Nachhaltig investieren in Aktien und ETFs 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vestas-Aktie (Windkraft) stieg 2019 um 20 Prozent.
  • Beyond Meat (Fleischersatz) soll bis 2040 einen Marktanteil von 40 Prozent innehalten.
  • Elektromobilität ist ein weiteres großes Thema in der Diskussion um Nachhaltigkeit. Wir stellen die Tesla-Aktie vor.
  • Risiko beim Investieren in Nachhaltigkeit ist, dass es sich nur um einen Trend halten könnte. Aber natürlich gibt es auch Stärken und Chancen für nachhaltiges Investieren. In der SWOT-Analyse nennen wir die wichtigsten Argumente.
  • Außerdem machen wir Ihnen drei Vorschläge, wie Sie nachhaltig in ETFs investieren können.


Die Top 3 nachhaltigen Aktien

Sie müssen freitags nicht die Schule schwänzen, um zu wissen: Nachhaltiges Handeln wird immer wichtiger. Die gestiegene Aufmerksamkeit für dieses Thema zeigt sich inzwischen auch in der Wirtschaft. Nicht umsonst münzen deshalb Konzerne wie McDonald’s oder H&M ihre Kampagnen auf Nachhaltigkeit um. Unternehmen, die in diesem Bereich schon länger überzeugen, haben hervorragende Perspektiven und Aktionäre können mit gutem Gewissen ihr Geld vermehren. Hier stellen wir unsere Top 3 nachhaltigen Aktien vor:

Nachhaltig investieren in Fleischersatz: Beyond Meat

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(Bild: stocksnap.io | @ Mali Maeder)

Beyond Meat wurde 2009 gegründet und ging erst im Frühjahr 2019 an die Börse. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, einen nachhaltigen Fleischersatz anzubieten. Mit Erfolg. Der „Beyond Burger“ und weitere Produkte des kalifornischen Herstellers haben einen regelrechten Hype ausgelöst.

In den ersten drei Monaten nach Börsengang verfünffachte sich der Aktienkurs auf bis zu 240 US-Dollar, bis schließlich die Korrektur kam. Aktuell handelt die Aktie bei etwa 81 US-Dollar, was immer noch beinahe einer Verdopplung des Ausgabepreises entspricht.

Die Kurskorrektur war ein hartes Erwachen für viele Anleger, die die Beyond Meat Aktie gekauft hatten, doch wer das Unternehmen abschreibt, missversteht den wirtschaftlichen und ökologischen Trend, der den Hype erst ausgelöst hat.

 201620172018
Umsatz in Millionen US Dollar16,832,5887,93
Gewinn je Aktie in US-Dollar- 3,67- 0,52- 0,51
Dividende je Aktie---

Beyond Meat ist der Pionier der Fleischlos-Ära, die jetzt beginnt. Nach einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney werden Fleischersatzprodukte bis 2030 einen Umsatz von 400 Milliarden US-Dollar erreichen, bei einem Marktanteil von 28 Prozent. Bis 2040 ist sogar ein Marktanteil von bis zu 60 Prozent prognostiziert.

Zum Vergleich: Beyond Meat wird dieses Jahr einen Umsatz von gerade einmal 200 Millionen US-Dollar erzielen, aber das Unternehmen ist bestens positioniert, um sich ein größeres Stück von dem Kuchen zu sichern. Ein riesiger Vorteil liegt in dem sauberen und ethischen Image. Konkurrenten wie Nestlé oder Kellogg mögen finanzstärker sein, aber sie kommen für ein nachhaltiges Investment eher nicht infrage.

Beyond Meat beschränkt sich darauf, nachhaltige Alternativen für den Fleischkonsum zu entwickeln – und dies mit Erfolg. Das Unternehmen braucht für seine Produkte nur halb so viel Energie und Wasser wie für Rindfleisch benötigt wird und will weiter Ressourcen sparen. Es zeichnet sich bereits ab, dass Verbraucher und Anleger diesen Ansatz belohnen.

