Münzen als Geldanlage

Münzen als Geldanlage: Sinnvolle Anlage oder vergebliche Liebesmüh?

Sind Münzen eine gute Geldanlage?

Goldmünzen zu sammeln ist ein Klassiker unter Privatanlegern. Doch nicht alle Edelmetallmünzen sind gleich gut als Geldanlage geeignet. Die Auswahl ist außerordentlich groß und zwischen Sammlermünzen und Anlagemünzen bestehen bedeutende Unterschiede, die sich teilweise auch innerhalb dieser Kategorien fortsetzen.

Wichtiger Unterschied: Anlage- und Sammlermünzen

Bei der Frage, ob Münzen eine gute Geldanlage sind, müssen zwei unterschiedliche Arten von Münzen unterschieden werden. Zum einen gibt es Sammlermünzen, die ihren Wert nicht oder zumindest nicht nur über das für sie verwendete Material erhalten. Stattdessen sind sie in der Regel aufgrund ihrer Seltenheit und zugleich ihrer Bekanntheit gefragter und haben somit einen hohen immateriellen Wert. Auch der Grad der Erhaltung ist wichtig bei der Wertermittlung.

Klassische Anlagemünzen haben hingegen keinen hohen Sammlerwert. Sie werden in großen Auflagen gedruckt, sodass die Nachfrage nicht deutlich höher ist als das Angebot. Sie werden stattdessen zu den Preisen gehandelt, für die auch das Metall gehandelt werden würde, aus dem sie hergestellt wurde. Demzufolge ist bei ihnen auch weniger relevant, wie gut erhalten sie sind. Entscheidend ist lediglich das Gewicht der Münzen.

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Bei Brokern lassen sich lediglich Gold-ETFs oder Aktien von Goldminen handeln

Bekannte Anlagemünzen

Im Bereich der Anlagemünzen, die als Bullionmünzen bezeichnet werden, gibt es einige besonders bekannte Münzen. Zu ihnen zählen:

  • Der Südafrikanische Krügerrand
  • Britannia und Sovereign aus England
  • Der US-amerikanische American Eagle
  • Maple Leaf aus Kanada
  • Wiener Philharmoniker aus Österreich
  • Chinesischer Panda
  • Mexikanische Libertad
  • Australisches Känguru-Nugget

Sie sind in der Regel die erste Wahl, wenn es darum geht, Goldmünzen als Geldanlage zu sammeln. Grund dafür ist auch ihre hohe Bekanntheit und die Tatsache, dass damit eine gewisse Sicherheit vor Fälschungen einhergeht.

Darüber hinaus gibt es einige Goldmünzen, die heute nicht mehr geprägt werden, aber immer noch bekannte und beliebte Anlagemünzen sind. Bei diesen vermischt sich allerdings zunehmend die Funktion als Anlagemünze mit einem gewissen Sammlerwert. Hierzu zählen beispielsweise die Goldmark aus Deutschland, Vreneli und Helvetia der Schweiz, Tscherwonez aus Russland und die Österreichischen Goldkronen.

Mit Ausnahme von Fehlprägungen und anderen besonderen oder seltenen Münzen besitzen die klassischen Bullionmünzen lediglich den Materialwert. Allerdings werden viele der bekannten Goldmünzen inzwischen mit wechselnden Bildmotiven hergestellt. Der Wiedererkennungswert wird auf diese Weise allerdings gesenkt, sodass sich derartige Münzen nicht mehr zur reinen Edelmetallanlage eignen.

Sammlermünzen sind nur bedingt als Anlage geeignet

Sammlermünzen sind in der Regel nicht als Geldanlage geeignet. Wie jeder Sachwert mit einem hohen immateriellen Wert liegt das Problem hier in der Unsicherheit über die künftige Preisentwicklung. Es gibt keine Möglichkeit, vorherzusagen, welche Münzen tatsächlich im Wert steigen werden und welche nicht. Zudem handelt es sich nicht um eine inflationsgeschützte Anlage. Während Gold gerade bei einer hohen Inflation seine Stärken beweist, ist dies bei Sammlermünzen nicht der Fall.

Bei Sammlermünzen handelt es sich zudem im Gegensatz zu Goldmünzen nicht um krisenresistente Anlagen. Während die meisten Privatanleger in Krisenzeiten in Gold als sicheren Hafen flüchten, verlieren Sammlermünzen in diesen Fällen häufig an Wert, da es sich eher um Luxus handelt, denn um eine Notreserve.

