OnVista Bank und Comdirect Erfahrungen – Test und Bewertung

Die OnVista Bank wird von der OnVistaGroup angeboten, die inzwischen durch die Comdirect Bank übernommen wurde. Das Unternehmen wurde 1998 gegründet und tut sich vor allem durch das Finanzportal OnVista hervor. Das Brokerage-Angebot der OnVista Group ist im Vergleich deutlich weniger bekannt. Als Direktbank bietet OnVista günstige Konditionen und gilt damit als einer der wichtigsten Anbieter von Internet-Dienstleistungen in Deutschland. Auch finanzen.net greift auf das Angebot der OnVista Bank zurück.

Über OnVista

OnVista wurde 1998 als Online-Finanzportal gegründet und ging schon 1999 an die Börse. Die OnVista Bank kam erst 2008 zustande. Damals ging das Finanzportal eine Kooperation mit fimatex der Boursorama S. A. an, und sämtliche Bank- und Brokerage-Angebote wurden in der Folge in das Finanzportal integriert. Im Dezember beschloss der Konzern, die OnVista Bank zu kaufen. Inzwischen hat Comdirect angekündigt, die OnVista Bank zu erwerben. Das Unternehmen plant, die knapp 100.000 Kunden mit dem betreuten Vermögen von rund 2,5 Milliarden Euro bis Juni 2017 in das eigene Angebot zu integrieren. Das Unternehmen wird derzeit von Ralf Oetting geleitet. Der Umsatz beträgt 7,6 Millionen Euro und der Konzern kann 86 Mitarbeiter beschäftigen.

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Wie geht es mit OnVista weiter?

Die Kunden von OnVista sollen weiterhin die Preise zahlen, die sie von der OnVista Bank gewohnt sind. Im Vergleich zur Comdirect können sie also leicht günstiger Traden. Der Vorteil an der Verschmelzung ist auch die Tatsache, dass beide Unternehmen so nur noch eine Bankenlizenz benötigen, was die Kosten deutlich senkt. Die Comdirect selbst geht davon aus, dass der Erwerb den Gewinn vor Steuern von ca. 10 Millionen Euro erhöhen kann. Keine Angaben machen beide Unternehmen darüber, wie es mit der OnVista Bank innerhalb des Web-Portals weitergeht. Möglicherweise werden die existierenden Energien weiter unter dem bekannten Namen genutzt.

Derzeit ist es noch möglich, ein Konto oder Depot bei der OnVista Bank zu eröffnen. Als Geschäftspartner wird die Comdirect noch nicht aufgeführt. Wer also Interesse daran hat, ein Depot bei der Comdirect zu eröffnen und dennoch von den günstigen Konditionen der OnVista Bank zu profitieren, sollte sich bald zur Eröffnung eines Depots entscheiden.

So präsentiert sich OnVista auf seiner Webseite

So präsentiert sich OnVista auf seiner Webseite

Welches Angebot bietet die OnVista Bank?

Die OnVista Bank bietet ein sehr umfangreiches Angebot an unterschiedlichen Finanzprodukten. Zu ihnen zählen:

  • Aktien
  • Optionsscheine
  • Zertifikate
  • Fonds
  • CFDs
  • Futures
  • Optionen
  • Sparpläne
  • Wertpapierkredite
  • Intraday-Kredit

Der börsliche Handel ist an mehr als 21 unterschiedlichen Börsen möglich. Davon befinden sich 13 im Ausland. Angeboten werden die US-amerikanischen Börsen NYSE, NSADAQ und AMEX sowie diverse skandinavische Börsen. Letztere können allerdings nur noch telefonisch und nicht online gehandelt werden. Zusätzlich stehen rund zwei Dutzend außerbörsliche Handelspartner bereit.

Insgesamt handelt es sich also um ein recht umfangreiches Angebot, dass die meisten Privatanleger zufriedenstellen dürfte. Wer Wert auf ausländische Börsen legt, wird sich möglicherweise über die Übernahme durch die Comdirect freuen. Die Auswahl wird dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit noch etwas zunehmen.

OnVista bietet Top Konditionen

OnVista bietet Top Konditionen

Welche Kosten erwarten Kunden bei der OnVista Bank?

