Daimler Aktie Erfahrungen – Test und Bewertung

Nach der erfolglosen Fusion mit Chrysler scheint sich Daimler inzwischen erholt zu haben. In den letzten Jahren legt der Konzern herausragende Wachstumsraten vor, die sich natürlich auch auf die Daimler Aktie auswirkten. Inzwischen hat sich der Aufschwung deutlich abgeschwächt und der Konzern überzeugt mit hohen Dividenden. Sollten Anleger die Daimler Aktie jetzt kaufen?

Die Aktie von Daimler in der Übersicht

Die Daimler Aktie ist eine globale Namensaktie, die unter der WKN 710000 und der ISIN DE007100000 an der Frankfurter und Stuttgarter Börse gehandelt werden kann. Das dazugehörige Symbol ist DAI. Das auch fälschlicherweise als „Mercedes Benz Aktie“ betitelte Wertpapier ist Mitglied der folgenden Indizes:

  • DAX30
  • Stoxx Europe 50
  • EURO STOXX 50
  • Prime All Share
  • Late DAX, HDAX, CDAX, DivDAX, X-DAX
  • NYSE International 100
  • EURO STOXX
  • BX Swiss – Aktien
  • EMEA – Europa und Afrika
  • L&S DAX Indikation
  • QIX Deutschland
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Die Daimler AG ist mit DAX mit 7,18 Prozent gewichtet und ist somit das 6. Wichtigste Unternehmen im Deutschen Leitindex. Die Aktie ist seit Dezember 1998 im DAX vertreten, gilt mit dem Vorgängerunternehmen allerdings als Gründungsunternehmen, sodass sich letztlich eine dauerhafte Mitgliedschaft ergibt.

Derzeit gibt es mehr als eine Milliarde Daimler Aktien auf dem Markt. Insgesamt erreicht der Konzern eine Marktkapitalisierung von 75,55 Milliarden Euro. Größere Aktionäre sind Kuwait mit 6,8 Prozent sowie Renault und Nissan mit jeweils 1,54 Prozent. Im Streubesitz befinden sich nach der Definition der Deutschen Börse allerdings 96,93 Prozent.

Zuletzt zahlte der Konzern seinen Aktionären eine Dividende von 3,25 Euro je Aktie aus, was einer Dividendenrendite von 4,60 Prozent entspricht. Der Konzern gehört damit zu den großzügigsten DAX-Mitgliedern.

So präsentiert sich Daimler auf seiner Webseite

So präsentiert sich Daimler auf seiner Webseite

Fakten und Zahlen zum Autohersteller

Die Daimler AG wurde am 17. November 1998 gegründet, die Ursprünge reichen jedoch bis ins Jahr 1883 zurück. Das Unternehmen wird derzeit von Dieter Zetsche als Vorstandsvorsitzenden und Manfred Bischoff als Aufsichtsratsvorsitzender geleitet. Der Umsatz betrug im Jahr 2016 153,261 Milliarden Euro, die von 282.488 Mitarbeitern erwirtschaftet wurden. Das EBIT betrug knapp 13 Milliarden Euro.

Daimler setzte im gleichen Jahr rund drei Millionen Fahrzeuge ab, davon 415.000 Lkws und 2.2 Millionen PKWS. Als internationaler Konzern vertreibt Daimler Fahrzeuge und Dienstleistungen fast in allen Ländern der Welt. Zu den Marken, die Daimler derzeit nutzt, gehören:

  • Mercedes-Benz
  • Mercedes-AMG
  • Mercedes-Maybach
  • Mercedes me
  • Smart
  • EQ
  • Freightliner
  • Western Star
  • BharatBenz
  • FUSO
  • Setra
  • Thomas Built Buses
  • Mercedes-Benz Bank
  • Mercedes-Benz Financial
  • Daimler Truck Financial
  • Moovel
  • Car2go
  • Mytaxi

Daimler Geschichte: Vom ersten Automobil bis zur Chrysler-Krise

Gottlieb Daimler und Carl Benz gelten als die Erfinder des Automobils. Während Daimler sich 1883 Patentrechte an Technologien sicherte, die die ersten schnell laufenden Verbrennungsmotoren ermöglichte, ließ sich Benz drei Jahre später das erste Automobil, damals noch mit drei Rädern, patentieren. In den 1920er Jahren waren die wirtschaftlichen Bedingungen für Autohersteller schlecht und die Deutsche Bank regte an, dass sich Benz und Daimler zusammenschließen. 1928 fusionierten deswegen die Benz & Co Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim (Gründungsjahr 1883) und Daimler-Motoren-Gesellschaft (1890) zur Daimler-Benz AG.

