Depots absichern 2022 – Absicherungsstrategien für Einsteiger*innen & Fortgeschrittene

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Frau sitzt mit ihrem Smartphone am Laptop

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer an der Börse mit höherem Kapital aktiv ist, kann und sollte Aktien und ETFs im Depot absichern. Zur Auswahl stehen Absicherungsinstrumente für die langfristige und kurzfristige Absicherung.
  • Das Ziel einer Depotabsicherung ist es, Risiken für das bestehende Depotvermögen und dementsprechend auch für die bis dahin erzielten Gewinne zu vermindern.
  • Für Einsteiger*innen gibt es leicht verständliche und gut umsetzbare Absicherungsmöglichkeiten: zum Beispiel Verzicht auf den Kauf riskanter Aktien, Setzen von Order-Limits oder regelmäßige Gewinnmitnahme.
  • Zu den Absicherungsstrategien erfahrener Anleger*innen gehören Put-Optionsscheine, Zertifikate, Short-ETFs und CFDs.
  • Einige Absicherungsstrategien wie Limit-Orders sind bei Neobrokern kostenlos. Die Absicherung über Gegengeschäfte gibt es nur gegen Gebühr. Nur wenn der Markt nach unten läuft, bekommen Sie mindestens Ihren Einsatz zurück.

 

So gehen Sie vor

  • Als Börsenanfänger*in favorisieren Sie substanzstarke und liquide Markenunternehmen. Meiden Sie risikoreiche junge Aktien. Als Anlagestrategie wählen Sie eine Langfristanlage.
  • Sichern Sie Aktien und ETFs im Depot mit Limit-Orders gegen große Kursverluste ab.
  • Bei einem Neobroker wie Smartbroker handeln Sie Aktien und ETFs gebührenfrei. Auch beim Setzen oder Ändern von Order-Limits fallen keine Gebühren an.
  • Beachten Sie, dass die Absicherung mit Gegenschäften durch Optionsscheine, Short-ETFs und CFDs eine gewisse Börsenerfahrung voraussetzt. Das Verlustrisiko ist hoch.

Steigende Aktien, die Punktestände der Aktienindizes (DAX, DOW Jones, NASDAQ) oder die Renditen zahlreicher Aktien für die Ewigkeit von mehreren hundert Prozent in den vergangenen zehn Jahren – ja, manchmal wirkt die Börse fast wie eine Einbahnstraße.

Einen plötzlichen Börsencrash kann niemand vorhersagen oder verhindern. Sicher ist nur, dass es irgendwann zu einem Kurseinbruch kommt. Die Aktiencrashs in den Jahren 2008 (Finanzkrise) und 2020 (Corona-Krise) haben gezeigt, dass es mit den Aktienbewertungen auch ganz plötzlich steil bergab gehen kann.

Für Anlageprofis gehören fallende Kurse keineswegs zu den unlösbaren Problemen. Sie nutzen verschiedene Absicherungsstrategien, mit denen auch private Händler*innen ein Depot absichern können. Im Ratgeber stellen wir Möglichkeiten vor, mit denen Anleger*innen auch bei steil bergab laufenden Aktienmärkten Gewinne erzielen.

Depot absichern gegen Crash & für mehr Gewinn

Niemand kann den Zeitpunkt eines Börsencrashs vorhersagen. Gewisse Muster lassen sich mit Blick auf vergangene Entwicklungen allerdings durchaus erkennen. Einem steilen Anstieg an der Börse folgte eine Korrektur. In überhitzten Märkten müssen Anleger*innen mit dem Platzen einer Investitionsblase rechnen. Auch wenn sich finanzpolitische Gegebenheiten aufgrund von Zentralbankentscheidungen ändern, kann das den Aktienmarkt treffen.

Sollte die US-Notenbank FED in naher Zukunft den US-Leitzinssatz merklich erhöhen, und danach sieht es bei einer prognostizierten steigenden Inflation für 2022 in den USA aus, werden viele Anleger*innen Teile ihres Aktienbestandes in sichere Anleihen umschichten bzw. ihr Anlagekapital vermehrt in Festzinsanleihen anlegen.

