3 Aktien für die Ewigkeit: unsere Meinung zu Ewigkeitsaktien

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Aktienverlauf auf Monitor

Alle Aktien sind für die Ewigkeit, sagen die einen. Es gibt keine Ewigkeitsaktien, behaupten die anderen. Und beide haben recht. Wir erklären, warum das so ist.

Aktien für die Ewigkeit - Das Wichtigste in Kürze

  • Alle Aktien können fallen oder wertlos werden.
  • Trotzdem ist es oft sinnvoll, Aktien lange oder gar dauerhaft zu halten.
  • Privatanleger*innen reagieren auf schlechte Nachrichten meistens, wenn es ohnehin zu spät ist.
  • Diese drei Aktien haben gute Chancen, auch langfristig im Plus zu sein.
  • ETFs oder ein Robo Advisor sind für die langfristige Geldanlage meistens die bessere Alternative.

 

So gehen Sie vor

  • Wollen Sie die Aktien und ETFs selbst auswählen oder auswählen lassen?
  • Wollen Sie nur in Aktien oder auch in ETFs investieren?
  • Überlegen Sie, ob Sie einen Sparplan abschließen wollen.
  • Wählen Sie einen passenden Broker.
  • Suchen Sie attraktive Wertpapiere aus.
  • Zahlen Sie Geld ein und handeln Sie.

Ewigkeitsaktien: Diese Möglichkeiten gibt es

  • Aktien von Versorgern gelten als vergleichsweise stabil.
  • Unternehmen mit technologischem oder infrastrukturellem Vorsprung sind schwer angreifbar. Man spricht von einem Burggraben.
  • ETFs erlauben eine breite Streuung, teilweise auch weltweit. Sie sind langfristig besonders stabil.
  • Robo Advisor investieren in mehrere ETFs und erhöhen die Streuung dadurch weiter.

Unsere Arbeitsweise

analysierte investments
12
Analysierte
Investments
stunden investiert
10
Stunden
investiert
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7
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Analysierte Investments
4
Ausführliche
Analysen

Was sind Aktien für die Ewigkeit?

Aktien für die Ewigkeit sollen auch in 30 oder gar 40 Jahren noch auf dem Kurszettel stehen und prosperieren. Doch ist das realistisch?

In der jüngeren Vergangenheit sind mehrfach große Namen in kurzer Zeit Pleite gegangen oder haben einen Großteil ihres Kurses verloren. Man denke hier an die Deutsche Bank oder die großen Energieversorger.

Gerade der Fall von RWE, E.On und Co ist interessant, denn sie schienen unangreifbar. Wer sollte schon ein neues Stromnetz aufbauen, um ihnen Konkurrenz zu machen? Doch die Regulierungsbehörden zwangen sie dazu, ihre Netze für andere Anbieter zu öffnen. Das könnte auch Amazon, Alphabet oder Netflix passieren.

Lobbyismus Amazon

Der Einfluss von „Big Tech“ auf die Politik ist groß. Das macht eine Regulierung schwer. (Quelle: statista)

Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele. IBM besteht seit mehr als 110 Jahren. Andere Firmen sind zwar vom Kurszettel verschwunden, doch die Inhaber*innen haben gut verdient, als ihr Unternehmen übernommen wurde.

Jede Aktie kann deshalb eine Ewigkeitsaktie und gleichzeitig Verlustbringer sein. Einige Papiere haben allerdings bessere Chancen als andere, auch in 30 Jahren noch attraktiv zu sein.

Drei Aktien für die Ewigkeit?

Diese drei Aktien könnten für die Ewigkeit sein. Wie im vorherigen Kapitel erwähnt, können auch diese Papiere irgendwann scheitern, aber unserer Meinung nach haben sie gute Chancen, auch in 40 Jahren noch interessant zu sein.

Beim Thema Ewigkeitsaktien denkt fast jede*r zunächst an Big Tech, also Apple, Microsoft, Facebook und vor allem Amazon. Kein Wunder, denn ihr Geschäft hat Zukunft. Außerdem sind sie in ihren Märkten so stark, dass ihnen aktuell keine realistische Konkurrenz droht.

