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Für den Todesfall vorsorgen (2018): So sichern Sie Ihre Familie ab

Für den Todesfall vorsorgen

Niemand denkt gerne an den eigenen Tod. Dennoch müssen gerade Hauptverdiener Maßnahmen treffen, um die Familie im Ernstfall finanziell abzusichern. Sonst können Familien den Lebensstandard nicht halten und sind in Zeiten der Trauer mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Viele Versicherer bieten die Absicherung schon für wenige Euro monatlich.

Sterbegeldversicherung

Lange Zeit zahlte die gesetzlichen Krankenkassen den Hinterbliebenen Sterbegeld, das die finanzielle Last, die durch eine Beerdigung entsteht, verringern sollte. Dieses Vorgehen ist allerdings seit 2004 endgültig obsolet. Nun müssen Hinterbliebene die Kosten der Beerdigung selbst tragen, die immerhin mehrere Tausend Euro beträgt.

Wer sicherstellen möchte, dass die Kosten für die eigene Beerdigung gedeckt sind und die Familie nicht zusätzlich belastet, kann deswegen eine Sterbegeldversicherung abschließen. Sie sichert genau dieses Risiko ab.

Üblicherweise wird diese in monatlichen Raten bedient und im Sterbefall per Einmalzahlung ausbezahlt. Die Sterbegeldversicherung kann nach Ablauf der Wartezeit jederzeit in Anspruch genommen werden, wenn der Versicherungsfall eintritt. Wie hoch die Prämien ausfallen, hängt ab von:

  • Alter des Versicherten bei Versicherungsbeginn
  • Gesundheitszustand zu Versicherungsbeginn
  • Höhe der Versicherungssumme

Allerdings verlangen nicht alle Versicherungen eine Gesundheitsprüfung zu Beginn. Die Angebote sind jedoch im Schnitt deutlich teurer. Wer also bei guter Gesundheit ist, sollte auf die Prüfung nicht verzichten, die ohnehin nur die wahrheitsgemäße Beantwortung von Gesundheitsfragen beinhaltet. Auf deren Basis wird dann die voraussichtliche Lebens- und Beitragsdauer errechnet. Interessenten mit Vorerkrankungen können die Versicherung deswegen häufig nur mit einem Risikozuschlag abschließen, sodass hier eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung günstiger sein kann.

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Schon zu Lebzeiten sollten sich Gedanken über die Hinterbliebenen gemacht werden

Die Höhe der Versicherungssumme wird häufig im niedrigen vier- bis fünfstelligen Bereich gewählt und bietet dementsprechend viel Spielraum. Auch deutlich höhere Versicherungssummen sind machbar. Grundsätzlich hängt die optimale Versicherungssumme vor allem von den Wünschen ab, die der Versicherte umsetzen möchte. Eine aufwändigere Bestattung oder eine Trauerfeier mit vielen Gästen erfordert einen eher höheren Betrag. Auch die Grabpflege und der Liegeplatz müssen unter Umständen von der Versicherungssumme finanziert werden, sodass diese dann entsprechend großzügiger ausfallen muss.

Bei den Sterbegeldversicherungen gibt es zudem einige weitere Unterscheidungsmerkmale. Vor allem auf die Wartezeit sollten Interessenten achten. Diese kann von einigen Monaten bis drei oder vier Jahren betragen. Das bedeutet, dass die Hinterbliebenen bei einem Sterbefall in diesem Zeitraum nicht die volle Versicherungssumme erhält, sondern lediglich die Beiträge zurückerhält, die der Versicherte bereits eingezahlt hat. Auch die Beitragszahlungsdauer kann bei den verschiedenen Tarifen variieren. Gängig sind die drei Varianten:

  • Lebenslange Zahlung
  • Zahlung bis zum 65. Lebensjahr
  • Zahlung bis zum 85. Lebensjahr

In den letzten beiden Tarifversionen muss anschließend keine Prämie mehr gezahlt werden, der Versicherungsschutz bleibt jedoch bestehen. Vor allem die Variante bis zum 65. Lebensjahr ist für viele Versicherte attraktiv, da die Versicherungsprämie dann mit dem Renteneintritt nicht mehr entrichtet werden muss, was eine wichtige finanzielle Entlastung darstellen kann. Die Vorsorge für die Bestattung gehört zum Schonvermögen und wird somit auch dann nicht angetastet, wenn der Versicherte Sozialleistungen in Anspruch nehmen muss. Gerade dann ist sie zudem von großer Wichtigkeit.

