In Sachwerte investieren 2018 » Alle Vorzüge im Blick

Vor allem in Krisenzeiten, bei niedrigen Zinsen oder einer hohen Inflationsrate flüchten Anleger in Sachwerte. Auch in wachsenden Märkten sind sie zentraler Bestandteil einer guten Risikostreuung. Die Immobilie stellt zudem immer noch die beliebteste Geldanlage in Deutschland dar.

Was sind Sachwerte?

Der Begriff „Sachwert“ wird in der Regel im übertragenen Sinn genutzt. Dann bezeichnet Sachwert ein von Geldwertschwankungen unabhängiges, also die Inflation im Wert kompensierendes Gut. Ein Sachwert bezeichnet allerdings eigentlich den Wert von beweglichen Sachen oder auch Grundstücken, der vor allem bei der Wertermittlung von Bedeutung ist.

Das Gegenstück von Sachwerten sind die Geldwerte. Mit ihnen wird kein realer Gegenwert erworben. Sie existieren lediglich auf Papier oder als virtuelle Variante.

Vorteile von Sachwerten

Sachwerte verfügen über eine Reihe an Stärken, die sie für viele Anleger interessant machen:

  • Inflationsgeschützt: Die meisten Sachwerte ermöglichen es, keine Verluste durch die Inflation hinnehmen zu müssen.
  • Krisensicher: Sachwerte überdauern Krisen. Lediglich ihre Zerstörung kann dazu führen, dass ein Totalverlust eintritt.
  • Stabiles Vorkommen: Sachwerte lassen sich nur schlecht vermehren. Im Gegensatz zu Geld verursacht die Förderung/das Erschaffen von Sachwerten Kosten.
  • Wachsende Nachfrage: Für viele Sachwerte wächst die Nachfrage stetig. Grund hierfür sind vor allem die Märkte in Schwellenländern. Grundsätzlich gehen Wirtschaftsexperten davon aus, dass Sachwerte von einem langfristigen und kapitalmarktunabhängigen Makrotrend bestimmt werden und so eine Preissteigerung unumgänglich ist.
  • Kreditwürdigkeit: Die meisten Sachwerte lassen sich als Sicherheit bei der Kreditvergabe nutzen.
  • Gebrauchswert: Viele Sachwerte haben einen Gebrauchswert im Alltag.
  • Eingeschränkte Rendite: Viele Sachwerte ermöglichen es lediglich, durch Kurssteigerungen eine Rendite zu erzielen. Diese fallen jedoch häufig vergleichsweise gering aus.
  • Unsichere Rendite: Im Vergleich zu Anleihen, Festgeld und andere Geldwerte erlauben Sachwerte keine eindeutige Kalkulation. Die Rendite ist nicht in bestimmten Zeiträumen festgelegt.

Welche Sachwerte gibt es?

Aus der eben genannten Definition folgt, dass sich sehr viele Vermögensgegenstände als Sachwert eignen. Die bekanntesten und häufigsten sind allerdings die folgenden:

  • Immobilien

Immobilien sind auch heute noch die beliebteste Art der Altersvorsorge, aber auch einer der am häufigsten gewählten Wege, Geld vor der Inflation zu schützen. Bei ihrem Erwerb können Anleger von steuerlichen Vorteilen profitieren. Immobilien gelten als krisensicher und langfristig kann bei einer geschickten Auswahl von Immobile und Lage ein Wertzuwachs erwartet werden. Sie trägt zudem zur Kreditwürdigkeit bei. Nachteilig ist allerdings, dass sich die Anlage erst über einen häufig sehr langen Zeitraum von bis zu mehreren Jahrzehnten rechnen kann. Zudem handelt es sich um eine der Geldanlagen mit der geringsten Liquidität. Eine Immobilie in Krisenzeiten zu verkaufen, ist häufig nur mit Verlusten möglich. Zudem sind die Steuervorteile und staatlichen Förderungen nur dann nutzbar, wenn eine Frist von mindestens zehn Jahren eingehalten wird.

  • Edelmetalle

Direkt nach Immobilien sind Edelmetalle die häufigste Geldanlage in Krisenzeiten. Vor allem Edelmetalle wie Gold und Silber gelten als wertstabil und krisenfest, sodass sich die Anlage dann besonders lohnen könnte. Hintergrund dessen ist auch die historische Bedeutung. In Kriegen, Hyperinflationen oder politischen Umstürzen wurde Gold als Übergangswährung oder beim Schwarzmarkthandel genutzt.

