Fairr.de Altersvorsorgeprodukte

Fairr.de Erfahrungen – Test und Bewertung

Was ist fairr.de?

Fairr.de ist ein FinTech aus Berlin, das zusammen mit der Sutor-Bank verschiedene Finanzprodukte anbietet. Bekannt geworden ist es vor allem dadurch, dass es Riesterfondssparpläne anbietet. Die Besonderheit ist dabei, dass der Abschluss und die Verwaltung ausschließlich über das Internet nicht nur möglich, sondern sogar notwendig ist.

Inzwischen hat das Start-Up sein Angebot deutlich ausgebaut und bietet nun:

  • fairriester: Riester-Rente
  • fairriester silver: Für alle über 55 Jahre
  • fairbav: Betriebliche Altersvorsorge
  • fairrürup: Rürup-Rente
  • fairflex: Vermögenssparplan

Dabei sollen sich sämtliche Finanzprodukte vor allem durch ein hohes Maß an Transparenz auszeichnen. Das erklärte Ziel von fairr.de ist es, den Namen zum Programm zu machen. Die drei jungen Gründer suchten nach eigenen Angaben selbst nach einer Möglichkeit, die eigene Altersvorsorge zu gestalten, als sie aufgrund von hohen Abschlussprovisionen und Gebühren die Idee entwickelten, kostengünstige und transparente Produkte auf den Markt zu bringen. Das FinTech wurde bereits im Jahr 2013 gegründet, bereits im Juli 2014 kam der fairriester-Fondssparplan auf den Markt. 2015 ergänzte fairr.de sein Angebot um die Rürup-Rente, bereits im Folge-Jahr konnte das Unternehmen im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge ein Produkt anbieten. Bei allen Angeboten setzt fairr.de auf drei Merkmale:

  • Transparenz
  • Kundenfreundlichkeit
  • Geringe Kosten

Fairr.de ist dabei weder Versicherer noch als Bank tätig. Stattdessen tritt das Startup ausschließlich als Vermittler auf. Als ersten Partner konnte es die Sutor Bank in Hamburg gewinnen. Die Privatbank wird von der BaFin lizensiert und reguliert und zählt zu den bekanntesten deutschen Privatbanken. Natürlich ist die Sutor Bank Mitglied in einem Einlagensicherungsfonds und für ihr seriöses und vertrauenswürdiges Geschäftsverhalten bekannt.

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Fairr.de ist ein FinTech aus Berlin

Als zweiten wichtigen Partner konnte fairr für seine Produkte die MyLife Lebensversicherung AG aus Göttingen gewinnen. Das Unternehmen war im nach eigenen Angaben einer der Vorreiter für Nettoversicherungen in Deutschland, hatte jedoch im Jahr 2016 den Verlust einer strategisch wichtige Partnerschaft zu beklagen. Mit fairr.de füllt sich diese Lücke.

Jetzt zum Angebot von fairr.de

Wie funktioniert fairriester?

fairriester bietet im Prinzip einen Fondssparplan, der sich zudem größtenteils aus ETFs zusammensetzt. Auf diese Weise können die Kosten gesenkt werden. Kunden müssen keine einzelnen Fonds aussuchen. Stattdessen beteiligen sie sich an dem Portfolio der Hamburger Privatbank Sutor Bank. Dabei wird das Portfolio nach aktuellen wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengestellt und kann so gewährleisten, dass das Geld der Kunden unter einem guten Risiko-Rendite-Verhältnis angelegt wird. Diversifikation und Kosteneffizienz sind dabei zwei der wichtigsten Merkmale, die die Anlage erfüllen soll. Der Kunde kann dabei jederzeit sein Depot ansehen und alle Transaktionen überwachen.

Das Angebot wird dadurch ergänzt, dass fairriester eine Riester-Zertifizierung besitzt und so die staatlichen Zuschüsse für die Geldanlage gewährleisten kann. Mit fortschreitender Laufzeit schichtet das Unternehmen die Geldanlage seines Kunden langsam um. Der hohe Anteil an Aktien wird dann zunehmend in Anleihen investiert. Auf diese Weise verliert die Geldanlage des Kunden an Volatilität und wird gesichert. Hierbei entstehen natürlich auch Zusatzkosten, allerdings ist dieses Vorgehen gesetzlich vorgeschrieben. Auf diese Weise soll dem Umstand Sorge getragen werden, dass die kürzere Laufzeit bei einer plötzlichen Umschichtung, beispielsweise am Stichtag der Rente, aufgrund der üblichen Volatilität zu hohen und unnötigen Verlusten führen könnte.

