Cominvest Erfahrungen

Cominvest heißt die automatisierte Vermögensverwaltung der Comdirect Bank. Hier können Kunden Beträge ab 3.000,- Euro ganz bequem von einem Algorithmus anlegen lassen. Der Robo Advisor sucht aus rund 4.000 Fonds, ETFs und ETCs die passenden aus, unterstützt von menschlichen Vermögensverwaltern. Und das zu Gebühren, die unter denen eines klassischen aktiven Investmentfonds liegen.

Das wichtigste in Kürze:

  • Robo Advisor der Comdirect Bank
  • Automatisierte Vermögensverwaltung
  • Unterstützung durch Vermögensverwalter
  • Ab 3.000,- Euro möglich
  • Sparpläne ab 100,- Euro
  • Kosten pro Jahr 0,95 Prozent

Wie funktioniert Cominvest?

Grundsätzlich ist die Idee die gleiche wie auch bei einer klassischen Vermögensverwaltung. Der Kunde zahlt Geld ein und legt fest, wie viel Risiko er bereit ist einzugehen. Aktuell werden fünf verschiedene Anlagestrategien angeboten, von „Ertrag“ mit nur mäßigem Risiko bis hin zu „Chance“ mit hohem Risiko und hohen möglichen Erträgen.

Anders als bei der klassischen Vermögensverwaltung treffen aber nicht Menschen die Entscheidungen, sondern ein Algorithmus wählt auf Basis statistischer Kennzahlen und mathematischer Modelle die aussichtsreichsten Portfolios, die noch innerhalb des gewählten Risikobereichs liegen. Dazu werden rund 100 Musterportfolios verglichen. Alle 16 Wochen wird die Anlagestrategie überprüft und gegebenenfalls eine Anpassung vorgenommen.

Die Vorschläge des Computers werden von einem Expertengremium noch einmal überprüft. Wer möchte, kann sich die Vorschläge zusätzlich noch vorlegen lassen. Beim Modell „Wir gemeinsam“ kann der Anleger selbst entschieden, ob die Empfehlungen umgesetzt werden sollen. Bei „Wir für Sie“ werden sie automatisch ausgeführt.

Cominvest Kosten

Wie auch bei der klassischen Vermögensverwaltung werden bei Cominvest die Gebühren nach der Höhe des verwalteten Vermögens berechnet. Kosten für den Kauf und Verkauf fallen keine an, auch Ein- und Auszahlungen sind kostenlos. Somit ist eine Vermögensverwaltung ab 2,37 Euro im Monat möglich.

Nicht in dem Betrag enthalten sind aber die Kosten für die erworbenen Fonds. Denn die werden direkt von der Fondsgesellschaft einbehalten, tauchen also auf der Abrechnung von Cominvest gar nicht auf. Erfahrungsgemäß liegen diese Gebühren oft bei 0,25 bis 0,30 Prozent.

Dagegen sind die Ausgabeaufschläge beim Kauf von konventionellen Fonds in den Gebühren bereits enthalten.

Ein- und Auszahlungen

Mindestens 3.000,- Euro müssen Kunden anlegen. Das ist vergleichsweise wenig, Konkurrenten wie quirion oder Scalable Capital verlangen oft mindestens 10.000,- Euro. Wer sein Geld von der klassischen Vermögensverwaltung der Quirin Bank betreuen lassen will, muss sogar 200.000,- Euro mitbringen. Mit 3.000,- Euro gehört Cominvest also zu den Anbietern mit der niedrigsten Einstiegshürde. Regelmäßige Einzahlungen mit Hilfe eines Sparplans sind ab 100,- Euro möglich.

Kunden können jederzeit Gelder ein- und auszahlen. Die Auszahlungen dauert ähnlich lange wie ein Wertpapierverkauf bei einem klassischen Broker.

Anlageuniversum

Üblicherweise investieren automatisierte Vermögensverwaltungen vor allem in ETFs, also börsengehandelte Aktien- und Anleihenfonds. Die Auswahl von Einzelaktien ist zu komplex und wird bisher kaum angeboten. Die meisten ETFs bilden einen Index wie den DAX ab. Cominvest sucht dabei einerseits Märkte, die gute Chancen bieten und versucht andererseits, das Vermögen auch geographisch breit zu streuen.

Cominvest gehört zu den wenigen Anbietern, die auch in klassische, aktiv verwaltete Fonds investieren. Man begründet das damit, dass in einigen Marktkonstellation eine gezielte Aktienauswahl sinnvoll sein kann. Aufgenommen wird ein solcher Fonds aber nur, wenn er sowohl lang- als auch kurzfristig den Index so weit übertroffen hat, dass er auch nach Berücksichtigung der höheren Verwaltungsgebühren noch besser abschneidet als ein Indexfonds.

