Depotübertrag – Wie macht man einen Depotwechsel?

Depotübertrag – Wie macht man einen Depotwechsel?

Viele Kunden von Online Brokern vergleichen die Konkurrenzangebote nicht, weil sie einen Wechsel für zu aufwändig halten. Tatsächlich übernehmen die Anbieter einen Großteil des Aufwandes und garantieren eine reibungslosen Depotübertrag. Noch dazu locken sie nicht nur mit günstigeren Preisen, sondern auch mit Wechselprämien und Willkommensgeschenken.

Ein Depotwechsel:

  • Kann Geld sparen
  • Erfordert nur wenig Aufwand vom Kunden
  • Wird häufig mit Prämien vergütet
  • Ist innerhalb weniger Bankarbeitstage durchgeführt
  • Ist kostenfrei

Warum sollte man sein Depot wechseln?

Dass ein Kunde seinen Depotanbieter wechselt, ist vergleichsweise selten. Viele Kunden finden es unbequem, mit ihrem Depot umzuziehen. Es gibt verschiedene Gründe, warum Kunden mit ihrem Online Depot unzufrieden sein können und einen Depotwechsel doch in Erwägung ziehen:

  1. Häufig sind es vor allem Kostengründe, die für einen Wechsel sprechen.äufig ist es vor allem HHHhlsdgh Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Anbieter können für aktive Trader Unterschiede bei den Orderkosten in vierstelliger Höhe jährlich ausmachen.
  2. Auch die Auswahl kann für Anleger entscheidend sein. Wer wiederholt nicht die Wertpapiere erwerben kann, für die er sich interessiert, wird schnell den Anbieter wechseln um die Trades dort durchführen zu können. Das Angebot ist also ein weiterer sehr wichtiger Faktor.
  3. Eine unzuverlässige Handelsplattform, bei der Orders mit zeitlicher Verzögerung durchgeführt werden, oder die zu den Hauptzeiten lange Reaktionszeiten aufweist, kann für viele Anleger ein Wechselgrund sein.
  4. Das Service-Angebot ist ebenfalls entscheidend. Vor allem der Telefonsupport ist für viele Kunden wichtig. Hängen sie bei dringenden Fragen minutenlang in einer kostenpflichtigen Warteschleife fest, ist dies mehr also nur ärgerlich und für viele ein Grund, das Depot zu wechseln.

Sorgt einer dieser Punkte für den Anleger dazu, dass er mit seinem Depot unzufrieden ist, sollte ein Wechsel in jedem Fall in Betracht gezogen werden. Die Konkurrenz unter den Brokern ist sehr groß und es ist deswegen sehr wahrscheinlich, dass ein Kunde einen Anbieter finden kann, bei dem die Kritikpunkte nicht vorhanden sind.

Auch wenn viele Anleger einen Wechsel scheuen, ist er leichter und unkompliziert durchzuführen. Der neue Broker übernimmt auf Wunsch den Umzug, sodass der Kunde außer einem Broker-Vergleich und der Beantragung keinen Aufwand hat.

Prämie beim Depotwechsel

Anleger, die sich dazu entschließen, das Depot zu wechseln, können zudem häufig von besonderen Prämien profitieren. Die Broker bieten aufgrund des Konkurrenzdrucks zusätzliche Anreize, um Kunden zu einem Wechsel zu bewegen. Zu den möglichen Prämien zählen:

  • Freetrades
  • Rabatte auf die Ordergebühren
  • Startguthaben
  • Tagesgeldzinsen
  • Festgeldzinsen
  • Sachprämien wie moderne Smartphones und Tablets
Consorsbank Prämie

Die Consorsbank bietet 3% Zinsen aufs Tagesgeld beim Depotwechsel

Allerdings müssen Anleger für die Prämien immer auch bestimmte Bedingungen erfüllen, die je nach Anbieter und Prämie unterschiedlich sein können. In der Regel wird eine Mindestsumme beim Depotvolumen vorausgesetzt, das zudem auch über einen gewissen Zeitraum bleiben muss. Meist handelt es sich hierbei um ein Jahr. Auf diese Weise können sie verhindern, dass Anleger ausschließlich wegen der Prämie wechseln und das Depot nicht nutzen.

Häufig richtet sich auch der Umfang der Prämie nach dem übertragenen Volumen. In manchen Fällen fordern die Broker sogar die Löschung des alten Depots als Gegenleistung.

