Leerverkauf von Aktien » 2020 von fallenden Kursen profitieren

Aktien Leerverkauf

Das Wichtigste in Kürze


Leerverkäufe sind seit vielen Jahren ein Punkt, an dem sich die Meinungen scheiden. Es handelt sich um den Verkauf von Wertpapieren, die sich zum Zeitpunkt des Verkaufs eigentlich gar nicht in Ihrem Besitz befinden und die deshalb geliehen sind. Der Vorgang wird ebenfalls gerne als Short Selling oder Shorting bezeichnet. Wir erklären Ihnen, was es mit Leerverkäufen auf sich hat, welcher Broker sich am besten eignet und wo Stärken und Schwächen liegen. Hier erfahren Sie alle wichtigen Eigenschaften und Details.

Die wichtigsten Fakten zu Leerverkäufen

Das Hauptziel von Leerverkäufen ist es, an fallenden Kursen zu verdienen. Um einen Leerverkauf erfolgreich durchzuführen, kommt es auf unterschiedliche Faktoren an. In erster Linie müssen die Instrumente zum Verkauf vorhanden sein, die Märkte eine ausreichende Liquidität aufweisen und der Kurs sich zu guter Letzt noch wie erhofft entwickeln.

Grundsätzlich kann ein Leerverkauf in verschiedenen Märkten durchgeführt werden, etwa bei Aktien, Devisen oder Rohstoffen. Eine wichtigste Frage für Sie als Privatanleger ist: Wann müssen Leerverkäufe zurückgekauft werden?

Wenn Sie bestimmte Werte short sellen möchten, unterliegen Sie einer Lieferverpflichtung. Das bedeutet, dass Sie zum Zeitpunkt der Erfüllung die entsprechenden Finanzinstrumente kaufen müssen, um Ihre vorherigen Leihe zu decken.

Hat sich der Kurs nun wie erwartet negativ entwickelt, ist der Vorteil für Sie offensichtlich: Sie erzielen einen Profit in Höhe der Differenz zwischen dem Leerverkaufswert und dem tatsächlichen Kaufpreis minus Leihgebühren. Problematisch wird es für Privatanleger dann, wenn die Kursentwicklung entgegen aller Erwartungen positiv abläuft. In diesem Fall müssen Sie überhöhte Preise für das Instrument zahlen. Nicht zuletzt deshalb raten viele Experten Privatanlegern von dieser höchst riskanten Anlageform ab.

Wann ist es nun überhaupt sinnvoll, als Privatanleger Leerverkäufe einzusetzen? Grundsätzlich ist das in drei Situationen der Fall.

  1. Sie spekulieren auf Preisrückgänge in der Zukunft.
  2. Sie sichern beispielsweise einen Terminkauf über einen Leerverkauf desselben Instruments ab (auch Hedging genannt).
  3. Sie nutzen Preisschwankungen zwischen dem Kassa- und Terminmarkt.

Wie Sie bereits an den Situationen 1 und 2 erkennen, kann es sich bei Short Sellings sowohl um ein Spekulations- als auch ein Sicherheitsobjekt handeln. Sie entscheiden selbst, welche Anwendung am besten in Ihr Anlagekonzept passt.

Leerverkäufe können Sie auf zwei Arten einsetzen. Einerseits besteht die traditionelle Variante, bei der Sie Aktien physisch besitzen und diese von anderen Nutzern leihen. Die andere Variante ist Short Selling mit CFDs. Die Contracts for Difference (Differenzkontrakte) lassen Sie mit etwas geringerem Risiko auf die Entwicklung von Kursen des gewählten Instruments spekulieren. Zudem besitzen Sie den Vorteil, dass Sie keine zusätzliche Gebühr zahlen müssen, um sich das Instrument zu leihen. Wie bei einem normalen CFD-Kauf zahlen Sie auch beim Verkauf nur den Spread bzw. die Kommission im Fall von Aktien.

