Türkische Aktien kaufen - drei interessante Werte vorgestellt

Beste türkische Aktien und ETF Empfehlungen & Analyse des Marktes 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Türkei ist ein Schwellenland mit Wachstumspotential, viele türkische Aktien sind noch moderat bewertet.
  • Darunter auch drei Unternehmen, die wesentlich für die Türkische Wirtschaft sind – wir stellen Ihnen diese Aktien vor.
  • Außerdem erklären wir die türkische Börse, das Währungsrisiko beim Investment in der Türkei und machen eine SWOT Analyse für den türkischen Aktienmarkt und türkische ETFs.

Top 5 Depots für türkische Aktien

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3 spannende türkische Aktien für 2020

Die besten türkischen Aktien sollten eine solide Wertentwicklung vorweisen können und gute Fundamentaldaten haben. Aktuell gibt es für Investoren, die 2020 an der türkische Börse partizipieren wollen, drei Empfehlungen:

a. Turkcell, WKN: 806276 / ISIN: US9001112047

Bei Turkcell handelt es sich um den größten Mobilfunkanbieter in der Türkei. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1994. Inzwischen sind mehr als 34 Millionen Kunden bei dem Unternehmen registriert und damit besitzt Turkcell einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Der durchschnittliche Jahresumsatz liegt bei 3,873 Milliarden Euro.

Bei der Turkcell-Aktie handelt es sich um eine der wenigen türkischen Aktien, die in ADR-Form gehandelt werden. Der Handel erfolgt an der New York Stock Exchange. Diese Sicherheitshinterlegung an der größten Börse der Welt gilt als Qualitätsmerkmal und zeigt das internationale Interesse an der Aktie.

Die wichtigsten Kennzahlen201720182019
Umsatz in Milliarden USD4,854,394,42
Gewinn je Aktie0,620,480,65
Dividende je Aktie0,320,14-

Die Turkcell-Aktie hatte ihre Höhepunkt 2007 vor der Finanzkrise. Wie alle türkischen Aktien zeigt sie sich seitdem sehr volatil mit teilweise deutlichen Schwankungen innerhalb eines Jahres. Für 2020 ist Turkcell eine interessante türkische Aktie, weil bei dem Unternehmen die Gewinne stimmen und quasi ein Monopol in der Türkei vorhanden ist. Turkcell investiert derzeit viel in den 5G-Ausbau, auch deshalb blieb 2019 die Dividende aus. Diese Strategie kann sich langfristig aber sehr bezahlt machen.

Expertentipp

  • Solide Gewinne über Jahre hinweg
  • Sichere Marktposition durch Quasi-Monopol in der Türkei
  • 2020 bislang noch zum Discountpreis handelbar

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b. Koc Holding, WKN: 806276 / ISIN: US9001112047

Die Koc Holding ist das größte Industrieunternehmen der Türkei und ein wirkliches Aushängeschild des Mittelmeerlands. Koc Holding ist im Fortune Global 500 gelistet, ist also einer der wertvollsten Konzerne weltweit. Vergleichbar ist die Koc Holding etwa mit Siemens beziehungsweise General Electric, wobei die Koc Holding von einer günstigeren Kostenstruktur profitiert. Die genannten Konzerne stelle alle eine große Bandbreite von Produkten in verschiedenen Segmenten her.

Koc Holding tritt etwa als Zulieferer für die europäische Automobilindustrie auf. Zudem hält die Koc Holding Mehrheitsanteile an Arcelik, dem Hersteller hinter bekannten Elektronikmarken wie Grundig und Beko. Weiteres Einkommen schöpft Koc Holding aus einer Erdölraffinerie, die zusammen mit Shell betrieben wird.

Wichtig im Zusammen mit der Koc Holding ist auch die Aktionärsstruktur. Die Koc-Familie hält immer noch die Anteilsmehrheit. Familienunternehmen sind in der Regel besonders langfristig ausgerichtet; so ist es auch bei der Koc Holding. Hinzu kommt das besondere Standing, das die Familie in Teilen der Türkei genießt. Sie gilt als Vertreter des modernen Bürgertums und einer westlichen, demokratischen Türkei.

Die wichtigsten Kennzahlen201720182019
Umsatz in Milliarden USD27,129,826,96
Gewinn je Aktie1,942,181,73
Dividende je Aktie0,350,40-

Anleger kaufen sich mit Papieren der Koc Holding eine türkische Aktie, die sehr niedrig bewertet ist. Das absurd geringe KGV ist lediglich auf politische Unsicherheiten und Währungsrisiken zurückzuführen und spiegelt nicht die Umsatzstärke der Koc Holding wider.