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Nachhaltig investieren in Elektromobilität: Tesla

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(Bild: pixabay.de | @ Blomst)

Tesla ist der weltweit führende Hersteller von E-Autos und ist eines der wenigen Unternehmen, die auch die Batterien selbst produzieren. Der Autohersteller mit dem exzentrischen Elon Musk an der Spitze hat viel Konkurrenz, aber die Fakten sprechen für die Tesla-Aktie.

Als Startup erst 2003 gegründet, ist Tesla mittlerweile über 50 Milliarden US-Dollar wert und treibt die traditionellen Autobauer vor sich her. Während VW, Daimler, BMW und Co. noch mit Altlasten aus dem Benzin- und Dieselgeschäft zu kämpfen haben, ist Tesla voll und ganz auf die Elektromobilität konzentriert und hat sich als absoluter Marktführer etabliert.

Die Tesla-Produktion steigt jährlich um mehr als 50 Prozent, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Dennoch sind die Gewinne bislang dünn, weil das Unternehmen extrem viel in Forschung und Entwicklung für bessere Antriebe und das autonome Fahren investiert.

 201620172018
Umsatz in Milliarden US-Dollar7,1311,7521,27
Gewinn je Aktie- 4,68- 11,83- 5,72
Dividende je Aktie- - -

Und genau darin liegt die große Chance für ein nachhaltiges Investment: Elektromobilität ist eine massive Disruption für die Automobilindustrie. Die Batterien werden immer leistungsfähiger und zuverlässiger – dass sich die Kapazität in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird, gilt als gesichert. Tesla ist hier der große Innovationstreiber und baut sich gerade einen Vorsprung auf, der für die anderen Autohersteller schwer aufzuholen sein wird. Für Investoren, die an den Wandel der Automobilindustrie glauben, ist Tesla daher der heißeste Kandidat.

Der US-Autobauer analysiert seinen globalen CO2-Fußabdruck und Energieverbrauch und arbeitet aktiv daran, beide trotz Expansion gering zu halten. So sei es bereits gelungen, über 280 Millionen Liter Benzin einzusparen. „Genug Benzin, um mit einem Verbrenner 290,000 Mal von Los Angeles nach New York und zurückzufahren“, so das Unternehmen in seinem „Impact Report“.

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Nachhaltig investieren in Windkraft: Vestas

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(Bild: pixabay.de | @ Servicelinket)

Vestas ist der weltgrößte Anbieter von Windkraftanlagen mit mehreren Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Das dänische Unternehmen wirtschaftet seit Jahren mit Profit und führt die Branche vor dem deutschen Konkurrenten Nordex an.

Vestas profitiert als Marktführer von seiner Größe und kann besonders günstig produzieren. Der schwache Aktienkurs im vergangenen Jahr spiegelt die vorübergehend niedrigere Nachfrage wider, nicht aber die längerfristigen Aussichten. 2019 ist ein Übergangsjahr für die Branche, die sich mit langen Genehmigungsfristen für den Ausbau und mit dem Umstieg auf neue Windrad-Typen auseinandersetzen muss.

Diese Entwicklung kann nur als vorübergehende Flaute betrachtet werden. Windturbinen sind ein essentieller Baustein, um die Klimakrise aufzuhalten. Ohne den massiven Ausbau von Windkraft wird der gewollte Umstieg auf erneuerbare Energien nicht möglich sein.

 201620172018
Umsatz in Milliarden Euro10,239,9510,13
Gewinn je Aktie4,414,203,39
Dividende je Aktie289267205

Vestas ist in einer idealen Position, um von diesem Trend zu profitieren. Das Unternehmen ist schuldenfrei und verfügt über eine große Cash-Position, die Investitionen erlaubt, sobald sich Möglichkeiten auftun.

