HypoVereinsbank Erfahrungen – Test und Bewertung

Die HypoVereinsbank wirbt nicht mit einem Aktiendepot, hat es jedoch natürlich dennoch im Angebot. Muss sich das Wertpapierdepot tatsächlich vor der Konkurrenz verstecken?

Über die HypoVereinsbank

Die HypoVereinsbank ist einer der Riesen der Branche. Sie weist eine Bilanzsumme von fast 300 Milliarden Euro auf und ist somit die fünfgrößte Bank in Deutschland. Nach Mitarbeitern kommt sie sogar auf Platz 4. Seit 2005 gehört das Geldinstitut, dessen Wurzeln bis zur Bayerischen Staatsbank aus dem 19. Jahrhundert reichen, allerdings zur Unicredit-Bank. Dennoch präsentiert sich das Unternehmen nach wie vor als traditionsbewusste Bank, die ihre Tradition in Deutschland sieht. Weltweit hat die Gruppe 25 Millionen Kunden in 32 Ländern, in Deutschland sind es beim Wealth Management allerdings nur rund 50.000 Privatkunden und Unternehmer.

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Welches Angebot bietet die HypoVereinsbank?

Die HypoVereinsbank ist eine Universalbank von internationalem Renommee. Dementsprechend umfangreich ist auch das Angebot der Münchener. Die HypoVereinsbank bietet Produkte für:

  • Privatkunden
  • Private Banking Kunden
  • Kleine und mittelständische Unternehmen
  • Firmen-Kunden
  • Immobilienkunden
  • Institutionelle Kunden

Die HVB setzt dabei auf eine umfassende Finanz- und Vermögensplanung. Rund 300 Kundenberater sorgen an 40 Standorten dafür, dass Anleger die beste Anlagestrategie finden. Zusätzlich beschäftigt der Konzern 100 Experten, die sich auf komplexe Fachbereiche spezialisiert haben.

So präsentiert sich die HypoVereinsbank auf ihrer Webseite

So präsentiert sich die HypoVereinsbank auf ihrer Webseite

Das Angebot bei der Geldanlage

Bei der Geldanlage bietet die HVB ein vergleichsweise ungewöhnliches Angebot. Überraschend ist vor allem, dass ein einfaches Aktiendepot der HypoVereinsbank auf den ersten Blick vollständig fehlt. Es wird als Einzelprodukt nicht angeboten. Stattdessen preist das Unternehmen verschiedene Produkte an, die es Kunden ermöglichen sollen, zusammen mit ihrem Bankberater Geld anzulegen. Eigenständige Geldanlage traut das Unternehmen seinen Kunden hingegen nur bedingt zu. Mögliche Finanzprodukte, in die Anleger bei der ABC investieren können, sind:

  • FinanzKonzept
  • Festgeld
  • Vermögensdepot privat
  • Depot Global
  • Vermögensportfolio „nachhaltig“, „Flex select“ oder „klassik“
  • Fonds
  • Anleihen
  • Garant Anleihen
  • Aktienanleihen
  • Geschlossenen Sachwertefonds
  • Zertifikate
  • Bausparen
  • PlusSparen
  • Investmentsparen
  • Private Altersvorsorge
  • Optionen
  • Futures
  • Classic Cars
  • Art Management
  • Gold/Edelmetalle
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Der Konzern versucht also ohne Frage, sich von den Mitbewerbern abzugrenzen und bietet zahlreiche Geldanlagen an, die nicht unbedingt typisch sind. Grundsätzlich richtet sich die HypoVereinsbank damit eher an vermögende Anleger, die ihr Kapital sinnvoll verwalten möchten und sich dies alleine nicht zutrauen.

Die beliebtesten Anlagemöglichkeiten im Überblick

Die beliebtesten Anlagemöglichkeiten im Überblick

Wo versteckt sich das Depot der HypoVereinsbank?

Die HypoVereinsbank bietet ihr Aktiendepot nicht eigenständig an, sondern nur mit der Eröffnung eines Girokontos. Viele Banken halten es ähnlich, allerdings verstecken nicht viele Geldinstitute das Depot deswegen und führen es auf der Webseite überhaupt nicht einzeln auf. Wie teuer das Depot ist, hängt dabei auch vom gewählten Konto ab. Günstig ist es jedoch nicht. Im HVB DepotPlus-Konto ist beispielsweise die Kontoführung kostenlos, der Depotpreis wird hingegen mit 18,40 Euro jährlich veranschlagt. Hinzu kommen Kosten für Girosammelverwahrung (1,5 Prozent), Wertpapierrechnung (5 Prozent) und andere Verwahrarten (4,0 Prozent).

