In künstliches Fleisch Aktien investieren: Einzeltitel, ETFs & Marktanalyse 2020

Labor Forschung und Entwicklung

Das Wichtigste in Kürze

Inhaltsverzeichnis

Die besten 5 Aktien für künstliches Fleisch und Fleischersatz im Jahr 2020

Wer in künstliches Fleisch investieren möchte, hat derzeit eine eingeschränkte Auswahl für gezielte Investments. Viele der Unternehmen, die an künstlichem Fleisch forschen, sind nicht an der Börse und befinden sich noch im Start-Up-Status. Das gilt für Hersteller von In-Vitro-Fleisch genauso wie für Produzenten von Fleischersatz. Sogar die großen Durchstarter wie Impossible Foods scheuen aktuell noch den Gang an die Börse.

Wann es eine Impossible Foods Aktie geben wird, ist unklar. Auch weitere potenzielle Stars wie die Memphis Meat Aktie oder die Supermeat Aktie suchen Anleger vergeblich an der Börse. Wer kein großer Kapitalgeber ist, kann von ihren Forschungen bislang nicht profitieren. In vielen Fällen wurden erfolgsversprechende Projekte bereits von größeren Konzernen übernommen. Für Anleger mit Risikofreude bedeutet dies eine zielgerichtete Anlage weniger, für alle anderen sind durch indirekte Investments in die größeren Unternehmen Chancen und Risiko in einem besseren Verhältnis.

Die besten 5 Aktien für künstliches Fleisch

Name/WKNPreis in € Jahresrendite 
Beyond Meat
WKN: A2N7XQWKN kopiert
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Nestlé
WKN: A0Q4DCWKN kopiert
102,988,40% ab 1 € kaufen - Trade Republic
Tyson Foods
WKN: 870625WKN kopiert
52,01-28,20% ab 1 € kaufen - Trade Republic
Merck KGaA
WKN: 870625WKN kopiert
109,219,70% ab 1 € kaufen - Trade Republic
Strauss Group
WKN: 893540WKN kopiert
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Die besten ETF für künstliches Fleisch

Name/WKNPreis in € Jahresrendite 
ETF U.S. Vegan Climate ETF (VEGN)
WKN: SLA5H0WKN kopiert
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iShares STOXX Europe 600 Food & Beverage UCITS ETF
WKN: A0H08HWKN kopiert
70,02-9,14% ab 0 € kaufen - Smartbroker

Der Vorreiter für Fleischersatz: Beyond Meat

(WKN: A2N7XQWKN kopiert / ISIN: US08862E1091ISIN kopiert)

Beyond Meat ist das bekannteste eigenständige Unternehmen in der Branche für künstliches Fleisch und konnte nicht zuletzt durch seinen Börsengang im Mai für großes Aufsehen sorgen. Nachdem der Beyond Meat Aktienkurs innerhalb von drei Monaten von 25 US-Dollar auf fast 240 US-Dollar gestiegen war, galt das Wertpapier allerdings auch als hoffnungslos überbewertet und stürzte kurz darauf deutlich ab. Aufgrund des Hypes haben wir der Beyond Meat Aktie einen eigenen Artikel gewidmet.


Beyond Meat forscht nicht an in-vitro-Fleisch, sondern hat sich auf Fleischersatzprodukte spezialisiert. Dabei sind die Produkte des Unternehmens in Konsistenz und Geschmack besonders fleischähnlich. Beyond Meat ist es zudem gelungen, einen wahren Hype um seine Produkte zu kreieren. So waren die Beyond Meat Burger innerhalb von Minuten ausverkauft, nachdem Lidl sie in Deutschland in den Verkauf aufgenommen hatte.

Für Anleger ist vor allem das rasante Wachstum des Unternehmens interessant. So expandiert Beyond Meat fast schon zeitgleich in viele wichtige globale Märkte. In Europa soll nun auch die erste Produktion errichtet werden. In China sorgt eine Zusammenarbeit mit Alibaba dafür, dass Beyond Meat-Produkte in der chinesischen Supermarktkette Freshippo verkauft werden.

