Grüne Aktien kaufen 2021: Test und Erfahrungen

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Grüne Aktien kaufen

Grüne Aktien - Das Wichtigste in Kürze

 

So gehen Sie vor

  • Sie können sich für einen grünen Robo Advisor entscheiden oder die Auswahl der Aktien und ETFs selbst durchführen.
  • Legen Sie beim Robo Advisor eine Risikostufe fest. Bei Aktien und ETFs informieren Sie sich über aussichtsreiche Investments und wählen mehrere Papiere aus.
  • Investieren Sie – und denken Sie daran, Ihr Vermögen zu streuen. Nicht das gesamte Kapital sollte in Aktien und ETFs investiert werden; Ihr Depot sollte verschiedene Aktien und ETFs umfassen.

Grüne Aktien Liste: Die grünen Aktien aus diesem Beitrag

Wenn Sie die Aktie anklicken, gelangen Sie zu unserer ausführlichen Analyse.
Name / WKN / ISIN 
JinkoSolar
A0Q87RWKN kopiert
US47759T1007ISIN kopiert
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SolarEdge
A14QVMWKN kopiert
US83417M1045ISIN kopiert
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NEL ASA
A0B733WKN kopiert
NO0010081235ISIN kopiert
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Manz
A0JQ5UWKN kopiert
DE000A0JQ5U3ISIN kopiert
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Suez S.A.
A0Q418WKN kopiert
FR0010613471ISIN kopiert
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Die besten grünen Fonds und ETFs, die wir in diesem Artikel vorstellen

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Name / WKN / ISIN 
Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF
ETFL58WKN kopiert
DE000ETFL581ISIN kopiert
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Pictet Global Environmental Opportunities
A1C3LMWKN kopiert
LU0503631714ISIN kopiert
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Unsere Arbeitsweise

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Analysierte
Investments
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Analysierte Investments
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Die besten Broker für grüne Aktien

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Warum „grüne“ Aktien nicht nur für „grüne“ Anleger interessant sind

Manche kaufen „grüne“ Aktien aus Überzeugung, andere investieren in einen Wachstumsmarkt; Umweltschutz ist ein großes Thema – und wird es auch bleiben.

5 interessante grüne Aktien

Wir haben fünf Aktien aus dem Bereich Umweltschutz ausgesucht und stellen die wichtigsten Fakten vor. Zum Thema vegane Aktien gibt es einen eigenen Beitrag, daher haben wir Papiere wie den Fleischersatzhersteller Beyond Meat hier nicht aufgeführt.

JinkoSolar: Nummer 1 für Solaranlagen aus China

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Solaranlagen sind ein Massengeschäft, das überwiegend von Firmen aus China beherrscht wird. Allerdings gibt es Möglichkeiten, sich an chinesischen Firmen zu beteiligen. Einige Firmen an der Börse in Hongkong stehen auch westlichen Investoren offen.

Die Aktien des weltgrößten Solaranlagenherstellers JinkoSolar sind nur in China erhältlich. Allerdings bietet die US-Bank JPMorgan Chase Zertifikate (ADRs), die an der Börse in New York gehandelt werden. Für jeden ADR ist eine Aktie hinterlegt, sodass die Papiere indirekt ge- und verkauft werden können.

Vor allem das günstige Kurs-Verhältnis macht die Aktie attraktiv (2018 bei 6,3 und 2019 bei 8,1) – In Zukunftsbranchen sind Werte über 10 üblich, teilweise auch über 20 oder 30. Nachdem der Gewinn 2020 aufgrund von Abschreibungen sehr niedrig lag, soll das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021 günstig sein.

Durch weitere Investitionen will JinkoSolar seine Gewinne absichern. Natürlich gibt es aber bei einem Massenmarkt wie Solarpaneelen viele Risiken. Hinzu kommen die bei chinesischen Aktien üblichen politischen Risiken, beispielsweise durch Handelskonflikte oder durch die Verstaatlichung ausländischen Vermögens durch die chinesische Regierung. Anleger müssen daher den günstigen Aktienpreis und die Risiken gegeneinander abwägen.