 

eToro: Beste Option für Leerverkäufe

Die beste Option für Leerverkäufe ist unserer Erfahrung nach eToro. Es handelt sich um einen Broker, der ganz auf das Prinzip Social-Trading setzt. Wenn die Intelligenz der Masse Sie anspricht, könnten Sie hier von erfahrenen Tradern Tipps erhalten, mit denen Sie Ihre Leerverkäufe in Zukunft noch überlegter gestalten. Mehr zum Broker erfahren Sie in unseren detaillierten eToro Erfahrungsbericht.

 

So tätigen Sie bei eToro Leerverkäufe

Bei eToro tätigen Sie Leerverkäufe als Privatperson in CFD-Form. Der große Vorteil ist, dass Sie keinerlei Finanzierungsgebühren bezahlen müssen, um short zu gehen. Dazu können Sie Positionen mit deutlich geringerem Kapital eröffnen als auf dem traditionellen Aktienmarkt. Short Selling bei eToro führen Sie ganz einfach in Ihrem Konto durch. Navigieren Sie zu dem Instrument, das Sie short sellen möchten, zum Beispiel die ATUS-Aktie:

eToro Trade

Gehen Sie bei eToro auf einem beliebigen Markt short. (Quelle: eToro Website)

Klicken Sie auf den „V“-Button, um das oben abgebildete Fenster zu öffnen. Geben Sie Ihren gewünschten Anlagebetrag ein und fahren Sie mit den weiteren Einstellungen fort. Diese beinhalten unter anderem eine der wichtigsten Eigenschaften der CFD-Leerverkäufe: Stop-Loss. Mit dem hier eingegebenen Betrag können Sie sicherstellen, dass Ihre Verluste einen bestimmten Wert nicht unterschreiten, um eine finanzielle Schieflage zu vermeiden. Weiterhin sind Werte für Take Profit und der Hebel einstellbar.

 

Handelbare Instrumente

Bei eToro können Sie mit einer Vielzahl verschiedener Instrumente handeln. Die Auswahl sieht wie folgt aus:

  • Aktien
  • ETFs
  • Kryptowährungen
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Devisen

 

Bewertung

Einfacher als bei eToro können Sie nirgendwo Short Sellings in CFD-Form durchführen. Es handelt sich um einen regulierten, zuverlässigen und beliebten Broker, der Ihnen eine ausreichend große Auswahl an Instrumenten bietet, um das Social-Trading-System voll auszunutzen. Wenn auch Sie der Idee etwas abgewinnen können, sind Sie bei eToro perfekt aufgehoben.

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Interactive Brokers: Lange Erfahrung mit Leerverkäufen

Interactive Brokers wurde bereits 1997 gegründet und besitzt lange Erfahrung mit Leerverkäufen auf dem Aktienmarkt. Das Unternehmen stammt aus den USA und operiert in Mitteleuropa mit einer Luxemburger Lizenz. Für mehr Informationen zu Interactive Brokers schauen Sie sich einfach unseren Interactive Brokers Erfahrungsbericht an.

 

So führen Sie bei Interactive Brokers einen Leerverkauf durch

Interactive Brokers bietet als Besonderheit das „Short Stock Availability Tool“. Mit diesem können Sie als Kunde nach den Wertpapieren suchen, die sekundengenau zum Verkauf stehen. Mit dem Tool können Sie direkt Symbol, Börse, ISIN oder CUSIP eingeben, um das richtige Wertpapier zu finden. Dabei haben Sie den Vorteil, zusätzlich historische sowie indikative Zinssätze angezeigt zu bekommen. Loggen Sie sich einfach in Ihr Margin-Konto ein, um die aktuell zum Leerverkauf verfügbaren Instrumente zu sehen. Das Margin-Konto sorgt dafür, dass bei eventuellen Verlusten sichergestellt ist, dass Sie ausreichend Guthaben besitzen, um anfallende Schulden begleichen zu können.

 

Handelbare Instrumente

Bei Interactive Brokers können Sie Leerverkäufe von Aktien und Anleihen durchführen. Andere Instrumente sind aktuell nicht verfügbar.

