Vor- und Nachteile verschiedener Börsenplätze (2020)

Vor- und Nachteile verschiedener Börsenplätze: Xetra oder Tradegate?

Das Wichtigste in Kürze

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Beste Broker für die deutschen Börsen

Xetra oder Tradegate: An welcher Börse sollten Privatanleger handeln?

2009 wurde zum ersten Mal seit 1861 ein neuer Börsenplatz in Deutschland gegründet, die Tradegate Exchange. Sie ist zu einer echten Konkurrenz für Xetra geworden, das elektronische Handelssystem der Frankfurter Börse. Aber welcher Börsenplatz ist der bessere? Und wann sind die klassischen Präsenzbörsen noch gefragt? Eine genaue Beschreibung der Börsen findet sich weiter unten.

Der Vergleich zwischen Xetra und Tradegate Exchange ist nicht einfach. Denn beim Vergleich spielen nicht nur die Gebühren für den Aktienkauf eine Rolle, sondern auch die Kurse.

Vorteile der Tradegate Exchange

Für die Tradegate Exchange bieten die meisten Broker besonders niedrige Kurse. Beispielsweise entfällt bei der Consorsbank die Börsenplatzgebühr, ebenso bei Smartbroker (Xetra: 0,00657 % vom Kaufwert, Minimum 0,82 €, Maximum 98,53 € pro Order, Stand: 03/2020). Die onvista bank verlangt bei Käufen über die Tradegate Exchange zwar eine pauschalierte Handelsplatzgebühr von 2,- Euro zusätzlich zur Ordergebühr von 5,- Euro, verzichtet aber, anders als beim Handel über Xetra, auf weitere Zuschläge (Stand: 03/2020). Außerdem hat die Börse länger geöffnet als Xetra oder die Präsenzbörsen, nämlich von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr statt von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr wie Xetra.

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Das spricht für Xetra

Für Xetra sprechen dagegen die hohen Umsätze. Außerdem ist Xetra eine reine Börse, Tradegate betreibt dagegen auch ein Maklerbüro. Schätzungen der Wirtschaftswoche zufolge werden 80 Prozent der Aktien dort von Tradegate selbst gehandelt. Vor allem nach Börsenschluss des Xetra-Handels, so wird Tradegate teilweise vorgeworfen, kaufen und verkaufen Anleger dort oft zu ungünstigen Kursen. Das kann schnell teurer werden als die Gebührenersparnis.

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Xetra vs. Tradegate

Nicht bei allen Brokern gibt es Preisunterschiede, bei flatex oder DEGIRO beispielsweise ist der Kauf über Xetra genauso teuer wie über die Tradegate Exchange. Dann ist Xetra im Regelfall die bessere Wahl. Wer über Tradegate handelt, sollte das im Idealfall während der Öffnungszeiten von Xetra tun. Außerdem empfiehlt es sich generell – auch beim Handel über Xetra – ein Limit zu setzen. Bei seltener gehandelten Aktien kann noch ein dritter Weg attraktiv sein – der Kauf oder Verkauf über eine Regionalbörse.

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Außerbörslicher Handel: Vor- und Nachteilen abwägen

Daneben bieten viele Broker noch den außerbörslichen Handel an, beispielsweise über börsenähnliche Handelsplattformen wie die der Baader Bank oder die Lang & Schwarz Exchange in Hamburg. Letztere kommt den „echten“ Börsenplätzen schon sehr nahe. Sie kooperiert eng mit der Börse in Hamburg und bietet damit zumindest teilweise eine Regulierung. Allerdings ist Lang & Schwarz dort einziger Marktmacher („Marketmaker“). Außerdem ist die Regulierung bei den meisten außerbörslichen Plattformen deutlich niedriger als an den offiziellen Börsenplätzen.

So sind die Börsen reguliert

Die acht Börsenplätze sowie die angeschlossenen elektronischen Plattformen werden durch verschiedene Instanzen reguliert. Zum einen verfügen die einzelnen Börsen selbst über ein Regelwerk und Aufsichten, die die Umsetzung überwachen. An der Frankfurter Börse überwacht beispielsweise die Handelsüberwachungsstelle HÜSt den Handel. Sie ist ein eigenständiges Börsenorgan und kontrolliert sowohl die Preisfeststellungen der Präsenzbörse als auch in den elektronischen Handelssystemen wie Xetra. Sie leitet ihre Erkenntnisse wiederum an die Aufsichtsbehörden und der Geschäftsführung der jeweiligen Börse weiter.