Wer mit einer Aktie an der Börse gut verdient hat, könnte sich bei steigenden Anleihezinsen überlegen, seine Aktiengewinne vom Risiko eines möglichen Börsencrashs fernzuhalten.

Tenbagger-Aktien wie Amazon, Apple oder Microsoft haben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 1.000 Prozent Rendite erwirtschaftet. Die Sartorius Aktie (WKN: 716560 / DE0007165607) aus Deutschland erreichte mehr als 5.000 Prozent. Aus 100.000 Euro bzw. 10.000 Euro Anlagekapital 2011 wurden bis 2021 mehr als 500.000 Euro.

Bei 2 Prozent Zinsen bei einer zehnjährigen US-Anleihe auf 500.000 Euro beträgt die Rendite 10.000 Euro pro Jahr. Anleger*innen vermehren ihr Kapital praktisch ohne Risiko um 100.000 Euro. Die Beispielrechnung ist nicht exakt, denn beim Verkauf der Aktien fallen bestimmte Steuern wie Abgeltungssteuer und Quellensteuer an – und diese belasten das investierbare Kapital.

Kommt es zu Umschichtungen von Aktien oder ETFs in großem Stil, zieht das den Aktienmarkt in die Tiefe. Man könnte dementsprechend schlussfolgern, dass der kommende Börsencrash hausgemacht ist. In Zeiten des Computerhandels sind größere Kursauschläge nach unten jederzeit möglich.

Reißt eine Marke, dann werden massenhaft Verkaufsorders in die Wege geleitet. Hinzu kommt, dass vor allem Privatanleger*innen in Panik verfallen und schnell Aktien verkaufen, während professionelle Anleger*innen die Marktturbulenzen aussitzen bzw. sich gegen derartige Szenarien rechtzeitig abgesichert haben.

Langfristige oder kurzfristige Absicherung?

Um sich vor einem zu starken Kursverlust zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten – sowohl für die langfristige als auch die kurzfristige Absicherung.

Die erste Möglichkeit gibt es gleich beim Kauf. Besonders riskante Wertpapiere sollten vermieden werden. Es gibt verschiedene Kennzahlen und Merkmale, die darauf hinweisen, dass es sich um besonders riskante Aktien handelt:

  • Hohe Volatilität
  • Hohes Maximum Drawdown
  • Value at Risk
  • Sharpe-Ratio

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Faktoren, die ein erhöhtes Risiko anzeigen können. Hierzu zählen beispielsweise Kursverläufe, die grundsätzlich nur abwärts zeigen oder Skandale, die sich negativ auf die Geschäftszahlen oder sogar auf die gesamte Aktiengesellschaft auswirken könnten.

Wer derartige Aktien ins Depot aufnimmt, sollte dies nur unter bestimmten Voraussetzungen tun. Sie sollten das Risiko abschätzen und die Aktie nur dann erwerben, wenn Sie auch einen Totalverlust verkraften können. Zudem sollte die Aktie zu Ihrem Risikoprofil passen und nur dann im Portfolio landen, wenn das Gesamtrisiko einen weiteren Wackelkandidaten verkraften kann.

Außerdem können Sie weitere Maßnahmen ergreifen, die das Risiko reduzieren – dies ist oft allerdings nicht besonders sinnvoll. Die Absicherung über Gegengeschäfte kostet zusätzliche Gebühren, die die mögliche Rendite von riskanten Titeln deutlich schmälern können. Es wäre in diesem Fall besser, von vornherein in weniger riskante Aktien zu investieren und auf die Absicherung zu verzichten.

Tipp
Sichere Aktien gibt es nicht. Substanzstarke und liquide Unternehmen wie Amazon, Apple oder Microsoft bieten Anleger*innen für einen längeren Zeitraum ein hohes Maß an Sicherheit. In der Vergangenheit folgte auf den Börsencrash sofort die Erholung.

