20.000 Euro anlegen

20.000,- Euro anlegen ist nicht schwerer als 5.000,- Euro anlegen. Ganz im Gegenteil, der hohe Betrag erlaubt sogar eine breite Streuung, die mit weniger Geld nicht ohne weiteres möglich ist. Wer will kann es sich auch einfach machen und den Großteil des Geldes einer Vermögensverwaltung anvertrauen. Robo Advisor bieten diese Dienste schon ab wenigen Tausend Euro. Für alle, die die Börsenkurse im Moment zu hoch finden, haben wir einen Vorschlag.

Das wichtigste in Kürze:

  • Zinspapiere bleiben wichtig
  • Aktien bringen die Rendite
  • Langsam einsteigen um Risiko zu minimieren
  • Gold und Immobilien als Beimischung
  • Lebensversicherungen und ähnliches kaum noch attraktiv

20.000 Euro anlegen 2018

Vor Ausbruch der Finanzkrise hätten viele Anleger ihr Geld vermutlich einfach als Festgeld angelegt. 6,0 Prozent Zinsen und mehr waren leicht zu bekommen. Doch aktuell bieten auch Festgelder mit zehn Jahren Laufzeit durchgehend weniger Zinsen als jene 2,0 Prozent, die als mittelfristige Inflationsrate erwartet werden. Sparer verlieren also Geld.

Aktien und Immobilien haben dagegen ihren Besitzern viel Freude gemacht. Doch Einsteiger haben die verständliche Befürchtung, dass es für sie bereits zu spät ist. Eine Korrektur ist, auch angesichts der vielen Krisen weltweit, nicht auszuschließen. Trotzdem finden wir, dass Aktien mit ins Depot gehören, wenn man 20.000 Euro anlegen will.

Gold hat sich dagegen seit 2013 nur verhalten entwickelt. Vielleicht ist aber gerade das ein Grund, jetzt zu investieren. Ein bisschen Edelmetall deshalb auch im Depot liegen.

Natürlich können wir keine Anlageberatung bieten, wohl aber ein paar Ideen. Wir setzen dabei voraus, dass das Geld für mehrere Jahre angelegt wird. Wer es schon bald braucht, sollte zu sicheren Anlagen wie im Baustein 1 greifen.

Baustein 1: 20.000 Euro anlegen Zinsen

Festverzinsliche Anlagen gehören in jedem Fall nach wie vor zu einer guten Geldanlage, selbst wenn sie nach Abzug der Inflation Verluste bringen. Übrigens ist diese Situation keineswegs neu. Zwar waren die Zinsen noch nie in der jüngeren Vergangenheit so niedrig wie jetzt, dafür lag die Inflationsrate teilweise deutlich höher, in den 1970er Jahren mitunter über 7,0 Prozent. Viele Anleger verloren auch damals real Geld.

Doch ein paar Euro sollten Anleger immer kurzfristig verfügbar haben, für den Urlaub oder unvorhergesehene Ausgaben wie ein neues Handy. Damit man nicht gezwungen ist Wertpapiere zu verkaufen, wenn die Kurse gerade im Keller sind.

Wer sich besser fühlt, wenn er etwas mehr Geld in Reserve hat, kann zusätzlich noch ein Wachstumssparen abschließen, wie es beispielsweise die DKB Bank bietet. Dort müssen Kunden ihre Guthaben kündigen und drei Monate warten, bis sie ihr Geld erhalten. Im Gegenzug sind die Zinsen etwas höher und steigen außerdem jedes Jahr an.

Festgelder sind dagegen nur für sehr vorsichtige Anleger interessant. Wer nicht direkt in Aktien investieren will, sollte zum untenstehenden Abschnitt über Robo Advisor springen und diese Möglichkeit in Erwägung ziehen.

Baustein 2: Aktien als Grundlage

Von rund 8.000 auf mehr als 13.000 Punkte ist der DAX von 2008 bis 2018 gestiegen, eine jährliche Rendite von rund 5 Prozent. Zumindest wenn man die Jahresstartkurse betrachtet, denn innerhalb von etwas mehr als einem Jahr fiel der DAX vor zehn Jahren unter 4.000 Punkte. Von diesem Zwischentief aus gesehen steht der Index Ende 2018 sogar rund dreimal so hoch. Zeit für eine Korrektur?

Anders als manchmal zu lesen haben sich die Kurse allerdings keineswegs verdreifacht, denn der DAX berücksichtigt auch Dividendenzahlungen. Er steigt also, wenn Firmen ihre Gewinne ausschütten. Der DAX Kursindex lag im September 2018 mit knapp über 5.500 Punkten niedriger als Anfang 2000 und Anfang 2015.

Das schließt eine Kurskorrektur nicht aus, zumal es auch 2000 und 2015 kurz nach dem Höchststand abwärts ging. Aber denkbar ist auch eine weitere Aufwärtsbewegung.