Zusätzlich gibt es Börsenaufsichtsbehörden der Länder, sodass beispielsweise die Frankfurter Börse auch durch die hessische Börsenaufsicht kontrolliert wird. Sie kann zum einen Unregelmäßigkeiten überprüfen, die von HÜSt gemeldet wurden, zum anderen kann sie den Markt auch selbst direkt überwachen. Sie kontrolliert auch die Regelwerke der Frankfurter Börse und genehmigt diese.

An letzter Stelle innerhalb Deutschlands steht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Sie überwacht den börslichen und außerbörslichen Handel nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Sie befasst sich vor allem mit Marktmanipulationen und Insiderhandel und überprüft, ob die Aktiengesellschaften alle Informationen in der Art veröffentlichen, wie sie verpflichtet sind.

Für außerbörsliche Handelsplattformen gilt diese Überwachung nur eingeschränkt. Einige wie die Lang & Schwarz Exchange kooperieren mit bestehenden Börsenplätzen, in diesem Fall mit der Börse Hamburg. Somit sind auch sie nicht völlig unbeaufsichtigt. Der ehemals außerbörsliche Handelsplatz Tradegate Exchange hat sich dagegen zu einer offiziellen Börse gewandelt.

Der Freiverkehr an der Börse und der regulierte Handel

Auch an offiziellen Börsen gibt es Unterschiede im Grad der Regulierung, vor allem zwischen dem regulierten Handel und dem Freiverkehr, wobei es an einigen Börsen Zwischenstufen gibt.

Um eine Zulassung für den regulierten Markt zu erhalten, müssen Aktiengesellschaften besondere Pflichten erfüllen, beispielsweise seit mindestens drei Jahren bestehen und mindestens 10.000 Aktien emittiert haben, von denen sich 25 Prozent oder mehr im Streubesitz befinden müssen. Auch die Organisation des Handels ist gesetzlich geregelt. Inzwischen geschieht dies in Deutschland nach EU-Standards. Der regulierte Markt wird zusätzlich noch einmal in Prime Standard und General Standard unterteilt. Der Prime Standard muss noch härtere Bedingungen erfüllen als im regulierten Markt üblich. Nur die Unternehmen, die zum Prime Standard zugelassen sind, können auch in den Dax, MDax, SDax oder TechDax aufgenommen werden.

Der Freiverkehr oder Open Market ist dagegen nur durch die jeweilige Börse reguliert und muss wenig nationalen oder gar international festgelegten Bedingungen erfüllen muss. An der Börse München liegt das mindestens nötige Grundkapital beim Freiverkehrssegment m:access beispielsweise nur bei 1,0 Millionen Euro. Allerdings müssen im Freiverkehr notierte Unternehmen seit 2016 auch Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlichen, allerdings nur einen Jahresabschluss und keinen Zwischenbericht zum Halbjahr, wie am regulierten Markt. Ziel dieses Segmentes ist es, auch kleineren Unternehmen Zugang zu den Kapitalmärkten zu bieten.

Daneben gibt es Zwischenstufen, beispielsweise den „Entry Standard“, den es bei den meisten Handelsorte für Wertpapiere gibt. Unternehmen des Entry Standards müssen etwas strengere Bestimmungen erfüllen als für den Rest des Freiverkehrs gelten, aber weniger strenge als im regulierten Handel.

Für Börseneinsteiger sind Unternehmen des Freiverkehrs nur eingeschränkt geeignet. Das liegt allerdings weniger an der geringeren Regulierung, sondern des höheren Risikos und der meist geringen Liquidität.

Im weiteren Sinne wird jedoch auch der außerbörsliche Handel als Freiverkehr bezeichnet. Dieser unterliegt noch weniger Regulierungen als der Open Market.