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SolarEdge: High Tech für Solarzellen

WKN: A14QVMWKN kopiert / ISIN: US83417M1045ISIN kopiert

SolarEdge geht einen anderen Weg als JinkoSolar. Das Unternehmen hat sich vor allem auf anspruchsvolle und teure Bauteile für Solaranlagen und Wechselrichter spezialisiert. Es bezeichnet sich selbst als Smart Energy Technology Unternehmen. In diesem Bereich sind höhere Preise möglich. Das Unternehmen stammt aus Israel, ist aber an der NASDAQ notiert und besitzt große Standorte in den USA, Deutschland (2009 das erste Auslandsbüro) und anderen Ländern.

In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs des Unternehmens vervierfacht. Dadurch ist die Aktie allerdings sehr teuer geworden. Seit vielen Jahren schreibt SolarEdge konstant schwarze Zahlen, doch liegt der Kurs beim 70-fachen des für 2021 erwarteten Jahresgewinns. Auch deshalb hat der Anstieg Anfang 2021 eine Pause eingelegt.

Ob die Verschnaufpause das Ende der Kursrallye einläutet oder Kaufkurse bietet, bleibt abzuwarten. Das Konzept des Unternehmens ist in jedem Fall attraktiv und der Markt für Solaranlagen dürfte weiter wachsen. Zumal Länder wie China und Indien verstärkt auf Solarenergie setzen und auch Afrika ein attraktiver Markt werden dürfte.

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NEL ASA: Wasserstoffspezialist aus Norwegen

WKN: A0B733WKN kopiert / ISIN: NO0010081235ISIN kopiert

Solarenergie hat einen großen Nachteil: Der Strom ist dann verfügbar, wenn die Sonne scheint und nicht, wenn er gebraucht wird. Je mehr Strom zum Heizen (zum Beispiel bei Wärmpumpen) verwendet wird, desto größer wird die Lücke. Denn geheizt wird vor allem dann, wenn die Sonne nicht scheint.

Klassische Speichertechniken wie Pumpspeicherkraftwerke stoßen aber an ihre Grenzen. Eine Lösung könnte die Gewinnung von Wasserstoff aus Wasser mithilfe von Strom sein. Der Wasserstoff ließe sich nämlich im bestehenden Erdgasnetz zumindest begrenzt speichern. Außerdem gilt er als vielversprechendste Lösung für elektrisch betrieben Lastwagen, Züge und Schiffe, auch wenn bei Pkw die Batterie offenbar das Rennen gemacht hat. Bereits seit fast 20 Jahren sind in Deutschland wasserstoffbetriebene U-Boote in Betrieb, wenn auch nicht aus ökologischen, sondern militärischen Gründen.

Lesen Sie zum Thema Wasserstoff auch unseren Beitrag Wasserstoffaktien kaufen: News, Analysen und Empfehlungen.

Die norwegische NEL ASA spielt hier eine große Rolle, denn sie stellt Elektrolyseure her, also jene Geräte, die mithilfe von Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. Die Erhöhung des Wirkungsgrades bei diesem Vorgang wäre ein wichtiger Schritt, die Speicherung von Überschüssen aus Solar- und Windstrom voranzubringen. NEL ASA gehört hier zu den Technologieführern. Das Unternehmen baut auch Wasserstofftankstellen.

Von 2017 bis Anfang 2021 verzehnfachte sich der Aktienkurs. Auch hier folgte ein deutlicher Kursrückgang in den ersten Monaten des Jahres 2021. Das könnte für Einsteiger eine Chance sein, zumal 2020 erstmals seit Langem ein geringer Gewinn erzielt wurde. Für 2021 wird allerdings erneut ein Verlust eingeplant, weshalb die Aktie relativ riskant ist. Auch im Vergleich zum Umsatz liegt der Kurs hoch, weiteres Wachstum ist also schon eingepreist.

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Manz: Traditioneller Maschinenbauer mit vielen grünen Sektoren

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Manz ist das einzige deutsche Unternehmen in unserer Liste. Es handelt sich um einen klassischen Maschinenbauer. Allerdings stellt Manz keine Druck-, Verpackungs- oder Fräsmaschinen her, sondern Lösungen für Batteriefertigung, Solaranlagen und Elektromobilität. 1990 entwickelte man ein Automationssystem für die Verarbeitung von Solarzellen.

Daneben nutzen auch Hersteller von Bildschirmen und medizinischen Geräten Produkte des Unternehmens. Auch dabei handelt es sich um Wachstumsmärkte, sodass Manz insgesamt zuversichtlich in die Zukunft blickt.

Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider; dieser stieg von Mitte 2020 bis Mitte 2021 um rund 280 Prozent. Nach mehreren verlustreichen Jahren konnte 2020 auch wieder ein Gewinn erzielt werden. Eine Dividende ist zwar bisher nicht geplant, wohl aber steigende Gewinne.

Deshalb empfehlen viele Analysten die Aktie noch immer zum Kauf. Das Bankhaus Metzler sieht das Kursziel bei 70 Euro, es gäbe also noch Potential. Tatsächlich ist das Papier von seinem historischen Höchstkurs im Jahr 2008 noch weit entfernt, damals kostete eine Aktie über 170 Euro.

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Suez S.A.: Grüne Aktie mit Dividende

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Suez ist weltweit im Bereich Abfallentsorgung, nachhaltige Stadtplanung und Wasserversorgung aktiv. Dabei handelt es sich zunächst um ganz klassische Tätigkeiten wie die Müllentsorgung oder den Betrieb von Kläranlagen, doch das Geschäft hat Zukunft.

Denn Abfallentsorgung bedeutet nicht länger nur Deponierung, sondern immer stärker auch Wertstoffaufbereitung. Gemeinsam mit dem ebenfalls französischen Biotech-Unternehmen Fermentalg versucht Suez sogar CO2 mithilfe von Algen aus der Luft zu filtern.

Das Unternehmen erzielt regelmäßig Gewinne und zahlt eine attraktive Dividende, für 2020 je Aktie 0,65 Euro, was einer Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent entspricht. Drei Viertel des Ertrages gelten nach EU-Kriterien als nachhaltig.

Die Suez Unternehmensgruppe ist kein junges Start-up, auch wenn sie in der heutigen Form erst 2008 entstand. Die Geschichte geht zurück bis ins Jahr 1858, als das Vorgängerunternehmen zur Finanzierung des Sueskanals gegründet wurde. Nach zahlreichen Fusionen und Übernahmen ging daraus die heutige Engie SA hervor, aus der 2008 der Umweltbereich als Suez Environnement abgespalten wurde. Der Zusatz „Environnement“ entfiel 2015.

Im April 2021 einigte sich das Unternehmen mit dem Ver- und Entsorger Veolia auf eine schon länger diskutierte Fusion. Das könnte die internationale Expansion weiter anschieben. Allerdings hat sich der Kurs als Folge der Fusionsbemühungen von Mitte 2020 bis Mitte 2021 bereits um fast 100 Prozent erhöht.

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3 grüne Aktienfonds und ETFs

Grüner Aktien ETF: Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF

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Der Deka MSCI World Climate Change ETF setzt nicht nur Mindeststandards in Bezug auf Umweltschutz, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG-Kriterien), sondern gewichtet die einzelnen Aktien auch nach der Kohlenstoffemission. Dabei werden nicht nur Aktien von Unternehmen aus dem Bereich Umweltschutz berücksichtigt, sondern alle Unternehmen mit niedrigem CO2-Ausstoß. Der Gedanke ist, dass diese von einer möglichen Erhöhung der CO2-Preise kaum betroffen wären oder davon sogar profitieren könnten.

Basis für die Auswahl sind die Unternehmen des MSCI World, also die größten Industrieunternehmen der Welt. Vorteil dieser relativ einfachen Strategie sind die niedrigen Kosten. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei nur 0,20 Prozent im Jahr. Sowohl auf einem als auch auf drei Jahre gesehen konnte der ETF den DAX deutlich hinter sich lassen.

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Grüner Aktienfonds: Pictet Global Environment Opportunities

WKN: A1C3LMWKN kopiert / ISIN: LU0503631714ISIN kopiert

Wem dieses relativ einfache Konzept zu wenig Umweltschutz bietet, für den kann ein aktiv verwalteter Aktienfonds eine Alternative sein. Zu diesen gehört beispielsweise der Pictet Global Environment Opportunities. Er investiert gezielt in Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik.

