Münzen als Geldanlage

So kommen Sie aus der Schuldenfalle

Aus der Schuldenfalle kommen

Rund 10.000 Verbraucher rutschen jährlich in die Überschuldung. Häufig ergibt sich aus der Überschuldung eine Negativspirale, die es immer schwerer macht, aus der Schuldenfalle heraus zukommen. Wer wieder schuldenfrei sein möchte, benötigt dafür häufig Durchhaltevermögen und Geduld.

Die Schuldenspirale zieht viele Verbraucher mit sich

Beim ersten Schritt in die Verschuldung sind die Konsequenzen nur selten absehbar. Die Grundsituation ist häufig diejenige, dass der Verbraucher nicht genug Geld spart, um sich seinen Konsum zu leisten. Ob er nicht sparen kann oder will ist dabei irrelevant. Wenn sie nun die Raten abtragen müssen – also indirekt zum Sparen gezwungen werden, fällt dies vielen schwer oder es ist aufgrund der finanziellen Lage unmöglich. Zudem sind die erworbenen Waren durch den Kredit noch einmal deutlich teurer geworden.

In anderen Fällen ist das Problem, dass ein sichergeglaubtes Einkommen weggebrochen ist, unvorhergesehene Mehrausgaben auftraten oder der Verbraucher sich bei einem anderen Kredit deutlich verschätzt hat, sodass dieser zu teuer ist.

Viele Verbraucher stehen dann vor dem Problem, dass sie die Raten nicht bedienen können. Dadurch kommen Mahnungszuschläge hinzu, die den Kredit noch einmal wesentlich verteuern. Die Betroffenen haben also noch mehr Probleme damit, ihn zu tilgen.

Häufig betrifft dies dann nicht nur den entsprechenden Kredit, sondern auch andere Rechnungen. Vor allem laufende Ausgaben wie Miete, Telefon, Strom oder Heizung werden nur verspätet bezahlt. Auch hier kommen dann zusätzliche Mahngebühren hinzu und für den Verbraucher wird es immer schwieriger, alle Rechnungen zu begleichen.

Nicht selten kommt es dann sogar dazu, dass der Verbraucher resigniert und aufgrund der Ausweglosigkeit der Situation nicht einmal mehr versucht, die Forderungen zu begleichen, die dadurch immer größer werden. Ein weiterer häufiger Fehler ist, sich überteuert Geld zu leihen, um beispielsweise Pfändungen zu verhindern. Auf diese Weise wächst allerdings der Schuldenberg nur weiter an.

In die Schuldenspirale reinzurutschen, ist aufgrund dieser typischen Mechanismen relativ leicht. Aus ihr herauszukommen ist deutlich schwerer, aber machbar.

  1. Ernst der Lage einschätzen

Fremde Hilfe ist häufig notwendig, um aus der Schuldenfalle zu gelangen. Hierbei gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Situationen.

  • Zum einen ist es möglich, dass jemand in die Schuldenfalle geraten ist, aber durchaus noch die Übersicht über die Schulden hat. Diese sollten sich zudem mit konsequentem Sparen kurz- bis mittelfristig abtragen lassen. Es handelt sich hierbei also lediglich um eine leichte Verschuldung.
  • Viele Verbraucher, die höher verschuldet sind, haben keinen Überblick mehr über die Forderungen. Sie lassen Briefe ungeöffnet und wissen nicht, wie sie jemals ihre Schulden bezahlen können. Der Verbraucher ist in der Regel stark verschuldet.

Wie der Weg aus der Schuldenspirale aussehen kann, richtet sich auch nach dem Grad der Verschuldung.

2. Hilfe in Anspruch nehmen

Unabhängig vom Verschuldungsgrad ist es allerdings immer sinnvoll, Hilfe in Anspruch zu nehmen, sobald der Betroffene das Gefühl hat, die Lage nicht mehr völlig unter Kontrolle zu haben. Scham ist hier nicht notwendig. Die meisten Schuldnerberater haben in den meisten Fällen deutlich schlimmeres gesehen und sind mit der Problematik umfangreich bekannt. Verbraucher müssen sich vor ihrem Berater also nicht genieren. Wichtig ist es allerdings, den ersten Schritt zu tun und einen Beratungstermin wahrzunehmen. Der Schuldner wird dann auf dem weiteren Weg angeleitet.