Ein weiteres Argument, das sehr stark für den frühzeitigen Abschluss einer Sterbegeldversicherung spricht, ist die Tatsache, dass die Kosten für die Versicherung im Alter deutlich steigen. Da diese ohnehin sehr hoch sind, rät beispielsweise die Finanztest schon seit Jahren vom Abschluss ab. Eine Alternative ist die Risikolebensversicherung, die auch über niedrige Versicherungssummen abgeschlossen werden kann, in Kombination mit einer sicher verzinsten Geldanlage, die durch Erspartes als Rücklage für die Beerdigung genutzt wird.

Interessenten sollten vor dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung also prüfen, ob sich der Abschluss im Vergleich zur Kombination Sparen und Risikolebensversicherung lohnt. Allerdings ist die Versicherung aufgrund des Sparzwanges für viele Anleger dennoch geeignet. Zusätzlich erhalten viele Kunden hier das Gefühl, die Familie gut abgesichert zu haben, was die höheren Kosten zumindest für den Versicherten rechtfertigen könnte.

Eine gute Alternative kann die Einigung mit einem Bestattungsunternehmen sein, welche Leistungen in Anspruch genommen werden soll. Die anfallenden Kosten können dann direkt beglichen werden, wobei das Geld in der Regel auf einem Treuhandkonto aufbewahrt wird.

Risikolebensversicherung

Unter vielen Verbraucherschützern und Anlageberatern gilt die Risikolebensversicherung als einzige Versicherung, die die Hinterbliebenen sinnvoll absichern kann. Die staatliche Witwen- oder Waisenrente reicht in der Regel nicht aus, um den Lebensstandard nach dem Tod des Hauptverdieners halten zu können. Viele Versicherungen wollen in diese Lücke stoßen, allerdings sind viele Kombi-Versicherungen oder Geldanlagen unnötig kostspielig. Die Risikolebensversicherung gilt hingegen als die einzige Versicherung, die eine vergleichsweise kostengünstige Absicherung ermöglicht. Sie wird beim Eintreten des Versicherungsfalles in der Regel in einer Summe ausgezahlt.

Eine Risikolebensversicherung empfiehlt sich vor allem für Hauptverdiener, doch auch ein erziehendes Elternteil müsste nach seinem Tod durch reduzierte Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung kompensiert werden, sodass auch dieses Risiko nicht vernachlässigt werden sollte.

Als Faustregel gilt, dass der Versicherte als Todesfallsumme das Drei- bis Fünffache seines Brutto-Jahreseinkommen wählen sollte. Natürlich sind auch höhere Summen denkbar, allerdings steigt dann die Prämie im Vergleich zum jetzigen Gehalt deutlich an und kann zudem bei Änderung der finanziellen Verhältnisse nicht immer noch leicht getragen werden.

Die Kosten der Risikolebensversicherung hängen von ähnlichen Faktoren ab wie die Sterbegeldversicherung. Immerhin liegt hier auch das gleiche Risiko – der Tod des Versicherten – zugrunde. Allerdings ist es durchaus möglich, eine Absicherung in niedriger sechsstelliger Höhe bereits ab wenigen Euro im Monat zu erhalten.

  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Länge der Laufzeit
  • Höhe der Versicherungssumme
  • Gesundheitszustand des Versicherten
  • Vertragsbestandteile, die die Flexibilität erhöhen, wie beispielsweise Nachversicherungsgarantie, Verlängerungsoption oder Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit

Die Vertragslaufzeit sollte mindestens so lange laufen, dass die abzusichernden Hinterbliebenen den Tod finanziell ohne größere Einbußen verschmerzen können. Handelt es sich dabei um Kinder, sollte die Versicherung frühestens dann enden, wenn das jüngste Kind volljährig wird. Allerdings ist es heute durchaus üblich, dass Kinder länger finanziell von ihrer Familie abhängig sind. Als Faustregel gilt deswegen inzwischen das 25. Lebensjahr des jüngsten Kindes.

Es ist zudem möglich, die Versicherung „über Kreuz“ abzuschließen. Versicherte Person und Versicherungsnehmer sowie Bezugsberechtigter können zwei unterschiedliche Personen sein, die dann im Ernstfall die Auszahlung der Todesfallsumme nicht versteuern müssen. Dies ist allerdings erst ab Erben in Höhe von 500.000 Euro bei verheirateten Paaren relevant.

