Negativzinsen vermeiden 2021: Das müssen Sparer jetzt tun!

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Banken kennen heute Negativzinsen.
  • Oft gibt es Freibeträge, darunter bleiben Guthaben unverzinst.
  • Unter Berücksichtigung der Inflation sind praktisch alle verfügbaren Tages- und Festgelder negativ verzinst.
  • ETFs können auch für weniger risikofreudige Anleger eine Alternative sein.
  • Ein Robo Advisor hilft bei der Auswahl der ETFs oder übernimmt diese ganz.

So gehen Sie vor

  • Eröffnen Sie ein Depot bei einem Broker. Suchen sie dafür einen Anbieter aus unserer Liste der besten ETF Broker oder lesen Sie den Erfahrungsbericht zu unserer Empfehlung Smartbroker.
  • Suchen Sie das für Sie passende Produkt. Lesen Sie dazu das Kapitel Die besten Alternativen zu Negativzinsen.
  • Überlegen Sie, welchen Anteil Ihres Vermögens Sie dort anlegen wollen. Ein Teil sollte weiter in Tagesgeld investiert bleiben (idealerweise nur so viel, dass keine Negativzinsen gezahlt werden).

Negativzinsen 2021: Fast alle Banken kennen Negativzinsen

Vor allem Tagesgeld und Girokonten sind vom Negativzins betroffen. Oft wird die Gebühr erst ab einem Guthaben von 100.000,- Euro verlangt, beispielsweise bei der ING (früher ING-DiBa), der Deutschen Bank oder der Commerzbank (einschließlich comdirect bank).

Wichtig zu wissen: Fast immer handelt es sich um Freibeträge, nicht um Freigrenzen. Das bedeutet, dass beim Überschreiten nur der darüber liegende Teil negativ verzinst wird. Wer also 101.000,- Euro auf dem Konto hat, zahlt bei einer Freigrenze von 100.000,- Euro nur Negativzinsen für 1.000,- Euro.

Negativzinsen auf dem Girokonto

Üblicherweise werden Girokonten und Tagesgelder zusammen betrachtet. Die Grenze, ab der Negativzinsen berechnet werden, gilt also auch für das Girokonto.

Allerdings kommen beim Girokonto immer häufiger noch weitere Kosten hinzu. Schon seit einigen Jahren erlebt die Bankenwelt die Rückkehr der Kontoführungsgebühren. Auch diese sorgen dafür, dass das Vermögen weniger wird.

Negativzinsen auf dem Tagesgeldkonto

Guthaben auf dem Tagesgeldkonto anzusparen bringt oft keine Vorteile, denn die Negativzinsen gelten oft hier wie beim Girokonto im gleichen Maße. In einigen Fällen kann sogar eine Kontoführungsgebühr dazukommen, wie sie beispielsweise von der VR Bank Niederschlesien verlangt wird. Obwohl diese mit steigendem Guthaben von 5,- aus bis zu 50,- Euro ansteigt, trifft sie vor allem Kleinsparer, die einen höheren Anteil ihres Vermögens zahlen müssen.

Negativzinsen auf dem Sparbuch

Beim Sparbuch ist das komplette Guthaben erst nach einer Kündigungsfrist von drei Monaten verfügbar, 2.000,- Euro üblicherweise sofort. Vor allem Sparkassen bieten sie noch an, bei den Volks- und Raiffeisenbanken heißt das Sparbuch teilweise FlexSparen.

Volksbank Homepage - Privatkunden - Negativzinsen

Teilweise findet man das gute alte Sparbuch bei den Volks- und Raiffeisenbanken unter dem Schlagwort VR FlexSparen. Hier gibt es seltener Negativzinsen als beim Tagesgeldkonto. (Quelle: Volksbank)

Wegen der Kündigungsfrist können die Banken einen höheren Anteil verleihen, was diese Geldanlage für sie attraktiver macht. Daher gibt es dort üblicherweise keine Negativzinsen. Allerdings werden Einlagen nicht verzinst oder nur minimal.

