Grüne Aktien kaufen 2021: Test und Erfahrungen

Grüne Aktien kaufen

Grüne Aktien

Das Wichtigste in Kürze

So gehen Sie vor!

  • Entscheiden Sie, ob Sie einen grünen Robo Advisor wünschen oder die Auswahl der Aktien und ETFs selbst durchführen wollen.
  • Wählen Sie einen Robo Advisor oder einen Aktien- und ETF-Broker.
  • Legen Sie beim Robo Advisor eine Risikostufe fest. Bei Aktien und ETFs informieren Sie sich über aussichtsreiche Investments und wählen Sie mehrere Papiere aus.
  • Investieren Sie. Denken Sie daran, Ihr Vermögen zu streuen. Nicht alles Kapital sollte in Aktien und ETFs investiert werden und Ihr Depot sollte verschieden Aktien und ETFs umfassen.

Grüne Aktien Liste: Die grünen Aktien aus diesem Beitrag

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Name / WKN / ISIN 
JinkoSolar
A0Q87RWKN kopiert
US47759T1007ISIN kopiert
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SolarEdge
A14QVMWKN kopiert
US83417M1045ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar
NEL ASA
A0B733WKN kopiert
NO0010081235ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Trade Republic verfügbar
Manz
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DE000A0JQ5U3ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Trade Republic verfügbar
Suez S.A.
A0Q418WKN kopiert
FR0010613471ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar

Die besten grünen Fonds und ETFs, die wir in diesem Artikel vorstellen

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Name / WKN / ISIN 
Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF
ETFL58WKN kopiert
DE000ETFL581ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar
Pictet Global Environmental Opportunities
A1C3LMWKN kopiert
LU0503631714ISIN kopiert
ab 0€ kaufen – bei Smartbroker verfügbar

Unsere Arbeitsweise

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Analysierte
Investments
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investiert
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recherchiert
Analysierte Investments
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Analysen

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Warum „grüne“ Aktien nicht nur für „grüne“ Anleger interessant sind (aber auch)

Für die einen ist es eine Sache der Überzeugung, nur „grüne“ Aktien zu kaufen, für die anderen eine Investition in einen Wachstumsmarkt. Denn Umweltschutz ist ein großes Thema – und wird es auch bleiben.

5 interessante grüne Aktien

Wir haben fünf Aktien aus unterschiedlichen Bereichen ausgesucht, die alle im Bereich Umweltschutz aktiv sind und stellen die wichtigsten Fakten vor. Zum Thema vegane Aktien haben wir einen eigenen Beitrag erstellt, daher haben wir Papiere wie den Fleischersatzhersteller Beyond Meat hier nicht aufgeführt.

JinkoSolar: Nummer 1 für Solaranlagen aus China

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Solaranlagen sind ein Massengeschäft, das überwiegend von Firmen aus China beherrscht wird. Allerdings gibt es Möglichkeiten, sich an chinesischen Firmen zu beteiligen. Einige Firmen sind an der Börse in Hongkong notiert, die auch westlichen Investoren offensteht.

Die Aktien des weltgrößten Solaranlagenherstellers JinkoSolar sind zwar nur in China erhältlich. Allerdings bietet die US-Bank JPMorgan Chase Zertifikate (ADRs), die an der Börse in New York gehandelt werden. Für jeden ADR ist eine Aktie hinterlegt, sodass die Papiere indirekt ge- und verkauft werden können.

Attraktiv macht die Aktie vor allem das günstige Kurs-Verhältnis. Es lag 2018 bei 6,3 und 2019 bei 8,1, üblich sind Werte von deutlich über 10, teilweise auch von mehr als 20 oder 30 in Zukunftsbranchen. Auch 2021 soll das Kurs-Gewinn-Verhältnis ähnlich günstig sein, nachdem der Gewinn 2020 aufgrund von Abschreibungen sehr niedrig gelegen hatte.

Durch weitere Investitionen will JinkoSolar seine Gewinne absichern. Natürlich gibt es aber bei einem Massenmarkt wie Solarpaneelen viele Risiken. Hinzu kommen die bei chinesischen Aktien üblichen politischen Risiken, beispielsweise durch Handelskonflikte oder durch die Verstaatlichung ausländischen Vermögens durch die chinesische Regierung. Anleger müssen daher den günstigen Aktienpreis und die Risiken gegeneinander abwägen.