Es sind nicht zuletzt die großen Kooperationspartner von Beyond Meat, die den Hype zementieren. So arbeitet das Unternehmen mit KFC, Burger King und Starbucks zusammen, wenn auch regional begrenzt. Das zeigt sich auch an den Bilanzdaten: Im ersten Quartal 2020 konnte das Unternehmen seinen Umsatz mehr als verdoppeln und schrieb sogar überraschend Gewinn. Der Beyond Meat Kurs wird also nicht mehr allein durch den Hype und das Versprechen gestützt; stattdessen häufen sich die Beyond Meat News, die zeigen, dass das Unternehmen sein Versprechen einlöst.

Die jüngeren Analysen aus 2020 empfehlen, die Beyond Meat Aktie nur bis zu Kursen von 75 US-Dollar (UBS AG), 100 US-Dollar (Behrenberg Bank) oder 134 US-Dollar (JP Morgan) zu kaufen. Die Wertschwankungen der Aktie sind immer noch recht groß, sodass sich gute Einstiegszeitpunkte ergeben könnten.

Bewertung:

  • Beyond Meat ist der bekannteste Hersteller von Fleischersatz
  • Spektakulärer Börsengang mit enormen Kurssteigerungen
  • Volatile Aktie mit Marktumfeld, das immer schwieriger wird

Wenn Sie von Beyond Meat Aktien kaufen möchten, empfehlen wir dafür Trade Republic. Sie können die Aktie dort über den L&S Exchange besonders günstig handeln.

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Nestlé hat den Trend erkannt

(WKN: A0Q4DCWKN kopiert / ISIN: CH0038863350ISIN kopiert)

Als einer der großen Lebensmittelkonzerne, der den Trend früh erkannt und ernstgenommen hat, gilt Nestlé als einer der größten Konkurrenten von Beyond Meat. Der Konzern will Marktführer in diesem Segment werden. Als Großkonzern mit den entsprechenden Strukturen und Partnerschaften ist Nestlé natürlich in einer deutlich komfortableren Startposition.

Bereits im Jahr 2020 kann Nestlé einen bedeutenden Marktanteil verzeichnen und verkauft seine Burgerpatties unter den Namen „Incredible Burger“ und „Sensational Burger“ (Namensänderung aufgrund eines Rechtsstreits mit Impossible Burger Deutschland) deutlich häufiger als die Konkurrenz. Für den Vegan TS arbeitet das Unternehmen mit McDonalds zusammen.

Möglich wurde das starke Wachstum dieser Sparte nicht zuletzt durch Akquisitionen: So kaufte Nestlé 2017 Sweet Earth, einen Hersteller von pflanzlichen Fleischersatzprodukten und ergänzte damit seine Tochter Garden Gourmet, die sich schon länger im Firmenbesitz befindet.


Dass der Aktienkurs in den letzten Jahren steil nach oben zeigt, ist kein Zufall: Nestlé steigert seinen Gewinn langsam, aber kontinuierlich. Dem Unternehmen ist es dabei vor allem gelungen, profitabler zu arbeiten. Konnte der Konzern 2013 bei 92 Milliarden Schweizer Franken Umsatz noch 10 Milliarden Gewinn nach Steuern verbuchen, sind es 2019 bei ähnlichem Umsatz 12,6 Milliarden Schweizer Franken Gewinn.

 20152016201720182019
Umsatz in Mio. CHF88.78589.46989.79191.43992.568
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)2,902,762,323,364,30
Dividende je Aktie in CHF2,252,302,352,452,70

Tabelle: Nestlé konnte zuletzt das Ergebnis nach Steuern deutlich verbessern.

Für Anleger ist die Nestlé Aktie auch deswegen interessant, weil sie als deutlich sicherer gilt als die Beyond Meat Aktie. Als größter Nahrungsmittelhersteller der Welt sorgt nicht zuletzt die Marktkapitalisierung von über 300 Milliarden Euro dafür, dass der Wert nicht so schwankungsanfällig ist. Gestützt wird der Kurs nicht zuletzt durch die umfangreichen Aktienrückkäufe des Konzerns. Auf der anderen Seite ist Nestlé für einige Anleger als vielfach kritisierter Konzern aus ethischen Gründen keine Alternative.Mit einer Dividendenrendite, die in den letzten Jahren immer mehr als 2,50 % betragen hat, ist diese Aktie zudem für Anleger sehr interessant, die das Wertpapier lange halten möchten.

