ETF-Sparpläne für langfristigen Vermögensaufbau

ETF-Sparpläne für langfristigen Vermögensaufbau

ETF-Sparpläne für langfristigen Vermögensaufbau

Altersvorsorge, Vorbereitung auf eine große Anschaffung oder einfach die Möglichkeit, monatlich nicht gebrauchtes Geld gewinnbringend anzulegen – vielfältig sind die Beweggründe, warum Anleger einen Sparplan anlegen.

Sparschweine haben ausgedient

Denn worüber sich inzwischen wohl jeder einig ist: Das klassische Sparschwein ist heutzutage keine kluge Alternative mehr und auch das gute alte Sparbuch hat ausgedient. Auch das Girokonto kann bei den augenblicklich angebotenen Zinsen nicht verlocken. In Zeiten von fast verschwindenden Zinssätzen lohnt es sich nicht mehr, diesen alten Klassiker der Geldanlage in Erwägung zu ziehen. Auch Anleihen leiden unter der Niedrigzinsphase.

Anders sieht es bei Aktien aus: Diese profitieren sogar von der aktuellen Situation, denn es sind gerade die niedrigen Leitzinsen der Zentralbanken, die Anleger immer weiter in Richtung der Aktienanlage treiben und dadurch steigen im gegenwärtigen Zinsumfeld auch nachhaltig die Kurse. Wer also langfristig investieren will, tut gut daran, dafür die internationalen Aktienmärkte zu nutzen.

ETFs als Alternative

Natürlich möchte nicht jeder Privatanleger tagtäglich die Märkte analysieren und nach chancenbringenden Einzelwerten absuchen. Eine Möglichkeit, dies zu umgehen, könnten Aktienfonds sein. Auf der anderen Seite hört man über diese aber, dass sie hohe Zusatzkosten verursachen und in den meisten Fällen auch langfristig schlechter abschneiden, als ein Vergleichsindex. Warum also nicht direkt in den Index investieren?

Dies ist möglich mit den sogenannten ETFs (Exchange Traded Fonds). Hierbei handelt es sich um an den Börsen gehandelte Wertpapiere, die den Kursverlauf eines Aktienindex genau widerspiegeln. Man kann sich Indexfonds als einen Aktienkorb vorstellen, der nach Gewichtung und Auswahl genau den betreffenden Aktienindex wiedergibt, zum Beispiel würde ein DAX-ETF auf der Wertentwicklung der 30 DAX-Unternehmen beruhen. Und zwar genau in der Gewichtung, wie die Unternehmen auch bei der Berechnung des DAX berücksichtigt werden. Durch die direkte Widerspiegelung des Index sind die ETFs nicht durch aktives Management gekennzeichnet. Die Kosten für einen Fonds-Manager fallen also schon einmal weg. Die ETFs bieten also die Möglichkeit, bequem in einen Index zu investieren bei vergleichsweise sehr günstigen Zusatzkosten.

Es gibt ETFs zu nahezu jedem Index der Welt und auch solche, die sich auf bestimmte Branchen oder Märkte spezialisieren. So hat zum Beispiel der MCSI Emerging Markets gezielt Unternehmen in Schwellenländern zum Inhalt. Auch iShares ist ein bekannter Anbieter von ETFs, die auf bestimmte Sektoren oder Länder spezialisiert sind, Die Papiere können ganz normal an den üblichen Börsenplätzen gehandelt werden, zumeist auch im außerbörslichen Handel.

Weiterhin unterscheidet man zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs. Ist der Fonds thesaurierend, dann werden alle Erträge, die sich aus der Aktienanlage ergeben, sofort wieder in neue Anteile reinvestiert. Zu diesen Erträgen gehören Dividenden, aber auch der Erlös aus dem Verkauf von Bezugsrechten bei Aktiensplits. Ist der Fonds hingegen ausschüttend, dann werden solche laufenden Erträge an die Anleger ausgezahlt. Auf diese Weise wird das Investment durch einen stetigen liquiden Renditefluss begleitet. Aufgrund des Zinseszinseffekts ist jedoch die Variante der thesaurierenden Fonds langfristig deutlich besser aufgestellt.

Mit Sparplänen nachhaltig Vermögen aufbauen

Neben der Direktinvestition einer bestimmten Summe in einen ETF bieten viele Banken auch die Möglichkeit, die Anteile mit kleinen monatlichen Zahlungen langsam aufzubauen. Dies leisten die sogenannten ETF-Sparpläne. Dabei wird ein monatlicher Betrag festgelegt, der dann regelmäßig automatisch abgebucht und für den Kauf weiterer Anteile eines ETFs genutzt wird. Möglich ist dies teilweise schon ab 25€ monatlich.