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SolarEdge: High Tech für Solarzellen

WKN: A14QVMWKN kopiert / ISIN: US83417M1045ISIN kopiert

SolarEdge geht einen anderen Weg als JinkoSolar. Das Unternehmen hat sich vor allem auf anspruchsvolle und teure Bauteile für Solaranlagen spezialisiert, vor allem Wechselrichter. Es bezeichnet sich selbst als Smart Energy Technology Unternehmen. In diesem Bereich sind höhere Preise möglich. Das Unternehmen stammt aus Israel, ist aber an der NASDAQ notiert und besitzt große Standorte in den USA, Deutschland (das 2009 das erste Auslandsbüro war) und anderen Ländern.

In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs des Unternehmens vervierfacht. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Aktie sehr teuer geworden ist. Seit vielen Jahren schreibt SolarEdge konstant schwarze Zahlen, allerdings liegt der Kurs beim 70-fachen des für 2021 erwarteten Jahresgewinns. Auch deshalb hat der Anstieg Anfang 2021 eine Pause eingelegt.

Ob die Verschnaufpause das Ende der Kursrallye einläutet oder Kaufkurse bietet, bleibt abzuwarten. Das Konzept des Unternehmens ist in jedem Fall attraktiv und der Markt für Solaranlagen dürfte weiter wachsen.  Zumal Länder wie China und Indien verstärkt auf Solarenergie setzen und auch Afrika ein attraktiver Markt werden dürfte.

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NEL ASA: Wasserstoffspezialist aus Norwegen

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Solarenergie hat einen großen Nachteil: Der Strom ist dann verfügbar, wenn die Sonne scheint und nicht, wenn er gebraucht wird. Je mehr Strom auch zum Heizen (zum Beispiel bei Wärmpumpen) verwendet wird, desto größer wird die Lücke, denn geheizt wird vor allem dann, wenn die Sonne nicht scheint.

Klassische Speichertechniken wie Pumpspeicherkraftwerke stoßen aber an ihre Grenzen. Eine Lösung könnte die Gewinnung von Wasserstoff aus Wasser mithilfe von Strom sein. Der Wasserstoff ließe sich nämlich im bestehenden Erdgasnetz zumindest begrenzt speichern. Außerdem gilt er als vielversprechendste Lösung für elektrisch betrieben Lastwagen, Züge und Schiffe, auch wenn bei Pkw die Batterie offenbar das Rennen gemacht hat. Bereits seit fast 20 Jahren sind in Deutschland wasserstoffbetriebene U-Boote in Betrieb, wenngleich nicht aus ökologischen, sondern aus militärischen Gründen.

Lesen Sie zum Thema Wasserstoff auch unseren Beitrag Wasserstoffaktien kaufen: News, Analysen und Empfehlungen.

Die norwegische NEL ASA spielt hier eine große Rolle, denn sie stellt Elektrolyseure her, also jene Geräte, die mithilfe von Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. Die Erhöhung des Wirkungsgrades bei diesem Vorgang wäre ein wichtiger Schritt, die Speicherung von Überschüssen aus Solar- und Windstrom voranzubringen. Und NEL ASA gehört hier zu den Technologieführern. Auch Wasserstofftankstellen werden von dem Unternehmen gebaut.

Von 2017 bis Anfang 2021 verzehnfachte sich der Aktienkurs. Auch hier folgte aber ein deutlicher Kursrückgang in den ersten Monaten des Jahres 2021. Das könnte für Einsteiger eine Chance sein. Zumal 2020 erstmals seit Langem ein geringer Gewinn erzielt wurde. Für 2021 wird allerdings erneut ein Verlust eingeplant, weshalb die Aktie relativ riskant ist. Auch im Vergleich zum Umsatz liegt der Kurs hoch, weiteres Wachstum ist also schon eingepreist.

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Manz: Traditioneller Maschinenbauer mit vielen grünen Sektoren

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Manz ist das einzige deutsche Unternehmen unter unseren fünf grünen Aktien. Es handelt sich um einen klassischen Maschinenbauer, allerdings stellt Manz keine Druck-, Verpackungs- oder Fräsmaschinen her, sondern Lösungen für die Batteriefertigung, die Herstellung von Solaranlagen und die Elektromobilität. Schon 1990 wurde ein Automationssystem für die Verarbeitung von Solarzellen entwickelt.

