Portfolio optimieren – in wenigen Schritten möglich

Leitfaden für die Geldanlage

Dieser Leitfaden gibt Ihnen einen guten Einblick darüber, welche Fragen Sie bei Ihrer Geldanlage beantworten sollten. Allerdings kann er aufgrund des Platzes zwangsläufig viele Themen nur streifen. Er ist allerdings gut dafür geeignet, um sich beispielsweise auf ein Gespräch mit dem Finanzberater vorzubereiten oder sich weiter zu informieren.

1. Zentrale Fragen beantworten

Bevor das Portfolio optimiert werden kann, muss der Anleger verschiedene Fragen beantworten, die ihm im Verlauf dabei helfen werden.

Zuerst steht die Frage nach dem Status quo und dem Geld, das über verschiedene Zeiträume investiert werden kann. Anleger sollten sämtliches zur Verfügung stehendes Kapital zusammenrechnen. Vom Betrag muss allerdings ein Notfallgroschen abgezogen werden. Er sollte zwischen zwei und drei Nettogehältern betragen und ist am besten auf dem Tagesgeldkonto aufgehoben. Im Anschluss daran sollte das Kapital nach den möglichen Anlagezeiträumen aufgeteilt werden:

  • Ein bis drei Jahre
  • Drei bis fünf Jahre
  • Mehr als fünf Jahre

Nun sollten die fest geplanten Ausgaben ebenfalls für die gleichen Zeiträume aufgelistet werden. In der Regel zeigt sich hier bereits, dass zu viel Geld in Anlagen steckt, die sich vor allem für kurze Zeiträume eignen und nur wenig, dass langfristig seine Stärken ausspielt.

Consorsbank Prämie

Hohe Tagesgeldzinsen können die Rendite steigern

2. Risiko richtig wählen.

Im Anschluss daran ist es sinnvoll, das richtige Maß an Risiko zu finden, um nicht sinnlos Rendite zu riskieren und sich dennoch dabei wohlzufühlen. In einem ersten Schritt wird deswegen die Summe, die fix für Ausgaben eingeplant ist, von der Gesamtsumme abgezogen. Sie sollte festverzinst werden, um kein Risiko bei Ausgaben einzugehen, die der Anleger tatsächlich tätigen wird.

Die übrigbleibende Summe ist Geld, das genutzt werden kann um die Performance der Geldanlange trotz Niedrigzinszeiten zu steigern,.

Welches Risiko dabei noch vertretbar ist, hängt vor allem vom Anleger ab. Grundsätzlich sollte dieser noch ruhig schlafen können, auch wenn die Geldanlage im Wert schwankt. Ein Finanzberater würde Ihren Risikotyp in der Regel mit einem Fragebogen genau bestimmen und Ihnen dann Produkte vorschlagen, die dazu passen.

Es gibt verschiedene Klassifikationen der Risikotypen, eine gängige Aufteilung und Benennung ist jedoch:

  • Sicherheitsorientiert
  • Ertragsorientiert
  • Wachstumsorientiert
  • Chancenorientiert
  • Spekulativ

Dabei gilt grundsätzlich: Eine bessere Rendite geht immer mit höherem Risiko einher. Das Institut für Vermögensaufbau rechnet beispielsweise in Musterdepots mit folgenden Werten:

Rendite (%) Verlustrisiko (%) Erwartete maximale Verlustdauer
Sicherheitsorientiert 3,5 5 1 Jahr
Ertragsorientiert 4,5 10 2 Jahre
Wachstumsorientiert 5,5 20 3 Jahre
Chancenorientiert 6,5 30 4 Jahre
Spekulativ 7,5 45 5 Jahre

 

Das heißt, dass Anlegern grob gesagt nahe gelegt wird, pro Prozentpunkt Rendite mit einer Verdoppelung des Verlustrisikos zu kalkulieren.

Außerdem gilt die Faustregel, dass ein großer Verlust immer deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als dies bei kleinen Verlusten der Fall ist. Ein Portfolio, das die Hälfte seines Wertes verliert, muss ihn danach verdoppeln, um wieder den Ausgangswert zu erreichen.

