US Aktien: Warum sie auch weiterhin in jedes Depot gehören

US-Unternehmen wie Alphabet (Google), Amazon oder Apple dominieren heute die halbe Welt. Die USA sind, trotz neuer Herausforderer wie der Volksrepublik China, noch immer die mächtigste Nation der Welt und der US-Dollar internationale Leitwährung. Es gibt also viele Gründe, warum US-Aktien in jedes Depot gehören. An dieser Einschätzung ändert bisher auch der schwer einzuschätzende und emotionale US-Präsident Trump nichts. Warum US-Aktien in jedes Depot gehören und worauf Anleger achten müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Darum gehören US Aktien in jedes Depot

Für US-Aktien sprechen drei wichtige Gründe, nämlich:

  • Politische und wirtschaftliche Macht des Landes
  • Wichtige Rolle des Dollar
  • Dynamik seiner Unternehmen

Die politische und wirtschaftliche Macht der USA nimmt zwar ab, doch nach wie vor ist das Land eines der mächtigsten der Welt und der Binnenmarkt einer der größten. Das hat Vorteile für seine Unternehmen. Wer auf diesem Markt besteht, ist meistens auch groß und effizient genug, um weltweit erfolgreich zu sein.

Unternehmen profitieren außerdem davon, dass der US-Dollar weltweite Leit- und wichtigste Reservewährung ist. Weil viele Geschäfte in US-Dollar abgewickelt werden, müssen Unternehmen sich weniger gegen Währungsschwankungen absichern. Außerdem ist es für europäische Anleger sinnvoll, auch in anderen Währungen als dem Euro Aktien zu besitzen. Wenngleich der Währungseffekt meist geringer ist als bei Anleihen und sich natürlich auch negativ bemerkbar machen kann.

Aber nicht nur deshalb sind Unternehmen in den USA sehr dynamisch und innovativ. Viele Leistungsträger zieht es in die USA. Nicht nur, weil dort Englisch gesprochen wird. Vor allem aber gibt es dort nach wie vor eine überwiegend positive Einstellung zu Unternehmertum und technischem Fortschritt. Während in Europa beispielsweise die gentechnische Forschung weit eingeschränkt wurde, genießen Wissenschaftler in den USA deutlich größere Freiheit.  Neben den großen Internet- und Computer-Firmen machen deshalb auch Biotech Unternehmen von sich reden. Möglicherweise wird die nächste große Erfolgsgeschichte von einem von ihnen geschrieben.

Nicht zuletzt gilt, dass bei einer breiten Streuung aus jedem wichtigen Markt ein paar Papiere ins Depot gehören. Vor allem vom nach wie vor wichtigsten der Welt, den USA.

Top 5 Aktien Depots

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Es gibt auch Nachteile

Selbstverständlich gibt es auch Nachteile an US-Aktien. Das Land ist in vielen Fragen tief gespalten. Die sozialen Unterschiede sind deutlich größer als in Europa und Anhänger und Gegner von US-Präsident Trump stehen sich unversöhnlich gegenüber. Hinzu kommt, dass die Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren massiv angestiegen ist. Sie beträgt mittlerweile rund 105 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Staatsverschuldung in den USA und der EU in Billionen. Zu berücksichtigen ist dabei aber, dass das Bruttoinlandsprodukt der USA mit rund 19 Billionen Euro auch höher ist als das der EU mit rund 16 Billionen Euro.

Hinzu kommt eine erstarkende Konkurrenz aus Indien und China, die selbst den scheinbar unbesiegbaren Tech-Giganten gefährlich werden könnten. Tatsächlich hatte auch die US-Wirtschaft schon Rückschläge hinnehmen müssen, beispielsweise in der Automobilindustrie.

Das spricht für US-Aktien, das gegen sie

Hier die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente als Stichworte.

Pros
  • Dynamische Unternehmen
  • Vergleichsweise stabiler Staat mit großer wirtschaftlicher Freiheit
  • Großer Heimatmarkt
  • Bedeutung des US-Dollars
  • Politische Macht der USA
Contra
  • Innere Spannungen in den USA
  • Unberechenbarer Präsident
  • Neue Konkurrenten wie die Volksrepublik China

Wissenswertes rund um US-Aktien

Wer in den USA investieren will, sollte einige wichtige Fakten kennen.

