Musterdepot: Ohne Risiken mit Aktien handeln

Musterdepot: Ohne Risiken mit Aktien handeln

Musterdepot ohne Risiko

Ein Musterdepot ermöglicht es, Aktien zu handeln, ohne dass sich Verluste auf das eigene Kapital auswirken. Das sorgt dafür, dass ein Musterdepot vor allem dann besonders geeignet ist, wenn der der Anleger noch nicht viele Erfahrungen mit Aktien sammeln konnte oder aber eine neue Strategie ausprobieren möchte.

Ein Musterdepot:

  • Ermöglicht risikolosen Aktienhandel
  • Verfolgen von Kursverläufen möglich
  • Hat für Einsteiger viele Vorteile
  • Ermöglicht das Testen von Strategien
  • Ist ein besonderes Serviceangebot

Was ist ein Musterdepot?

In einem Musterdepot können die User theoretisch mit Wertpapieren handeln. Sie werden also nicht tatsächlich erworben. Stattdessen erhält der Depotinhaber häufig ein Budget in Form von Spielgeld, das es ihm ermöglicht, Aktien, Zertifikate, Fonds, Anleihen oder Derivate zu kaufen. Hat er sie erworben, kann er die Kurse nachverfolgen und versucht dann meistens, die Aktien gewinnbringend zu verkaufen, um mit dem Geld andere Aktien zu erwerben. Die Kurse stammen in der Regel aus den tatsächlichen Aktienkursen und bilden so die Realität ab.

Dabei ist es häufig sogar möglich, sich mit anderen Anlegern über das Depotvolumen und die Performance zu messen. Die meisten Anbieter ermöglichen es sogar, mehrere Musterdepots gleichzeitig zu führen, was verschiedene Portfolios und Strategien besser vergleichbar macht.

Wo finde ich ein Musterdepot?

Musterdepots werden von verschiedenen Stellen angeboten. Größere Zeitungen oder Zeitschriften, die auf Finanzen spezialisiert haben, bieten es häufig an, ein Musterdepot online kostenlos zu führen. Häufig erlauben sie zusätzlich, sich mit anderen Anlegern zu messen, indem sie auch Highscores veröffentlichen und sogar das Budget, das neue Spieler erhalten, anpassen.

Andere Anbieter stammen häufig aus dem Bereich der Online Broker. Hier erhalten die Kunden allerdings selten ein Musterdepot, das langfristig nutzbar ist. Dies ist jedoch notwendig, wenn ein Anleger die Vorteile eines Musterdepots in Anspruch nehmen möchte. Bei Online Brokern sind die Funktionsumfänge der Depots allerdings häufig deutlich ausgeprägter. So ist es beispielsweise möglich, Order in mehr Variationen aufzugeben.

Online Broker vergeben langfristige Musterdepots allerdings nur selten ohne Gegenleistung. Eine Anmeldung ist oft nicht ausreichend, um dein Konto länger als ein paar Wochen bis Monate kostenfrei zu nutzen. Anders ist dies häufig für Kunden. Wer bereits andere Finanzprodukte des Anbieters nutzt und vielleicht sogar ein Aktiendepot dort führt, hat häufig bessere Chancen, auch langfristig ein Musterdepot nutzen zu können.

Musterdepot für Anfänger

Viele Einsteiger, die gerade erst mit dem Aktienhandel beginnen, werden von den Kursverläufen und vor allem der Volatilität überrascht. Sie werden dann schnell nervös und verkaufen die Wertpapiere deswegen zu einem falschen Zeitpunkt. Ein Musterdepot hilft hingegen gleich bei verschiedenen wichtigen Punkten. Einsteiger verstehen besser:

  • Wie sie Aktien finden.
  • Wie sie Aktien kaufen.
  • Wie sich Aktien entwickeln können.
  • Wann Verkäufe von Aktien sinnvoll sind.
  • Wann Aktienverkäufe notwendig sind.
  • Dass es nicht schlimm ist, Aktien zu verkaufen, die weiter steigen.
  • Dass sich Kursverläufe verschiedener Aktien häufig ähneln.
  • Wie ein Depot besser diversifiziert werden kann.
  • Warum ein Depot diversifiziert werden muss.
comdirect Aktiendepot

Die comdirect bietet auch ein kostenloses Musterdepot

Auf diese Weise können Anleger also wesentlich besser lernen, was für den Aktienhandel tatsächlich wichtig ist. Dies wird zudem wesentlich interessanter vermittelt, als wenn der Anleger keine eigenen Entscheidungen treffen kann, sondern nur theoretische Beispiele kennenlernt.