Die Vestas-Aktie hat in diesem Jahr um über 20 Prozent zugelegt. Die aktuell vollgefüllten Auftragsbücher und der politische Druck, auf erneuerbare Energien umzusteigen, deuten darauf hin, dass es in den nächsten Jahren noch weiter nach oben gehen wird.

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Nachhaltig investieren: Eine Einführung

Was ist nachhaltiges Investieren?

Nachhaltiges Investieren hat im Deutschen eine Doppelbedeutung. Häufig sind damit Aktien oder Fonds gemeint, die langfristig gehalten werden sollen, weil sie eine stabile Rendite versprechen, im Gegensatz zur kurzfristigen Spekulation.

Nachhaltig Investieren meint aber auch die Beachtung von ökologischen und ethischen Kriterien bei der Auswahl von Investments. Konzerne, die dafür infrage kommen, agieren beispielsweise besonders umweltfreundlich, zahlen faire Löhne und setzen absolut nicht auf Kinderarbeit.

Wie finde ich nachhaltige Unternehmen?

Es gibt keine einheitliche Methode, um die besten nachhaltigen Unternehmen zu finden. Das liegt auch daran, dass jeder unterschiedliche Anforderungen an Umweltfreundlichkeit und ethisches Verhalten stellt. Zwei Ansätze haben sich jedoch bewährt.

  • Nachhaltiges investieren mit ESG

Viele Ratingagenturen beurteilen die Nachhaltigkeit von Konzernen und Fonds nach den ESG-Kriterien. Die Abkürzung steht für Environment, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und ethische Unternehmensführung. Es bietet sich an, diese Bewertung bei einem Investment zu Rate zu ziehen.

  • Best-in-Class-Ansatz

Bei dieser Strategie versucht man, in die Unternehmen zu investieren, die in ihrer Branche besonders umweltfreundlich und sozial agieren. Dieses Verfahren erfordert, dass man sich mit dem Bereich beschäftigt und einen Überblick über das Unternehmen verschafft. Der Vorteil ist, dass solche Unternehmen häufig als Vorreiter für die Branche agieren und einen Wettbewerb für nachhaltigere Lösungen anstoßen. Auch werden Best-in-Class-Unternehmen in speziellen Nachhaltigkeitsfonds gehandelt.

Sind Nachhaltigkeit und Rendite vereinbar?

Natürlich können nachhaltige Unternehmen und Fonds Rendite erwirtschaften. Das heißt aber nicht, dass sie sich besser entwickeln als herkömmliche Investments. Beyond Meat, Tesla und Vestas sind Positivbeispiele, die den Markt dieses Jahr deutlich geschlagen haben. Ebenso gibt es auch nachhaltige Unternehmen, die sich schwach entwickelt haben – es kommt hierbei schlicht auf die Auswahl an!

SWOT Analyse für nachhaltiges Investieren

Um eine wirkliche Entscheidung darüber zu treffen, wo man sein Geld anlegt, ist es wichtig, alle Seiten des möglichen Investments zu betrachten. Es bietet sich an, eine SWOT-Analyse zu machen, bei der Stärken, Schwächen, Möglichkeiten (Chancen) und Bedrohungen (Risiken) herausgearbeitet werden.

Zu den Stärken von nachhaltigem Investieren zählt natürlich die Förderung von Unternehmen, die umweltverträglich arbeiten. Dadurch entsteht eine gewisse Sogwirkung: Die geförderten Unternehmen können expandieren und die Branche im Gesamten wird umweltfreundlicher. Auch können Unternehmen, die jetzt schon ressourcenschonend und nachhaltig arbeiten, ein gutes Investment für langfristige Rendite sein. Hier kommt der gesellschaftliche Trend ins Spiel, eine solche Ausrichtung zu belohnen. Auch sind gewisse Risiken beim nachhaltigen Investieren ausgeschlossen – so wird es zum Beispiel bei Tesla keinen Diesel-Skandal geben.