Die wichtigsten Börsen

Die wichtigsten Handelsplätze sind allesamt in den USA beheimatet. Weltweit bekannt ist vor allem die New Yorker Börse. Viele wissen aber nicht, dass es in New York zwei große Börsen gibt, neben der New York Stock Exchange noch die NASDAQ, die ein eigenständiges Unternehmen ist.

New York Stock Exchange: Weltweit die Nummer 1

Die New York Stock Exchange (NYSE) ist gemeint, wenn von der „Wall Street“ die Rede ist. 1792 gegründet ist sie eine der ältesten Börsen der USA, nur die Philadelphia Stock Exchange ist zwei Jahre älter. Noch heute ist sie mit einer Marktkapitalisierung von fast 20 Billionen und einem Handelsvolumen von rund 3,3 Billionen US-Dollar die größte Börse weltweit.

NYSE US Aktien

Weltgrößte Wertpapierbörse: Die New York Stock Exchange an der Wall Street: Foto: Sabrina B. aus F.

Seit 2008 gehört zur Unternehmensgruppe auch die NSYE American. Der 1842 gegründete Handelsplatz hieß bis dahin American Stock Exchange (AMEX), anschließend kurzzeitig NYSE Amex Equities, dann NYSE MKT. Er besteht als Handelsplatz innerhalb der NYSE-Gruppe weiter.

NASDAQ: Die zweite Weltbörse aus New York

Weitaus jünger ist die NASDAQ, die zweitgrößte Börse der Welt mit einer Marktkapitalisierung von mehr als acht Billionen und einem Handelsvolumen von 2,7 Billionen US-Dollar. Sie wurde erst 1971 als erster elektronischer Wertpapierhandelsplatz gegründet. Ins Leben gerufen wurde sie von der National Association of Securities Dealers (NASD), der heutigen Financial Industry Regulatory Authority (FINRA). Der Name steht für National Association of Securities Dealers Quotations.

US Aktien

Wie die NYSE hat auch die NASDAQ ihren Sitz in New York. Foto: Pixabay

Regionalbörsen: Nur wenige haben überlebt

Daneben existieren noch einige Regionalbörsen in Chicago, Philadelphia, Boston und Jersey City, wobei die Börsen in Boston und Philadelphia zur NASDAQ-Gruppe gehören. Die übrigen Regionalbörsen, etwa in Honolulu, Detroit oder Denver, wurden schon vor langer Zeit geschlossen. Dagegen sind die Wertpapier- und die Optionenbörse in Chicago nach wie vor bedeutend. Bekannteste Börse in Chicago ist aber die Warenterminbörse, die Chicago Mercantile Exchange. Sie wurde 1898 als Chicago Butter and Egg Board gegründet und ist heute der größte Handelsplatz ihrer Art.

Denver Stock Exchange USA

Ähnlich wie in Deutschland gab es auch in den USA früher zahlreiche Regionalbörsen, beispielsweise in Denver (Foto). Viele schlossen schon 1934, als die Finanzaufsichtsbehörde SEC gegründet wurde. Heute gibt es außer in New York nur noch in Chicago bedeutende, selbstständige Börsen. Foto: Mr. Mini Bike auf Pixabay

BATS Exchange: Der unbekannte Riese

In den meisten Übersichten über die größten Börsen fehlt die BATS Exchange in Kansas City. Oft wird sie nicht als Börse, sondern als börsenähnliches Handelsnetzwerk bezeichnet. Im Grunde tut sie aber nichts anders als klassische Börsen auch, sie organisiert einen Wertpapierhandel und bringt Angebot und Nachfrage zusammen. Mit einem Handelsvolumen von 2,8 Billionen US-Dollar übertrifft sie sogar die NASDAQ. Seit 2017 gehört das Unternehmen zur Chicago Board Options Exchange.