Daneben nutzen auch Hersteller von Bildschirmen und Medizintechnik Produkte des Unternehmens, doch auch dabei handelt es sich um Wachstumsmärkte, sodass Manz insgesamt zuversichtlich in die Zukunft sehen kann.

Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, er stieg von Mitte 2020 bis Mitte 2021 um rund 280 Prozent. Nach mehreren Jahren mit Verlust konnte 2020 auch wieder ein Gewinn erzielt werden. Eine Dividende ist zwar bisher nicht geplant, wohl aber steigende Gewinne.

Deshalb empfehlen viele Analysten die Aktie noch immer zum Kauf. Das Bankhaus Metzler sieht das Kursziel bei 70 Euro, damit wäre noch einiges an Luft nach oben. Tatsächlich ist das Papier von seinem historischen Höchstkurs im Jahr 2008 noch weit entfernt, damals kostete eine Aktie über 170,- Euro.

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Suez S.A.: Grüne Aktie mit Dividende

WKN: A0Q418WKN kopiert / ISIN: FR0010613471ISIN kopiert

Suez ist weltweit im Bereich Abfallentsorgung, nachhaltige Stadtplanung und Wasserversorgung aktiv. Dabei handelt es sich zunächst um ganz klassische Tätigkeiten wie die Müllentsorgung oder den Betrieb von Kläranlagen, doch das Geschäft hat Zukunft.

Denn Abfallentsorgung bedeutet heute nicht mehr einfach nur Deponierung, sondern immer stärker Wertstoffaufbereitung. Gemeinsam mit dem ebenfalls französischen BioTech-Unternehmen Fermentalg versucht Suez sogar CO2 mithilfe von Algen aus der Luft zu filtern.

Das Unternehmen erzielt regelmäßig Gewinne und zahlt eine attraktive Dividende, für 2020 je Aktie 0,65 Euro, was einer Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent entspricht. Drei Viertel des Ertrages gelten nach EU-Kriterien als nachhaltig.

Die Suez Unternehmensgruppe ist kein junges Start-up, auch wenn sie in der heutigen Form erst 2008 entstand. Die Geschichte geht zurück bis ins Jahr 1858, als das Vorgängerunternehmen zur Finanzierung des Sueskanals gegründet wurde. Nach zahlreichen Fusionen und Übernahmen ging daraus die heutige Engie SA hervor, aus der 2008 der Umweltbereich als Suez Environnement abgespalten wurde, der Zusatz Environnement entfiel 2015.

Im April 2021 einigte sich das Unternehmen mit dem Ver- und Entsorger Veolia auf eine schon länger diskutierte Fusion. Das könnte die internationale Expansion weiter anschieben. Allerdings hat sich der Kurs als Folge der Fusionsbemühungen von Mitte 2020 bis Mitte 2021 bereits um fast 100 Prozent erhöht.

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3 grüne Aktienfonds und ETFs

Grüner Aktien ETF: Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF

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Der Deka MSCI World Climate Change ETF setzt nicht nur Mindeststandards in Bezug auf Umweltschutz, soziale Standards und gute Unternehmensführung (ESG-Kriterien), sondern gewichtet die einzelnen Aktien auch nach der Kohlenstoffemission. Dabei werden nicht nur Aktien von Unternehmen aus dem Bereich Umweltschutz berücksichtigt, sondern alle Unternehmen mit niedrigem CO2-Ausstoß. Der Hintergedanke ist, dass diese von einer möglichen Erhöhung der CO2-Preise kaum betroffen wären oder sogar profitieren.

Basis für die Auswahl sind die Unternehmen des MSCI World, also die größten Industrieunternehmen der Welt. Vorteil dieser relativ einfachen Strategie sind die niedrigen Kosten. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei nur 0,20 Prozent im Jahr. Sowohl auf einem als auch auf drei Jahre gesehen konnte der ETF den DAX deutlich hinter sich lassen.

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Grüner Aktienfonds: Pictet Global Environment Opportunities

WKN: A1C3LMWKN kopiert / ISIN: LU0503631714ISIN kopiert

Wem dieses relativ einfache Konzept zu wenig Fokus auf Umweltschutz bietet, für den kann ein aktiv verwalteter Aktienfonds eine Alternative sein. Zu diesen gehört beispielsweise der Pictet Global Environment Opportunities. Er investiert gezielt in Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik.