Expertentipp

  • Breit aufgestelltes Industrieunternehmen mit günstiger Kostenstruktur
  • Erdölförderung als Umsatzgarant
  • Durch Krise am türkischen Markt günstig erhältlich

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

c. Ülker –  WKN: A0B9P5 / ISIN: TREULKR00015

Eine weitere Empfehlung bei der Suche nach guten Anlagemöglichkeiten, wenn Sie türkische Aktien kaufen möchten, ist der Lebensmittelkonzern Ülker. Er wurde 1944 gegründet und gehört weltweit zu den zehn größten Herstellern für Süßwaren. Innerhalb der Türkei ist Ülker absolut dominant.

Auffällig sind in den letzten Jahren steigende Zukäufe zum Unternehmen. So gehören heute zahlreiche Unternehmen zur Ülker-Gruppe, wie Bolero und Chewy und United Biscuits sowie der belgische Choclatier Godiva.

Der Expansionskurs in den letzten Jahren war kreditfinanziert. Das ist normal und eigentlich unproblematisch, aber bei Ülker hat es deswegen zu Problemen geführt, weil die türkische Lira eingebrochen ist. Die Kredite, die in Euro aufgenommen wurden, konnten nicht mit den Einnahmen aus der Türkei bezahlt werden. Ülker hatte daher 2018 einen Gewinneinbruch und strich die Dividende. Mittels türkischer Banken und politischer Unterstützung wurde eine Umschuldung vereinbart. Dadurch hat sich Ülker wieder stabilisiert.

Die wichtigsten Kennzahlen201620172018
Umsatz in Milliarden Lira3,924,815,95
Gewinn je Aktie0,671,122,05
Dividende je Aktie0,190,26-

An der türkischen Börse war Ülker bislang eine reine Erfolgsgeschichte. Wer vor zehn Jahren eingestiegen ist, hätte sein Geld bis 2020 vervierfacht und das, ohne die beachtlichen Dividenden zu berücksichtigen.

Grundsätzlich gilt, dass Ülker als Lebensmittelkonzern nicht ewig in dieser Form weiterwachsen wird, aber selbst im Heimatmarkt ist noch Entwicklungsspielraum. Mit einem KGV von 8 ist Ülker zudem günstig bewertet und als Lebensmittelkonzern in einer sehr krisensicheren Branche tätig: Schokolade kaufen die Menschen immer.

Expertentipp

  • defensive Aktie mit Wachstumspotential
  • potentiell attraktive Dividende, da hohe Gewinnmarge
  • hohe Schulden können ein Risiko darstellen

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

SWOT-Analyse für den türkischen Markt

Die Stärken des türkischen Aktienmarktes

Für eine Investition in türkische Aktien sprechen vor allem die wirtschaftlichen Vorteile des Landes. Ein Blick auf die Entwicklung zeigt, dass sich in den letzten Jahren ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 7,0 Prozent eingestellt hat.

Es ist davon auszugehen, dass das Wirtschaftswachstum weiter überdurchschnittlich bleibt. Grund dafür stellt die sehr junge türkische Gesellschaft dar. Während in Deutschland das durchschnittliche Alter mit 47 Jahren angegeben wird, bewegt es sich in der Türkei bei 31 Jahren. In Bezug auf die Demografie sind die Stärken nicht zu unterschätzen. Die Arbeitskräfte in der Türkei unterstützen so das Wirtschaftswachstum.

Türkische Aktien könnten wegen der Entwicklung in China attraktiv werden

Höhere Löhne in China machen eine Verlagerung der Produktion wieder näher an die Absatzmärkte zusätzlich attraktiv. Die Türkei hat hier Chancen.

Stärken der Lage des Landes

Die Türkei hat eine wichtige Bedeutung für den Handel. Bezeichnet als „Brücke zwischen Asien und Europa“, bietet sie effektive Handelswege. Zudem läuft die Rohstoffzufuhr über den Nahen Osten im wesentlich durch die Türkei, was das Land sich teuer bezahlen lässt. Außerdem gibt es im angrenzenden Mittelmeer noch ungenutzte Gasvorkommen, die in naher Zukunft angezapft werden dürften. Somit sprechen einige geographische Faktoren für wirtschaftlichen Wachstum in der Türkei.

