegt. Viele andere Unternehmen haben ihren Fokus längst auf eines dieser Geschäftsfelder gelegt.

Wichtige Partnerschaften und Kooperationen der Merck KGaA

Merck arbeitet mit verschiedenen Unternehmen der Pharma- und Chemie-Branche eng zusammen. So hat der Konzern eine Kooperation mit Roche vereinbart, die vor allem den Vertrieb beider Unternehmen zugutekommen soll. Mit dem Software-Unternehmen Palantir Technologies soll die Datenanalysefähigkeit des Unternehmens deutlich erhöht werden, ums Arzneimittel schneller zu entwickeln und bereitstellen zu können. Eine Kooperation mit der Stanford Graduate School of Business soll Führungskräfte von Merck in Hinblick auf Innovation und Digitalisierung weiterentwickeln.

Strategische Kooperationsverträge besitzt der Konzern zudem mit MD Anderson Center, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), R-Biopharm AG, Idemitsu und Evotex.

Stärke der Marke leidet unter US-Unternehmen

Eines der Hauptprobleme, die Merck bei der Bildung eines internationalen Markenwertes hat, ist die hohe Verwechslungsgefahr mit dem US-amerikanischen Konkurrenzunternehmen. Dieser ist deutlich größer und international bekannter, hat sich jedoch in der Vergangenheit auch einige Skandale verursacht. Das deutsche Unternehmen wird zudem häufig als Tochter der MSD wahrgenommen, was mitnichten der Fall ist.

Bei der Schätzung von TheBrandTicker wird deutlich, wie groß der Unterschied in der Markenbekanntheit ist: Während die deutsche KGaA 1,2 Milliarden Euro Marktwert in die Waagschale werfen kann, sind es bei Merck (MSD) gleich 11,7 Milliarden Euro. Während dieser also zur Weltspitze zählt und als Pharmakonzern mit dem drittgrößten Markenwert (Interbrand) weltweit gilt, muss die Merck KGaA froh sein, wenn sie unter den besten deutschen Unternehmen aufgeführt wird.

Selbst viele Deutsche wissen nicht, dass beide Konzerne voneinander unabhängig sind. Deswegen hat die Merck KGaA ihr Auftreten in den letzten Jahren vereinfacht. Anstatt der zahlreichen unterschiedlichen Sparten werden die Produkte inzwischen nur noch „Merck“ zugerechnet.

Fazit: Merck KGaA gut geeignet, jedoch kein Überflieger

Die Merck KGaA-Aktie ist für viele Privatanleger ein sinnvolles Investment. Der Konzern ist im Vergleich zu vielen anderen in der Branche weitestgehend skandalfrei und verfügt über einen relativ guten Ruf. Damit eignet sich das deutsche Traditionsunternehmen gut für alle Aktionäre, die das Risiko verringern wollen, dass ihr Depotwert unter großen Pharma-Skandalen deutlich zu leiden hat.

Derzeit scheinen zudem gleich mehrere Umsatzbringer kurz vor der Markteinführung zu stehen, auch wenn diese natürlich zumindest teilweise schon in den Aktienkurs der Merck-Aktie eingepreist sind. Die Aktie weiß zudem mit einer regelmäßigen Dividende zu überzeugen, die mit großer Zuverlässigkeit gezahlt wird. All zu groß ist diese im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen jedoch nicht. Ein Nachteil ist fraglos, dass das Unternehmen in Bezug auf die Markenrechte Probleme mit dem US-Ableger hat, der weit über den ursprünglichen Mutterkonzern hinausgewachsen ist.

Wer allerdings kurzfristig hohe Kurssteigerung verzeichnen können möchte, ist mit der Merck-Aktie nicht gut bedient. Analysten gehen kaum von Veränderungen in der nächsten Zeit aus.

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