Die OnVista Bank gilt als einer der kostengünstigsten Anbieter auf dem deutschen Markt. Dabei bietet der Broker zwei unterschiedliche Depots an, dies sich in der Gebührenstruktur unterscheiden:

Das Festpreis-Depot

Das Unternehmen bietet im Rahmen des Festpreis-Depots eine fixe Orderprovision von fünf Euro zuzüglich 1,50 Euro pauschaler Handelsplatzgebühr. Dies ist im Vergleich mit anderen Online-Brokern und Discountern ein sehr guter Wert.

Auch der US-Handel ist außergewöhnlich günstig. OnVista verlangt hierbei lediglich zehn Euro fixe Ordergebühren zuzüglich 2,50 Euro pauschalisierter Handelsplatzgebühr. Im Vergleich zu vielen anderen Online-Brokern überzeugt das Angebot also sowohl national als auch international. Die üblichen Handelsplätze sind allerdings etwas kostenintensiver. Hier müssen Kunden mit 25 Euro Festpreis zuzüglich 5 Euro Handelsplatzgebühr einkalkulieren.

Ähnlich erfreulich und transparent ist die Gebührenstruktur bei Derivaten. Futures und ODAX kosten jeweils fünf Euro je Kontrakt, Aktienoptionen 1,50 Euro. Beim ODAX und Aktienoptionen ist allerdings eine Mindestgebühr von 12,50 Euro je Auftrag notwenig.

Das Freebuy-Depot

Eine weitere interessante Möglichkeit ist das FreeBuy-Depot. Hierbei erhalten Kunden je nach ihrem durchschnittlichen Guthaben im Vormonat zwischen einem und zehn FreeBuys, die sie dann für Käufe einsetzen können. Sie sind jeweils für den aktuellen Monat gültig. Die Ordergebühren seitens OnVista fallen hierbei völlig weg, allerdings gelten hier ebenfalls die pauschalisierten Handelsplatzgebühren in der Höhe des Festpreis-Depots.

Anleger sollten dabei beachten, dass die Ordergebühren grundsätzlich nur für Käufe entfallen, nicht für Verkäufe. Hier beträgt der Grundpreis 5,99 Euro zuzüglich 0,23 Prozent des Ordervolumens. Maximal ist die Ordergebühr auf 39 Euro begrenzt.

OnVista Bank Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln

OnVista Bank Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln

Welche Kosten fallen außerdem an?

OnVista behält die günstige Kostenstruktur auch darüber hinaus bei. Kostenfrei sind:

  • Eröffnung und Führen des Depots
  • Limit-Erteilung, Änderung, Streichung (online),
  • Sparplankauf
  • Dokumentenverwaltung online per Postbox
  • Dividendenzahlungen
  • Zahlungsausgänge zugunsten des Referenzkontos
  • Jahressteuerbescheid

Für ungewöhnlichere Dienstleistungen fallen jedoch natürlich Gebühren an, um das Depot zu führen und Aktien zu handeln, sind diese jedoch nicht zwingend erforderlich. Eine Ausnahme könnte lediglich die Eintragung von Namensaktien sein, die mit 0,30 Euro zzgl. Fremdspesen berechnet wird.

Zudem müssen Kunden sich darauf einstellen, dass nicht alle Realtime-Kurse kostenfrei verfügbar sind, bzw. dies nur bei entsprechender Handelsaktivität der Fall ist.

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Wie gut ist die Handelsplattform?

Die OnVista Bank bietet derzeit vier unterschiedliche Möglichkeiten des Aktienhandels an. Für die meisten Anleger dürfte der Telefonhandel allerdings keine wichtige Rolle spielen, zumal dieser mit Mehrkosten verbunden ist und das Unternehmen auch mobiles Webtrading ermöglicht. Über die App können Anleger Order ausführen, oder sich Übersicht über Depot, Finanzen oder interessante Wertpapiere verschaffen.

Durchschnittliche Anleger werden mit dem Web-Trading der OnVista Bank zufrieden sein. Die Handelsplattform ist allerdings nicht unbedingt die übersichtlichste Lösung, lässt hinsichtlich ihres Funktionsumfangs und ihrer Zuverlässigkeit allerdings in der Regel nicht zu wünschen übrig. Wer gerade erst mit dem Aktienhandel beginnt, wird jedoch vermutlich mehrfach auf kleinere Probleme stoßen.

Profis werden hingegen auf GTS-Global Trading System zurückgreifen. Die Handelssoftware entwickelt die OnVista Bank bereits seit 1998. Sie hat dementsprechend zahlreiche sinnvolle Funktionen und kurze Latenzzeiten, wirkt jedoch grafisch auch noch so, als käme sie direkt aus den 1990ern. Wer die Software erst ausprobieren möchte, bevor er sich zur Depoteröffnung bei OnVista entscheidet, kann dies dank einer 14-Tage-Demo ohne Risiko tun. Die Handelssoftware lässt sich anschließend durch verschiedene Realtime-Kurse ergänzen, die allerdings je nach Anzahl der Trades im Vormonat auch kostenfrei verfügbar sind.

