S&P500 Index

S&P 500 Index erklärt » Die wichtigsten Infos für 2018

S&P 500 erklärt

Nahezu jeder Anleger kennt den DAX und den Dow als wichtige Börsenbarometer, die den aktuellen Zustand der deutschen und der amerikanischen Märkte anzeigen. Und doch sind diese beiden Indizes mit ihren jeweils 30 Werten eher kleine Spieler gegenüber dem wichtigsten und meistbeachteten Aktienindex der Welt, dem Standard & Poor’s 500, kurz S&P 500.

Dieser setzt sich aus 500 der größten börsennotierten Unternehmen der Vereinigten Staaten zusammen. Mit etwa 400 Unternehmen macht die produzierende Industrie den größten Anteil an der Zusammensetzung des Index aus, der Rest teilt sich auf unter Versorgungsunternehmen (ca. 40), der Finanzbranche (ca. 40) und dem Transportwesen (ca. 20). Herausgegeben wird der Index von der New Yorker Kredit-Ratingagentur Standard & Poor’s, die neben Moody’s und Fitch zu den bedeutendsten ihrer Art zählt. Aufgrund der weltweiten Vernetzung der US-amerikanischen Wirtschaft gilt der S&P 500 als ein Zustandsanzeiger der globalen Konjunktur. Unter den im S&P 500 gelisteten Aktien finden sich viele international bekannte Unternehmen wie z. B. Apple, Coca-Cola, Facebook, Intel oder Alphabet (früher Google).

Die Versionen des S&P 500

Ein Aktienindex wird aus den Aktienkursen einer Anzahl börsennotierter Unternehmen gebildet, die entweder alle aus einem Land oder aus einer ähnlichen Branche stammen. Um einen Mittelwert aus den Kursen zu bilden, gibt es verschiedene Varianten:

  • Ein Kursindex wird nur aus den Aktienkursen berechnet und berücksichtigt keine Dividendenausschüttungen.
  • Ein Performanceindex bezieht die Dividenden mit ein und spiegelt daher die tatsächliche Rendite besser wider.

Der klassische S&P 500 ist ein reiner Kursindex, der nach Marktkapitalisierung gewichtet ist. Mit welchem Faktor der Aktienkurs eines einzelnen Unternehmens den gesamten Index beeinflusst, hängt dabei vom Gesamtwert das Unternehmen an der Börse ab. Dies ist ein Unterschied zum klassischen Dow Jones Index, bei dem alleine der Aktienkurs entscheidet. Spitzenreiter im S&P 500 mit einer Marktkapitalisierung von 620 Milliarden Euro ist dabei Apple, gefolgt von Microsoft und Alphabet (Google) mit jeweils um die 400 Milliarden Euro. Auf Platz 4 behauptet sich mit 313 Milliarden die Gesellschaft Berskshire Hathaway der Investorenlegende Warren Buffet.

Neben dem S&P 500 gibt es noch den S&P 500 Total Return Index, der als Performance-Index ausgelegt ist. In die Indexerstellung gehen Dividenden ein, aber auch andere Ausschüttungen an Aktionäre, wie etwa Einkommen aus dem Verkauf von Bezugsrechten. Der S&P 500 TR bildet daher eine Strategie ab, bei der Anleger alle Erlöse aus einem Investment direkt wieder in den Index investiert.
Schließlich gibt Standard & Poor’s auch noch einen S&P 500 Short Index heraus. Dieser bildet die Performance gerade umgekehrt ab. Er steigt bei sinkenden Kursen. Dieser Index dient vor allem als Basiswert für Derivate, die darauf abzielen, eine Short-Position im S&P 500 aufzubauen.

Geschichte des S&P

Der Index wurde im Jahr 1957 erstmals von Standard & Poor’s herausgegeben. Die Rating-Agentur entstand 1941 aus einem Zusammenschluss des Unternehmens Poor’s Publishing und dem Standard Statistics Bureau, das bereits seit den zwanziger Jahren einen regelmäßigen Index aus über 200 Aktienwerten herausgab. Daher konnte das Unternehmen mit der Erstveröffentlichung des S&P 500 bereits eine Rückdatierung mit täglichen Kursen bis ins Jahr 1928 vorlegen, eine wöchentliche Kursrückrechnung sogar bis ins Jahr 1789.