Nach der Machtergreifung Hitlers stellte das Unternehmen Militärfahrzeuge und Motoren für Panzer, Schiffe und Flugzeuge her und wurde drittgrößter Autohersteller in Deutschland. Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten auch Kriegsgefangene, Zwangsverschleppte und KZ-Häftlinge für das Unternehmen, der für die mangelnde Aufarbeitung und geringe Entschädigungszahlungen später kritisiert wurde.

Nach und durch den Krieg gingen die Werke im Osten Deutschlands verloren, die im Westen wurden teilweise zerstört. Dennoch schaffte der Konzern es, sich in der Nachkriegszeit und darüber hinaus durch Innovationen auf dem Markt zu etablieren, die vielfach auch die Sicherheit erhöhten. Hierunter fallen:

  • Sicherheits-Zapfenschloss (1949)
  • Sicherheitsfahrgastzelle mit Knautschzonen (1951)
  • Keilzapfen-Türschloss (1978)
  • Antiblockersystem (1978)
  • Airbag (1981)
  • Gurtstraffer (1981)

Der Konzern konnte schnell international expandieren, was teilweise durch ins Ausland verbrachte Kriegsgewinne finanziert wurde. Bereits 1954 konnte der Konzern eine Milliarde DM Umsatz verzeichnen. Unter anderem baute das Unternehmen Produktionsstätten in Südamerika und gründete ein Tochterunternehmen in New York. Es folgte ein jahrzehntelanges stabiles Wachstum, das auch durch das Wirtschaftswunder befeuert wurde. Dabei verfolgte Daimler konsequent die Vorgabe, in allen Geschäftsfeldern und Segmenten Premium-Produkte anzubieten.

Ende der 1970er war Daimler durch die Ölkrise, asiatische Wettbewerber und die einsetzende Umweltdiskussion unter Druck geraten. Daimler entschloss sich daraufhin dazu, sich von Konjunkturschwankungen unabhängiger zu machen und engagierte sich verstärkt in Schlüsseltechnologien und Wachstumsbereichen wie Dienstleistungen, Elektronik und Luftfahrt. Es übernahm 50 Prozent der Anteile an MAN, die Mehrheit an Dornier, AEG und MBB und strukturierte sich zu einer Holding um.

1998 fusionierte die Daimler-Benz AG mit der Chrysler Corporation und gründete die DaimlerChrysler AG. Als „Zusammenschluss unter Gleichen“ angepriesen, setzten sich dennoch schnell vor allem deutsche Mitarbeiter an der Spitze des Unternehmens fest. Seit der Fusion sank der Wert von Chrysler und schon 2007 wurde die Chrysler Group an Cerberus verkauft. Daimler musste einen erheblichen Imageschaden hinnehmen und verlor im Verlauf seine Führungsrolle im Automobilbau. Es benannte sich in Daimler AG um.

Aktienkurse sind immer in Bewegung

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Gute Erwartungen für die Zukunft

Daimler blickt derzeit verhalten-positiv in die Zukunft. Das Unternehmen geht davon aus, dass das Konzern-Ebit auch 2017 zwischen 2,5 und 10 Prozent gesteigert werden kann. Nach dem beeindruckenden Wachstum von 2014 und 2015, in denen der Konzern jeweils fast um ein Drittel zulegen konnte, ist 2016 wieder etwas Ruhe eingekehrt. Das operative Ergebnis sank dabei sogar um 2,4 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern konnte allerdings mit 1,2 Prozent leicht zulegen. Den großen Sprung erwartet der Konzern allerdings nicht mehr.

2016 konnte Daimler die Nummer eins unter den Premium-Autobauern von BMW zurückerobern und verkaufte erstmals wieder mehr PKW als der Rivale. Diesen Platz wollen die Schwaben auch im laufenden Jahr verteidigen. Weniger optimistisch blickt Daimler auf die Nutzfahrzeug-Sparte. Hier erwartet der Konzern einen leichten Gewinnrückgang, während das operative Ergebnis deutlich zurückgehen soll. Als Grund dafür nennt Daimler volatile Märkte und politische Unsicherheiten.