Das aufwändigere Auswahlverfahren hat aber seinen Preis, die Verwaltungsgebühr liegt mit 1,6 Prozent deutlich höher als mit passiv verwalteten ETFs, die nur einen Index nachbilden. Hinzu kommt bei vielen Banken ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 5,0 Prozent. Allerdings wird dieser bei einigen Brokern erlassen. Ohne diese Gebühr lässt sich der Fonds beispielsweise beim finanzen.net-Broker kaufen.

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Grünes Portfolio auf Knopfdruck: GreenFolio von VisualVest

Deutlich kostengünstiger sind die sogenannten GreenFolios von VisualVest, dem Robo Advisors der Volks- und Raiffeisenbanken und weiterer Genossenschaftsbanken. Hier investieren Kunden in bis zu zwölf ETFs und Fonds gleichzeitig, was das Risiko weiter streut. Sollte ein Fonds sich schlecht entwickeln, kann das oft durch eine gute Entwicklung anderer Fonds ausgeglichen werden.

Grüne Aktien: GreenFolio von VisualVest

So stellt VisualVest sein GreenFolio vor.

VisualVest verspricht eine CO2-Einsparung von bis zu 50,5 Prozent gegenüber vergleichbaren Geldanlagen, wobei offen bleibt wie VisualVest diese Einsparung errechnet. VisualVest war der erste Robo Advisor, der in das Forum Nachhaltige Geldanlage aufgenommen wurde.

Um die passenden Fonds und ETFS zu finden, sortiert VisualVest zunächst alle Papiere aus, die bei einem Scoring nach ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) weniger als 6 von 10 Punkten erzielen. Dann werden alle Fonds aussortiert, deren CO2-Fußabdruck nicht deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Schließlich folgt die Bewertung nach finanziellen Kriterien wie der Wertentwicklung, der Volatilität (Stärke der Kursschwankungen) und den Fonds-Kosten.

Für seine Dienstleistungen berechnet VisualVest eine Gebühr in Höhe von 0,60 Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr. Hinzu kommen Fremdkosten für die im Portfolio enthaltenen ETFs und Aktienfonds in Höhe von 0,50 bis 0,70 Prozent. Somit ist das Portfolio günstiger als die meisten aktiv verwalteten Fonds – und bietet eine deutlich höhere Streuung.

Gerade für Einsteiger ist ein GreenFolio eine gute Wahl.

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Chancen und Risiken grüner Aktien

Grüne Aktien bieten viele Chancen, sind aber nicht ohne Risiko. Wir haben die unserer Meinung nach wichtigsten Stärken und Schwächen kurz zusammengestellt.

Stärke: Umwelt ist ein Megatrend

Es ist eine Binsenwahrheit, aber sie bleibt trotzdem wahr: Umweltschutz wird immer wichtiger. Steigender Wohlstand und eine steigende Weltbevölkerung würden sonst zu immer mehr Ressourcenbedarf und Umweltzerstörung führen. Der steigende Wohlstand sorgt aber auch dafür, dass immer Menschen bereits sind für den Umweltschutz Einschränkungen zu ertragen. Wer kurz vor dem Verhungern ist, dem sind langfristige Umweltfolgen dagegen egal.

Infografik: Was tun für den Klimaschutz?

(Grafik: Statista)

Gleichzeitig zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte in Mitteleuropa, dass Lösungen möglich sind. Keine andere Maßnahme erzielt dabei so hohe Zustimmung, wie die Förderung von Innovationen und Forschung. Und davon profitieren „grüne“ Unternehmen.

Schwäche: oft noch hohe Kosten und wenig Gewinne

Allerdings erzielen viele Umweltunternehmen bisher keine Gewinne. Das liegt vor allem an den hohen Abschreibungen für Forschung und Entwicklung. Grüne Aktien mit Dividende gibt es daher kaum.

Und oft brauchen Anleger viel Geduld. Nicht selten kommt es vor, dass sich eine Aktie monate- oder jahrelang enttäuschend entwickelt, dann innerhalb kurzer Zeit um 100 oder 200 Prozent ansteigt und schließlich wieder stagniert oder sogar leicht fällt. Die meisten Aktien sind sehr volatil, schwanken also stark. Bleibt der erwartete technologische Durchbruch aus, ist eine andere Firma schneller oder billiger, dann drohen Millionenverluste und im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Auch wenn alles gut geht, sind grüne Aktien aber kein Selbstläufer. Denn die Kurse sind im Vergleich zu Umsatz und Gewinn oft sehr hoch, zukünftiges Wachstum ist zum großen Teil schon eingepreist.