Das aufwändige Auswahlverfahren hat aber seinen Preis, die Verwaltungsgebühr liegt mit 1,6 Prozent deutlich höher als bei passiv verwalteten ETFs, die nur einen Index nachbilden. Hinzu kommt bei vielen Banken ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 5 Prozent. Allerdings wird dieser bei einigen Brokern erlassen. Ohne diese Gebühr lässt sich der Fonds beispielsweise beim finanzen.net-Broker kaufen.

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Grünes Portfolio auf Knopfdruck: GreenFolio von VisualVest

Deutlich kostengünstiger sind die sogenannten GreenFolios von VisualVest, dem Robo Advisor der Volks- und Raiffeisenbanken und weiterer Genossenschaftsbanken. Hier investieren Kunden in bis zu zwölf ETFs und Fonds gleichzeitig, was das Risiko weiter streut. Sollte ein Fonds sich schlecht entwickeln, kann das oft durch eine gute Entwicklung anderer Fonds ausgeglichen werden.

Grüne Aktien: GreenFolio von VisualVest

So stellt VisualVest sein GreenFolio vor.

VisualVest verspricht eine CO2-Einsparung von bis zu 50,5 Prozent gegenüber vergleichbaren Geldanlagen, wobei offen bleibt, wie VisualVest diese Einsparung errechnet. VisualVest war der erste Robo Advisor, der in das Forum Nachhaltige Geldanlage aufgenommen wurde.

Um die passenden Fonds und ETFS zu finden, sortiert VisualVest zunächst alle Papiere aus, die bei einem Scoring nach ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) weniger als 6 von 10 Punkten erzielen. Dann werden alle Fonds aussortiert, deren CO2-Fußabdruck nicht deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Schließlich folgt die Bewertung nach finanziellen Kriterien wie der Wertentwicklung, der Volatilität (Stärke der Kursschwankungen) und den Fonds-Kosten.

Für seine Dienstleistungen berechnet VisualVest eine Gebühr in Höhe von 0,60 Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr. Hinzu kommen Fremdkosten für die im Portfolio enthaltenen ETFs und Aktienfonds in Höhe von 0,50 bis 0,70 Prozent. Somit ist das Portfolio günstiger als die meisten aktiv verwalteten Fonds – und bietet eine deutlich höhere Streuung.

Gerade für Einsteiger ist ein GreenFolio eine gute Wahl.

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Chancen und Risiken grüner Aktien

Grüne Aktien bieten viele Chancen, sind aber nicht ohne Risiko. Wir haben die wichtigsten Stärken und Schwächen zusammengestellt.

Stärke: Umwelt ist ein Megatrend

Umweltschutz wird immer wichtiger. Steigender Wohlstand und eine steigende Weltbevölkerung würden sonst zu immer mehr Ressourcenbedarf und Umweltzerstörung führen. Der steigende Wohlstand sorgt aber auch dafür, dass Menschen bereit sind, für den Umweltschutz Einschränkungen zu ertragen. Wer kurz vor dem Verhungern ist, dem sind langfristige Umweltfolgen egal.

Infografik: Was tun für den Klimaschutz?

(Grafik: Statista)

Gleichzeitig zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte in Mitteleuropa, dass Lösungen möglich sind. Keine andere Maßnahme hat dabei so hohe Zustimmung wie die Förderung von Innovationen und Forschung. Und davon profitieren „grüne“ Unternehmen.

Schwäche: oft noch hohe Kosten und wenig Gewinne

Allerdings erzielen viele Umweltunternehmen bisher keine Gewinne. Das liegt vor allem an den hohen Abschreibungen für Forschung und Entwicklung. Grüne Aktien mit Dividende gibt es daher kaum.

Und oft brauchen Anleger viel Geduld. Nicht selten kommt es vor, dass sich eine Aktie monate- oder jahrelang enttäuschend entwickelt, dann innerhalb kurzer Zeit um 100 oder 200 Prozent ansteigt und schließlich wieder stagniert oder sogar leicht fällt. Die meisten Aktien sind sehr volatil, schwanken also stark. Bleibt der erwartete technologische Durchbruch aus, ist eine andere Firma schneller oder billiger, dann drohen Millionenverluste und im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Auch wenn alles gut geht, sind grüne Aktien aber kein Selbstläufer. Denn die Kurse sind im Vergleich zu Umsatz und Gewinn oft sehr hoch, zukünftiges Wachstum ist oft bereits eingepreist.