Käufe und Verkäufe unterliegen in den meisten Formen keiner Abgeltungsteuer, sodass Kursgewinne direkt mitgenommen werden können. Zudem ist es wahrscheinlich, dass der Preis vieler Edelmetalle durch die steigende Nachfrage in Schwellenländern weiter zunehmen wird. Zudem gelten Gold, Silber und Co. als außergewöhnlich flexibel und können schnell wieder verkauft werden.

Was allerdings viele Anleger vergessen, ist die Tatsache, dass Edelmetalle und vor allem Gold eine enorme Volatilität vorweisen können. Die Preisfindung wird inzwischen durch Angebot und Nachfrage weniger bestimmt als durch Spekulanten. Zudem können Anleger ausschließlich von Kurssteigerungen profitieren. Mieten, Dividenden oder Zinszahlungen entfallen bei der Anlage in Edelmetall.

Wer die Edelmetalle selbst lagert, benötigt hierfür einen geeigneten Platz, der sie vor Diebstahl und anderen Fremdeinflüssen schützt. Zudem besteht aufgrund der Notierung der meisten Edelmetalle in US-Dollar ein Wechselkursrisiko. Auch ethisch ist die Anlage nicht immer einwandfrei. Die meisten Edelmetall-Minen befinden sich in Entwicklungsländern und zeichnen sich durch schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltschädigungen aus.

  • Aktien

Auch Aktien zählen als Sachwert. Der Aktionär erwirbt mit der Aktie einen Anteil an einem Unternehmen. Allerdings verfügen Aktien nicht über alle klassischen Eigenschaften von Sachwerten. Für viele ist bei der Anlage in Sachwerten entscheidet, dass das Vermögen von irrationalen Einflüssen, wie sie häufig an der Börse herrschen, entkoppelt wird. Aktienkurse sind von Krisen hingegen in der Regel überdurchschnittlich stark betroffen, auch wenn sich die Kurse mittelfristig wieder erholen. Zudem ist zumindest die Anlage in Einzeltitel zu riskant.

ETF Consos

ETFs sind risikoärmer als Einzeltitel, Quelle: Consorsbank

Allerdings weisen sie langfristig gesehen eine konstante Rendite auf und können zudem durch die Möglichkeit der Dividendenzahlung punkten. Dennoch gelten sie als vergleichsweise riskante Geldanlage. Je nach Art des Fonds können auch sie als Sachwert gelten und dabei mit einem verringerten Risiko durch eine gute Diversifikation punkten.

  • Sammlerstücke

Viele Privatanleger investieren auch in Sammlerstücke, um sich gegen Krisen oder die Inflation abzusichern oder nutzen diese als Spekulationsobjekte. Das Problem hierbei ist, dass ein Sammlerwert keinen realen Wert widerspiegelt und sich somit jederzeit ohne deutliche Gründe ändern kann. Letztlich ist niemand in der Lage, den wahren Wert zu ermitteln.

Deswegen empfehlen die meisten Finanzexperten Privatanlegern, nicht in Sammlerwerte zu investieren. Zwar ergeben sich hier durchaus interessante Renditechancen, allerdings ist die Anlage hochspekulativ und lohnt sich nur in seltenen Fällen. Sicher ist das Kapital hier auf keinen Fall. Zudem lassen sich die Stücke häufig nur schwer veräußern. Vor allem in Krisenzeiten erzielen Anleger häufig nicht die gewünschten Kurse, sodass auch von Krisenresistenz keine Rede sein kann.

Warum sind Sachwerte in Inflationen so beliebt?

Inflation bedeutet „aufschwellen“ oder „ausweiten“ und bedeutet im Rahmen der Wirtschaftswissenschaften, dass sich die Geldmenge ausdehnt, ohne dass die reale Güterproduktion damit standhalten könnte. Das veränderte Austauschverhältnis hat dann zur Folge, dass der Wert des Geldes abnimmt und somit die Preise für Dienstleistung und Waren steigen. Die Menschen können also mit der gleichen Menge Geld weniger kaufen und es findet ein Kaufkraftverlust statt.

Dass eine Inflation stattfindet, ist dabei grundsätzlich nicht besorgniserregend, sondern eher ein Normalzustand. Allerdings können beispielsweise Niedrigzinsen von Zentralbanken dazu führen, dass eine enorme Geldmenge in den Markt gelangt. Dies führt mittelfristig in der Regel dazu, dass die Inflationsraten steigen. Wer sein Geld nicht gewinnbringend anlegt, verliert faktisch sogar Geld.