Diese Vorgehensweise hat zwei Vorteile: In Phasen großer Kurssteigerung profitieren Anleger von den Kursgewinnen, die durch die bereits gekauften Fondsanteile anfallen. Aber auch wenn die Kurse fallen, stellt sich die Situation günstig dar. Denn in Zeiten niedriger Kurse werden mit dem monatlich konstanten Investitionsbetrag umso mehr Fonds-Anteile hinzugekauft, so dass das Depot dann schneller wächst. Dieser Zusammenhang ist auch als „Cost Average Effekt“ bekannt.

Da insgesamt die langfristige Kursentwicklung der weltweiten Finanzmärkte positiv ist, baut der Sparplan so über längere Zeit nachhaltig und stabil ein Vermögen auf. Auch hier wirkt wieder der Zinseszinseffekt zugunsten der Anleger mit. Es genügen schon recht kleine Monatseinzahlungen, um auf lange Sicht ein beachtliches Vermögen ansparen zu können. Eine Beispielrechnung ergibt, dass bei monatlicher Einzahlung von 120€ und einer durchschnittlichen Jahresrendite von 5% nach 30 Jahren ein Gesamtvermögen von etwa 100.000 € angespart wird. Vergleicht man die historische Entwicklung der Aktienmärkte, dann ist diese Renditeerwartung durchaus nicht unrealistisch.

Für die Altersvorsorge bieten die ETF-Sparpläne also eine ernst zu nehmende Alternative gegenüber staatlich geförderter oder privater Altersvorsorge. Im Gegensatz zu diesen lassen sich Sparpläne auch ohne Zusatzkosten vorzeitig auflösen oder auch Teilbeträge entnehmen, um etwa größere Anschaffungen zu finanzieren, während der Sparplan ganz regulär mit dem restlichen Kapital weiterläuft.

Praktische Tipps

Eröffnen lassen sich die Sparpläne bei allen Filialbanken und auch bei den meisten Direktbanken bequem online, so dass man normalerweise gar nicht den Anbieter wechseln muss, sondern dort, wo bereits ein Konto oder ein Depot besteht, kann auch der Sparplan eingerichtet werden.

Dabei sollten Anleger aber unbedingt auf die Gesamtkosten achten. Zwar sind wie gesagt ETFs mit deutlich günstigeren jährlichen Kosten beaufschlagt als aktive Fonds, jedoch berechnen einige Banken beim Abschluss eines Sparplans zusätzliche Ausgabeaufschläge und weitere Prämien. Hinzu kommt, dass bei den meisten Börsen feste Ordergebühren anfallen, die immer gleich groß sind und daher umso stärker ins Gewicht fallen, je kleiner die monatliche Sparrate ist.

So kann in manchen Fällen die Mehrbelastung bis zu 7% der Anteilssumme betragen, wodurch der positive Effekt des langfristigen Sparplans im Grunde vollständig wieder aufgezehrt wird. Dieser Effekt wird umso schlimmer, je kleiner die Sparrate ist. Daher lohnen sich die Sparpläne mit Monatszahlungen von 25€ meist nicht, sondern Anleger sollten mindestens 100€ oder mehr pro Monat ansparen, um in den Genuss der positiven Renditeeffekte zu kommen.

Die Angebote der Broker genau zu vergleichen lohnt sich auch aus einem anderen Grund. Die meisten Direktbanken arbeiten mit Partnern zusammen, deren Produkte zu besonderen Konditionen erhältlich sind. Im Rahmen solcher Aktions-Angebote sind etwa ETF-Sparpläne auf Produkte des Commerzbank-Ablegers Comstage ohne Ausgabeaufschlag ansparbar bei den Direktbanken Comdirect, Consors oder der DAB-Bank. Ähnliche Aktionen sind auch bei anderen Banken und Fondsanbietern immer wieder zu finden. Wie immer gilt also auch für die ETF-Sparpläne, dass Anleger sich zuvor umfassend informieren sollten und dann die Angebote auf dem Markt vergleichen, um das auf die persönlichen Bedürfnisse am besten passende Angebot herauszufinden.

Fazit

Für einen langfristigen stetigen Vermögensaufbau im Hinblick auf die Altersvorsorge sind ETF-Sparpläne eine ernst zu nehmende Alternative zu den klassischen Versicherungsangeboten. Insbesondere während der Niedrigzinsphasen profitieren Anleger hier von den deutlich besseren Renditen der Aktienmärkte. Sparpläne lassen sich bei vielen Banken einfach einrichten und sind bereits mit niedrigen monatlichen Einzahlungsbeträgen ab 25€ möglich. Allerdings sind die niedrigen Einzahlungsbeträge aufgrund laufender Kosten eher ungünstig und tatsächlich lohnen sich Sparpläne erst im Bereich von 100€ oder mehr pro Monat. Vor Abschluss eines Vertrages sollten Anleger die Zusatzkosten beachten und die verschiedenen Angebote genau vergleichen.

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