Chancen: Technik macht grüne Aktien zum Selbstläufer

Chancen bestehen vor allem, wenn das Wachstum stärker ausfällt als erwartet. Und das ist keineswegs unwahrscheinlich. Denn schon jetzt ist Solarstrom teilweise günstiger als Energie aus Kohlekraftwerken, auch ohne CO2-Steuern oder Subventionen. Sind umweltfreundliche Lösungen ausreichend günstig, werden sie zum Selbstläufer.

Infografik: Wirtschaftsfaktor Umweltschutz

(Grafik: Statista)

Dabei könnten sich verstärkende Effekte ergeben. Solarzellen könnten angesichts der in vielen Entwicklungsländern miserablen Energieversorgung dort nicht nur einen interessanten Markt finden, sondern auch das Wirtschaftswachstum anschieben. Das leidet nämlich oft unter der unsicheren und trotzdem teuren Stromversorgung. Mehr Wirtschaftswachstum erhöht die Nachfrage weiter.

Risiken: Neue Techniken und Erkenntnisse können Boom bremsen

Die technische Entwicklung bietet aber nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. Denkbar ist, dass einzelne Produkte plötzlich überholt sind. Fortschritte in der Batterietechnik könnten beispielsweise dazu führen, dass Wasserstoff auch bei Lastwagen, Schiffen und als stationärer Energiespeicher nicht mehr gefragt ist.

Auch die öffentliche Meinung darf nicht unterschätzt werden. Die Kernkraft, einst als Technologie der Zukunft gefeiert, wird in Deutschland ab dem Jahr 2022 nicht mehr genutzt. Auch die Gentechnik wird im landwirtschaftlichen Bereich kaum noch eingesetzt. Anderen Technologien könnte es ähnlich gehen. Wobei auch die umgekehrte Entwicklung denkbar ist: Die sogenannten Öko-Modernisten fordern, diese Technologien nicht mehr zu verteufeln, was wiederum die Hersteller von Solar- und Windkraftanlagen oder von Bio-Lebensmitteln belasten würde. Vorhersehbar sind solche Entwicklungen kaum.

Infografik: VW bekommt die meisten Anträge für Umweltbonus

(Grafik: Statista)

Auch andere Unternehmen wollen vom Umweltschutz profitieren und steigen ebenfalls in den Markt ein. Ein anschauliches Beispiel ist der Wursthersteller Rügenwalder Mühle, der beim Thema vegane und vegetarische Wurst bereits viele etablierte Hersteller überholt hat. Auch der E-Auto-Pionier Tesla bekommt mittlerweile Konkurrenz von traditionellen Herstellern wie VW und Daimler (siehe Traditionelle Industrieunternehmen).

Fazit zu den Chancen und Risiken grüner Aktien

Wer etwas Erfahrung an der Börse mitbringt, der weiß, dass große Chancen immer mit hohen Risiken einhergehen. Denn die Aussicht auf eine gute Entwicklung treibt die Kurse hoch und damit auch die Risiken. Das gilt für grüne Aktien genauso wie für alle anderen „Zukunftsaktien“.

Umweltschutz wird auch in 20 Jahren noch ein Thema sein. Aber das bedeutet nicht, dass alle in diesem Segment aktiven Firmen erfolgreich sein werden. Man denke an den Boom des Neuen Marktes vor mehr als 20 Jahren. Die Investoren hatten richtig erkannt, dass dem Internet die Zukunft gehört, doch es waren nicht Kabel New Media, AOL oder Yahoo, die am Ende das Rennen machten. Wer auf diese Firmen setzte, verlor oft viel Geld. Wer dagegen Amazon beim Tiefstpreis von 1,07 kaufte, hat seinen Einsatz vervielfacht. Google war im Jahr 2000 zwar bereits gegründet, aber noch nicht börsennotiert. Oft sind es gar nicht die Pioniere, die am Ende das große Geschäft machen.

Anleger sollten deshalb möglichst breit investieren, entweder in mehrere Aktien oder aber in einen grünen Aktienfonds.