BATS Exchange

Kansas City in Missouri gilt nicht gerade als Finanzhochburg. Doch hier hat die BATS Exchange ihren Ursprung, ein börsenähnliches Handelsnetzwerk, dessen Umsatz den der NASDAQ überschreitet. Foto: David Mark auf Pixabay

Die wichtigsten Indizes

Anders als in Deutschland gibt es in den USA gleich mehrere bedeutende Indizes. Bekannt sind vor allem zwei, nämlich der Dow Jones und der NASDAQ 100. Beachten müssen Anleger, dass bei allen US-Indizes der Kursindex der gebräuchlichere ist. Darin sind Einnahmen aus Aktiensplits oder Dividenden nicht enthalten, anders als beim DAX. Zwar werden praktisch alle Indizes auch als Performance Index herausgegeben, dann tragen sie oft den Zusatz Total Return (so wie es den DAX auch als Kursindex gibt). Sofern nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, beziehen sich die in Zeitungen oder auf Finanzseiten veröffentlichen Daten aber auf den Kursindex, die zum DAX dagegen auf den Performance Index.

Dow Jones

Der Dow Jones ist wohl der bekannteste Aktienindex der Welt. Genau genommen müsste man aber vom Dow Jones Industrial Average sprechen, denn unter dem Namen Dow Jones werden auch weitere Indizes herausgegeben. Der Aktienindex umfasst die 30 größten Aktiengesellschaften, zu denen außer Industrieunternehmen auch Banken und Versicherungen gehören.

Der weltweit älteste noch bestehende Aktienindex ist der 1884 ins Leben gerufen Dow Jones Transpoartion Average. Er umfasst die 20 größten Transportunternehmen. Der Utility Average wiederum umfasst die 15 größten Versorgungsunternehmen.

Wichtig ist, dass die Dow Jones Indizes im Gegensatz zum DAX nicht auf Basis fester statistischer Kriterien automatisch zusammengestellt werden. Stattdessen entscheidet ein Gremium, welche Aktien in den Index aufgenommen werden. Dagegen erfolgt die Auswahl beim DAX durch eine feste Formel.

Der Dow Jones Composite Average wiederum umfasst alle 65 Firmen dieser drei Indizes. Nachdem Dow Jones seit 2009 den Wilshire 5000 Total Market Index nicht mehr mit vermarktet, hat das Verlagshaus  mit dem Dow Jones Total Stock Market Index einen eigenen Index ins Leben gerufen, der alle Aktien von Firmen mit Hauptsitz in den USA umfasst.

S&P 500 und S&P 100

Seit 2012 werden die Dow Jones Indizes und die S&P Indizes gemeinsam von S&P Dow Jones Indices LLC herausgegeben. S&P 500 und S&P 100 werden aber weiter unter ihrem alten Namen veröffentlicht.

Der S&P 500 wurde erstmals 1923 von Standard Statistics herausgegeben und umfasste zunächst 233 Unternehmen. Durch den Zusammenschluss mit Poor’s Publishing und dem Anwachsen auf 500 Werte erhielt er seinen aktuellen Namen.

Der S&P 100 geht auf einen Index der Chicago Board Options Exchange zurück, hat seinen Ursprung also als einziger nicht in New York, sondern in Chicago. Seit 1983 wird er von Standard & Poor’s betreut und firmiert seitdem unter als S&P 100.

Börsenindizes von NASDAQ und NYSE

Fast genauso bekannt wie der Dow Jones ist mittlerweile der NASDAQ 100. Oft wird er als Index für Technologieaktien beschrieben, was allerdings nicht ganz korrekt ist. Er umfasst nämlich die 100 wichtigsten Aktiengesellschaften, die nicht dem Finanzsektor angehören und an der NASDAQ gehandelt werden. Dazu gehören beispielsweise auch die Eisenbahngesellschaft CSX Corporation, der Lebensmittelkonzern The Kraft Heinz Company oder der Spieleverlag Hasbro, aqußerdem auch eine Handvoll ausländischer Firmen an, die an der NASDAQ gehandelt werden.

Weniger bekannt ist der NASDAQ Composite, der alle an der NASDAQ gehandelten Firmen umfasst, insgesamt über 3.000. Analog dazu sind im NYSE Composite alle an der New York Stock Exchange gehandelte Firmen enthalten.

Weitere Indizes

Wer gezielt in den USA investieren will, sollte aber nicht nur die großen Indizes im Blick haben. Der Finanzdienstleister MSCI, bekannt vor allem durch den MSCI All Countries World Index, erstellt auch für die USA einen regionalen Index. Neben diesem MSCI USA gibt es außerdem den MSCI North America, der auch Firmen aus Kanada einschließt.

Für Investoren interessant sind auch die Indizes von Russell Investments. Der Russel 1000 bildet nämlich die Entwicklung der 1.000 wichtigsten Aktien und damit 90 Prozent der Marktkapitalisierung der US-Märkte ab.