Strategie 1: Nutzen von Limits und Order-Möglichkeiten

Relativ unspektakulär (und vielleicht deswegen häufig vergessen) ist das Setzen eines Stop-Loss. Es kann bei vielen Brokern schon während der Order-Aufgabe festgelegt werden. Die Marke gibt dann an, welcher Kurswert unterschritten werden muss, damit der Broker die Position automatisch schließt und ohne weiteres Zutun des Anlegers bzw. der Anlegerin verkauft.

Wichtig ist gerade bei volatilen Werten, dass die Marke so gesetzt wird, dass sie nicht durch übliche Schwankungen überschritten wird. Sonst muss der Anleger mit großer Wahrscheinlichkeit einen Verlust hinnehmen, der leicht hätte vermieden werden können.

Das Stopp-Loss sollte allerdings so gewählt werden, dass Anleger*innen den realisierten Verlust im Rahmen eines sinnvollen Risikomanagements verantworten können. Ist es nicht möglich, einen Stopp-Loss so zu setzen, dass beide Punkte erfüllt werden, sollten Sie das Wertpapier nicht ins Portfolio aufnehmen.

Eine Besonderheit ist der sogenannte Trailing-Stopp. Steigt der Kurs einer Aktie, zieht das Stop-Loss in einem bestimmten Abstand hinterher. Auf diese Weise müssen Anleger*innen nicht ständig Orderänderungen vornehmen, wenn die Aktie zulegt, sondern können ihre Gewinne bequem mitnehmen, ohne sich näher mit der Kursentwicklung beschäftigen zu müssen. Ein Trailing-Stop ist deswegen noch empfehlenswerter als eine einfache Stop-Loss-Order.

Strategie 2: Put-Optionsscheine

Finanzderivate für Privatanleger*innen sind inzwischen leicht erhältlich. Dadurch ergeben sich auch für Kleinanleger*innen viele Möglichkeiten, das Portfolio durch Gegengeschäfte abzusichern.

Wohl am häufigsten wird empfohlen, Aktien mit Optionen abzusichern bzw. Put-Optionsscheine zu kaufen. Dies ermöglicht es Anleger*innen, ihr Portfolio gegen Verluste abzusichern, da die Optionsscheine Kursstürze egalisieren können. Im besten Fall erholen sich darüber hinaus die Aktienkurse wieder. Dann machen viele Anleger*innen sogar Gewinne.

Wie funktionieren Put-Optionsscheine?

Put-Optionsscheine gehören zu den Finanzderivaten und fallen somit als Optionsscheine unter die verbrieften Optionen. Sie enthalten das verbriefte Recht, einen Basiswert unter Bedingungen zu verkaufen. Den Verkaufszeitpunkt könnte ein festgelegter Ausübungspreis zum Laufzeitende oder eine festgelegte Bezugsfrist bestimmen.

Angenommen: Ein Anleger möchte seine Aktie XYZ absichern, die gerade bei 80 Euro steht. Er erwirbt dafür einen Put-Optionsschein. Nun können die folgenden Szenarien eintreten:

  • Der Kurs der Aktie fällt deutlich: In diesem Fall steigt der Optionsschein im Wert und federt die Kursverluste der Aktie ab. Da die Aktie dennoch im Besitz des Anlegers verbleibt, hält er im Anschluss also die Aktie mit geringerem Wert und kann Kurssteigerungen abwarten.
  • Der Kurs bleibt gleich: In diesem Fall verliert der Optionsschein im Laufe der Zeit immer mehr an Wert. Der Anleger hat ihn also umsonst erworben.
  • Der Kurs der Aktie steigt: Auch hier wird der Optionsschein zum Ende der Laufzeit einfach wertlos ausgebucht.

Das größte Risiko beim Handel mit einfachen Put-Optionsscheinen bzw. dem Absichern von Aktien mit Optionsscheinen ist also, dass die Papiere wertlos verfallen. Allerdings ist diese Form der Absicherung nicht allzu günstig, sodass sie sich nur zu besonderen Anlässen lohnt.

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Put-Optionsscheine nutzen

Um einen passenden Put-Optionsschein zu nutzen, zu finden und in der ausreichenden Zahl zu erwerben, müssen Anleger*innen verschiedene Überlegungen treffen.