Wer Sammlermünzen als Geldanlage nutzen möchte, muss deswegen den Sammlermarkt genau kennen. Nur auf diese Weise kann er einschätzen, welche Münzen beliebter werden könnten und so im Preis steigen.

Der Sammlerwert wird grundsätzlich durch die folgenden Faktoren bestimmt:

  • Seltenheit
  • Erhaltungszustand
  • Bekanntheit und Nachfrage

Demzufolge kann es auch sein, dass die Verkaufspreise großen regionalen Schwankungen unterliegen, auch wenn dies durch das Internet seltener der Fall ist. Grundsätzlich ist es allerdings möglich, dass hier Münzen, die auf anderen Märkten deutlich häufiger sind, seltener sind und höhere Preise erzielen können. Andersherum ist es natürlich auch möglich, dass sich deutsche Sammler sich nicht für die Münze interessieren, da sie in kein Spezialgebiet fällt, das häufig gesammelt wird. Wer Sammlermünzen als Geldanlage nutzen möchte, muss also verschiedene Märkte kennen.

Auch Gold nur mäßig als Geldanlage geeignet

Auch bei Goldmünzen bleibt allerdings das Problem, dass sich das Edelmetall nur bedingt als renditeträchtige Geldanlage hervortut. Dies liegt zum einen an der hohen Volatilität des Goldpreises. Diese sticht sogar die Hauptwerte an der deutschen Börse aus. So sicher, wie gemeinhin angenommen wird, ist die Goldanlage also mitnichten. Berüchtigt ist Gold zudem für die starken Einbrüche. Nicht umsonst wurde an der Wallstreet das geflügelte Wort geprägt, Gold würde die Treppe hinaufsteigen, aber mit dem Lift herunterfahren. Während die maximale Rendite beim richtigen Verkaufs- und Kaufzeitpunkt durchaus beeindruckend sein kann, kann kaum ein Anleger behaupten, diese regelmäßig erzielen zu können. Es handelt sich bei der Goldanlage also um Spekulation, wenn der Anleger diese vor allem aus Gründen der Rendite betreibt.

Große Stärke von Gold ist die Krisenresistenz

Dennoch mischt ein Großteil der deutschen Anleger Gold mit einem Anteil von ungefähr 10 Prozent ins Portfolio. Dies ist auch durchaus sinnvoll. Allerdings fungiert Gold dabei weniger als Renditeträger, denn als eine Art Versicherung. Gerade dann, wenn alle anderen Stricke reißen, beweist Gold seit Jahrhunderten, dass es sich um die Notfallwährung schlechthin handelt. Sowohl in Kriegen, Wirtschaftskrisen und sämtlichen Turbulenzen ist Gold das Zahlungsmittel, wenn sämtliche andere Währungen das Vertrauen verloren haben. Auch die Internationalität von Gold als Zahlungsmittel ist hier im Ernstfall das entscheidende Plus. Wer in Gold investiert, sorgt also auch für diese Fälle vor.

Dies gilt allerdings vor allem dann, wenn Gold tatsächlich auch physisch erworben wird. Die Investition in Wertpapiere, die dann wiederum in Gold investieren, hat diese Sicherheit nicht.

In welche Größe sollten Anleger Gold kaufen?

Gold wird in vielen Verschiedenen Größen angeboten. Die größte zusammenhängende Menge, die von Privatanlegern noch vergleichsweise häufig gekauft wird, ist der Barren mit einem Kilogramm Gold. Für den Großteil wird dieser jedoch nicht finanzierbar sein. Außerdem zeichnet er sich dadurch aus, dass er schlecht teilbar ist. Dies ist immer dann problematisch, wenn nur ein Teil des Goldes verkauft werden soll, die Erben das Gold aufteilen müssen oder wenn das Gold im Krisenfall tatsächlich dazu genutzt werden soll, Waren zu erwerben. In allen Fällen ist es umso ungünstiger, je größer die zusammenhängende Goldmenge ist.

Auf der anderen Seite ist der große Vorteil bei großen Goldmünzen oder Barren, dass die Nebenkosten bei Kauf und Verkauf in der Regel niedriger sind. Die Verwaltungskosten der Banken und Münzenhändler sind fast gleich und diese Ersparnis wird üblicherweise auch auf die An- und Verkaufspreise aufgeschlagen.

