Wie kaufe ich Aktien? Eine einfache Erklärung.

Sind Aktien das neue Sparbuch? Und wie kaufe ich Aktien? Aktien.net gibt ein paar Basisinformationen rund um das Thema Wertpapiere für Einsteiger. Dann erklären wir Schritt für Schritt, wie man Aktien kaufen kann. Außerdem verraten wir eine gute Alternative, die auch für weniger risikobereite Anleger attraktiv ist.

Das wichtigste in Kürze:

  • Aktien sind Anteilsscheine
  • Aktien können auch fallen
  • Breite Streuung wichtig
  • Aktien online kaufen
  • ETFs statt Einzelaktien
  • Robo Advisor als Alternative

Was sind Aktien?

Aktien sind nichts anderes als Anteilsscheine von Unternehmen. Nicht alle Aktien werden übrigens an der Börse gehandelt. Teilweise befinden sich auch alle Anteilsscheine in der Hand einer Familie, des Staates oder eines anderen Unternehmens. Bekanntestes Beispiel ist wohl die Bahn AG, deren Aktien sich ausschließlich in der Hand des Bundes befinden.

Was sind Aktien

Aktien beurkunden einen Anteil an einem Unternehmen.

Doch der Grundgedanke der Aktie ist natürlich die Handelbarkeit. Schon im Mittelalter gab es mit den Kuxen ein ähnliches Finanzinstrument, das aber ausschließlich von Bergwerken ausgegeben wurde. Außerdem hafteten die Inhaber der Kuxe mit ihrem gesamten Vermögen, sie mussten also Geld nachschießen, wenn die Firma mehr Kapital benötigte. Das ist bei Aktien heute anders. Im schlimmsten Fall wird die Aktie im Fall einer Insolvenz wertlos. Benötigt eine Aktiengesellschaft neues Kapital kann sie zwar auch neue Aktien ausgeben und so Geld einsammeln, die Altaktionäre müssen aber nicht investieren.

Dividenden

Attraktiv sind Aktien auch durch die gezahlten Dividenden. Heute erhält man die meist automatisch, früher musste dazu aus dem sogenannte Bogen ein Kupon ausgeschnitten werden.

Somit sind Aktien also keine reine Spekulation, wie manchmal behauptet, sondern eine Investition in ein Unternehmen. Die Aktionäre sind die Inhaber der Firma. Sie stellen das Kapital und werden dafür im Idealfall mit Kurssteigerungen und Dividenden belohnt.


Sind Aktien das neue Sparbuch?

Aktien haben in der Vergangenheit ihren Inhabern meist gute Gewinne beschert. Allerdings gibt es immer wieder auch Rückschläge. Das unterscheidet Aktien von Bankguthaben, deshalb kann man sie nicht als das neue Sparbuch bezeichnen.

Sicherheit Aktien

Das Sparbuch bietet viel Sicherheit, aber auch wenig Rendite.

Wer in Aktien investiert sollte auch eine längere Durstphase überstehen können. Er sollte das Geld also für ein paar Jahre anlegen können und außerdem die Nerven mitbringen, einen zwischenzeitlichen Verlust auszuhaben.

Aktien kaufen Schritt für Schritt

Wie kaufe ich Aktien? Das ist ganz einfach. Wir erklären in Schritt für Schritt, wie es funktioniert.

1.     Schritt: Depot eröffnen

Aktien werden nicht im Supermarkt gekauft, sondern an der Börse. Allerdings können Kleinanleger nicht direkt an der Börse Aktien kaufen, sondern sie brauche die Dienste eines Brokers, der die Transaktion für sie abwickelt. Das kann die Hausbank sein, doch günstiger ist ein Online-Broker. Tafelgeschäfte, bei denen man die Wertpapiere am Bankschalter in Papierform erhält, gibt es ohnehin kaum noch. Stattdessen wird die Zahl der Aktien im Depot gutgeschrieben.

S-Broker Mobil

Aktien kauft man über einen Broker, beispielsweise die Sparkassen-Tochter S Broker.