Im Verlauf der Geschichte verzeichnete der Index immer wieder spektakuläre Einbrüche im Zusammenhang mit den weltweiten Finanzkrisen. Während der großen Spekulationsblase im Technologiebereich am Anfang des 21. Jahrhunderts (Dotcom-Blase) verlor der Index insgesamt etwa 50% und fiel zwischen den Jahren 2000 und 2002 von anfänglich 1500 auf 776 Punkte ab. Einen weiteren markanten Einbruch erlebte der Index mit der internationalen Finanzkrise, die von der US-Immobilienkrise ausgelöst wurde und im Jahr 2007 ihren Anfang nahm. Im Verlauf dieser Entwicklungen verlor der S&P 500 abermals mehr als 50 Prozent. Seit 2009 befindet sich der S&P 500 langfristig in einer Aufwärtsbewegung, die natürlich immer wieder durch Korrekturen unterbrochen wurde. Aufgrund der starken Einbrüche in der jüngeren Vergangenheit konnte der S&P 500 eine attraktive Rendite aufweisen für Anleger, die den Mut hatten, an den Tiefständen einzusteigen.

Welche Möglichkeiten gibt es, in den S&P 500 zu investieren?

Aufgrund der langfristig positiven Renditeerwartung bei Aktieninvestments ist der S&P 500 für viele Anleger attraktiv, denn mit seinen 500 Einzelwerten bietet er die Möglichkeit einer breiten Diversifizierung.

Die einfachste Möglichkeit besteht im Kauf eines Exchange-Traded Fonds, kurz ETF genannt. Dies sind passive Aktienfonds, die nicht gemanagt werden. Bei klassischen gemanagten Aktienfonds wählt ein Fonds-Manager die Einzelwerte und deren Gewichtung im Fond nach einer bestimmten Strategie aus. Da dies aber für den Anleger mit einem Kostenaufschlag verbunden ist und sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass die meisten gemanagten Fonds keine besseren Renditen erzielen, als der Vergleichsindex, ziehen es viele Anleger vor, direkt in einen Index zu investieren. Die ETFs bilden einen Index einfach 1:1 ab. Das heißt, der Kauf eines Anteils an einem S&P 500 ETF verhält sich, als hätte man die 500 Einzelwerte in denselben Gewichtungen gekauft, wie sie im S&P 500 vorliegen.

Dies ist für langfristig orientierte Anleger eine Möglichkeit, von der Performance des Gesamtindex mit relativ geringem Risiko zu profitieren. Risikobereitere Anleger haben natürlich auch die Möglichkeit, über Optionsscheine oder Zertifikate auf den S&P 500 gehebelte Positionen einzugehen. Der Hebel sorgt dafür, dass Schwankungen im Index zu entsprechend größeren Kursschwankungen in den Hebelprodukten führen und zwar sowohl zugunsten als auch gegen den Anleger. Diese Variante des Investments in den S&P 500 ist daher eher für erfahrene Trader zu empfehlen.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, auf fallende Kurse zu setzen. Dafür ist der bereits oben erwähnte S&P 500 Short Index geeignet. Derivate, die auf diesen Index als Basiswert aufbauen, gewinnen bei fallenden Notierungen des zugrunde liegenden S&P 500 Index. Ähnlich wie die Hebelprodukte ist diese Variante nur für erfahrene Anleger zu empfehlen und auch nur im kurzfristigeren Handel sinnvoll, da der langfristige globale Trend an den Aktienmärkten ja stets aufwärts gerichtet ist.

Fazit

Der S&P 500 Index ist einer der weltweit am meisten beachteten und wichtigsten Aktienindizes. Er wird von der Rating-Agentur Standard & Poor’s als Kursindex aus den Aktienkursen von 500 Unternehmen in den Vereinigten Staaten von Amerika berechnet. Notierungen reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert, jedoch liegt der Index erst seit 1928 auf täglicher Basis vor. In mehreren globalen Wirtschafts- und Finanzkrisen verlor der S&P 500 oft über 50%, konnte sich aber bisher immer wieder erholen und weist auf lange Sicht einen positiven Trendverlauf aus. Über ETFs oder auch Derivate bestehen für Anleger zahlreiche Möglichkeiten, an der Entwicklung des S&P 500 zu partizipieren.

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