Mögliche (und vergleichsweise häufige) Münzengrößen sind:

  • 5 Unzen
  • 2 Unzen
  • 1 Unze
  • ½ Unze
  • ¼ Unze
  • 1/8 Unze
  • 1/10 Unze
  • 0,5 Gramm

Wieviel Gold enthält eine Goldmünze?

Wie viel Gold eine Goldmünze enthält, hängt vor allem von Gesamtgewicht und Feingehalt ab. Der Feingehalt wird inzwischen in Tausendstel umgerechnet. Die Krugerrand enthält beispielsweise 916 2/3 /1000 ‰, die Wiener Philharmoniker hingegen 999,9/1000. Ersteres entspricht 22 Karat, die österreichische Münze hat hingegen 2 Karat zusätzlich. Um das Gewicht in Gramm zu ermitteln, reicht es aus, das Gesamtgewicht durch den Feingehalt zu teilen.

Viele Goldmünzen sind von der Umsatzsteuer befreit

Einer der Gründe, die die Anlage in Goldmünzen so attraktiv macht, ist die Befreiung von der Umsatzsteuer. Allerdings gilt dies nur dann, wenn die Münze die folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Nach 1800 geprägt
  • Feingehalt beträgt mindestens 900/1000
  • Die Münze ist im Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel (gewesen)
  • Der Verkaufspreis, den die Münze üblicherweise erzielen kann, übersteigt den Offenmarktwert des Goldgehalts nicht um mehr als 80 %.

Gegenüber anderen Edelmetallmünzen werden Goldmünzen hier klar bevorzugt. Für Silbermünzen galt bis 2013 der ermäßigte Steuersatz. Seitdem muss für sie, sowie für Palladium- und Platinummünzen die volle Mehrwertsteuer in Höhe von 19 % entrichtet werden.

Silbermünzen als Geldanlage

Auch Silber wird gerne genutzt, um Anlagemünzen herzustellen. Viele der bekannten Goldmünzen werden auch in Silber produziert. Dazu zählen beispielsweise der Silver Eagle, die Britannia, Känguru-Dollar, Maple Leaf, Philharmoniker und Libertad. Darüber hinaus gibt es noch einige andere bekannte Silbermünzen wie die Münzen der Cook Islands oder Koala und Panda.

Silber gilt im Vergleich zu Gold als noch volatiler, auch wenn beide Edelmetalle in der Regel die gleiche Richtung und prozentuale Wertsteigerung aufweisen. Interessant ist die Anlage in Silber allerdings auch deswegen, weil der Industriebedarf an Silber stetig wächst und viele Marktbeobachter davon ausgehen, dass die Nachfrage weiter steigen wird. Dies könnte dazu führen, dass Silber in der Zukunft deutlich höhere Preise erzielen kann.

Investition in Palladium- und Platin-Münzen

Sowohl Münzen aus Palladium als auch aus Platin werden deutlich seltener hergestellt, als die Pendants in Silber und Gold. Demzufolge ist auch der Wiedererkennungswert häufig geringer, sodass sie sich in vielen Fällen eher als Sammlermünze, denn als reine Anlagemünze eignen.

Gedenkmünzen und Sondereditionen

Viele Gedenkmünzen und Sondereditionen eignen sich nicht als Wertanlage. Auch über Jahre und Jahrzehnte hinaus ist nicht damit zu rechnen, dass diese deutlich an Wert gewinnen, der den Nominalwert übertrifft. Grund dafür ist gerade bei stark beworbenen „Sammlereditionen“, dass diese in so großer Auflage geprägt werden, dass sich keine Seltenheit einstellen kann. Als Geldanlage sind sie demzufolge nicht geeignet. Den einzigen Wert, den diese Münzen haben, ist neben der Tatsache, dass sie oft als offizielles Zahlungsmittel eingesetzt werden können, der Liebhaberwert.

Fazit: Münzen eignen sich als Geldanlage vor allem dann, wenn sie der Absicherung des Portfolios dienen. Anleger sollten dann bevorzugt zu den beliebten und bekannten Anlagemünzen greifen, um vom hohen Wiedererkennungswert profitieren zu können. Wer hingegen Sammlermünzen als Renditeträger nutzen möchte, sollte den Markt genau kennen.

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