Kredit Consorsbank

Das Beleihen des Depots kann eine Möglichkeit sein Lücken zu schließen

Wer denkt, dass sein Fall noch zu leicht sei und den Weg zum Schuldnerberater scheut, sollte diese Entscheidung durchaus noch einmal hinterfragen. Es handelt sich immerhin um einen Experten, dessen Arbeit darin besteht, seine Kunden möglichst schnell und einfach aus der Schuldenspirale herauszuholen. Er kennt dafür deutlich mehr Möglichkeiten als ein herkömmlicher Verbraucher und verfügt in der Regel auch über mehr Kontakte. Er kann deswegen deutlich früher eine Hilfe sein, als viele annehmen würden.

Wichtig ist für viele Betroffene, zu begreifen, dass Scham in Bezug auf die Situation absolut üblich, aber genauso unnötig ist. Genau dieses Gefühl führt nämlich häufig dazu, dass Betroffene keine Hilfe suchen oder dies erst dann tun, wenn es schon fast zu spät ist. Viel Ärger und Sorgen könnten vermieden werden, wenn die Betroffenen den Gang zur Schuldnerberatung früher gehen würden.

3. Haushaltsbuch führen

Egal ob es sich um eine leichte Verschuldung handelt oder das Problem schwerwiegender ist: Ein Haushaltsbuch zu führen, ist unerlässlich, um aus den Schulden zu entkommen. Dies hat verschiedene Gründe:

  • Übersicht über Einnahmen und Ausgaben
  • Entdecken von Einsparpotenzial
  • Disziplinierung vor Ausgaben

Ein Haushaltbuch erweist sich also auf sehr verschiedenen Ebenen als praktisch. Zum einen ermöglicht es gerade bei mangelnder Übersicht über die Finanzlage, wieder Herr der Lage zu werden. Häufig können Verbraucher nur so unnötige Ausgaben entdecken und diese in Zukunft einsparen. Dafür sorgt auch die Tatsache, dass vielen der Konsum auf diese Weise deutlich bewusster wird und sie sich besser selbst vor unnötigen Ausgaben schützen können. Die Auswirkungen sind deutlicher, weil die Gesamtsituation ersichtlich ist.

4. Finanzielle Möglichkeiten kennen

Ein Haushaltsbuch stellt unabhängig vom Verschuldungsgrad auch die Grundlage dazu dar, aus der Schuldenfalle zu entkommen.

Handelt es sich um eine leichte Verschuldung, kann der Verbraucher so errechnen, wo er Geld einsparen kann, um die Raten zu bedienen. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch möglich, dass das Haushaltsbuch klar aufzeigt, dass er diese nicht können wird. Hier zeigt es dann, dass es notwendig ist, die Fremdfinanzierung zu ändern.

Wer auf die Hilfe des Schuldnerberaters angewiesen ist, wird in der Regel ebenfalls aufgefordert, ein Haushaltsbuch zu erstellen, zu pflegen und vorzulegen. Auch er benötigt diese Daten, um ermitteln zu können, welcher Betrag zur Verfügung steht, um Schulden abzutragen.

Häufig ist es notwendig, dass nicht nur unnötige Ausgaben in Zukunft vermieden werden, sondern auch die monatliche Belastung durch Ratenzahlungen gesenkt wird.

5. Einsparpotenzial nutzen

In vielen Fällen wird so ersichtlich, dass viele Schuldner die Möglichkeit haben, Geld einzusparen. Besonders häufig betroffen sind die Posten:

  • Telefonkosten
  • Versicherungen
  • Kfz
  • Strom- und Heizkosten
  • Lebensmittel
  • Hobbys

In diesen Bereich besteht aufgrund günstigerer Anbieter und unnötigen Ausgaben viel Einsparpotenzial. Wer Geld angelegt hat, sollte herausfinden, ob er das Geld ohne zu große Verluste wieder abziehen kann. Im Zweifel kann es beispielsweise deutlich günstiger sein, auf die Zinsen aus dem Festgeld zu verzichten, anstatt mehr Kreditzinsen und Mahngebühren zahlen zu müssen.