Noch spannender kann aber der Russell 2000 sein. Er bildet Unternehmen der „zweiten Reihe“ ab, also die 2.000 größten Unternehmen, die nicht im Russell 1000 vertreten sind. Der Russell 3000 wiederum fasst beide Indizes zusammen.

Wechselkurs beachten

Zu beachten ist, dass die US-Indizes die Wertentwicklung in US-Dollar messen. Fällt der US-Dollar, macht das einen Wertgewinn teilweise oder ganz zunichte. Umgekehrt bedeutet ein Dollar-Anstieg einen zusätzlichen Gewinn.

Große Firmen wie Amazon und Alphabet sind davon weniger betroffen. Sie machen einen großen Teil ihres Umsatzes im Ausland. Anders sieht es bei lokal agierende Dienstleistern oder Einzelhändlern aus.

Anleger können sich gegen einen solchen Rückgang absichern, allerdings hat eine Investition in US-Dollar auch Vorteile. Sollte beispielsweise in der Eurozone die Inflation ansteigen, würde der Euro gegenüber dem US-Dollar fallen (sofern dort nicht das Gleiche geschieht). Die Währungsgewinne würden dann den Kaufkraftverlust ausgleichen.

US Aktien Steuern: Quellensteuer fällt an

30 Prozent der Gewinne aus Dividenden und sonstigen Zahlungen werden vom US-Fiskus als Quellensteuer einbehalten. Hat der Broker eine Übereinkunft mit den Finanzbehörden getroffen, können Anleger über ihn einen Antrag stellen und die Steuerbelastung auf 15 Prozent reduzieren. Das ist bei den meisten großen Direktbanken der Fall, etwa der ING oder der DKB Bank.

LandQuellensteuer in %maximal anrechenbarZusatzbelastung im günstigsten Fall
Belgien301515
Brasilienkeine--
China (ohne Hongkong und Macau)1010-
Frankreich21156
Hongkongkeine--
Indien1010-
Irlandkeine für EU-Bürger--
Italien261511
Japan1515-
Korea (Südkorea)20155
Schweiz351520
Südafrika0-1515-
Vereinigtes Königreichkeine--
Vereinigte Staaten von Amerika ohne Ermäßigung301515
Vereinigte Staaten von Amerika mit Ermäßigung15-15

Besteht diese Übereinkunft nicht, ist das Geld aber nicht verloren. Diese „zu viel gezahlten“ 15 Prozent können auf die Abgeltungssteuer in Deutschland angerechnet werden. Das gilt natürlich nur, wenn auch eine entsprechend hohe Abgeltungssteuer gezahlt wird. Wer unter dem Freibetrag von 801,- Euro pro Person bleibt, erhält das Geld nicht erstattet.

US Empfehlungen 2019: US Aktien mit Potenzial

Natürlich wäre es zu einfach, irgendeine beliebige Aktie zu kaufen. Wie auch in anderen Märkten kommt es darauf an, die richtige Aktie auszuwählen.

Wir möchten ihnen deshalb drei US-Aktien mit Potenzial vorstellen. Viele haben sich schon in der Vergangenheit gut entwickelt, könnten aber noch weiter wachsen. Eine wurde nach dem Kriterium des Quality Investing gewählt, eine auf Basis des Value Investing und außerdem haben wir einen defensiven Wert hinzugefügt.

Amazon: Platzhirsch mit weiterhin guten Aussichten

Amazon ist nicht nur in den USA, sondern weltweit ein Gigant unter den Einzelhändlern. Wobei sich das Unternehmen längst über den klassischen Handel hinaus entwickelt hat. Über Jahre hinweg hat der Kurs der Aktie den NASDAQ 100 Index deutlich abgehängt und auch Konkurrenten wie Alphabet (ehemals Google) hinter sich gelassen. In den ersten Monaten des Jahres 2019 hat die Aktie aber etwas Schwäche gezeigt, das kann eine Gelegenheit zum Einstieg sein.

Das Wachstum kann noch einige Zeit weiter gehen. Übernahmen können dazu ebenso beitragen wie der Ausbau der Marktmacht aus eigener Kraft. Auch ältere Menschen, die noch häufig in stationären Läden einkaufen, werden in Zukunft stärker online bestellen. Und vor allem wachsen neue Generationen nach, die mit dem Medium Internet groß geworden sind.

