Microsoft Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Microsoft ist nicht nur Software-Riese, sondern inzwischen auch Urgestein unter den US-Tech-Unternehmen. 2014 geriet der Konzern jedoch ins Straucheln. Ist die Microsoft-Aktie inzwischen wieder eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio?

Die Microsoft-Aktie in der Übersicht

Die Microsoft-Aktie wird unter der WKN 870747 und der ISIN US5949181045 gehandelt. Das dazugehörige Symbol ist MSFT. Die Aktie ist Teil der folgenden Indizes:

  • Dow Jones 30 Industrial
  • NASDAQ Composite Index
  • S&P 500
  • NASDAQ 100
  • S&P 100
  • BX Swiss – USA
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Microsoft wird unterschiedlichen Branchen zugerechnet, darunter Standard- und E-Commerce-Software, Server-/Großrechner, IT-Dienstleister und Hardwareentwicklung. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit mehr als 460 Milliarden US-Dollar. Damit zählt das Unternehmen zu den 500 teuersten Unternehmen weltweit (Platz 14 laut Financial Times). Derzeit sind rund 7,7 Milliarden Microsoft Aktien ausgegeben, wovon sich rund 88,33 % im Streubesitz befinden. Die Dividende betrug im Jahr 2016 1,44 US-Dollar je Aktie, was einer Dividendenrendite von 2,81 % entsprach.

So präsentiert sich Microsoft im Netz

So präsentiert sich Microsoft im Netz

Fakten und Zahlen zum Unternehmen

Microsoft wurde am 4. April 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und hat seinen Hauptsitz in Redmond, USA. Gates trat zudem bis 2000 als Geschäftsführer auf und wurde von Steve Ballmer (2000 bis 2014) abgelöst. Inzwischen untersteht der Konzern und seine 114.000 Mitarbeiter der Leitung von Satya Nadella. Sie erwirtschafteten im Jahr 2016 einen Umsatz von 85 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 16,7 Milliarden US-Dollar.

Microsoft gilt damit als einer der größte Software-Entwickler der Welt. Bekannt wurde das Unternehmen vor allem durch die Betriebssysteme MS-DOS und Windows und die dazugehörigen Programme wie das Microsoft Office-Paket, allerdings stellt das Unternehmen auch Unterhaltungselektronik her und ist auf dem Smartphone-Markt aktiv.

Der deutsche Unternehmenssitz in München Schwabing besteht seit 1983. In Deutschland beschäftigt Microsoft mehr als 2.700 Mitarbeiter.

Geschichte des Unternehmens

Die Anfänge von Microsoft gehen auf das Jahr 1975 zurück. Damals entwickelte Bill Gates zusammen mit Paul Allen und Monte Davidoff die Programmiersprache Altair BASIC 2.0 für das Unternehmen MITS. Sie wurden General Licensor der Software, die von MITS vertreiben wurde, und entwarfen den Namen Micro-Soft zu Werbezwecken.

Auch wenn es Gates und Allen (Davidoff war bereits ausgezahlt worden) gelang, dadurch weitere Entwicklungen und Verbesserungen zu ermöglichen, war es erst die Kooperation mit IBM, die den Durchbruch brachte. IBM plante 1980 den Einstieg in das Homecomputer-Geschäft und benötigte möglichst schnell ein Betriebssystem für ihren IBM-PC. Das Unternehmen wandte sich dank Bill Gates Mutter Mary an Microsoft, obwohl auch das Unternehmen kein eigenes Betriebssystem entwickelt hatte.

Microsoft kaufte kurzerhand die CP/M-Variante 86-DOS, entwickelte diese weiter und lieferte sie an IBM unter dem Namen MS-DOS an IBM aus. Diese entdeckten erst nach der Markteinführung, dass es sich um eine CP/M-Variante handelte, und zahlte ein Vielfaches der Kosten von MS-DOS an Digital Research um rechtliche Schritte zu verhindern. MS-DOS galt schon beim Erscheinen als überholt. Dennoch wurde der IBM-PC ein großer Erfolg, da das Unternehmen eine offene Lizenzpolitik nutzte und die Etablierung eines Standards lange überfällig war. Zudem war MS-DOS zu CP/M-Programmen kompatibel, MS-DOS-Programme jedoch nicht zu CP/M.

