Die besten Silber ETFs – ein Überblick

Das Wichtigste in Kürze
Silber hat nicht den gleichen Ruf wie Gold. Trotzdem kann das Edelmetall ein interessantes Anlageprodukt sein, vor allem zur Absicherung eines Aktiendepots. Denn oft steigt der Kurs, wenn es an den Wertpapierbörsen bergab geht. Wegen seiner Preisschwankungen ist Silber aber auch interessant für Spekulanten, zumal die Preise seit 2011 stark gefallen sind.


Vor- und Nachteile von Silber

Viele Währungen gründeten lange Zeit nicht auf Gold, sondern auf Silber. Währungsnamen wie Mark oder Pfund leiten sich davon ab, dass ihre Münzen eben jenes Gewicht hatten, wobei eine Mark ein halbes Pfund war. Auch der Taler, aus dem später der Dollar wurde, war eine Silbermünze. Einiges spricht deshalb für die Investition in Silber. Wie Gold ist Silber also ein traditionelles Zahlungsmittel und deshalb nach wie vor eine “Krisenwährung“. Denn der Rohstoff entwickelt sich, wie Gold, meist antizyklisch zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation.

Während der Weltfinanzkrise ab 2008 explodierte der Silberkurs geradezu, während die Aktienkurse einbrachen. Allerdings ging der Kurs ab 2011 auch wieder deutlich zurück, ebenso wie der Preis von Gold. Der Kursverfall beim Silber war sogar noch deutlicher als beim Gold. Betrachtet man die Kursentwicklung seit 1968 fällt auf, dass der Silberpreis weniger stark gestiegen ist als der von Gold. Ein erstes Rekordhoch erreichte der Silberpreis Anfang der 1980er Jahre mit mehr als 40 US-Dollar je Unze, als arabische und US-amerikanische Spekulanten versuchten den Silbermarkt aufzuschwänzen. Sie kauften große Mengen Silber um und eine künstliche Knappheit herbei zu führen und den Preis so in die Höhe zu treiben. Nach dem Scheitern des Versuchs fiel der Silberpreis rasant und erreicht in den 1990er Jahren mit weniger als fünf Dollar ein Zwischentief. Wirklich aufwärts ging es aber erst ab 2001 – und dann mit der Finanzkrise.

Insgesamt stieg der Silberpreis von 1968 an im Schnitt um 4,3 Prozent pro Jahr, gegenüber 7,1 Prozent beim Gold. Allerdings ging es vor allem in den 1970er Jahren bergauf, aber wer vor 2007 und nicht während Silber-Hausse Ende der 1970er Jahre eingestiegen ist, hat fast immer einen Gewinn gemacht.

Trotzdem eignet sich Silber nur eingeschränkt für eine Geldanlage, die über die reine Absicherung des Depots hinaus geht. Silber bringt keine Zinsen und der Kurs ist kaum vorherzusagen. Es gilt auch hier, was Warren Buffett einst über Gold sagt: Man holt Silber für viel Geld aus der Erde um es dann wieder in Tresoren zu “vergraben”. Die Lagerung von physischem Silber, beispielsweise Barren, kostet zusätzlich Geld.

Zertifikate, die den Kurs mithilfe von Futures und Optionen abbilden, müssen außerdem mit Contango und Rollkosten klarkommen. Ist ein Preisanstieg beim Silber absehbar, beispielsweise wegen rückläufiger Förderung oder höherer Nachfrage aus der Industrie, wird der Preis für Silberfutures über dem aktuellen Marktpreis liegen. Diese Situation nennt man Contango. Außerdem werden Futures irgendwann fällig. Dann müssen neue gekauft werden, wodurch einmal Gebühren entstehen und außerdem ein weiteres Mal eine Contango-Situation zu Buche schlagen kann.

Hier die Vor- und Nachteile noch einmal zusammengefasst:

  • Krisenwährung,
  • gute Entwicklung in den vergangenen 50 Jahren,

jedoch

  • keine Zinsen,
  • Preisanstieg vor allem in den 1970ern,
  • Kosten durch Lagerung oder Rollkosten.

