Beste Rohstoffe zum Investieren: ETC, ETF, Aktien & Marktanalyse 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • Rohstoff-Aktien, Rohstoff-ETFs und Rohstoff-ETCs sind auch für Privatanleger eine Möglichkeit, ihr Portfolio zu diversifizieren.
  • Wir präsentieren interessante Anlagemöglichkeiten und untersuchen den Markt auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.
  • Außerdem stellen wir Alternativen vor für Anleger, die nicht direkt in Rohstoffe investieren wollen, aber die Wertentwicklung interessant finden.

Die besten Rohstoff-ETFs

Der Rohstoffmarkt umfasst eine Vielzahl von Gütern. Edelmetalle wie Gold und Silber zählen dazu ebenso wie Industriemetalle, Agrarrohstoffe und Energierohstoffe. Anleger können mit verschiedenen Produkten in diese Märkte investieren. Dabei besteht grundsätzlich die Möglichkeit, in einzelne Rohstoffe oder einen Korb mit verschiedenen Rohstoffen zu investieren.

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Gold (ETC): Xetra d, WKN: A0S9GB

Gold gilt als Krisenwährung und Inflationsschutz. Die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall ist ungebrochen hoch. Anleger können Gold in physischer Form kaufen und im Schließfach, einer Lagerstelle oder zuhause aufbewahren. Beim physischen Kauf von Gold fallen allerdings recht hohe Kosten an.

Eine Alternative zum physischen Kauf von Gold sind deshalb Gold-ETCs. Zu den bekanntesten Gold-ETCs auf dem deutschen Markt gehört Xetra-Gold. Dabei handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung der Deutsche Börse Commodities GmbH. Diese Schuldverschreibung ist mit physischem Gold gedeckt.

Im Bestand der Deutsche Börse Commodities GmbH befinden sich derzeit mehr als 200 t Gold. Jeweils 1,0 Schuldverschreibungen beziehen sich auf 1,0 g des Edelmetalls. Anleger besitzen einen physischen Auslieferungsanspruch. Dieser wurde laut der Emittentin seit dem Jahr 2007 mehr als 1000 mal ausgeübt – mit einem Gesamtvolumen von mehr als 5 t.

Währung des ProduktsEuro
Währung des BasiswertsUS-Dollar
AusübungsrechtZahlung des Geldwerts oder Auslieferung der Goldsumme gegen Gebühr
GesamtkostenquoteKeine Kosten seitens Xetra
OrdergebührenRichten sich nach dem jeweiligen Broker

Xetra-Gold ist eine sehr kostengünstige Möglichkeit zur Investition in Gold. Es gibt keine Ausgabeaufschläge oder Managementgebühren. Die Transaktionskosten richten sich nach dem jeweiligen Broker.

Gold

Der vielleicht bekannteste Rohstoff: Gold (Quelle: pixabay.com | © Stevebidmead)

Der Kurs von Xetra-Gold hängt unmittelbar mit dem Weltmarktpreis für Gold zusammen. Kaufen mehr Anleger Xetra-Gold Anteile als umgekehrt verkauft werden, erhöht die Emittentin die Anzahl der Anteile. Gleichzeitig wird dann der physische Goldbestand aufgestockt. Ca. 95 % des Kundenstammes lagern in Tresoren in Deutschland, 5 % in London. Anleger können nicht wählen, wo „ihr“ Gold gelagert wird.

Gold über einen Xetra-ETC ist grundsätzlich für Anleger auf breiter Basis als Depotbeimischung zu empfehlen. Zwar kann nicht immer mit großen Wertsteigerungen kalkuliert werden, aber das Edelmetall bietet Rückhalt und gilt als „sicherer Hafen“. In Krisenzeiten legt der Kurs deswegen häufig sogar zu. Wenn die Geldanlage als Altersvorsorge geplant ist, ist es ratsam, einen immer größeren Teil in Gold umzuschichten, je näher der Ruhestand rückt. Fünf Jahre vor Renteneintritt werden 20 – 30 Prozent Gold im Depot empfohlen.

So ist das Gold gesichert und das sind die Lagerkosten

Das physische Gold bei Xetra ist gegen unbeabsichtigten Verlust versichert. Die Deckungssumme ist allerdings auf 145 Millionen EUR pro Kalenderjahr beschränkt. Dies reicht bei weitem nicht aus, um den gesamten Bestand abzudecken.