Die Schwächen des türkischen Aktienmarktes

Im Bereich der Schwächen ist der starke Islamisierungskurs zu erwähnen, der durch den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan geführt wird. Während die Türkei mit den vorherigen Ministerpräsidenten einen wichtigen Schritt in Richtung Modernisierung gegangen ist, wirkt das Land nun rückläufig. Dies wirkt sich auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Staaten aus. Zudem gab es Problem zwischen Erdoğan und der türkischen Notenbank. Das verschärfte die Volatilität der türkischen Lira und ließ sie teilweise ganz einbrechen. Als wesentliche Schwäche des türkischen Aktienmarkts kann also das Währungsrisiko gelten, weil türkische Unternehmen eben einen großen Teil ihres Umsatzes in der Türkei erwirtschaften.

Chancen für den türkischen Aktienmarkt

Die Türkei gilt als eines der Schwellenländer mit dem meisten Potential. Dies zeigt sich beispielsweise am TOGG-Konsortium. TOGG ist nicht direkt handelbar, aber Turkcell, die Anadolu Group (WKN: 164178) und Zorlu Holding (WKN: 983112) sind Aktiengesellschaften, die mit je 19% am Konsortium beteiligt sind. Langfristig wird dabei eher davon ausgegangen, dass neue Unternehmen in diesem Bereich gegründet werden.

Ziel des Firmenverbundes ist die Entwicklung eines Elektroautos unter der Marke TOGG. Bislang war die Türkei vor allem ein Fertigungsstandort für Konzerne aus anderen Nationen, aber mittlerweile ist das Know-How da, um eigene Projekte anzugehen. Bereits im Jahr 2022 soll das erste Elektroauto auf den Markt kommen. Geplant ist der Start mit einem kompakten SUV. Hier tut sich gerade einiges und es scheint wahrscheinlich, dass durch neue Unternehmen weitere vielversprechende türkische Aktien auf den Markt kommen. Die Türkei profitiert dabei ähnlich wie China von einem wachsenden Inlandsmarkt, sodass heimische Unternehmen gute Wachstumschancen haben und auch leicht an ausländisches Kapital kommen.

Bedrohungen für den türkischen Aktienmarkt

Als stärkste Bedrohung für den Wirtschaftsmarkt in der Türkei gilt die derzeitige politische Lage. Für eine florierende Wirtschaft sind gute Verbindungen zu anderen Ländern essentiell.

Die Spannungen der Türkei mit den USA und Russland im Zuge des Syrien-Konflikts sind potentiell äußerst bedrohlich. Auch das autoritäre Gebaren von Präsident Erdoğan wird von vielen als Gefahr gesehen. Wiederholt fiel er mit Kritik an den Notenbanken auf, drohte sogar mit einem Eingriff – das sehen die Finanzmärkte überhaupt nicht gerne – es wurde viel Kapital abgezogen. Dazu lassen die weiterhin niedrigen Börsenkurse darauf schließen, dass internationale Großinvestoren immer noch kein großes Vertrauen in den türkischen Markt haben.

Türkei Demokratie

Die Türkei gilt nicht mehr als Demokratie. Im Rahmen des Polity IV Projekts wird die Türkei, ähnlich wie Russland, als Anokratie gesehen. Sie ist damit keine Demokratie mehr, aber auch noch keine Diktatur. (Bild: „Political Regime, 2015“ | © Our World In Data | Lizenz: CC BY 4.0)

Drei Fragen und Antworten rund um türkische Aktien

FAQ (3)

In einigen Nationen wie China üben die Regierung Einfluss auf Unternehmen aus oder kontrollieren diese sogar. Für Anleger wirkt diese Praxis häufig abschreckend, weil sie vermuten, dass Gelder veruntreut werden und das Unternehmen nicht effizient geführt wird.

In der Türkei gibt es keine Anzeichen dafür, dass Unternehmen unter staatlichem Einfluss leiden. Die Repressionen der Regierung treffen zahlreiche Menschen und damit auch Mitarbeiter, aber über manipulierte Unternehmen ist nichts bekannt. Anleger können also davon ausgehen, dass türkische Unternehmen im Interesse der Anteilseigner agieren.

Seit 2013 die Gezi-Proteste in der Türkei stattfanden, ist die innenpolitische Lage nicht mehr stabil gewesen. Seitdem gab es bereits einen Putsch-Versuch so wie erhebliche Einschränkungen der Pressefreiheit und die Verfolgung von Oppositionellen. Das alleine bedeutet noch nicht, dass der freie Markt beeinträchtigt ist und türkische Aktien direkt betroffen sind.