Der Basiswert

Am sinnvollsten ist es, wenn der Basiswert den tatsächlich abzusichernden Wert möglichst genau darstellt. Wenn Anleger*innen die Aktie XYZ absichern möchten, sollten sie dies auf jeden Fall tun und nicht auf einen Optionsschein auf den DAX als Basiswert zurückgreifen, auch wenn sie davon ausgehen, dass der DAX fallen wird.

Der Optionsschein kann zwar auch gewinnbringend sein, ist allerdings viel spekulativer als die Absicherung des Depots. Es kann allerdings sinnvoll sein, mit einem Optionsschein gleich mehrere Aktien aus dem DAX über einen DAX-Optionsschein abzusichern. Dies kann kostengünstiger sein als die Absicherung der einzelnen Aktien.

Die Laufzeit

Außerdem sollten Anleger*innen auf die Laufzeit achten. Viele nutzen Optionsscheine beispielsweise dazu, um ihre Aktien während eines Urlaubes abzusichern. Dies lässt sich allerdings über Trailing-Stops oder Stop-Loss-Order deutlich besser und kostengünstiger erreichen. Klassische Put-Optionsscheine sind dann allerdings im Vergleich zu Knock-out-Produkten die bessere Wahl.

Eine besonders lange Laufzeit ist sinnvoll, wenn es sich um eine amerikanische Option handelt, die jederzeit eingelöst werden kann. Ansonsten ist es immer ratsam, den Ablaufzeitpunkt so zu wählen, dass er nach einem besonders riskanten Datum eintritt, beispielsweise nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen oder Branchenberichten, zu denen Aktien bei schlechten Nachrichten stark einbrechen.

Der Basispreis

Der Basispreis sollte immer auf dem Niveau des Basiswert-Kurses liegen. Nur so ist der Schutz maximal. Liegt die Aktie also derzeit bei 80 Euro, sollte auch der Basispreis 80 Euro betragen.

Bezugsverhältnis: Wie viele Puts brauche ich?

Das Bezugsverhältnis bestimmt, wie viele Puts Anleger*innen erwerben müssen. Es ist in der Regel nicht ausreichend, nur einen einzigen Optionsschein zu kaufen, da dieser nur einen Bruchteil der eigenen Position absichert. Die Menge der notwendigen Optionsscheine bestimmt sich aus dem Basiswert.

Wie teuer ist die Absicherung des Depots mit Optionsscheinen?

Wie teuer Optionsscheine in der Anschaffung sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach:

  • Emittent
  • Basiswert und Volatilität
  • Marktphase
  • Laufzeit

können sich die Kosten deutlich unterscheiden. So werden Optionsscheine beispielsweise dann teurer, wenn Märkte in eine Baisse gehen oder sich diese durch zunehmende Volatilität bereits ankündigt. Gerade dann, wenn es also besonders sinnvoll wäre, das Depot abzusichern, ist es deutlich teurer.

Grundsätzlich müssen Anleger*innen mit Kosten zwischen sechs und zwölf Prozent des Depotvolumens im Jahr rechnen, um eine gute Absicherung zu erreichen. Dieser Betrag ist also höher als die durchschnittliche Rendite beim Handel an der Börse.

Anleger*innen sollten dieses Instrument also nur sehr gezielt einsetzen, sonst kommt es trotz der Absicherung zu Verlusten. Im Zweifel kann es durchaus sinnvoller sein, einen kleinen Einbruch bei den Kursen ohne Absicherung auszusitzen. Optionsscheine müssen nämlich zuerst ihre Kosten einspielen, bevor sie überhaupt einen Gewinn bringen, und dies wird aufgrund des Wertverlustes mit der Zeit immer schwieriger.

Auch wenn Sie Optionsscheine im Ernstfall sehr sinnvoll zur Absicherung einsetzen können, sind sie außerhalb deutlicher Kurseinbrüche nur mäßig zu empfehlen. Um das Depot dauerhaft abzusichern, sind diese Finanzprodukte zu kostenintensiv.