 

Bewertung

Wenn Sie traditionelle Leerverkäufe mit erhöhtem Risiko und ohne Stop-Loss durchführen möchten, können Sie dies bei Interactive Brokers tun. Ein solcher Kauf ist allerdings mit einigen mehr Klicks verbunden, als es bei eToro der Fall ist. Dennoch ist IB ein zuverlässiges Unternehmen.

Jetzt direkt zu Interactive Brokers

 

Plus500: Günstige Option für das Short Selling

Wie eToro können Sie auch bei Plus500 über CFD Short Selling als Privatanleger betreiben. Es handelt sich um einen der größten Broker der Welt, der eine riesige Auswahl an CFD-Instrumenten zur Verfügung stellt. Alle wichtigen Details zum Anbieter erfahren Sie in unserem Plus500 Testbericht.

 

Short Selling bei Plus500

Im Grunde gehen Sie wie bei eToro vor, um einen CFD-Leerverkauf bei Plus500 durchzuführen. Wählen Sie nach dem Login aus der langen Liste an Instrumenten Ihr Wunschobjekt aus, zum Beispiel den Rohstoff Öl. Klicken Sie dann auf den Button „Verkaufen“ und geben Sie wie unten abgebildet Ihren gewünschten Betrag ein. Für eine Extra-Gebühr können Sie noch einen garantierten Stopp hinzufügen.

Plus500 Trade

Bei Plus500 können Sie zum Beispiel Rohöl shorten. (Quelle: Plus500 Website)

 

Handelbare Instrumente

Bei Plus500 haben Sie eine große Auswahl an Instrumenten, die Sie short sellen können. Sie umfassen folgende:

  • Rohstoffe
  • Indizes
  • Kryptowährungen
  • Forex
  • Aktien
  • ETFs
  • Optionen

 

Bewertung

Plus500 ist vor allem deshalb so beliebt, weil die Auswahl riesig ist. Praktisch jeder Kunde sollte hier genau das finden, wonach er gerade sucht. Dazu sorgt der garantierte Stopp für zusätzliche Sicherheit, wenn Sie skeptisch ob Ihrer Handelsentscheidung bleiben. Plus500 hat weltweit einen guten Ruf und möchte diesen nicht mit unseriösem Auftreten verlieren, weshalb Sie dem Broker vertrauen können.

Short Selling bei Plus500

Wichtiger Hinweis: 80.5% der CFD-Kleinanlegerkonten verlieren Geld.

 

LYNX: Vielzahl an Börsen für Leerverkäufe zur Verfügung

Auch bei LYNX ist es möglich, Leerverkäufe durchzuführen. Es handelt sich um eine Tochter von Interactive Brokers, die auf die Expertise des Mutterkonzerns aufbaut und viel Wert auf Kundeninformation zu sämtlichen Thematiken am Finanzmarkt legt. Unsere LYNX Erfahrungen haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

 

Leerverkäufe bei LYNX

Um Aktien bei LYNX zu shorten, benötigen Sie ebenfalls ein Margin-Depot. Über den folgenden Pfad können Sie auf der Handelsplattform die zum Leerverkauf bereitstehenden Instrumente sehen:

Bearbeiten > Globale Konfiguration > Trading-Tools > Portfolioanzeige > Kursmonitor > Kontraktbeschreibung > Leer verkaufbar

Nun werden Ihnen sämtliche verfügbaren Instrumente in drei Farben angezeigt. Hellgrün bedeutet zum Leerverkauf verfügbar, dunkelgrün bedeutet zwar erlaubt, aber aktuell nicht verfügbar, während rot einen Leerverkauf ausschließt. So sieht es schließlich auf der Website aus:

LYNX Übersicht Farbcodes

Beispiele für die unterschiedlichen Farbcodes auf der LYNX-Handelsplattform. (Quelle: LYNX Website)

 

Handelbare Instrumente

Bei LYNX ist es möglich, mit Aktien Leerverkäufe durchzuführen. Dafür fallen an dieser Stelle entsprechende Gebühren an, die Ihnen übersichtlich dargestellt werden.