In der Trucksparte, die traditionell konjunktur-sensibel ist, musste Daimler einen erneuten Absatzrückgang verkraften, da das Geschäft in Brasilien, USA, Indonesien und Indien nachließ. 17 Prozent weniger als im Vorjahr führen dazu, dass der Konzern die Kosten um 400 Millionen Euro senken möchte, um die operative Ziel-Marge von acht Prozent zu erreichen.

Daimler blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft. In den wichtigen Bereichen Finanz- und Innovationskraft sei der Konzern hervorragend aufgestellt.

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Daimler Aktie kaufen, verkaufen oder halten? Das sagen die Analysten.

Die Analysten sind sich in Bezug auf die Daimler Aktie derzeit nicht ganz einig. Von 26 Analysten raten drei zum Verkauf, zwölf dazu die Aktie zu halten, und elf Daimler Aktien zu kaufen.

Analysehaus Einschätzung Kursziel
Bernstein Research kaufen 85 Euro
Commerzbank AG kaufen 90 Euro
Barclays Capital halten 68 Euro
BNP PARIBAS verkaufen 63 Euro
Goldman Sachs Group Inc. halten 78 Euro
Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG verkaufen 53 Euro
Independent Research GmbH halten 74 Euro
UBS AG kaufen 85 Euro
Macquarie Research halten 72 Euro
Kepler Cheuvreux halten 72 Euro
Citigroup Corp. halten 73,50 Euro

 

Vor einem halben Jahr war die Anzahl der Kaufempfehlungen – allerdings bei mehr aktuellen Analysen – noch doppelt so hoch. Das durchschnittliche Kursziel, das von den Analysten erwartet wird, liegt in etwas beim derzeitigen Kursniveau der Daimler Aktie.

theScreener.com schätzt, dass Daimler bis 2019 jährlich um 5,17 Prozent wachsen könnte. Mit einem KGV von nur 7,87 ergibt sich daraus, dass die Daimler Aktie derzeit unterbewertet ist. Dabei schneidet sich besser ab als der Vergleichsindex DJ Stoxx 600 und stellt derzeit eines der Schnäppchen der Automobilindustrie dar.

Mit Aktien spekulieren ist nicht risikofrei

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Abgasskandal doch nicht überwunden?

Der Abgasskandal von VW greift weiter um sich. Nachdem es schon so schien, als sei Daimler bei diesem Thema aus dem Schneider, wurde im März 2017 bekannt, dass gegen Daimler-Mitaarbeiter wegen Verdachts auf Betrug in diesem Zusammenhang und wegen strafbarer Werbung ermittelt werden würde. Der Konzern beruft sich weiterhin auf die Ergebnisse des Kraftfahrt-Bundesamtes, das 20016 in Messungen keine Verstöße gegen geltende Rechtsvorschrift finden konnte.

Du Deutsche Umwelthilfe (DUH) will hingegen andere Werte gefunden haben, wenn nicht nach den gesetzlichen Standards, sondern im realen Fahrbetrieb gemessen wird. So soll die Mercedes-B-Klasse die Grenzwerte für Stickoxide um das Dreizehnfache überschritten haben, die C-Klasse und das Zehnfache und die S-Klasse um das Fünffache.

Kleinere Skandale erlebt der Konzern immer wieder im Bereich Korruption. 2010 wurde die Daimler AG wegen Korruption im großen Stil ermittelt. Zwischen 1998 und 2008 soll der Konzern in der Türkei, Russland, China und Ägypten Bestechungsgelder im zweistelligen Millionenbereich gezahlt haben, um an Regierungsaufträge zu kommen. Der Konzern schloss einen Vergleich, der neben einem Schuldeingeständnis auch eine Strafzahlung in dreistelliger Millionenhöhe enthielt.

2005 erlebte der Konzern einen internen Skandal, bei dem wegen Untreue gegen mindestens elf Mitarbeitern ermittelt wurde. Sie sollen sich durch Graumarktgeschäfte persönlich bereichert haben.

Daimler-Aktie mit hervorragender Dividende

Die Daimler-Aktie ist für alle Anleger, die eine Dividendenstrategie verfolgen wollen, gut geeignet. Der Konzern gibt an, dass er anstrebt, in Zukunft jeweils 40 % des auf die Aktionäre der Daimler AG entfallenden Konzernergebnisses auszuschütten. In den letzten 16 Jahren mussten Aktionäre dabei nur im Krisenjahr 2009 auf eine Dividende verzichten. Viermal so oft (2012, 2011, 2002 und 2000) ergab sich eine Dividendenrendite von fünf Prozent.