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Alternativen zu grünen Aktien

Traditionelle Industrieunternehmen auf „grünem“ Pfad

Immer mehr traditionelle Unternehmen investieren in das Thema Nachhaltigkeit. So will VW den Rivalen Tesla bei den Verkäufen schon bald überholen. Auch Daimler hat Tesla mit seinem neuesten Elektroauto nach Meinung der Tageszeitung Die Welt schon übertroffen (lesen Sie dazu auch unsere Analysen zu VW und zur Daimler Aktie). Ähnliches gilt für Nahrungsmittelkonzerne wie Unilever, die zunehmend in Fleischersatz investieren oder Energiekonzerne, die auf erneuerbare Energien umsteigen.

Diese Unternehmen könnten besonders profitieren, denn sie sind teilweise massiv unterbewertet. Nach Meinung einiger Analysten werden deutsche Autohersteller noch immer so bewertet, als wären sie in spätestens zehn Jahren insolvent.

Allerdings wird nicht jeder Hersteller den Umstieg schaffen  – oder zumindest seinen Marktanteil retten können.

Außerdem dürfte manchen Investoren stören, dass VW und Daimler – trotz Elektro-Offensive – den Großteil ihres Geschäftes noch mit Autos mit Verbrennungsmotoren machen. Einige Beobachter sind der Meinung, dass die Investition in solche Unternehmen mehr Nutzen bringt als der in ein klassisches Öko-Unternehmen. Denn wenn es sich in den Vorständen herumspricht, dass Umweltschutzbemühungen zu steigenden Kursen führen, motiviert das zu mehr Engagement.

Zukunftsaktien aus anderen Branchen

Umweltschutz ist nicht das einzige Zukunftsthema. Auch Biotech birgt Wachstumspotenzial – wie auch Papiere aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Oft gibt es dabei Überschneidungen. Das Thema vegane Aktien profitiert von der wachsenden Weltbevölkerung, aber auch vom Umweltschutz. Ähnliches gilt für Wasseraktien, die gleichermaßen vom Umweltschutz und dem steigenden Wohlstand profitieren.

Fragen und Antworten zu grünen Aktien

Welche Aktie ist nachhaltig?

Nachhaltigkeit lässt sich auf zwei Arten bewerten. Die eine blickt auf den absoluten Ressourcenverbrauch, unabhängig von der Branche. Die andere vergleicht Firmen mit Unternehmen der gleichen Branche und sortiert die unterdurchschnittlich sauberen Firmen aus. Das bedeutet, dass auch ein Solaranlagenhersteller nicht nachhaltig wäre, wenn er im Vergleich zur Konkurrenz verschwenderisch mit Ressourcen umgeht.

Welche grüne Aktie jetzt kaufen?

Umweltschutz ist ein Megatrend, aber Gewinne garantiert er nicht. Deshalb sollten Anleger Chancen und Risiken abwägen. Sinnvoll ist eine Risikostreuung durch Fonds und ETFs oder gar ein Portfolio aus mehreren Fonds.

Gibt es bei grünen Aktien eine Blase?

Grüne Aktien sind im Regelfall sehr teuer im Vergleich zu den erzielten Gewinnen. Allerdings sind die Wachstumsmöglichkeiten enorm. Deshalb sind grüne Aktien nicht pauschal überbewertet. Allerdings werden nicht alle Aktien die Erwartungen erfüllen. Risikostreuung ist deshalb sinnvoll.

Fazit

Viele grüne Aktien noch unattraktiv

Egal ob man grüne Aktien aus Überzeugung oder der Geldanlage wegen kauft, die Aktien wollen gut ausgewählt sein. Denn obwohl Umweltschutz auch in den nächsten Jahrzehnten ein Thema sein wird, heißt das nicht, dass auch alle Aktien erfolgreich sein werden. Zumal viele Papiere bisher keine Gewinne machen – und wenn doch, sind sie oft sehr teuer im Vergleich zu den Erträgen. Hier ist das künftige Wachstum bereits eingepreist. Wer sich die Auswahl nicht zutraut oder sich die Arbeit sparen will, findet mit dem GreenFolio von VisualVest ein automatisiert zusammengestelltes Depot als Alternative.

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Tilman schreibt seit 2017 für Aktien.net. Er selbst legt sein Geld am liebsten mit ETFs an, gerne themen- und länderspezifisch, aber immer auch im Hinblick auf eine breite Streuung. Studiert hat er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seit zehn Jahren ist er freiberuflicher Online-Autor und hat unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, manager-magazin.de und Spiegel Online geschrieben.

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