5000,- Euro anlegen

Wie lege ich 5.000 Euro richtig an? Das hängt von vielen Faktoren ab, vom Zeitrahmen, von der persönlichen Risikoneigung und von den übrigen Geldanlagen. Aber ein paar allgemeine Tipps lassen sich schon geben. Für die meisten Anleger dürften ein Mix aus drei oder vier ETFs oder ein Robo Advisor die beste Möglichkeit sein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Geld für unvorhergesehene Ereignisse behalten
  • Risiko streuen
  • ETF erleichtern Geldanlage
  • Robo Advisor übernimmt Geldanlage fast völlig

Auf was es ankommt

Nicht für jeden Anleger ist der gleiche Ratschlag der richtige. Vor allem drei Fragen müssen Anleger sich stellen:

  • Wie viel Sicherheit will ich?
  • Wie langfristig will ich Geld anlegen?
  • Wie sieht mein bisheriges Portfolio aus?

Wem Sicherheit sehr wichtig ist, der findet sie in erster Linie bei Bankprodukten wie Fest- und Tagesgeld. Denn dort werden EU-weit Einlagen bis 100.000,- Euro durch Entschädigungsfonds und Staaten garantiert, in Deutschland sogar noch höhere Beträge.

Auch wer das Geld in den nächsten Jahren benötigt, sollte auf festverzinsliche Anlagen setzen. Denn bis ein Einbruch an der Börse „verdaut“ ist, kann es einige Zeit dauern.

Weil immer mal unvorhergesehene Ausgaben kommen können, sollten Anleger immer etwas Geld auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern verfügbar halten.

Fall 1: Bisher noch gar nichts zurückgelegt

Wer bisher noch gar kein Geld zurückgelegt hat, zahlt am besten 2.000,- Euro auf ein Tagesgeldkonto ein. Wer ein Haus besitzt, wo schnell mal hohe Rechnungen für Reparaturen anfallen können, der sollte weitere 2.000,- Euro in ein Zuwachssparen investieren. Das Geld ist dann mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten verfügbar. Wird es nicht abgehoben, steigen jährlich die Zinsen. Nicht alle Banken bieten dieses Modell. Zu den attraktiven Direktbanken mit einem Zuwachssparen gehört beispielsweise die DKB.

Die letzten 3.000,- beziehungsweise 1.000,- Euro sollten dagegen langfristig investiert werden – zumindest wenn man das Geld nicht auf absehbare Zeit benötigt oder sehr risikoscheu ist. Weil für jede Transaktion Gebühren anfallen, lohnt sich keine Aufteilung auf mehrere Wertpapiere. Am besten kauft man deshalb einen ETF, der in möglichst viele Länder und Branchen investiert, beispielsweise einen auf den MSCI World All Countries. Oder man investiert das Geld in einen Robo Advisor Fonds wie Easyfolio (siehe Kapitel „Automatisch anlegen mit einem Robo Advisor“).

Fall 2: 5.000 Euro langfristig investieren

Wer nach Anlageideen für 5.000,- Euro sucht, der meint damit meist nicht das Sparbuch. Er hat schon etwas Geld auf dem Tagesgeldkonto für Notfälle und möchte die 5.000,- langfristig anlegen. Dabei ist ihm eine gute Mischung aus Risiko und Chancen wichtig. Das geht am besten mit den unten beschriebenen drei Bausteinen – oder einem Robo Advisor.

Üblicherweise fallen auch bei Online-Brokern Gebühren um 10,- Euro je Transaktion statt. Mehr als drei oder vier verschiedene Wertpapiere sollen deshalb nicht im Depot liegen. Umso wichtiger ist, dass sie eine breite Streuung bieten. Einzelaktien scheiden da weitgehend aus, besser sind börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs.

Baustein 1: Die Basis

Der DAX enthält immerhin 30 Werte. Das ist zwar viel, aber der Index hat einen großen Nachteil: Alle enthaltenen Firmen kommen aus Deutschland. Zwar sind viele längst weltweit aufgestellt, doch eine Krise in der Bundesrepublik würde sie stark treffen. Hinzu kommt, dass der Automobilsektor im DAX überrepräsentiert ist. Starke Technologiekonzerne finden sich dagegen kaum.

Besser ist der MSCI World als Basis geeignet. Doch anders als der Name vermuten lässt, investiert der Index nur in Industrienationen. Die aber werden fast alle mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: einer alternden Bevölkerung und ehrgeizigen Schwellenländern.

Als Basis des Depots sollte deshalb der MSCI World All Countries dienen. Hier sind auch Aktien aus Schwellenländern wie Südkorea oder Hong Kong enthalten. Diesen Index bildet beispielsweise der Xtrackers MSCI AC World Index UCITS ETF 1CISIN (WKN: A1W8SB) ab.