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn Ungemach droht vonseiten der Regulierungsbehörden. Hinzu kommt, dass die Aktien sehr teuer sind. Eine Amazon-Aktie kostet aktuell (Stand: 09 / 2021) mehr als das 50-fache des Jahresgewinns, bei den meisten DAX-Unternehmen liegt der Wert zwischen 10 und 20.

Google Risiken durch Zerschlagung Grafik

Die Mehrheit der US-Amerikaner ist für eine Zerschlagung von Big Tech, unabhängig vom politischen Lager. (Quelle: statista)

Mit anderen Worten: Schon langsameres Wachstum kann für die Aktien vieler Tech-Unternehmen das Ende bedeuten. Deshalb haben wir nur einen Wert in unsere Auswahl aufgenommen.

Alphabet

WKN: A14Y6FWKN kopiert / ISIN: US02079K3059ISIN kopiert

Alphabet ist nicht nur die Muttergesellschaft von Google, sondern auch von YouTube und treibende Kraft hinter dem mobilen Betriebssystem Android. Das führt dazu, dass das Unternehmen seine Gewinne 2021 um mehr als 70 Prozent steigern will. Gegenüber 2017 hätte sich der Gewinn dann fast versechsfacht. Das schlägt sich auch im Kurs nieder, im Sommer 2021 lag der Kurs um mehr als 1.200 Prozent höher als zehn Jahre zuvor.

Wegen des starken Gewinnwachstums liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 29 (Stand: 09 / 2021, Schätzung für Geschäftsjahr 2021) nicht viel höher als beim deutschen Elektrokonzern Siemens. 2017 hatte es noch bei fast 60 gelegen. Allerdings ist das günstige KGV auch ein Hinweis darauf, dass viele Profis die Risiken bei der Aktie sehen, nicht zuletzt wegen der Forderungen nach mehr Regulierung und der Herausforderung durch Wettbewerber aus China.

 201720182019
Gewinn pro Aktie in USD18,2744,2245,88
Umsatz in Mio. USD111.024,00136.958,00161.402,00
Dividende---

Quelle: Alphabet Investor Relations

Allerdings könnte Alphabet auch mit mehr Regulierung gut arbeiten. Obergrenzen für die Gebühren im Google Play Store oder höhere Ausschüttungen für Medienschaffende auf YouTube würden die Gewinne zwar senken, aber das Unternehmen nicht gefährden; und darum geht es bei Aktien für die Ewigkeit.

Außerdem ist Alphabet längst so breit aufgestellt, dass Gewinnrückgänge in einzelnen Bereichen leicht aufzufangen wären. Beispielsweise ist das Unternehmen ein wichtiger Anbieter beim zentralen Bereitstellen von Rechenkapazitäten, dem Cloud-Computing.

Vieles spricht dafür, dass wir Alphabet auch in 30 oder 40 Jahren noch auf dem Kurszettel finden. Dann ist das Unternehmen vermutlich ein etabliertes Unternehmen wie Microsoft. Auch dann wird es Gewinne erzielen und vielleicht sogar Dividenden zahlen – auf die müssen Inhaber*innen bisher nämlich verzichten.

Risikolos ist die Aktie trotzdem nicht. Die Regulierung kann schärfer ausfallen als erwartet. Die chinesische Konkurrenz kann schneller wachsen, genau wie der große Einfluss der Gründer. Diese haben sich mithilfe von Aktien mit Mehrfachstimmrecht die Macht über Alphabet gesichert, obwohl sie nur eine Minderheit des Kapitals halten. Bisher haben sie die Firma gut geführt, doch es wäre nicht das erste Mal, dass persönliche Befindlich- und Eitelkeiten der Gründer*innen eine Firma in den Abgrund führen. Auch neue, dezentrale Technologien können das zentralistische Modell von Google oder YouTube angreifen.