Auf der anderen Seite ergeben sich auch Schwächen beim nachhaltigen Investieren. Wenn man sich auf Unternehmen beschränkt, die umweltfreundlich agieren, sind einige renditestarke Aktien bereits ausgeschlossen. Somit hat man eine geringere Auswahl als konventionelle Aktienhändler. Darüber hinaus gibt es keine exakten Nachhaltigkeitskriterien: Eine zusätzliche Recherche ist nötig, wenn man feststellen will, ob das jeweilige Unternehmen den eigenen ökologischen und sozialen Vorstellungen entspricht.

Weiter zu den Möglichkeiten und Chancen beim nachhaltigen Investieren: Für Anleger, die bereits jetzt auf umwelt- und sozialfreundliche Unternehmen setzen, besteht eine reelle Chance, dass diese sich durchsetzen und zu Marktführern werden. Das kann an geschickter Unternehmensführung liegen, aber noch wichtiger ist, dass viele nachhaltige Unternehmen in Wachstumsbranchen aktiv sind. Sie behandeln die großen Bereiche Energie, Mobilität und Ernährung und suchen nach sauberen und ethischen Lösungen. Im Optimalfall sind sie damit erfolgreich, was sowohl Umwelt als auch Investoren profitieren lässt. Investments in aufstrebende Märkte, sogenannte Emerging Markets, werden somit immer attraktiver.

Die Risiken beim nachhaltigen Investieren sind grundsätzlich die gleichen wie bei der konventionellen Geldanlage in Aktien oder Fonds. Verluste sind möglich und einige Unternehmen aus diesem Bereich sind Neulinge an der Börse und sehr anfällig für Kursschwankungen. Auch kann es Fälle geben, in denen aufgrund gesellschaftlicher oder politischer Entwicklungen ein besonderer Hype entsteht, wie etwa bei Beyond Meat – oder auch dem Bereich der Cannabis Aktien. Dann sind rasante Kursanstiege aber auch -einbrüche nicht ausgeschlossen. Andererseits kennt man dieses Phänomen auch aus dem Tech-Sektor und man kann nicht sagen, dass nachhaltiges investieren spezielle Risiken mit sich bringt. Auch hier kommt es auf die Auswahl der Unternehmen und die Diversifikation des Portfolios an.

Nachhaltig investieren in ETFs – drei Vorschläge

Viele Anleger scheuen sich davor, ihr Geld in Einzelaktien zu investieren. Als Alternative bieten sich nachhaltige ETFs an, die nur Unternehmen umfassen, die soziale und ökologische Standards einhalten. Nachhaltig investieren in Fonds hat sich als Ansatz etabliert, um Risiken zu vermeiden.

UBS-MSCI-World-SRI-ETF

 

Ein solcher ETF ist der UBS-MSCI-World-SRI-ETF. Dabei steht „SRI“ hier für Socially Responsible Investments, also sozial verantwortliche Geldanlagen. Das meint den Verzicht auf Aktien aus den Bereichen Waffen, Alkohol, Pornographie oder Glücksspiel.

Der Indexfonds hat in den letzten Jahren durchgängig eine zweistellige Rendite erwirtschaftet und damit viele traditionelle Indizes abgehängt. Auch die niedrigen Gebühren von 0,38 Prozent jährlich können sich sehen lassen.

Zu den größten Positionen des Fonds zählen unter anderem Microsoft, Walt Disney oder SAP. Jedoch ist der Fonds auch in Unternehmen wie McDonald´s oder Pepsico investiert. Ob Anleger diese Unternehmen unterstützen wollen, ist eine persönliche Entscheidung. Generell gilt für den UBS-MSCI-WORLD-SRI-ETF, dass er viele Firmen aus kritischen Bereichen vermeidet und dabei dennoch eine überdurchschnittliche Rendite liefert. Auch ist der Fonds mit seinem Anlagevolumen von über einer Billion Dollar einer der größten der Branche und wird von der renommierten UBS angeboten.

