Wissenswertes rund um die Einlagensicherung beim Festgeld

Die Sicherheit beim Festgeld ist sehr wichtig. Die Festgeldanlage ist eine konservative Anlage, und ein Grund warum sie so beliebt ist, ist dass sie sehr sicher ist. Kein Wunder, denn mithilfe einer gesetzlichen Einlagensicherung sind die Gelder eines jeden Kunden bis zu 100.000 Euro geschützt.
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Die gesetzliche Einlagensicherung ist für viele Sparer zwar ein Begriff, aber dennoch können sich die meisten nicht so viel darunter vorstellen. Wir möchten in diesem Artikel mehr Licht in die Einlagensicherung bringen. Zumindest sollte man als Anleger wissen worauf man sich einlässt, und welches Sicherheitsgefühl man dadurch hat. Das Wissen speziell über die Einlagensicherung kann Anlegern helfen mehr Ruhe zu bewahren und die Festgeldanlage als eine sichere und attraktive Anlage anzusehen.

Die gesetzliche Einlagensicherung für Festgeld und weitere Sparanlagen

Die gesetzliche Einlagensicherung mag zwar ein abstrakter Begriff sein, sie ist aber trotzdem leicht zu verstehen. Im Grunde genommen gilt die Einlagensicherung für jeden Kunden. Das heißt die Sicherung greift für bis zu 100.000 Euro für jeden Kunden. Wenn ein Kontoinhaber mehr als 100.000 Euro auf seinem Festgeldkonto hat, so kann im Falle einer Insolvenz die Einlagensicherung nur den Wert bis zu 100.000 Euro absichern. Wenn ein Ernstfall eintreten sollte, so kann man sich sicher sein, dass man das Geld innerhalb von 20 Tagen zurückbekommt. Im Extremfall kann es 30 Tage dauern, bis man sein Kapital zurückbekommt. Der große Vorteil ist, dass diese Vorschriften in der ganzen EU umgesetzt werden. Auch wenn man also ein Konto bei einer Auslandsbank eröffnen sollte, so braucht man keine Angst zu haben, dass man sein Geld verliert.

Der Vorschlag der EU-Kommission für eine europaweite Einlagensicherung

Die Einlagensicherung entstand am 24. November 2015. Zu diesem Zeitpunkt hatte die EU-Kommission die Einlagensicherung vorgestellt. Die Planungen sahen vor, dass eine einheitliche EU-Einlagensicherung schrittweise eingeführt werden sollte. Die EU-Einlagensicherung sollte die Anlagen in den EU-Mitgliedsstaaten besser schützen. Somit sollte das Ziel verfolgt werden die finanzielle Stabilität in der EU zu erhöhen. Das Vorbild für die europaweite Einlagensicherung ist die amerikanische Einlagensicherung FDIC. Betrachtet man die Säulen der europäischen Bankenunion, so bildet die EU-Einlagensicherung die dritte Säule.

Die Funktionsweise der EU-Einlagensicherung

EU-Einlagensicherung

EU-Einlagensicherung – Europaweite Vereinheitlichung der Einlagensicherung

Kommen wir nun zu einem ganz wichtigen Aspekt, nämlich der Funktionsweise der EU-Einlagensicherung. Ab 2017 müssen sämtliche Banken in nationale Sicherungsfonds einzahlen. Die Zahlungen betragen 0,18 Prozent ihrer Spareinlagen. Der Anteil wird bis zum Jahr 2024 auf 0,8 Prozent steigen. Alle Zahlungen fließen in einen einheitlichen EU-Fonds. Dieser EU-Fonds agiert als ein Rückversicherungssystem. Das heißt die Gelder werden nur ausgezahlt, wenn die nationalen Sicherungssysteme nicht mehr ausreichend sind. Bis zum Jahr 2024 strebt man eine gemeinsame Haftung der nationalen und europäischen Sicherungsinstrumente an.

Wer regelt die Einlagensicherung?

Die Einlagensicherung wird von oberster Stelle in Europa geregelt. Wegen des abnehmenden Vertrauens in die Banken, wurden die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren kontinuierlich optimiert. In diesem Zusammenhang wurde auch die Sicherungsgrenze nach oben geschraubt. Diese war früher nämlich nur 20.000 Euro, und ein wenig später 50.000 Euro. Jetzt beträgt die Sicherungsgrenze 100.000 Euro europaweit.

