Welche Aktien jetzt kaufen?

Die Kurse sind hoch, auch wenn der DAX gegenüber seinem Höchststand im Januar 2018 zunächst wieder verloren hat. Welche Aktien soll man jetzt kaufen? Sollen Anleger sich nach unten absichern, auf neue Höchststände hoffen oder ganz die Finger vom Aktienmarkt lassen?

Das wichtigste in Kürze:

  • Aktien von Konsumgüterherstellern bieten Stabilität
  • Wertpapiere aus Schwellen- und Entwicklungsländern haben Risiken, bieten aber auch hohe Chancen
  • Goldminen als Stabiltiätsanker
  • Breite Streuung wichtig

Das wichtigste vorweg: Zur Vorhersage von Kursen

“Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie sich auf die Zukunft beziehen”, lautet ein bekanntes Bonmot, das mal Karl Valtentin und mal Mark Twain zugeschrieben wird. Belegt ist dagegen, dass der große Wissenschaftsphilosoph Karl Popper Langfristprognosen strikt ablehnte. Er verwies auf seltene Ereignisse, die immer auftreten können, sogenannte Schwarze Schwäne. Außerdem könne man die Zukunft nicht vorhersehen, ohne deren Technik zu kennen. Karl Popper richtete seine Kritik vor allem gegen Soziologen, die langfristige Bewegungsgesetze postulierten und davon ausgingen, dass die menschliche Geschichte vorherbestimmt sei. Aber auch für die Börse hat seine Kritik Bestand.

Energiewende Aktien

Die Energiebranche wurde in Deutschland durch das Reaktorunglück von Fukushima durcheinandergewirbelt. Aktien großer Energiekonzerne verloren, Betreiber alternativer Anlagen gewannen. Vorhergesehen hat das niemand.

Natürlich geht es an den Wertpapiermärkten nicht darum, die Börsenkurse in 100 Jahren vorherzusagen. Prognosen beziehen sich dort teilweise auf einen Zeitraum von Minuten, manchmal von Jahren. Trotzdem gibt es auch hier Unkalkulierbares. Schwarze Schwäne gibt es auch an der Börse, beispielsweise durch politisch Entscheidungen oder Katastrophen. Das Seebeben, das im Jahr 2011 das Nuklearunglück von Fukushima auslöste, war ein solches. Der gerade erst widerrufene Atomausstieg wurde überhastet wieder eingeführt – mit Folgen für die Energiebranche.

Aber auch ohne Großereignisse ist klar, dass sich Kurse nie ganz sicher prognostizieren lassen. Wenn man heute schon wüsste, dass die Aktien morgen fallen, würden alle Anleger verkaufen – und damit würde der Kurssturz schon heute und nicht erst morgen stattfinden.

Wir geben deshalb keine Prognose ab, sondern suchen Aktien für bestimmte Szenarien. Davon abgesehen empfehlen wir eine breite Streuung.

Sind die Kurse zu hoch?

Anfang 2018 stand der Kurs des DAX über 13.500 Punkten, rund neun Jahre zuvor waren es noch weniger als 3.900 Punkte gewesen. Ist da eine deutliche Korrektur nicht zu erwarten? Tatsächlich hat der DAX in den folgenden Monaten deutlich verloren. “Einstiegskurse”, sagen die einen. “Der DAX ist immer noch zu hoch”, sagen die anderen und verweisen auf den Kursanstieg seit 2009.

Beide Vergleiche haben aber einen Nachteil, sie sehen nur die Entwicklung im Vergleich zu einem Höchst- beziehungsweise Tiefstkurs. Dass der Kurs seit 2009 so stark gestiegen ist liegt auch dran, dass er zuvor gefallen war. Im Jahr 2007 erreichte der DAX fast 8.000 Punkte, im Vergleich dazu erscheint der heutige Kurs weniger hoch. Hinzu kommt, dass der DAX auch Dividendenzahlungen berücksichtigt. Die Kurse der im DAX enthaltenen Wertpapiere sind weniger stark gestiegen. Der sogenannte DAX Kursindex, der Dividenden außen vor lässt, lag im Oktober 2018 niedriger als elf Jahre zuvor – und sogar unter den Werten vom Februar 2000.

Welche Aktien kaufen?

Welche Aktien die richtigen sind, hängt von der Erwartung des Anleger ab. Nimmt die Börse wieder Kurs auf weitere Höchststände, entwickeln sich die Kurse seitlich oder steht eine Korrektur bevor.

Aktien für Optimisten

Erfahrungsgemäß profitieren von einer wirtschaftlich guten Entwicklung vor allem Technologiekonzerne und Maschinenbauer. Firmen investieren in neue Ausrüstung und auch Privatkunden kaufen sich neue Smartphones, Computer und Fernseher. Wer auf eine gute wirtschaftliche Entwicklung setzt, wird deshalb in diesem Bereich fündig.