Negativzinsen für das Depot-Verrechnungskonto

Auch Verrechnungskonten für Wertpapierdepots sind vom Negativzins betroffen. Betroffen sind davon beispielsweise Anleger, die Wertpapiere verkauft haben, das Geld aber nicht wieder angelegt oder auf ein anderes Konto transferiert haben. Aktuell verlangt vor allem der Broker flatex schon ab dem ersten Euro Negativzinsen. Üblich sind aber Freibeträge, teilweise in Abhängigkeit vom Depotwert. Je höher der Depotwert, desto höher ist dann auch der Freibetrag auf dem Verrechnungskonto. Anleger sollten Guthaben aus Verkäufen daher schnell wieder reinvestieren.

Wichtig zu wissen: Die Negativzinsen werden immer nur für die nicht angelegten Guthaben („Cash“) erhoben, nicht für Wertpapiere im Depot. Auch auf den Freibetrag von meist 100.000,- Euro wird das Depotvolumen nicht angerechnet. Im Gegenteil, bei Smartbroker wächst der Freibetrag sogar mit steigendem Depotwert. Er beträgt immer 15 Prozent des Wertpapierbestands.

Negativzinsen für Bestandkunden: Auf dem Papier verboten, real aber normal

Negativzinsen dürfen nach aktueller Rechtsprechung nicht ohne weiteres eingeführt werden. Sie betreffen daher nur Neukunden. Allerdings kann es vorkommen, dass bestehende Konten dann gekündigt werden. Für einen neuen Vertrag fallen dann Negativzinsen an.

Hinzu kommt, dass auch Nullzinsen real einen Vermögensverlust bedeuten. Denn die Inflation sorgt dafür, dass das Guthaben immer weniger wert ist, auch wenn es nominal (also in Euro und Cent) gleichbleibt. Viele Marktbeobachter rechnen damit, dass die Inflation sogar wieder ansteigt. Schon eine Inflation von 5,0 Prozent für fünf Jahre würde das Vermögen real um 20 Prozent reduzieren. Wie wir noch sehen werden, ist ein realer Geldverlust aber kein neues Phänomen.

Die besten Alternativen zu Negativzinsen im Test

Auch Banken in anderen EU-Staaten bieten keine Zinsen mehr, mit der bei einer Inflation von 2,0 Prozent das Vermögen nicht real schrumpfen würden. Wer sein Vermögen erhalten will, muss andere Wege gehen. Die bergen ebenfalls Risiken, die sich aber reduzieren lassen.

Aktien: Für Einsteiger mit Vorsicht zu betrachten

Aktien werden immer wieder als Alternative zum Sparbuch genannt. Das ist nicht ganz falsch, aber gerade für Einsteiger, die kein zu hohes Risiko eingehen wollen, ist eine Investition in Einzeltitel nicht die beste Wahl.

Denn Aktien verbriefen einen Anteil an einem Unternehmen. Entwickelt sich dieses schlecht, fällt die Aktie und wird im schlimmsten Fall wertlos. Vergleichsweise sichere Aktien, etwa von Lebensmittelherstellern, reduzieren das Verlustrisiko zwar, vermeiden es aber nicht. Man denke an den Fall ehemals als sicher geltender Firmen wie RWE oder der Deutschen Bank.

Unser Urteil: Teilweise geeignet

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ETFs: Vor allem mit Sparplan interessant

Als Alternative zum Tagesgeld sind deshalb ETFs oft die bessere Wahl. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund. Dabei handelt es sich um Fonds, die an der Börse (Exchange) gehandelt werden und deshalb ohne teure Ausgabeaufschläge auskommen.

ETFs (und auch andere Fonds) investieren in verschiedene Aktien, so dass das Risiko gestreut wird. Große Indizes wie der DAX oder der Dow Jones waren in ihrer Geschichte nur selten für mehr als 10 Jahre im Minus – wobei beim Dow Jones die Dividenden noch gar nicht berücksichtigt sind.

Schwankungen und Risiken gibt es auch hier, allerdings war auch das gute alte Sparbuch nicht risikolos, wie eine Geschichte in der Zeitschrift Wirtschaftswoche zeigt. Ein Sparbuch, auf das in den Jahren 1904 und 1906 insgesamt 100,- Mark eingezahlte worden waren, war 2010 rund 400,- Euro wert. Die Preise für die meisten wichtigen Produkte waren bis 2010 aber deutlich stärker gestiegen. Für 100,- Mark konnte man 1904 rund 400 Kilo Roggenbrot oder 400 Liter Bier kaufen. Real hatte das Guthaben auf dem Sparbuch in den rund 100 Jahren an Wert verloren, obwohl Negativzinsen im Jahr 2010 noch eine Seltenheit waren.