Die wachsende Marktmacht hat aber noch eine weitere Folge, immer mehr kann Amazon damit nämlich sowohl Verbrauchern als auch Herstellern die Preise diktieren.

Lobbyismus Amazon

Der Einfluss von Amazon ist traditionell auch auf der politischen Bühne groß. Allerdings gilt der aktuelle US-Präsident nicht als Freund des Unternehmens.

Neue Technologien wie Amazon Echo binden Kunden noch enger an das Unternehmen. Und je größer der Datenschatz wird, auf den Amazon durch die vielen Kunden zurückgreifen kann, umso besser kann Amazon neue Produkte vorschlagen.

Auch als Internetdienstleister und Anbieter von Rechenkapazitäten ist Amazon erfolgreich. Dieses Geschäftsfeld dürfte in Zukunft noch weiter wachsen.

Es gibt auch Risiken

Das heißt aber nicht, dass das Engagement risikolos wäre. Die Amazon-Aktie ist schon jetzt sehr hoch bewertet. Schon eine Verlangsamung des Wachstums könnte zu Kursrückgängen führen. Mögliche Ursachen für ein langsameres Wachstum gibt es mehrere.

Da ist zum einen die Person des Jeff Bezos. Das Unternehmen profitiert von seiner Kreativität und Durchsetzungskraft, ist gleichzeitig aber auch sehr stark von ihm abhängig.

 20152016201720182019 (e)
Umsatz je Aktie in Euro227,19 285,09 367,49414,63...
Gewinn je Aktie in Euro (unverwässter)1,285,01 6,3218,41...
Dividende je Aktie in Euro-----

Auch Gewerkschaften und Regulierer sollte das Unternehmen nicht unterschätzen. Gewerkschaften könnten durch höhere Löhne die Kosten erhöhen und Regulierer die Einnahmen begrenzen. Beispielsweise durch eine Begrenzung der Gebühren, die der Konzern Händlern in Rechnung stellt, die ihre Produkte über Amazon verkaufen.

Und schließlich ist auch das Auftreten eines neuen Marktteilnehmers nicht auszuschließen. Ein starker Anbieter wie Alibaba aus China könnte genauso zum Problem werden wie eine zunehmende Nachfrage nach lokalen, mittelständischen Anbietern.

Amazon Pro:

  • Jeff Bezos ist starke Unternehmerpersönlichkeit
  • Weiteres Wachstum durch Zunahme des Online-Handels
  • Erschließen neuer Geschäftsfelder, etwa im Bereich Internetdienstleistungen und Serverdienste.
  • Hohe Marktmacht, Einfluss auf Politik, Verbraucher und Hersteller

Amazon Contra:

  • Hohe Bewertung
  • Große Abhängigkeit von Bezos
  • Regulierung durch Kartellbehörden denkbar
  • Neue Konkurrenten nur einen Mausklick entfernt

Günstige US-Aktien: Biogen

Um 600 Prozent ist die Aktie von Biogen von 2009 bis 2014 angestiegen. Seitdem ging der Kurs um mehr als zehn Prozent zurück. Das könnte eine gute Gelegenheit für Neueinsteiger sein. Denn viele fundamentale Analysen sehen mittlerweile wieder Luft nach oben.

Biogen wurde 1978 von mehreren Wissenschaftlern gegründet, damals noch als niederländisches Unternehmen. Ziel war und ist die Nutzung der Biotechnologie zur Herstellung von Arzneiprodukten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung eigener Präparate, die teilweise in Lizenz von anderen Unternehmen vertrieben werden.

Forschungsstarkes Unternehmen

Wegen seiner hohen Investitionen in die Forschung ist Biogen stark vom Erfolg seiner Wissenschaftler abhängig. Beispielsweise forscht die Firma zum Thema Multiple Sklerose, im Bereich Immunologie oder zu verschiedenen Bluterkrankungen. Ein Durchbruch könnte der Firma viele Milliarden einbringen. Ein Risiko besteht natürlich darin, dass solche Erfolge ausbleiben.