Strategie 3: Short-ETFs

Das Shorten bzw. Leerverkaufen von Aktien ist hierzulande erst seit wenigen Jahren erlaubt. Für Anleger*innen, die in Aktien, ETFs und/oder Aktienfonds investiert sind und bereits erhebliche Gewinne generieren, lohnt sich die Absicherung bestehender Erträge. Short-ETFs sollten für kurzfristige Absicherung des Depots zum Einsatz kommen.

Hedgefonds sind bekannt dafür, dass sie bewusst auf fallende Preise spekulieren. Sie sind eher ein Werkzeug für Profis bzw. die Experten institutioneller Anleger*innen.

Privatanleger*innen können die Risiken der Aktien und Fonds im Depots mit Short-ETFs einfacher „hedgen“ bzw. reduzieren. Die Chancen gegenüber Hedgefonds sind etwas geringer und etwas weniger riskant. Zudem sind sie kostengünstiger.

Für die Aktien oder ETF Absicherung sollten Short-ETFs nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Crashgefahren für den investierten Markt (Dow Jones, S&P 500, DAX oder EuroStoxx) außerordentlich hoch eingeschätzt werden.

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Wie funktioniert ein Short-ETF als Alternative für Hedgefonds

Möchte ein Anleger die Gewinne des DAX-ETF-Depots absichern, wird ein Short-ETF in Höhe des bisher erwirtschafteten Gewinnbetrages gekauft. Die Absicherung kann ebenso auf 50 Prozent beschränkt werden, wodurch sich der Kaufbetrag beim Short Index ETF halbiert.

Neben den einfachen Short-ETFs gibt es Double Short-ETFs. Diese bilden die doppelte Entwicklung des jeweiligen Index ab. Erhöhten Chancen stehen größere Risiken gegenüber. Der Vorteil ist, dass das halbe Kapital für den gleichen Hedging-Effekt ausreicht.

Wer mehrere DAX-Aktien oder ETFs im Portfolio hat, kann sich mit einem Short-ETF gegen deutliche Kurseinbrüche absichern. Fällt der DAX bzw. der Basis-Index, dann folgt der Short-ETF dieser Entwicklung. Steigt er hingegen, sinkt auch der Wert des ETFs. In der Regel werden diese täglich neu berechnet und eignen sich so beispielsweise nicht dafür, das Depot während eines Urlaubes abzusichern.

Anleger*innen können schnell Verluste machen, die dann nicht mehr allzu leicht aufzuholen sind. Wer sich für einen solchen ETF entscheidet, sollte sich so sicher wie möglich sein, dass der zugrundeliegende Markt auch bereits an diesem Tag seinen Sturzflug beginnt.

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Strategie 4: Reverse-Bonus-Zertifikate

Auch Reverse-Bonus-Zertifikate gehören zu den Gegengeschäften. Ein Reverse-Bonus-Zertifikat liegt dabei oberhalb des aktuellen Kurses. Berührt der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit diese Barriere nicht, erhält der Käufer eine Bonuszahlung. Allerdings drohen auf der anderen Seite auch Verluste. Mit dem Erreichen des Barriere-Niveaus wird das Zertifikat wertlos.

Der Käufer des Zertifikats nimmt beim Überschreiten der Barriere spiegelverkehrt an der Kursentwicklung in Bezug auf den Startwert teil. Reverse-Bonus-Zertifikate sind sehr riskant und eignen sich daher eher zur Spekulation als zur Absicherung. Dennoch werden sie von manchen Anleger*innen trotz der durchaus hohen Komplexität zur Absicherung genutzt.

Vor dem Kauf der Reverse-Bonus-Zertifikate sollten einige Fakten persönlich geklärt werden. Dabei spielen Fragen eine Rolle wie: Welchen Punktestand wird der Index während der Zertifikate-Laufzeit maximal erreichen? Welches Korrekturpotenzial wird für den Index erwartet? Seine Entscheidungen muss der Anleger von den persönlichen Renditevorstellungen abhängig machen.

Strategie 5: CFDs (Differenzkontrakte)

Der Handel mit CFDs ist riskant und die Mehrzahl der privaten Händler*innen verliert Geld. Das kann man auf jeder Webseite seriöser CFD-Broker in den Risikohinweisen nachlesen.

