Leerverkauf von Aktien » 2018 von fallenden Kursen profitieren

Leerverkauf von Aktien » 2018 von fallenden Kursen profitieren

Aktien Leerverkauf

Ein Leerverkauf von Aktien ist der Verkauf eines Vermögenswerts, der eigentlich nicht im Besitz des Verkäufers ist. Der Vermögenswert in der Hoffnung verkauft, dass der Preis sinkt und er bald zu einem niedrigeren Preis zurückgekauft werden kann. Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem niedrigeren neuen Preis, zu dem man den Vermögenswert zurückgekauft hat, ist der Gewinn für den Anleger. Dies ist nicht nur bei Aktien, sondern auch bei Devisen und anderen Finanzinstrumenten möglich.

Um einen Leerverkauf von Aktien durchzuführen, wird die Aktie von einem Dritten geliehen. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Makler. Die Aktie wird nach dem Leihen verkauft. Das Leihen geschieht praktisch im Hintergrund, sobald ein Leerverkauf-Auftrag platziert wird. Um seiner Lieferverpflichtung aber nachzukommen, muss der Verkäufer zum Erfüllungszeitpunkt über die Ware oder das Finanzinstrument verfügen.

Bei Leerverkäufen von Aktien verkauft der Verkäufer Aktien, die er eigentlich nicht in seinem Besitz hat. Er hofft, dass der Preis sinkt und er ihn zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen kann. Dabei leiht sich der Verkäufer die Aktie in der Regel von einem Dritten.

Gewinne und Verluste aus Leerverkäufen

Der Leerverkauf einer Aktie ist immer mit Risiken verbunden. Der Anleger kann einen Gewinn oder einen Verlust erzielen.

Zunächst ein Beispiel, wie man mit einem Leerverkauf einen Gewinn erzielen kann:

Eine Aktie wird derzeit für 21,24 Dollar pro Stück gehandelt. Ein Anleger entscheidet sich dafür, 1000 dieser Aktien leer zu verkaufen. Der Gesamtwert beträgt also 21.240 Dollar. Kurz darauf sinkt der Aktienkurs aber, beispielsweise aufgrund enttäuschender Gewinne des ausgebenden Unternehmens. Der Kurs beträgt nur noch 20,74 Dollar. Der Anleger könnte jetzt 1000 Aktien für 20,740 Dollar kaufen. Der Anleger entscheidet sich, die Aktien an den Verleiher zurückzugeben. Dieser nimmt dieselbe Anzahl an Aktien zurück. Allerdings ist der Wert der Aktie gesunken. Der Anleger erhält dann die Differenz zwischen dem Preis, zu dem man die Aktien geliehen hat und den Preis, den man bezahlt hat, um die Aktien zurückzukaufen. Der Anleger macht in diesem Fall also einen Gewinn von 500 Euro. Mögliche Leihgebühren werden davon allerdings abgezogen.

Eine Beispielrechnung für einen Verlust könnte wie folgt aussehen: Der Wert einer Aktie liegt derzeit bei 1,50 Dollar pro Stück. Ein Anleger entscheidet sich, 2.000 Stück davon zu einem Gesamtwert von 3.000 Dollar leer zu verkaufen. Nun steigt aber der Aktienkurs auf 1,65 Dollar pro Stück. Damit ist der Anleger in der Pflicht, dieselbe Anzahl an Aktien an den Verleiher zurückzugeben. In diesem Fall liegt der Verlust des Anlegers bei 300 Dollar, also die Differenz zwischen dem Preis, zu dem er die geliehenen Aktien verkauft hat und dem höheren Preis, den er bezahlen musste, um die Aktien zurückzukaufen.

Der Leerverkauf von Aktien kann je nach Kursentwicklung mit Gewinnen oder Verlusten enden. Der Anleger hofft, die Differenz zwischen dem Preis, zu dem er sich die Aktien geliehen hat und dem Preis, zu dem er die Aktien zurückkauft, als Gewinn zu erzielen.

Gründe für einen Leerverkauf von Aktien

Mit Leerverkäufen können Anleger auf steigenden und fallenden Märkten handeln. Ein Grund kann es sein, dass der Anleger von einem Baissemarkt profitieren will. In diesem Fall hat der Anleger die Gelegenheit, zu spekulieren, wenn er der Meinung ist, dass der Wert eines Marktes fällt. Das Portfolio des Anlegers kann somit auch auf einem Baissemarkt an Wert gewinnen. Ohne Leerverkäufe ist es schwer, auf einem Markt mit negativem Trend einen Gewinn zu erzielen.

Leerverkäufer halten oft gezielt Ausschau nach Unternehmen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden oder von denen bestimmte wirtschaftliche Ereignisse bekannt geworden sind. Die Anleger versuchen dann von diesen Marktschwankungen zu profitieren und einen Gewinn zu erzielen, sobald der Preis fällt.