Kritik am außerbörslichen Handel

Immer wieder wird Kritik geäußert, dass die Preise bei solchen Plattformen für Anleger ungünstiger ausfallen könnten als am Xetra, zumal dort deutlich weniger Wertpapiere gehandelt werden. Das kann nicht nur bedeuten, dass exotische Aktien unter Umständen nicht gekauft werden können, sondern auch, dass ein besonders kostengünstiger ETF nicht angeboten wird und Kunden auf teurere Produkte ausweichen müssen. Außerdem ist die Regulierung deutlich geringer.

Dem stehen weit geringerer Gebühren entgegen. Der Discountbroker Trade Republic bietet sogar ausschließlich den Handel über die Lang & Schwarz Exchange.

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Direkthandel als Alternative

Zum außerbörslichen Handel gehört auch der Direkthandel. Allerdings wird dabei nicht über eine außerbörsliche Plattform wie die Lang & Schwarz Exchange gehandelt, sondern direkt mit dem Emittenten eines Wertpapiers, meist eines Zertifikats oder Fonds. Bei börsengehandelten Fonds (ETFs) haben Kunden oft die Wahl zwischen einem Kauf über die Börse oder über den Emittenten. Klassische Fonds werden dagegen fast immer über den Emittenten gekauft.

Direkthandel oft günstig

Die Kurse orientieren sich hier oft an denen des Xetra, teilweise werden sie aber auch vom Emittenten festgelegt oder berechnet. Viele Broker haben Partnerschaften mit einzelnen Emittenten geschlossen und bieten deren Zertifikate ohne Ordergebühren an. Die ING beispielsweise bietet nicht nur ihre eigenen Zertifikate ohne Kaufgebühren an, sondern auch die der genossenschaftlichen DZ Bank, von BNP Paribas und von Vontobel. Auch für ETFs gibt es ähnliche Regelungen.

Außerdem entfällt beim Direkthandel oft der Börsenzuschlag. Der finanzen.net Broker verzichtet beim Direkthandel beispielsweise auf die Börsenplatzpauschale von 2,- Euro, auch Fremdkosten entfallen. Damit kostet der Handel nur 2,- Euro (Stand: 03/2020).

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Sonderfall aktive Fonds

Während auch börsengehandelte Fonds oft günstig im Direkthandel gekauft werden können, sind klassische Fonds oft besonders teuer. Denn hier fällt ein Ausgabeaufschlag an, der nicht selten 5,0 Prozent beträgt.

Auch hier ist aber Bewegung in den Markt gekommen. Der neue Anbieter Smartbroker verlangt auch beim Kauf und Verkauf von klassischen (also nicht börsengehandelten) Fonds nur die Ordergebühr ohne weitere Börsenentgelte. Andere Unternehmen wie die ING oder die Consorsbank bieten einzelne Fonds ohne Gebühren und viele andere zu halben Gebühren.

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Die deutschen Börsenplätze

Die Vor- und Nachteile der wichtigsten Börsen haben wir bereits erklärt. Für alle, die sich genauer über die Börsenplätze informieren wolle, haben wir die unten stehende Übersicht erstellt. Dabei unterscheiden wir klassische Parkettbörsen, elektronische Börsenplätze und außerbörsliche Handelsplattformen.

Bankenviertel, Frankfurt

(Bild: Unsplash | © Kai Pilger)

Dabei orientieren wir uns am Angebot der wichtigsten Broker. Das führt dazu, dass wir Parkettbörsen und elektronische Handelsplattformen auch dann getrennt aufführen, wenn beide zusammen gehören, wie beispielsweise die Börse Frankfurt und Xetra. Denn wer handeln will, muss sich zwischen dem Parketthandel und Xetra entscheiden, deswegen unterscheiden auch wir beide Plätze.

Alle Informationen zu den größten Handelsplätzen der Welt finden sie in unserem anderen Artikel.

Die wichtigsten Börsenplätze in Deutschland

Der Aktienhandel findet heute weitgehend im Computer statt. Den klassischen Präsenzhandel, bei dem sich die Börsenhändler über Zurufe verständigen, gibt es heute praktisch kaum noch. Die Bremer Börse wurde 2007 ganz aufgelöst.

Xetra System der Börse Frankfurt

Xetra ist unter den Börsenplätzen in Deutschland mit Abstand der Größte: Rund 90 Prozent der Umsätze entfallen auf diese Plattform. Das System wurde 1997 als Nachfolger des Integrierten Börsenhandels- und Informations-Systems (IBIS) der Frankfurter Wertpapierbörse ins Leben gerufen.