Musterdepot für fortgeschrittene Anleger

Auch Fortgeschrittene können ein Musterdepot nutzen und dadurch Vorteile haben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Anleger  verschiedene Strategien ausprobieren möchte. Hier eignet sich ein Musterdepot vor allem dann, wenn das Risiko auf diese Weise deutlich größer wird.

  • Der Anleger kann völlig risikofrei im Musterdepot Aktien handeln.
  • Es ist sowohl möglich, Strategien auszuprobieren, als auch Konkurrenzaktien zu kaufen.
  • Auch Derivate sind in Musterdepots häufig handelbar, sodass es leicht möglich ist, das Risiko schrittweise zu erhöhen.
  • Er kann dabei langfristig herausfinden, ob das erhöhte Risiko oder die andere Entscheidung eine entsprechende Renditesteigerung zur Folge hat.
  • Dadurch, dass es häufig möglich ist, mehrere Musterdepots gleichzeitig zu führen, kann er zudem mehrere Strategien miteinander vergleichen.

Auch hier kann der Lerneffekt sehr groß sein. Allerdings ist ein solches Musterdepot als Vergleich häufig nur dann sinnvoll, wenn sich der Anleger fast genauso intensiv beschäftigt, wie mit seinem realen Depot. Sonst ist es kaum möglich, sinnvolle Vergleichswerte zu ermitteln.

Hat ein Musterdepot auch Nachteile?

Obwohl für Anfänger äußerst empfehlenswert, gibt es bei Musterdepots auch verschiedene Gefahren. Die wichtigste ist sicherlich, dass Einsteiger durch das Depot den Markt dennoch falsch einschätzen können.

Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Anfänger ein Musterdepot ausschließlich während einer Hausse nutzt. Der hat dann meistens noch keine deutlichen Kursverluste hinnehmen müssen, sondern kann vor allem von anhaltenden Kursgewinnen profitieren. Würde er sich dann entscheiden, mit echtem Geld in den Handel einzusteigen, ist die Chance groß, dass eine Baisse folgt und er zunächst mit ansehen muss, wie sein Kapital deutlich schrumpft.

Anleger können also durch ein Musterdepot nicht alles lernen, was sie wissen müssen. Es reicht jedoch meistens aus, sich dies durch Fachtexte oder vergangene Entwicklungen an der Börse bewusst zu machen, um die wichtigsten Fehler zu vermeiden.

Ein weiterer Nachteil kann allerdings sein, dass Anleger die Wirkung auf die Psyche unterschätzen, die ihr eigenes Geld haben kann. Wer im Musterdepot problemlos mit großen Volatilitäten Gewinne erzielen kann, ist im realen Leben psychisch dafür nicht immer gemacht. Einsteiger sollten also nicht überschätzen, wie viel Risiko sie tatsächlich aushalten, sondern die Wertpapiere hier ein bisschen weniger riskant wählen.

Einer der größten Nachteile von Musterdepots ist allerdings die Tatsache, dass die Funktionen im Vergleich zu einem Depot mit Echtgeld häufig sehr eingeschränkt sind. Viele Online Broker bieten für kostenfreie Musterdepots nicht die gleichen Möglichkeiten. Dies kann je nach Strategie sogar das gesamte Ergebnis verfälschen. So beziehen beispielsweise die meisten Musterdepot-Anbieter Dividendenzahlungen nicht in die Berechnung des Musterdepots ein. Dies kann vor allem bei einer Zinseszins-Strategie dazu führen, dass das Musterdepot die Realität kaum abbilden kann.

Alternative: Watchlists

Viele Online Broker und Informationsseiten bieten kein echtes Musterdepot an, sondern ermöglichen das Erstellen von Watchlists. Hier können Anleger alle Wertpapiere hinzufügen, die sei interessant finden und können sich dann jederzeit über die Wertentwicklung informieren. Häufig verfügen sie zudem über eine Benachrichtigungsfunktion, die den Nutzer informiert, wenn der Kurs einer Aktie ein bestimmtes Niveau über- oder unterschreitet.

Der größte Vorteil von Watchlists ist ihre wesentlich größere Verbreitung. Technisch sind sie wesentlich leichter umzusetzen als Musterdepots mit festem Budget. Allerdings müssen Anleger hier viele wichtige Faktoren wie beispielsweise ein fiktives Depotvolumen, das zur Investition genutzt werden kann, selbst im Auge behalten. Eine Watchlist ist also deutlich weniger aussagekräftig als ein Musterdepot und eignet sich vor allem dann, wenn es eher darum geht, bestimmte Aktien im Auge zu behalten und sie beispielsweise mit der Konkurrenz zu vergleichen.