Allerdings bedeutet Erdogans Syrien-Angriff und der Bruch des Flüchtlingsabkommen mit der EU ein neues, erhebliches Risiko für den Aktienmarkt in der Türkei. Einerseits hat die Türkei mit dem Angriff gegen UN-Völkerrecht verstoßen und andererseits ein erhebliches Druckmittel verloren, indem die Flüchtlinge nach Griechenland geschickt wurden. Zwar ist die Türkei Nato-Mitglied und vor allem als Verbündeter der USA aufgetreten, aber wirtschaftliche Sanktionen erscheinen nun möglich und werden teilweise gefordert.

Anleger könnte daher daran gelegen sein, diesen Konflikt zu beobachten und erst zu investieren, wenn sich die Situation beruhigt hat. Im Ernstfall, bei Sanktionen, drohen ansonsten hohe Verluste.

Ob türkische Aktien sich wirklich lohnen, kann nicht zuverlässig prognostiziert werde. Festzuhalten ist, dass türkische Unternehmen aktuell niedriger bewertet sind als europäische oder amerikanische Pendants. Das bedeutet das potentiell auch mehr Spielraum für höhere Aktienkurse besteht.

Hinzu kommt, dass die Türkei nicht abhängig von China ist und eine grundsätzlich wachsende Binnenwirtschaft hat. Wenn westliche Aktien einbrechen, ist es gut möglich, dass Schwellenländer wie die Türkei profitieren. Insofern lohnen sich türkische Aktien vor allem, wenn Anleger ihr Portfolio diversifizieren wollen und ein bestimmtes Unternehmen identifiziert haben, von dem sie überzeugt sind.

So können Sie türkische Aktien kaufen

Die Türkei verfügt seit 2013 ausschließlich über eine Börse. Es handelt sich dabei um die Borsa Istanbul. Bevor die Borsa Istanbul gegründet wurde, gab es die Istanbul Stock Exchange, die unter der Abkürzung „ISE“ geführt wurde. Zusätzlich dazu wurden die türkische Derivatebörse sowie die Goldbörse geführt. Inzwischen sind alle drei Börsen zusammengeschlossen.

Der türkische Leitindex ist oft unter der Bezeichnung „ISE National 100“ oder „ISE 100“ zu finden. Korrekt lautet die Bezeichnung jedoch „BIST 100“, da die Bezeichnung an den Börsennamen angepasst wurde.

Der türkische Aktienmarkt wird dominiert von Finanztiteln, die zum Aufschwung der Türkei in den letzten zwanzig Jahren beigetragen haben. Empfehlenswert ist aber vor allem der aufstrebende Industriesektor, zu dem auch die Koc Holding oder Ülker gehören.

Türkische Aktien sind ohne weitere Probleme über deutsche Börsen handelbar. Das ist meistens deutlich günstiger als der Kauf direkt an der türkischen Börse in Istanbul.

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Der Wechselkurs für Türkische Lira (TRY)

Bedeutsam in Bezug auf die Investition in den türkischen Aktienmarkt ist der Wechselkurs für Türkische Lira. Vor allem in den letzten Jahren litt die türkische Landeswährung unter teilweise galoppierender Inflation. Ein Blick auf das Jahr 2015 im Vergleich zum Jahr 2020 zeigt, dass der Wechselkurs um die Hälfte gesunken ist. Bekam man in 2015 noch drei Lira je Euro sind es in 2020 6,50 Lira für jeden Euro.

Sollten Sie eine türkische Aktie kaufen, ist es grundsätzlich unproblematisch, dass die Lira schwächer als der Euro ist. Gefährlich sind lediglich starke Einbrüche. Denn: Türkische Aktien werden in Lira gehandelt und beziffert. Sollte der Kurs der türkischen Währung dramatisch einbrechen sind türkische Aktien ebenfalls weniger wert. Bevor die Entscheidung fällt, türkische Aktien zu kaufen sollten Sie sich dieses Risiko vor Augen führen. Aktien sind Unternehmensanteile und werden nicht entwertet, wenn eine Landeswährung einbricht, aber es kann je nach Fall einige Zeit dauern, bis sich wieder ein vorteilhaftes Verhältnis für deutsche Anleger eingestellt hat.

Empfehlenswerte türkische ETFs als Alternative

Sie müssen nicht direkt türkische Aktien kaufen, wenn Sie in den dortigen Aktienmarkt investieren möchten. Eine Alternative stellt ein Blick auf die türkischen ETFs dar. Mit Exchange Traded Funds können Sie einen breiten Marktindex nutzen und so optimal investieren.

Ist die Türkei ein MIST-Staat?