Bewertung:

  • Nahrungsmittelgigant will Marktführer für künstliches Fleisch werden
  • Solider Wert
  • Guter Dividendentitel

Fleischgigant denkt um: Tyson Foods

(WKN: 870625WKN kopiert / ISIN: US9024941034ISIN kopiert)

Eine weitere Aktie für künstliches Fleisch ist für Hardliner ebenfalls kaum geeignet: Die Tyson Foods Aktie. Es handelt sich dabei nämlich nicht um ein alternatives Veggi-Start-Up sondern um den größten Fleischproduzenten in den USA.


Auch Tyson Foods hat im Sommer 2020 eine eigene vegetarische Linie angekündigt und versucht, mit Chicken Nuggets und Burger-Patties im Markt Fuß zu fassen. Das Unternehmen stieg zudem kurz vor dem IPO der Beyond Meat Aktie aus dem Start-Up aus, um seine eigene Produktlinie zu lancieren. Aktionäre nahmen diese Nachricht mit Wohlwollen auf und bescherten der Tyson Food Aktie mit 83,87 USD ein neues Allzeithoch.

Tyson Foods wurde von der Corona-Krise durchaus getroffen und musste aufgrund von mit COVID-19 infizierten Mitarbeitern Produktionsstätten schließen. Dennoch gelang es dem Konzern, den Gewinn aus dem letzten Vorjahresquartal (10,89 Milliarden US-Dollar) mit 10,10 Milliarden US-Dollar fast zu wiederholen. Die Aktie notiert derzeit rund ein Drittel unter dem Allzeithoch und gilt nicht zuletzt deswegen als Kaufkandidat.

 20152016201720182019
Umsatz in Mio. USD41.43536.95438.14940.03442.428
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)3,074,684,949,015,68
Dividende je Aktie in USD0,450,680,971,271,54

Tabelle: Tyson Foods konnte Analysten zuletzt mit verbessertem Umsatz überzeugen.
Tyson Foods gehört dabei auch zu den Investoren von Memphis Meat, das tierfreie Hackfleischbällchen zur Marktreife bringen möchte. Tyson Food ist also eines der wenigen Unternehmen, die zum einen bereits Fleischersatzprodukte anbieten, zum anderen jedoch auch bereits in ein Start-Up investieren, dass bei der Herstellung von künstlichem Fleisch die Nase vorne hat.

Bewertung:

  • Größter Proteinhersteller der Welt
  • Setzt vermehrt auf künstliches Fleisch und Fleischersatz
  • Investiert in Memphis Meat

Wenn Sie die Tyson Foods Aktie handeln möchten, empfehlen wir den günstigen Handel über Trade Republic.

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Merck KGaA: Chancen dank Mosa Meat

(WKN: 659990WKN kopiert / ISIN: DE0006599905ISIN kopiert)

Wenn Sie nicht nur in Fleischersatz investieren möchten, sondern in Laborfleisch, bleibt ihnen nur das Invest in größere Unternehmen. Eines der Beispiele ist Merck KGaA: Über seine Wagniskapitaltochter M Ventures investiert der Pharma-Konzern in Mosa Meat. 2013 konnte es mit dem ersten in-vitro-Burger für Aufsehen sorgen.

Weil das Unternehmen schon für Herbst 2021 die Serienproduktion plant, ist die Mosa Meat Aktie eines der gesuchtesten Wertpapiere aus diesem Bereich – nur, dass es diese eben noch nicht gibt. Bis dahin ist ein Investment über Merk die unkomplizierteste Lösung. Als Pluspunkt für Anleger ist das Investment für Anleger deutlich weniger riskant. Immerhin zeigt sich die Merck Aktie nicht so volatil.

Das Unternehmen konnte seinen Umsatz zuletzt auf 16 Milliarden Euro steigern – ein Plus von knapp 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aktie befindet sich noch nicht wieder auf Vor-Corona-Niveau, sodass sich eine interessante Einstiegsmöglichkeit ergibt.