Wir schlagen vor die Hälfte des Kapitals hier zu investieren.

Baustein 2: Dynamik hinzufügen

Auch der MSCI World All Countries enthält aber nicht alle Länder. Entwicklungsländer bleiben auch hier außen vor. Außerdem sind durch die Konzeption des Index große Firmen überrepräsentiert. Anleger können also nun einen ETF kaufen, der gezielt in kleine Unternehmen investiert. Beispielsweise den iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF (WKN: A2DWBY).

Oder man investiert gezielt in Technologie wie mit dem Lyxor MSCI World Information Technology TR UCITS ETF C-EUR (WKN: LYX0GP).

Interessant können auch Aktien der sogenannten Frontier Markets sein. Das sind Entwicklungsländer, die an der Grenze (englisch: Frontier) zu den Schwellenländern stehen, beispielsweise Costa Rica, Sri Lanka oder die Elfenbeinküste. Aktien aus diesen Grenzmärkten lassen sich über den Xtrackers S&P Select Frontier Swap (WKN: DBX1A9) kaufen.

Rund 1.000,- Euro sollten in diesen Baustein fließen.

Baustein 3: Die Freie Komponente

Weitere 1.000,- Euro stehen damit für einen dritten Baustein bereit (rein rechnerisch sind es 1.500,- Euro, aber weil sich meist nicht für genau 2.500,- Euro und genau 1.000,- Euro ETFs kaufen lassen, wohl eher knapp über 1.000,- Euro).

Wer möchte, kann hier eine weitere der unter Baustein 2 genannten Investmentideen umsetzen. Hat man bereits Grenzmärkte gekauft, kann man jetzt also noch Aktien kleiner Unternehmen hinzu fügen.

Viele Anleger haben aber auch das Bedürfnis in den Heimatmarkt stärker zu investieren. Besser als der DAX ist dafür der FAZ-Index geeignet, denn er beinhaltet 100 statt nur 30 Firmen. Allerdings gibt es auf ihn aktuell nur einen einzigen ETF, nämlich den ComStage F.A.Z. Index UCITS ETF (WKN: ETF006). Natürlich stehen auch zahlreiche Mitglieder der DAX-Familie zur Auswahl, von MDAX über SDAX bis bin zum TexDAX.

Anlegen mit Robo Advisor

Unsere drei Bausteine erlauben eine Investition mit wenig Aufwand und bieten trotzdem eine breite Streuung. Wem auch das noch zu viel Arbeit ist, der kann sein Geld einer Vermögensverwaltung anvertrauen. Klassische Anbieter wie die Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank oder der Privatbank Johann Berenberg, Gossler & Co. KG verlangen allerdings meist hohe Beträge, nicht selten eine Million Euro.

Mit weniger Geld können Anleger bei einer automatisierten Vermögensverwaltung starten. Dabei wird das Geld von einem Algorithmus nach dem vom Kunden gewünschten Risikoprofil angelegt. Diese sogenannten Robo Advisor investieren überwiegend ebenfalls in ETF, meist nach statistischen Kriterien, bei denen die Risikostreuung im Vordergrund steht.

Oft sind hier Mindesteinzahlungen von 10.000,- nötig, auch mit 5.000,- Euro finden Anleger aber bereits einige Anbieter. Wer ohnehin ein Online-Depot besitzt, kann das Geld in easyfolios investieren. Dieser Robo Advisor ist als börsengehandelter Dachfonds konzipiert, lässt sich also einfach über den Wertpapierbroker zum aktuellen Kurs kaufen.

Bereits ab 3.000,- Euro können Kunden aber auch bei der Comdirect Bank ein Cominvest Depot eröffnen.

Fazit

Wer 5.000,- Euro investieren will und bereits ein kleines Tagesgeldkonto für Notfälle besitzt, der kann mit ETFs relativ einfach eine breite Streuung erreichen. Theoretisch erreicht man die sogar bereits mit einem einzigen Indexfonds auf den MSCI World All Countries. Weil der aber nur Großunternehmen enthält und nicht in Entwicklungsländer investiert, sind ein oder zwei weitere ETFs sinnvoll. Beispielsweise einer, der in kleine Unternehmen investiert und ein weiterer, der Aktien aus Grenzmärkten abbildet, also aus Entwicklungsländern die das Potential zum Aufstieg zum Schwellenland haben. Einige Anleger möchten stattdessen auch gezielt in ihren Heimatmarkt investieren. Oder man vertraut sein Geld einfach einem Robo Advisor wie dem Cominvest Depot an.

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