Auch bei den Transaktionskoten ist die HypoVereinsbank nicht unbedingt der günstigste Anbieter auf dem Markt. Der An- und Verkauf von Aktien, Genussscheinen, Zertifikaten und Optionsscheinen kostet hier jeweils ein Prozent vom Kurswert, dabei jedoch mindestens 30 Euro. In der Höhe sind die Transaktionskosten hingegen nicht begrenzt. Aktienoptionen können hingegen sogar erst ab 60 Euro gehandelt werden und die Provision steigt um 0,10 Euro je Kontrakt an.

Was ist das DepotGlobal?

Unter dem Motto „Eigenständig, aber nicht allein“, ist das „DepotGlobal“ das Produkt, dass die selbstständige Aktienanlage unter der Leitung von Finanzexperten ermöglichen soll. Kunden können hierbei Berater der HypoVereinsbank in Anspruch nehmen und mithilfe derer Expertise das eigene Portfolio gestalten. Grundsätzlich haben Anleger die Wahl zwischen verschiedenen Risikoklassen, nach denen sie dann ihr Portfolio gestalten können.

Teil des Anlagekonzeptes ist, dass für vereinbarte Transaktionen keine Gebühren anfallen. Stattdessen zahlen sie einen bestimmten Prozentsatz des Depotvolumens für sämtliche Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit ihrem Depot anfangen. Allerdings fallen nicht alle Services darunter:

  • Aufwendungen von Dritten wie Clearinggebühren oder Maklercourtage
  • Dienstleistungen wie Auslandzahlungsverkehr, die über Kontoführung hinausgehen
  • Bestehende Kontoabsprachen innerhalb von Kontopaketen

Das bedeutet auf der anderen Seite, dass die folgenden Dienstleistungen ohne zusätzliche Kosten in Anspruch genommen werden können:

  • Entgelte für Girokonten
  • Kreditkarten, die im Leistungsumfang enthalten sind
  • Depotführung
  • Kauf- und Verkaufsprovision
  • Halbjährliche Rückerstattung der Bestandsprovision, die von Vertriebspartnern gezahlt wird
  • Quartalsweises Kundenreporting
  • Onlineportal

Um das GlobalDepot in Anspruch nehmen zu können, müssen Kunden mindestens 1.666 Euro p. a. inklusive USt. zahlen. Aussagekräftigere Zahlen zu den Kosten stellt die HypoVereinsbank allerdings nicht zur Verfügung.

Vorab gut vergleichen, denn eine Geldanlage soll rentabel sein.

Vorab gut vergleichen, denn eine Geldanlage soll rentabel sein.

Wie gut ist der Kundenservice der HypoVereinsbank?

Die HypoVereinsbank hat trotz ihrer umfangreichen Bemühungen keinen all zu guten Ruf, wenn es um den Kundenservice geht. Die Mitarbeiter gelten als schlecht erreichbar und teilweise funktioniert über Tage der Rückrufservice nicht. In der Filiale haben Kunden deutlich bessere Chancen, direkt mit einem Mitarbeiter sprechen zu können, allerdings sind diese nicht immer ausreichend kompetent und werden gelegentlich als sehr unfreundlich und wenig hilfsbereit wahrgenommen. Anders wird dies üblicherweise wahrgenommen, wenn Kunden bereits seit längerem Kunden sind. Diese äußern sich meist in Bezug auf den Kundenservice als sehr zufrieden.

Die meisten haben allerdings hinsichtlich der Konto- und Depoteröffnungen positive Erfahrungen mit der HypoVereinsbank gemacht. Die Bearbeitung geht schnell und funktioniert üblicherweise reibungslos.

Ein interessantes Angebot kann auch die Videoberatung sein, die der Konzern anbietet. Hier stehen Berater üblicherweise länger bereits als in der Filiale. Der Termin wird dabei üblicherweise mit dem persönlichen Betreuer des Kunden vereinbart.

Gibt es ein kostenfreies Demokonto?

Nein, die HypoVereinsbank bietet kein kostenfreies Demokonto an. Das Geldinstitut legt keinen Schwerpunkt auf das Trading und dementsprechend handeln Anleger hier über einen WebTrader, der nicht für einen Test zur Verfügung steht. Das TradingDesk von Onemarkets können sich Kunden immerhin als Demo ansehen, allerdings ohne Trades tatsächlich durchzuführen. Bei OneMarkets handelt es sich um den Ableger für Anlage- Und Hebelprodukte.

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Welche anderen Services und Informationen bietet die HVB?