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MSCI-World-ESG-Trend-Leader-ETF

Eine weitere Möglichkeit ist der MSCI-World-ESG-Trend-Leader-ETF des französischen Anbieters Lyxor. Dort wird ebenfalls als Grundlage der MSCI-World herangezogen, aber bei der Selektion wird klar auf die ESG-Kriterien geachtet. Von den etwa 1.700 Mitgliedern des MSCI-World-Index verbleiben rund 800 in dem Fonds von Lyxor.

Auch dieser Fonds hat auf Jahressicht starke 15 Prozent Rendite eingefahren. Zu den größten Beteiligungen gehören hier Unternehmen wie Roche, Intel und Procter & Gamble. Diese repräsentieren Gesundheitswesen, IT und Konsumgüter – drei Kernbereiche des Fonds.

Wieder gilt: Der Fonds ist nicht ausschließlich in „grüne“ Unternehmen investiert und 60 Prozent des Kapitals sind in den USA angelegt. Das ist eine recht hohe Konzentration auf eine Region und sollte im Zweifelsfall nicht der einzige ETF im Portfolio sein. Für den Lyxor-Fonds sprechen jedoch die Gebühren von lediglich 0,3 Prozent.

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Chart Lyxor-Green-Bonds-UCITS-ETF

Lyxor hat mit seinem Green-Bond-UCITS-ETF auch eine weitere spannende Alternative im Angebot. Dieser Index besteht aus grünen Anleihen mit Investment Grade Rating. Das heißt, es werden nur festverzinsliche Wertpapiere von Staaten und großen Unternehmen gekauft. Deren Erlöse fließen dann in umweltfreundliche Projekte.

Der ETF existiert erst seit 2017 und hatte ein verlustreiches erstes Jahr. 2018 hat er allerdings über zehn Prozent gewonnen und das Investment in Anleihen steht für langfristige Stabilität. Die jährlichen Gebühren liegen bei niedrigen 0,25 Prozent.

Positiv bei diesem Lyxor-ETF ist vor allem, dass alle Anleihen von einer unabhängigen Institution geprüft werden, der Climate Bonds Initiative. Die Erlöse fließen in Projekte, die den Klimawandel bremsen sollen und umweltfreundlich sind. Anleger können Ihr Geld so ethisch und nachhaltig investieren und sich gleichzeitig abzusichern.

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Top 5 ETF

1
Degiro
Anzahl ETFs
200
Orderkosten 1000€
2,00€ + 0,03%
Sparplanfähige ETFs
0
Anzahl gebührenfreier ETFs
200
Testberichtzu Degiro
2
Anzahl ETFs
165
Orderkosten 1000 €
1€
Sparplanfähige ETFs
165
Anzahl gebührenfreier ETFs
0
Testberichtzu OnVista
3
Anzahl ETFs
1000
Orderkosten 1000 €
4,90€ + 0,25%
Sparplanfähige ETFs
600
Anzahl gebührenfreier ETFs
170
Testberichtzu Comdirect
4
Anzahl ETFs
443
Orderkosten 1000 €
9,95€ + 1%
Sparplanfähige ETFs
443
Anzahl gebührenfreier ETFs
250
Testberichtzu Consorsbank
5
Anzahl ETFs
746
Orderkosten 1000 €
5,90€ + 0,59%
Sparplanfähige ETFs
746
Anzahl gebührenfreier ETFs
358
Testberichtzu Flatex
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Weitere Alternative: Impact Investing

Mit Impact Investing sind Wertanlagen gemeint, deren sozialer oder ökologischer Mehrwert konkret messbar ist. Beispielsweise erfahren Anleger, wie viel Ököstrom produziert wurde oder wie viele Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz erhalten haben. Auch ein Abgleich des CO2-Fußabdrucks wird angewendet. Anleger werden darüber informiert, wie viel CO2 im Vergleich zu einem Investment in konventionelle Aktien eingespart wurde.