Den richtigen Broker finden ist ganz einfach. Dafür gibt es unseren Aktien.net Brokervergleich. Für Einsteiger ist die Consorsbank besonders gut geeignet. Sie bietet viele Informationen rund um die Aktie, einen guten Support und außerdem weitere Bankdienstleistungen wie Tages- und Festgelder.

Schritt 2: Geld einzahlen

Die Depoteröffnung dauert meist einige Tage. Um Aktien kaufen zu können, muss nun Geld eingezahlt werden. Wer ein Girokonto bei der Sparkasse besitzt, kann beim S Broker seine Käufe teilweise direkt darüber abrechnen. Voraussetzung ist, dass die lokale Sparkasse mit S Broker kooperiert.

Andernfalls muss zunächst das Geld, das in Aktien investiert werden soll, auf das Verrechnungskonto übertragen werden. Besonders bequem ist es, wenn der Broker auch ein Tagesgeldkonto anbietet. Dann lassen sich Gelder schnell und günstige dorthin übertragen, wo sie gebraucht werden. Im Rahmen von Aktionen bietet die Consorsbank immer wieder besonderes hohe Zinsen für Neukunden auf dem Tagesgeldkonto.

So präsentiert sich die Consorsbank auf ihrer Homepage

Die Consorsbank bietet im Rahmen von Aktionen immer wieder attraktive Zinsen für Tagesgeld.

Schritt 3: Aktie oder Fonds auswählen

Der schwierigste Schritt ist die Auswahl der richtigen Papiere. Die Consorsbank bietet ihren Kunden deshalb Anlageideen. Auch ein Blick in Börsenzeitungen oder das Internet kann bei der Wahl helfen.

Finanzpresse readly Aktientipps

Finanzzeitschriften wie €uro oder Börse Online helfen bei der Wertpapierauswahl. Foto: Pressebild readly

Gerade für Einsteiger empfiehlt es sich aber, in erster Linie ein breit gestreutes Depot anzulegen. Was darin enthalten ist hängt auch davon ab, ob man 5.000,- oder 20.000,- Euro anlegt. Eine gute Basis ist aber oft ein börsengehandelter Fonds (ETF), der einen weltweiten Index abbildet. Beispielsweise den MSCI World All Countries, der zahlreihe Aktien sowohl aus Schwellen- als auch aus Industrieländern enthält.

Schritt 4: Aktien oder ETF kaufen

An der Börse lassen sich nicht einfach 100,- Euro in Aktien einzahlen. Stattdessen kauft man eine bestimmte Stückzahl zu einem festgelegten Kurs. Das bedeutet zunächst einmal ein wenig Rechenarbeit. Wer 1.000,- Euro in Puma-Aktien bei einem Kurs von 440,- Euro je Aktie investieren will, der kann also nur zwei Aktien kaufen.

Anleger sollten dabei berücksichtigen, dass immer nur der aktuelle Kurs angezeigt wird, der sich aber regelmäßig ändern kann. Außerdem müssen noch Gebühren bezahlt werden, vor allem Orderkosten des Brokers sowie die Börsengebühren. Deshalb sollte die Zahl der Aktien nicht zu eng berechnet werden, sondern so, dass das Geld auch bei einem Kursanstieg noch ausreicht.

Aktien mit Hebel

Weil Kurse schwanken kann das Setzen von Limits hilfreich sein.

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Kunden einen Höchstkurs setzen (Limit-Order). Das ist vor allem bei wenig gehandelten Papieren sinnvoll. Dort kann es nämlich teilweise zu hohen Preisausschlägen kommen. Denkbar ist, dass bei einem Papier mit einem aktuellen Kurs von 34,32 Euro gerade niemand verkaufen will. Nun kommt ein einzelner Verkäufer auf den Markt, der zu 300,- Euro verkaufen würde. Ohne Höchstpreis würde der Handel trotzdem zustande kommen.