Im November 1985 veröffentlichte das Unternehmen Windows 1.0 und somit die erste grafische Benutzeroberfläche für MS-DOS. Sie war anfangs nur als Erweiterung programmiert und von Apple abgeschaut, legte jedoch den Grundstein zur Erfolgsgeschichte des Betriebssystems. Der endgültige Durchbruch kam mit dem im August 1995 erschienenen Windows 95, das das bis dahin erfolgreichste Betriebssystem werden sollte.

Microsoft brachte parallel dazu einige weitere Programme auf den Markt, die Kunden möglichst umfassend an das Betriebssystem binden sollten, und schreckte dabei oft auch nicht vor Geschäftspraktiken zurück, die sich an der Grenze zur Illegalität bewegten.

Das Unternehmen versuchte zudem, sich breiter aufzustellen und seine Produktpalette auch im Kommunikations- und Multimedia-Bereich weiter auszubauen. So brachte das Unternehmen den MP3-Player Zune auf den Markt, kaufte Nokia und entwickelte die Spielekonsole xBox.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Aktuelle Lage

Nachdem das Unternehmen zwischen 2005 und 2014 als besonders profitable Aktiengesellschaft galt, hat sich die Euphorie um den Konzern etwas gelegt. Gründe dafür sind die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia im Frühjahr 2014, die nicht so erfolgreich verlief, wie gehofft, und der Rückgang auf dem Markt für PCs. So geht auch die Anzahl an Mitarbeitern seit 2014 zurück.

Das Problem ist dabei nur bedingt der Umsatz, der sich 2015 im Vergleich zu 2014 sogar steigern konnte, mit 2016 allerdings leicht unter das Niveau von 2014 gefallen ist. Das größere Problem ist der Gewinn, der von 2014 auf 2015 fast halbierte und von 22 Milliarden auf 12 Milliarden US-Dollar fiel. Er konnte sich bis 206 allerdings immerhin wieder auf knapp 16,8 Milliarden US-Dollar berappeln. Der Kauf der Handy-Sparte des finnischen Unternehmens Nokia gilt als einer der größten Fehler von Microsoft. In der Folge nahm der alte CEO Ballmer seinen Hut und überließ Nadella das Feld.

Für Aktionäre steht deswegen im Fokus, ob das Unternehmen auf die kleine Krise flexibel genug reagieren kann. Derzeit kommt es zu einer Schwerpunktverlagerung. So werden Cloud-Dienstleistungen immer wichtiger für den Konzern. Nadella will in diesem Bereich bis 2018 die Umsatzmarke von 20 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich überschreiten.

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Kritik am Unternehmen

Langjährige Aktionäre von Microsoft sind in diesem Bereich leidgeprüft. Microsoft bewegt sich bei seinen Vertriebs-Tricks häufig am Rande der Illegalität. Die umfassende Monopolisierung in verschiedenen Bereichen wird vom Unternehmen genutzt, um Wettbewerbern den Gewinn von Marktanteilen deutlich zu erschweren. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, dass das Betriebssystem oder andere Programme ständig um Funktionen der Konkurrenz erweitert werden. Zudem wird der Nutzer dazu gezwungen, auf neuere Versionen umzusteigen, was als kundenunfreundlich gilt. Gesichert wird die Monopolstellung zudem durch Inkompatibilitäten von Dateien, Software oder Netzerwerken.

Dementsprechend gelten Microsofts Produkte häufig nicht als technisch überragend. Stattdessen basiert der Erfolg von Microsoft auch heute noch vor allem auf die marktbeherrschende Stellung, die Bill Gates erreichen konnte. Diese zu erreichen und zu erhalten, ist jedoch nicht möglich, ohne fragwürdige Techniken anzuwenden. So wurden in der Vergangenheit mehrfach Kartell- und Gerichtsverfahren gegen das Unternehmen angestrebt. Kritisierte Praktiken waren:

  • Desktop-Rechner mussten mit Betriebssystem von Microsoft ausgeliefert werden, wenn Hersteller vergünstigte OEM-Software nutzten.
  • Produktbündelung wie eine vorinstallierte Version des Internet Explorers (Browserkrieg) oder Windows Media Player
  • Schnittstellenspezifikationen, die durch mangelhafte Transparenz Fremdnutzung unmöglich machten.
  • Unterlaufen von etablierten Standards und dadurch zur verstärkten Kundenbindung führende Inkompatibilitäten

Darüber hinaus gibt es noch einige weiterer Kritikpunkte, wie die Nutzung von Steuertricks wie Double Irish With a Dutch Sandwich, das die Steuerlast des Unternehmens deutlich verringert. Auch Datenschützer kritisierten das Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach für das Sammeln von Benutzerinformationen und bei der Kontrolltechnologie für Urheberechte.

Darüber hinaus hat sich das Unternehmen wiederholt der Patentverletzung schuldig gemacht. Insgesamt wurden mehr als 30 Klagen eingereicht.

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Ist die Kritik tatsächlich gerechtfertigt?

Wichtige Konkurrenten

Einer der ältesten Konkurrenten des Unternehmens ist Apple, das in einem Großteil der Branchen aktiv ist, die Microsoft auch für sich beansprucht. Vor allem im Bereich des Betriebssystems ist die Konkurrenz jahrzehntealt. Microsoft scheut den Wettbewerb allerdings nicht, sondern stößt auch immer wieder in Bereiche vor, in denen sich Apple als Marktführer etablieren konnte.

Weitere Konkurrenten und teilweise auch Partner sind:

  • Alphabet
  • Yahoo
  • IBM Corp.
  • Oracle Corp.
  • Adobe Systems Inc.
  • Citrix Systems Inc.
  • SAP SE
  • Software AG
  • Symantec Corp.
  • Sony

Wichtige Partner von Microsoft

Microsoft ist auf die Zusammenarbeit mit anderen Technologieunternehmen angewiesen. Andere Software- und Spieleentwickler entwickeln für Windows, Windows Phone oder auch xBox Anwendungen, die kompatibel sein müssen. Dabei stellt der Konzern teils recht strikte Anforderungen an die Zusammenarbeit. Darüber hinaus besteht auch bei Microsoft eine enge Verbindung zum Zulieferer Foxconn, der als Apple-Partner noch etwas bekannter ist. Unter anderem hat Microsoft auch Teile von Nokia an den Zulieferer verkauft. Von dem Skandal rund um die Arbeitsbedingungen bei Foxconn war Microsoft weniger stark betroffen als Apple, weil der Umsatz des chinesischen Unternehmens zu geschätzten 40 % von Apple generiert wird.

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Stärke der Marke

Microsoft ist einer der wertvollsten Marken der Welt und dies bereits seit Jahrzehnten. Schon 2000 galt die Marke nach Coca-Cola als zweit wertvollste Marke der Welt (Interbrand). Bei Millward Brown schaffte es das Unternehmen 2006 auf Anhieb an die Spitze der Rangliste.

Seitdem konnte sich das Unternehmen allerdings nicht verbessern – eher im Gegenteil. Bereits 2000 schätzte Interbrand den Markenwert auf 70 Milliarden, 2016 waren es hingegen 72,8 Milliarden. Dementsprechend findet sich Microsoft heute nur noch auf Rang 4 wieder, bei Millward Brown reicht es noch für Platz 3. Im Krisenjahr 2014 war der Rang um einen Platz schlechter, sodass die Tendenz derzeit wieder etwas nach oben zeigt.

Noch wichtiger ist zudem, dass Microsoft es geschafft hat, wieder als „coole“ Marke wahrgenommen zu werden. Deswegen sind Marktbeobachter zuversichtlich, dass der gute Markenwert auch in der Zukunft der weltweiten Top 10 zu finden sein wird.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

 

Microsoft Aktie kaufen, verkaufen oder halten?