Chancen: Technik macht grüne Aktien zum Selbstläufer

Chancen bestehen vor allem, wenn das Wachstum stärker ausfällt als erwartet. Und das ist keineswegs unwahrscheinlich. Denn schon jetzt ist Solarstrom teilweise günstiger als Energie aus Kohlekraftwerken, auch ohne CO2-Steuern oder Subventionen. Sind umweltfreundliche Lösungen ausreichend günstig, werden sie zum Selbstläufer.

Infografik: Wirtschaftsfaktor Umweltschutz

(Grafik: Statista)

Dabei könnten sich selbst verstärkende Effekte ergeben. Solarzellen könnten angesichts der in vielen Entwicklungsländern miserablen Energieversorgung dort nicht nur einen interessanten Markt finden, sondern auch das Wirtschaftswachstum dort anschieben. Das leidet nämlich oft unter der unsicheren und trotzdem teuren Stromversorgung. Mehr Wirtschaftswachstum wiederum erhöht die Nachfrage weiter.

Risiken: Neue Techniken und Erkenntnisse können Boom bremsen

Die technische Entwicklung bietet aber nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. Denkbar ist, dass einzelne Produkte plötzlich überholt sind. Fortschritte in der Batterietechnik könnten beispielsweise dazu führen, dass Wasserstoff auch bei Lastwagen, Schiffen und als stationärer Energiespeicher nicht mehr gefragt ist.

Auch die öffentliche Meinung darf nicht unterschätzt werden. Die Kernkraft, einst als Technologie der Zukunft gefeiert, wird in Deutschland ab dem Jahr 2022 nicht mehr genutzt werden. Auch die Gentechnik wird im landwirtschaftlichen Bereich kaum noch eingesetzt. Andere Technologien könnte dasselbe Schicksal ereilen. Wobei auch die umgekehrte Entwicklung denkbar ist. Die sogenannten Öko-Modernisten fordern, diese Technologien nicht mehr zu verteufeln, was wiederum die Hersteller von Solar- und Windkraftanlagen oder von Bio-Lebensmitteln belasten würde. Vorhersehbar sind solche Entwicklungen kaum.

Infografik: VW bekommt die meisten Anträge für Umweltbonus

(Grafik: Statista)

Und zum Schluss ist da noch das Risiko, das auch andere Unternehmen vom Umweltschutz profitieren wollen und ebenfalls in den Markt einsteigen. Ein anschauliches Beispiel ist der Wursthersteller Rügenwalder Mühle, der beim Thema vegane und vegetarische Wurst bereits viele etablierte Hersteller überholt hat. Auch der E-Auto-Pionier Tesla bekommt mittlerweile ordentlich Konkurrenz von traditionellen Herstellern wie VW und Daimler (siehe Kapitel Traditionelle Industrieunternehmen).

Fazit zu den Chancen und Risiken grüner Aktien

Wer etwas Erfahrung an der Börse mitbringt weiß, dass große Chancen immer mit hohen Risiken einhergehen. Denn die Aussicht auf eine gute Entwicklung treibt die Kurse hoch und damit die Risiken. Das gilt für grüne Aktien genauso wie für alle anderen „Zukunftsaktien“.

Dass der Umweltschutz in 20 Jahren kein Thema mehr ist, ist unwahrscheinlich. Aber das bedeutet nicht, dass auch alle in diesem Segment aktiven Firmen erfolgreich sein werden. Man denke an den Boom des Neuen Marktes vor mehr als 20 Jahren. Die Investoren hatten richtig erkannt, dass dem Internet die Zukunft gehört, doch es waren nicht Kabel New Media, AOL oder Yahoo, die am Ende das Rennen machten. Wer auf diese Firmen setzte verlor oft viel Geld, wer dagegen Amazon beim Tiefstpreis von 1,07 kaufte, hat seinen Einsatz vervielfacht. Google wiederum war im Jahr 2000 zwar bereits gegründet, aber noch nicht börsennotiert. Oft sind es gar nicht die Pioniere der ersten Stunde die am Ende das Geschäft machen.

Anleger sollten deshalb möglichst breit investieren, entweder in mehrere Aktien oder aber in einen grünen Aktienfonds.

