Dividende/Dividendenrendite » So profitieren Sie 2018 von der Dividende

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Dividende

Dividende/Dividendenrendite

Die Dividende ist einer der wichtigsten Begriffe im Aktienhandel. Zusammen mit der Dividendenrendite stellt sie eine der wichtigsten Kennzahlen dar, die die Bewertung einer Aktie ermöglichen. Gerade Einsteiger neigen jedoch dazu, typischen Anfängerfehler zu begehen, die leicht umgangen werden können.

Was ist eine Dividende?

Eine Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, die diese an Aktionäre ausschüttet. Der Begriff, den der Gesetzgeber hierfür verwendet, lautet allerdings „auszuschüttender Betrag“.

Der Vorstand schlägt vor, ob eine Dividende ausgeschüttet werden und wie hoch diese ausfallen soll. Die Hauptversammlung kann die Dividende dann mit einfacher Mehrheit beschließen. Am Tag nach der Hauptversammlung wird die Dividendenzahlung durchgeführt. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich. In anderen Ländern wie den USA werden Dividenden häufig quartalsbezogen ausgeschüttet. Allerdings sind auch monatliche Dividendenzahlungen in machen Staaten üblich.

Dividenden werden nicht immer in Bargeld ausgezahlt. Es ist Unternehmen auch möglich, Sachdividenden in Form von Wirtschaftsgütern oder Aktien von Tochtergesellschaften auszugeben. Auch Stockdividenden, also die Dividendenzahlung durch die Ausgabe von kostenlosen Aktien, sind möglich.

Wer ist dividendenberechtigt?

Viele Privatanleger sind sich nicht ausreichend klar darüber, zu welchem Zeitpunkt sie Aktien erwerben müssen, um von der Dividende zu profitieren. Als Stichtag gilt der Tag der Hauptversammlung. Wer zu diesem Zeitpunkt Aktien hält, die eine Dividende garantieren, erhält auch die Rendite. Der Tag darauf wird als „Ex-Dividenden-Tag“ bezeichnet und ist der Tag, an dem die Dividendenzahlung bereits ausgeführt wird.

Bei ausländischen Aktien kann der Stichtag allerdings ein anderer sein. Hier gibt es beispielsweise einen zusätzlichen „Record Day“, der deutlich vor dem Ausschüttungstag liegen kann und auch in keiner unmittelbaren Verbindung zur Hauptversammlung stehen muss. Dennoch erhalten die Aktionäre eine Dividendenzahlung, die die Aktien an diesem Tag hielten. Wer sich nicht sicher ist, welcher Tag für die Dividendenzahlung gilt, sollte beim entsprechenden Unternehmen nachfragen, um völlig sichergehen zu können.

Müssen Dividenden versteuert werden?

Dividenden gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Dementsprechend müssen sie mit der Abgeltungssteuer und gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer versteuert werden. Dies gilt natürlich nur dann, wenn kein Freistellungsauftrag möglich ist.

Etwas komplizierter ist die Lage bei ausländischen Aktien. Hier fallen häufig schon im Ursprungsland Quellensteuern an. Häufig werden die Dividenden von Anlegern zusätzlich auch in Deutschland besteuert. Allerdings gibt es in der Regel ein Doppelbesteuerungsabkommen, das es dem Anleger ermöglicht, auf die Gewinne nur einmal Steuern zu zahlen.

Ist die Dividende ein Maßstab für die finanzielle Lage des Unternehmens?