Die Lagerkosten werden Anlegern nicht direkt in Rechnung gestellt. Die Deutsche Börse berechnet über die Verwahrstelle Clearstream Banking AG depotführenden Banken allerdings eine Gebühr in Höhe von 0,3 % zuzüglich Mehrwertsteuer pro Jahr. Einige Banken reichen diese Gebühr an ihre Kunden weiter. Für moderne Online-Broker ist es allerdings unüblich, Xetra-Anteilsscheine im Depot mit Gebühren zu belegen.

Im Fall einer Auslieferung müssen Anleger die Gebühren zahlen. Inklusive Transport- und Fertigungskosten kann zum Beispiel ein Kilo Gold für ca. 275 EUR ausgeliefert werden.

Vieles spricht dafür, dass Gewinne aus dem Handel mit Xetra-Gold nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist steuerfrei sind. Jedenfalls deutet ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) darauf hin. Die Verordnung des Bundesministeriums für Finanzen wurde diesbezüglich allerdings nicht angepasst. Die genaue Sachlage und weitere Feinheiten zum Gold-Investment erklären wir hier.

So können Sie Xetra-Gold günstig kaufen

Xetra-Gold kann über das Depot jeder deutschen Bank, abgesehen von der ING-DIBA, gekauft werden. Die Bank begründet, dass ihr durch das Angebot zu hohe Kosten entstehen würden.

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Industriemetalle (ETC): Bloomberg Industrial Metals Subindex WKN: A0KRKG

Ein Rohstoffinvestment mit gänzlich anderem Charakter als Gold sind Industriemetalle. Hier geht es um Rohstoffe, die in der industriellen Fertigung zum Einsatz kommen. Der Bloomberg Industrial Metals Subindex misst die Wertentwicklung von vier Industriemetallen: Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel.

Wertentwicklung seit Auflage-30,32 Prozent
ProduktstrukturSynthethisch, Absicherung durch Swaps
GewinnverwendungThesaurierend
AusgabeaufschlagKeiner
Gesamtkostenquote0,49 %

Die Fondsgesellschaft WisdomTree bietet einen ETC auf diesen Index an. Der ETC ist durch Swaps gedeckt. Dadurch bestehen Forderungen gegenüber Swap Kontrahenten. Diese sind besichert. Die Sicherheiten werden täglich aktualisiert und auf segregierten Konten verwahrt. Die Sicherheiten führen zu Zinserträgen. Diese werden zusätzlich zum Marktertrag des Indexes als Collateral Return den Erträgen zugeschlagen. Der ETC kann über die elektronische Handelsplattform Xetra gehandelt werden. Die jährliche Gebühr beträgt 0,49 %.

Dieser ETC hat sich in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark entwickelt und seit 2016 über 30 Prozent hinzugewonnen. Anleger sollten dabei beachten, dass Rohstoffpreise sehr zyklisch sind und es häufig Spezialkenntnisse braucht, um die richtigen Zeiträume abzuschätzen. Auch eine sehr schwache Wertentwicklung ist denkbar. Aus diesen Gründen werden direkte Rohstoffinvestments für Privatanleger normalerweise nicht empfohlen, wobei das kein Ausschlusskriterium sein muss. Institutionelle Anleger sind immer auch in Rohstoffe investiert, um das die Portfolio-Risiken zu verteilen.

Die Zusammensetzung des ETCs ist nicht konstant. Stand Ende Februar 2020 war Kupfer vor Aluminium am stärksten vertreten. Industriemetalle spielen in der industriellen Fertigung wie zum Beispiel dem Automobilbau eine wichtige Rolle. Die Nachfrage nach diesen Rohstoffen hängt somit stark mit der Entwicklung einzelner Branchen und der Konjunktur insgesamt zusammen. Der Charakter dieser Rohstoffe ist deshalb eher prozyklisch. Sparplanfähig ist der ETC leider bei keinem Broker.