Außer in Aktienfonds investiert Cominvest in ETCs, also börsengehandelte Rohstoffe. Das kann zur Risikoabsicherung sinnvoll sein. Beispielsweise steigt der Goldkurs meist in Krisenzeiten, deshalb verwenden viele Vermögensverwalter Gold-ETCs zur Absicherung.

Website, Kundenservice und Support

Hinter Cominvest steht mit Comdirect eine etablierte Direktbank. Diese wiederum ist überwiegend im Besitz der Commerzbank. Das macht sich vor allem beim Service bezahlt. Die Mitarbeiter sind rund um die Uhr erreichbar, 24 Stunden am Tag. Wer nicht gerne zum Telefon greift, kann auch mit Comdirect chatten oder natürlich eine E-Mail schreiben.

Die meisten Informationen findet man aber bequem auf der Website, denn die Seite ist gut gemacht, verständlich geschrieben und umfassend.

Weitere Produkte

Ein Vorteil des Cominvest Depots ist die Tatsache, dass die Comdirect Bank auch fast alle übrigen Bankdienstleistungen anbietet. Wer möchte, kann sein Robo Advisor Depot durch den Kauf von Aktien oder ETFs ergänzen. Zwar lassen sich im Cominvest Depot nicht einfach einzelne Wertpapiere hinzufügen oder verkaufen, allerdings können Kunden ihr Portfolio mit einem Comdirect Depot ergänzen.

Auch Tagesgeld, Festgeld und ein Girokonto bietet die Bank. Damit lassen sich fast alle Bankdienstleistungen über einen Anbieter abwickeln.

Für wen ist Cominvest geeignet?

Mit jährlichen Kosten von 0,95 Prozent des verwalteten Vermögens liegt Cominvest etwas über dem Schnitt. Wenngleich man billiger ist als Robin, der Robo Advisor der neben der Commerzbank zweiten deutschen Großbank, der Deutschen Bank. Dort werden für Beträge unter 25.000,- Euro 1,00 Prozent Gebühren verlangt. Die zur Gruppe der Genossenschaftsbanken gehörende Vermögensverwaltung von VisualVest stellt dagegen nur 0,6 Prozent pro Jahr in Rechnung.

Trotzdem kann Cominvest für viele Anleger die beste Wahl sein. Beispielsweise für alle, die gerne alle Bankdienstleistungen aus einer Hand abwickeln wollen. Oder für jene, die gerne alle Anlagevorschläge selbst noch einmal bewerten, bevor sie umgesetzt werden. In dieser Kategorie wurde Cominvest Testsieger im Robo Advisor Vergleich des Nachrichtensenders n-tv.

Attraktiv ist der Robo Advisor auch für alle die daran glauben, dass in bestimmten Marktsituationen aktiv verwaltete Fonds nach wie vor die beste Wahl sein können. Denn fast alle anderen automatisierten Vermögensverwalter setzen ausschließlich auf ETFs, die nur einen Index abbilden.

Hintergrund: Cominvest und Comdirect

Cominvest kennen einige Anleger noch als Namen einer Fondsgesellschaft. Sie entstand 2002 durch die Fusion der Commerz Asset Managers und der CommerzInvest mit der bayerischen ADIG. Letztere ist immerhin die älteste deutsche Fondsgesellschaft. Sie war Ende der 1940er Jahre von vier Bayerischen Banken gegründet und 1999 an die Commerzbank verkauft worden. 2009 wurde das Fondsgeschäft aber an die Allianz Versicherung abgegeben. Der Name wurde zunächst von der Tochter ebase genutzt, ehe 2017 der Robo Advisor der Comdirect Bank an den Start ging.

Die Comdirect Bank besteht seit 1994 gegründet und ist damit einer der ältesten deutschen Direktbrokern. Sie ist überwiegend im Besitz der Commerzbank, einige Aktien werden aber nach wie vor frei gehandelt. Mittlerweile hat sich das Unternehmen vom reinen Broker zu einer Privatkundenbank gewandelt, wenngleich das Wertpapiergeschäft nach wie vor ein bedeutendes Standbein ist.

Fazit

Mit Cominvest haben Anleger die Möglichkeit, schon ab 3.000,- Euro eine automatisierte Vermögensverwaltung bei einem etablierten Partner zu nutzen. Die Kosten liegen etwas über dem Durchschnitt, aber immer noch unter denen der meisten aktiv verwalteten Fonds. Außerdem entfallen Kauf- und Verkaufskosten. Ein deutlicher Pluspunkt zu einem fondsbasierten Robo Advisor wie Easyfolio. Dort fallen zusätzlich zu den Verwaltungskosten noch Kauf- und Verkaufskosten an. Attraktiv ist das Cominvest Depot vor allem für jene, die gerne alle Bankdienstleistungen aus einer Hand beziehen wollen oder die Wert darauf legen, alle Kauf- und Verkaufsvorschläge zunächst selbst zu überprüfen.

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