Studium finanzieren

Studium günstig finanzieren: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Das Studium günstig finanzieren

Studenten zählen zur ärmsten Bevölkerungsgruppe Deutschlands. Doch auch die absoluten Lebenshaltungskosten müssen finanziert werden. Wem dies günstig gelingt, startet unbelasteter in das Berufsleben.

Welcher Betrag muss monatlich finanziert werden?

Laut der letzten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks stehen Studenten durchschnittlich 812 Euro monatlich zur Verfügung. Wie viel Geld benötigt wird, hängt dabei auch von Lebensstil und Wohnort ab. Ein Fünftel aller Studenten hatte 2009 weniger als 600 Euro monatlich zur Verfügung. Ob es sich von diesem Betrag leben lässt, hängt auch von der Wohnsituation ab. Zudem bestehen hinsichtlich der Semesterbeiträge der verschiedenen Universitäten bedeutende Unterschiede.

Kritisch ist die finanzielle Situation häufig für über 25. Jährige. Bei ihnen fällt das Kindergeld weg und sie können nicht mehr über die Familienversicherung der Eltern mitversichert werden. Auf diese Weise fehlen über 200 Euro in der Kasse, was die Finanzierung des Studiums zu einer echten Herausforderung macht.

Targobank

Diverse Anbieter bieten spezielle Angebote für Studenten

Welche Finanzierungsquellen nutzen Studenten?

Studenten stehen in der Regel nicht viele Einnahmequellen offen. In der Regel nutzen sie:

  • Finanzierung durch Eltern (hauptsächlich 51 Prozent, insgesamt 87 Prozent)
  • BAföG (29 Prozent)
  • Nebenjob (65 Prozent)
  • Kredite (5 Prozent)
  • Stipendien (4 Prozent)

Der Staat sieht dabei übrigens weder sich selbst noch die Studenten als Erstes in der Pflicht. Eltern sind dazu verpflichtet, die erste Ausbildung des Kindes zu finanzieren. Allerdings nicht um jeden Preis. Liegt das Einkommen der Eltern unter einer gewissen Grenze, kann Bafög beantragt werden, das die Lücke füllen soll. Auf diese Weise können Studenten immerhin bis zu 735 Euro monatlich vom Staat erhalten. Da dieses Geld zu einem Teil als nicht-verzinstes Darlehen ausgezahlt wird, zum anderen „geschenkt“ ist, handelt es sich um eine kostengünstige Variante, das Studium zu finanzieren.

Dennoch reicht das Geld vielen Studenten nicht aus. Gerade dann, wenn die Familie nicht bereit ist, Geld an den Studenten zu zahlen, haben diese dann kaum Möglichkeit. Zwar wäre der Unterhalt prinzipiell einklagbar, allerdings scheuen viele diesen Weg. Hier hilft nur ein Nebenjob. Für Bafög-Empfänger ist dies jedoch nicht immer nur vorteilhaft. Wer mehr verdient als ein Minijob bietet, muss damit rechnen, dass seine Bafög-Bezüge gekürzt werden oder er Rückzahlungen leisten muss.

Kritisch wird es auch hier für die über 25-Jährigen. Sie muss nicht nur damit rechnen, dass das Kindergeld gestrichen wird und sie ihre Krankenversicherung selbst zahlen müssen. Zudem ist auch gerade diese Altersgruppe häufig von einer Überschreitung der Regelstudienzeit betroffen, was auch dazu führt, dass das Bafög als Finanzierungsquelle wegfällt. Viele Studenten haben deswegen gerade zu der sehr wichtigen Abschlusszeit von finanziellen Problemen betroffen. Durch das schnellere Abitur wird dieses Problem allerdings etwas entschärft.

Welche Fremdfinanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für Studenten, einen Kredit aufzunehmen. Vor allem die günstigeren staatlichen Angebote, die häufig über die KfW-Bank vergeben werden, sind allerdings nicht unter allen Umständen verfügbar.

  1. Das BAföG-Bankdarlehen

Das BAföG-Bankdarlehen wird unverzinst gewährt. Es richtet sich an Studenten, die kein BAföG mehrerhalten, beispielsweise weil sie die Regelstudienzeit überschritten haben. Für den Erhalt sind keine Sicherheiten erforderlich. Auch hier ist es wie beim Bafög möglich, lediglich 105 Euro monatlich zurückzuzahlen.