 

Bewertung

Der traditionelle Leerverkauf bei LYNX ermöglicht Ihnen den gedeckten Handel. Das bedeutet, dass Sie nur dann eine Aktie leihen können, wenn der Besitzer dieser Aktie bereit dazu ist, Sie Ihnen zu leihen. Als Tochter von Interactive Brokers handelt es sich um einen sehr seriösen und beliebten Anbieter. Möchten Sie allerdings andere Leerverkäufe als Aktien tätigen, müssen Sie sich auf einer anderen Plattform registrieren.

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IG: Seriöser Anbieter für Ihren Handel

Rund 180.000 Kunden weltweit sprechen für IG, das bereits 1974 gegründet wurde und seitdem immer weiter wuchs. IG bietet Ihnen auf einfache Art und Weise die Leerverkäufe über den CFD-Handel an und erklärt Ihnen sämtliche Grundlagen in der eigenen Website-Akademie.Alles wichtige zu diesem Anbieter haben wir zudem in unserm IG Erfahrungsbericht zusammengefasst.

 

Wie funktionieren Leerverkäufe bei IG?

Loggen Sie sich einfach in Ihr CFD-Konto ein, um Leerverkäufe bei IG durchzuführen. Dies ist im Grunde so einfach wie bei eToro und Plus500. Geben Sie einfach „Verkauf“und die Anzahl der gewünschten Kontrakte beim Instrument Ihrer Wahl an. Sie haben die Möglichkeit, einen Stop hinzuzufügen, was empfehlenswert ist. Den Rahmenbedingungen entsprechend sind die Handelsgebühren auch hier sehr gering.

 

Handelbare Instrumente

Bei IG haben Sie eine große Auswahl an Instrumenten, die Sie shorten können. Diese umfassen die folgenden:


• Indizes
• Forex
• Kryptowährungen
• Aktien
• Rohstoffe
• Anleihen
• ETFs

 

Bewertung

IG ist ein guter Anbieter, um Ihren CFD-Handel durchzuführen. Viele Trader in Deutschland vertrauen dem international tätigen Broker und nutzen die Services rund um Short Selling. IG punktet mit niedrigen Gebühren und viel Grundsatzwissen in der IG Academy.

Jetzt bei IG anmelden

 

Stärken und Schwächen: Leerverkäufe in der SWOT-Analyse

Leerverkäufe werden nicht von allen Anlegern und Experten positiv eingeschätzt. Somit gibt es einige positive und negative Seiten, die Sie im Vergleich bedenken sollten. Um diesen detailliert auf den Grund zu gehen, haben wir eine SWOT-Analyse angestellt.

 

Stärken und Chancen: Preisunterschiede können voll ausgenutzt werden

Ein klarer Pluspunkt der Leerverkäufe ist deren großes Potenzial. Dieses liegt vor allem in Kursen, die bei entsprechender Entwicklung für hohen Profit sorgen können. Am besten sind sinnvolle Leerverkäufe an einem Beispiel erklärbar.

Gehen wir von einem Unternehmen aus, dessen Aktien 100 Euro wert sind. Sie denken aufgrund erwartbarer negativer Quartalsergebnisse allerdings, dass der Wert sinken wird. Nun bietet es sich an, die betroffenen Aktien zu shorten. Sie können jetzt 50 Aktien des Unternehmens bei einem Broker leihen. Nun sinkt der Wert tatsächlich um 20 Euro. Sie kaufen die 50 Aktien nun für 80 Euro zurück und ermitteln die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis. Diese beträgt 20 Euro x 50 = 1.000 Euro. Hierbei handelt es sich um den Gewinn des Händlers, von dem noch die Gebühren abzuziehen sind.

Wann auch immer sich die Kurse also nach unten bewegen, können Sie davon mit einem zeitlich gut abgepassten Leerverkauf profitieren. Sollten die meisten anderen Händler ihre Leerverkäufe allerdings bereits durchgeführt haben, können Sie so auch viel Geld verlieren, da Sie nicht schnell genug reagierten.

