flatex ETF Sparplan Erfahrungen – Test und Bewertung

flatex ist ein echter Spezialist für ETFs und bietet schon durch mehr als 750 unterschiedlichen sparplanfähigen ETFs mehr Auswahl als andere Anbieter insgesamt. Der Discount-Broker überzeugt dabei auch durch seine günstige Preisstruktur, erlaubt sich jedoch auch einige Schwächen im Informations- und Servicebereich.

Wie vielfältig und umfangreich ist das Angebot an ETFs und ETF Sparplänen bei flatex?

Das Angebot an sparplanfähigen ETFs ist bei flatex außergewöhnlich groß. Der Direktbroker bietet mehr als 750 unterschiedliche ETF-Sparpläne an und bietet damit alleine in diesem Bereich in etwa die Auswahl, die andere Broker insgesamt an ETFs im Gepäck haben. Es handelt sich also um eine sehr umfangreiche Auswahl, die deutlich mehr Möglichkeiten bietet, als üblich.

So überrascht es natürlich auch nicht, dass flatex sämtliche nur denkbare Märkte, Regionen, Branchen und Anlagestrategien über seine sparplanfähigen ETFs abdeckt. Egal ob Schwellen- oder Industrieländer, Aktienmärkte oder Renten – flatex bietet ausreichende Möglichkeiten, um den richtigen Fonds zu finden.

flatex Webauftritt

So präsentiert sich flatex auf seiner Webseite

Welche Konditionen gelten für ETF-Sparpläne bei flatex?

flatex gilt als Discount-Broker und ist dementsprechend günstig. Anleger müssen grundsätzlich keine Konto- oder Depotführungskosten einkalkulieren. Das Unternehmen verzichtet seit seinem Markteintritt auf derartige Gebühren und gehört damit inzwischen zu den wenigen Online Brokern ohne Depotführungsgebühren.

Bei den Order-Kosten setzt der Broker auf eine Flatfee-Gebührenstruktur und verlangt bei Trades an deutschen Börsen lediglich fünf Euro unabhängig vom Handelsvolumen, zzgl. der Börsengebühren. Dieser Betrag ist auch relevant, wenn Anleger die Anteile, die sie über die Sparpläne angesammelt haben, wiederverkaufen möchten.

Auch bei Sparplänen setzt der Broker auf Transparenz und klare Kostenstruktur. Er erhebt je Ausführung 90 Cent. Das bedeutet, dass es hauptsächlich von der Sparrate abhängt, wie groß die Gebühren im Verhältnis zum Ordervolumen sind. Bei einer Sparrate von 50 Euro betragen die Orderkosten beispielsweise 1,8 Prozent, bei einer Sparrate von 100 Euro sind es hingegen nur 0,9 Prozent, was im Vergleich außerordentlich günstig ist. Hinzu kommen allerdings noch die ATC-Gebühren, die über die Kapitalanlagegesellschaft erhoben werden. Sie sind allerdings direkt im Kurs enthalten.

flatex Konditonen Direkthandel

Gute Konditionen für den Direkthandel bei flatex

Ein Schnäppchen sind die Rabattangebote. Aktuell sind beispielsweise über ComStage, Lyxor und db x-tracker viele Sparpläne kostenfrei handelbar. flatex ermöglicht aktuell, mehr als 250 ETF-Sparpläne ohne Gebühren zu handeln. Teilweise konnte der Broker sogar mehr als 320 unterschiedliche Aktions-ETFs bieten.

Die Mindestsparrate beträgt aktuell 50 Euro. Damit setzt der Discount-Broker etwas höher an als andere Anbieter, die das Besparen schon ab 25 Euro erlauben. Grundsätzlich ist die Höhe der Sparrate zwar nicht begrenzt, eine Ausnahme macht der Broker allerdings bei Einzug vom hinterlegten Referenzkonto. Die Grenze liegt hier bei 1.000 Euro.

Die Ausführung erfolgt monatlich, vierteljährlich, halbjährlich und jährlich. Die Ausführungstage sind auf den 1. und 15. Eines Monats beschränkt. Der Broker bietet keine Dynamisierung der Sparraten, die es ermöglichen würde, automatisch den Sparbetrag zu erhöhen. Ausgeschüttete Beträge können automatisch wieder angelegt werden, wenn die Beträgt 25 Euro erreichen. Hierfür ist eine Art gesonderter Sparplan notwendig. Die Möglich Anzahl an ETFs pro Sparplan beträgt 1, sodass Strategien mit unterschiedlichen Bestandteilen nur etwas komplizierter umgesetzt werden können.
Jetzt zum Angebot von flatex

ETFs abseits eines ETF Sparplan handeln

Natürlich ermöglicht der Broker auch den Kauf von ETFs außerhalb von Sparplänen. Dabei werden üblicherweise mindestens 1.000 Euro Anlage seitens der Fondsgesellschaft gefordert. flatex bietet in diesem Rahmen allerdings nicht mehr ETFs an.