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Rohstoffe + Agrar- ISHARES DIVERSIFIED COMMODITY SWAP UCITS ETF – WKN: A2DK6R

Weder Gold noch Industriemetalle bilden den gesamten Rohstoffmarkt ab. Dieser umfasst auch Energierohstoffe und Agrarrohstoffe. Ein breit aufgestellter Index im Rohstoffbereich ist der Bloomberg Commodity Total Return Index. Auf diesen gibt es verschiedene ETFs – darunter den iShares Diversified Commodity SWAP UCITS ETF.

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr seit Auflegung-49,09 %
Entwicklung des Referenzindex pro Jahr- 41,79 %
ProduktstrukturSynthethisch
GewinnverwendungThesaurierend
AusgabeaufschlagEntfällt
Gesamtkostenquote0,46 %

In dem Index sind zahlreiche Rohstoffe aus den Sektoren Energie, Edelmetalle, Industriemetalle, Lebendvieh und Landwirtschaft enthalten. Jeder einzelne Sektor ist dabei auf 33 % begrenzt. Dadurch erreicht der Index eine größere Diversifikation als Indizes, die sich strikt am Welthandelsvolumen orientieren. Bei diesen sind fossile Brennstoffe wie Öl typischerweise sehr stark vertreten.

Der Handel mit Nahrungsrohstoffen ist umstritten. Zwar sind sich die Experten noch nicht einig, ob er wirklich zu Hunger führt. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, wählt am besten einen ETF ohne Agrarrohstoffe. (Quelle: pixabay.com | © picjumbo_com)

Der ETF bildet seine Basis synthetisch ab. Im Portfolio befinden sich Terminkontrakte. Diese beziehen sich zum Beispiel auf Gold, Erdgas, Kupfer, WTI US Öl, Mais, Sojabohnen, Nordseeöl, Aluminium, Lebendrind und Silber (die zehn stärksten Positionen). Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,46 %. Der ETF wird seit August 2007 über Xetra gehandelt.

Die breite Rohstoffbasis wurde dabei seit der ETF-Emission an der Börse niedriger gehandelt. Aktuell ist der Kurs stabil auf einem niedrigen Niveau. Das kann einen guten Einstiegszeitpunkt markieren für diejenigen, die an Rohstoffknappheit glauben und gleichzeitig nicht alles auf eine Karte setzen wollen.

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Besonderheiten beim Investieren in Rohstoffe

Bei Rohstoffinvestments müssen Anleger einige Besonderheiten beachten. Eine dieser Besonderheiten betrifft die Unterscheidung zwischen Exchange Traded Fonds (ETFs) und Exchange Traded Commodities (ETCs).

Ein ETF ist ein passiv verwalteter Fonds und damit ein rechtliches Sondervermögen. Im Fall einer Pleite der Fondsgesellschaft sind die im Portfolio vorhandenen Vermögenswerte nicht verloren.

Bei ETCs handelt es sich dagegen um Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Grundsätzlich geht jede Schuldverschreibung mit einem Ausfallrisiko einher: Kann der Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, gehen Anleger unabhängig von der Marktentwicklung leer aus.

Das Emittentenrisiko wird bei vielen ETCs durch Sicherheiten ganz oder weitgehend eliminiert. Ein Beispiel dafür ist Xetra-Gold: Für jede emittierte Schuldverschreibung hinterlegt die Emittentin Deutsche Börse Commodities GmbH eine festgelegte Menge Gold im Tresor. Solche physisch besicherten ETCs gelten als besonders sicher.

Die physische Besicherung macht in vielen Fällen (zum Beispiel Industriemetalle oder Lebendrind) allerdings kaum Sinn. Bildet ein ETC seine Basis über Swaps nach, besteht ein sogenanntes Kontrahentenrisiko. Dieses kann weitgehend eliminiert werden, wenn die Kontrahenten der Swapgeschäfte Sicherheit hinterlegen. Dann handelt es sich zumeist um Cash oder Staatsanleihen.

Einzelne ETCs werden durch die Zusagen Dritter abgesichert. Dabei kann es sich um eine Versicherung handeln: Dann gelten diese ETCs als sehr sicher. Einzelne Produkte sehen jedoch auch Sicherheitserklärungen von Industrieunternehmen vor.

Warum gibt es keinen ETF auf einzelne Rohstoffe? Dies liegt in den Auflagen der Regulierungsbehörden begründet. Diese verlangen, dass ein ETF in mehrere Vermögenswerte investiert und somit ein diversifiziertes Portfolio nachbildet. Diese Anforderung können Produkte auf einzelne Rohstoffe naturgemäß nicht erfüllen.

