Merkmale eines guten Brokers

Depots absichern: So klappts

Ein Wertpapierdepot kann innerhalb kürzester Zeit deutlich an Wert verlieren. Privatanleger können sich allerdings inzwischen auf verschiedene Arten davor schützen, dass starke Kurseinbrüche deutliche Verluste zur Folge haben. Je nach Methode können sie sogar von Kursverlusten profitieren und ihre Aktien behalten. Völlig kostenfrei ist allerdings keine Art, das Depot abzusichern.

Zu riskante Aktien vermeiden

Um sich vor einem zu starken Kursverlust zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die erste existiert bereits beim Kauf. Besonders riskante Wertpapiere sollten vermieden werden. Es gibt verschiedene Kennzahlen und Merkmale, die darauf hinweisen, dass es sich um besonders riskante Aktien handelt:

  • Hohe Volatilität
  • Hohes Maximum Drawdown
  • Value at Risk
  • Sharpe-Ratio

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Faktoren, die ein erhöhtes Risiko anzeigen können. Hierzu zählen beispielsweise Kursverläufe, die grundsätzlich nur abwärts zeigen oder Skandale, die sich auf die gesamte Aktiengesellschaft auswirken könnten und sich negativ auf die Geschäftszahlen auswirken werden.

Depots absichern

Die Consorsbank nimmt Aktien genau unter die Lupe

Wer derartige Aktien ins Depot aufnimmt, sollte dies nur unter bestimmten Voraussetzungen tun. Er sollte das Risiko abschätzen können und die Aktie nur dann erwerben, wenn er auch einen Totalverlust verkraften könnte. Zudem sollte die Aktie zu seinem Risikoprofil passen und nur dann im Portfolio landen, wenn das Gesamtrisiko einen weiteren Wackelkandidaten verkraften kann. Außerdem kann er weitere Maßnahmen ergreifen, die das Risiko reduzieren. Allerdings ist dies häufig nicht all zu sinnvoll. Die Absicherung über Gegengeschäfte kostet zusätzliche Gebühren, die die mögliche Rendite von riskanten Titel deutlich schmälern können. Es wäre dann oft sinnvoller, von vorneherein in eine Aktie zu investieren, die weniger Risiko aufweist und auf die Absicherung zu verzichten.

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Strategie 1: Stop-Loss

Relativ unspektakulär und vielleicht deswegen häufig vergessen ist das Setzen eines Stop-Losses. Es kann bei vielen Brokern schon während der Order-Aufgabe festgelegt werden. Die Marke gibt dann an, welcher Kurswert unterschritten werden muss, damit der Broker die Position automatisch schließt und ohne weiteres Zutun des Anlegers verkauft.

Wichtig ist gerade bei volatilen Werten, dass die Marke so gesetzt wird, dass sie nicht durch übliche Schwankungen überschritten wird. Sonst muss der Anleger mit großer Wahrscheinlichkeit einen unnötigen Verlust hinnehmen, der leicht hätte vermieden werden können.

Das Stopp-Loss sollte dennoch auch so gewählt werden, dass der Anleger den dann realisierten Verlust im Rahmen eines sinnvollen Risikomanagements verantworten kann. Ist es nicht möglich, ein Stopp-Loss so zu setzen, dass beide Punkte erfüllt werden, sollte das Wertpapier nicht ins Portfolio aufgenommen werden.

Eine Besonderheit ist der sogenannte Trailing-Stopp. Steigt der Kurs einer Aktie, zieht das Stop-Loss in einem bestimmten Abstand hinterher. Auf diese Weise müssen Anleger nicht ständig Orderänderungen vornehmen, wenn die Aktie zulegt, sondern können bequem auch Gewinne mitnehmen, ohne sich näher mit der Kursentwicklung beschäftigen zu müssen. Ein Trailing-Stop ist deswegen noch empfehlenswerter als eine einfache Stop-Loss-Order.

Strategie 2: Put-Optionsscheine

Dadurch, dass inzwischen auch Finanzderivate für Privatanleger leicht erhältlich sind, ergeben sich auch für Kleinanleger viele Möglichkeiten, das Portfolio durch Gegengeschäfte abzusichern.