Wer nur in Mosameat-Aktien investieren möchte, muss vermutlich warten, bis das Unternehmen tatsächlich einen Börsengang vollzieht.

Bewertung:

  • Pharma-Konzern mit Innvoationsgeist
  • Investiert in Mosa Meat
  • Künstliches Fleisch ist ein sehr kleiner Teil des Geschäftsmodells

Über die israelische Strauss Group in Aleph Farms investieren

(WKN: 893540WKN kopiert / ISIN: IL0007460160ISIN kopiert)

Aleph Farms ist ein weiteres Start-Up, dem Marktbeobachter viel zutrauen. Seine „schlachtfreien Steaks“ wecken unter Befürwortern von In-vitro-Fleisch große Hoffnungen. Ziel des Unternehmens ist es High-End-Produkte herzustellen: Kobe Rind anstatt „Burger-Pattie“ lautet die Devise. Doch eine Aleph Farms Aktie können Anleger noch nicht kaufen.

Aleph Farms ist aus dem israelischen Nahrungsmittel-Gründerzentrum „The Kitchen“ hervorgegangen, das ein Teil der Strauss Group ist. Die Strauss Group ist einer der größten Lebensmittelkonzerne in Israel und global aktiv. Weniger als die Hälfte der Aktien befindet sich in Streubesitz, mehr als die Hälfte ist immer noch in Familienhand.

Nachdem das Unternehmen 2013 einen deutlichen Umsatzrückgang von über 32 % verkraften musste, steigen die Erlöse seit 2016 wieder kontinuierlich. 2019 konnte die Strauss Group 5,7 Milliarden ILS verzeichnen. Das Ergebnis je Aktie stieg von 2,19 ILS (2013) auf zuletzt 4,65 ILS (2019) an.

Bewertung:

  • Kleineres Unternehmen
  • Israelisches Wertpapier
  • Investment in Aleph Farms, einem der Hoffnungsträger

Die Strauss Group Aktie ist nicht bei allen Brokern handelbar. Wir empfehlen wegen Verfügbarkeit und Kosten flatex.

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Stärken und Risiken: Künstliches Fleisch Aktien in unserer SWOT-Analyse

Wenn Sie in eine künstliche Fleisch-Aktie investieren möchten, sollten Sie das Marktumfeld gut kennen. Die wichtigsten Stärken und Schwächen, Risiken und Chancen werden in unserer SWOT-Analyse behandelt.

Stärken: Gut für die Umwelt, fürs Klima und für den Geldbeutel

Egal ob Fleisch aus dem Labor oder Fake-Meat auf Pflanzenbasis: Die Herstellung soll langfristig gesehen erheblich günstiger sein als die von echtem Fleisch. Dafür gibt es diverse Gründe: Zum einen entfällt die lange Aufzuchtphase der Tiere und kann auf wenige Wochen abgekürzt werden. Zum anderen verschlingt die Produktion deutlich weniger Ressourcen. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob die Pflanzen direkt zu künstlichem Fleisch verarbeitet wird oder auf natürlichem Wege vom Tier umgewandelt wird.

Durch die gesteigerte Effizienz sinken auch die Belastungen für Umwelt und Klima. Alle Investoren für künstliches Fleisch Aktien freuen jedoch nicht zuletzt die deutlich günstigeren Produktionskosten: Dadurch steigt die Marge erheblich.

Schwächen: Herstellung erweist sich als kompliziert

Nicht zuletzt an der Tatsache, dass es aktuell noch unmöglich ist, direkt in in-vitro-Fleisch-Aktien zu investieren, zeigt sich die große Herausforderung der Technologie: Bislang ist es noch nicht gelungen, die Produktion zur Marktreife zu bringen. Bis jeder In-vitro-Fleisch kaufen kann, könnten durchaus noch einige Jahre vergehen.

Außerdem ist die Produktion von in-vitro-Fleisch zumindest bislang nicht ohne tierische Bestandteile möglich. Streng vegetarisch kann eine Produktion aufgrund der eingesetzten Stammzellen zu Beginn ohnehin nicht sein. Doch auch für die konkrete Herstellung sind tierische Bestandteile nach wie vor möglich.