Zwei Silber ETFs mit physischer Hinterlegung

Die naheliegendste Möglichkeit Silber zu erwerben ist der Kauf von Münzen. Die aber wollen sicher gelagert sein. Eine Alternative ist der Kauf eines ETFs. Allerdings gibt es in der Europäischen Union nur wenige “echte” Silber-ETFs. Denn nach einer EWG-Richtlinie (Richtlinie der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, Vorgänger der EG und der EU) dürfen Fonds nicht mehr als 20 Prozent in ein Anlagegut investieren.

Als Alternative bieten sich ETCs an, Exchange Traded Commodities, also börsengehandelte Rohstoffe. Im Unterschied zu einem echten Silber ETF handelt es sich dabei um ein Zertifikat und nicht um ein Sondervermögen. Allerdings werden sie im Regelfall nicht von Banken, sondern von speziellen Emissionshäusern herausgegeben. Das soll das Risiko senken, dass das Unternehmen, beispielsweise durch Kreditausfälle, insolvent wird. Außerdem sind die ETCs besichert, womit eine ähnliche Sicherheit wie bei ETFs garantiert werden soll.

Wer einen echten ETF wünscht, findet aber auch den in unserer Liste. Weil er in der Schweiz aufgelegt wurde, fällt er nicht unter die EU-Richtlinien.

ZKB-Silber-ETF – ISIN: CH0183135992, WKN: A1JXTG

Wie die Abkürzung ZKB schon andeutet, wird der ETF von der Zürcher Kantonalbank herausgegeben. Es handelt sich dabei um eine öffentlich-rechtliche Bank, vergleichbar den deutschen Landesbanken. Wobei die Schweizer Kantonalbanken die Finanzkrise meist besser meisterten als ihre deutschen Schwestern und Brüder.

ETF Schweiz

In der Schweiz sind reine Silber-ETFs erlaubt.

Die Gebühren liegen mit 0,60 Prozent vergleichsweise niedrig, wenn man bedenkt, dass der ETF das hinterlegte Silber tatsächlich in Form von Barren lagern und versichern muss. Allerdings muss der Fonds über die Börse in Zürich gekauft werden. Je nach Broker können dafür hohe Gebühren anfallen.

db Physical Silver ETC (EUR) – ISIN: DE000A1E0HS6, WKN: A1E0HS

Der ETC mit der WKN A1E0HS wird dagegen in Deutschland an den Börsen gehandelt. Er wird von der überwiegend zur Deutschen Bank gehörenden Deutsche Asset Management herausgegeben. Mit einer Gesamtkostenquote von 0,40 Prozent ist er noch etwas günstiger als der Schweizer ETF. Das Fondsdomizil liegt auch hier außerhalb der Europäischen Union, da der ETC nicht konform mit den europäischen UCITS-Regeln geht. Domizil ist die Kanalinsel Jersey, die als autonomer Kronbesitz zwar zum Reich der britischen Königin gehört, aber nicht zum Vereinigten Königreich.

Alternative zum Silber-ETF: Silberminen

Die Alternative sind, ähnlich wie bei Gold, Edelsteinen oder Öl, Aktien von Fördergesellschaften, konkret Silberminen-ETFs. Sie haben außerdem den Vorteil, dass sie oft auch bei einem stabilen Silberkurs Gewinne machen und Dividenden zahlen. Dafür bergen sie zusätzliche Risiken durch Enteignungen, Missmanagement oder steigende Umweltauflagen. Wichtigste Förderländer sind Mexiko, China und Peru. Diese drei Staaten zusammen fördern nahezu genauso viel Silber wie alle anderen Länder der Welt.

Global X Silver Miners ETF – ISIN: US37954Y8488, WKN: A143H4

Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Produkten kaufen Anleger beim Global X Silver Miners ETF kein Silber, sondern Aktien von Silberminen. Das hat wie erwähnt Vor- und Nachteile. Durch die Verteilung auf mehrere Aktien ist das Risiko eines Verlusts durch Missmanagement oder politische Entscheidungen aber verringert. Außerdem entfallen mehr als 60 Prozent des Wertes auf kanadische Unternehmen, also Firmen aus einem sehr stabilen Land. Wobei diese natürlich ihre Minen auch in anderen Ländern betreiben können.