Die HVB bietet sehr umfangreiche Services, die es ihren Kunden erleichtern sollen, die richtigen Investmententscheidungen zu treffen. Ein Beispiel hierfür ist die umfangreiche Palette an unterschiedlichen Finanzprodukten, die Anleger bei der HypoVereinsbank finden können. Wesentlich wichtiger dürfte für eigenständige Anleger jedoch sicherlich das Informationsportal sein. Der Konzern biete unter dem Namen „onemarkets“ ein Online-Magazin an, das zahlreiche Analysen und Prognosen, Tools und Blog-Beiträge bietet. Teil des Angebotes des Portals ist mit onemarkets TV sogar ein Videokanal. Das Unternehmen bietet hierüber auch die Teilnahme an Webinaren, Veranstaltungen und Messen an. Über die herkömmliche Internetseite ist das Angebot allerdings nicht verknüpft. Hier finden sich nur die üblichen Daten im Überblick und aktuelle News.

Wie gut schneidet das Depot der HVB im Vergleich ab?

Die HypoVereinsbank gilt beim Aktienhandel als einer der teureren Anbieter. Dementsprechend spielt sie bei den meisten Tests von Aktiendepots kaum noch eine Rolle – sie fällt schlicht mit hohen Gebühren aus dem Rahmen, der relevant wäre. Allerdings könnte durch das gute Beratungsangebot in diesem Punkt natürlich Plätze gut gemacht werden. Doch auch hier kann die HypoVereinsbank nicht überzeugen. In einem Test der Stiftung Warentest von Januar 2016 war die HypoVereinsbank zusammen mit der Hannoverschen Volksbank Schlusslicht. Beide Banken erhielten hinsichtlich der Beratungsqualität ein „mangelhaft“. Kritisiert wurde, dass die Produktvorschläge oft zu risikoreich waren und das Geld zudem teilweise nicht zu einem Zeitpunkt wieder verfügbar gewesen wäre, wenn die fiktiven Kunden dies benötigt hätten. Auch ein Reporter von FOCUS berichtet schon 2009, dass er fehlerhaft beraten worden wäre. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass Berater teils aufgrund des massiven Verkaufsdrucks die Bank verlassen.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Wie seriös ist die HypoVereinsbank? Sind Kundeneinlagen dort sicher?

Die HypoVereinsbank gilt als einer der größten Banken Deutschlands, ist in den vergangenen Jahren allerdings durchaus häufiger kritisiert worden. Anlass waren beispielsweise auch Übernahmeentscheidungen und ihr Verhalten in der Finanzkrise. Inzwischen gehört die Bank zu Unicredit – die ihrerseits als marode gilt und erst kürzlich drei Milliarden Euro von der HypoVereinsbank abgezwackt hat. Auch wenn die HypoVereinsbank als vertrauenswürdige Bank gilt, ist es also vollkommen legitim, zu überprüfen, welche Sicherheitsnetze im Insolvenzfall Kundeneinlagen schützen sollen.

Hier bietet die Bank gleich zwei unterschiedliche Sicherungssysteme. Zum einen ist die HVB Mitglied in der gesetzlichen Einlagensicherung durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Hier sind Kundengelder bis zu 100.000 Euro abgesichert. Zudem ist das Unternehmen auch Mitglied bei der freiwilligen Sicherung des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Hierüber sind derzeit 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank gesichert.

Fazit: HypoVereinsbank – kein günstiges Aktiendepot

Die HypoVereinsbank scheint kein all zu umfangreiches Interesse daran zu haben, Aktionäre als Kunden zu gewinn. Dementsprechend bewirbt sie zumindest ihr Depot – gar nicht. Wer die Konditionen erfahren möchte, muss sich diese aus der Gebührenübersicht zusammensuchen. Dies ist sicherlich alles andere als kundenfreundlich. Ebenso unvorteilhaft sind die Konditionen. Die HypoVereinsbank nimmt nicht nur sehr hohe Depotführungsgebühren, sondern verlangt zudem hohe Mindestprovisionen, auch wenn das Trading an sich eigentlich noch relativ günstig möglich ist.

Insgesamt ist das Angebot für ambitionierte Anleger also kaum zu empfehlen. Leider gilt dies für Einsteiger gleichermaßen. Obwohl die HypoVereinsbank Beratung auf vielfältige Art und Weise anbietet, konnte sie in Tests nicht überzeugen. Wer sich hier beraten lässt, sollte also Grundkenntnisse mitbringen, um falsche Produktvorschläger erkennen zu können. Dann ist das Depot für Gelegenheits-Aktionäre vollkommen ausreichend, allerdings im Vergleich mit echten Online Brokern schlicht zu teuer.

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