Vor allem Indexfonds interessant

In der Praxis sind ETFs meistens Indexfonds. Das bedeutet, sie bilden die Wertentwicklung eines Index wie des DAX nach. Dadurch bieten sie zwar keine Chance auf eine Überrendite, es besteht aber auch keine Gefahr, dass sich das Fondsmanagement „verzockt“. Vor allem aber sind sie dadurch preisgünstig, die jährlichen Gebühren liegen bei einem Bruchteil derer von aktiv verwalteten Fonds.

Interessant sind vor allem breit streuende Fonds, etwa auf den MSCI World All Countries Index (MSCI ACWI). Dieser investiert in die wichtigsten Unternehmen weltweit, darunter auch rund 10 Prozent in Schwellenländer. Allerdings ist selbst hier das Gewicht der USA und dort der Tech-Giganten sehr groß, weshalb ein zweiter oder dritter ETF sinnvoll sein kann.

Gezielt investieren mit ETFs

Wer möchte, kann mit ETFs auch gezielt auf einzelne Branchen wie die Biotechnologie oder Wasserstoff setzen oder in einzelne Regionen wie Ostasien oder die Schwellenländer investieren. Dazu sollte man aber etwas Erfahrung mitbringen. Außerdem ist ein solches Investment nicht statt, sondern nur ergänzend zu einer breit aufgestellten Basis sinnvoll.

Sparplan mit vielen Vorteilen

Sparpläne sind oft eine gute Wahl, denn die regelmäßige Einzahlung motiviert zum Sparen und außerdem streut sie das Risiko zusätzlich. Kommt es zum Crash, verliert zwar der Wertpapierbestand an Wert, dafür aber werden die nächsten Wertpapiere zu besonders günstigen Kursen gekauft. Und weil die Kurse dann niedrig sind, kauft man besonders viele Aktien.

Wer mit dieser Strategie über mindestens fünf Jahre investierte, hat in der Vergangenheit nur sehr selten Verluste erlitten.

Eine große Zahl an ETF-Sparplänen ganz ohne Kaufgebühren bietet beispielsweise der Broker Trade Republic.

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Unser Urteil: Überwiegend geeignet

Aktiv verwaltete Fonds: Auf Kosten achten

Aktiv verwaltete Fonds haben es in der Vergangenheit nur selten geschafft, den Index zu übertreffen. Das ist nicht so erstaunlich, wie es sich zunächst anhört. Denn eine Aktie, die keine Zukunft mehr hat, wollen auch andere Anleger nicht mehr haben, entsprechend lässt sie sich nur mit Verlusten verkaufen, die so hoch sind, dass die Aktie wieder attraktiv bewertet ist. Deshalb können Fondsmanager nur dann Gewinne machen, wenn sie schlauer sind als die Konkurrenz (oder mehr Glück haben). Das können aber definitionsgemäß nie alle sein. Und unter Berücksichtigung der Kosten bleibt dann ein Minus im Vergleich zum Index.

Allerdings kann ein Fonds trotzdem in Ausnahmefällen sinnvoll sein. Entweder in Märkten, die nicht besonders gut funktionieren. Oder aber, wenn er gar keine Überrendite anstrebt, sondern nur eine breite Risikostreuung. Auch dann aber nur, wenn die Kosten nicht zu hoch sind.

Eine gute Adresse für den Kauf aktiv verwalteter Fonds ist Smartbroker, da dort statt eines prozentualen Aufschlags eine pauschale Kaufgebühr berechnet wird. Diese ist mit 4,- Euro (Stand: 03/2021) fast immer günstiger als ein Aufschlag von nicht selten 5,0 Prozent.

Unser Urteil: Oft zu teuer, aber in Ausnahmefällen sinnvoll

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Robo Advisor: Geld anlegen lassen

Wer sein Geld optimiert anlegen lassen will, kann das statt mit einem Fonds aber auch mit einem Robo Advisor tun. Teilweise liest man auch die Begriffe Online-Vermögensverwaltung oder automatisierte Vermögensverwaltung. Dabei sucht ein Algorithmus (unterstützt und überwacht natürlich von Experten) die zum Risikoprofil passenden ETFs.