Wer in Aktien investiert sollte, allerdings auf ein paar Regeln achten.

Regel 1: Langen Atem mitbringen

Der häufigste Fehler von Kleinanlegern ist, dass sie zu früh aussteigen. Im schlimmsten Fall kaufen sie am Ende einer langen Aufschwungphase, getrieben von der Angst sonst zu spät zu kommen. Fällt der Kurs dann, steigen sie frustriert wieder aus. Wer in Aktien investiert, sollte also einen langen Atem mitbringen und einen Kursrückgang „aussitzen“ können.

Regel 2: Portfolio breit streuen

Todsichere Aktien gibt es nicht. In den 1990er Jahren galten die Deutsche Bank oder RWE als sogenannte Witwen- und Waisen-Papiere, also Aktien die man seinen Hinterbliebenen vererben konnte und die daraus ein Zusatzeinkommen bekam, ohne sich um die Geldanlage kümmern zu müssen. Denn die Aktien waren ja scheinbar sicher.

Mittlerweile haben beide Unternehmen einen Großteil ihres Wertes verloren. Selbst Giganten wie Alphabet (Google), Facebook oder Amazon haben keine Garantie für ewiges Leben – und schon gar nicht für ewige Gewinne. Zumal angesichts der hohen Bewertungen dieser Unternehmen schon eine ausbleibende Gewinnsteigerung zu Kursrückgängen führen kann.

Sicherer ist es deshalb, seine Aktien breit zu streuen. Auch mit 20.000,- Euro lässt sich aber kein umfangreiches Portfolio anlegen, denn jeder Kauf kostet Geld. Einfacher ist es deshalb über Fonds in mehrere Aktien zu investieren.

Regel 3: In verschiedene Regionen investieren

Allerdings reicht es nicht in verschiedene Aktien zu investieren, wenn alle aus der gleichen Branche oder der gleichen Region stammen. Ein Fonds mit den größten deutschen Aktien enthält zahlreiche Automobilfirmen. Rutscht die Branche in die Krise, ist davon ein großer Teil des Portfolios betroffen. Die Banker sprechen hier von Klumpenrisiko.

Anleger sollten ihr Kapital deshalb auch über verschiedene Regionen streuen. Und weil fast alle Industrieländern mit einer alternden Bevölkerung und gesättigten Märkten konfrontiert sind, sollten sich darunter auch ein paar Schwellen- oder gar Entwicklungsländer befinden.

Regel 4: Die Kosten im Blick halten

Fonds sind hervorragend geeignet, um eine breite Streuung zu erreichen. Sie enthalten viele Aktien und sind außerdem ein Sondervermögen. Das bedeutet, dass die vom Fonds investierten Gelder von den Guthaben der Fondsgesellschaft getrennt bleiben. Wird sie insolvent, ist das Fondsvermögen davon nicht direkt betroffen – anders als bei Zertifikaten.

Allerdings sind viele Aktienfonds teuer. Gleich mit dem Kauf fallen Ausgabeaufschläge von nicht selten 5,0 Prozent an, jährlich kommen Gebühren in Höhe von 2,0 Prozent oder mehr hinzu. Das muss zunächst erwirtschaftet werden.

Bei börsengehandelten Fonds, sogenannten ETFs (für Exchange Traded Funds) fallen dagegen keine Ausgabeaufschläge an, sondern nur Ordergebühren wie beim Kauf einer Aktie. Außerdem sind die meisten ETFs Indexfonds, sie kopieren also einfach einen Index wie den DAX oder den Dow Jones. Dadurch entfallen die Kosten für ein teures Fondsmanagement. Zumal es viele aktiv verwaltete Fonds ohnehin nicht schaffen, ihren Vergleichsindex zu übertreffen.

Kosten spart man auch, wenn man nicht hektisch ständig das Portfolio umschichtet. Eine gut fundierte und breit gestreute Geldanlage hat das nicht nötig.

Tipp: Langsam investieren

Wer Angst vor einer Kurskorrektur hat, der kann sein Geld auch in einzelnen Tranchen investieren. Die Consorsbank bietet immer wieder attraktive Tagesgeldzinsen für Neukunden im ersten Jahr. Die liegen zwar auch unterhalb der Inflation, aber deutlich über dem, was die meisten Konkurrenten zahlen.

Der für Aktien reservierte Anteil wird dann also zunächst aufs Tagesgeldkonto gelegt und dann monatlich investiert. So kauft man zu unterschiedlichen Kursen. Kommt es innerhalb des Jahres zu einer Kurskorrektur, dann hat man zwar zunächst Geld verloren, investiert dann aber dafür umso günstiger.

Natürlich kann der Börsencrash auch nach Abschluss des Jahres kommen. Wer es sich leisten kann, setzt seinen Sparplan deshalb mit einem geringen Betrag fort.