Das Limit lässt sich auch unterhalb des aktuellen Kurses setzen. Steht der Kurs bei 34,32 Euro, kann eine Kauforder mit einem Limit von 32,- Euro aufgegeben werden. Der Kauf wird dann nur ausgeführt, wenn der Preis auf 32,- Euro oder niedriger fällt.

Daneben gibt es eine Reihe von Orderzusätzen und speziellen Orderarten.

Die wichtigsten sind:

  • Good till date: Legt fest, wie lange die Order gültig ist, beispielsweise nur heute. Findet sich in dieser Zeit kein Handelspartner, wird sie gelöscht.
  • Fill or kill: Die Order wird nur ausgeführt, wenn die gewünschte Zahl an Aktien zum festgelegten Preis gekauft werden kann. Sollen 100 Aktien gekauft werden, es sind aber nur 99 verfügbar, wie der Kauf gestrichen.
  • Stop By Order: Anders als bei der Limit Order wird hier erst gekauft, wenn ein bestimmter Kurs überschritten wurde. Das ist sinnvoll, wenn der Kurs es mehrfach nicht geschafft hat, einen bestimmten Kurs zu erreichen (Widerstandslinie), beispielsweise 35,- Euro. Dann wird eine Stop By Order beim Preis von 35,01 Euro gesetzt. Denn oft folgt auf das Durchbrechen einer Widerstandslinie ein deutliches Kursplus.

Schritt 4: Aktien verkaufen

Irgendwann müssen Aktien auch wieder verkauft werden. Spätestens natürlich, wenn das Geld benötigt wird. Viele Anleger schichten ihr Depot aber auch regelmäßig um, werfen Aktien hinaus, die keine Zukunft zu haben scheinen und kaufen andere.

Aktiendepot eröffnen

Auch gut informierte Anleger können Kursentwicklungen oft nicht richtig vorhersagen. Deshalb ist abwarten oft keine schlechte Idee. Quelle: pixabay

Gerade Einsteiger sollten es aber nicht übertreiben. „Hin und her macht Taschen leer“, lautet ein altes Börsensprichwort. Denn jeder Handel kostet Geld. Und Anleger sollten sich fragen, wer eine scheinbar unattraktive Aktie kaufen soll. Dass es einen Käufer zu einem bestimmen Kurs gibt bedeutet, dass andere – und oft besser informierte – Anleger offenbar eine Zukunft für die Aktie sehen.


Alternative: Robo Advisor

Wer sich nicht intensiv mit dem Thema Geldanlage beschäftigen will, der findet mit automatisierten Vermögensverwaltungen eine gute Alternative. Diese sogenannten Robo Advisor investieren vor allem in ETFs und Anleihen. Dabei achten sie auf eine breite Streuung.

Je nach Risikoneigung des Anlegers wird mehr oder weniger Geld in Aktien investiert, das übrige Kapital fließt vor allem in festverzinsliche Wertpapiere. Damit ist diese Anlegeform auch für weniger risikobereite Investoren attraktiv, auch wenn die Sicherheit natürlich nicht mit der eines Festgeldes vergleichbar ist.

Cominvest Robo Advisor Test

Wer sein Geld einer automatisierten Vermögensverwaltung anvertraut, muss sich um fast nichts kümmern.

Schon ab 3.000,- Euro können Anleger ihr Geld beim Cominvest Depot der Comdirect Bank anlegen. Alle Anlageentscheidungen des Algorithmus werden von einem Expertenteam überprüft und auf Wunsch auch noch dem Kunden vorgelegt, der sie dann ablehnen oder genehmigen kann.

Die Gebühren für diese Dienstleistung liegen noch deutlich unter den Kosten der meisten aktiv verwalteten Aktienfonds.


Fazit

Die Börse bietet viele Chancen, allerdings auch Risiken. Anleger sollten deshalb auf eine breite Streuung achten. Am einfachsten geht das mit Indexfonds. Oder man vertraut sein Geld einem Robo Advisor an, einer automatisierten Vermögensverwaltung. Die sorgt für eine breite Streuung und passt das Risiko den Wünschen des Anlegers an.

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