Wie teuer ist fairriester?

Im Rahmen von fairriester entfallen einige Gebühren, wie beispielsweise die Abschlussgebühr. Dafür fallen allerdings andere Kosten dennoch oder sogar zusätzlich an:

  • Kontogebühr in Höhe von 2,25 Euro monatlich, die halbjährlich vom Depot entnommen wird.
  • Jährliche Verwaltungsgebühr in Höhe zwischen 0,25 % und 0,75 % des fairriester-Vermögens für die Sutor-Bank.
  • Jährliche Verwaltungsgebühr in Höhe zwischen 0,25 % und 0,75 % des fairriester-Vermögens für die Vermittlung des Vertrages und die Betreuung durch fairr.de
  • Fondskosten in Höhen von 0,13 % und 0,5 % jährlich.
  • Durch den Versicherer MyLife Lebensversicherung AG werden außerdem sogenannte „biometrische Kosten für die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos“ erhoben.

Die Kosten in der Ansparphase sind also relativ gering. Positiv ist fraglos die Tatsache, dass sich fairr.de nicht erst den Abschluss fürstlich entlohnen lässt und Provision und Vertragsabschluss erst mehrere Tausend Euro Kosten verursachen, bevor sich das Riestern tatsächlich rechnet. Selbst Kritiker des Angebots empfehlen fairr.de als kostengünstig gemanagten Fondssparplan.

Allerdings fehlt in der Rechnung dazu, wie teuer die fairriester tatsächlich ist, ein entscheidender Faktor: der garantierte Rentenfaktor. Hier gibt die Versicherung an, wie viel monatliche Rente je 10.000 Euro später ausgezahlt werden. Bei vielen anderen Riester-Fondssparplänen ist dieser Faktor bereits eingepreist. Dementsprechend kann es für unbedarfte Nutzer etwas verwirrend sein, wenn fairriester Zusatzvermögen gegenüber herkömmliche Riesterverträge angibt, dabei aber in gewissem Sinne Äpfel mit Birnen vergleicht.

Der garantierte Rentenfaktor bewegt sich bei einem Renteneintritt zwischen derzeit 27,95 Euro (Geburtsjahr 2000) und 35,36 Euro (Geburtsjahr 1948). Der voraussichtliche Rentenfaktor bewegt sich hingegen zwischen 37,07 Euro und 46,90 Euro. fairr.de kann also nicht durch eine sehr hohe garantierte Rente punkten. Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung verschiedener Riester-Verträge aus dem Jahr 2011 festgestellt, dass „Viele Unternehmen […] zwischen 30 und 35 Euro“ Rentenfaktor garantieren. Fairr.de bietet also hier kein herausragendes Angebot an. Allerdings hat die Zeitschrift den Fonds durchaus gelobt. Die Rendite in der Ansparphase würde auf lange Sicht nur um rund 1 Prozentpunkt pro Jahr verringert werden, was im Vergleich zu anderen Riester-Fondssparplänen ein sehr gutes Ergebnis sei.

Inzwischen ist es sogar möglich, mit der MyLife Lebensversicherung AG einen Hinterbliebenenschutz abzuschließen. Natürlich wirkt sich dieser teils sehr deutlich auf die Rente aus.

Wie gut ist die Beratung?

Ein wichtiger Faktor bei der Bewertung eines Riesterangebotes ist fraglos die Beratung. Nur gut beratene Kunden können entscheiden, ob ein solches Produkt das richtige für sie ist. Dies gilt im besonderen Maße auch deswegen, weil sie das Risiko und die Chancen richtig einschätzen müssen. fairr.de ist dabei nach § 34f GewO als Finanzanlagenvermittler zugelassen und muss deswegen die Kunden entsprechend beraten. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schließt das Unternehmen dies unter § 2 allerdings aus. Eine grundsätzliche Beratung über Telefon, Live Chat und E-Mail bietet das Unternehmen dennoch an.

Ziel von fairr.de ist es außerdem, ein Honorarberater-Modell zu etablieren. Die Kunden zahlen den Berater also für seine Dienstleistung. Der Finanzberater ist dabei unabhängig und kann dem Kunden deswegen die Produkte mehrerer Anbieter empfehlen.