  1. Der Bildungskredit

Beim Bildungskredit handelt es sich um eine Finanzierung, die ausschließlich für fortgeschrittene Studenten angeboten wird. Hierbei wird für höchstens zwei Jahre monatlich ein bei der Beantragung festgelegter Betrag zwischen 100-300 Euro gewährt. Er kann auch bis zu einer Höhe von 3.600 Euro als Abschlag im Voraus gezahlt werden, allerdings muss der Student dies begründen. Die Voraussetzungen sind die folgenden:

  • Maximal bis zum Ende des 12. Studiensemesters, es sei denn, der Student kann darlegen, dass er das Studium zeitnah beenden wird.
  • Der Antragsteller darf das 36. Lebensjahr noch nicht beendet haben.
  • Bestandene Vor- oder Zwischenprüfung

Studenten müssen weder ihre Finanzen noch die ihrer Eltern offen legen. Wichtig sind lediglich die Nachweise. Außerdem müssen nach der Bewilligung keine weiteren Leistungsnachweise vorgelegt werden.

  1. Der Studienkredit

Der Studienkredit kann zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten die einzige verbleibende Möglichkeit sein. Sie werden auf dem freien Markt von Banken und Sparkassen angeboten. Die KfW-Bankengruppe und die deutsche Kreditbank vertreiben die Kredite bundesweit.

Der Zinssatz und die Bedingungen bei der Rückzahlung variieren hier sehr stark. In der Regel besteht der Kredit aus einer Auszahlungs- und einer Tilgungsphase. In der ersten Phase wird eine monatliche Rate in vereinbarter Höhe an den Kreditnehmer ausgezahlt. In der zweiten Phase zahlt er diese zurück. In manchen Verträgen werden beide Phasen durch eine Ruhensphase verbunden, um dem Kreditnehmer zu ermöglichen, eine Arbeitsstelle zu finden.

Auf welche Bedingungen sollten Studenten bei Krediten achten?

Die Kreditaufnahme kann später eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Deswegen sollten Interessenten vor allem die folgenden Bedingungen vergleichen:

  • Wie hoch ist der effektive Jahreszins?
  • Wie lange muss der Kredit zurückgezahlt werden?
  • Reicht der Kredit, den ich von der Bank erhalte, aus?
  • Was passiert, wenn ich den Kredit nicht zurückzahlen kann?
  • Beginnt die Rückzahlung direkt nach Studienabschluss?
  • Welche Sicherheiten muss ich der Bank geben?
  • Erfülle ich die Bedingungen der Bank hinsichtlich Studiendauer und –leistung?

Der Markt für Studienkredite ist sehr divers. Immerhin gibt es viele günstige Angebote, die die Verschuldung klein halten können. Studenten sollten ihre Möglichkeiten genau prüfen und verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Vor allem eine hohe Flexibilität in der Rückzahlungsphase ist oft bares Geld wert. Wer schnell im Berufsleben Fuß fasst und zu Beginn sparsam mit dem Geld umgeht, kann den Kredit so deutlich schneller und günstiger abzahlen.

Kredit aufnehmen, um das Studium zu finanzieren?

Nur fünf Prozent der Studenten entscheiden sich dafür, einen Kredit aufzunehmen. Immerhin muss das geliehene Geld später mit Zinsen zurückgezahlt werden. Studenten, die sich für diesen Schritt entscheiden, drohen in die Überschuldung zu rutschen. Dies ist gerade dann ein reales Risiko, wenn der Arbeitsmarkt im entsprechenden Fach schwierig ist.

Während des Studiums steigt zudem durch den Kredit der Druck, gute und schnelle Leistungen zu bringen, deutlich an. Nicht immer können Studenten diese zusätzliche Motivation auch dazu nutzen, schneller und besser zu studieren. Stattdessen kann der Kredit gedanklich lähmen, da er Zukunftsängste noch verstärken kann.

Als empfehlenswert gilt ein Kredit zudem nur, wenn es sich nur um einen kurzen Zeitraum handelt, mit dem der Kredit überbrückt werden soll. Dies ist beispielsweise bei Auslandssemestern oder zur Zeit der Abschlussprüfung der Fall. Sonst sollten Interessenten anderen Möglichkeiten prüfen und nicht das gesamte Studium mit einem Kredit finanzieren.

Welches ist die günstigste Möglichkeit, das Studium zu finanzieren?