Bei dieser Art des Investierens ist ganz klar festzuhalten, dass die nachhaltige Wirkung Teil der Rendite ist. Nachhaltige Banken und Stiftungen, die Impact Investing anbieten, geben dies meist auch an und streben einen Ertrag unter Marktdurchschnitt (bei ähnlichem Risiko) an. Hinzu kommt, dass Impact Investing mehr Aufwand bedeutet, was die Produktgebühren nach oben treibt. Auch schränkt das die Auswahl ein und begründet das aktuelle Nischendasein mit einem geringen Investitionsvolumen. Andererseits wächst der Markt für messbare Nachhaltigkeit sehr stark an, was in absehbarer Zeit auch zu lukrativeren Investitionsmöglichkeiten führen wird.

Nachhaltig investieren in Mikrofinanz

Auch für Mikrokredite gilt: Es soll transparenter werden, was mit dem investierten Geld erreicht wird. Beispielswiese können Anleger über spezielle Plattformen direkt bei Existenzgründungen in Schwellen- und Entwicklungsländern helfen. Anschließend kann das Unternehmen begleitet werden und man wird zum Beispiel darüber informiert, wie erfolgreich der Aufbau einer Hühnerfarm in Nigeria abläuft. Investieren in nachhaltige Projekte wird somit sehr direkt und wirkungsvoll.

Mikrokredite gelten in dieser Form deswegen als ein besonders ethisches Investment. Häufig besteht eine geringe Einstiegshürde mit einem Mindestinvestment ab einem US-Dollar. Die Ausfallrate der Kredite ist gering, allerdings werden keine Zinsen ausgezahlt. Es existieren aber auch Marktplätze für Mikrokredite bei denen Anleger eine Rendite erwarten können, auch Fonds werden angeboten. Es empfiehlt sich, verschiedene Plattformen zu vergleichen und ein Projekt zu unterstützen, was den persönlichen Vorstellungen entspricht.

Ausblick: Das „Paris-Label“der EU

Die EU fördert nachhaltige Geldanlagen, um die Pariser Klimaziele einzuhalten. Damit der Ausstoß von Treibhausgasen hinreichend reduziert werden kann, müssten bis zu 180 Milliarden Euro jährlich investiert werden, schätzen die Experten aus Brüssel.

Diese Summe erfordert auch Investments aus dem privaten Sektor. Daher wurde das „Paris-Label“ entwickelt, das Investments kennzeichnen soll, die mit dem Klimaabkommen im Einklang stehen. Brüssel macht dabei zunehmend Druck und plant, Bankberater zu verpflichten, ihre Kunden über nachhaltige Investments zu informieren. Auch soll zwingend über die Klimafolgen der Geldanlage aufgeklärt werden.

Nachhaltige Geldanlagen dürften durch diese Initiative noch weiter angetrieben werden, denken auch Branchenverbände wie der BVI. Zudem würden Verbraucher mit dem „Paris-Label“ eine weitere Möglichkeit erhalten, gezielt eine nachhaltige Geldanlage auszuwählen. Die Pläne hierzu sind zwar sehr konkret, aber noch nicht beschlossen, weil die EU-Mitgliedsstaaten noch darüber streiten, welche Sektoren und Branche genau als nachhaltig eingestuft werden sollen.

Fazit

„Rendite über alles“ gilt nicht mehr. Nachhaltiges Investieren bezieht ökologische, soziale und ethische Kriterien in die Entscheidung mit ein und wird daher immer gefragter.

Dabei hat sich gezeigt, dass nachhaltiges Investieren sogar mehr oder genau so viel Gewinn wie traditionelle Anlagemethoden erwirtschaften kann. Es wird mehr und mehr Branchenführer geben, die nachhaltig wirtschaften. Nachhaltig investieren und finanziell gewinnen schließen sich nicht aus, sondern stimmen mehr und mehr überein.