Weitere Fakten zur europaweiten Einlagensicherung

Es sind 19 Euro-Mitgliedsstaaten an der EU-Einlagensicherung beteiligt. Weitere EU-Staaten wie Bulgarien oder Rumänien können sich ebenfalls beteiligten. Die EU-Einlagensicherung schützt Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person. Es werden neben Anlagen auf dem Festgeldkonto auch Analgen auf Sparbüchern abgesichert. Die Einlagensicherung ist gesetzlich und gilt somit für alle Banken in Europa. Von dieser europaweiten Vereinheitlichung sind auch Sparkassen, Landesbanken und Genossenschaftsbanken nicht ausgenommen.
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Die freiwillige Einlagensicherung in Deutschland

Private Einlagensicherung

Private Einlagensicherung

Viele Banken bedienen sich auch einer freiwilligen Einlagensicherung. Diese wird als Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes öffentlicher Banken bezeichnet. Die Sicherungstrenzen sind weitaus höher als die der gesetzlichen Systeme.

Der Bundesverband öffentlicher Banken, agiert ohne feste Grenzen. Sparguthaben sind somit unter Berücksichtigung der gesetzlichen Einlagensicherung vollständig und in voller Höhe geschützt. Die Sicherungsgrenze orientiert sich beim Bundesverband deutscher Banken am haftenden Kapital der Mitgliedbank. Derzeit wird ein Wert von 20 Prozent angesetzt.

Beispielsweise arbeiten die Raiffeisen- und Genossenschaftsbanken und Sparkassen mit eigenen Einlagensicherungssystemen. Diese freiwilligen Sicherungssysteme orientieren sich an den gesetzlichen Vorgaben und werden als freiwilliger Einlagensicherungsfonds bezeichnet. Der Schutz des Kapitals ist unbegrenzt.

Einlagensicherung bei ausländischen Banken

Mittlerweile gibt es viele ausländische Banken, die mit attraktiven Zinssätzen locken. Da ist es auch kein Wunder, dass man sich zunehmend auch für ausländische Banken interessiert. Bevor man da aber ein Festgeldkonto eröffnet, lohnt es sich einen Blick auf die dort geltenden Sicherungssysteme zu werfen. Egal ob man vorhat ein Konto in Österreich, in Kroatien oder in den Niederlanden zu eröffnen. Es gelten auch dort die EU-Richtlinien, und die Anlagen sind bis zu einer Summe von 100.000 Euro geschützt.

Wenn man sich also für einen Anbieter aus dem Ausland entscheidet, so kann man unbesorgt sein. Das Kapital genießt einen hohen Schutz. Die nationalen Sicherungsfonds gewähren höchsten Schutz. Das heißt natürlich nicht, dass man blind einer Bank vertrauen sollte. Bevor man ein Festgeldkonto auswählt, sollte man sich umfassend über die Bank und die Konditionen für das Festgeldkonto informieren. Auch wenn die gesetzliche Einlagensicherung greift, kann es nicht schaden eine gute Übersicht über die Bank zu haben. Nur so kann man vollstes Vertrauen genießen und ohne große Sorgen seiner Festgeldanlage nachgehen.

Entschädigung bei den privaten Banken

Was private Banken angeht, so greift die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Diese Institution handelt im Auftrag des Bundesfinanzministeriums und übernimmt die gesetzliche Einlagensicherung für die privaten Banken.

Die EdB wird von den Mitgliedsbeiträgen finanziert. Nach unseren Erfahrungen zufolge ist die EdB nicht für eine schwere Krise gerüstet. Wie sicher nun das Anlagevermögen im Krisenfall ist, das kann man nicht genau voraussagen.

Unser Finanztipp zur Einlagensicherung

Auch wenn eine Vereinheitlichung der nationalen Sicherungssysteme in Europa angestrebt werden soll, ist dies noch keine Garantie dafür, dass die Einlagensicherungen auch im Extremfall funktionsfähig sind. Besonders, wenn man größere Summen angelegt hat, sollte man immer vorsichtig sein. Wenn das Geld bei einer ausländischen Bank angelegt ist, gilt besondere Vorsicht. Denn sollte es zu einer Finanzkrise kommen, ist die Chance das Geld wieder zu bekommen geringer, als wenn eine Finanzkrise bei einer deutschen Bank eintreten würde. Wenn das Szenario eintritt, dass der Bankensektor in Europa in eine Systemkrise gerät, so dürften die Mittel kaum ausreichen, um alle Großbanken zu retten.

