Kinder Umgang mit Geld

Wie lernen Kinder den Umgang mit Geld?

Kindern den Umgang mit Geld beibringen

Kinder in Deutschland lernen zu wenig über den Umgang mit Geld. Als Folge geraten nicht wenige später im Leben in eine Schuldenspirale. Dabei ist es leichter, seinen Kindern den Umgang mit Geld beizubringen, als viele Eltern denken.

Wo können Kinder den Umgang mit Geld lernen?

Am besten lernen Minderjährige den Umgang mit Geld immer noch in der eigenen Familie. Dies liegt auch daran, dass Geld durch den Alltag deutlich greifbarer wird und für das Kind in vielen Fällen von Interesse ist.

Die Schulen sind zudem kaum darauf ausgerichtet, das notwendige Finanzwissen zu vermitteln. Auch wenn dieser Umstand bereits seit Längerem als Mangel wahrgenommen wird, ist nicht davon auszugehen, dass sich dies innerhalb der nächsten Jahre ändern wird.

Darüber hinaus gibt es jedoch einige Lehrmaterialien und Bücher, die sich für die unterschiedlichsten Altersgruppen eignen. Interessierte Eltern haben auch die Möglichkeit, die Aufnahme des Themas immerhin im Rahmen Schulprojekten anzuregen. Ein Beispiel hierfür ist das Schulschwein vom Projekt Kindercash oder der Sparkassen-Schulservice.

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Den Umgang mit Geld kann man nicht früh genug erlernen

  1. Früh übt sich

Auch wenn viele Eltern denken, dass kleine Kinder mit Geld noch nichts anfangen können, ist es wichtig, Kindern das Thema Geld so früh wie möglich näher zu bringen. Kinder sind schon von klein auf an Geld interessiert, in der Regel nimmt danach das Interesse eher ab als zu. Dieses Interesse kann und sollte gefördert werden.

  1. Über Geld sprechen

Das bedeutet auch, dass das Thema Geld nicht totgeschwiegen wird. Nur dann, wenn das Kind mitbekommt, dass Geld zum Alltag gehört und das Leben mitbestimmt, lernt es Geld ohne unnötige Vorbehalte kennen. Natürlich muss nicht der gesamte Haushaltsplan mit allen Fakten offengelegt werden. Dem Kind hilft es aber dennoch, wenn es feststellt, dass auch die Eltern ein Budget haben, an das sie sich halten müssen. Außerdem kann es so verschiedene Dinge lernen, die im sonst verborgen blieben. Hierzu zählen beispielsweise Miete, Stromkosten oder Kredite.

  1. Wichtigstes Anschauungsstück: Taschengeld

Das Taschengeld ist für das Kind am wichtigsten, um tatsächlich mit Geld umgehen zu lernen. Dabei sollten Eltern allerdings auf verschiedene Punkte achten:

  • Der Verwendungszweck des Taschengeldes steht dem Kind offen. Auch wenn dies nicht immer leicht ist, sollte das Kind sein Budget so verwenden dürfen, wie es das möchte, ohne dafür kritisiert oder eingeschränkt zu werden. Nur wenn das Kind Fehler bei der Anwendung macht, lernt es auch dazu.
  • Das Taschengeld ist kein Instrument zur Kindererziehung. Es darf nicht als Bestrafung oder Belohnung zweckentfremdet werden.
  • Das Taschengeld muss regelmäßig und in gleichbleibender Höhe gezahlt werden. Das Kind muss auch mit zukünftigen Zahlungen rechnen können.
  • Hat das Kind sein Budget ausgegeben, sollte kein Nach- oder Vorschuss Kleine Nachbesserungen sind möglich, grundsätzlich ist es jedoch deutlich sinnvoller, das Kind zu beraten, damit es das Geld besser einteilen kann.
  • Das Taschengeld sollte in der Höhe nicht zu großzügig bemessen sein.
  • Hilfe im Haushalt sollte nicht bezahlt werden, solange kein übermäßiger Zeitaufwand notwendig ist. Sollte das Kind hingegen gelegentlich aufwändigere Extra-Jobs übernehmen, ist eine finanzielle Belohnung in Ordnung. Grundsätzlich ist es jedoch sinnvoller, das Kind mit Zeit und gemeinschaftlichen Unternehmungen zu belohnen.