Weltweit suchen Anleger nach Investitionsmöglichkeiten. Immer wieder kreieren sie dabei auch Staatengruppen wie die BRIC- oder die MIST-Staaten. Oft sind diese Gruppen aber sehr unterschiedlich. (Bild: Pixabay | © Yuri_B)

Der türkische Leitindex in Bezug auf die ETFs

Der wichtigste türkische Aktienindex, der auch für die Abbildung von ETFs als Basis dient, ist der ISE 100 oder der BISE 100. Er gibt Hinweise zu den Kursentwicklungen, die sich bei den 100 größten sowie vom Umsatz her stärksten Unternehmen zeigen, die an der Börse von Istanbul notiert sind. Es handelt sich damit um den türkischen Leitindex.

Die Gewichtung in diesem Kursindex basiert auf der Marktkapitalisierung. Lediglich die Aktienkurse dienen der Ermittlung des Indexstandes. Verzichtet wird auf die Berücksichtigung von Dividendenzahlungen. Alle im Index gelisteten Unternehmen haben ihren Sitz in der Türkei.

Der iShares MSCI Turkey UCITS ETF, WKN: A0LEW5 ISIN: IE00B1FZS574

Der iShares MSCI Turkey UCITS ETF ist der bekannteste ETF für eine Investition in den türkischen Aktienmarkt. Er hat als Basiswährung die USD und sein Domizil in Irland.. Es handelt sich um einen ausschüttenden ETF, der sich auf die 15 größten Unternehmen im ISE 100 beschränkt. Der ETF ist also wirklich konzentriert auf die größten türkischen Unternehmen. Die Kostenquote liegt bei relativ hohen 0,74 Prozent.

Dieser ETF ist 2018 wie der gesamte türkische Aktienmarkt stark eingebrochen. 2019 wurde die Erholung eingeläutet und weitere Anstiege sind nicht unwahrscheinlich. Der Vorteil ist die Möglichkeit, mit einem einzigen Investment auf die größten Unternehmen der Türkei setzen zu können. Zudem ist der ETF sparplanfähig, was Trade Republic gebührenfrei anbietet.

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Der HSBC Emerging Markets ETF, WKN: A1JCMZ ISIN: IE00B5SSQT16

Hierbei handelt es sich um einen Überbegriff auf verschiedene Leitindizes, die eine Wertentwicklung in den Schwellenländern abbilden. Gut für ein diversifiziertes Investment in den Schwellenländern ist etwa der HSBC MSCI Emerging Markets UCITS ETF. Der ETF deckt sich mit schwerpunktmäßig mit Aktien aus China, Taiwan, Korea und Brasilien ein. Türkische Aktien sowie Papiere aus Indien und Südafrika haben einen geringeren Anteil. Der große Vorteil an einem solche ETF, dass Anleger auf breiter Basis am Wachstumstrend der Schwellenländer teilhaben können.

Der HSBC MSCI Emerging Markets UCITS ETF ist mit einer Kostenquote von 0,40 Prozent einer der günstigsten seiner Art und bietet die Vorteile eines physisch replizierenden ETFs. Das bedeutet im Normalfall weniger Abweichung von den ausländischen Leitindizes als das bei synthetischen ETFs der Fall wäre. Dieser ETF hat sich in den letzten Jahren etwas besser entwickelt als ein Fonds, der nur auf türkische Aktien gesetzt hat. Zu erwähnen ist aber das durchschnittliche KGV von 12 – das ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt im türkischen Aktienmarkt. Das lässt darauf schließen, dass bei türkischen Aktien noch mehr Spielraum nach oben gegeben ist. Außerdem ist dieser ETF bei Comdirect ohne Zusatzkosten sparplanfähig.

Bei Comdirect Sparplan für den HSBC MSCI Emerging Markets ETF einrichten

Fazit: Türkische Aktien sind für Anleger attraktiv, aber auch risikoreich

Es ist nicht zu leugnen, dass es sich beim türkischen Aktienmarkt um einen Bereich handelt, der hohe Chancen und auch große Risiken mit sich bringt. Ein Blick auf die wirtschaftliche und politische Lage macht deutlich, dass die florierende Wirtschaft jederzeit in eine andere Richtung kippen kann. Wenn Sie dennoch gerne von potentiell deutlichen Wertzuwächsen profitieren möchten, ist der Kauf von türkischen Aktien zu empfehlen. Alternativ bietet sich der Blick auf ETFs mit Fokus auf die Schwellenländer an. Hier streuen Sie Ihr Kapital und investieren zeitgleich in die Wertentwicklung einer Vielzahl von Unternehmen.