3. Finanzprodukte wählen

Entsprechend der Risikoklasse und dem Anlagezeitraum werden dann geeignete Finanzprodukte gesucht. Sie sollten dabei allerdings nicht vergessen, dass gerade ihr Risikotyp nicht in Stein gemeißelt ist. Es ist durchaus sinnvoll und ratsam eine Mischung zwischen renditeträchtigeren und weniger riskanten Geldanlagen zu nutzen, um insgesamt das Portfolio zu diversifizieren und so das Verhältnis von Rendite und Risiko weiter zu optimieren.

Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch

Wer sich mit der Geldanlage als Privatanleger beschäftigt, nutzt diese Anlageformen als Häufigstes. Die Renditen sind allerdings in den letzten Jahren so gering geworden, dass sich diese Klassiker nur noch für den Notgroschen wirklich empfehlen. Wer auf Sicherheit setzen möchte, kann dies mit diesen Produkten allerdings bedenkenlos tun.

Staatsanleihen

Staatsanleihen eignen sich auch, um einen kurz- bis mittelfristigen Anlagehorizont abzudecken. Sie haben eine vereinbarte Laufzeit, an deren Ende der Kunde das Kapital plus Zinsen zurückerhält. Allerdings lohnen sich Staatsanleihen von Ländern mit hoher Bonität derzeit kaum noch. Bei einer höheren Rendite steigt das Risiko hingegen deutlich an.

Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen funktionieren ähnlich wie Staatsanleihen, gelten allerdings durchschnittlich als riskanter als Staatsanleihen. Während Letztere unter deutschen Anlegern zu den beliebtesten Finanzprodukten gehören, sieht dies bei Unternehmensanleihen schon anders aus.

Aktien

Aktien bieten zweifache Renditechancen. Zum einen schütten die meisten Aktiengesellschaften eine Dividende aus und beteiligen so ihre Aktionäre am Gewinn. Zum anderen ist es möglich, über Kurssteigerungen einen Gewinn zu realisieren.

Allerdings hat die Anlage in Aktien einen großen Haken und das sind die starken Kursschwankungen, die Privatanlegern den Schlaf rauben können. Allerdings winkt hier über einen langen Zeitraum die größte Rendite. Bis zu sieben Prozent Kurssteigerung jährlich legen Aktienmärkte hin. Allerdings nur über einen langfristigen Anlagehorizont, weswegen Aktionäre Gelassenheit mitbringen müssen. Wer täglich den Wert seines Portfolios kontrolliert, verliert schnell die Nerven und handelt zu kurzfristig. Auf der anderen Seite müssen Aktionäre über die Aktiengesellschaft und ihre Branche informiert bleiben, um bei eindeutigen Fehlentwicklungen den Verlust begrenzen zu können.

Investmentfonds

In Investmentfonds investieren viele Privatanleger und teilweise sogar institutionelle Anleger. Das gesammelte Vermögen wird von einem Team oder einzelnen Fondsmanagern so gut wie möglich verwaltet. Durch das größere Kapital ist es möglich, eine gute Diversifikation und günstigere Konditionen zu erreichen. Der einzelne Anleger muss hierfür nur einen Bruchteil des Geldes einsetzen, das für diesen Effekt notwendig ist. Gerade für vorsichtigere Privatanleger sind Investmentfonds aufgrund der Risikostreuung gut geeignet. Allerdings verursachen Fondas auch zusätzliche Kosten wie Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren.

Das Kapital in Fonds gilt als Sondervermögen, sodass es selbst bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft unangetastet bleibt. Investmentfonds gibt es für sämtliche denkbar Anlageklassen, besonders beliebt sind Aktienfonds, offene Immobilienfonds und Rohstoffonds.

Geschlossene Fonds

Bei offenen Fonds können Kunden das eingesetzte Kapital jederzeit wieder abziehen. Es handelt sich dabei in der Regel um sehr liquide Werte, die sogar an der Börse gehandelt werden können. Anders ist dies bei geschlossenen Fonds. Sie haben eine feste Laufzeit, die sogar mehrere Jahrzehnte betragen kann.

Geschlossene Fonds werden genutzt, um Sachwerte zu erwerben, die durch ihre Nutzung Rendite erzielen, wie beispielsweise Immobilien oder Schiffe. Diese werden dann zum Ende der Laufzeit des Fonds wieder verkauft. Der Kunde erhält dann seinen Einsatz wieder plus den Gewinn. Allerdings handelt es sich hier um eine der riskantesten Geldanlagen überhaupt.