Die B-Aktien mit Mehrfachstimmrecht werden nicht an der Börse notiert. Wer in Alphabet investieren will, kann das aber mit A- oder C-Aktien tun. Erstere haben ein Stimmrecht, letztere nicht. Beide werden in Deutschland gehandelt und sind auch über kleinere Handelsplätze wie die Lang & Schwarz Exchange in Hamburg erhältlich. Sie können sie also auch über Neobroker kaufen und verkaufen.

Unilever

WKN: A0JNE2WKN kopiert / ISIN: GB00B10RZP78ISIN kopiert

Unilever wirkt wie das Gegenstück zu Alphabet. Das britische Unternehmen ist in einem traditionellen Markt sehr stark, nämlich dem Lebensmittel- und Konsumgütergeschäft. Der Kurs hat sich zuletzt eher schlecht entwickelt, in den vergangenen drei Jahren sank er um fast zehn Prozent. Und trotzdem ist das Papier für uns eine Aktie für die Ewigkeit.

Denn Lebensmittel oder Körperpflegeprodukte werden immer gebraucht. Zu Unilever gehören bekannte Markennamen wie der Deo-Hersteller Axe, Pfanni, Langnese, Iglo oder Mondamin. Das hört sich nicht gerade verlockend an. Viele Lebensmittel gelten als ungesund. Hinzu kommen Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Eiscreme-Tochter Ben & Jerrys.

Doch bei Aktien für die Ewigkeit zählt nicht die kurzfristige Perspektive, sondern die langfristige Ausrichtung. Und da spricht vieles dafür, dass die meisten Unilever-Produkte sich zwar ändern, aber nie ganz verschwinden. Zumal der Trend zu nachhaltigen Nahrungsmitteln die Bedeutung der großen Unternehmen noch steigert. Denn das künstliche Fleisch kommt nicht vom Metzger um die Ecke und der Haferdrink nicht von der lokalen Molkereigenossenschaft, sondern eben von großen Nahrungsmittelherstellern.

Ein weiterer Pluspunkt für Unilever sind die hohen Dividenden, auf die dank der britischen Gesetze auch keine Quellensteuer anfällt. Auch im Jahr 2020 hat das Unternehmen seine Auszahlung erhöht, allerdings trotz stagnierender Gewinne, was bedeutet, dass weniger Geld für Investitionen zur Verfügung steht.

 2018201920202021
Umsatz in Mrd. GBP45,145,645,1...
Gewinn je Aktie in EUR3,612,202,20...
Dividende in EUR1,571,661,72...

Ganz risikolos ist auch die Unilever-Aktie nicht. Der Wunsch nach regionalen Produkten könnte dem Unternehmen zusetzen. Alternativ könnte es den nächsten Trend verschlafen, denn gerade Ernährung ist mittlerweile ein sehr emotionales Thema. Aber die Aussichten für Unilever scheinen langfristig gut.

Münchener Rück

WKN: 843002WKN kopiert / ISIN: DE0008430026ISIN kopiert

Die Münchener Rück tritt heute zwar oft unter der englischen Kurzform Munich Re auf, der offizielle Name lautet aber noch immer Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München. Wie der Name schon andeutet, ist das Unternehmen eine Rückversicherung, bei der sich Versicherer wie die Allianz, Signal Iduna oder HUK Coburg ihrerseits versichern können. Daneben gehören der Erstversicherer Ergo sowie der Vermögensverwalter MEAG zum Unternehmen.

Wie Unilever zahlt das Unternehmen eine sehr attraktive Dividende, üblicherweise liegt sie über 4,0 Prozent. Das Corona-Jahr 2020 sorgte zwar für einen deutlichen Gewinnrückgang, doch die langfristigen Perspektiven sind auch hier gut.