Eine weitere Besonderheit des Rohstoffsektors sind Rollvorgänge. Bildet ein ETF sein Portfolio über Terminkontrakte ab, laufen diese Terminkontrakte regelmäßig aus. Der ETF ist nicht an einer physischen Lieferung der Rohstoffe interessiert. Stattdessen wird er den Terminkontrakt rechtzeitig vor Fälligkeit glattstellen und eine Position in einem länger laufen Terminkontrakt eröffnen. Das Portfolio wird gewissermaßen von Terminkontrakt A zu Terminkontrakt B gerollt.

Dabei können Kosten anfallen. Diese Kosten bestehen darin, dass länger laufende Terminkontrakte häufig mit einem Preisaufschlag gehandelt werden (Contango Situation). Dieser Preisaufschlag reduziert sich umso mehr, je näher der Terminkontrakt an seine Fälligkeit heranrückt. Am Fälligkeitstag entspricht der Terminpreis dem Kassapreis.

Die Contango Situation ist am Rohstoffmarkt die Regel. Ein Grund für den Preisaufschlag: Wer Rohstoffe physisch besitzt, muss diese lagern, versichern etc. Dies entfällt bei Terminkontrakten. Ein Beispiel: Ein Markteilnehmer könnte 100 t Kupfer kaufen, die er in drei Monaten benötigt. Er kauft diese am Kassamarkt und lagert das Kupfer anschließend für drei Monate in versicherten Containern ein.

Alternativ dazu könnte der Marktteilnehmer einen Terminkontrakt mit Fälligkeit in drei Monaten kaufen. Auch dann erhält er fristgerecht die Ware. Er muss jedoch keine Lagerkosten zahlen. Diese Ersparnis bei den Lagerkosten führt zu dem Preisaufschlag beim Terminkontrakt.

Das Gegenstück zur Contango Situation (steigende Terminpreiskurve) ist eine Backwardation Situation. Hier fällt die Terminpreiskurve. Dann sind Rohstoffe besonders teuer, wenn sie kurzfristig geliefert werden. Dies ist etwa bei Engpässen der Fall. Bei einer Backwardation werden typischerweise Rollgewinne erzielt. Contango führt dagegen regelmäßig zu Rollverlusten.

Die beschriebenen Phänomene können teilweise zu erheblichen Schwankungen der Rohstoffpreise führen und sind ohne tiefgehende Branchenkenntnisse kaum vorherzusagen. Natürlich kann dennoch in Rohstoffe investiert werden, und zwar mit der Aussicht, dass die Preise langfristig steigen, aber von kurzfristigen Investitionen ist abzuraten.

SWOT-Analyse

Investments in Rohstoffe bieten Chancen, sind aber auch mit Risiken verbunden. Diese lassen sich anhand einer SWOT Analyse darstellen.

Stärken

Rohstoffinvestments ermöglichen eine zusätzliche Diversifikation des Portfolios über Aktien und Anleihen hinaus. Im besten Fall ergibt sich dadurch eine langfristig stabile Portfolioentwicklung.

Rohstoffe sind ein Megatrend. Die Weltbevölkerung wächst bekanntlich unaufhörlich. Gleichzeitig sind die natürlichen Ressourcen begrenzt. Die dadurch absehbare Knappheit im Rohstoffbereich kann zu steigenden Preisen führen.

Anleger haben die Möglichkeit, am Aufstieg eines Rohstoffs unabhängig von einzelnen Unternehmen zu profitieren. Ein anschauliches Beispiel dafür ist Lithium. Rechnet ein Anleger mit dem Aufstieg der Elektromobilität, wird er häufig auch mit einem Bedeutungszuwachs für Lithium rechnen. Welche Unternehmen im Bereich der Elektromobilität zukünftig führend sein werden, ist jedoch vollkommen ungewiss.