Viele Versicherungen ermöglichen es, die Laufzeit nachträglich zu verlängern, beispielsweise weil ein weiteres Kind geboren wurde. Es kann jedoch häufig notwendig und sinnvoll sein, eine weitere Versicherung abzuschließen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine Bank zur Finanzierung des Eigenheims eine Restschuldversicherung voraussetzt oder als Sicherheit nutzt. Die Todesfallsumme sollte dann in der Höhe der ausstehenden Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung abgeschlossen werden. Speziell für diesen Zweck gibt es Risikoversicherung mit annuitätisch fallender Summe, die sich dem Tilgungsplan anpassen. Allerdings sind diese Versicherungen nicht immer günstiger als Versicherungen mit konstanter Versicherungssumme.

Kapitalgebundene Lebensversicherung

Die Kapitalgebundene Lebensversicherung wird ebenfalls häufig als optimale Möglichkeit beworben, die Familie im eigenen Todesfall finanziell abzusichern. Sie besteht in der Regel aus einer Risikolebensversicherung und einer Art Sparplan, bei der die Beiträge verzinst werden. Sollte der Anleger die Risikolebensversicherung nicht in Anspruch nehmen müssen, wird dann gegen Ende der Laufzeit ein fixer Betrag ausgezahlt, sonst kommt das Geld den Erben zugute.

Der Hauptkritikpunkt hierbei ist allerdings die Tatsache, dass die Kombination zweier sinnvoller Produkte hier weniger vorteilhaft ist. Die Versicherungen sind hingegen häufig unflexibel und unnötig teuer. Sinnvoller ist es deswegen die Geldanlage von der Risikolebensversicherung zu trennen und das Geld zusätzlich zur Versicherung zu investieren, nicht in Kombination mit ihr.

Rentenversicherung mit Todesfallschutz

Vor allem für Alleinverdiener ist es sinnvoll, auch in der Rentenversicherung für die Absicherung der Familie zu sorgen. Dies ist möglich, indem ein sogenannter Todesfallschutz integriert wird, der inzwischen von den meisten Rentenversicherungen angeboten wird. Eine weitere Alternative sind Rentengarantiezeiten. Hier wird die Rente mindestens über einen zuvor festgelegten Zeitraum ausbezahlt. Stirbt der Empfänger während dieser Zeit, gehen die Zahlungen an die Erben.

Nachteil dieser Vereinbarungen ist jedoch, dass sich die Kosten dadurch in der Regel deutlich erhöhen. Während der Ansparphase wird dies jedoch nicht deutlich. Der Anleger erhält später jedoch weniger Rente als ohne diese Vereinbarungen.

Organisation im Sterbefall

Wer seine Familie im Sterbefall optimal absichern möchte, sollte ihr die Zeit nach dem Tod so leicht wie möglich machen und möglichst schnellen Zugriff auf alle wichtigen Dokumente und Verfügung geben.

Wichtige Dokumente, die jeder für den Ernstfall an einem sicheren aber bekannten Ort aufheben sollte sind:

  • Testament
  • Bankenvollmacht
  • Patientenverfügung
  • Betreuungsverfügung
  • Bestattungsverfügung oder Kremationsverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • Policen aller Versicherungen, die im Todesfall greifen

Gerade die Bankenvollmacht kann im Ernstfall bares Geld wert sein. Dies gilt vor allem für alle Anleger, die auch an der Börse aktiv sind oder möglicherweise Geldanlagen mit kurzfristigem Anlagehorizont aber hoher Volatilität nutzen. Hier kann es für die Erben äußerst ärgerlich sein, wenn sie Wertpapiere nicht innerhalb eines kurzen Zeitraumes verkaufen können. Ein Bankvollmacht fürs Wertpapierdepot hilft Erben dabei handlungsfähig zu bleiben und beispielsweise im Falle eines Crashs schnell reagieren zu können. Ohne Bankenvollmacht dauert es häufig Wochen bis sogar Monate, bis eine Bank den Zugriff der Erben gewähren kann.

Fazit: So sichern Sie Ihre Familie im Todesfall ab

Für die Absicherung der Familie eignen sich vor allem Risikolebensversicherungen. Kapitalbildende Lebensversicherungen und Sterbegeldversicherungen sind häufig zu teuer. Grundsätzlich sind sämtliche Versicherungen bei einem geringen Eintrittsalter günstiger und somit empfehlenswerter. Jeder sollte allerdings die wichtigsten Dokumente griffbereit aufbewahren, um so die Handlungsfähigkeit der Hinterbliebenen zu gewährleisten.

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