Fazit zur Aktienanlage:

Einfach und gut ist eine Investition in ETFs, die ein breites Spektrum abdecken. Beispielsweise solche, die den MSCI World All Countries abbilden. Weil darin nur Großunternehmen enthalten sind ist ein ETF oder Fonds mit kleinen Unternehmen, sogenannten Small Caps, eine gute Ergänzung. Auch ein ETF mit Aktien aus Grenzmärkten (Frontier Markets), also wirtschaftlich starken Entwicklungsländern, kann eine gute Idee sein. Wer möchte, kann auch noch ein paar Branchen-ETFs oder sogar Einzelaktien hinzufügen, wenn die Basis stimmt.

Baustein 3: Immobilien und Gold zur Stabilität

Immobilien werden oft als Betongold bezeichnet und Gold ist nun Mal eben Gold. Allerdings sind Immobilien aktuell sehr teuer. Auch hier ist eine Korrektur wahrscheinlich. Außerdem besitzen viele Anleger bereits ein Haus oder eine selbstgenutzte Wohnung, sind also stark in Immobilien investiert. Deshalb sollte nur ein kleiner Teil des Geldes in diesen Markt fließen. Am einfachsten geht das mit Aktien von Immobilienunternehmen. Der Index STOXX Europe 600 Real Estate beinhaltet jene Immobilienfirmen, die gleichzeitig zu den 600 größten Aktiengesellschaften in Europa gehören. Mehrere ETFs bilden den Index nach.

Im Gegensatz zu Immobilien und Aktien hat sich der Goldpreis seit 2013 für die Anleger enttäuschend entwickelt. Das kann allerdings durchaus auch eine Einstiegschance sein. Gold lässt sich dem Depot am einfachsten über ETCs hinzufügen, also Zertifikate die den Goldpreis abbilden und an der Börse gehandelt werden. Sie lassen sich wie ETFs oder Aktien über fast jeden Broker kaufen. Alternativ sind auch Aktien von Goldminen eine interessante Anlagemöglichkeit. Sie haben ein höheres Risiko als Gold-ETCs, bieten aber auch mehr Chancen.

Wo investieren?

Wie bereits erwähnt bietet die Consorsbank Neukunden regelmäßig attraktive Angebote. Das Unternehmen ist eine Niederlassung der französischen BNP Paribas. Der deutsche Markt wird von Nürnberg aus betreut.

Die Bank bietet attraktive Konditionen, einen guten Service und ein Rundumangebot vom Girokonto bis zum Kredit.

Alternative Robo Advisor

Relativ einfach lässt sich so ein Portfolio aufbauen. Wer 20.000,- Euro anlegen will, braucht nicht mehr als fünf oder sechs ETFs für eine breite Streuung. Noch einfacher geht es aber, wenn man diese Arbeit einem Robo Advisor überlässt.

Dabei handelt es sich um eine automatisierte Vermögensverwaltung. Sie kauft ETFs und ETCs, manchmal auch aktive Fonds, die nach statistischen Kriterien ausgewählt werden und eine breite Risikostreuung anbieten. Wer vor dem Aktienmarkt zurückschreckt, kann sein Geld auch so anlegen, dass es überwiegend in festverzinsliche Papiere fließt.

Natürlich lässt sich auch beides kombinieren, ein Robo Advisor Depot als Basis und ein reguläres Depot mit Aktien und ETFs um gezielt Schwerpunkte zu setzen. Gut möglich ist das bei der Comdirect Bank, die sowohl ein klassisches Aktiendepot anbietet als auch das Cominvest Depot.

Bei letzterem handelt es sich um einen Robo Advisor, der das Geld der Kunden automatisch verwaltet. Alle Vorschläge des Algorithmus werden aber von Menschen überprüft. Wem das nicht ausreicht, der kann auch das Modell „Wir gemeinsam“ wählen. Dabei kann der Anleger selbst entscheiden, ob die vom Algorithmus vorgeschlagenen Umschichtungen durchgeführt werden sollen.

Je nach persönlicher Risikoneigung enthalten die Vorschläge mehr Aktien oder Anleihen, beides in Form von Fonds. Im Gegensatz zu anderen Anbietern können das in Ausnahmefällen auch aktiv verwaltete Fonds sein. Die Gebühren liegen etwas höher als bei den meisten Konkurrenten, aber noch im üblichen Rahmen.

Fazit

Wer 20.000,- Euro anlegen will, sollte über Aktien nachdenken. Mit relativ wenig Aufwand lässt sich mit Hilfe von Fonds und ETFs ein breit gestreutes Portfolio anlegen. Alternativ können Investoren ihr Geld einfach einem Robo Advisor anvertrauen. Das kann auch für weniger risikobereite Anleger eine gute Wahl sein. Dann wird das Vermögen vor allem in festverzinsliche Wertpapiere investiert. Bei den risikoreicheren Varianten werden dagegen vor allem Aktien-ETFs gekauft.

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