Ungedeckte Leerverkäufe, bei denen die Wertpapiere nicht einmal geliehen sind, sich aber dennoch in Ihrem Besitz befinden, sind in Deutschland von der BaFin nach geltendem europäischen Recht verboten. Doch gedeckte Leerverkäufe sind bei den oben genannten und von uns vorgestellten Anbietern problemlos möglich. Damit haben Sie auch hierzulande alle Möglichkeiten, erfolgreich mit Leerverkäufen zu handeln. Sie müssen dafür lediglich noch die Kursentwicklungen korrekt vorhersagen.

 

Schwächen und Risiken: Erhöhtes Risiko durch Lieferverpflichtung

Wenn Sie einen Leerverkauf als Privatanleger durchführen, haben Sie eine Lieferverpflichtung. Das bedeutet, dass Sie meist zwei bis drei Tage nach dem Ende der Leihe die Wertpapiere an die Person zurückliefern müssen, die sie Ihnen zuvor geliehen hat. Sind die benötigten Wertpapiere zu diesem Zeitpunkt gerade nicht verfügbar, haben Sie ein Problem in Form von Schadensersatzforderungen. Diese kann die leihende Person Ihnen gegenüber geltend machen, sodass sich Versicherungen gegen genau solche Risiken etabliert haben. Ob diese Versicherungen sich für Sie lohnen, müssen Sie angesichts des Risikos im Einzelfall selbst entscheiden.

Ein weiteres wichtiges Risiko besteht darin, dass Sie stets abhängig von der Marktliquidität sind. Wenn bei Ihrem gewünschten Instrument keine ausreichende Liquidität vorhanden ist, können Sie nicht garantieren, das Instrument kaufen zu können. Auf der anderen Seite tragen Leerverkäufe selbst allerdings auch zur Liquidität der Märkte bei. Eine Aktie ist dann liquide, wenn Sie an der Börse von möglichst vielen Menschen gehandelt wird.

Der Effekt ist einfach: Je höher die Liquidität, desto weniger Einfluss besitzen große Verkäufe von Wertpapieren auf den Kurs. Entsprechend lassen sich diese Instrumente während der Handelszeiten praktisch jederzeit kaufen und verkaufen, was für Leerverkäufe entscheidend ist. Deshalb kritisieren Experten gerne die Forderung nach der Illegalität der Handelsform Short Selling.

Eine der größten Gefahren für den Leerverkäufer ist der Short Squeeze. Beim Short Squeeze handelt es sich um eine Marktsituation, bei der Deckungskäufe durch sogenannte Leerverkäufer, auch „Short Seller“ genannt, einen Kurs verstärkt nach oben treiben.

Ein Leerverkäufer, der eigentlich fallende Kurse erwartet, muss das steigende Anlagepapier wieder in sein Portfolio aufnehmen, um Verluste seiner Aktien Short zu begrenzen. Steigt der Kurs stetig, kommt es zwangsläufig zur Zunahme von Deckungskäufen. Auftreten kann ein Short Squeeze nur in einer Situation, wo Leerverkäufer in nennenswertem Umfang in dem Wertpapier engagiert sind.

Privatanleger können Opfer einer Short Attacke, einer Form von Manipulation des Wertpapiermarktes, werden. Hedgefonds wetten regelmäßig auf fallende Kurse einzelner Unternehmen. Der eigentliche Schaden für den Privatanleger entsteht dann, wenn in Panik reale Verkäufe erfolgen.

 

Fazit zur SWOT-Analyse

Leerverkäufe sind ein interessantes Konzept, das sowohl Vor- und Nachteile mit sich bringt. Während die Märkte aus Liquiditätsgründen auf sie angewiesen sind, müssen Sie sich auch der Risiken bewusst sein. Positiv verlaufende Kurse sorgen für große Verluste, wie es auch fehlende Liquidität tun kann. Auf der anderen Seite zeigt das Beispiel oben, wie schnell Sie auch erfolgreich handeln können.