CFD-Trading hat den Ruf, in erster Linie fürs Spekulieren genutzt zu werden. Das ist nur die halbe Wahrheit, denn CFDs bieten Anleger*innen eine einfache Möglichkeit, Aktien zu shorten bzw. leer zu verkaufen. CFDs als Absicherungsstrategie haben mehrere Vorteile. Der Verkauf von Aktien und ETFs würde eine sofortige Steuerpflicht (Abgeltungssteuer auf Erträge) auslösen.

Die Absicherung mit Optionen bzw. Optionsscheinen ist wesentlich komplizierter und teurer als Hedging mit CFDs. Optionen bieten nur einen befristeten Versicherungsschutz und Gegenwert, da sie bei Laufzeitende verfallen.

Die Preisentwicklung von Optionen bzw. Optionsscheinen unterliegt mehreren Faktoren. So steigen Optionsprämien schnell, wenn es Anzeichen für größere Kursschwankungen gibt. Damit verteuert sich der Versicherungsschutz erheblich.

Mit CFDs lassen sich Aktien und ETF-Positionen absichern. Dazu reicht das Eröffnen einer Shortposition auf den Index aus. Entsprechend ihres Depotvermögens müssen Anleger*innen die Anzahl der benötigten CFD Kontrakte ermitteln, um das Marktrisiko vollständig oder in Teilen auszuschließen. Beim Broker wird ein CFD auf den DAX mit 1,0 Lot gehandelt. Steigt der DAX um einen Punkt, erhöht sich der Wert des CFDs um einen Euro und umgekehrt.

CFD-Trading hat den Vorteil, dass Sie Short-Positionen nicht sofort eröffnen müssen. Der Eröffnungszeitpunkt kann an bestimmten Marken im Chart festgemacht werden.

Anleger*innen können zudem mehrere Sell-Trades in frei gewählten Abständen oder an Widerstandslinien platzieren.

Fällt der Indexkurs unter die gewählte Widerstandsmarke, wird der Sell-Kontrakt automatisch bei Erreichen des Kaufkurs-Limits gekauft. Der CFD-Trader verdient, wenn der Kurs weiter fällt. Der erzielte Gewinn soll Verluste aus den fallenden Aktienwerten kompensieren.

Robo Advisor als Alternative zur Eigenabsicherung?

Digitale Vermögensverwaltungen versprechen das automatisierte Anlegen in bestimmte Wertpapiere, meist in ETFs. Die sogenannten Robo Advisor treffen Entscheidungen mithilfe künstlicher Intelligenz. Anleger*innen können entsprechend ihres Risikotyps zwischen bestimmten Anlagestrategien wählen.

Die meisten Robo Advisor sind passive Konstrukte. Das heißt, Kundengelder als Einmalanlage oder Sparplan werden einmalig in ausgewählte ETFs angelegt. Das Portfolio wird mindestens einmal im Jahr überprüft und Marktentwicklungen angepasst. Aktive Robo Advisor beobachten das Anlageportfolio ständig und können auf Veränderungen an den Märkten direkt reagieren.

Robo Advisor sind ein junges Anlagemodell; langjährige praktische Erfahrungen sind noch nicht vorhanden. Anlagemodelle beruhend auf künstlicher Intelligenz müssen erst lernen, mit plötzlichen Marktereignissen umzugehen. Daher verwundert es nicht, dass fast keinem Robo Advisor eine adäquate Absicherung gegen den Corona-Crash im März 2020 gelang. Den nächsten Börsencrash sollte ein aktiver Robo Advisor besser managen können.

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Servicegebühr Fondskosten Sparplan Min. Einlage Anlegestrategien
0,15 % 0,80 % Ab 25 € 1.000 € 5

FAQ: Unsere Antworten auf typische Fragen rund um die Depotabsicherung

Wie kann ich mein Depot absichern?