Silberminen-ETFs sind im Vergleich zu Goldminen-ETFs relativ selten. Deshalb mussten wir auf einen Fonds aus den USA zurückgreifen. Der ETF wird allerdings in Deutschland gehandelt, beispielsweise an der Tradegate Exchange in Berlin und der Berliner Börse. Die Gebühren liegen bei 0,65 Prozent pro Jahr.

Silber ETF Sparplan

Ein Sparplan ist grundsätzlich eine gutes Sache. Er animiert zum sparen, kleine Beträge können sofort investiert werden und bringen damit auch sofort die Chance auf Gewinne und das Risiko eines hohen Verlusts ist kleiner, als wenn das Geld zunächst auf dem Tagesgeldkonto angespart und dann investiert wird. Das hat außerdem den Vorteil, dass das Einstiegsrisiko gestreut wird. Wer zu unterschiedlichen Zeiten investiert, der kauft meist einen Teil zu guten und einen Teil zu weniger guten Kursen.

ETF Sparpläne

ETF Sparpläne sind eine gute Möglichkeit Vermögen aufzubauen. Quelle: shutterstock

Allerdings stellt sich die Frage, ob Silber das richtige Anlageprodukt für einen Sparplan ist, wo ja meist nur in ein einziges Produkt investiert wird. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte eher einen breit gestreuten Aktien-Fonds in Betracht ziehen, beispielsweise auf den MSCI All Countries World Index.

Nur wer sich seiner Sache sicher ist und sich in der Finanzpresse gut informiert hat, sollte einen Sparplan für einen Silber-ETF einrichten. Oder natürlich wer so viel Geld investiert, dass sich ein Sparplan für Aktien und einer für Silber lohnt.

Sparpläne für Silber ETFs werden aktuell nur wenige angeboten. Der oben vorgestellte db Physical Silver ETC lässt sich beispielsweise bei maxblue kostenlos kaufen. Auch comdirect hat einen Silber-ETF im Angebot, der Sparkassen Broker sogar gleich mehrere.

Steuern bei Silber ETFs

Grundsätzlich ist Silber steuerlich schlechter gestellt als Gold. Denn der Kauf von Goldmünzen ist steuerfrei, wenn die Münze in einem Land gesetzliches Zahlungsmittel ist oder war. Das trifft nicht nur auf goldene Euro-Münzen zu, sondern auch auf viele ausländische Währungen sowie solche in ehemaligen Währungen wie österreichische Gold-Dukaten. Dabei ist es unerheblich, ob ein Nennwert eingeprägt ist, also ein Betrag in Euro oder Dollar. Der südafrikanische Krüger-Rand enthält keinen Nennwert, ist aber trotzdem offizielles Zahlungsmittel und damit steuerfrei.

Gold statt Diamanten kaufen

Goldmünzen sind mehrwertsteuerbefreit, wenn sie offizielles Zahlungsmittel in einem Land sind.

Bei Silbermünzen werden dagegen 19,0 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Eine Ausnahme sind allerdings Münzen, die aus dem Ausland importiert wurden. Dort muss der Händler zunächst eine Einfuhrumsatzsteuer von 7,0 Prozent zahlen, die an den Kunden weitergegeben wird. Dann versteuert er aber nur noch die Diffenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufspreis mit 19,0 Prozent, so dass die Gesamtsteuerbelastung deutlich niedriger liegt, oft unter 10,0 Prozent. Bei Barren fallen dagegen immer 19,0 Prozent Steuer an.

Gewinne aus physischem Silber sind steuerfrei, ETFs nicht

Dafür sind Gewinne aus dem Verkauf von Silbermünzen und Barren nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr steuerfrei. Es gilt hier also die gleiche Regel wie für den Aktienkauf vor Einführung der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge.