Es sind somit alle ETFs von flatex sowohl als Sparplan als auch im freien Handel erwerbbar. Das ist natürlich besonders praktisch für alle Anleger, die eine Kombination aus beiden Techniken nutzen möchten. Der Cost-Average-Effekt lässt sich so hervorragend mit Einzelkäufen zu günstigen Zeitpunkten kombinieren, ohne dass der Anleger in irgendeiner Form eingeschränkt wäre. Positionen können auch nachträglich unkompliziert und kostengünstig noch etwas aufgestockt werden.

Im Rahmen bestimmter Aktionen sind viele ETFs zudem ohne Transaktionsentgelt über außerbörsliche Handelspartner zu beziehen. Auch hier sind jedoch Käufe ab 1.000 Euro notwendig. Aktuell handelt es sich jedoch nur um vier unterschiedliche Fonds, die diese Möglichkeit bieten, die allesamt von iShares stammen, bestimmte Trendthemen über Aktien abbilden und mit dem Risikoprofil 5 gemäß KIID als riskant gelten.

flatex ist bekanntermaßen günstig. Doch hält der Broker auch das was er verspricht?

flatex ist bekanntermaßen günstig. Doch ist der Broker auch gut?

Über flatex

flatex wurde im April 2006 gegründet und hatte es sich zum Ziel gesetzt, Anlegern ein leicht verständliches und faires Angebot im Online Brokerage bereitzustellen. Zu diesem Zeitpunkt waren die großen Geldinstitute bereits mit ihren Online Brokerage-Angeboten auf dem Markt etabliert, boten jedoch noch vergleichsweise hohe Gebühren.

Dies änderte sich unter anderem durch flatex, der als Discount-Broker mit einer Flat-Fee deutlich günstigere Konditionen bot, als bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt denkbar war. Der Erfolg bestätigte das Geschäftsmodell jedoch. Mit knapp 200.000 Kunden in Deutschland und Österreich und fast 7 Milliarden Euro betreutem Kundenvermögen hat sich das Unternehmen etabliert und ist kaum noch wegzudenken. Das anfangs eher spärliche Angebot hat der Broker inzwischen deutlich ausgebaut, sodass er als vollwertige Alternative zu andere Online Brokern gilt.

Jetzt zum Angebot von flatex

Einen ETF-Sparplan bei flatex anlegen

Um einen Sparplan bei flatex anzulegen, ist natürlich ein Depot erforderlich. Kunden können sich dann in ihre WebFiliale einloggen und unter dem Menüpunkt „Handel“ den Unterpunkt „Spar- und Entnahmeplan“ auswählen. Das Anlegen des Plans starten sie, indem sie „Neuer Sparplan“ anklicken. Zuerst müssen sie das Wertpapier aussuchen, für das der Sparplan angelegt werden soll. Eine andere Alternative ist es, das sparplanfähige Wertpapier im ETF-Finder zu suchen und dann auf „Sparplan anlegen“ zu klicken.

Nun muss der Anleger die wichtigsten Daten angeben. Dazu zählen:

  • Typ
  • Betrag
  • Turnus
  • Tag
  • Erstmals
  • Letztmals
flatex Siegel

flatex und seine Auszeichnungen

Sie müssen zudem anklicken, dass sie sich ausreichend informiert haben und wissen, welches Risiko sie eingehen, wenn sie ETFs handeln. flatex versorgt den Anleger an dieser Stelle zudem mit den notwendigen Informationen wie Verkaufsprospekt Halbjahresbericht oder wesentlichen Anlageinformationen.

Hat der Anleger alle wichtigen Daten angegeben, muss er den Sparplan mit einer TAN bestätigen und auf „ausführen“ klicken. Nun ist der Sparplan angelegt und die Orders werden automatisch ausgeführt. Natürlich können Kunden den Sparplan jederzeit ändern oder aussetzen. Sollte das hinterlegte Konto nicht gedeckt sein, pausiert flatex den Sparplan bis zum nächsten Orderzeitpunkt.