Schon in den 1980er-Jahren war viel von der Risikogesellschaft die Rede. Nicht, wie der Soziologe Niklas Luhmann bemerkte, weil die Welt tatsächlich gefährlicher wurde, sondern weil früher demütig hingenommene Gefahren jetzt bekämpft, bewertet und eben versichert werden. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

 2018201920202021 (e)
Umsatz in Mrd. EUR57,365,666,4...
Gewinn je Aktie in EUR15,5318,978,63(20,53)
Dividende in EUR9,259,809,80(10,43)

Die Erstversicherer stehen dabei in einem brutalen Konkurrenzkampf. Kostenvergleiche werden immer einfacher, die Präsenz in der Fläche mit eigenen Vertriebsstrukturen ist immer weniger ein Vorteil und immer mehr ein Kostenpunkt. Rückversicherer sind da in einer bequemeren Situation. Es gibt deutlich weniger von ihnen, da ein hohes Maß an Wissen notwendig ist.

Trotz allem ist natürlich auch die Aktie der Münchener Rück nicht ohne Risiko. Vor unternehmerischen Fehlentscheidungen ist keine Firma sicher. Auch das Rückversicherungsgeschäft wird sich in den kommenden Jahren weiter digitalisieren. Das kann neuen Wettbewerbern den Zugang erleichtern oder die Preise drücken. Außerdem werden die beteiligen IT-Unternehmen ebenfalls ein Stück vom Kuchen wollen. Der Wandel kann auch den Zugang zu neuen Märkten öffnen und obendrein ist angesichts des voraussichtlich niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 11,8 für 2021 Luft nach unten.

ETFs als bessere Alternative

Wer sich möglichst wenig um sein Investment kümmern will, für den sind Fonds, die in mehrere Aktien gleichzeitig investieren, besser geeignet. Allerdings sind klassische Aktienfonds teuer. Sie verlangen oft einen hohen Ausgabeaufschlag von häufig 5 Prozent und jährliche Gebühren von mehr als 1 Prozent.

Börsengehandelte Fonds, vom englischen Exchange Traded Fund als ETF abgekürzt, sind deutlich günstiger und schneiden im Durchschnitt nicht schlechter ab. Weil sie über die Börse gehandelt werden, entfällt der Ausgabeaufschlag. Und da sie in den meisten Fällen einen Index wie den DAX oder den Dow Jones abbilden, sind die jährlichen Verwaltungsgebühren sehr viel niedriger.

ETF für die Ewigkeit: Xtrackers MSCI AC World UCITS ETF 1C

WKN: A1W8SBWKN kopiert / ISIN: IE00BGHQ0G80ISIN kopiert

Nicht jeder ETF ist gleich gut geeignet, um eine möglichst breite Streuung zu erzielen. Unsere Empfehlung ist der MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI). Im Gegensatz zum bekannteren MSCI World umfasst der ETF nicht nur die wichtigsten börsennotierten Unternehmen der Industrienationen, sondern auch Schwellenländer wie Südkorea, die Volksrepublik China oder die Republik China auf Taiwan.

Der Index umfasst auch die großen US-Tech-Firmen wie Amazon, Apple, Facebook, Microsoft, Alphabet oder Microsoft, gleichzeitig aber auch wichtige Aktiengesellschaften aus anderen Branchen wie den Finanzkonzern JPMorgen Chase oder aus anderen Ländern wie TAIWAN SEMICONDUCTOR. Deshalb sind starke Einbrüche bei diesem Index unwahrscheinlicher als bei weniger breit streuenden ETFs oder gar Einzelaktien.

In den vergangenen drei Jahren hat der Index um 50 Prozent zugelegt, stärker als der DAX. Wobei starkes Wachstum in einzelnen Jahren nicht die Stärke des Index sein soll, sondern vielmehr ein regelmäßiger Anstieg mit geringen Schwankungen.