Größter Vorteil des Xetra sind die hohen Umsätze. Durch sind praktisch alle Papiere handelbar und die Preise sind auch bei selten gehandelten Aktien weniger anfällig für Ausschläge durch einzelne Order.

Vor allem institutionellen Anleger handeln überwiegend über Xetra.

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Quotrix und gettex

Quotrix ist die elektronische Handelsplattform der Börse Düsseldorf und damit das Gegenstück zum Xetra. Allerdings hat Quotrix nicht annähernd die gleiche Bedeutung, wie der große Bruder aus Frankfurt.

Etwas kleiner ist gettex, das elektronische Handelssystem der Börse in München. Beide Systeme wenden sich vor allem an Privatanleger. Gehandelt wird dort überwiegend mit sogenannten Market Makern oder Marktmachern beziehungsweise Marktpflegern. Das sind Banken oder Wertpapierhändler, die für eine ausreichende Liquidität am Markt sorgen. Dafür kaufen und verkaufen sie auch selbst Aktien, Anleihen, Zertifikate und Fonds. Sie vermitteln also nicht nur als Makler, sondern kaufen und verkaufen auf eigene Rechnung.

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Tradegate Exchange

Tradegate wird oft als außerbörsliche Handelsplatzform bezeichnet, ist aber schon seit 2009 eine offizielle Börse. Sie wickelt Aufträge ausschließlich elektronisch ab. Da Tradegate auf die Maklergebühren verzichtet, gilt das elektronische Handelssystem als eine der günstigsten Alternativen für Privatanleger. Allerdings ist Tradegate nicht ohne Tücken. Das Handelssystem fungiert teilweise als Market Maker und bietet teilweise im Vergleich zu Referenzmärkten nachteilhafte Kurse. Ein Setzen von Limits bei Käufen und Verkäufen ist deswegen unverzichtbar, um von den günstigeren Gebühren profitieren zu können.

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Broker für elektronischen Handel: Consorsbank im ersten Jahr besonders günstig, flatex und Smartbroker dauerhaft günstig

Besonders günstigen Handel bietet die Nürnberger Consorsbank im ersten Jahr. Allerdings steigen die Kosten nach dem ersten Jahr deutlich an. Dafür bietet das Unternehmen mittlerweile fast alle Bankdienstleistungen, vom Girokonto bis zum Kredit, aus einer Hand.

Wer darauf keinen Wert legt und nicht nach einem Jahr wieder wechseln will, für den ist flatex eine gute Alternative. Denn der Broker aus Kulmbach bietet dauerhaft niedrige Gebühren. Allerdings lohnt sich das nur, wenn auch regelmäßig ge- und verkauft wird, denn das Unternehmen verlangt eine Jahresgebühr in Höhe von 20,- Euro (Stand: 04/2020). Wer das nicht erreicht, der findet bei Smartbroker ebenfalls dauerhaft niedrige Kosten – und das ohne Jahresgebühr.

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Die klassischen Börsenplätze in Deutschland

Bis in die 1990er-Jahre wurden Aktien meistens von Börsenhändlern auf dem Parkett im direkten Austausch gehandelt. Der Siegeszug der Computer hat den Präsenzhandel auf dem Parkett überwiegend verdrängt.

In Frankfurt werden seit 2011 alle Aufträge über Xetra abgewickelt. Trotzdem können Kunden bei den meisten Brokern nach wie vor die Frankfurter Wertpapierbörse oder anderen Börsenplätze auswählen. Was ist der Unterschied?

Frankfurter Wertpapierbörse

Börsenplätze: Börse Frankfurt

(Bild: „Frankfurt Stock Exchange“ | © Pythagomath | Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Obwohl Xetra ein Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse ist, führen viele Broker die Frankfurter Wertpapierbörse als getrennten Handelsplatz. Bis 2011 verbarg sich dahinter der Präsenzhandel am Parkett. Allerdings ist das Parkett deshalb nicht leer geworden, dort findet seit 2011 der Spezialistenhandel statt. Diese handeln Aktien nicht mehr über Zuruf, wie bis in die 1990er-Jahre üblich, sondern auch über Xetra, doch sie überwachen noch die Preisbildung.