Schwierigkeiten bei der Entwicklung zeigen sich auch bei künstlichem Fleisch: Bislang sorgen zu viel Salz, Geschmacksverstärker und Mineralölrückstände für ein negatives Gesundheitsimage von Fleischersatzprodukten, die Fleisch stark ähneln.

Chancen: Prognosen sagen starkes Wachstum voraus

Der Markt für den Fleischersatz und künstliches Fleisch soll in den nächsten Jahren enorm zulegen. Auf dem Markt aktive Unternehmen verzeichnen zwei- bis dreistellige Prozentzahlen als Umsatzzuwachs. Geht es nach aktuellen Marktforschern, hält dieses Wachstum auch noch deutlich länger an.

Künstliches Fleisch und Fleischersatz

Künstliches Fleisch und Fleischersatz werden nach AT Kearney bis 2040 wachsende Marktanteile haben. Quelle: Statista

Gefahr: Große Lebensmittelkonzerne als einzige Gewinner

Das Marktpotential scheint eindeutig und es sicherlich kein Zufall, dass viele etablierte Nahrungsmittelhersteller vermehrt auf vegetarische Produkte und Fleischersatz setzen. Wenn sich ein Großkonzern dazu entscheidet, umzusteigen, hat er selbstverständlich ganz andere Mittel als ein Start-Up. Einige Marktbeobachter gehen sogar davon aus, dass sich sogar Beyond Meat nicht auf dem Markt behaupten können wird, sobald die Konkurrenz durch etablierte Konzerne zunimmt. Deswegen könnte ein Investment in Einzelaktien von Unternehmen, die künstliches Fleisch herstellen, ein Risiko sein.

Fazit zur SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse zeigt, dass der Markt für künstliches Fleisch und Fleischersatz sehr groß ist und auch für die Umwelt eine Chance darstellt. Doch zugleich gibt es kaum künstliches Fleisch-Aktien, in die Anleger jetzt investieren könnten. Selbst wenn es diese gäbe, hätten sie es vermutlich dank der starken Konkurrenz schwer, sich gegen die etablierten Konzerne zu behaupten.

Top 5 Aktien Depots

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Die wichtigsten Fakten zu künstlichem Fleisch

Wie weit ist die Forschung?

Die Unternehmen, die intensiv an Laborfleisch forschen, äußern sich ungern zu konkreten Fortschritten, solange sie keinen Meilenstein präsentieren können. Derzeit gibt es eine Handvoll Unternehmen, von denen bekannt ist, dass sie sich auf die Serienproduktion vorbereiten, darunter Mosa Meat, Aleph Farms, Higher Steaks und Memphis Meats. Insgesamt gibt es rund zwei Dutzend Firmen, die künstliches Fleisch herstellen wollen.

Dabei ist jedoch unklar, wie weit sie dem perfekten künstlichen Steak tatsächlich schon nahekommen und vor allem wie stark sie Inhaltstoffe tierischen Ursprungs verwenden. Viele Unternehmen machen aufgrund der starken Konkurrenz ein Geheimnis um ihren Forschungsstand.

Welche Herausforderungen müssen die Forscher noch lösen?

Eine der großen Schwierigkeiten bei der Entwicklung von Cleanmeat ist, es ohne tierische Bestandteile herzustellen. Die meisten Biotech-Unternehmen in diesem Bereich forschen jedoch daran, genau das zu schaffen. Nur wenn Laborfleisch ohne tierische Komponenten außer der Starterkultur auskommt, ist diese Art der Fleischproduktion eine tatsächliche Alternative und könnte auch Vegetarier ansprechen.

Derzeit ist jedoch der Stand noch, dass die Unternehmen noch Kälberserum benötigen, um das Laborfleisch zu züchten. Das Blut von Kälberföten enthält Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren, die für die Anzucht notwendig ist. Erst wenn diese Bestandteile synthetisch hergestellt werden können, wird Laborfleisch für Vegetarier interessant werden.

Welche Marktentwicklung ist in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich?

Derzeit scheint alles darauf hinauszulaufen, dass viele Big Player verstärkt in das Geschäft mit Kunstfleisch einsteigen. Wer nicht auf diese Branche setzt, droht den Anschluss zu verlieren. Dementsprechend ist es wahrscheinlich, dass es nicht viele reine Laborfleisch-Aktien auf dem Markt geben wird, sondern größere Konzerne die jungen Start-Ups direkt akquirieren.

