Die 10 wichtigsten Tipps für Privatanleger

Unser Dienst wird Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt. Um ihn zu finanzieren, gehen wir Partnerschaften mit Unternehmen ein (siehe Kapitel: Unsere Finanzierung und Partnerschaften). Dabei setzen wir aber nicht auf klassische Anzeigen. Diese bergen immer die Gefahr, sich im Zweifelsfall zwischen dem Wunsch eines großen Kunden und der redaktionellen Unabhängigkeit entscheiden zu müssen.

Stattdessen erhalten wir bei vielen Produkten eine Provision, wenn Sie einen Vertrag über unseren Vergleichsrechner oder einen Link von unserer Seite abschließen. Das hat für uns den Vorteil, dass wir offen sagen können, welches Unternehmen uns besser gefällt. Denn ob Sie einen Vertrag mit diesem oder einem anderen Anbieter aus unserem Vergleichsrechner schließen, hat für uns oft nur geringe Bedeutung.

Grundsätzlich haben unsere Partner keinen Anspruch auf eine positive Berichterstattung. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, in unsere Vergleichsrechner und Tabellen nur Partner aufzunehmen. Somit können Konkurrenzanbieter mit vergleichbaren Angeboten unberücksichtigt bleiben, sofern sie nicht an unserem Partnerprogramm teilnehmen.

Wichtig ist uns dabei Transparenz. Schaltflächen mit Beschriftungen wie „Jetzt direkt zum Broker“ enthalten sogenannte Affiliate-Links, bei denen wir eine Vergütung den dem Unternehmen bekommen. Dagegen sind reguläre Links im Text, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, nicht gesponsert. Diese erkennen sie an dem ().

Durch diese Art der Finanzierung bleibt die Seite mit ihren Dienstleistungen für Sie kostenfrei.

Hier erfahren Sie mehr über uns.

Das Ziel der meisten Privatanleger ist es, mit möglichst wenig Zeitaufwand eine hohe Rendite zu erzielen, ohne dabei ein zu großes Risiko einzugehen.

Die folgenden zehn Tips erleichtern dies deutlich:

  1. Diversifikation

Risikostreuung ist bei der Geldanlage ungemein wichtig. Viele Privatanleger kennen sich nicht ausreichend mit der Diversifikation des Aktiendepots aus und riskieren so ihr Geld sinnlos. Allerdings kann durch eine gute Risikostreuung das Verhältnis von Risiko und Rendite deutlich verbessert werden. Das Portfolio kann zudem selbst dann Gewinne erzielen, wenn sich der Markt insgesamt in einer Abwärtsbewegung befindet. Eine gute Diversifikation ermöglicht es, auch in Krisenzeiten das Vermögen zu sichern, die Inflation zu besiegen und in Aufwärtsbewegungen deutliche Kurs- oder Zinsgewinne mitnehmen zu können.

Fonds Conors

Fonds eignen sich hervorragend zur Risikostreuung, Quelle: Consorsbank

Auf diese Weise fallen auch einzelne Fehlentscheidungen deutlich weniger ins Gewicht. Anleger sollten deswegen beachten, wie die einzelnen Finanzprodukte miteinander zusammenhängen und wie die Korrelation zwischen ihnen ist. Eine gute Anlagestrategie setzt auf mehrere Finanzprodukte aus unterschiedlichen Bereichen und mit verschiedenen Risikoeinstufungen und kann so die meisten Risiken abfedern. Zwar ist auch richtig, dass eine Risikostreuung Rendite kosten kann, für Privatanleger ist eine gründliche Diversifikation jedoch unerlässlich. Vor allem Anleger, die langfristig orientiert sind und sich nicht all zu häufig mit ihrer Anlage beschäftigen möchten, sollten ihre Geldanlage so gut diversifizieren, wie möglich.