Roboter Aktien

In Aufschwungphasen investieren Firmen mehr, davon profitieren Maschinenbauer. Foto: Pressefoto der KUKA Aktiengesellschaft

Die Auswahl an entsprechenden Aktien ist groß. Es müssen nicht unbedingt große Digitalkonzerne wie Alphabet (Google) sein, auch in Europa gibt es vielversprechende Firmen. Beispielsweise das FinTech Wirecard oder der Roboterhersteller KUKA. Die MBB SE vereint als Holding gleich mehrere Firmen.

Breiter streut man das Risiko aber, wenn man zu einem ETF greift, der einen Technologieindex wie den TexDAX abbildet. Einige ETFs erlauben auch eine stärkere Spezialisierung, beispielsweise der L&G ROBO Global Robotics and Automation UCITS ETF (ISIN: DE000A12GJD2,WKN: A12GJD, mit dem man gezielt in das Themengebiet Robtik investiert.

Schwellenländer und Grenzmärkte

Eine weitere Gruppe die oft von Wirtschaftsaufschwüngen profitieren sind Schwellen- und Entwicklungsländer. Investoren werden dann riskobereiter. Außerdem sind viele Nationen stark von Rohstoffen abhängig. In guten Zeiten können sie nicht nur mehr Rohstoffe exportieren, deren Preise sind auch höher.

Grenze des Wachstums

Grenzmärkte liegen nicht physisch an den Grenzen zu einem Schwellenland, sondern in wirtschaftlicher Hinsicht. Es handelt sich um Entwicklungsländer, die vielleicht bald in den Kreis der Schwellenländer aufsteigen könnten.

Besonders aussichtsreich, aber auch besonders riskant sind dabei sogenannte Grenzmärkte, englisch Frontier Markets. Dabei handelt es sich um Entwicklungsländer, die als Aufstiegskandidaten in den Kreis der Schwellenländer gehandelt werden. In diese Gruppe fällt beispielsweise Vietnam oder Sri Lanka. Auch Argentinien gehört aktuell zu dieser Gruppe, seit es 2009 Währungskontrollen einführte und deshalb bei den meisten Fonds und Indizes aus dem Kreis der Schwellenländer verbannt wurde. Dagegen hat Pakistan, trotz eines großen Islamismus-Problems, den Aufstieg in die “zweite Liga” schon geschafft.

Diese Länder bieten hohe Chancen, aber auch viele Risiken. Die Infrastruktur ist oft nur mäßig gut ausgebaut, die Korruption teilweise hoch. Dafür gibt es auch viel Luft nach oben. Wer das Risiko eingehen will, kann das beispielsweise mit dem Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF 1C (ISIN: LU0328476410, WKN: DBX1A9) tun. Die Consorsbank bietet aktuell (Stand: IV. Quartal 2018) sogar einen gebührenfreien Sparplan für diesen ETF der Deutschen Bank Gruppe.

Aktien für Pessimisten

Wer einen baldigen Kursrutsch erwartet, sollte von diesen Aktien dagegen die Finger lassen. Einzelne Technologieaktien mögen auch einem Konjunktureinbruch trotzen, die meisten tun das nicht. Erst recht wären die Grenzmärkte dann in Gefahr. Anleger würden vermutlich auf Nummer sicher gehen und Geld abziehen, schon der daraus folgende Währungsverfall würde den Wert des Aktienportfolios reduzieren. Politische Unruhen könnten die Folge sein und die Aktien weiter unter Druck setzen.

Gold

Gold entwickelt sich in Krisenzeiten meist gut. Statt zu Gold können Anleger aber auch zu Goldminenaktien greifen.

Aktien von Konsumgüterherstellern sind weniger stark betroffen, allerdings werden auch sie meist verlieren. Zwar kaufen die Menschen weiter Lebensmittel und Shampoo, greifen aber zu günstigeren Varianten. Pessimisten werden deshalb in den meisten Fällen einen Teil ihrer Aktienbestände auflösen.

Sie können stattdessen beispielsweise in Zinspapiere investieren. Wobei Anleihen mit hoher Bonität und Festgelder aktuell kaum Zinsen bringen – und Wertpapiere von Krisenstaaten oder schwächelnden Unternehmen im Fall einer Krise ausfallen können.