Die Art, die wohl am häufigsten empfohlen wird, ist der Erwerb von Put-Optionsscheinen. Sie ermöglichen es Anlegern, ihr Portfolio gegen Verluste abzusichern, da die Optionsscheine Kursstürze egalisieren können. Im besten Falle erholen sich darüber hinaus die Aktienkurse wieder. In diesem Fall können viele Anleger sogar einen Gewinn realisieren.

Wie funktionieren Put-Optionsscheine?

Put-Optionsscheine gehören zu den Finanzderivaten und fallen darunter als Optionsscheine unter die verbrieften Optionen. Im Rahmen eines Put-Optionsscheines verbriefen sie das Recht nach einem bestimmten Bezugsverhältnis den Basiswert zu einen festgelegten Ausübungspreis zum Ende oder innerhalb einer festgelegten Bezugsfrist zu verkaufen.

Angenommen ein Anleger möchte seine Aktie XYZ absichern, die gerade bei 80 Euro steht. Er erwirbt dafür einen Put-Optionsschein. Nun können die folgenden Szenarien eintreten:

  • Der Kurs der Aktie fällt deutlich. In diesem Fall steigt der Optionsschein im Wert und federt die Kursverluste der Aktie ab. Da die Aktie dennoch im Besitz des Anlegers verbleibt, hat er im Anschluss also die Aktie mit geringerem Wert und kann Kurssteigerungen abwerten.
  • Der Kurs bleibt gleich. In diesem Fall verliert der Optionsschein im Laufe der Zeit immer mehr an Wert. Der Anleger hat ihn also umsonst erworben.
  • Der Kurs der Aktie fällt. Auch hier wird der Optionsschein zum Ablauf der Laufzeit einfach wertlos ausgebucht.

Das größte Risiko beim Handel mit einfachen Put-Optionsscheinen ist also, dass die Optionsscheine wertlos verfallen. Allerdings ist diese Form der Absicherung nicht all zu günstig, so dass sie sich nur zu besonderen Anlässen lohnt.

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Put-Optionsscheine nutzen

Um einen passenden Put-Optionsschein zu nutzen und zu finden und in der ausreichenden Zahl zu erwerben, müssen Anleger verschiedene Überlegungen treffen.

  • Der Basiswert

Am sinnvollsten ist es, wenn der Basiswert möglichst genau dem tatsächlich abzusichernden Wert darstellt. Wenn der Anleger Aktie XYZ absichern möchte, sollte er dies auch tun und nicht zu einem Optionsschein auf den DAX als Basiswert zurückgreifen, auch wenn er davon ausgeht, dass der DAX fallen wird. Tut er dies dennoch, kann diese zwar auch gewinnbringend sein, allerdings fällt dieses Vorgehen dann eher unter Spekulation als unter Absicherung des Depots. Es kann allerdings sinnvoll sein, mit einem Optionsschein gleich mehrere Aktien aus dem DAX über einen DAX-Optionsschein abzusichern. Dies kann kostengünstiger sein als die Absicherung der einzelnen Aktien.

  • Die Laufzeit

Außerdem sollte er auf die Laufzeit achten. Viele Anleger nutzen Optionsscheine beispielsweise dazu, die Aktien während eines Urlaubes abzusichern. Dies lässt sich allerdings über Trailing-Stops oder Stop-Loss-Order deutlich besser und kostengünstiger erreichen. Klassische Put-Optionsscheine sind dann allerdings im Vergleich zu Knock-out-Produkten die bessere Wahl. Sinnvoll ist allerdings entweder eine besonders lange Laufzeit zu wählen, wenn es sich um eine amerikanische Option handelt, die jederzeit eingelöst werden kann. Ansonsten ist es sinnvoll, den Ablaufzeitpunkt so zu wählen, dass er nach einem besonders riskanten Datum eintritt. Beispielsweise nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen oder Branchenberichten, zu denen Aktien bei schlechten Nachrichten stark einbrechen.

  • Der Basispreis

Der Basispreis sollte immer auf dem Niveau des Basiswert-Kurses festgesetzt werden. Nur so ist der Schutz maximal. Liegt die Aktie also derzeit bei 80 Euro, sollte auch der Basispreis 80 Euro betragen.

  • Bezugsverhältnis: Wie viele Puts brauche ich?