Wie hoch sollte das Taschengeld sein?

Die Höhe des Taschengeldes sollte sich natürlich auch an den finanziellen Möglichkeiten der Familie orientieren. Selbst bei knappem Budget ist es hilfreich, regelmäßig kleinere Beträge als Taschengeld zu verwenden, als beispielsweise größere für Geburtstage oder andere Anlässe zu verwenden.

Bei der Frage, wie hoch das Taschengeld in welchem Alter sein sollte, ist es sinnvoll sich an den Tabellen der deutschen Jugendämter zu orientieren. Sie wird in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Für 2016 sehen die Werte wie folgt aus:

Alter des Kindes Höhe des empfohlenen Taschengeldes
4 – 5 Jahre 50 Cent wöchentlich
6 – 7 Jahre 1,50 – 2 Euro wöchentlich
8 – 9 Jahre 2 – 3 Euro wöchentlich
10 – 11 Jahre 13 – 16 Euro pro Monat
12 – 13 Jahre 18 – 22 Euro pro Monat
14 – 15 Jahre 25 – 30 Euro pro Monat
16 – 17 Jahre 35 – 45 Euro pro Monat
18 Jahre 70 Euro pro Monat

 

Ab wann sollten Kinder Taschengeld bekommen?

Der Tabelle lässt sich entnehmen, dass die allgemeine Empfehlung für Taschengeld bereits im Alter von vier bis fünf Jahren beginnt. Natürlich kann das Taschengeld in diesem Alter auch noch dafür genutzt werden, die Zahlenreihe bis 50 zu üben. Der wöchentliche Rhythmus ist in diesem Alter angemessener, weil kleine Kinder von längeren Zeiträumen noch keine ausreichende Vorstellung haben.

  1. Spargelegenheit: Geldgeschenke zu besonderen Anlässen

Wohl jedes Kind erhält an Geburtstag, religiösen Festen oder anderen Anlässen Geldgeschenke. Grundsätzlich gilt auch hier, dass Kinder darüber frei verfügen sollten. Allerdings ergibt sich an dieser Stelle auch die Möglichkeit, das Gefühl fürs Sparen zu trainieren.

Es ist beispielsweise sinnvoll zusammen mit dem Kind ein Sparziel zu stecken und ein Teil des Geldes zurückzulegen. Auf diese Weise kann das Kind direkt lernen, dass neben der direkten Belohnung auch eine späterer größere erreicht werden kann. Dabei sollte allerdings nur der gesamte Betrag gespart werden, wenn dies der ausdrückliche Wunsch des Kindes ist.

  1. Mit gutem Beispiel voran gehen

Wer sein Kind dazu erziehen möchte, dass es gut mit Geld umgehen kann, sollte selbst ein Vorbild sein. Das bedeutet, dass unnötige Schulden vermeiden werden und Konsumausgaben nicht unsinnig getätigt werden. Immerhin versuchen Eltern ihren Kindern beizubringen, dass die Impulskontrolle spätere Wünsche wahr werden lässt.

Wer selbst zu viel und zu impulsiv konsumiert, kann sich selbst mit folgendem Trick helfen: Alle Konsumwünsche auf eine Liste schreiben und nach 30 Tagen überprüfen, ob der Wunsch immer noch besteht.

  1. Kindern den Wert von Geld vermitteln

Gerade zu Beginn, wenn weder Zukunftsdenken noch die Begreifbarkeit von hohen Summen ausgeprägt ist, ist es sinnvoll, die Kinder immer wieder mit Beispielen zu unterstützen. Kostet ein neues Spiel beispielsweise 20 Euro und ein neues Lego-Set 60 Euro, können Eltern ihren Kindern dies begreiflich machen, indem sie leicht verständliche Vergleiche anstellen. Das Kind kann sich also theoretische dafür entscheiden, ob es lieber drei Spiele oder ein Lego-Set haben möchte. Auf diese Weise erkennen Kinder, dass jede Ware einen Preis hat, der sich unterscheidet.