Rendite 1 Jahr 32,6 %
Rendite 3 Jahre51,1 %
ErtragsverwendungThessaurierend
ReplikationPhysisch (Optimiertes Sampling)
Gesamtkostenquote (TER)0,25%

Auf den MSCI All Countries World Index werden mehrere ETFs angeboten. Der ETF der zur Deutschen Bank Gruppe gehörenden Marke Xtrackes (über die DWS Group) zeichnet sich aber durch eine niedrige Verwaltungsgebühr aus. Außerdem besitzt der Fonds die abgebildeten Aktien überwiegend tatsächlich, repliziert den Index also physisch und nicht synthetisch. Hinzu kommt, dass der ETF bei vielen Brokern als Sparplan verfügbar ist, oft ist er zudem gebührenfrei erhältlich. Dividenden werden wieder reinvestiert („thesauriert“), was den meisten Investierenden ebenfalls entgegenkommt.

Top 5 ETF

1
Anzahl ETFs
18000
Orderkosten 1000 €
0
Sparplanfähige ETFs
608
Anzahl gebührenfreier ETFs
273
Testberichtzu Smartbroker
2
Anzahl ETFs
1000
Orderkosten 1000 €
4,90€ + 0,25%
Sparplanfähige ETFs
600
Anzahl gebührenfreier ETFs
170
Testberichtzu Comdirect
3
Anzahl ETFs
165
Orderkosten 1000 €
1€
Sparplanfähige ETFs
165
Anzahl gebührenfreier ETFs
0
Testberichtzu OnVista
4
Anzahl ETFs
728
Orderkosten 1000 €
4,90€ + 0,25%
Sparplanfähige ETFs
700
Anzahl gebührenfreier ETFs
150
Testberichtzu ING
5
TradeRepublic Logo
Anzahl ETFs
7500
Orderkosten 1000€
0€
Sparplanfähige ETFs
1300
Anzahl gebührenfreier ETFs
500
Testberichtzu Trade Republic
Sie riskieren Ihr Kapital

Auch der MSCI All Countries World Index besteht allerdings zu rund 60 Prozent aus US-Aktien. Etwa ein Viertel der Werte stammt aus dem Bereich Kommunikations- und Informationstechnologie. Eine noch breitere Streuung kann daher sinnvoll sein. Das lässt sich durch die Aufteilung auf mehrere ETFs erreichen – oder durch einen Robo Advisor (siehe unten).

Besonders sinnvoll sind ETFs in Kombination mit einem Sparplan. Dabei werden zum Beispiel monatlich 25 Euro in einen ETF investiert. Das motiviert zum regelmäßigen Einzahlen und erzielt sofort Erträge. Das Geld muss nicht erst zinslos auf einem Tagesgeldkonto geparkt werden. Und schließlich sinkt das Risiko, zum falschen Zeitpunkt einzusteigen. Wer regelmäßig kauft, kauft mal zu guten und mal zu schlechten Kursen.

Stärken und Schwächen: Aktien für die Ewigkeit in der SWOT-Analyse

Sind solche „Ewigkeitsaktien“ überhaupt eine gute Investition? Wir erklären, welche Vor- und Nachteile es gibt.

Stärken: Zukunftsfähiges Geschäftsmodell

Aktien, die mit dem Prädikat „Aktien für die Ewigkeit“ ausgezeichnet werden, haben ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell und sind meistens nicht zu teuer. Das hat oft auch eine attraktive Dividendenrendite zur Folge. Nicht immer, wie das oben vorgestellte Beispiel Alphabet zeigt.

Ewigkeitsaktien werden außerdem meist länger gehalten, das reduziert die Kosten. Auch gebührenfreie Käufe und Verkäufe, wie sie beispielsweise Smartbroker oder justTRADE anbieten, kosten nämlich Geld, weil die Kaufkurse immer etwas höher liegen als die Verkaufskurse.

Nachteile: Weniger Potential

An der Börse gibt es keine Vorteile ohne Nachteile (außer mit Insiderwissen). Aktien wie Unilever werden ihren Kurs in den nächsten Jahren vermutlich nicht verzehnfachen, wie die von Nio oder Carbios beispielsweise. Dafür sind diese Aktien auch riskanter.

Außerdem schränkt die Suche nach „Ewigkeitsaktien“ die Auswahl ein. Nicht nur die der Aktien, sondern auch die der Branchen.