Eine weitere Alternative ist Gold. Der Wert des Edelmetalls steigt meist in Krisenzeiten. Noch stärker gilt das üblicherweise für Aktien von Goldminen. Weil sie hohe Fixkosten haben, sorgt ein Anstieg des Goldpreises um 20 Prozent dort nicht nur für 20 Prozent mehr Gewinn, sondern meist für einen deutlich stärkeren Gewinnsprung. Allerdings sind die Verluste auch höher, wenn die Rechnung nicht aufgeht und der Goldpreis fällt. Außerdem drohen politische Risiken wie Kriege in Förderländern oder Enteignungen. Besser ist deshalb die Investition in einen Goldminen-ETF, beispielsweise den VanEck Vectors Gold Miners (ISIN: IE00BQQP9F84, WKN: A12CCL).

Aktien für eine Seitwärtsbewegung

Was aber, wenn die Kurse sich seitwärts bewegen oder nur leicht fallen? Auch dann könnten Ausrüster oder Entwicklungsländer in Probleme geraten. Stabiler sind dagegen die Aktien von Konsumgüterherstellern. Wenn die Verbraucher nur etwas sparsamer werden bleiben diese Unternehmen in der Mehrzahl weiter in der Gewinnzone. Auch Wohnimmobilien sind von Kursrückschlägen weniger betroffen. Anbieter wie Deutsche Wohnen oder der DAX-Konzern Vonovia sind denn eine gute Anlage.

Aktien für Krisenzeiten

Lebensmittel werden auch in Krisen gekauft. Essen muss schließlich jeder. Bild: Pressefoto der EDEKA eG

Ganz allgemein können Anleger auch einfach zu dividendenstarken Titeln greifen. Günstig kann man das mit einem ETF auf einen Index mit Dividendenwerten tun, beispielsweise den DivDAX. Diesen bildet unter anderem der ComStage 1 DivDAX UCITS ETF (ISIN: DE000ETF9033, WKN: ETF903) ab.

Lieber breit streuen und Sparplan abschließen

Die drei Szenarien haben alle einen Nachteil. Niemand weiß wirklich, welches der dreien eintritt. Vorsichtige Anleger streuen deshalb ihr Portfolio und leben von allem etwas in ihr Depot. Ein paar Technologiewerte, Aktien von Schwellen- und Entwicklungsländern, Blue Chips aus Industrienationen, Dividendentitel und ein paar Goldminen. Ein solches Portfolio lässt sich mit wenigen ETFs aufbauen.

Wem das zu kompliziert ist, der kann sein Geld auch einem Robo Advisor anvertrauen, der nach ähnlichen Kriterien vorgeht. Schon ab 3.000,- Euro kann man beispielsweise beim Cominvest Depot der Comdirect Bank investieren.

Sparplan

Wer beim Tiefstkurs investiert hat steht besser da als jener, der kurz vor der Korrektur gekauft hat. Weil sich der perfekte Zeitpunkt kaum finden lässt, bietet sich ein Sparplan an.

Noch besser klappt es mit der Risikokontrolle, wenn auch der Einstiegszeitpunkt “gestreut” wird. Statt das komplett Kapital auf einmal zu investieren, wird monatlich ein geringerer Betrag eingezahlt. ETF-Sparpläne bieten fast alle Banken an.

Wo jetzt Aktien kaufen?

Eine ganze Reihe von Direkt-Brokern werben mit ähnlichen Konditionen um Kunden. Meist liegt die Gebühr für eine kleine oder mittlere Order bei rund 10,- Euro, egal ob bei S Broker, DKB oder der ING. Discounter wie De Giro sind günstiger, richten sich aber vor allem an umsatzstarke Händler, denn sie bieten kaum andere Bankdienstleistungen wie Girokonten oder Festgelder.

Consorsbank Neukunden

Immer wieder bietet die Consorsbank attraktive Neukundenaktionen.

Die Nürnberger Consorsbank bietet einerseits das breite Dienstleistungsspektrum einer Universalbank, allerdings auch für Neukunden immer wieder interessante Aktionen. Beispielsweise niedrigere Oderkosten oder höhere Tagesgeldzinsen im ersten Jahr. Letzteres ist gut für Anleger, aus Angst vor einer Kurskorrektur nicht alles sofort investieren wollen. Sie können das Geld zunächst auf das Tagesgeldkonto einzahlen und dann übers Jahr verteilt in ETFs investieren. Eine ganze Reihe von ETF-Sparplänen ist bei der Consorsbank sogar dauerhaft kostenlos.

Fazit

Aktien bleiben eine interessante Anlagemöglichkeit. Weil sich der weitere Verlauf nicht eindeutig prognostizieren lässt, sollten Anleger ihr Kapital breit streuen. Am einfachsten geht das mit einer Reihe von ETFs, die Aktien aus verschiedenen Regionen, Branchen und Industrie- und Schwellenländern enthalten sollten.

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