Schwächen

Rohstoffinvestments unterliegen häufig hohen Schwankungen. Dies gilt für Rohöl genauso wie für Industriemetalle und Agrarrohstoffe. Der Diversifikationseffekt wurde möglicherweise überschätzt. Häufig lässt sich eine hohe Korrelation von Rohstoffen mit den Aktien- und Anleihemärkten erkennen – vor allem bei starken Kursrückgängen. Wenn die verarbeitende Industrie unter einer Konjunkturschwäche leidet, sind Rohstoffpreise betroffen. Die Nachfrage sinkt und das lässt auch die Preise einbrechen.

Chancen

Das Zinsniveau und damit die Opportunitätskosten für Rohstoffinvestments sind niedrig. Rohstoffe werfen keine Zinsen ab – je höher, desto höher die Opportunitätskosten, weil sichere Anleihen oder gar ein Sparkonto ja garantierte Zinsen liefern würden. Einzelne Rohstoffe können sehr starken Preisveränderungen unterliegen. Entsprechend groß ist das Potenzial eines guten Einstiegs. Ein präsentes Beispiel dafür ist die Preisentwicklung von Lithium oder Gold. Auch Öl hat in bestimmten Zeiten erhebliche Gewinne beschert. Mit den hohen Gewinnchancen gehen jedoch auch größere Risiken einher. Mehr zu Öl-ETFs erfahren Sie in unserem Artikel über die besten Öl-ETFs.

Risiken

Die Preisentwicklung von Rohstoffen unterliegt häufig diversen und nicht immer klar nachvollziehbaren Einflüssen. Der Preis für Rohöl etwa hängt auch von verschiedenen geopolitischen Entwicklungen ab. Dadurch kann es zu plötzlichen, starken Preisveränderungen kommen. Beispielsweise hat die OPEC enormen Einfluss auf den Ölpreis und einzelne Nationen wie Saudi-Arabien können die Kurse massiv beeinflussen. So, wie Rohstoffe an Bedeutung und Wert gewinnen können, können sie auch an Bedeutung und Wert verlieren. Denkbar wäre etwa, dass der Preis für Rohöl im Fall einer weltweiten Anwendung der Elektromobilität fallen könnte.

3 Fragen und Antworten rund um Rohstoff-Investments

1. Werden alle Rohstoffe an der Börse gehandelt?

Grundsätzlich wird jeder Rohstoff, der in der Wirtschaft häufig gebraucht wird, auch in der ein oder anderen Form an der Börse gehandelt. Für die meisten Güter gibt es allerdings keine ETCs, häufig gibt es nicht einmal einen Ticker, der den direkten Rohstoffpreis angibt. Stattdessen funktioniert der Handel über Aktien, Zertifikate und ETFs. So gibt es etwa zahlreiche Aktien, die schwerpunktmäßig vom Holzpreis abhängig sind. Vereint werden solche Papiere in dem iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF (WKN: A0M59G). Dieser ETF ist ohne Zusatzgebühren in einem Sparplan bei Trade Republic erhältlich.

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr seit Auflegung-8,82 %
Entwicklung des Referenzindex pro Jahr13,47 %
ProduktstrukturPhysisch replizierend
GewinnverwendungAusschüttend
AusgabeaufschlagEntfällt
Gesamtkostenquote0,65 %

2. Lohnen sich Rohstoffe für Privatanleger?

Die Frage, ob Rohstoffe sich für Privatanleger lohnen, ist durchaus berechtigt, weil entsprechende Anlagen eher von institutionellen Investoren gekauft werden, die andere Geldsummen verwalten müssen. Weil der Rohstoffmarkt häufig noch schwerer zu analysieren ist als Aktien, ist Privatanlegern tatsächlich davon abzuraten, zu viel auf einen Sektor, wie etwa Industriemetalle, zu setzen. Eine Ausnahme stellt lediglich Gold dar, das als Wertspeicher vor allem in Rezessionen sehr lohnenswert ist. Ein anderer Weg, um als Privatanleger das meiste aus steigenden Rohstoffpreisen herauszuholen, ist das Investment in möglichst mehrere diversifizierte ETFs.

3. Ist es ethisch, in Rohstoffe wie Kobalt und Rohöl zu investieren?

Kobalt wird teils unter horrenden Bedingungen abgebaut, Öl schadet dem Klima und verschiedene Ölkonzerne sind mit Skandalen aufgefallen. Ebenso wird Handel mit Lebendvieh und Saatgut kritisiert. Es ist normal, wenn Anleger sich fragen, ob sie ihr Geld wirklich in diese Sektoren stecken sollten. Zumal es Alternativen gibt: Ein Trend geht zum nachhaltigen Investieren. Hier werden Gelder in Bereiche gelenkt, die umweltfreundlicher und sozialverträglicher sind.