Chancen: Verstecktes Potential

Auch Aktien wie Unilever oder Münchener Rück können sich überraschend zu Wachstumsaktien entwickeln. Das Thema der Fleischersatzprodukte, vegane Produkte oder Essen aus Algen haben wir ja schon angesprochen, es könnte für die großen Nahrungsmittelkonzerne eine lukrative Einnahmequelle werden. Auch bei Alphabet ist viel Luft nach oben, schließlich kontrolliert die Firma defacto das Internet.

Infografik: Der Veggie-Boom

Gründe für den Konsum von Fleischersatz. (Grafik: Statista)

Risiken: Es kommt oft anders

Aber auch Aktien für die Ewigkeit sind nicht ohne Risiko. Die großen Digitalkonzerne stehen wegen ihrer Marktmacht ständig in der Kritik, die Münchener Rück könnte durch neue digitale Geschäftsmodelle angegriffen werden; und Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé oder Unilever gelten vielen Menschen ohnehin als das inkarnierte Böse.

Nicht zu unterschätzen ist auch ein psychologischer Effekt. Wer in Aktien für die Ewigkeit investiert, vernachlässigt unter Umständen die Streuung, weil die gekauften Aktien ja scheinbar sicher genug sind.

Lieber Streuung als Aktien für die Ewigkeit

Es ist richtig, Aktien für die Ewigkeit zu kaufen. Aber das müssen keine „Ewigkeitsaktien“ sein. Stattdessen ist eine breite Streuung die richtige Antwort.

Hin und her

macht Taschen leer.

(Börsensprichwort)

Denn kurzfristiges Kaufen und Verkaufen kostet Geld und bringt meist nichts. Bis Kleinanleger*innen von Problemen bei ihrem Unternehmen hören, haben die Großen der Branche längst verkauft und es ist zu spät, um noch auszusteigen. Das ist auch keine graue Theorie. In einem Experiment bekam eine Teilgruppe regelmäßig aktuelle Börseninformationen, die zweite nicht. Entsprechend kaufte und verkaufte die erste Gruppe häufig – und hatte am Ende weniger Geld als die zweite, die ihre Aktien sozusagen für die Ewigkeit gekauft hatten. In Krisen verkaufen Kleinanleger*innen meistens, wenn die nächste Erholung bevorsteht und steigen wieder ein, wenn die attraktivste Zeit schon vorbei ist.

Allerdings haben einzelne Aktien sehr wohl deutlich verloren. Wer mit einer riskanten Aktie sein komplettes Kapital verliert, wird kaum dadurch getröstet, dass es auch anders hätte kommen können. Die Antwort auf dieses Problem lautet Streuung. Entweder mit einem ETF oder mit einem Robo Advisor.

Alternativen zu Ewigkeitsaktien: Robo Advisor

Ein Robo Advisor wählt mithilfe eines Algorithmus jene Wertpapiere, die den Vorgaben der Investierenden entsprechen. Oft liest man deshalb auch den Begriff Online-Vermögensverwaltung oder automatisierte Vermögensverwaltung. Dabei wird üblicherweise nicht in Einzelaktien investiert, sondern in ETFs, manchmal auch in ETCs, also börsengehandelte Rohstoffe.

Im Mittelpunkt stehen bei der Auswahl meistens niedrige Gebühren und eine breite Streuung. Dafür sucht der Robo Advisor ETFs aus, die sich oft gegensätzlich entwickeln, also solche, die in Krisenzeiten vergleichsweise stabil bleiben und andere, die in Boomphasen stark wachsen.