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Wer als Handelsplatz Frankfurt statt Xetra wählt, handelt also auch über Xetra, der Handel wird aber von einem Menschen überwacht. Das bietet sich bei seltener gehandelten Aktien oder Derivaten an. Für Standardaktien ist der nicht überwachte Handel wegen der geringeren Gebühren meist die bessere Wahl.

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Düsseldorf-Hamburg-Hannover

Börsenplätze: Börse Düsseldorf, Hamburg und Hannover

(Bild: „Börsen AG“ | © BÖAG Börsen AG)

Die Börsenplätze in Hamburg, Hannover und Düsseldorf haben sich zur Börsen AG zusammengeschlossen. Alle drei bieten als Nachfolger des Parketthandels den Skontroführer-Handel, der ähnlich wie der Spezialistenhandel in Frankfurt abläuft. Er wird also überwiegend elektronisch abgewickelt, allerdings von Skontroführern begleitet.

Trotz des Zusammenschlusses zu einem Trägerunternehmen agieren die Börsen dabei als drei getrennte Börsenplätze. Vor allem Hamburg und Hannover sehen sich als Mittelstandsbörsen, die vor allem regionalen Unternehmen den Zugang zur Börse bieten wollen.

Außerdem betreiben alle drei gemeinsam die Fondsbörse in Hamburg, bei der Anteile klassischer (also eigentlich nicht börsengehandelter) Fonds ge- und verkauft werden können.

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Berlin

Börsenplätze: Börse Berlin im Ludwig-Erhard-Haus

(Bild: „Ludwig-Erhard-Haus von Norden gesehen“ | © IHK Berlin | Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Die Berliner Börse wird dem Anspruch einer Hauptstadt nicht unbedingt gerecht, da Frankfurt und auch Stuttgart wesentlich wichtiger für den Finanzmarkt sind. Lobenswert ist das Produkt Equiduct, das es Markteilnehmern ermöglicht, eigene Handelsparameter zu definieren. Zudem ist die Berliner Börse für ihre große Auswahl an Auslandsaktien und Indexfonds bekannt.

Die Berliner Börse wurde im Oktober 2019 durch die Tradegate Exchange übernommen.

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Stuttgart

Börsenplätze: Börse Stuttgart

(Bild: „Börse Stuttgart“ | © Börse Stuttgart)

Die Börse Stuttgart ist nach der Frankfurter Wertpapierbörse mit Xetra und der Tradegate Exchange die drittgrößte Börse in Deutschland und die zehntgrößte in Europa. Spezialisiert hat sie sich vor allem auf den Handel mit Zertifikaten und Derivaten.

Bekannt ist vor allem das Börsensegment Euwax, an dem Futures, Optionen und verschiedene Zertifikate gehandelt werden.

Daneben liegt der Schwerpunkt, wie bei den üblichen Regionalbörsen, im Handel mit Aktien und Anleihen mittelständischer Unternehmen. Zusätzlich zum Freiverkehr mit niedrigeren Anforderungen hat die Börse Stuttgart das Segment Freiverkehr Plus geschaffen, in dem die Regulierung für die Unternehmen geringer ist als im geregelten Markt, aber höher als im klassischen Freiverkehr.

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München

Börsenplätze: Börse München

(Bild: „Börse München Schriftzug“ | © Bayerische Börse AG)

Auch in München wurde mit m:access ein spezielles Marktsegment für mittelständische Unternehmen geschaffen. Wie an anderen Regionalbörsen überwachen Spezialisten den Handel. Ausnahme ist die oben erwähnte elektronische Handelsplattform gettex.

München wirbt damit, dass Aktien soweit möglich zu den Öffnungszeiten der Referenzmärkte gehandelt werden. Als Referenzmarkt gilt die Börse, an der der größte Umsatz erzielt wird, bei vielen US-Aktien beispielsweise die NASDAQ oder die New York Stock Exchange. Durch sind die Spreads, also die Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufskursen, geringer.

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Broker für Regionalbörsen: comdirect bank und onvista bank

Wer Mittelstandsaktien über eine der regionalen Börsenplätze in Hamburg, Berlin oder München handeln will, kann das bei den meisten großen Brokern tun, beispielsweise der comdirect bank. Der Vorteil: Anleger können dort auch ein Girokonto führen, Tagesgelder anlegen oder einen Teil ihres Vermögens von einem Robo Advisor verwalten lassen.