Märkte Consors

Die Consorsbank bietet explizit den Handel mit Leerverkäufen an

Leerverkäufe von Aktien können aber auch dazu dienen, eine andere Anlage oder ein anderes Portfolio abzusichern. Eine Long-Position kann auf diesem Weg mit einer Short-Position abgesichert werden. Dieses Verfahren wird Hedging genannt. Der Vorteil dieses Verfahrens ist es, das Risiko des Portfolios zu minimieren. Im Gegensatz zu einer Spekulation ist das Ziel, das Risiko zu minimieren anstatt zu erhöhen.

Mit Leerverkäufen kann man an steigenden oder fallenden Märkten handeln. Oft wird ein Leerverkauf aber auch getätigt, um eine andere Anlage abzusichern.

Beschränkung von Leerverkäufen

Bei einem Leerverkauf von Aktien müssen gewisse Regeln und Beschränkungen beachtet werden. Wer sich für Leerverkäufe entscheidet, sollte sich zunächst mit diesen Regelungen vertraut machen. Theoretisch ist die Höhe des Verlustes bei Leerverkäufen unbeschränkt. Bei einer Long-Position ist der maximale Verlust erreicht, wenn der Wert der Anlage gegen Null geht. Wenn ein Anleger eine Aktie aber leer verkauft, kann der Preis theoretisch unendlich steigen. Ein Stop-Loss kann den persönlichen Verlust eingrenzen.

Darüber hinaus gibt es Umstände, unter denen kein Leerverkauf möglich ist. Die Aktie wird dann von Regulatoren aus wirtschaftlichen Gründen als unverleihbar gekennzeichnet. Ein Grund dafür kann sein, dass die Gefahr besteht, dass zu viele Anleger Aktien aus einem bestimmten Bereich leer verkaufen würden. Wenn dies beispielsweise den Bankensektor betreffen würde, könnte das öffentliche Vertrauen darunter leiden. Darüber hinaus sind Aktien nicht verleihbar, wenn sie gerade niemand verleihen möchte.

Eine Aktie kann nur dann als Leerverkauf verkauft werden, wenn es auch jemanden gibt, der sie verleihen möchte. Zudem kann eine Aktie aus wirtschaftlichen Gründen als unverleihbar gekennzeichnet sein.

Leerverkäufer und Verleiher

Private Investoren tätigen Leerverkäufe über einen Makler. Damit kann man sich vor Verlusten bei anderen Positionen absichern oder auf einen fallenden Kurs spekulieren. Größere Investoren nutzen Leerverkäufe oft als Teil ihrer Handelsstrategie. Darüber hinaus sind Hedgefonds Marktteilnehmer. Für deren Manager sind Leerverkäufe von Aktien ein wichtiges Instrument zu Absicherung.

Für einen Leerverkauf von Aktien ist die Grundvoraussetzung, dass es jemanden gibt, der die Aktien hält und verleihen möchte. Ein Aktionär kann dies tun und für das Verleihen eine Gebühr verlangen. Bei Pensions- oder Rentenfonds erhalten sie so zusätzliche Gewinne. Darüber hinaus wird durch das Verleihen von Aktien der Markt liquider.

Leerverkäufe können als Spekulation oder als Absicherungsgeschäft (Hedgegeschäft) genutzt werden. Am Kassamarkt können bestimmte Termingeschäfte nur mit Leerverkäufen abgesichert werden. Daher spielen Leerverkäufe eine wichtige Rolle bei der Preisbildung an den Terminmärkten.

Der Leerverkäufer hat immer das Risiko, dass er aufgrund mangelnder Verfügbarkeit des leer verkauften Werts nur zu einem höheren Preis oder gar nicht liefern kann. Der Käufer hat das Recht, falls der Verkäufer nicht liefert, vom Vertrag zurückzutreten und Schadenersatz zu fordern. Wenn es nach dem Leerverkauf einer Aktie zu einem Kursanstieg kommt, kann ein Engpass entstehen. Viele Leerverkäufer wollen gleichzeitig ihre Short-Postiton glattstellen und damit ihre Verluste begrenzen. Dies führt dazu, dass der Kurs noch weiter ansteigt, was wiederum zu noch höheren Verlusten für die Leerverkäufer führt.

Um einen Leerverkauf tätigen zu können, muss ein Aktionär seine Aktie verleihen. Privatanleger können einen Leerverkauf dann über einen Makler tätigen.