Wie finden Anleger ETF-Sparpläne bei flatex?

flatex bietet unter dem Menüpunkt „Handel“ und dem Untermenüpunkt „Fonds & ETFs“ die Möglichkeit, über den Fond-Finder sparplanfähige Werte zu finden. Wer sich alle sparplanfähigen ETFs bei flatex anzeigen lassen möchte, muss unter „Sparplanfähig“ und „ETF“ jeweils „Ja“ auswählen. Dann werden alle aktuell 757 sparplanfähige ETFs angezeigt. Hier zeigt sich allerdings eines der Hauptprobleme bei flatex: Eine vernünftige und hilfreiche Filtermöglichkeit oder wenigstens Sortierung ist nicht möglich. Anleger können lediglich die folgenden Werte zur Filterung nutzen:

  • Name
  • ISIN/WKN
  • ETF: Ja oder Nein
  • Sparplanfähig: Ja oder Nein
  • Risikoklasse: A bis E

Auf diese Weise ist die Masse an ETFs jedoch schier undurchschaubar und es ist eigentlich nicht möglich, auch nur ansatzweise herauszufinden, welche der ETFs sich tatsächlich für die eigene Strategie eigenen und welche nicht. Dies gilt umso mehr, weil die ETFs nur zu sehr geringen Teilen der Risikoklasse zugeordnet werden können. Anleger müssen also in jedem Fall eine andere Informationsquelle nutzen und dann nachsehen, ob sich der Favorit als ETF-Sparplan bei flatex nutzen lässt, oder er auf einen anderen zurückgreifen muss. Bei flatex selbst dauert die Suche nach geeigneten Fonds viel zu lange. Dies gilt umso mehr, weil der Broker zwar einen Chart anzeigt, wenn der entsprechende Basiswert aufgerufen wird, wichtige Fakten wie Risikokennzahlen oder Art des Fonds jedoch nicht aufgeführt werden.

Im Bereich der Filtermöglichkeiten bieten andere Broker deutlich mehr Möglichkeit. flatex scheint darauf zu setzen, dass seine Anleger sich an anderen Stellen informieren.

Anlagerechner bei flatex

Wer ein ETF-Portfolio zusammenstellen möchte, hat bei flatex die Möglichkeit, den Anlagerechner zu nutzen. Er wird allerdings letztlich durch den flatex-Partner iShares zur Verfügung gestellt und schlägt dementsprechend nur Fonds von iShares vor.

Anleger haben immerhin die Möglichkeit einen Anlagebetrag zwischen 2.500 Euro und einer Million Euro auszuwählen und sich für eine konservative, ausgewogene oder renditeorientierte Anlagestrategie zu entscheiden. Der Anlagerechner schlägt dann vor, in welche ETFs und unter welcher Gewichtung der Anleger den geplanten Betrag investieren könnte. Alternativen zu den vorgeschlagenen Produkten werden ihm allerdings nicht aufgezeigt.

Auch an dieser Stelle ist flatex nur sehr bedingt hilfreich dabei, geeignete ETFs zu finden. Es wäre deutlich schöner, würde das Unternehmen auf einen unabhängigen Service zurückgreifen und seinen Kunden auf diese Art tatsächlich differenziert weiterhelfen. Auch wenn iShares zu den beliebtesten Fondsgesellschaften gehört und viele unterschiedliche und gut geführte ETFs anbietet, reicht der Anlagerechner nicht aus, um einen Überblick zu erhalten. Interessenten können natürlich versuchen, die Strategie mit ähnlichen ETFs anderer Anbieter nachzuahmen, um auch das Emittentenrisiko zu verringern. Allerdings fehlen ihnen dafür zu viele Informationen, sodass das Angebot letztlich nutzlos ist.

Jetzt zum Angebot von flatex

Fazit: Bei flatex ETF Sparpläne günstig handeln

Bei flatex können sich Kritiker nur schwer entscheiden, welches nun die größte Stärke des Angebots ist: die guten Konditionen oder die ungewöhnlich große Auswahl. So oder so: Die meisten Kunden, die sich für ETF Sparpläne interessieren, sind bei flatex an der richtigen Adresse. Störend ist allerdings, dass der Broker keine Möglichkeit bietet, die ETFs im Angebot sinnvoll zu sortieren oder zu filtern. Auf diese Weise sind Kunden gezwungen, sich an anderen Orten über ETFs zu informieren, was jedoch nicht zwangsläufig schlecht ist. Auch der Anlagerechner ist keine Hilfe. Wer auf Informationen zu den ETFs weitestgehend verzichten kann und hohe Sparraten möchte, wird kaum ein besseres Angebot finden.

Top 5 Aktien Depots

Sie riskieren Ihr Kapital