 20152016201720182019
Umsatz je Aktie in Euro36,341,946,452,8...
Gewinn je Aktie in Euro (unverwässter)13,815,310,719,5...
Dividende je Aktie in Euro-----
Biogen Pro:

  • Nutzt zukunftsträchtige Biotechnologie
  • Markt für Medikamente wird weiter wachsen
  • Viele positive Analystenbewertungen

Biogen Contra:

  • Entwicklung von Pharmaprodukten ist teuer
  • Hohes Risiko von Fehlschlägen

Defensive US-Aktien mit hoher Dividende: Coca Cola

Wem Aktien wie Biogen zu risikoreich sind, der findet vor allem bei Konsumgüterherstellern risikoärmere Alternativen. Während Unternehmen in Krisenzeiten meistens schnell ihre Investitionen reduzieren und damit beispielsweise Maschinenbauer oder Softwarekonzerne in Schwierigkeiten bringen, werden Konsumgüter wie Lebensmittel, Getränke oder Reinigungsmittel weiter gekauft, auch wenn der Umsatz etwas sinkt.

Einige Aktien von Konsumgüterherstellern sind alleine durch ihre Dividende ein attraktives Investment, beispielsweise The Coca Cola Company. Die Ausschüttung entspricht etwa drei Prozent des Aktienkurses. Somit liegt die Dividendenrendite deutlich über dem Zinssatz für die Bankguthaben und viele Anleihen.

Risikolos ist das Investment aber nicht. Es ist durchaus denkbar, dass neue Modegetränke dazu führen, dass die Menschen weniger Coca Cola trinken. Auch die Diskussion um die Schädlichkeit von Zucker könnte dem Unternehmen schaden, wenngleich die Firma hier bereits mit zahlreichen zuckerfreien Varianten gut vorgesorgt hat. Ein weiterer Nachteil: die Wachstumsmöglichkeiten sind im Vergleich zu einem Unternehmen wie Amazon oder Alphabet (Muttergesellschaft von Google) begrenzt.

 20152016201720182019 (e)
Umsatz je Aktie in Euro8,938,537,296,63...
Gewinn je Aktie in Euro (unverwässter)1,521,360,261,36...
Dividende je Aktie in Euro1,191,261,331,40-

Zuletzt entwickelt sich Umsatz und Gewinn nicht besonders gut. Die lange Zeit üblicher Dividendenerhöhung von jährlich 0,10 US-Dollar wurde 2016 auf 0,08 US-Dollar reduziert, trotzdem lag die Dividendenzahlung 2018 über dem Gewinn je Aktie. Allerdings hat Coca Cola sich effizienter aufgestellt und in den Schwellenländern ist noch viel Potenzial für weiters Wachstum.

Coca Cola Pro:

  • Hohe Dividendenrendite
  • Konsumgüter sind weniger krisenanfällig als viele andere Werte
  • Wertvolle Marke

Coca Cola Contra:

  • Zunächst verhaltene Wertentwicklung
  • Wenig Wachstumspotenzial
  • Risiken durch Diskussion über Zucker

Alternative ETF: Welcher ETF für US-Aktien?

Einzelaktien bergen aber immer ein höheres Risiko als ein ganzer Index. Wie oben dargestellt können auch mächtige Unternehmen wie Amazon oder The Coca Cola Company in einer Krise geraten.

Indizes wie der Dow Jones oder gar der Russell 3000 bieten eine deutlich breitere Streuung. Welcher ETF der richtige ist, hängt natürlich davon ab, in welchen Index man investieren will. Wer einen hohen Anteil von Technologieunternehmen wünscht, ist beim NASDAQ 100 gut aufgehoben. Mit Gebühren in Höhe von 0,25 Prozent bietet der ComStage Nasdaq 100 (ISIN: LU0378449770, WKN: ETF011) relativ niedrige Gebühren.

Top 5 ETF

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Dagegen lässt sich mit dem iShares Dow Jones US Select Dividend ( ISIN: DE000A0D8Q49, WKN: A0D8Q4) gezielt in dividendenstarke Unternehmen investieren. Die Kosten liegen mit 0,31 Prozent etwas höher.

Mit dem Xtrackers Russell Midcap UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BJZ2DC62, WKN: A1XEJS) wiederum können Anleger vom Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen profitieren.