Das Bezugsverhältnis bestimmt, wie viele Puts ein Anleger erwerben muss. Es ist in der Regel nicht ausreichend, nur einen einzigen Optionsschein zu  kaufen, da dann nur ein Bruchteil der eigenen Position abgesichert wäre. Die Menge der notwendigen Optionsscheine bestimmt sich aus Basiswert,

Wie teuer ist die Absicherung des Depots mit Optionsscheinen?

Wie teuer Optionsscheine in der Anschaffung liegen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach:

  • Emittent
  • Basiswert und Volatilität
  • Marktphase
  • Laufzeit

Können sich die Kosten deutlich unterscheiden. So werden Optionsscheine beispielsweise dann teurer, wenn Märkte in eine Baisse gehen oder sie sich beispielsweise durch zunehmende Volatilität ankündigt. Gerade dann, wenn es also besonders sinnvoll wäre, das Depot abzusichern, ist es also deutlich teurer.

Grundsätzlich müssen Anleger mit Kosten zwischen sechs und zwölf Prozent des Depotvolumens im Jahr kalkulieren, um eine gute Absicherung zu erreichen. Dieser Betrag ist also höher als die durchschnittliche Rendite beim Handel an der Börse. Anleger sollten dieses Instrument also nur sehr gezielt einsetzen, um nicht durch die Absicherung dennoch Verluste zu machen. Im Zweifel kann es durchaus sinnvoller sein, einen kleinen Einbruch bei den Kursen ohne Absicherung auszusitzen. Optionsscheine müssen nämlich zuerst ihre Kosten einspielen, bevor sie überhaupt einen Gewinn bringen und dies wird aufgrund des Wertverlustes mit der Zeit immer schwieriger.

Auch wenn Optionsscheine der Absicherung im Ernstfall dienen und dann sehr sinnvoll eingesetzt werden können, sind sie außerhalb deutlicher Kurseinbrüche nur mäßig zu empfehlen. Um das Depot dauerhaft abzusichern, sind diese Finanzprodukte zu kostenintensiv.

Strategie 3: Short-ETFs

Wer mehrere DAX-Aktien im Portfolio hat, kann sich mit einem Short-ETF gegen deutliche Kurseinbrüche absichern. Fällt der DAX, geht der Short-ETF die Entwicklung in voller Stärke mit. Steigt er hingegen, sinkt auch der Wert des ETFs. In der Regel werden diese täglich neu berechnet und eignen sich so beispielsweise nicht dafür, das Depot während eines Urlaubes abzusichern. Auch können Anleger schnell Verluste machen, die dann nicht mehr all zu leicht aufzuholen sind. Wer sich für einen solchen ETFs entscheidet, sollte sich also so sicher wie möglich sein, dass der DAX auch bereits an diesem Tag einen Sturzflug beginnt.

Strategie 4: Reverse-Bonus-Zertifikate

Auch Reverse-Bonus-Zertifikate gehören zu den Gegengeschäften. Ein Reverse-Bonus-Zertifikat liegt dabei oberhalb des aktuellen Kurses. Berührt der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit diese Barriere nicht, erhält der Käufer eine Bonuszahlung.

Allerdings drohen auf der anderen Seite auch Verluste. Der Käufer des Zertifikats nimmt beim Überschreiten der Barriere spiegelverkehrt an der Kursentwicklung in Bezug auf den Startwert teil. Das sorgt dafür, dass sich Reverse-Bonus-Zertifikate eher zur Spekulation eignen als zur Absicherung, da ihnen ein großes Risiko innewohnt. Dennoch werden sie von manchen Anlegern zur Absicherung genutzt.

Fazit:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Depot abzusichern. Kostenlos ist allerdings keine. Broker erheben in der Regel eine geringe Gebühr zum Setzen eines Stop-Losses, sodass diese Kosten vernachlässigbar sind. Bei Finanzderivaten ist der Totalverlust allerdings wahrscheinlich. Anleger sollten zudem keine Produkte wählen, bei denen noch größere Verluste drohen. Aufgrund der Kosten lohnen sich Gegengeschäfte nur dann, wenn der Basiswert tatsächlich stark einbricht. Droht diese Gefahr nicht, ist die Absicherung zwar günstiger, jedoch dennoch zu teuer.

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