  1. Liquidität bewahren

Viele Anleger achten nicht darauf, ausreichend Geldreserven für Notfälle bereitzuhalten. Die Folge: Bei finanziellen Engpässen müssen Geldanlagen aufgelöst werden, was in der Regel mit einer verringerten Rendite, wenn nicht sogar einem Verlust einhergeht.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann bei der Bereitstellung des Notgroschens nach der Faustregel gehen, dass drei Monats-Nettoeinkommen als Rücklage ausreichen. Grundsätzlich gilt, dass ungeplante Ausgaben bei Singles oder Paaren seltener anfallen, sodass bei Kindern die Rücklage noch zusätzlich aufgestockt werden kann. Vor allem mit steigendem Alter des Nachwuchses ist dies sinnvoll. Die Rücklage wird auch deswegen empfohlen, weil auf diese Weise auch im Krankheitsfall oder beim Arbeitsplatzverlust vorgesorgt ist, bis staatliche Zulagen ausgezahlt werden.

Der Notgroschen muss allerdings nicht auf dem Konto ohne Zinsens gelagert werden. Es empfiehlt sich, stattdessen ein Tagesgeldkonto zu nutzen. Dies hat folgende Vorteile:

  • Die Zinsen sind in der Regel höher als beim Girokonto
  • Der Kunde büßt keinerlei Flexibilität ein. Das Geld kann jederzeit abgehoben werden.
  • Das Geld ist durch Einlagensicherungen geschützt.
  • Für das Tagesgeldkonto werden in der Regel keine Gebühren fällig.
  • Kunden können über den Betrag flexibel verfügen und auch Geld in Raten ansparen.

Hierbei sollte allerdings mindestens jährlich ein Zinsvergleich durchgeführt werden, da die einzelnen Anbieter sich hinsichtlich des Zinssatzes deutlich unterscheiden.

  1. In Aktien anlegen

Die meisten deutschen Privatanleger meiden Aktien, weil sie sie für zu riskant halten. Tatsächlich unterliegen viele Wertpapiere starken Wertschwankungen und können so die Nerven der Anleger strapazieren. Ein weiteres Problem stellt das Phänomen dar, dass Privatanleger häufig erst an die Börse strömen, wenn bereits eine Überbewertung eingetreten ist und die Kurse sich bald nach unten korrigieren werden. Dies ist in der Regel nach einer längeren Phase des Marktwachstums der Fall, in der sich Anleger „sicher“ genug fühlen. Tatsächlich ist dieses auch als Dienstmädchen-Hausse bekannte Phänomen für erfahrene Anleger ein Warnzeichen. Zudem setzen Privatanleger dann vor allem auf Trendbranchen und diversifizieren ihr Portfolio nicht. Als Folge werden sie von Kursrückgängen unverhältnismäßig hart getroffen und kehren der Börse dann wieder den Rücken.

Allerdings sollten sich Privatanleger darüber im Klaren sein, dass es keinen Zeitpunkt gibt, zudem die Anlage in Aktien sicherer oder unsicherer ist. Entscheidend ist hingegen, dass Aktien langfristig eine sehr gute Rendite verzeichnen können, die zudem nicht nur durch Kursanstiege, sondern auch durch Dividenden zustande kommt. Auf diese Weise können Kunden selbst dann eine Rendite verzeichnen, wenn der Markt sich in einer Abwärtsbewegung befindet. Die Börse spiegelt die wirtschaftliche Gesundheit der Unternehmen nämlich nicht uneingeschränkt wieder und Gewinnausschüttungen an Aktionäre können deswegen auch bei Kursverlusten gezahlt werden.

  1. Unabhängig informieren

Durch die Vermittlung von Geldanlagen können Berater viel Geld verdienen. Grundsätzlich ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn Berater, die nicht durch den Privatanleger bezahlt werden, über die Provision entlohnt werden. Allerdings müssen Finanzberater dennoch das Wohl ihrer Kunden im Blick haben und nicht immer ist dies der Fall. Privatanleger sollten sich deswegen immer selbstständig über die empfohlenen Produkte informieren und überprüfen, ob die vom Berater genannten Vor- und Nachteile vorhanden sind und mit den Anlagezielen übereinstimmen.