Kritik an fairriester

Gerade in der Anfangsphase musste sich fairr einige Kritik gefallen lassen. Dabei wurde dem Unternehmen vor allem angekreidet, irreführende Vergleiche durchzuführen. Dadurch, dass teilweise zusätzliche Kosten – vor allem die Kosten des späteren Versicherers – nicht angegeben wurden, wirkte die Rente schnell deutlich höher als sie eigentlich wäre. Zudem wird auch mit eher optimistischen Werten gerechnet, um Kunden von einem Vertragsabschluss zu überzeugen. Dies hat sich inzwischen allerdings durchaus etwas gebessert.

Kritisiert wurde zu Beginn auch, dass fairr keinen Versicherungspartner vorweisen kann, um überhaupt Aussagen zur späteren Rente durch Riester zu treffen. Zumindest in Bezug auf den garantierten Rentenfaktor hat sich damit allerdings bestätigt, was Kritiker ohnehin befürchtet haben. Er ist im Vergleich zu anderen Anbietern nicht größer, sondern befindet sich eher im Mittelfeld.

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Was bietet fairriester silver?

fairriester silver richtet sich an Interessenten für eine riestergeförderte Rentenversicherung, die schon innerhalb der nächsten 12 Jahre in Rente gehen werden. Möglich ist der Abschluss noch bis ein Jahr vor Rentenbeginn. Es fallen dabei keine Abschlussgebühren an und fairr versucht, vor allem ältere Riester-Wechsler vom Angebot zu überzeugen.

Um dies zu erreichen, bietet der Partner MyLife Lebensversicherung AG einen Nettotarif ohne Abschlussgebühren an. Ein Wechsel ist zudem in vielen Fällen ohne zusätzliche Kosten möglich. Üblicherweise verlangen Versicherungen von Wechslern eine Gebühr zwischen 50 und 100 Euro. fairr.de bietet Wechslern die Übernahme dieser Gebühr bis zu 150 Euro.

Auch für die fairriester silver fallen allerdings Kosten seitens fairr.de an. Derzeit beträgt die Gebühr 0,38 Prozent des Vertragsguthabens pro Jahr. Dabei bietet fairr.de sehr flexible Konditionen:

  • Einzahlungen können monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich vorgenommen werden.
  • Die Höhe kann bei Bedarf angepasst werden.
  • Der Vertrag kann zu jedem Zeitpunkt kostenlos beitragsfrei gestellt werden.

Damit bietet fairr.de für alle Anleger jenseits des 55. Lebensjahres eine leicht verständliche Möglichkeit, noch etwas für die Altersvorsorge zu unternehmen, ohne dabei die Freiheit zu verlieren, auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren.

Wie sicher ist die Riesterrente von fairr.de?

Grundsätzlich sind drei Unternehmen an der Riesterrente beteiligt. Wer Angst hat, dass sich fairr.de als Startup nicht durchsetzen kann, kann zumindest etwas beruhigt sein: Das Angebot funktioniert grundsätzlich auch ohne den Vermittler. Die Hauptrolle bei der Vermögensverwaltung spielt die Sutor Bank, fairr.de selbst ist nach Abschluss nicht mehr unabdingbar.

Die Sutor Bank gilt als eine zuverlässige und vertrauenswürdige Bank und existiert bereits seit 1921. Selbst wenn das Unternehmen die nächste Krise nicht überstehen sollte, ist dies noch kein Grund zur Verzweiflung. Natürlich sind Kundeneinlagen bis zu 100.000 Euro bei der Sutor Bank über den Einlagensicherungsfonds abgesichert. Allerdings zählen Fonds ohnehin zum Sondervermögen und würden nicht zur Insolvenzmasse gehören.

Die MyLife Lebensversicherung AG hat erst im Jahr 2014 einen Belastungstest von Morgen&Morgen mit Bravour bestanden.

Es besteht also grundsätzlich kaum Grund dafür, bei der Riesterrente von fairr.de um die Sicherheit der Geldanlage zu bangen.

Fazit:

Fairr.de möchte transparente und kostengünstige Altersvorsorgeprodukte anbieten. Größtenteils gelingt dies durch die Zusammenarbeit mit der Sutor Bank. Allerdings müssen sich Anleger dennoch umfassen informieren, um herauszufinden, ob das Angebot für sie geeignet ist und wie gut es im Vergleich mit anderen Riester-Produkten ist. Es handelt sich nämlich leider nicht um ein besonders kostengünstiges Angebot, auch wenn alle Produkte durchaus Stärken besitzen.

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