Wie läuft ein Depotwechsel ab?

Für einen Depotwechsel muss der Anleger selbst nur wenig tun. In der Regel reicht es aus, den neuen Broker mit dem Wechsel zu beauftragen und ein neues Depot zu eröffnen. Das Verfahren läuft in der Regel so ab:

  1. Der Interessent beantragt beim Broker die Unterlagen zur Eröffnung eines Depots. Sie stehen häufig auch online bereit und können direkt ausgefüllt werden.
  2. Zudem fordert er die Dokumente zum Depotwechsel an.
  3. Er füllt beide Formulare sorgfältig aus und sendet diese an den Broker.
  4. Hierfür nutzen Anbieter in der Regel das Post-Ident-Verfahren, das in allen Filialen der Post durchgeführt wird. Der Mitarbeiter prüft hierbei, ob die Angaben zur Person mit dem Personalausweis übereinstimmt. Dies ist durch die Auflagen des Geldwäschegesetzes notwendig geworden.
  5. Der neue Broker richtet das Depot ein und übersendet dem Neukunden die Login-Daten und weitere wichtige Informationen.
  6. Der Broker übernimmt den vollständigen Umzug und kündigt auf Wunsch auch das alte Depot.

Kunden sollten anschließend überprüfen, ob alle Wertpapiere erfolgreich umgezogen sind und zu welchem Einstandspreis sie vermerkt wurden. Hierfür sollte vor dem Depotwechsel ein Depot-Auszug erstellt worden sein, in dem die ursprünglichen Werte vermerkt wurden.

Falsche oder fehlende Werte sollten korrigiert werden, um die Wertentwicklung korrekt darstellen zu können. Dies ist fast immer über eine Eingabemaske möglich und kann deswegen vom Kunden selbst durchgeführt werden.

Wie lange dauert ein Depotwechsel?

Wie lange ein Depotwechsel dauert, hängt auch von der Art der Aktien und der Kooperation des alten Brokers ab. Die Umzugszeit hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verkürzt. Länger als ein bis zwei Wochen dauert ein Depotübertrag in der Regel nicht mehr. Es kann jedoch sinnvoll sein, mit bis zu 20 Bankarbeitstagen zu kalkulieren. Dann sind Wechsel auf der sicheren Seite.

Während des Depotübertrages ist es allerdings nicht möglich, auf die Wertpapiere zuzugreifen. Dies sollten Anleger beachten und planen. Vor allem der Wirtschaftskalender und regelmäßige wichtige Termine des Unternehmens sollten dabei beachtet werden. Bei langfristig orientierten Anlegern fällt dies jedoch natürlich weniger ins Gewicht.

Wann sollte man sein Depot wechseln?

Während des Depotübertrags besteht kein Zugriff auf die Wertpapiere. Sie können also auch nicht verkauft werden. Zum Kauf kann ein neues Depot hingegen ab dem Moment genutzt werden, in dem der Kunde sich einloggen kann und alle Funktionen freigeschaltet wurden. Wer Wertpapiere kaufen möchte, muss also kaum von den richtigen Zeitpunkt achten. Auch langfristige Anleger werden nur selten zum Zeitpunkt des Übertrages Wertpapiere veräußern wollen.

Aktive Anleger sollten bei der Beantragung des Depotwechsels jedoch zumindest die wichtigsten Termine beachten. Gerade zur Veröffentlichung von Geschäfts- oder Branchenberichten können Kurse sich deutlich verändern. Da diese Termine vorhersehbar sind, sollten Anleger entweder mit dem Depotwechsel warten oder einfach die entsprechenden Wertpapiere nicht durch den neuen Anbieter übertragen lassen. Es ist genauso möglich die Papiere späte nachzuholen oder sie über den alten Anbieter zu verkaufen.

Fallen Kosten beim Depotübertrag an?

Online Broker dürfen nach einem Urteil des Bundesgerichtshof mit Aktenzeichen XI ZR 200/30 keine Gebühren für den Depotübertrag mehr verlangen. Grund hierfür ist, dass die Bank die Wertpapiere nur verwahrt und die Herausgabe demzufolge nicht gebührenpflichtig sein darf. Eine Ausnahme bilden hierbei allerdings die Fremdgebühren von Verwahrstellen. Auch diese werden jedoch häufig von dem neuen Anbieter getragen, da diese den Wechsel für den Kunden so attraktiv wie nur möglich gestalten möchten.