Berücksichtigt werden nicht nur Aktien-ETFs, sondern auch solche mit Anleihen oder Gold. Je höher das Sicherheitsbedürfnis, desto geringer die Aktienquote. Außerdem achtet der Algorithmus auf eine breite Streuung und niedrige ETF-Gebühren.

Natürlich lassen sich verschiedene Anlageformen auch kombinieren, beispielsweise mit einem Robo Advisor Depot als Basis und Einzelaktien und Branchen ETFs als Ergänzung. Wer das möchte, findet klassisches Depot und ein verwaltetes Depot bei der comdirect bank unter einem Dach. Wer sein Geld ausschließlich verwalten lassen will oder kein Problem damit hat, beide Depots getrennt zu führen, findet gute Anbieter in unserem Robo Advisor Vergleich. Oder er eröffnet direkt ein Depot bei Oskar, einem Robo Advisor der uns im Test gut gefallen hat.

Top 5 Robo Advisor

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Unser Urteil: Für Einsteiger und bequeme Anleger oft die beste Wahl.

2p2 Kredite: Sinkende Zinsen

Natürlich können auch Robo Advisor das angelegte Vermögen nicht garantieren. Fällt die Börse, verliert auch das Depot an Wert. Wer sich damit auf keinen Fall anfreunden will, dem bleiben noch p2p-Plattformen wie auxmoney oder Mintos. Dabei gibt es zwei verschieden Ansätze.

Ansatz 1: Direktkredit

Bei auxmoney und vielen anderen Plattformen wird direkt Geld an einen Kreditnehmer vergeben. Der Geldgeber erhält die Zinsen abzüglich einer kleinen Gebühr. Allerdings verliert er sein Kapital ganz oder überwiegend, wenn der Kreditnehmer seine Schulden nicht zurückzahlen kann.

Außerdem sind die Zinsen hier in den vergangenen Jahren ebenfalls gefallen, Darlehen mit der höchsten Bonität bieten oft ebenfalls keine Rendite oberhalb der Inflationsrate mehr.

Ansatz 2: Kreditrefinanzierung

Anders arbeiten Plattformen wie Mintos. Dort verkaufen Banken oder bankenähnliche Kreditunternehmen bereits vergebene Darlehen weiter. Das hat den Vorteil, dass oft (nicht immer) eine Rückkaufgarantie besteht. Fällt das Darlehen aus, muss die Bank oder der Kreditvermittler es zurückkaufen, der Anleger verliert sein Geld also nicht. Trotzdem werden hier oft Zinsen von mehr als 10 Prozent geboten, auch für Darlehen in Euro.

Kleinkredite aus Botswana und Namibia bei Mintos - Negativzinsen

Abbildung 2 Diese Kleinkredite aus Botswana und Namibia sind attraktiv verzinst, allerdings nicht risikolos. (Quelle: Mintos)

Allerdings stammen solche Darlehen oft aus Ländern mit wenig entwickeltem Bankenmarkt. Bei Mintos kommen besonders hoch verzinste Darlehen oft aus Osteuropa oder Afrika, teilweise auch aus Südostasien.

Das muss nicht generell schlecht sein, allerdings haben Anleger die Erfahrung gemacht, dass einige Kreditanbieter ihr Geschäft auf den Druck von Regulierungsbehörden schließen mussten oder sich vom Markt zurückzogen. Dann wird das Geld von der p2p-Plattform zurückgefordert, das aber funktioniert nicht immer. Teilweise werden die Gelder dann über Monate unter der Rubrik „In Rückforderung“ verbucht oder müssen gar abgeschrieben werden.

Unser Urteil: Nicht unsere erste Wahl als Alternative zum Sparbuch

Negativzinsen für Sparer: Die Bankengruppen im Überblick

Negativzinsen Sparkasse

Weil die Sparkassen regional organisiert und beispielsweise die Kreissparkasse Augsburg und die Stadtsparkasse Augsburg zwei unterschiedliche Institute sind, lässt sich keine allgemeine Aussage treffen. Beide hier genannten Institute verlangen aktuell (Stand: 03/2021) noch keine Negativzinsen, die Stadtsparkasse bietet sogar noch ein klassisches Sparbuch. Viele Sparkassen, von der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen bis zur Sparkasse Wetzlar, berechnen aber einen Negativzins von -0,5 Prozent. Einige wenige Institute verlangen sogar -0,55 Prozent.