Leerverkauf von Aktien als Kassa- oder Termingeschäft

Bei Leerverkäufen von Aktien kann es sich um ein Kassageschäft oder ein Termingeschäft handeln. Wenn ein Leerverkauf als Kassageschäft getätigt wird, sind Abschluss und Abwicklung identisch zum normalen Verkauf. Damit muss der Leerverkäufer die verkaufte Aktie innerhalb der am Markt üblichen Fristen liefern. Je nach Markt sind dies in der Regel zwei bis drei Geschäftstage. Das bedeutet für den Leerverkäufer, dass er pünktlich in den Besitz der leer verkaufte Aktie kommen muss. Im Normalfall erfolgt dies durch eine Wertpapierleihe oder ein Wertpapierpensionsgeschäft.

Bei einer Wertpapierleihe wird der Leerverkäufer juristisch gesehen der Eigentümer des eigentlich geliehenen Wertpapiers. Allerdings kommt es bei einem Leerverkauf von Aktien nicht auf die frage an, wer Besitzer des Wertpapiers ist. Im Vordergrund steht die wirtschaftliche Perspektive. Die Frage, ob eine Shortposition entsteht – also ob der Verkäufer von einem Preisrückgang profitiert -, ist entscheidend.

Später muss der Leerverkäufer die Aktie zurückkaufen. Wenn der Wert zu diesem Zeitpunkt gefallen ist, zahlt der Verkäufer einen geringeren Preis als beim Verkauf. Er macht also Gewinn. Wenn der Preis dagegen gestiegen ist, muss der Leerverkäufer einen Verlust hinnehmen.

Wenn es sich bei dem Leerverkauf um ein Termingeschäft handelt, muss die Ware erst in der Zukunft geliefert werden. Der Leerverkäufer hat die Option, den Terminkauf vor dem Verfallstermin vorzunehmen und damit den Leerverkauf glattzustellen. Er kann aber auch vor dem Fälligkeitstermin den Basiswert kaufen und bei Fälligkeit liefern. Die Chancen auf Gewinne und Verluste sind dieselben wie beim Kassageschäft. Wenn der Leerverkauf als Termingeschäft getätig wird, entsteht eine Short-Position. Dies ist unabhängig von der Frage, ob der Verkäufer im Besitz des Basiswerts ist oder leer verkauft.

Leerverkäufe von Aktien sind an der Börse als Kassa- oder Termingeschäft möglich. Ein Kassageschäft läuft in diesem Fall genau wie ein normales Geschäft an der Börse ab. Bei einem Termingeschäft muss die Ware erst zu einem späteren Zeitpunkt geliefert werden.

Gedeckte und ungedeckte Leerverkäufe

Bei gedeckten Leerverkäufen leiht sich der Leerverkäufer die Aktie für eine gewisse Zeit, um sie am Markt zu verkaufen. Bei ungedeckten Leerverkäufen ist der Verkäufer weder im Besitz der Aktie, noch hat er sie geliehen. Ungedeckte Leerverkäufe sind möglich, in Deutschland aber verboten.

Ein ungedeckter Leerverkauf (englisch Naked Short Selling) bedeutet, dass der Leerverkäufer zum Verkaufszeitpunkt (noch) nicht der Eigentümer der Aktie ist. Laut einer enger gefassten Definition, die unter anderem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anwendet, tritt ein ungedeckter Leerverkauf ein, wenn der Verkäufer weder Eigentümer des Wertpapiers ist noch einen Anspruch auf Eigentumsübertrag hat.

Falls auf dem deutschen Markt seitens des Käufers ein Lieferverzug eintritt, spricht wenn der Verkäufer nicht innerhalb von zwei Geschäftstagen liefern kann, kann nach weiteren ein bis zwei Geschäftstagen eine Zwangsregulierung durchgeführt werden. Am Euromarkt beträgt die Lieferfrist drei Geschäftstage und nach zwei Geschäftstagen kann mit einer Zwangsregulierung gedroht werden, die aber erst nach weiteren fünf Geschäftstagen durchgeführt werden darf.

Bei einem gedeckten Leerverkauf ist der Verkäufer für eine gewisse Zeit im Besitz der Aktie. Ungedeckte Leerverkäufe sind in Deutschland verboten, da der Verkäufer die Aktie auch nicht vorübergehend in seinem Eigentum hat.

Fazit:

Bei einem Leerverkauf wird ein Vermögenswert verkauft, den der Verkäufer eigentlich nicht in seinem Besitz hat. Er leiht sich die Aktie, in der Hoffnung, das der Preis sinkt und er sie zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen kann. Es ist möglich, mit einem Leerverkauf von steigenden und fallenden Kurse zu profitieren. Leerverkäufe von Aktien sind allerdings an bestimmte Regeln gebunden. Zunächst muss ein Aktionär vorhanden sein, der seine Aktie verleihen möchte. Manche Aktien sind aus wirtschaftlichen Gründen unverleihbar. Zudem ist ein ungedeckter Leerverkauf in Deutschland verboten. Leerverkäufe werden nicht nur getätigt, um zu spekulieren, sondern können auch zur Absicherung anderer Finanzgeschäfte nützlich sein.

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