Nur dann sollten sie einen Abschluss in Erwägung ziehen. Vor allem wenn die Kosten des Finanzproduktes durch Provisionen oder Verwaltungskosten unnötig hoch sind, lohnt es sich, Alternativen zu recherchieren. Ein unabhängiger Finanzberater verdient kein Geld durch Provisionen oder klärt darüber umfassend auf und kann deswegen eine gute Alternative zu Bankberater sein.

  1. Gebühren gering halten

Die Rendite kann durch Kosten der Banken, Emittenten, Vermittler und Handelsplätze deutlich geschmälert werden. Gängige Ausgaben sind:

  • Ausgabeaufschläge
  • Verwaltungskosten
  • Ordergebühren
  • Provisionen
  • Maklergebühren

Privatanleger sollten deswegen darauf achten, dass die Finanzprodukte für so wenig Zusatzkosten wie möglich erworben werden können. Gerade im Bereich der kaptalbildenden Versicherungen oder beim Aktienkauf lohnt sich ein Vergleich der Anbieter. So können zwischen dem teuersten Broker und dem günstigsten Anbieter durchaus Preisunterschiede von mehreren Tausend Euro jährlich bei sehr aktiven Händlern anfallen. Jeder Prozentpunkt, den ein Anleger beim Erwerb weniger zahlen muss, ist allerdings ein Prozentpunkt mehr Rendite. Wer nun noch alle Erträge reinvestiert wird den Unterschied innerhalb weniger Jahre deutlich spüren.

  1. Verluste vor Rendite betrachten

Unter den Privatanlegern gibt es fast nur zwei Gattungen: Die eine Gattung ist zu risikoscheu und kann deswegen ihr Potential nicht völlig ausschöpfen. Die andere ist zu risikoaffin, bzw. weiß gar nicht, wie hoch das Risiko ist, das sie eingeht und ob die einzelnen Investitionen hinsichtlich des Risikoprofils in ihre Anlage passen.

Allerdings hat der Großteil der erfolgreichen Investoren vor allem das Risiko im Blick. Verluste zu begrenzen ist Teil jeder sinnvollen Anlagestrategie. Anleger sollten deswegen auch immer die möglichen Verluste im Blick haben und davon ausgehend Anlageentscheidungen treffen, ohne sich von einer hohen Rendite blenden zu lassen. Von dieser Vorgehensweise können Anleger vor allem in Abwärtsbewegungen profitieren.

  1. Zu kurzfristig denken

Häufig denken Privatanleger zu kurzfristig. Als Folge davon legen sie keinen ausreichenden Notgroschen an oder müssen Anlagen vor Laufzeitende auflösen. Genauso kann ihnen umgekehrt jedoch auch ein Großteil der möglichen Rendite verwehrt bleiben, weil sie nicht ausreichend langfristig investiert bleiben. Dies ist besonders bei Aktien, Fondssparplänen oder ETFs der Fall. In Krisenzeiten werden diese häufig zu schnell abgebrochen, dabei ergeben sich gerade zu diesen Zeitpunkten interessante Einstiegsmöglichkeiten, die sich später in einer höheren Rendite niederschlagen können. Es ist also sinnvoll, nicht nur die momentane Situation im Blick zu behalten und mittelfristig zu planen, sondern so langfristig wie möglich zu investieren, ohne dabei mögliche Änderungen außer Acht zu lassen.

  1. Gold und Immobilien überbewerten

Gold und Immobilien sind für viele Privatanleger immer noch „sichere Häfen“. Was sie dabei allerdings vergessen ist die Tatsache, dass vor allem Gold eine hohe Volatilität aufweist. Bei Immobilien als Kapitalanlage besteht hingegen das Problem, dass Anleger genügend von Immobilien verstehen müssen und zudem noch gefragte Lage voraussehen müssen, damit sie tatsächlich eine Wertsteigerung verzeichnen können und nicht zu viele Leerstände haben. Beide Anlagemöglichkeiten werden heute auch verstärkt von Spekulanten genutzt und sind riskanter als viele Deutsche annehmen würden. Noch dazu können sie – wie im Fall der Immobilie – viel Kapital binden, und sorgen so dafür, dass die Risikodiversifikation nicht ausreichend stattfinden kann.