Worauf sollte man beim Depotwechsel achten?

Die meisten Anleger können durch einen Depotwechsel viel Geld sparen. Allerdings sollten sie darauf achten, dass sie einen gründlichen Depotvergleich durchführen, bevor sie sich für einen neuen Anbieter entscheiden. Viele Broker, die mit sehr attraktiven Prämien locken, können auf den zweiten Blick deutlich teurer sein, als andere Anbieter ohne entsprechenden Angebote. Gerade die Broker, die kostengünstige Trades ermöglichen, bieten nur selten umfangreiche Willkommensprämien, weil die enge Kalkulation keine weitere Ersparnis zulässt.

Außerdem sollten Interessenten bei der Wahl des neuen Brokers die Auswahl nicht außer Acht lassen. Besonders günstige Gebühren helfen Anlegern nicht, wenn sie dann keinen Zugriff auf alle Handelsplätze haben, die sie zuvor genutzt haben. Zudem können viele Anbieter bei Standard-Orders wie beispielsweise DAX-Werte besonders günstig sein und bereits Dow Jones-Aktien für deutlich mehr Geld handeln. Auch Teilausführungen und Kosten für Limits, sowie deren Änderung und Streichung können „versteckte“ Kosten sein, die der Anleger auf jeden Fall beachten muss.

Außerdem sollte das alte Depot gekündigt werden. Manche Anbieter verlangen jährliche Gebühren für die Depotführung. Gerade dann, wenn das Depot nicht mehr genutzt wird, ist es wahrscheinlich, dass ein Broker Gebühren erhebt. Ein weiteres Argument für die Kündigung ist, dass so die Übersichtlichkeit erhalten bleibt. Zudem können Kunden nach Ablauf einer bestimmten vom Anbieter festgelegten Periode als Neukunden wieder Willkommens- oder Wechselprämien in Anspruch nehmen.

Wichtig kann auch der Freistellungsauftrag sein. Dieser sollte beim alten Depotanbieter aufgelöst und für den neuen beantragt werden. Ausnahmen gelten natürlich, wenn der Anleger beim alten Anbieter auf andere Art Geld angelegt hat und deswegen damit rechnen kann, den Freibetrag dort auszuschöpfen.

Wie kann man sein altes Depot kündigen?

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen bietet der neue Broker so gut wie immer an, die Kündigung zu übernehmen. Er möchte den Kunden dadurch natürlich noch etwas enger an ihn binden. Hierfür muss dieser nur den Broker damit beauftragen, das alte Depot zu kündigen.

Außerdem ist natürlich auch möglich, den klassischen Weg der Kündigung zu gehen. Damit sollte der Kunde allerdings abwarten, bis der Übertrag der Wertpapiere durchgeführt worden ist. Auf diese Weise kann er sichergehen, dass alles zu seiner Zufriedenheit funktioniert hat und gerät nicht durch unvorhergesehene Verzögerungen oder Schwierigkeiten in Stress. Prinzipiell ist es jedoch auch möglich, das Depot zu kündigen und dabei anzugeben, wohin die Wertpapiere transferiert werden sollen. Die Kündigung ist wie gewohnt unter Angabe der Kundendaten und in Schriftform beim alten Anbieter einzureichen.

Bei der Kündigung müssen Kunden häufig auch das Verrechnungskonto kündigen. Sie sollten deswegen auch angeben, auf welches Konto Restbeträge gebucht werden können. Wer einen Freistellungauftrag erteilt hat, sollte auch diesen Löschen, wenn er keine andere Produkte des Anbieters mehr nutzt, die hinsichtlich der Kapitalerträge relevant sind.

Fazit:

Ein Depotwechsel kann sich finanziell und hinsichtlich des Service des Brokers lohnen. Um den besten Online Broker zu finden, sollten Interessenten die verschiedenen Anbieter vergleichen. Der neue Broker übernimmt für den Kunden in der Regel die gesamte Abwicklung inklusive Kündigung des Altdepots. Auch anfallende Kosten werden meist von ihm getragen und viele Broker werben mit attraktive Prämien um Neukunden. Dadurch ist ein Depotwechsel leicht erledigt und kann sich finanziell doppelt lohnen.

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