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2016 konnte eine Rendite von 4,6 Prozent erreicht werden, da 3,25 Euro je Aktie ausgezahlt wurden. Die Daimler Aktie bietet damit nach E.On die größte Dividende im DAX und ist auch dementsprechend unter Privatanlegern sehr beliebt.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Jeder Anleger wünscht sich stetiges Wachstum.

Alternativen zur Daimler-Aktie

Die Konkurrenz von Daimler ist vor allem unter den Premium-Autoherstellern zu finden. Zu den schärfsten Konkurrenten gehören:

  • Audi
  • BMW
  • DEUTZ
  • Ford Motor
  • General Motors
  • Honda
  • Hyundai
  • Mitsubishi
  • Peugeot
  • Porsche
  • Toyota
  • Volkswagen

Vor allem die deutschen Wertpapiere können in manchen Fällen eine attraktive Alternative zur Daimler Aktie darstellen. Die asiatischen und us-amerikansichen Konkurrenten können hingegen für etwas mehr Diversifikation im Portfolio sorgen.

Wichtige Partner des Konzerns

Für den chinesischen Markt ist BAIC Motor ein wichtiger Partner. Den Stuttgartern gehören inzwischen 12 Prozent der Pkw-Sparte des Konzerns, der immerhin der fünftgrößte Autohersteller Chinas ist. Der Konzern hat sich somit auch zwei Sitze im Vorstand gesichert. Zudem hat es sich mit dem chinesischen Hersteller von Batterien und Speicherkraftwerken BYD für ein Joint Venture zusammengeschlossen.

Der Konzern ist zudem am russischen LKW-Hersteller Kamanz beteiligt.

Natürlich bereitet sich auch Daimler umfassend auf die steigende Anzahl an Elektroautos vor. So hat sich der Konzern als Lead-Investor am Startup Chargepoint beteiligt, das in den USA bereits 22.000 Lademöglichkeiten anbietet.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Eine Investition soll auch eine entsprechende Rendite bringen.

Mercedes Benz eine der stärksten Marken.

Daimler besitzt mit Mercedes-Benz eine der wertvollsten Marken der Welt. Interbrand geht von einem Markenwert von 43 Milliarden Euro aus und listet die Marke somit auf Platz 8 weltweit. In der Automobilbranche werden die Stuttgarter allerdings noch von Toyota geschlagen. Deutschlandweit würde der Konzern allerdings auf dem ersten Rang liegen.

BrandZ von Millward Brown sieht die Marke hingegen bei Weitem weniger stark. Mercedes Benz kommt demnach „nur“ auf einen Markenwert von 22,7 Milliarden und nimmt Platz 29 der wertvollsten Marken der Welt ein. Vor den Stuttgartern soll zudem nicht nur Toyota, sondern auch Konkurrent BMW liegen.

Auch wenn sich deutlich zeigt, dass unterschiedliche Methoden der Ermittlung des Markenwertes sehr unterschiedliche Ergebnisse zutage fördern können, besteht kein Zweifel daran, dass Daimler mit Mercedes eine außergewöhnlich wertvolle Marke besitzt, die für Qualität steht und nur schwer vom Markt verdrängt werden kann.

Fazit zur Daimler-Aktie: Solider Wert mit leichtem Risiko

Die Daimler-Aktie lockt mit einem soliden Wachstum. Die Krise, die von der Chrysler-Übernahme verursacht wurde, scheint überwunden. Daimler erobert den Premium-Markt zurück und ist inzwischen wieder Marktführer in diesem Bereich. Noch dazu überzeugt die Dividendenrendite als zweitstärkster Titel im DAX und mit dem Versprechen des Konzerns, jährlich 40 % der Gewinne auszuschütten.

Die Daimler-Aktie gilt dabei nach wie vor als deutlich unterbewertet. Wirkliche Probleme bestehen derzeit nur bei Trucks, deren Absatz weiter zurückgeht, sodass die Sparte deutlich auf die Gewinnmarge drückt. Unklar ist derzeit zudem erneut, ob Daimler von „Dieselgate“ tatsächlich unbeeindruckt bleiben wird. Ermittlungen gegen Mitarbeiter lassen vorsichtige Aktionäre zumindest aufhorchen.

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