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So können Sie Rohstoff-ETFs kaufen

Wenn Sie Rohstoff-ETFs kaufen möchten, benötigen Sie einen Broker. Sie können zwischen einer Vielzahl von Brokern wählen. Achten Sie beim Vergleich auf niedrige Depotgebühren und günstige Orderentgelte. Sofern Sie mit einem Sparplan in Rohstoff-ETFs investieren möchten, sollten Sie auf günstige Sparplangebühren achten.

Nicht nur das Angebot an Brokern ist groß: Sie können auch zwischen einer Vielzahl von Fondsgesellschaften wählen. Zu den größten ETF-Gesellschaften gehören iShares (BlackRock), Vanguard, VanEck, Lyxor, comStage und Xtrackers.

ETFs können sich anhand verschiedenen Kriterien unterscheiden. Die meisten Rohstoff-ETFs sehen keine Ausschüttungen vor (Ausnahme: solche, die in Rohstoffaktien investieren). Rohstoff-ETFs können in Euro oder US-Dollar gehandelt werden. Achten Sie auf eine möglichst niedrige Gesamtkostenquote. Berücksichtigen Sie auch die Sicherheiten und die Replikationsform.

Der günstigste Broker für Rohstoff-ETFs ist grundsätzlich Trade Republic. Ein breiteres Angebot mit niedrigen Gebühren besteht DEGIRO, wo Sie allerdings keine Sparpläne abschließen können. Wenn Sie als Anleger Wert auf ein breites Angebot legen, sollten Sie daher comdirect und die Consorsbank als nächstgünstigste Anbieter in Erwägung ziehen. Wählen Sie dazu die Top ETF aus unserem Vergleich aus.

Top 5 ETF

Sie riskieren Ihr Kapital

Die Alternativen: Aktien und ETFs von Rohstoffunternehmen

Rohstoffinvestments müssen nicht zwingend im Kauf von Rohstoffen bzw. direkt damit verbundenen Produkten bestehen. Sie können auch in Aktien und ETFs von großen Unternehmen investieren. Die Kursentwicklung dieser Unternehmen sollte stark mit der Preisentwicklung bei Rohstoffen zusammenhängen. Sie haben die Wahl zwischen Aktien einzelner großer Rohstoffproduzenten und Händlern sowie breit gestreuten Indizes.

Gold-Minen-ETF – VanEck Vectors Gold Miners, WKN: A12CCL

Der NYSE Arca Gold Miner Index bildet einen Aktienkorb mit großen Unternehmen ab, die unter anderem Gold- und Silberminen betreiben. Die ETF-Gesellschaft VanEck hat mit dem VanEck Vectors Gold Miners ETF einen börsengehandelten Indexfonds auf diesen Index aufgelegt. Der physisch replizierende Fonds ist in Irland zugelassen und auch für Anleger aus Deutschland zugänglich. Den in USD notierten ETF gibt es seit dem Jahr 2015. Die Total Expense Ratio beträgt 0,53 %.

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr seit Auflegung7,15 %
Entwicklung des Referenzindex pro Jahr7,64 %
ProduktstrukturPhysisch replizierend
GewinnverwendungThesaurierend
AusgabeaufschlagEntfällt
Gesamtkostenquote0,53 %

Der Fonds investiert in Unternehmen weltweit. Der geographische Schwerpunkt liegt dabei auf Nordamerika. Stand Ende Januar 2020 entfielen ca.  52 % der Vermögenswerte im ETF auf Kanada. Es folgen die USA mit 18 % und Australien mit 14 %. An vierter Stelle liegt Südafrika mit knapp 8 %. Das fünftgrößte im ETF vertretene Land Brasilien liegt unter 2 %.