Sie eigenen sich auch als Ergänzung  zum Depot. Gerade für Anleger, die sich nicht ständig mit ihren Wertpapieren beschäftigen möchten, ist die Benachrichtigungsfunktion interessant. Außerdem ermöglicht eine solche Watchlist häufig eine übersichtlichtere Darstellung der Werte.

Musterdepots von Aktienexperten

Gegenüber dem risikofreien Aktienhandel wird das Wort „Musterdepot“ allerdings auch noch anders verwendet: Es gibt verschiedene Anbieter, die ein beispielhaftes Depot zusammenstellen. Dieses soll dann beispielsweise eine Strategie oder eine Branche besonders gut repräsentieren oder bildet ab, welche Aktien ein Experte für besonders vielversprechend hält.

Es handelt sich also um ein Depot, das ein anderer Anleger zusammengestellt hat, weil er die Zusammensetzung für besonders interessant und vielversprechend hält. Derartige Depots werden von nahezu allen größeren Zeitungen und vor allem Wirtschaftszeitschriften veröffentlich. Die Leser werden über Zukäufe und Verkäufe informiert und erhalten auch eine Erklärung darüber, warum die jeweiligen Aktien als Kaufempfehlung zum jeweiligen Zeitpunkt bewertet werden. In der Regel wird auch die Performance innerhalb bestimmter Zeiträume angegeben und die zurückliegende Entwicklung beurteilt.

Solche Musterdepots eigenen sich noch besser als Depots in Eigenregie, um mehr über die Anlage in Wertpapiere zu erfahren. Dadurch, dass sie häufig kommentiert werden, können Einsteiger schneller erfahren, welche Charakteristika für eine Aktie wichtig sind und wie ein Profi mit den Kursschwankungen umgeht und sie einschätzt. Das ermöglicht es, dass der Anleger mehr dazu lernt, als wenn er selbst alles in Eigenregie macht.

Derartige Musterdepots können zudem auch gute Kaufempfehlungen darstellen. Allerdings sollte der Anleger dabei verschiedene Punkte beachten. Ein einfaches Nachkaufen ist nämlich nicht möglich. Im Normalfall befinden sich viele Wertpapiere im Portfolio die bereits zu einem weiter zurückliegenden Zeitpunkt mit einer bestimmten Gewinnerwartung erworben wurden. Diese ist häufig zumindest teilweise bereits erfüllt und der Anleger wird kaum die Möglichkeit haben, sie zu einem guten Preis zu erwerben.

Andererseits können die Erwartungen auch aufgrund von anderen Faktoren unrealistisch geworden sein. Beispielsweise weil die Branche oder das Unternehmen selbst in der Krise steckt. Der Anleger sollte die Aktie also nicht kaufen, nur um sie im Portfolio zu haben, sondern muss überprüfen, ob ihr Kauf immer noch empfehlenswert ist. Außerdem sollte er dabei die Diversifikation des Depots im Auge behalten, denn fehlende Aktien sorgen fast automatisch für ein Ungleichgewicht.

Tipps für das Musterdepot

Ein Musterdepot kann sowohl für neue Strategien als auch für Einsteiger oder Interessenten viele Möglichkeiten bieten. Nutzer sollten auf die folgenden Punkte achten:

  • Das Musterdepot sollte kostenfrei und nicht an weitere Bedingungen geknüpft sein.
  • Der Funktionsumfang der verschiedenen Anbieter kann sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Der größte Lerneffekt wird durch die intensive Beschäftigung mit dem Depot erzielt.
  • Es ist sinnvoll, verschiedene Musterdepots mit unterschiedlichen Strategien oder Risikoklassen anzulegen.
  • Depots sind nur dann aussagekräftig, wenn sie über verschiedene Marktphasen hinweg geführt wurden.

Fazit:

Ein Musterdepot ist für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. Während Anfänger den Aktienhandel in der Anwendung erlernen können, können Fortgeschrittene neue Strategien ausprobieren. Für jeden Wissensstand ist dies also notwendig, um das Risiko kennenzulernen, ohne dabei einen Verlust des Kapitals zu riskieren. Es ist allerdings wichtig, das Depot über einen ausreichend langen Zeitraum zu führen, um verschiedene Marktphasen abzubilden. Nur auf diese Weise ist es aussagekräftig genug.

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