Geld in Gold anlegen – so geht’s

Gold gilt als Krisenwährung – und Krisen gibt es aktuell einige. Da sind der drohende Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt, die Zunahme von Autokraten unter den Politikern der großen Länder, die noch lange nicht gestoppte Klimaerwärmung und der Terrorismus. Auch wer dennoch zuversichtliche in die Zukunft schaut, sollte über einen kleinen Anteil Gold in seinem Depot nachdenken – zur Risikostreuung. Wir stellen drei Möglichkeiten vor Gold zu kaufen und nennen die Vor- und Nachteile.

Geld in Gold anlegen in Stichpunkten

  • Gold bringt keine Zinsen
  • Gold ist in Krisenzeiten gefragt
  • Goldbarren können gestohlen werden
  • Goldminen als Alternative

Welcher Goldkäufer bin ich?

Welche Form von Gold die individuell beste ist, hängt auch von den eigenen Zielen ab. Käufer verfolgen meist eines von zwei Zielen:
  1. Spekulationsgewinne
  2. Werterhalt

Wem es um Spekulationsgewinne geht, der muss den richtigen Zeitpunkt abwarten. Wird der Goldpreis steigen? Seit dem Ende der Golddeckung des US-Dollars Anfang der 1970er Jahre ist der Wert des Edelmetalls deutlich gestiegen. Allerdings hat sich der Preis in relativ langfristigen Zyklen entwickelt. 

Gold kann aber auch als Sicherheit dienen. Man kauft Gold also nicht, weil man konkret erwartet, dass Gold sich besser als Aktien entwickeln wird, sondern nur, weil man nicht ausschließen kann, dass es so kommt. Gold dient dabei der Risikostreuung. Auch hier gibt es wieder zwei Typen von Käufern. Die einen wollen sich gegen eine umfassende Krise absichern, mit Hyperinflation und massenhaften Unternehmenspleiten. Den anderen geht es nur darum das Depot etwas weniger volatil zu machen, falls es zu einer längeren Schwächephase am Aktienmarkt kommt wie beispielsweise in den 1970er Jahren. Damals stiegen die Kurse – wie schon in den zehn Jahren zuvor – praktisch gar nicht, dafür explodierte Goldkurs.

Wo Gold kaufen?

Je nachdem ob man spekulieren will, den totalen Zusammenbruch der Wirtschaft erwartet oder einfach sein Vermögen breiter streuen will sind andere Instrumente zu empfehlen.

Gold in Barren kaufen

Es ist noch gar nicht lange her, dass in fast allen großen Städten Goldautomaten aufgestellt wurden. Dort konnte man Gold so bequem wie am Geldautomaten bekommen. Einige Beobachter sahen darin ein Anzeichen für eine Milchmädchen-Hausse, also die Endphase eines Kursanstiegs. Sie hatten recht. Der Goldpreis fiel kurz darauf und die Goldautomaten verschwanden überwiegend wieder. Heute gibt es in Deutschland nur je einen in Nürnberg, in Wiesbaden und bei Karlsruhe.

Gold lässt sich natürlich weiter in Form von Barren und Münzen kaufen. Beispielsweise beim Juwelier, bei einer Bank oder einem Edelmetallhändler wie Degussa. Diese Form des Goldkaufs ist allerdings sehr teuer. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass das Ersparte bei einem Einbruch gestohlen wird. Es sei denn natürlich, man lagert das Gold im Schließfach einer Bank, was aber weitere Kosten bedeutet. 50,- Euro pro Jahr sind nicht selten.

Dafür besteht, anders als bei Gold-Zertifikaten, kein Risiko, dass der Emittent insolvent wird.

Vorteile:
  • Größte Sicherheit (abgesehen vom Diebstahl)
Nachteile:
  • Gold kann gestohlen werden
  • Teuer

Für wen geeignet: Für alle, die eine große Krise erwarten.

Gold als ETF, ETC oder Zertifikat

Deutlich bequemer ist der Kauf von Gold in Form eines Wertpapiers. Statt eines Bankschließfaches benötigt man nur ein Depot und auch die Kaufgebühren sind meist deutlich niedriger. Dafür hält man aber auch kein Geld in der Hand, sondern bekommt nur einen Anspruch auf das Edelmetall. Das aber kann zum Problem werden.

Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen, ähnlich wie eine Anleihe. Nur dass ihre Entwicklung an einen Basiswert gekoppelt ist, in diesem Fall Gold. Steigt der Goldpreis, steigt auch der Wert des Zertifikats. In der einfachsten Variante sind die Gewinne die gleichen wie beim Kauf von physischem Gold. Allerdings droht der Totalverlust, wenn der Emittent des Zertifikats nicht zahlen kann.

ETFs und ETCs

Auch ETCs, Exchange Traded Commodities (Börsengehandelte Rohstoffe) sind streng genommen Zertifikate. Allerdings sind sie, ähnlich wie Fonds, dadurch abgesichert, dass sie ein Sondervermögen bilden. Echte Gold-ETFs gibt es in der EU nicht, weil die europäischen Regelungen verbieten, dass ein Fonds nicht sein gesamtes Kapital in einen einzigen Wert investieren darf. Allerdings kann man Gold-ETFs aus der Schweiz teilweise auch in Deutschland kaufen – und der praktische Unterschied zu ETCs ist gering.

Egal ob ETCs oder ETFs, beide sind im Regelfall nicht durch Goldbarren abgesichert, sondern durch Termingeschäfte wie Optionen und Futures. Das hat zwei Nachteile. Zum einen gibt es auch hier ein Kontrahentenrisiko. Wird der Gegenpart bei einem Future insolvent, dann ist auch mein Anspruch gegen ihn wertlos. Wird ein Preisanstieg bei Gold allgemein erwartet, wird der Preis für Gold an den Terminmärkten außerdem über dem Spotpreis liegen. Man spricht hier von Contango. Der Effekt tritt nicht nur einmalig auf, sondern immer wieder, wenn Futures oder Optionen auslaufen und durch neue ersetzt werden müssen. Man bezeichnet das Rollkosten.

Vorteile:
  • Einfach zu erwerben
  • Kann günstig im Bankdepot gelagert werden
Nachteile: 
  • Emittentenrisiko
  • Rollkosten bei ETFs und ETCs

Für wen geeignet: Zur Absicherung des Depots, wenn nur eine allgemeine Schwächephase ohne Bankenpleiten erwartet wird und zur Spekulation.

Gold-CFDs

Differenzkontrakte (CFD) funktionieren ganz ähnlich wie Gold-Zertifikate. Üblicherweise meint man damit allerdings Papiere, die nicht über die Börse, sondern bei spezialisierten CFD-Brokern gehandelt werden, mit denen man auch auf fallende Kurse setzten kann und die außerdem gehebelt sind. Bei einem Hebel von vier machen Käufer beispielsweise mit 1.000,- Euro den gleichen Gewinn oder Verlust wie sonst mit 4.000,-.

Auch börsengehandelte Zertifikate können gehebelt sein, doch mit CFD meint man üblicherweise nur die von spezialisierten Brokern angebotenen Papiere. Zu den bekanntesten gehört der britische Anbieter Plus500.

Hauptvorteil dieser Anbieter sind die geringen Kosten. Vor allem bei kleinen Summen sind sie deutlich günstiger als börsengehandelte Zertifikate. Denn statt über eine Transaktionsgebühr finanzieren sie sich über die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen. Ein Wertpapier wird vom Broker immer zu einem etwas höheren Preis verkauft, als es gleichzeitig von ihm gekauft würde. Eine Mindestgebühr gibt es nicht.

Allerdings werden CFDs schnell teuer, wenn sie längere Zeit gehalten werden. Denn fast alle Broker kennen sogenannte Übernacht-Gebühren. Wir das Wertpapier nicht am gleichen Tage wieder verkauft, an dem es gekauft wurde, fallen Kosten an.

Hinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und haben ein hohes Risiko. Sie können durch die Hebelwirkung schnell Geld verlieren. Zwischen 74% und 89% der Konten von Privatanlegern verlieren beim Handel mit CFDs Geld. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Vorteile:
  • Niedrige Kosten
  • Handeln mit Hebel
Nachteile:
  • Hebel bedeutet auch höheres Risiko
  • Nur für kurzfristige Geldanlage
  • Keine Absicherung gegen Brokerpleite

Für wen geeignet: Kurzfristige Anleger, die auf Kurserhöhungen setzen

Goldminenaktien statt Gold

Statt direkt Gold zu kaufen können Anleger auch in Goldminen investieren. Das hat für Anleger Vor- und Nachteile. Wer den Zusammenbruch der Wirtschaft erwartet, für den sind Goldminen natürlich nichts. Kriege, Enteignungen und Missmanagement können die Aktien solcher Unternehmen auch dann wertlos werden lassen, wenn der Goldkurs steigt.