 

Welche Zeichen sollten für einen Leerverkauf beachtet werden?

Im Fall von Aktien sind Krisen das beste Mittel, um Leerverkäufe anzustoßen. Wer beim Bundesanzeiger nach Leerverkäufen sucht, wird dort aktuell zum Beispiel immer wieder Wirecard finden. Das Unternehmen musste nach dem Beginn der Krise schließlich Ende Juni 2020 Insolvenz anmelden. Andere Aktien folgten in den letzten Jahren dem gleichen Beispiel, etwa Volkswagen im Dieselskandal. Viele Anleger profitierten in beiden Fällen von drastisch fallenden Kursen nach Bekanntwerden der Probleme.

Es muss allerdings nicht immer ein umfangreicher Skandal sein, der Leerverkäufe zu einem sinnvollen Instrument macht. Auch einfache geringer als erwartet ausfallende Quartalsergebnisse können bei Anlegern an der Börse ebenfalls einen Effekt hervorrufen, bei dem Sie mit Leerverkäufen Vorteile erzielen. Natürlich können auch globale Krisen wie zuletzt Corona einen entscheidenden Einfluss auf die Kurse ausüben.

 

Fragen und Antworten

Was sind Leerverkäufe an der Börse?

Leerverkauf (englisch Short Selling) ist eine Handelsmethode, wobei der Anleger (Leerverkäufer) von fallenden Kursen einer Unternehmensaktie ausgeht. Im Rahmen der Spekulation wird ein Aktientitel zunächst verkauft und später erneut gekauft. Als Kaufzeritpunkt wenn der „perfekte“, sinkende Kurs sich ergibt, wiedergekauft.

Für Leerverkäufe werden synonym Short Selling, Shorting und Leerverkauf von Aktien verwendet.

Was ist eine Short Position?

Wenn Händler an den Börsen Short zu gehen, verkaufen sie eine bestimmte Anlageklasse, wobei sie von einem Wertverlust des Markt ausgehen. Das Gegenteil einer Short Position an den Märkten ist die Long Position.

Welche Aktien sollte ich am ehesten shorten?

Die beste Wahl sind grundsätzlich Aktien mit hoher Liquidität auf der ausgewählten Handelsplattform. Nur so können Sie als Händler und Shortseller sicherstellen, Ihren Verpflichtungen nachkommen zu können.

Wer trägt den Verlust bei Leerverkäufen?

Wenn sich der Kurs nicht wie von Ihnen erwartet entwickelt, tragen Sie dafür sämtliche Verantwortung. Im oben genannten Beispiel müssten Sie statt 1.000 Euro Profit mit 1.000 Euro Verlusten rechnen.

Warum sollte ich ein Stop setzen?

Das Verlustpotential beim Short Selling ist unbegrenzt hoch. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie sich bei CFD-Short-Sellings mit einem Stop-Orderzusatz absichern. So halten Sie mögliche Verluste in Ihrem persönlich akzeptablen Rahmen.

 

Fazit

  • Leerverkäufe sind ein spannendes, aber auch hoch riskantes Mittel, auf dem Finanzmarkt erfolgreich zu handeln. Sie bieten die Chance, hohen Profit zu erzielen, wenn sich die Kurse wie erwartet entwickeln. Ist dies allerdings nicht der Fall, drohen Ihnen unbegrenzte Verluste. Um sich dagegen zu schützen, empfehlen sich Stop-Loss-Einstellungen. Seien Sie auf jeden Fall vorsichtig, ehe Sie als Privatanleger einen Leerverkauf auf Aktien oder andere Basiswerte abschließen und tun Sie dies nur, wenn Sie angesichts der Nachrichtenlage sicher sind, dass ein Short Sale tatsächlich Sinn ergibt. In CFD-Form sind Leerverkäufe am leichtesten bei eToro möglich. Hier können Sie am einfachsten ein Stop-Loss hinzufügen.