  1. Transparente Finanzprodukte wählen

Nur wer versteht, in was er sein Geld anlegt, kann kluge Anlageentscheidungen treffen, das Risiko abschätzen und auch realistische Renditeerwartungen stellen. Hierfür ist entscheidend, dass das Finanzprodukt so durchsichtig wie möglich ist, der Kunde also alle relevanten Informationen erhält. Nur auf dieser Basis können Anleger entscheiden, ob ein Finanzprodukt ein gutes Verhältnis von Risiko und Rendite aufweist. Allerdings ist es nicht unbedingt notwendig, alle Einzelheiten bis ins kleinste Detail zu verstehen. Privatanleger sollten jedoch in jedem Fall darauf achten, dass die Emittenten keine relevanten Informationen verstecken.

  1. Passivität ist Trumpf

Gerade bei Geldanlagen mit starken Wertschwankungen, wie dies beispielsweise bei Aktien oder Fonds der Fall sein kann, kann es für Privatanleger sinnvoll sein, ein passives Management zu verfolgen. Auf diese Weise beschäftigen sich Anleger nicht mit dem Auf und Ab, die Nerven werden geschont und viele emotionale Fallen wie zu frühe Verkäufe, zu späte Verkäufe oder die Bindung an die Aktie werden weitestgehend vermieden. Der Anleger muss also weder dauernd Kurse beobachten, noch sein Depot ständig umschichten. Die Voraussetzungen hierfür sind allerdings:

  • Sorgfältige Auswahl der Aktien
  • Für die Absicherung nach unten sollten Stopp-Loss-Orders platziert werden, die automatisch greifen, wenn ein bestimmtes Kursniveau erreicht wird.
  • Umgekehrt lassen sich auch Gewinne durch automatische Ausführungen realisieren.

Ein weiterer Vorteil der passiven Anlage ist die Tatsache, dass Transaktionskosten und aufgrund noch nicht realisierter Gewinne auch Steuern gespart werden. Die meisten Anlagen mit Zinsen erfordern ohnehin während ihrer Laufzeit kaum Zeitaufwand. Egal ob Banksparplan oder Festgeld: Fast immer lohnt es sich, bis zum Vertragsende investiert zu bleiben, auch wenn inzwischen bessere Angebote auf dem Markt sind. Erst dann müssen sie wieder aktiv werden und nach dem besten Anbieter suchen.

Fazit:

Privatanleger müssen nur eine Handvoll Dinge beachten, um ihren Erfolg bei der Geldanlage deutlich zu steigern. Wesentlich ist, dass sie sich auch unabhängig vom Bankberater informieren und sich durch Diversifikation und ausreichender Liquidität und langfristigem Denken vor unnötigen Verlusten schützen. Ein Auge für alternative Anlageprodukte zu Gold, Immobilien und Festgeld hilft dabei, die Rendite deutlich zu erhöhen, ohne dass das Risiko zu sehr steigen würde. Auch Zusatzkosten sollten Privatanleger im Auge behalten und diese sowohl durch die Wahl von günstigen Brokern als auch durch seltenes Umschichten gering halten.

Paul ist Autor von Aktien.net und schreibt seit 2016 für das Portal. Im August 2006 - Januar 2009 hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Allianz Versicherung absolviert. Hier war er unter anderem im Investmentbanking bei der Dresdner Bank (damals noch Teil der Allianz, heute Commerzbank) eingesetzt. Paul interessiert sich insbesondere für Aktienindizes, ETFs, Fonds, Rohstoffe und Anleihen.

Weitere Artikel von Paul Scheuschner