Dafür profitieren Inhaber von Goldminenaktien deutlich stärker von einem Goldpreisanstieg als Besitzer des Edelmetalls. Wenn eine Minengesellschaft beispielsweise 1.000,- US-Dollar für die Förderung einer Feinunze Gold aufwenden muss, macht sie bei einem Goldpreis von 1.200,- US-Dollar je Feinunze 200,- Euro Gewinn. Steigt der Goldpreis auf 1.400,- Euro, verdoppelt sich der Gewinn, obwohl der Goldpreis nur um rund 15 Prozent gestiegen ist. Selbst wenn die Kosten in der Folge leicht ansteigen, beispielsweise wegen höherer Lohnforderungen, bleibt meist ein überdurchschnittlicher Gewinn.

Außerdem kann eine Goldmine auch bei gleich bleibendem Goldkurs Gewinne machen. Dafür treffen auch Kursrückschläge Goldminenaktien besonders stark.

ETFs helfen bei der Risikostreuung

Wegen der politischen und wirtschaftlichen Risiken lohnt es sich in mehrere Goldminen zu investieren. Anglogold Ashanti ist beispielsweise vor allem in Brasilien, Südafrika, Tansania und Ghana aktiv. Dagegen kommt bei Barrick Gold ein Großteil der Produktion aus Minen in Australien, den USA und Kanada. Eine Verschärfung der Krise in Südafrika würde Barrick Gold also nicht treffen, dafür bliebe Anglogold Ashanti von Schwierigkeiten in den USA oder Papua-Neuguinea verschont, wo das Unternehmen im Gegensatz zum Konkurrenten nicht aktiv ist.

Am einfachsten lässt sich über einen Goldminen-ETF in verschiedene Unternehmen investieren, beispielsweise mit einem Indexfonds auf den NYSE Arca Gold Miners Index (GDM).

Vorteile:
  • Hohe Gewinne bei Goldpreisanstieg
  • Gewinne auch bei gleichbleibendem Goldkurs möglich
Nachteile:
  • Goldminen können insolvent werden
  • Starke Kursverluste bei Goldpreisrückgang

Für wen geeignet: Für alle, die keine verheerende Wirtschaftskrise erwarten

Wo Zertifikate, ETFs und ETCs kaufen?

Wer zu einem Gold-ETC, einem Gold-Zertifikat oder einem Goldminen-ETF greifen will, der braucht dafür einen Broker. Eine ganze Reihe von Anbietern bieten ein kostenloses Depot und vergleichsweise günstige Ordergebühren.

Der günstigste unter den großen Anbietern ist die Nürnberger Consorsbank. Auch wenn die langfristigen Gebühren ähnlich hoch liegen wie bei den meisten Konkurrenten, so punktet das Unternehmen im ersten Jahr mit Neukundenaktionen. In deren Rahmen gibt es beispielsweise reduzierten Gebühren und einen Zinszuschlag auf das Tagesgeld im ersten Jahr.

Der erhöhte Tagesgeldzinssatz macht es attraktiv, das Geld erst auf das Tagesgeldkonto zu legen und dann in mehreren Tranchen zu investieren. Wer beispielsweise viermal im Jahr jeweils ein Viertel seines Vermögens anlegt, der reduziert seine Verluste, wenn es kurz nach dem Einstieg zu einem Kursrutsch kommt. Denn er kann die zweite Tranche dann zu günstigeren Kursen kaufen.

Fazit

Wer Geld in Gold anlegen will, muss keine Barren oder Münzen kaufen. Als Alternative sind vor allem Zertifikate und Goldminenaktien interessant. Nur wer mit einer großen wirtschaftlichen und politischen Krise rechnet und sein Gold gut lagern kann, für den sind Münzen und Barren attraktiv. Für alle anderen sind Zertifikate eine einfachere Möglichkeit. Sie bergen aber ein Emittentenrisiko. Goldminen erlauben besonders hohe Gewinne bei einem Anstieg des Goldkurses, Fehlmanagement und politische Krisen können aber den Firmenwert zerstören. Besser als der Kauf von Einzelaktien ist deshalb der eines passiven Fonds auf einen Index, der Aktien von Bergwerksgesellschaften enthält.

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