Günstige Broker für US Aktien

Viele US-Aktien werden auch in Deutschland gehandelt. Wer statt Einzelwerte einen ETF kaufen will, sollte an Deutschlands Börsen problemlos fündig werden. Sollen dagegen gezielt auch Aktien kleinerer Firmen gekauft werden, empfiehlt sich ein Broker, der einen günstigen Zugang zu US-Börsen gewährleistet. Sonst kann die Order nämlich schnell mal 50,- Euro kosten.

Partner des US-Anbieters Interactive Brokers: Lnyx

Das niederländische Unternehmen Lynx ist europäischer Partner des Discount-Brokers Interactive Brokers aus den USA. Die Firma ist in ihrem Heimatmarkt einer der größten Depotanbieter. In Europa ist das Unternehmen zwar mittlerweile auch aktiv, besser ist aber in den meisten Fällen ein Depot bei Lynx.

Lynx Handelsplätze

Lynx ist vor allem bei US-Aktien sehr preiswert.

Dabei kümmert sich Lynx um Kundenservice, Vertrieb und Weiterbildungsangebote, während die Abwicklung der Transaktionen bei Interactive Brokers stattfindet. Für die Kunden hat das den Vorteil, dass über das Büro in Berlin ein deutschsprachiger Kundendienst bereitsteht.

Durch die Partnerschaft mit Interactive Brokers sind gerade die Preise für den Handel in den USA sehr niedrig. Kunden können in den USA ab 5,- US-Dollar handeln (Europa ab 5,80 Euro).

DeGiro

Ebenfalls in den Niederlanden hat DeGiro seinen Sitz. Anders als Lynx wickelt DeGiro die Käufe und Verkäufe selbst ab, ist also ein eigenständiger Broker.

Trade Republic DeGiro Vergleich

Die Preise von DeGiro sind kaum zu unterbieten.

Wer Aktien über eine EU-Börse kauft, beispielsweise Xetra oder die Tradegate Exchange in, tut das bei DeGiro deutlich billiger als bei Lynx. Bei Käufen in den USA hängen die Kosten von der Zahl der Aktien ab, da sie in diesem Fall nicht nach Umsatz, sondern nach Aktienzahl berechnet werden.

Allerdings bietet DeGiro, wie Lynx, keine weiteren Bankdienstleistungen neben dem Brokerage.

Comdirect Bank

Wer Wert auf einen deutschen Broker legt oder alle Bankdienstleistungen aus einer Hand wünscht, der findet das bei der Quickborner Comdirect Bank. Das 1994 gegründete befindet sich überwiegend im Besitz der Commerzbank AG.

Cominvest Robo Advisor Test

Vom Girokonto über das Depot bis zur automatisierten Vermögensverwaltung bietet die Comdirect Bank fast alle Bankdienstleistungen für Privatkunden.

Großer Vorteil für Privatanleger ist, dass die Bank auch ein Girokonto, Fest- und Tagesgelder sowie eine automatisierte Vermögensverwaltung (Robo Advisor) anbietet. So können Kunden alle Bankdienstleistungen unter einem Dach bündeln und über das Unternehmen beispielsweise Aktien kaufen, einen anderen Teil des Geldes von einem Robo Advisor automatisch anlegen lassen, um eine breite Streuung zu erhalten und einen dritten Teil sicher in Tages- und Festgeld parken.

Top 5 Robo Advisor

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Allerdings sind die Ordergebühren ab den zweiten Jahr deutlich höher als bei Lynx oder DeGiro. Im ersten Jahr kostet eine Order an einer EU-Börse nur 3,90 Euro. Der Preis erhöht sich aber ab dem zweiten Jahr auf mindestens 9,90 Euro. Wird eine Aktie direkt an einer US-Börse gekauft, werden sogar mindestens 12,90 Euro berechnet. Allerdings ist das, vor allem bei ETFs, oft gar nicht nötig.

Fazit

US-Aktien gehören in jedes Depot. Denn die wirtschaftliche und politische Bedeutung der USA sorgen dafür, dass ein breit gestreutes Depot nicht ohne sie auskommt. Zumal viele besonders dynamische Unternehmen wie Alphabet, Intel oder Biogen aus den USA stammen. Statt mit Einzelaktien können Anleger auch über ETFs investieren, viele davon werden auch an deutschen Börsen gehandelt. Um eine weltweite Streuung zu erreichen und das Wechselkursrisiko gering zu halten, sollten US-Aktien aber nur einen Teil des Portfolios ausmachen.

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