ETF

ETF – Exchange Traded Funds haben viele Ähnlichkeiten mit offenen Fonds. Allerdings werden sie nicht aktiv gemanagt. Stattdessen versuchen sie, Indizes möglichst originalgetreu abzubilden. Das hat zum einen Kostenvorteil, zum anderen sind Anleger nicht von den Fähigkeiten einzelner abhängig. Der Markt kann so nicht geschlagen werden, allerdings ist auch ein Unterbieten nicht möglich. Zusammen mit der Ersparnis können ETFs deswegen eine sehr attraktive Alternative zu Fonds sein.

Zertifikate

Zertifikate gibt es in sehr vielen verschiedenen Ausführungen, die sich hinsichtlich Funktionsweisen und Risiken deutlich unterscheiden. Sie ähneln meist einer Anleihe, allerdings erhält das Unternehmen das eingesetzte Kapital hierbei nicht. Dieses fließt ausschließlich an den Emittenten.

Zertifikate eignen sich aufgrund der beschränkten Laufzeiten und des hohen Risikos nur über kurze bis mittelfristige Zeiträume. Je länger die Laufzeit ist, umso teurer oder riskanter wird das Zertifikat in der Regel. Durch die Differenz zwischen Basiswert und Zertifikatepreis ergibt sich zudem ein Hebeleffekt, der die Gewinne deutlich vergrößert, jedoch auch das Risiko so sehr erhöht, dass Zertifikate nur für sehr erfahrene Anleger geeignet sind.

Sachwerte

Auch Sachwerte eigenen sich teilweise für die Geldanlage, zumal sie inflationsgeschützt sind. Klassiker sind hier Gold und Immobilien. Der größte Nachteil ist in der Regel die unter Umständen sehr langfristige Kapitalbindung. Zudem müssen Anleger auch hier dauerhaft die Preise vergleichen, um gute und schlechte Verkaufszeitpunkte zu finden und erkennen zu können. Außerdem erwirtschaften sie in der Zwischenzeit keine Zusatzeinnahmen wie Dividende, Zinsen oder auch Miete.

Bei Immobilien kann immerhin mit einer dauerhaften Rendite gerechnet werden, dafür entsteht durch das gebundene Vermögen ein Klumpenrisiko.

4. Passende Produkte auswählen

Wer weiß, in welche Art der Geldanlage er investieren möchte, hat den ersten Schritt getan. Im Anschluss daran gilt es, die einzelnen Finanzprodukte miteinander zu vergleichen. Wichtige Faktoren sind:

  • Zinsen
  • Verwaltungsgebühren
  • Andere Kosten
  • Laufzeiten
  • Marktphase
  • Mindest- und Maximalanlage
  • Kommissionen
  • Flexibilität
  • Rendite
  • Verlustwahrscheinlichkeit

Um einen guten Eindruck in den Markt zu erhalten, müssen viele verschiedene Prospekte und Verkaufsinformationen gewälzt werden. Je nach Geldanlage kann der Aufwand hier sehr unterschiedlich sein. Während beispielsweis bei Tagesgeldangeboten vor allem Zinsen, die Länge ihrer Garantie und das maximale Guthaben betrachtet werden müssen, ist dies bei Fonds schon deutlich komplizierter. Hier kommen auch die Performances der letzten Jahre zum Tragen, manche Broker verzichten vielleicht auf Ausgabeaufschläge, die Diversifikation muss überprüft werden usw. Auf diese Weise wird die Recherche deutlich anspruchsvoller.

5. Auf die Mischung achten

Es ist durchaus möglich, verschiedene Finanzprodukte mit unterschiedlichen Risiko/Rendite-Profilen miteinander zu kombinieren und auf diese Weise das Verhältnis dieser beiden wichtigen Merkmale zu optimieren.

Dies liegt auch daran, dass die verschiedenen Märkte teilweise miteinander korrelieren und andere sich sogar entgegengesetzt verhalten können. Auf diese Weise gleichen sich Stärke- und Schwächephasen der einzelnen Märkte gegenseitig aus und sehr volatile Werte werden besser kompensiert.

Fazit:

Einen Einstieg in die strukturierte Geldanlage zu finden, ist nicht so schwer, wie viele Kleinanleger glauben. Die Beschäftigung mit diesem Thema lohnt sich jedoch, da sie das Verhältnis von Risiko und Rendite deutlich verbessern kann.

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