Im Portfolio befinden sich vor allem Minenbetreiber. Beispiele dafür sind Newmont, Barrick Gold, Franco-Nevada, Wheaton Precious Metals, Newcrest Mining, Kirkland Lake Gold und viele weitere Unternehmen. Der ETF kann prinzipiell Aktien verleihen. Stand Ende Januar 2020 war dies jedoch nicht der Fall.

kohlmine minen als chance für etfs

Minenbetreiber können eine Alternative zu Rohstoff-ETFs sein. (Quelle: pixabay.com | © Dehovre)

Wer in diesen ETF investiert, setzt auf Kursgewinne vor allem bei Gold und Silber. Minenbetreiber sehen sich wie jedes Unternehmen Kosten und Erlösen gegenüber. Geraten die Preise für Edelmetalle unter Druck, wird der Minenbetrieb unprofitabel. In diesem Fall werden die Kurse der Aktien fallen. Bei steigenden Edelmetallpreisen wachsen dagegen die Gewinnspannen, was sich entsprechend positiv auf die Kurse auswirkt.

Der Index hat auf Fünfjahressicht ein Plus über 50 Prozent eingefahren. Damit ist er ähnlich stark wie Gold angestiegen, aber deutlich stärker als Silber. Wer denkt, dass Xetra-Gold ein besseres Investment ist, hat in Krisenzeiten vermutlich recht, aber ansonsten haben die Aktien von Minengesellschaften sich in der Vergangenheit besser entwickelt als die Rohstoffpreise selbst. Genaueres zum Investment in den Goldmarkt können Sie auch hier nachlesen. Das günstigste Sparplan-Angebot für den obigen ETF bietet die comdirect bank.

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Der Amplify Advanced BatteryMetals and Materials ETF, WKN: A2JPGH

Mit Rohstoffinvestments können Anleger sehr gezielt in bestimmte Entwicklungen investieren. Ein Beispiel dafür ist Lithium. Die weltweite Nachfrage nach Lithium könnte um Größenordnungen wachsen, sollte sich Elektromobilität als Antriebstechnologie der Zukunft durchsetzen.

Durchschnittlicher Wertzuwachs pro Jahr seit Auflegung-33,49 %
Entwicklung des Referenzindex pro Jahr-33,63 Prozent
ProduktstrukturPhysisch replizierend
GewinnverwendungThesaurierend
AusgabeaufschlagEntfällt
Gesamtkostenquote0,72 %

Auch ein solches Szenario können Investoren zum Beispiel mit dem Amplify Advanced Battery Metals and Materials ETF setzen. Dieser investiert in Unternehmen aus der Wertschöpfungskette rund um Batterien. Dies betrifft Minenbetreiber, Raffinerien und weitere Unternehmen, die mit den Rohstoffen Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan in Berührung stehen.

Der ETF wird unter anderem an der NYSE gehandelt. Die Total Expense Ratio beträgt 0,72 %. Das Portfolio des ETF ist ebenmäßig auf die verschiedenen Rohstoffe aufgeteilt. Dabei wird in globale mittlere bis große Unternehmen investiert. Der regionale Schwerpunkt liegt in Asien. Das günstigste Angebot, um diesen ETF zu handeln, macht die comdirect.

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Investitionen in Lithium und andere Batterie-Rohstoffe sind anders als Investitionen in Gold oder Rohöl. Das Interesse an Lithium ist noch nicht so alt und gefestigt. Deshalb lässt sich dieser Markt nicht ohne Weiteres über Terminkontrakte abbilden. Zur Wachstumsstory rund um Lithium-Ionen-Batterien gehört die Preisdegression. Der Preis pro Kilowattstunde Batteriekapazität ist von 2010-2020 um ca. 90 % gesunken. Dadurch können Lithium-Ionen-Akkus mit ausreichender Reichweite entwickelt werden. Somit ist (trotz aller offenen Fragen zu Elektromobilität) der flächendeckende Einsatz in Fahrzeugen denkbar. Wer in Lithium investiert, beteiligt sich an einer solchen möglichen Entwicklung. In der Vergangenheit ist Lithium durch hohe Kursschwankungen aufgefallen. Mehr zum Investment in Lithium.

Rio Tinto

Auch Einzelaktien kommen für Rohstoffinvestments infrage. Ein Beispiel dafür ist Rio Tinto. Die Aktie wird in London sowie über Xetra gehandelt. Rio Tinto gehört mit einer Marktkapitalisierung von etwa 55 Milliarden EUR zu den größeren Unternehmen. Stand Ende Februar 2020 lag die projizierte Dividendenrendite jenseits von 6. Das KGV bewegt sich in einem Bereich unterhalb von 10.

