Welche sind die besten Rohstoff ETFs? – ein Überblick

Das Wichtigste in Kürze
Rohstoffe haben zwei große Nachteile. Die Preise schwanken stark und sie bringen keine Zinsen. Als Ergänzung können Sie im Depot aber durchaus sinnvoll sein. Bedenken müssen Investoren dabei aber, dass die meisten Rohstoffe dann teuer sind, wenn auch die Aktienkurse nach oben gehen. Ausnahmen sind Silber und vor allem Gold-ETFs. Wer sich gezielt für diese beiden Rohstoffe interessiert, sollte unsere Beiträge zum Thema „Die besten Silber ETFs“ und „Die besten Gold ETFs“ lesen.


Rohstoffe

Wer Rohstoffe hört, denkt meist an Bodenschätze wie Gold, Eisen und Öl. Aber auch landwirtschaftliche Rohstoffe wie Weizen, Reis und Kaffee sind handelbare Rohstoffe. Die meisten großen ETFs enthalten sogar Lebendvieh als Anlageklasse. Landwirtschaftliche Erzeugnisse waren vermutlich sogar die ersten Produkte, die an den Börsen gehandelt wurden, lange bevor dort Aktien ge- und verkauft wurden.

Im Regelfall enthalten Rohstoff-ETFs Terminkontrakte auf Rohstoffe. Dabei wird beispielsweise schon heute Eisenerz gekauft, das aber erst im Jahr 2022 geliefert wird. Das erspart die teure Lagerung. Allerdings können die Preise für ein Terminkontrakt höher liegen als der aktuelle Preis. Dieses sogenannte Contango tritt immer dann auf, wenn die Investoren für die Zukunft höhere Preise erwarten – und das ist meistens der Fall. Schließlich verkauft kein Unternehmer einen Rohstoff zum heute gültigen Preis, wenn er damit rechnet in zwei Jahren mehr einzunehmen. Gewinne machen Anleger deshalb mit Rohstoffen nur, wenn die Preise stärker steigen als die Mehrheit der Anleger das erwartet.

Was ist der beste Rohstoff ETF?

Bei der Suche nach dem besten Rohstoff ETF sollten nicht nur die Gewinne in der Vergangenheit im Fokus stehen. Denn die Kursgewinne sind bei Indexfonds nicht vom Geschickt der Fondsmanager abhängig, sondern vom zugrunde liegenden Index.

Einsteiger sollten hier einen ETF wählen, der möglichste viele unterschiedliche Rohstoffe enthält. Noch ist umstritten, ob die Spekulation mit Nahrungsmitteln Hungerkrisen verstärkt oder nicht. Wer in dieser ethischen Frage auf der sicheren Seite sein will, der sollte einen Fonds ohne Nahrungsmittel wählen. Weitere wichtige Kriterien sind die Gesamtkostenquote (TER) und die Liquidität.

Die drei besten Rohstoff ETF

Drei ETFs haben wir ausgesucht, darunter zwei mit und einen ohne Agrarrohstoffen. In allen drei enthalten sind Energierohstoffe, Edel- und Industriemetalle. Die ETFs bilden den zugrunde liegenden Index mit Hilfe von Swaps ab.

iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF – ISIN IE00BDFL4P12, WKN A2DK6R

iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF ist nicht nur der größte in Deutschland gehandelte Rohstoff-ETF, sondern auch einer der kostengünstigsten. Nur 0,19 Prozent betragen die Gebühren im Jahr. Der Fond bildet den Bloomberg Commodity Index ab. Dieser enthält 20 Rohstoffe und gehört zu den beliebtesten Indizes in diesem Sektor. Er wird jährlich angepasst und enthält zu jeweils rund 30 Prozent Energierohstoffe und Agrargüter (ohne Lebendvieh), zu jeweils rund 15 Prozent Industrie- und Edelmetalle sowie einen kleineren Anteil an Lebendvieh. Dabei darf kein Rohstoff mehr als 15 Prozent zum Gesamtergebnis beitragen.

Von Anfang 2011 bis 2018 machte der ETF rund 40 Prozent Verlust, was allerdings die allgemeine Wertentwicklung an den Rohstoffmärkten widerspiegelt.

Lyxor Commodities Thomson Reuters/CoreCommodity CRB TR UCITS ETF C-EUR- ISIN FR0010270033, WKN A0JC8F

Mit einer Gesamtkostenquote von 0,35 Prozent ist der Lyxor Rohstoff-ETF nur wenig teurer als der Fonds von iShares. Der abgebildete Thomsons Reuters CoreCommodity Index enthält 19 verschiedene Rohstoffe. Mit fast 40 Prozent spielen Energierohstoffe (Stand 2018) hier eine besonders große Rolle. Edelmetalle sind mit sieben Prozent dagegen eher schwach vertreten. Das macht den Fonds interessant für Anleger, die eine weiterhin gute Wirtschaftslage erwarten.Die Verluste von 2011 bis Anfang 2018 liegen auch bei diesem Fonds bei rund 40 Prozent.

ComStage Commerzbank Commodity ex-Agriculture EW Index TR UCITS ETF – ISIN LU0419741177, WKN ETF090

Der ETF von Comstage ist der vielleicht beste Rohstoff-ETF, der an Deutschlands Wertpapierbörsen gehandelt wird. Er bildet den Commerzbank Commodity ex-Agriculture EW Index nach. Dieser besteht aus zwölf Rohstoffe, die nach Liquidität und Bedeutung ausgewählt werden. Jeder Rohstoff geht mit dem gleichen Gewicht ein, trägt also ein Zwölftel zur Wertentwicklung bei.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Rohstoff-ETFs verzichtet der Comstage-ETF ganz auf Agrarrohstoffe. Das wird all jene beruhigen, die von der Unbedenklichkeit des Handels mit Lebensmitteln nicht überzeugt sind.

Trotzdem hat sich der Index zwischen 2011 und 2018 besser entwickelt als die meisten anderen Rohstoffindizes. Zwar hat auch er rund 20 Prozent verloren, das ist im Vergleich zu anderen Rohstoff-Indizes aber eher wenig. Auch liegt die Gesamtkostenquote mit 0,30 Prozent am unteren Ende der Skala und der ETF ist sparplanfähig.

ETF kaufen

ETFs lassen sich ganz einfach über die Wertpapierbörse erwerben. Das bringt den großen Vorteil mit sich, dass kein Ausgabeaufschlag anfällt. Stattdessen müssen nur die Ordergebühren bezahlt werden, die meist weit niedriger liegen.

Das gilt natürlich vor allem dann, wenn ein günstiger Broker gewählt wurde. Die Consorsbank bietet einerseits akzeptable Gebühren und andererseits ein breites Spektrum an Bankdienstleistungen. Außerdem gehört die 1994 gegründete Direktbank mittlerweile zu den etablierten Akteuren auf dem Markt. Immer wieder bietet sie auch attraktive Konditionen.

Fazit

Rohstoffe bringen keine Dividenden oder Zinsen und haben sich in den vergangenen Jahren auch nicht besonders gut entwickelt. Trotzdem kann ein Rohstoff-ETF zur Depotbeimischung sinnvoll sein. Allerdings ist die Spekulation mit Lebensmitteln umstritten. Comstage bietet deshalb einen ETF ohne Agrarrohstoffe. Wer vor allem in Edelmetalle investieren will, sollte auch unsere Beiträge zu Gold- und Silber-ETFs lesen.

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