Aktien mit hoher Dividende

Nicht nur mit Kursgewinnen lässt sich Geld verdienen, sondern auch mit Dividenden. In der Vergangenheit sind Anleger mit Aktien mit hoher Dividendenrendite sogar oft besonders gut gefahren. Aber Vorsicht, es gibt auch Risiken.

Das Wichtigste im Überblick

  • Dividende bringt regelmäßiges Zusatzeinkommen
  • Dividendenrendite liegt oft höher als Festgeldzins
  • Hohe Dividendenrendite kann auch Alarmsignal sein
  • Auf langfristigen Trend achten
  • Fonds übernehmen Auswahl

Was ist die Dividendenrendite?

Wenn von einer hohen Dividende die Rede ist, bezieht sich das natürlich nicht auf den absoluten Betrag der Ausschüttung je Aktie. Schließlicht macht es einen Unterschied, ob eine Aktie nur einige Euro kostet oder mehr als eine Viertelmillion US-Dollar wie die A-Aktien der Investmentfirma Berkshire Hethaway. Aussagekräftiger ist deshalb die Dividendenrendite, also die Höhe der Auszahlung in Prozent des Aktienkurses. Beträgt die Dividendenrendite beispielsweise 4,0 Prozent, dann erhält man je 100,- Euro Investition 4,- Euro Dividende. Dabei wird unterstellt, man könnte genau 100,- Euro investieren, was natürlich nicht immer der Fall ist.

Ist die Dividendenrendite der neue Zins?

Die Dividendenrendite ist also mit der Zinshöhe vergleichbar. Ist die Dividende also der neue Zins, wie oft zu lesen ist? Ganz so einfach ist es nicht. Denn bei Zinspapieren oder bei Bankguthaben ist eine Rückzahlung teilweise garantiert. Nur bei einer Insolvenz geht Kapital verloren. Wer sein Geld zu einer Bank in der EU bringt, bekommt seine Investition bis zu einer Höhe von 100.000,- Euro selbst bei einer Bankenpleite zurück, in Deutschland oft sogar darüber hinaus.

Dagegen schwanken Aktien im Wert, Kursverluste können die Dividende auffressen oder sogar überkompensieren. Allerdings gibt es auch die Chance auf Kursgewinne, die zur Dividende noch oben draufkommen.

Darum sind Dividenden eine gute Sache

Auch Firmen die keine Dividende zahlen können eine gute Investition sein. Dann etwa, wenn sie ihre Gewinne reinvestieren und dynamisch wachsen, wie das viele IT-Firmen tun, aber auch die oben erwähnte Investmentfirma Berkshire Hethaway.

Allerdings reinvestieren nicht alle Firmen ihre Einnahmen gut. Egomanische Manager kaufen dann vom Vermögen der Aktionäre andere Firmen auf, ohne dass diese Investition sich auszahlt. Außerdem zahlen einige Firmen schlicht deshalb keine Dividenden, weil sie kaum Geld verdienen.

Eine Auswertung des Finanzzeitschrift Börse Online zeigt, dass sich „Dividendenzahler“ in der Vergangenheit deutlich besser entwickelt haben als Aktien von Firmen ohne Ausschüttung, wenn man die Gewinne aus den Dividenden und die Kursgewinne zusammenzählt. Aus 100 US-Dollar wurden bei Firmen mit stabiler Dividendenzahlung aus dem S & P 500 Index seit 1972 fast 5.900 Dollar, eine Rendite von rund 9,25 Prozent pro Jahr. Bei Firmen die keine Dividende zahlen waren es nur 2,61 Prozent Rendite pro Jahr. Die fehlende Dividende konnte also nicht durch höhere Kursgewinne ausgeglichen werden.

Praktische Vorteile hoher Dividenden

Eine hohe Dividende hat aber oft auch ganz praktische Vorteile. Sie bringt ein jährliches Zusatzeinkommen, ohne dass Aktien verkauft werden müssen. Wer für die Zukunft spart, der hat auf diese Art regelmäßig Geld um neu zu investieren, ebenfalls ohne Aktien verkaufen zu müssen.

Auch steuerlich kann die jährliche Ausschüttung attraktiv sein. Wer den Steuerfreibetrag nicht ausschöpft, der kann das auf diese Art tun. Denn langfristige Investoren, die ihre Aktien viele Jahre halten, müssten sonst den gesamten Gewinn beim Verkauf versteuern – und kommen dann unter Umständen über den Freibetrag.

Hohe Dividende birgt auch Risiken

Allerdings ist eine hohe Dividende nicht in jedem Einzelfall positiv. Sie ist oft sogar schädlich, wenn sie nicht aus den Gewinnen, sondern aus dem Vermögen gezahlt wird. Immer wieder gibt es Fällen, bei denen eine Aktiengesellschaft mehr Dividende auszahlt als sie zuvor verdient hat. Sie lebt also von der Substanz. Dann ist die hohe Dividendenrendite meist nur von kurzer Dauer.