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Wer kein Wert auf das Angebot einer Direktbank legt, sondern einen spezialisierten Online-Broker bevorzugt, für den ist die onvista bank eine gute Alterative. Sie ist eine Marke der comdirect bank und gehört damit überwiegend zur Commerzbank, die Gebühren sind jedoch deutlich niedriger als bei der Muttergesellschaft.

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Außerbörslicher Handel

Der Handel über eine außerbörsliche Plattform hat den Nachteil, dass er weniger stark überwacht und reguliert ist, dafür ist er jedoch kostengünstiger.

Lang & Schwarz Exchange

Die Lang & Schwarz Exchange ist eine außerbörsliche Handelsplattform, kooperiert aber eng mit der Börse Hamburg. Durch wird ein gewisses Maß an Regulierung geboten.

Allerdings ist Lang & Schwarz an diesem Handelsplatz der einzige Marktmacher, was höhere Spreads zur Folge haben kann. Außerdem werden weniger Aktien oder ETFs angeboten als beispielsweise beim Xetra-Handel.

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Weitere Formen des Direkthandels

Allerdings ist die Handelsplattform Lang & Schwarz nicht die einzige Form des Direkthandels. Aktien lassen sich auch direkt bei einem Marketmaker wie der Commerzbank oder der Bader Bank kaufen. Oder aber beim Emittenten eines ETF oder Zertifikats.

Der Handel von Aktien direkt mit einem Marktmacher ist vor allem etwas für erfahrenere Anleger. Denn der Kauf über eine Börse ist transparenter und besser überwacht.

Anders sieht es oft aus, wenn Zertifikate oder ETFs direkt vom Emittenten gekauft werden. Dieser Kauf ist oft deutlich günstiger als wenn er über eine Börse abgewickelt wird, teilweise entfallen die Ordergebühren ganz.

Broker für Direkthandel: Targobank

Gut und übersichtlich funktioniert der Direkthandel bei der Targobank. Außerdem bietet die Bank parallel zum Online-Banking auch eine ganze Reihe von Filialen und deckt das komplette Spektrum an Bankdienstleistungen ab. Wer möchte, kann hier all seine Finanzgeschäfte unter einem Dach vereinen. Dazu gehört seit neuestem auch eine Online-Vermögensverwaltung.

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Ausländische Börsenplätze

Ausländische Aktien haben wir im Beitrag Ausländische Aktien handeln – was müssen Anleger wissen intensiver behandelt. Trotzdem sollen hier die wichtigsten Auslandsbörsen kurz dargestellt werden.

USA

US-Aktien haben im MSCI World, dem Aktienindex mit den wichtigsten Aktiengesellschaften der Industrieländer, ein Gewicht von mehr als 50 Prozent. Giganten wie Alphabet (Google), Amazon oder Apple haben hier ihren Sitz.

Die wichtigsten Handelsplätze sind die New York Stock Exchange und die NASDAQ, die beide ihren Sitz in New York haben.

Börsenplätze: Wall Street, New York City, USA

(Bild: Unsplash | © Sophie Backes)

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China und Ostasien

Chinesische Aktien werden nach wie vor ein immer bedeutender. Wichtigste Börsen Chinas sind Shenzhen und Shanghai. Allerdings können nicht alle Papiere einfach gekauft werden, einige stehen nur Inländern oder zugelassenen Investoren offen.

Traditionell bedeutend sind die Börse in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong sowie die japanische Börse in Tokio und die Börse in Singapur.

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Europäische Börsen und Handelsplätze in Kanada und Australien

Wichtigster Börsenplatz in Europa ist, noch vor Frankfurt, die Londoner Wertpapierbörse. Auch die Börsenplätze in Amsterdam, Paris, Mailand oder Madrid sind von großer Bedeutung.

Erwähnenswert sind noch die kanadische Börse in Toronto oder die australische in Sydney.