Leider gilt die Regel nicht für ETFs und ETCs. Auch dann nicht, wenn sie mit physischem Silber hinterlegt sind. Hier wird die ganz normale Kapitalertragsteuer fällig. Meist entwickelt sich aber Silber dann gut, wenn andere Anlageformen Verluste machen. Womöglich lassen sich die Gewinne mit Silber dann durch Verluste an anderer Stelle verrechnen, so dass keine Steuern gezahlt werden müssen.

Krügerrand kaufen

Steuerlich ist physisches Gold und Silber attraktiv, aber insgesamt eher unpraktisch.

Wer einen ausländischen ETF kauft, muss darauf achten, dass dieser nicht als intransparent gilt. Kommt die Finanzverwaltung zu dem Schluss, dass der ETF unter steuerlichen Gesichtspunkten nicht ausreichend transparent ist, dann müssen jährlich 70,0 Prozent des Kursgewinnes versteuert werden, selbst wenn der Fonds nicht verkauft wird. Fällt keiner oder nur ein geringer Gewinn an, greift trotzdem eine Mindestbesteuerung von 6,0 Prozent des Rücknahmepreises.

Die vorgestellten ETFs gelten aber nach unseren Informationen als steuerlich transparent, da sie entweder in Deutschland gehandelt werden oder, im Falle des Schweizer ETFs, die steuerlichen Transparenzpflichten nach § 5 InvStG durch eine jährliche Veröffentlichung der Besteuerungsdaten im elektronischen Bundesanzeiger gewährleisten.

Silber mit Hebel kaufen oder auf Preisrückgang wetten

Wer Silber zur Absicherung seines Depots kaufen will, für den ist ein Silber-ETC oder ETF eine gute Wahl. Wer aber vor allem kurzfristig spekulieren will, findet dafür besser geeignete Möglichkeiten. Mit Differenzkontrakten lässt sich Silber mit einem Hebel handeln und außerdem problemlos auf fallende Kurse wetten.

Plus500 Webtrader

Ein Blick auf den Plus500 Webtrader.

CFD steht für Contract for Differenz, deutsch Differenzkontrakt. Man kauft also Silber nicht direkt, profitiert über den Kontrakt aber von der Wertentwicklung, also der Differenz des Kurses vom Kauf- zum Verkaufszeitpunkt. Allerdings wird diese Differenz überwiegend gehebelt, beispielsweise mit einem Hebel von 20. Dann macht man mit 100,- Euro so hohe Gewinne und Verluste wie sonst mit 2.000,- Euro, also dem 20fachen.

Außerdem können Trader Kontrakte verkaufen, die sie gar nicht besitzen. Sie machen dann Gewinne, wenn der Kurse fällt und umgekehrt. Allerdings fallen hohe Übernacht-Gebühren an, wenn die Papiere nicht am selben Tag wieder verkauft werden. Der Kauf selbst ist meist gebührenfrei, allerdings liegen die Kaufkurse im Regelfall höher als die Verkaufskurse, so dass hier ebenfalls Handelskosten entstehen.

Plus500 Kryptowährungen

Plus 500 ist einer der bekanntesten CFD Broker in Europa.

Weil Kunden hier das Silber nicht direkt kaufen, sondern quasi eine Wette mit dem Broker eingehen, ist ein seriöser Anbieter wichtig, beispielsweise der britische Anbieter Plus500.

Unser Expertentipp: CFD sind komplexe Instrumente und haben wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell ggf. Ihr gesamtes Geld oder Kapitalanlage zu verlieren. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Sie sollten keine Gelder einsetzen, deren Verlust Sie im schlimmsten Fall nicht verkraften könnten. Die europäischen CFD-Broker geben auf ihren Seiten die individuellen Verluste der bei ihnen geführten Depots bekannt.

Fazit

Es muss nicht immer Gold sein. Wer ein Edelmetall mit ins Depot nehmen will, kann das auch mit Silber tun. Einen echten Silber-ETF findet man in der Schweiz. In Deutschland lässt sich ein Anteil an einem ETC aus Jersey kaufen. Oder man investiert in Silberminen mit dem Global X Silver Miners ETF. CFDs eigenen sich dagegen nur für spekulativ eingestellte Trader, denn die Mehrzahl der Anleger verliert Geld.

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Sie riskieren Ihr Kapital