Ein Portfolio aus Aktien und ETFs gegen einen Crash abzusichern, ist für Einsteiger*innen durch den Verzicht auf den Kauf risikoreicher Aktien, den Einsatz von Order-Limits oder regelmäßige Gewinnmitnahme einfach möglich. Erfahrene Anleger*innen können mit Put-Optionsscheinen, Zertifikaten, Short-ETFs und CFDs effektiv Depotabsicherung betreiben.

Kann man ETFs absichern?

Ja, eine ETF Absicherung ist mit Short-ETFs möglich. Dazu wird ein Short-ETF im Wert des bisherigen ETF-Ertrages gekauft. Auch ein 50 Prozent Ansatz ist möglich. Für CFD-Trader*innen bieten Sell-Kontrakte auf ETFs eine Möglichkeit zur kurzfristigen Absicherung des ETF-Portfolios.

Wie Depot gegen fallende Kurse absichern?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um ein Depot gegen fallende Kurse abzusichern. Für die langfristige Absicherung eignen sich Limit-Orders, die Schutz vor großen Kursverlusten bzw. Gewinnsicherung bieten. Eine kurzfristige Absicherung lässt sich mit Derivaten wie Optionsscheinen und Zertifikaten bewerkstelligen. Mit CFDs auf Indizes lassen sich große Aktienportfolios günstig und ohne zeitliche Beschränkung absichern.

Sollte man Aktien absichern?

Wer mit gut gewählten Aktien langfristig investiert bleiben möchte, muss sich um die Absicherung keine größeren Gedanken machen. Mit Stopp Loss und Trailing Loss Order können Anleger*innen Aktien so absichern, dass ihnen ein Crash kurz nach dem Aktienkauf keine größeren Verluste bescheren würde. Bei Neobrokern kosten weder die Limit-Erteilung noch die Änderung eine zusätzliche Gebühr.

Kann ein Robo-Advisor die Versicherung gegen einen Crash sein?

Aktive Robo Advisor sollten aus dem Corona-Crash gelernt haben und beim nächsten Börsencrash eine entsprechende Absicherungsstrategie vorweisen können. Anleger*innen bezahlen hohe Gebühren dafür, dass das Portfolio nicht nur durch Künstliche Intelligenzen überwacht wird, sondern unter ständiger Beobachtung durch menschliche Experten steht.

Fazit

Mehrere Absicherungsstrategien zum Aktien und ETFs absichern

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Depot abzusichern – aber kostenlos ist davon keine. Broker erheben in der Regel eine geringe Gebühr zum Setzen eines Stop-Losses, sodass diese Kosten vernachlässigt werden können. Bei Finanzderivaten ist der Totalverlust allerdings wahrscheinlich. Anleger*innen sollten zudem keine Produkte wählen, bei denen noch größere Verluste drohen. Aufgrund der Kosten lohnen sich Gegengeschäfte nur dann, wenn der Basiswert tatsächlich stark einbricht. Droht diese Gefahr nicht, ist die Absicherung zwar günstiger, aber immer noch zu teuer.

Das Shorten bzw. der Leerverkauf von Aktien in Deutschland ist erst seit wenigen Jahren möglich. Vor allem für Anleger*innen, die Aktien und/oder Aktienfonds im Depot haben und bereits Gewinne verzeichnen, ist es empfehlenswert, diese Zuwächse abzusichern.

Thomas Detlef Bär schreibt seit mehr als zehn Jahren über Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherthemen. Bereits vor dieser Zeit galt sein Interesse dem Aktienmarkt. Seine Erfahrungen hat er in vielen Ratgebern niedergeschrieben und in Onlinemedien veröffentlicht. Thomas hat Betriebswirtschaft studiert und nach Abschluss seines Studium mehrere Jahre als Ökonom in einem ostdeutschen Automobilbetrieb gearbeitet. In den 1990er Jahren startete er als freiberuflicher Versicherungs- und Vermögensberater. 2009 begann er Ratgeber für das bekannte Portal helpster.de zu verfassen. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Beiträge auf zahlreichen Finanz-Portalen, darunter mikrokredit24.net, gevestor.de, onlinebanken.com. Seit 2020 schreibt er bei Aktien.net über Themen rund um den Aktienmarkt.

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