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Börsenplätze in Schwellenländern

Viele Chancen finden Anleger in Schwellenländern. Allerdings bieten nur wenige Broker Zugang zu diesen Märkten. Wertpapierbörsen wie die südafrikanische Börse in Johannesburg, die Bombay Stock Exchange in Mumbai oder die chilenische Börse in Santiago oder Chile sind nur bei wenigen Brokern im Angebot. Selbst der Handel mit türkischen Aktien über die Börse in Istanbul wird nur von wenigen Brokern angeboten.

„Exotische“ Märkte wie die traditionsreiche Casablanca Stock Exchange, die mit mehr als 140 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung gar nicht so unbedeutende Namibian Stock Exchange oder die Nigerian Stock Exchange lassen sich fast nirgendwo handeln.

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Broker für Auslandsbörsen: LYNX

Besonders groß ist das Angebot an Auslandsbörsen beim niederländischen Broker LYNX. Das verdankt das Unternehmen nicht zuletzt einer Kooperation mit dem US-Broker Interactive Brokers, einem der weltweit größten Anbieter in diesem Segment.

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Online-Vermögensverwaltung als Alternative

Wer sich mit der Auswahl von Aktien möglichst wenig beschäftigen will, kann als Alternative sein Geld auch verwalten lassen. Online-Vermögensverwalter bieten diese Option teilweise schon ab 500,- Euro für geringe Gebühren.

Sogenannte Robo Advisor suchen dabei ETFs, die günstig sind und eine breite Risikostreuung bieten. Auf Wunsch investieren sie auch einen Teil des Kapitals in Anleihen, teilweise auch in Gold.

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Fragen & Antworten zu Börsenplätzen

Seit wann gibt es Börsenhandel? 

Als erste Börse im heutigen Sinn wird meist der 1409 gegründete Handelsplatz in Brügge genannt. Die 1531 errichtete „Nieuwe Beurs“ (Neue Börse) in Antwerpen gilt als erstes Gebäude, das speziell für den Börsenhandel gebaut wurde. Die ersten deutschen Börsen entstanden 1540 in Nürnberg und Augsburg. 

Warum gibt es verschiedene Börsenplätze? 

Die unterschiedlichen Börsenplätze haben oft historischen Ursprung. In Zeiten ohne Internet - und am Beginn sogar ohne Telefon - hatten sie regionale Zuständigkeiten. Heute sorgen die verschiedenen Börsen für Wettbewerbe, sie unterscheiden sich in den Kosten und dem gebotenen Service. 

Was sind Börsenplätze? 

Börsen sind organisierte und geregelte Handelsplätze. Heute sind meistens Wertpapierbörsen gemeint, es gibt aber auch Warenbörsen wie die Kaffeebörsen oder die Strombörse in Leipzig. 

Wie viele Börsenplätze gibt es in Deutschland und welche sind das?

In Deutschland gibt es acht Börsenplätze für Wertpapiere, nämlich die traditionellen Handelsplätze in Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart und Berlin sowie die ebenfalls in Berlin ansässige Tradegate Exchange. Nicht mitgerechnet sind dabei an bestehende Börsen angebundene elektronische Handelssysteme wie Xetra, gettex oder Quotrix sowie außerbörsliche Handelsplätze wie die Lang & Schwarz Exchange in Hamburg. 

Was ist der Unterschied zwischen einer Börse und einem außerbörslichen Handelsplatz? 

Der Unterschied zwischen Börse und außerbörslichem Handelsplatz liegt vor allem in der Regulierung und der staatlichen Anerkennung als Börse. So war die Tradegate Exchange ursprünglich ein außerbörslicher Handelsplatz (und wird fälschlicherweise oft noch als solcher bezeichnet), ist aber bereits seit 2009 als Börse zugelassen. 

Fazit

Auch internationale Aktien handelt man am besten in Deutschland. Dafür bieten sich vor allem der Xetra-Handel sowie die Tradegate Exchange an. Bei einigen Brokern gibt es beim Kauf oder Verkauf über Tradegate besonders günstige Konditionen. Allerdings ist die Qualität der Preise wegen der höheren Umsätze bei Xetra meist besser.

Leseempfehlung: Nicht nur mit langfristigen Wertpapieranlagen oder Daytrading kann man an der Börse Geld verdienen: An der Börse arbeiten ist wohl der am wenigsten risikobehaftete Weg, auch wenn der Job einige Skills voraussetzt.

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