  1. Geld als Zahlungsmittel nutzen

Für digital Natives gehört die elektronische Zahlung inzwischen zum Alltag. Viele Eltern besorgt dies. Sie selbst kennen das Phänomen, dass es schwerer ist, elektronische Zahlungen über Karte oder das Internet zu kontrollieren, als dies mit Bargeld der Fall ist. Allerdings können Eltern beruhigt sein: Wer einmal gelernt hat, innerhalb des Budgets zu bleiben, tut dies in der Regel unabhängig von der Zahlungsart.

Zu Beginn ist es jedoch wichtig, dass Minderjährige ihr Taschengeld bar ausgezahlt bekommen. Auf diese Weise können sie sehen, wie ihr Geld weniger wird, wenn sie es ausgeben und besser einschätzen, wie lange sie noch Geld haben.

  1. Unverzichtbar: Sparschwein oder Wunschliste

Damit Kinder neben dem Umgang mit Geld und einer sinnvollen Einteilung auch sparen lernen, gibt es verschiedene Tricks. Das gute alte Sparschwein hat dabei immer noch nicht ausgedient. Kleine Kinder lieben es nach wie vor, das Ersparte darin klimpern zu hören und das Gewicht zu fühlen.

Es gibt dabei zwei Möglichkeiten das Sparschwein zu füllen: Entweder wird überschüssiges Taschengeld am Monats- oder Wochenende in das Sparschwein gegeben. Oder es wird direkt von Beginn an ein festgelegter Teil des Geldes zurückgelegt. Beides hat Vorteile. Während bei der ersten Methode ein zusätzlicher Anreiz zum Sparen gegeben wird, wird bei der zweiten Methode die deutlich sinnvollere Art gelehrt, nämlich direkt ein Teil des Kapitals beiseitezulegen.

Ältere Kinder sind damit natürlich nicht mehr zufriedenzustellen. Hier empfiehlt sich stattdessen eine Wunschliste. Sinnvoll ist diese durch eine Liste mit „Einzahlungen“ und „Abhebungen“ zu ergänzen, damit die Kinder auch sehen, dass sie sich durch Auszahlungen vom Wunsch entfernen. Hier ist zudem ein Sparkonto bei einer Bank bereits angebracht. Von den Banken wird dies in der Regel mit kostenfreier Kontoführung angeboten.

  1. Konsequenz ist wichtig

Nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden. Dies gilt im Erwachsenenalter genauso. Deswegen ist es wichtig, dass das Kind dies auch lernt. Außerdem sind manche Wünsche nur mit Aufwand und Verzicht zu erreichen. Auch dies muss das Kind begreifen. Eltern müssen also konsequent bleiben und dürfen nicht jeden Wunsch ihrer Sprößlinge erfüllen.

  1. Geld als Belohnung ist ein zweischneidiges Schwert

Hilfe im Haushalt sollte selbstverständlich sein. Als Dank sollte die dadurch freigewordene Zeit jedoch gemeinsam verbracht werden. Extra-Arbeiten dürfen hingegen bezahlt werden. Das Kind lernt auf diese Weise den Zusammenhang zwischen Arbeit und Geld kennen. Dies wird natürlich bei einem Nebenjob noch deutlicher. Wer sein Taschengeld aufbessern möchte, hat ab 13 Jahren die Möglichkeit, leichte Arbeiten wie Zeitung austragen oder Babysitten zu verrichten. Eltern sollten ihre Kinder hierin bestärken, aber auch darauf achten, ob das Kind nicht überfordert wird und beispielsweise die Schule oder auch Freizeit und Erholungsphasen vernachlässigt.

Bei guten Noten gilt hingegen ebenfalls, dass eine Bezahlung pädagogisch nicht empfehlenswert ist. Auch hier sind Lob und Aufmerksamkeit die bessere Belohnung.

Fazit:

Die Schulbildung reicht in Hinblick auf das Finanzwissen der Schüler nicht aus. Deswegen müssen Eltern selbst aktiv werden, zumal sie durch das Leben im Alltag ohnehin Vorteile bei der Praxisanwendung haben. Um Kindern den Umgang mit Geld beizubringen, sind die beiden Klassiker Sparschwein und Taschengeld immer noch die besten Methoden.

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