Eine hohe Dividendenrendite kann aber auch die Folge von Kursverlusten sein. An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt und nicht die Gegenwart, Dividenden speisen sich dagegen vor allem aus den Erlösen der Vergangenheit. Unter den Firmen mit besonders hoher Dividendenrendite finden sich deshalb auch Unternehmen, die bisher gute Gewinne machen, für deren Zukunft es aber mau aussieht. Lange gehörten die großen Energiekonzerne zur Gruppe der Firmen mit hohen Ausschüttungen, denn die Geschäfte liefen gut. Die Kurse dagegen waren niedrig, weil kluge Aktionäre bereits die kommenden Probleme voraussahen. Auch ehemalige Monopolisten locken oft mit hohen Zahlungen, denn sie profitieren noch vom damals aufgebauten Kundenstamm.

Attraktive Aktien schwer zu finden

Oft achten Dividenden-Investoren deshalb nicht nur auf die Dividendenrendite, sondern auch darauf, ob die Ausschüttung erhöht oder gesenkt wurde. So bleiben Aktien außen vor, die nur deshalb eine hohe Dividendenrendite erreichen, weil der Kurs stärker gefallen ist als die Dividende gekürzt wurde.

Auch ein Blick auf das Geschäftsmodell der Firma ist zu empfehlen. Wer Ende 2018 die erfolgreichsten Dividendenwerte sucht, der findet dort beispielsweise die Einzelhandelsketten Target und Lowe’s aus den USA. Wie gut werden diese den Trend zum Internethandel verkraften?

Fonds und ETFs als Alternative

Eine Alternative zur Aktienanalyse ist der Kauf eines Fonds. Das kann ein aktiv verwalteter Investmentfonds oder ein passiver Indexfonds sein. Letztere werden meist als ETFs konzipiert, sind also börsennotiert.

Als Basis für einen Indexfonds stehen zahlreiche Dividenden-Indizes zur Auswahl. In Deutschland beispielsweise der DivDAX, der sich mit dem iShares DivDAX UCITS ETF (WKN: 263527) kaufen lässt. Besser aber ist eine internationale Streuung wie beim Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (WKN: A1T8FV).

Auch aktive Fonds verfolgen aber mitunter eine Dividendenstrategie. Beispielsweise der DJE Dividende & Substanz XP (WKN: 164325) von Fondsmanager Jens Erhard, für den unter anderem die vergleichsweise niedrige Gebühr spricht. Oder der Bantleon Dividend (WKN A14Q84).

Eine Mischung aus aktivem und passivem Ansatz bietet der WisdomTree Global Quality Dividend Growth (WKN A2AHL7). Dabei handelt es sich um einen ETF, der allerdings keinen Index nachbildet, sondern Aktien nach statistischen Kriterien auswählt. Der Fonds konzipiert sozusagen einen eigenen Index. Die Kosten liegen daher höher als bei den meisten Indexfonds, allerdings niedriger als bei der Mehrzahl der aktiv verwalteten Fonds.

Wer sich nicht um die Wiederanlage seines Geldes kümmern will, sollte übrigens einen thesaurierenden Fonds kaufen. Dort werden die Gewinne sofort wieder angelegt. Ist dagegen ein kleines Zusatzeinkommen gewünscht, dann ist ein ausschüttender Fonds die bessere Wahl.

Aktien kaufen – aber wo?

Wo aber lassen sich Dividendenaktien idealerweise kaufen? Viele Aktiengesellschaften mit hohen Dividendenzahlungen haben ihren Sitz in den USA. Die Firmen der Vereinigten Staaten schütteten 2017 mehr Geld aus als die Europas und Asiens zusammen.

Allerdings müssen ausländische Anleger dort eine Quellensteuer zahlen. Diese lässt sich von 30 auf 15 Prozent reduzieren, weil Deutschland und die USA ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen haben.  Aber nicht alle Banken bieten diesen Service.

Bei der Berliner DKB beispielsweise können Kunden sich von der Zahlung befreien lassen. Sie müssen dafür zunächst ein Registrierungsverfahren durchlaufen. Bei vielen anderen Banken ist die Erstattung erst im Nachhinein möglich. Der reduzierte Satz von 15 Prozent lässt sich voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechnen. 15 Prozent ist auch zugleich die Höchstgrenze für die Anrechnung.

Die DKB bietet für Dividendenaktien aber noch mehr Vorteile. So hat der Broker eine Reihe von attraktiven ETFs als Sparplan im Angebot, beispielsweise den oben erwähnten Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield (WKN A1T8FV).

Fazit

Dividenden sind keine Zinsen, denn die Aktienkurse können auch fallen. Aber sie sind eine gute Wahl, Aktien mit stabilen und gleichzeitig hohen Dividenden haben sich in der Vergangenheit besser entwickelt als der Markt. Eine Garantie für die Zukunft ist das natürlich nicht.

Aber auch andere Faktoren sprechen für Dividendentitel. Beispielsweise handelt es sich oft um solide Unternehmen aus „langweiligen“ Branchen. An denen wird ein Crash zwar nicht vorbei gehen, üblicherweise sind sie aber weniger stark betroffen als junge Unternehmen.

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