Top 5 Robo Advisor

1
Servicegebühr
0,80%
Fondskosten
0,15%
Sparplan
Ab 25€
Mindesteinlage
Ab 1.000€
Anlagestrategien
5
Testberichtzu Oskar
2
quirion-logo-184x44
Servicegebühr
0,00%
Fondskosten
0,22%
Sparplan
Ab 30€
Mindesteinlage
Ab 5.000€
Anlagestrategien
10
Testberichtzu Quirion
3
Weltsparen-logo-184x44
Servicegebühr
0,33%
Fondskosten
0,16%
Sparplan
Ab 50€
Mindesteinlage
Ab 500€
Anlagestrategien
4
Testberichtzu Weltsparen
4
Growney-logo-184x44
Servicegebühr
0,69%
Fondskosten
0,27%
Sparplan
Ab 1€
Mindesteinlage
Ab 0€
Anlagestrategien
5
Testberichtzu Growney
5
Servicegebühr
0,70%
Fondskosten
0,25%
Sparplan
Ab 50€
Mindesteinlage
Ab 2.500€
Anlagestrategien
5
Testberichtzu Fintego
Sie riskieren Ihr Kapital

Der Robo Advisor investiert nicht nur in Aktien-ETFs, sondern auch in Anleihen. Wie hoch deren Anteil sein soll, entscheidet die Kundschaft. Einige Robo Advisor wie OSKAR kaufen auch Gold. Wie bei ETFs ist auch hier ein Sparplan sinnvoll.

Kauf- oder Verkaufsgebühren fallen bei der Online-Vermögensverwaltung nicht an. Dafür verlangt der Betreiber eine jährliche Verwaltungsgebühr, die üblicherweise unter 1 Prozent liegt. Hinzu kommen ETF-Gebühren, die aber üblicherweise niedriger sind, als wenn ETFs selbst gekauft werden.

--
Servicegebühr Fondskosten Sparplan Min. Einlage Anlegestrategien
0,15 % 0,80 % Ab 25 € 1.000 € 5
Tipp:
Wer Spaß am Traden hat, kann eine Online-Vermögensverwaltung mit einem klassischen Depot kombinieren. Die Commerzbank bietet unter ihrer Marke comdirect bank sowohl ein klassisches Aktiendepot als auch das cominvest depot, einen Robo Advisor.

Fragen und Antworten zu Ewigkeitsaktien

Was sind Buy and Hold Aktien

Buy and Hold ist der englischsprachige Ausdruck für Ewigkeitsaktien, also Aktien, die auch langfristig Potential haben.

Welche Aktien für die Ewigkeit kaufen?

Hersteller von Nahrungsmitteln oder Konsumgütern haben ein langfristig tragendes Geschäftsmodell. Ihre Wertpapiere gelten oft als Aktien für die Ewigkeit. Aber auch sie sind nicht sicher vor technologischen Umbrüchen. Besser ist der Kauf eines ETFs, eines börsengehandelten Fonds.

Wie lange Aktien halten?

Kaufen Sie Aktien für die Ewigkeit. Wer wegen schlechter Nachrichten die Aktien eines Unternehmens verkauft, verkauft meistens schon zu spät. Studien zeigen, dass hektisches Kaufen und Verkaufen meistens die Erträge schmälert. Besser ist es, auf eine breite Streuung zu achten und die Nerven zu behalten.

Welchen ETF für die Ewigkeit kaufen?

Ideal ist ein weltweit und über alle Branchen investierender ETF, beispielsweise auf den MSCI All Countries World Index. Weil auch der fast 60 Prozent seines Kapitals in den USA investiert, kann ein Robo Advisor die bessere Option sein.

Fazit

Es gibt keine Aktien für die Ewigkeit, denn der technologische Wandel kann selbst Giganten wie Alphabet (Google, YouTube) eines Tages in die Knie zwingen. Aber einige Firmen haben bessere Chancen als andere, in 40 Jahren noch auf dem Kurszettel zu stehen. Wir haben einige vorgestellt. Besser ist aber eine breite Streuung. Das ist auch sinnvoller als hektisches Kaufen und Verkaufen, denn meistens reagieren Privatanleger*innen zu spät. Gut eignen sich dafür ETFs, die dann durch einzelne Aktien ergänzt werden können.

 

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Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Er selbst legt sein Geld am liebsten mit ETFs an, gerne themen- und länderspezifisch, aber immer auch im Hinblick auf eine breite Streuung. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben.

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