Die meisten Sparkassen verschonen Guthaben bis 100.000,- Euro, in Rotenburg-Osterholz sind es sogar 1.000.000,- Euro. Eine Reihe von Instituten setzt die Grenze aber niedriger an, in Nürnberg liegt der Freibetrag bei nur 50.000,- Euro, in Mittelsachsen bei nur 25.000,-. Die zum Glück seltene Ausnahme sind Sparkassen wie Kulmbach-Kronach, die gar keinen Freibetrag kennen.

Auch die Sparkassen versuchen Sparer zu ermutigen, in Wertpapiere zu investieren. Viele kooperieren dafür mit dem Sparkassen Broker.

Negativzinsen Volksbanken und Raiffeisenbanken

Für die Negativzinsen bei den Raiffeisenbanken sowie den Volksbanken gilt ähnliches. Auch die VR Banken gehören zu der Gruppe, sie entstanden durch die Fusion von Volks- und Raiffeisenbanken. Diese Institute sind regional organisiert, einige wie die Bank1Saar eG tragen noch nicht einmal die Bezeichnung Volksbank oder Raiffeisenbank im Namen. Die Konditionen sind daher unterschiedlich.

Allerdings lassen sich auch hier ein paar allgemeine Aussagen treffen. Die meisten Banken verlangen ebenfalls einen Negativzins von -0,5 Prozent bei einem Freibetrag von 100.000,- Euro. In der Tendenz sind die Volks- und Raiffeisenbanken etwas großzügiger als die Sparkassen, mehr Institute bieten hohe Freibetrag von 250.000,- oder sogar 1.000.000,- Euro wie etwa bei der Volksbank Dresden-Bautzen. Auch gibt es mehr Institute, die sich mit geringeren Negativzinsen wie -0,4 Prozent begnügen, dafür aber auch einige wenige, die -0,6 Prozent verlangen.

Die Volks- und Raiffeisenbanken betreiben gemeinsam mit den anderen Genossenschaftsbanken auch den Robo Advisor VisualVest, der eine gute Alternative zum Festgeld sein kann.

Negativzinsen Commerzbank (mit comdirect bank)

Die Commerzbank orientiert sich ebenfalls an der Politik der meisten Sparkassen, sie berechnet einen Negativzins in Höhe von -0,5 Prozent ab einem Betrag von 100.000,- Euro.

Festgelder bietet die Bank aktuell in US-Dollar und britischen Pfund an. Hier werden sogar Zinsen gezahlt, bei US-Dollar immerhin +0,25 Prozent. Allerdings müssen Anleger beachten, dass ein Wechselkursrisiko besteht. Fällt der US-Dollar, macht der Sparer Verluste. Dafür macht er aber zusätzliche Gewinne, wenn die Zinsen steigen.

Die comdirect bank hat ihr Tagesgeld Plus Konto sogar ganz eingestellt. Auch die ebenfalls zur Commerzbank gehörende onvista bank bietet kein Tagesgeldkonto.

Das Verrechnungskonto ist bei allen drei Banken zinsfrei, wenn weniger als 100.000,- Euro Guthaben auf den Konten liegen.

Während die onvista bank ohnehin ganz auf Online-Brokerage spezialisiert ist, werben auch Commerzbank und comdirect bank für die Vermögensanlage mit Wertpapieren, unter anderem mit dem eigenen Robo Advisor cominvest, der von beiden Marken (nicht aber der onvista bank) vertrieben wird.

Negativzinsen Deutsche Bank

Auch die Deutsche Bank orientiert sich an der Konkurrenz und verlangt Negativzinsen von -0,5 Prozent für Guthaben ab 100.000,- Euro. Außerdem werden Zinsprodukte auf der Internetseite des Unternehmens kaum noch beworben. Eine Besonderheit des Geldhauses ist der ZinsMarkt, auf dem Festgeldangebote gehandelt werden. Wer sein Festgeld vorzeitig zu Geld machen will, kann es dort weiterverkaufen.

Insgesamt geht aber der Trend bei der Deutschen Bank in Richtung Wertpapiersparen. Schon seit langem ist die Bank über ihre Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen (DWS) ein wichtiger Emittent von Fonds und mittlerweile unter dem Markennamen XTrackers auch von ETFs.

Außerdem hat die Bank mittlerweile mit Robin einen eigenen Robo Advisor gestartet, den Kunden eine (teil-) automatisierte Vermögensverwaltung bietet.