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Alternativen zu grünen Aktien

Traditionelle Industrieunternehmen auf „grünem“ Pfad

Auch immer mehr traditionelle Unternehmen investieren in das Thema Nachhaltigkeit. So will VW den Rivalen Tesla bei den Verkäufen schon bald überholen und Daimler hat ihn mit seinem neuesten Elektroauto nach Meinung der Tageszeitung Die Welt schon übertroffen (lesen Sie dazu auch unsere Analysen zu VW und zur Daimler Aktie). Ähnliches gilt für Nahrungsmittelkonzerne wie Unilever, die zunehmend in Fleischersatz investieren oder Energiekonzerne, die auf erneuerbare Energien umsteigen.

Diese Unternehmen könnten besonders profitieren, denn sie sind teilweise massiv unterbewertet. Nach Meinung einiger Analysten werden deutsche Autohersteller noch immer so bewertet, als wären sie in spätestens zehn Jahren insolvent.

Allerdings wird nicht jeder Hersteller den Umstieg schaffen oder zumindest nicht seinen Marktanteil retten könne.

Außerdem dürfte die Tatsache manchen Investoren stören, dass VW und Daimler – trotz Elektro-Offensive – den Großteil ihres Geschäftes noch mit Autos mit Verbrennungsmotoren machen. Allerdings sind einige Beobachter der Meinung, dass die Investition in solche Unternehmen mehr Nutzen bringt als der in ein klassisches Öko-Unternehmen. Denn wenn es sich in den Vorständen herumspricht, dass Umweltschutzbemühungen zu steigenden Kursen führen, motiviert das zu mehr Engagement.

Zukunftsaktien aus anderen Branchen

Umweltschutz ist nicht das einzige Zukunftsthema. Auch BioTech birgt Wachstumspotenzial oder Papiere aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Oft gibt es dabei Überschneidungen. Das Thema vegane Aktien profitiert von der wachsenden Weltbevölkerung, aber auch vom Umweltschutzgedanken. Ähnliches gilt für Wasseraktien, die gleichermaßen vom Umweltschutz und dem steigenden Wohlstand profitieren.

Fragen und Antworten zu grünen Aktien

Welche Aktie ist nachhaltig?

Es gibt zwei sehr unterschiedliche Ansätze Nachhaltigkeit zu bewerten. Eine blickt auf den absoluten Ressourcenverbrauch, unabhängig von der Branche. Ein anderer vergleicht Firmen mit Unternehmen der gleichen Branche und sortiert die unterdurchschnittlich sauberen Firmen aus. Das würde dann bedeuten, dass auch ein Solaranlagenhersteller nicht nachhaltig wäre, wenn er im Vergleich zur Konkurrenz verschwenderisch mit Ressourcen umgeht.

Welche grüne Aktie jetzt kaufen?

Umweltschutz ist ein Megatrend, aber Gewinne garantiert auch das nicht. Deshalb sollten Anleger Chancen und Risiken abwägen. Sinnvoll ist eine Risikostreuung durch Fonds und ETFs oder gar ein Portfolio aus mehreren Fonds.

Gibt es bei grünen Aktien eine Blase?

Grüne Aktien sind im Regelfall sehr teuer im Vergleich zu den erzielten Gewinnen. Allerdings sind die Wachstumsmöglichkeiten enorm. Deshalb sind grüne Aktien nicht pauschal überbewertet. Allerdings werden nicht alle Aktien die Erwartungen erfüllen, Risikostreuung ist deshalb sinnvoll.

Fazit

Viele grüne Aktien noch unattraktiv

Egal ob man grüne Aktien aus Überzeugung oder der Geldanlage wegen kauft, die Aktien wollen gut ausgewählt sein. Denn obwohl Umweltschutz auch in den nächsten Jahrzehnten ein Thema sein wird, heißt das nicht, dass auch alle Aktien erfolgreich sein werden. Zumal viele Papiere bisher keine Gewinne machen – und wenn doch, sind sie oft sehr teuer im Vergleich zu den Erträgen. Hier ist das künftige Wachstum bereits eingepreist. Wer sich die Auswahl nicht zutraut oder sich die Arbeit sparen will, findet mit dem GreenFolio von VisualVest ein automatisiert zusammengestelltes Depot als Alternative.

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Tilman Weigel

Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Er selbst legt sein Geld am liebsten mit ETFs an, gerne themen- und länderspezifisch, aber immer auch im Hinblick auf eine breite Streuung. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben.

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