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Warum steigt die Nachfrage nach Fleischersatz so stark?

Immer mehr Menschen wollen Fleischersatz oder in-vitro-Fleisch kaufen. Einen ähnlichen Hype gab es Anfang des Jahrzehnts schon einmal, allerdings flaute die Nachfrage schnell wieder ab. Diesmal gehen Marktbeobachter jedoch von einem dauerhaften Trend auf. Grund dafür sind die immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels und die Umweltbewegung um Fridays for Future. Zugleich wird es jedoch auch immer leichter, auf Fleisch zu verzichten, weil die Produktqualität deutlich zugenommen hat.

Fleischverzicht

Gründe für den Fleischverzicht noch vor der Fridays for Future-Bewegung: Quelle: Statista

Wie groß wären die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt, wenn künstliches Fleisch zum Massenprodukt würde?

Die Auswirkungen könnten enorm sein. Für die Produktion eines Kilo Fleischersatz auf Sojabasis werden 2,8 kg Treibhausgase ausgestoßen, für Schweinefleisch und Geflügel um die 4,2 Kg und für Rindfleisch über 30 kg. 2020 wurden 333 Millionen Tonnen Fleisch produziert – entsprechend groß ist das Potenzial.

Wie stark sich in-vitro-Fleisch als Alternative etablieren kann, hängt davon ab, wie unabhängig die Produktion von der Schlachtung von Tieren sein wird. Solange noch Blut oder Serum für die Herstellung notwendig sind, sind die Auswirkungen geringer.

Diese zwei ETFs bieten sich als Alternative an

Wenn es schon schwer ist, gezielt mit Einzelaktien in künstliches Fleisch zu investieren, gilt dies für einen Fonds oder ETF natürlich umso stärker. Wir haben keine optimale Lösung gefunden, um Clean Meat-Aktien mit gestreutem Risiko zu kaufen. Die beiden Angebote, die am nächsten dran sind, stellen wir Ihnen aber dennoch vor.

ETF U.S. Vegan Climate ETF (VEGN) ist eine Mogelpackung

(WKN: SLA5H0WKN kopiert / ISIN: DE000SLA5H01ISIN kopiert)

Der U.S. Vegan Climate ETF ermöglicht seit 09.09.2019 Investment nach ethischen Gesichtspunkten und soll frei von Tierleid und fossilen Energien sein. Tatsächlich sind die Aufnahmekriterien allerdings kaum wesentlich strenger als beispielsweise im MSCI World Social Responsible – ETF. Die 5 Top-Holdings sind:

  • Apple
  • Microsoft
  • Facebook
  • Visa
  • Nvidia

Der Anteil beträgt jeweils zwischen 3,62 und 4,96 %. Auch darüber hinaus finden sich vor allem Konzerne im Portfolio, die ein konsumkritischer Mensch nicht unbedingt mit „vegan“ verbinden würde.


Letztlich ist der ETF also nach ethischen Kriterien kaum besser geeignet als jeder andere ETF, der ein paar Negativkriterien formuliert hat. Die TER ist mit 0,60 % zudem für einen ETF nicht unbedingt günstig, auch wenn die bisherige Wertentwicklung durchaus ordentlich ist, wie unser Chart zeigt.

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iShares STOXX Europe 600 Food & Beverage UCITS ETF (DE) nicht spezifisch genug

(WKN: A0H08HWKN kopiert / ISIN: DE000A0H08H3ISIN kopiert)

Wenn Sie vor allem den Einstieg in die Nahrungsmittelindustrie planen, ist der iShares STOXX Europe 600 Food & Beverage möglicherweise die beste Alternative für Sie. Der ETF investiert nicht speziell in künstliches Fleisch oder Fleischersatzprodukte, sondern teilt das Investment auf die 600 größten börsennotierten Nahrungsmittelunternehmen in Europa auf.