Grundsätzlich ist es für einen Verbraucher immer am günstigsten, keine Schulden zu machen. Die Finanzierungskosten fallen auf diese Art weg. Wirtschaftlich gilt dies beim Bafög nur bedingt. Immerhin erhalten Studenten die Hälfte der Förderung hier völlig kostenfrei. Allerdings bleibt der andere Teil ein steuerfreies Darlehen, dass Studenten nach dem Studium abbezahlen müssen. Dennoch macht der Student dabei letztlich natürlich ein sehr gutes Geschäft.

Um den darüber hinausgehenden Finanzbedarf zu decken, kommen vor allem drei weitere Finanzierungsquellen in Betracht, die große Vorteile besitzen: Arbeit in einem Nebenjob, Finanzierung durch die Eltern und Stipendien. Alle drei haben das Potenzial, in der Zukunft Vorteile auszuspielen.

  • Wer Geld von den Eltern erhält, kann seine Zeit ausschließlich für das Studium verwenden. Dies ermöglicht einen schnellen Abschluss mit guten Noten, was bei späteren Bewerbungen ein Pluspunkt ist.
  • Wer hingegen ein Stipendium erhält, kann auch dieses in der Bewerbung angeben. Zudem sind viele Stipendienprogramme aufgrund des Networking
  • Wer einen Nebenjob ausübt und dabei bereits im späteren Berufsfeld arbeitet, erhält mehr Einblicke und sammelt Praxiserfahrungen, die ihn für den späteren Beruf stärker qualifizieren. Für Kellnern oder ähnlich klassische Studentenjobs gilt dies natürlich nicht im gleichen Maß.

Am nachteiligsten ist mit Abstand die Fremdfinanzierung über Kredite. Hier besteht das Problem darin, dass es zwar wie die Finanzierung durch die Eltern ermöglicht, das Studium schnell abzuschließen, allerdings muss der Absolvent die Finanzierungskosten tragen und natürlich auch das Darlehen zurückzahlen.

Deswegen sollten vor einem Darlehensvertrag die folgenden Punkte abgearbeitet werden:

  1. Prüfen, ob Anspruch auf BAföG besteht.
  2. Informationen über Stipendien suchen.
  3. Nebenjob als Zuverdienst prüfen.
  4. Familie um Unterstützung bitten.
  5. Über staatliche Förderungen und Darlehen informieren.
  6. Kreditangebote vergleichen.

Falls an einer oder mehreren Stellen Frage auftreten, hilft die Finanzberatung des Studentenwerks in der Regel gerne weiter. Sie kann zudem gerade auch in Notsituationen bei der Bewältigung der Probleme helfen.

Einen Studienkredit in Anspruch nehmen – Vorbereitungen

Wer Kreditangebote einholen möchte, sollte diese unter „Anfrage Kreditkonditionen“ beantragen. Bei „Anfrage Kredite“ wird jede Information in der Schufa gespeichert und verschlechtert so die Bonität.

Außerdem sollten Interessenten ein Haushaltsbuch führen, um so ihren tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Dies sollte auch die Rate sein, die das Kreditinstitut an den Studenten zahlt, natürlich abzüglich eventueller anderer Einnahmen. Gerade derzeit sollten Kreditnehmer eine möglichst lange Zinsbindung vereinbaren, da die Zinsen derzeit so gering sind wie selten.

Studenten sollten zudem bedenken, dass Kreditkonditionen grundsätzlich verhandelbar sind. Häufig können die Konditionen noch auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Fazit: Zahlreiche Möglichkeiten zur Studienfinanzierung

Studenten bleiben mit Bafög, Finanzierung durch Eltern, Nebenjob, Stipendium und Studienkredit insgesamt fünf unterschiedliche Wege, ihr Studium zu finanzieren. Am günstigsten ist aufgrund des Zuschusses das BAföG, allerdings starten die Absolventen hier mit Schulden in das Berufsleben. Bei rund der Hälfte der Studenten finanzieren die Eltern einen Hauptteil der Ausgaben. Vor allem die Kombination dieser beiden Finanzierungsmöglichkeiten und Nebenjob ist eine günstige Möglichkeit, sich das Studium zu finanzieren. Diese wird nur getoppt durch Stipendien, da hier neben kostenfreiem Geld häufig auch Know-How und Networking Teil sind. Die Fremdfinanzierung sollte hingegen nur in Ausnahmesituationen genutzt werden.

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