6. Mit Gläubigern verhandeln oder Finanzierung wechseln

Wer die Schuldenlast nicht in dem Tempo abtragen kann, wie ursprünglich vereinbart, muss seine Gläubiger von Änderungen der ursprünglichen Beträge überzeugen.

Gläubiger sind in der Regel deutlich kompromissbereiter, als viele Schuldner annehmen. Allerdings ist es notwendig, das Gespräch mit ihnen zu suchen. Dafür reicht es allerdings nicht aus, lediglich um Stundung zu bitten. Wesentlich erfolgsversprechender ist es hingegen, einen konkreten Vorschlag zu machen, was die Höhe der Raten und die Zeitpunkte der Zahlung angeht. Hier ist es häufig auch ein deutlicher Vorteil, wenn ein Schuldnerberater zur Seite steht. Er erhöht die Erfolgschancen solcher Verhandlungen auch deswegen, weil der Vorschlag für den Gläubiger so vielversprechender ist. Zudem ist es grundsätzlich keine leichte Aufgabe, Gläubiger um Stundung oder geringere Tilgungsraten zu bitten. Der Schuldnerberater erleichtert diesen Weg auch in dieser Hinsicht.

7. Kredite sinnvoll tilgen

Als Faustregel gilt, dass der Kredit, der am schnellsten abbezahlt werden kann, auch als erstes abbezahlt werden sollte. Dies hängt allerdings häufig von verschiedenen Faktoren ab:

  • Restschuld
  • Restlaufzeit
  • Möglichkeit (und Kosten) der außerordentlichen Tilgung

Mit den Einsparungen aus dem Haushaltsplan und durch die Verhandlungen mit den Gläubigern ist es häufig möglich, eine Teilschuld relativ schnell zu begleichen. Das dadurch freiwerdende Geld kann dann in den nächsten Kredit gesteckt werden, usw. Auf diese Weise ist es deutlich schneller möglich und zudem günstiger, die Schulden abzubezahlen.

In manchen Fällen – gerade dann, wenn nur eine leichte Verschuldung besteht – kann es sinnvoll sein, einen anderen Kredit aufzunehmen, um die Umschuldung zu ermöglichen. Dies ist allerdings nur in wenigen Situationen tatsächlich empfehlenswert. So darf der neue Kredit nicht deutlich teurere sein als der alte. Geringere Tilgungsraten führen allerdings in den meisten Fällen zu einer leichten Erhöhung der Finanzierungskosten. Ein Kredit ist auch dann empfehlenswert, wenn der alte Kredit noch teurere ist. Aufgrund der schlechteren Bonität ist dies vor allem dann der Fall, wenn ein Verbraucher beispielsweise nicht aus der Überziehung seines Kontos herauskommt und ein kleiner Ratenkredit die günstigere Alternative ist.

In allen Fällen sollten Verbraucher allerdings bedenken, dass ihre Bonität unter ausfallenden Zahlungen gelitten hat. Demzufolge ist es oft unwahrscheinlich, dass günstigere Kreditkonditionen ausgehandelt werden können.

8. Letzte Möglichkeit: Privatinsolvenz

Ist die Überschuldung zu groß oder nicht jeder Gläubiger ist mit den Vorschlägen des Schuldners einverstanden, bleibt häufig nur noch die Privatinsolvenz. Immerhin erlaubt sie jedem Deutschen, innerhalb von maximal sechs Jahren von der Restschuld befreit zu werden.

Der Schuldnerberater hilft bei der Antragstellung. Zudem müssen die Gläubiger eine Einigung verweigern, damit das Verfahren überhaupt möglich wird. Innerhalb der sechs Jahre darf der Betroffene keine neuen Schulden machen und muss alle Einnahmen, die über eine gewisse Höhe hinausgehen, zum weiteren Ausgleich der Schulden verwenden. Ein Betreuer überwacht dabei die Einhaltung der Vorschriften.

Fazit:

Aus den Schulden herauszukommen ist nicht leicht. Letztlich kann dies jedoch jeder Deutsche schaffen. Wichtig ist, sich Hilfe zu holen, um die Situation nicht noch zu verschärfen.

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