Mit 7,94 % jährlicher Rendite kann er mit seinem Vergleichsindex (8,21 %) gut mithalten. Die TER ist mit 0,46 % für einen physisch replizierenden ETF zudem fair. Mit mehr als 280 Millionen Euro ist das Fondsvolumen zudem hoch genug, um auch vorsichtige Anleger zufriedenzustellen.

Wenn Sie ETFs handeln möchten, ist Smartbroker dank vieler kostenfreien Sparpläne die beste Wahl für Sie. Auch den Chart STOXX Europe 600 Food & Beverage ETF können sie dort ohne Kosten besparen.

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5 Fragen & Antworten

Künstliches Fleisch: In welche Aktien lohnt sich ein Investment?

Es gibt wenig junge Unternehmen, in die Anleger investieren können, wenn sie in künstliches Fleisch investieren möchten. Hersteller von in-vitro-Fleisch stecken noch in den Kinderschuhen. Aktien von Beyond Meat können als Fleischersatz-Produzenten in Frage kommen.

Wann kommt künstliches Fleisch in Deutschland auf den Markt?

Wann Verbraucher in Deutschland Laborfleisch kaufen können, ist noch unklar. Einige Unternehmen haben ihre Serienreife für 2021 angekündigt, allerdings sitzt keines davon in Deutschland. Zudem wurden die Start-Termine in den letzten Jahren häufiger nach hinten verschoben.

Sind künstliche Fleisch-Aktien auch aus ethischen Gründen empfehlenswert?

Es hängt ein bisschen vom Anspruch des Anlegers und der Striktheit seiner moralischen Grundsätze ab, grundsätzlich ist es jedoch sicherlich auch aus ethischen Gründen sinnvoll, in künstliche Fleisch-Aktien zu investieren. Anleger, die besonders viel Wert auf diesen Aspekt legen, bleiben jedoch noch weniger Aktien zur Wahl, da beispielsweise Nestlé oder Tyson Foods sicherlich nicht infrage kommen.

Was ist der Unterschied zwischen Fleischersatz und künstlichem Fleisch?

Fleischersatz ist ein Nahrungsmittel, bei dem der Hersteller aus pflanzlichem Material oder Ei- und Milchprotein versucht, ein Produkt zu erschaffen, dass Fleisch möglichst ähnlich ist. Künstliches Fleisch (auch: „Laborfleisch“ oder „in-vitro-Fleisch“) ist hingegen Fleisch, das im Labor gezüchtet wird und nicht durch die Schlachtung eines Tieres entsteht.

Ist künstliches Fleisch gesünder?

Künstliches Fleisch ist nicht per se gesünder. Auch wenn es nach dem „Clean Meat“-Gedanken in der Regel ohne Antibiotika, Gentechnik und Medikamente hergestellt wird, bleibt ein zu hoher Fleischkonsum gesundheitsschädlich.

Im Fleischersatz sind hingegen viel Salz und teilweise auch Zucker enthalten. Mineralölrückstände, Geschmacksverstärker und andere Zusätze können auch bei pflanzlichen Produkten dazu führen, dass Fleischersatz nicht uneingeschränkt gesund ist.

Fazit

Wichtigster Trend der Nahrungsmittelindustrie – aber nichts für Moralapostel

  • Fleischersatz und künstliches Fleisch könnten bald zum Alltag der meisten Menschen gehören. Die Wachstumsprognosen für diesen Markt sind so optimistisch, dass es fast schon töricht scheint, nicht in künstliches Fleisch zu investieren. Doch so leicht ist das leider nicht: Die meisten Unternehmen sind noch gar nicht an der Börse und werden es vielleicht auch niemals sein. Zu groß ist die Konkurrenz durch die etablierten Nahrungsmittelkonzerne, die bereits großes Interesse an Akquisitionen zeigen.
  • Für ethisches Investieren ist künstliches Fleisch eher ungeeignet. Nestlé, Tyson Foods oder auch Merck halten einer genaueren Prüfung aus diesem Blickwinkel kaum stand. Und selbst „Saubermann“ Beyond Meats kann keine Bio-Produkte produzieren, verschifft derzeit noch aus den USA und kooperiert mit Fastfood-Ketten. Ohne Kompromisse können Anleger mit ethischem Schwerpunkt in diese Branche also zumindest an der Börse nicht investieren.

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