Die Analysten sind bei der Microsoft Aktie derzeit wieder etwas optimistischer als noch vor einem Jahr. Mit Jefferies & Company Inc. hat nur ein Analysehaus die Microsoft Aktie mit „verkaufen“ bewertet und geht von einem Verlust von einem Drittel des Kurswerts aus. Einen leichten Rückgang erwarten auch die Analysten von KP Morgan Chase & Co. und Macquarie Research.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
UBS AG kaufen 70 USD
Bernstein Research kaufen 76 USD
Jefferies & Company Inc. verkaufen 45 USD
JP Morgan Chase & Co. halten 61 USD
Morgan Stanley kaufen 72 USD
Barclays Capital halten 72 USD
Goldman Sachs Group Inc. kaufen 72 USD

 

Microsoft gilt auch hinsichtlich des Steigerungspotenzials des Kurses nicht als absoluter Tipp, insgesamt gibt es jedoch positivere Stimmen als negative Meinung. Die Analystenhaltung ist dabei seit Februar 2017 wieder etwas negativer geworden. Im Vergleich zum SP500 befindet sich das Wertpapier derzeit unter Druck und weist einen neutralen Markttrend auf. Es gilt als mittel-riskant.

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Wichtige Herausforderungen und Chancen in der Zukunft

Microsoft hat im Jahr 2014 einen bedeutenden Umbruch erfahren. Der alte CEO Steve Ballmer zog sich zurück und hatte einen Deal eingefädelt, der inzwischen als einer der größten strategischen Fehler von Microsoft gilt: der Kauf von Nokia. Das angeschlagene Unternehmen sollte eigentlich verhindern, dass Windows Phone noch mehr Marktanteile verliert. Doch weder gelang dies, noch konnte die Handysparte den erhofften Gewinn erzielen. Microsoft strich in der Folge mehr als 20.000 Arbeitsplätze, vor allem in der Handysparte und schreibt 7,6 Milliarden US-Dollar ab.

Mit Nadella änderten sich das Auftreten und anscheinend auch die Ziele des Unternehmens. So hat der Konzern einige plattformübergreifende Zukäufe getätigt, ist Kooperationsabkommen eingegangen und macht mit innovativen Entwicklungen und leistungsstarken Produkten von sich reden. Problematisch bleibt jedoch der Wegbruch im Desktop-Bereich. Dennoch scheinen die Maßnahmen bislang zu fruchten.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Ist die Aktie ein Dividendenträger?

Microsoft gehört zu den wenigen Unternehmen der US-Dienstleister im Technologiesektor, die eine Dividende zahlen. Das Unternehmen zahlte 2016 schon das achte Mal in Folge eine Dividende aus, die mehr als 2 Prozent Dividendenrendite bedeuteten. Dabei konnten sich Anleger im Jahr davor über eine Dividende freuen, die zum 13. Mal in Folge gesteigert wurde. Schätzungen gehen davon aus, dass dies auch in den nächsten vier Jahren der Fall sein wird, zumal die Dividendenrendite eher an den 3 Prozent kratzt, als droht, unter zwei Prozent zu fallen.

Die Microsoft Aktie präsentiert sich somit als einer der wenigen US-Technologie-Wertpapiere, die für eine Dividendenstrategie gut geeignet sind. Während andere Unternehmen mit Verweis auf das geplante Wachstum oder die geringen Cash-Bestände in den USA auf eine Dividende verzichten, stellt Microsoft Aktionäre in dieser Hinsicht inzwischen zuverlässig zufrieden.

Fazit: Lohnt sich die Aktie des Software-Riesens für Privatanleger?

Microsoft scheint sich gefangen zu haben und blickt mit dem neuen CEO Nadella als modernes und zukunftsorientiertes Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. Dies teilen auch viele Analysten, die der Microsoft-Aktie eine Steigerung zutrauen.

Vorteilhaft ist die recht hohe Dividendenrendite von mehr als zwei Prozent und die jahrzehntelange Positionierung als starke Marke. Pessimistische Anleger dürften hingegen über den Einbruch aus dem Jahr 2014 abgeschreckt sein und bezweifeln, dass Microsoft genügend Möglichkeiten findet, das zurückgehende Wachstum im Desktop-Bereich tatsächlich unbeschadet zu überstehen. Die Analysten betrachten die Zukunft von Microsoft auch dank des frischen Windes jedoch optimistisch und empfehlen überwiegend den Kauf der Microsoft-Aktie.

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