Der Aktienkurs von Rio Tinto hat sich noch nicht vollständig von der Finanzkrise 2007 erholt, ist aber auf einem guten Weg dahin. Die vergangenen Jahre wurden allesamt mit steigenden Gewinnen abgeschlossen. Wer Rio Tinto kauft, holt sich zudem eine echte Dividendenperle, was es akzeptabel macht, wenn der Aktienkurs eine Zeitlang seitwärts verläuft. Vor allem, wenn die Aluminiumpreise steigen, ist Rio Tinto in der Pole Position, um davon zu profitieren.

Wichtige Kennzahlen

 201720182019
Umsatz in Milliarden GBP31,0830,3833,835
Gewinn je Aktie3,815,953,85
Dividende je Aktie2,132,333,01

Das britisch-australische Rio Tinto wurde 1873 gegründet und ist neben Vale und BHP eines der drei größten Bergbauunternehmen der Welt. Rio Tinto ist der weltweit führende Aluminiumproduzent. Gefördert werden darüber hinaus Eisenerz, Kupfer, Gold, Energierohstoffe, Industrieminerale und Diamanten.

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Bewertung

  • Hohe Dividendenrendite macht Aktie attraktiv
  • Riesige Rohstoffvorkommen mit langfristigen Verträgen sichern das Unternehmen ab
  • Hohe Operationskosten und laufende Kredite beeinträchtigen den Aktienkurs trotz der Unternehmensgewinne

Glencore

Die Glencore Aktie ist eine weitere Möglichkeit für an Rohstoffen interessierte Anleger. Gehandelt wird das Papier über Xetra sowie in London. Stand Ende Februar 2020 liegen die projizierten Dividendenrenditen in einem Bereich jenseits von 6 % und das KGV in einem Bereich von 10 und darunter.

Die Glencore Aktie überzeugt ebenso wie Rio Tinte mit einer attraktiven Dividende. Das Unternehmen ist zudem sehr breit aufgestellt und so positioniert, dass es langfristig Gewinne erwirtschaften kann. Als Dividendenaktie erscheint Glencore somit als sehr sichere Wahl.

Wichtige Kennzahlen

 201720182019
Umsatz in Milliarden GBP159,55164,80168,61
Gewinn je Aktie0,320,18-0,02
Dividende je Aktie0,100,150,16

Glencore mit Sitz in Baar in der Schweiz ist der weltweit größte Rohstoffhändler. Erst seit 2011 werden die Aktien an der Börse gehandelt. Glencore ist im britischen Leitindex FTSE100 gelistet. Der Umsatz des Unternehmens bewegt sich im Bereich von 200 Milliarden USD. Glencore fördert über ein großes Netzwerk an Beteiligungen unter anderem Nickel, Aluminium, Kupfer und Kobalt. Das Unternehmen ist weltweit aktiv.

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Hinweis: Investieren beinhaltet Risiken. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren.

Bewertung

  • Sehr breit aufgestelltes Rohstoffunternehmen – das Pendant zum Rohstoff-ETF
  • Schwaches Finanzjahr 2019 wegen zu hoher laufender Kosten
  • Wachstumschancen durch Batterie-Rohstoffe

Fazit

Investments in Rohstoffe können aus ganz unterschiedlichen Motivationen heraus sinnvoll sein. Wenn Sie Ihr Geld gegen Inflation und Krisen absichern möchten, ist Gold die erste Wahl.

Für eine breite Abbildung des Rohstoffsektors können Sie neben Edelmetallen auch Industriemetalle, Agrarrohstoffe, Lebendvieh und Energierohstoffe berücksichtigen. Es gibt ETFs mit einem derart breit streuenden Ansatz – auch zu günstigen Konditionen.

Auch Investments in Einzelaktien ermöglichen eine Partizipation ansteigenden Rohstoffpreisen. Naheliegend sind dann Investitionen in große Bergbauunternehmen wie Rio Tinto.

Jede Investition wird ein Stück erfolgreicher, wenn sie kostenoptimiert erfolgt. Nutzen Sie dafür unsere Broker-Empfehlungen und unseren Depot-Vergleich.