Aktien handeln bei OnVista

Aktien handeln bei OnVista

OnVista unter den Top-Anbietern

OnVista ist preislich einer der attraktivsten Anbieter auf dem deutschen Markt. Dementsprechend wird das Angebot regelmäßig von der Fachpresse unter die Lupe genommen und schneidet dort üblicherweise hervorragend ab. Zu den Preisen aus den letzten Jahren zählen:

  • Bester Online Broker 2016 der Wirtschaftswoche
  • Platz im Handelsblatt-Vergleich in Bezug auf das günstigste Depot.
  • Testsieger im Onlinebroker Test der Euro am Sonntag in den Kategorien „Normaler Trader“, „Sparplaner“ und „Investor“.
  • Kundenliebling 2016 unter den Depotbanken von DEUTSCHLAND TEST und FOCUS-Money
  • Beste Depotbank im Vergleichstest von n-tv

Service der OnVista Bank

Der Kundenservice der OnVista Bank kann werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr erreicht werden. Der telefonische Wertpapierhandel ist schon eine Stunde früher und vier Stunden länger möglich. Das Unternehmen stellt auch eine FAX-Nummer und eine E-Mail-Adresse zur Verfügung. Ein LiveChat fehlt allerdings.

Die Erfahrungen mit OnVista hinsichtlich des Kundenservice sind teilweise recht unterschiedlich. Während einige Kunden sich darüber beschweren, dass die Einrichtung von Depots fehlerhaft verlaufen sei und zu viel Zeit in Anspruch genommen haben, sind andere von der OnVista Bank vollkommen überzeugt und loben auch die Schnelligkeit. Grundsätzlich müssen Kunden allerdings mit rund ein bis zwei Wochen zwischen Depotantrag und der tatsächlichen Eröffnung rechnen. Der Kundenservice ist teilweise recht schlecht erreichbar. Wartezeiten von bis zu zwanzig Minuten sind keine Seltenheit. Dennoch ist die Kundenzufriedenheit bei der OnVista Bank sehr hoch.

Sicherheit im Internet ist wichtig

Sicherheit im Internet ist wichtig

Lombard- und Intradaykredit der OnVista

OnVista bietet seinen Kunden auch die Möglichkeit, einen Wertpapierkredit zu nutzen. Der Zinssatz liegt aktuell bei 4,25 % p.a oder 4,33 % p.a. effektivem Jahreszins. Die OnVista Bank verzichtet dabei auf Zweckbindung, Bearbeitungs- und Bereitstellungsgebühren, feste Laufzeiten oder SCHUFA-Auskunft. Der mögliche Kreditrahmen beginnt bei 5.000 Euro. Der Beleihungsfaktor beträgt dabei üblicherweise um die 50 % des Kurswerts.

Der Intraday-Kredit dient hingegen ausschließlich der Erhöhung des untertägigen Handelskapitals. Hierfür erhebt die OnVista Bank weder Einrichtungsgebühren noch Zinsen. Er kann allerdings nur am Tag der Einbuchung genutzt werden und muss abends selbstständig wieder zurückgeführt werden. Zudem müssen Kunden beachten, dass der Eurex-Handel dann nur noch über ein separates Depot möglich ist.

Fazit: OnVista Bank als Top-Discount-Broker – doch wie lange noch?

Der Großteil der Kunden hat mit der OnVista Bank Erfahrungen gemacht, die sich nur als herausragend beschreiben lassen. Grund dafür und für die zahlreichen Auszeichnungen sind auch – aber nicht ausschließlich – die ungewöhnlich günstigen Konditionen, die die OnVista Bank mit sämtlichen Discount-Brokern auf dem deutschen Markt mithalten lässt.

Spannend werden für alle Kunden und Interessenten allerdings die nächsten Monate. Wie die Comdirect das Angebot letztlich integrieren wird, ist derzeit noch nicht eindeutig. Von den günstigen Konditionen sollen Kunden jedoch auch weiterhin profitieren, sodass ein schneller Abschluss vorteilhaft sein könnte. Anleger sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass sie damit in Kürze Kunden der Comdirect werden dürften.

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