Dies heißt, dass die einzelnen europäischen Länder auch in Zukunft die Sicherheit für die Anleger garantieren sollten. Wir empfehlen daher ein Festgeldkonto im Ausland zu eröffnen, welches eine hohe Bonität aufweist. Bei diesen Ländern ist es offensichtlich, dass diese im Krisenfall viel besser gewappnet sind.

Andererseits können wir uns auch vorstellen, dass andere EU-Ländern einem Mitgliedsstaat helfen, sollte er in eine Bankenkrise geraten. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen, denn es bedarf schon langwieriger politischer Verhandlungen, bis die Anleger ihr Geld zurückbekommen. Bei kleineren Summen ist das nicht so schlimm. Problematisch ist es, wenn man größere Summen auf dem Festgeldkonto angelegt hat. Es ist daher nicht schlecht einen Blick auf die Ratings zu werfen. Diese geben Aufschluss über die Bonität eines jeden einzelnen Landes in der EU.

Vorsicht vor zu hohen Zinsen

Natürlich wünscht man sich als Anleger hohe Zinsen. Dies sollte aber bei der Auswahl der richtigen Festgeldanlage nicht ausschlaggebend sein. Oftmals ist es nämlich so, dass ein höhere Zinssatz auch mit einer schlechteren Zahlungsfähigkeit einhergeht, also einer schlechteren Bonität.

Was ist im Ernstfall zu tun?

Wenn es zu einem Krisenfall kommen sollte, sollte man erstmal ruhig bleiben. Man kann sich stets bewusst sein, dass die gesetzliche Einlagensicherung greift, und man das Geld auf jeden Fall zurückbekommt. Als Betroffener muss man also die Entschädigung nicht selbstständig einleiten. Dies übernimmt das Einlagensicherungssystem. Banken haben Informationspflicht. Sie müssen ihren Kunden darauf hinweisen, dass sie Anspruch auf Entschädigung im Fall einer Krise haben.

Ausnahmefälle

In Ausnahmefällen sind Einlagen auch bis zu 500.000 Euro abgesichert. Von oberster Instanz wurde angeordnet, dass ab dem 3. Juli 2015 Einlagen in Ausnahmefällen bis zu einer Höhe von 500.000 Euro abgesichert sind. Dies hat das Bundeskabinett beschlossen. Dieser erweiterte Schutz gilt für folgende Fälle:

  • Abfindungen
  • Einnahmen, die aus dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie resultieren
  • Versorgungsausgleich, der aus einer Scheidung resultiert
  • Auszahlungen bei einer betrieblichen Altersvorsorge

Dieser Schutz ist nur für sechs Monate ab Eingang des Geldes auf dem Konto geltend.

Fazit

Wir haben hier die wichtigsten Fakten zur gesetzlichen Einlagensicherung aufgeführt. Auch wenn der Begriff ein wenig abstrakt klingen mag, ist es trotzdem wichtig, dass man sich damit genauer auseinandersetzt. Natürlich kann man auch einfach ein Festgeldkonto eröffnen und von den attraktiven Zinsen profitieren. Unser Tipp ist aber, dass man sich zunächst mit der Sicherheit der Einlagen beschäftigt. Denn auch wenn die Zinsen hoch sein mögen, kann das Risiko der Anlage hoch sein, insbesondere, wenn das Land eine schlechte Bonität aufweist. Wir sind der Auffassung, dass ein besseres Verständnis über die Einlagensicherung zu einem bessern Umfang mit dem Festgeld führt. Auch wird man mehr Vertrauen in die eigene Bank haben und weniger Befürchtungen haben, dass man das Geld verliert. Die gesetzliche Einlagensicherung greift grundsätzlich europaweit. Das Kapital ist somit auch im Ausland geschützt. Auf der anderen Seite gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit. Denn was ist, wenn es zu einem Systemausfall im Bankensektor kommt, wo alle Banken betroffen sind? Die Einlagensicherung dürfte Probleme haben den finanziellen Schaden aller Banken zu beheben. Natürlich ist das jetzt ein sehr unwahrscheinliches Szenario, aber man weiß nie. In anderen Fällen ist das Kapital aber bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Im Ernstfall kann es bis zu 20 bis 30 Tage dauern, bis man eine Entschädigung bekommt.
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