Negativzinsen ING (ehemals ING DiBa)

Bis vor kurzem war die ING DiBa vor allem eine Bank für Sparprodukte. Deshalb war sie schließlich als Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung von Gewerkschaftern und Politikern vor mehr als 50 Jahren gegründet worden. Sie sollte Produkte für Kleinsparer kreieren, damit diese die damals neu eingeführten vermögenswirksamen Leistungen nutzen konnten. Mit dem Extra-Konto erfand die Bank quasi das Tagesgeldkonto.

ING Werbekampagne

Als das Sparbuch noch Zinsen brachte: Werbekampagne der ING (damals BSV) in den 1960er Jahren. (Quelle: ING)

Mittlerweile haben die Gewerkschaften die Bank an die niederländische ING verkauft und diese hat nun sogar das DiBa aus dem Markennamen gestrichen. Sparerfreundliche Produkte wie das Zuwachssparen wurden eingestellt und beim Extra-Konto wird jetzt für Beträge über 100.000,- Euro ebenfalls ein Negativzins von -0,5 Prozent berechnet. Immerhin bietet die Bank nach wie vor Zinsen für Beträge darunter, mit 0,001 Prozent sind die aber nicht der Rede wert.

Wer Geld für einen festen Zeitraum anlegen will, sollte dafür die Sparbriefe der Bank nutzen. Die Zinsen liegen mit maximal 0,1 Prozent für fünf Jahre zwar niedrig, aber immerhin werden Negativzinsen vermieden.

Schon mit der Übernahme der Nürnberger Entrium Direct Bankers vor rund 20 Jahren baute die Bank außerdem das Geschäft mit dem Wertpapierhandel aus. Neben dem ING Direkt-Depot bietet die Bank in Kooperation mit Scalable Capital ebenfalls eine Online Vermögensverwaltung.

Negativzinsen flatex

Der Broker flatex verlangt Negativzinsen in Höhe von -0,5 Prozent ab dem ersten Euro. Einen Freibetrag gibt es hier nicht.

Hinzu kommt, dass flatex auch eine Depotgebühr berechnet. Attraktiv ist der Broker daher nur bei hohen Umsätzen, dann können Kunden nämlich Geld durch niedrige Gebühren sparen.

Fragen und Antworten zu Negativzinsen

Sind Negativzinsen für Bestandskunden legal?

Nein, Banken dürfen für Bestandskunden keine Negativzinsen einführen. Allerdings verlieren auch sie durch die Inflation real Geld.

Welche Alternativen gibt es zu Negativzinsen

Wer kurzfristig Geld anlegen will, kann aktuell maximal auf Festgelder oder Kündigungsgelder ausweichen. Für die langfristige Geldanlage ist gerade für Einsteiger eine  Online-Vermögensverwaltung interessant. Sie investiert auf Wunsch auch in Gold und Anleihen und reduziert so das Risiko.

Welche Banken bieten Negativzinsen?

Sowohl die Großbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank und ING als auch viele regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten Negativzinsen. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Fazit

Wer Geld über mehrere Jahre anlegen will, findet mit ETFs eine lukrative und vergleichsweise stabile Anlageform. Ein Kursrisiko gibt es natürlich auch hier. Wer nur kurzfristig Geld anlegen will und das Kapital in 12 Monaten für einen Hauskauf benötigt, sollte auch weiterhin das Geld lieber auf ein Sparkonto legen. Für die langfristige Geldanlage ist ein Wertpapierdepot dagegen eine sehr gute Möglichkeit. Das gilt vor allem, wenn das Risiko zusätzlich durch regelmäßige Einzahlungen weiter gestreut wird. Wer keine Lust hat, sich selbst um die Geldanlage zu kümmern, kann diese Aufgabe von einer Online-Vermögensverwaltung (Robo Advisor) erledigten lassen, die gegen eine geringe Verwaltungsgebühr die passenden ETFs sucht.

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Paul ist Autor von Aktien.net und schreibt seit 2016 für das Portal. Im August 2006 - Januar 2009 hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Allianz Versicherung absolviert. Hier war er unter anderem im Investmentbanking bei der Dresdner Bank (damals noch Teil der Allianz, heute Commerzbank) eingesetzt. Paul interessiert sich insbesondere für Aktienindizes, ETFs, Fonds, Rohstoffe und Anleihen.