Grundsätzlich ist es in der Regel immer noch so, dass eine Dividendenzahlung mit dem Gewinn eines Unternehmens verknüpft ist. Demzufolge zeigt das Zahlen einer Dividende an, dass es der Aktiengesellschaft wirtschaftlich gut geht. Allerdings ist dies nicht immer uneingeschränkt der Fall:

  • Geschönte Bilanz: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Unternehmen besser dastehen zu lassen, als es tatsächlich ist. In Einzelfällen wollen Aktiengesellschaften ihre Aktionäre bei Laune halten und schütten deswegen eine Dividende aus, obwohl das Unternehmen faktisch keinen Gewinn gemacht hat.
  • Keine Perspektive: Unternehmen haben zwei Möglichkeiten, ihren Gewinn zu verwenden: Entweder sie investieren den Ertrag erneut und erzeugen so im Optimalfall Wachstum, oder sie zahlen ihn an Aktionäre aus. Eine hohe Dividende kann also auch darauf hinweisen, dass ein Unternehmen nicht weiter wachsen kann und deswegen einen größeren Teil des Gewinnes an seine Aktionäre auszahlt. Die höhere Dividende ist hier allerdings nicht zwangsläufig ein Anzeichen für eine profitablere Aktiengesellschaft oder höherer Gewinne.
  • Verkäufe steigern Gewinn: Veräußert eine Aktiengesellschaft einen Teil des Unternehmens oder der Infrastruktur, schlägt sich dies positiv in der Bilanz wieder. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch nur selten um einen mittel- bis langfristigen Vorteil, wenn das Geld nicht reinvestiert wird.
  • Rückversicherungsgesellschaften: Rückversicherungsgesellschaften haben periodisch mit starken Gewinneinbrüchen aufgrund von Naturkatastrophen zu rechnen. Sie zahlen allerdings in der Regel auch in solchen Jahren Dividenden in voller Höhe aus und kalkulieren dies von Beginn an ein. Gewinn erzielen sie in den betroffenen Jahren allerdings in der Regel nicht.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt an, in welchem Verhältnis Aktienkurs und Rendite zueinanderstehen. Sie ist eine der bekanntesten Kennzahlen bei der Aktienbewertung.

Sie wird errechnet, indem die Dividende durch den aktuellen Aktienkurs geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Sie wird also in Prozent angegeben. Für Dax-Titel sind Werte zwischen zwei und drei Prozent der Durchschnitt. Dies bedeutete jedoch natürlich auch, dass es Aktiengesellschaft mit deutlich schlechterer Dividendenrendite gibt und Unternehmen, bei denen sie deutlich vorteilhafter ausfällt. Im MDAX sind die Differenzen zwischen den einzelnen Aktiengesellschaften in der Regel jedoch deutlich größer.

Zudem unterscheiden Altanleger in der Regel zwischen der veröffentlichen Dividendenrendite und der persönlichen Dividendenrendite. Beträgt eine Dividende beispielsweise drei Euro bei einem Kurs von sechzig Euro, beträgt die Dividendenrendite zwei Prozent. Hat der Anleger die Aktie hingegen bei einem Kurs von dreißig Euro gekauft, ist seine persönliche Dividendenrendite deutlich günstiger. Sie beträgt dann ganze zehn Prozent. Allerdings kann diese Rechnung auch in die Irre führen und zum Festhalten an alten Aktien motivieren, obwohl die Investition in andere Wertpapiere deutliche Vorteile hätte.

Nachteile der Dividendenrendite

Auch wenn eine hohe Dividende darauf hinweisen kann, dass die Aktiengesellschaft über ein solides Geschäftsmodell verfügt und in der Lage ist, dauerhaft Gewinn zu erzielen, ist die Dividendenrendite nicht immer ein sinnvolles Entscheidungsmerkmal.

Leidet das Unternehmen beispielsweise unter einem Skandal, brechen Kurs und Umsatz in der Regel deutlich ein. Die Dividendenrendite richtet sich allerdings nach der zuletzt gezahlten Dividende, die in der Folge vermutlich deutlich geringer ausfallen wird. Natürlich wird dies dem Anleger in den meisten Fällen bewusst sein, dennoch schwankt die Dividendenrendite täglich und sollte deswegen immer nur ein mögliches, aber nicht alleiniges Entscheidungskriterium sein.

Hinzu kommt, dass die Zahlung einer Dividende in gleicher Höhe selbst dann nicht garantiert ist, wenn die Geschäfte ähnlich gut laufen, wie im vergangenen Jahr. Es kann sein, dass Umstrukturierungen bevorstehen oder Investitionen getätigt werden sollen und die Dividende im härtesten Fall sogar völlig ausfällt.

Was ist der Dividendenabschlag?

Der Dividendenabschlag bezeichnet den Kurseinbruch kurz nach Auszahlung der Dividende. Käufer und Verkäufer passen dann ihre Orders entsprechend an. Vor der Hauptversammlung, auf der die Dividende festgelegt wurde, enthält der Aktienkurs immer schon eine Prognose über die Höhe der Dividende. Wird diese dann ausgezahlt, ist die Aktie auch dementsprechend weniger wert. Der Käufer würde die Dividende nicht mehr erhalten und will deswegen weniger in die Aktie investieren. Deswegen werden die Aktien am folgenden Tag in der Regel mit „Ex Div“ oder „exD“ gekennzeichnet.

Der Dividendenabschlag hat in der Regel jedoch nur wenige Wochen oder sogar Tage Bestand. Dann erholt sich der Kurs in der Regel wieder in der Erwartung auf die erneute Rendite im nächsten Jahr, auch wenn das Anlegerverhalten hier nicht völlig logisch ist.

Sollten Aktien direkt vor der Dividendenausschüttung erworben werden?

Gerade Einsteiger sind oft der Meinung, dass es sinnvoll ist, Aktien kurz vor der Ausschüttung der Dividende zu erwerben. Der Gedanke dahinter ist, dass die Aktie durch die Dividende bereits einen Gewinn erzielen kann und viele planen sogar, die Wertpapiere anschließend direkt wieder zu kaufen.

Aktien zeitnah zur Hauptversammlung zu kaufen ist jedoch in der Regel nicht empfehlenswert. In dem Kaufpreis ist dann bereits die geschätzte Dividende enthalten. Am Tag der Dividendenzahlung sorgen die Anleger hingegen dafür, dass der Aktienkurs um die Dividende gemindert wird. Das bedeutet, dass der Anleger bei einem Verkauf keinen Gewinn erzielen könnte. Im Gegenteil muss er die Dividende versteuern, sodass in der Regel sogar ein finanzieller Nachteil entsteht. Er muss also darauf warten, dass sich der Kurs wieder erholt. Schnelles Geld kann er so also nicht machen. Zudem kann es gerade vor der Hauptversammlung passieren, dass Broker nur Teilausführungen gewährleisten können. Wer die Aktie nicht mit ausreichend Vorlauf erwirbt, kann also nicht mit der Dividende rechnen und erhält zudem unter Umständen einen Kurs, der nicht vorteilhaft für ihn ist.

Anleger sollten also niemals Aktien deswegen kaufen, weil bald eine Dividende ausgeschüttet wird. Stattdessen sollten sie ihr Investment längerfristig planen und im Hinterkopf behalten, dass der Aktienkurs bei solchen Unternehmen in der Regel bald fällt.

Was ist die Dividendenstrategie?

Die Dividendenstrategie ist eine der bekanntesten Anlagestrategien. Grundlage der Strategie ist die Annahme, dass Unternehmen, die wirtschaftlich stabil sind, hohe Dividenden auszahlen. Zudem ermöglicht die Dividendenstrategie sowohl von Kursgewinnen, als auch von Dividenden zu profitieren.

Für die Dividendenstrategie investiert der Anleger in die Titel, die in den vergangenen Monaten die beste Dividendenrendite aufweisen konnten. Allerdings ist dieses Vorgehen nicht immer sinnvoll. Es ist in Krisenzeiten nicht ausreichend auf Verluste ausgelegt und prüft zudem nicht, ob Renditen nachhaltig sind. Die Dividendenrendite allein reicht also nicht aus. In steigenden Märkten kann die Strategie dennoch gut geeignet sein, um passende Wertpapiere zu finden. Anleger sollten jedoch die Nachhaltigkeit der Renditezahlungen im Auge behalten und ihre Kaufentscheidung nicht allein von der Dividendenrendite abhängig machen. Durststrecken sind allerdings Teil dieser Strategie.

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