Eine Möglichkeit, sein Geld vor der Inflation zu schützen, ist die Anlage in Sachwerte. Anhand einer Immobilie lässt sich dies leicht verstehen. Beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie ist es in der Regel egal, ob zwischen Kauf und Verkauf möglicherweise sogar eine Währungsreform stattgefunden hat oder das Geld inzwischen nur noch die Hälfte wert ist. Der Verkäufer wird dennoch einen fairen Gegenwert erhalten, der natürlich auch von Lage und Zustand des Objektes abhängt. Angenommen er hat das Gebäude gut erhalten und für 20 Jahresgehälter erworben, kann er es auch wieder für das gleiche Geld verkaufen. Natürlich ist dies eine sehr ungefähre Angabe, die nicht immer stimmen muss. Im Rahmen von Spekulationsblasen, sinkender Nachfrage oder starken Krisen können sich auch hier Probleme ergeben. Dennoch ist es grundsätzlich möglich, eine Immobilie zur Werterhaltung zu nutzen.

Welche Risiken und Nachteile weisen Sachwerte auf?

Sachwerte weisen je nach Art des Sachwertes und der Marktphase unterschiedliche Risiken auf:

  • Wertschwankungen: Obwohl Sachwerte nach ihrer Einteilung eigentlich stabil sein sollten, sind sie vor teils sehr starken Wertschwankungen nicht geschützt. Die Volatilität kann sogar sehr groß sein.
  • Spekulationen: Viele Sachwerte werden inzwischen Zielscheibe von Spekulanten.
  • Illiquidität: Sachwerte müssen oft vergleichsweise aufwendig verkauft werden. Vor allem ein Verkauf zu einem guten Kurs ist nicht immer möglich.
  • Über- und Unterbewertung: Je nach Marktphase und Zustand der Branche kann es zu bedeutenden Wertschwankungen kommen, die den tatsächlichen Wert häufig nicht widerspiegeln.
  • Wechselkursrisiko: Manche Sachwerte unterliegen einem Wechselkursrisiko. Dies ist beispielsweise bei Auslandsaktien der Fall oder bei Rohstoffen, die in US-Dollar notiert werden.
  • Konzentrationsrisiko: Viele Sachwerte sind in ihrer Anschaffung vergleichsweise kostenintensiv. Das erschwert eine sinnvolle Diversifikation und Kursschwankungen wirken sich auf die Anlage deutlicher aus.
  • Verwaltungsaufwand: Sachwerte verursachen häufig einen umfangreichen Verwaltungsaufwand. Vor allem Immobilien sind hier deutlich benachteiligt.
  • Enteignung: Gerade in Krisenzeiten ist eine Enteignung nicht unwahrscheinlich. Ein Beispiel hierfür – außerhalb von politischen Umbrüchen ist die Konfiszierung und das anschließend Verbot von Gold und Silber in den USA ab 1933.
  • Hintergrundwissen: Viele Sachwerte erfordern umfangreiches Hintergrundwissen, um Überbewertungen oder Fälschungen zu erkennen.

In Geld- oder Sachwerte investieren?

Ob Geld- oder Sachwerte im Vorteil sind, hängt vor allem von der Marktphase ab. Aufgrund des Inflationsschutzes sind Sachwerte vor allem bei einer hohen Inflationsrate empfehlenswert. Auch bei drohenden Krisen und in Krisenzeiten selbst können Sachwerte punkten. Dies gilt nicht nur für wirtschaftliche, sondern auch für politische Instabilitäten.

Allerdings sind sie auch wie Geldwerte nur bedingt als Anlage geeignet, wenn sich bereits so viel Geld im Markt befindet, dass sich Spekulationsblasen bilden. Hier will ein Kauf wohl überlegt sein.

Geldwerte sind vor allem dann im Vorteil, wenn der Leitzins sehr hoch liegt. Dann werden auch reine Geldanlagen entsprechend hoch verzinst.

Allerdings eignet sich eine Kombination aus beiden Anlageformen so gut wie immer. Auf diese Weise lässt sich eine bessere Risikostreuung erzielen.

Fazit:

Sachwerte haben gegenüber Geldwerten einige entscheidende Vorteile. Vor allem der Inflationsschutz und ihre Krisenresistenz sind für viele Anleger ein entscheidendes Kaufargument. Allerdings sind ihre Illiquidität, die häufig geringere Rendite sowie ihre häufig hohen Anschaffungskosten und Verwaltungsaufwand bedeutende Nachteile. Dennoch eignen sich Sachwerte als Beimischung in den meisten Portfolios. In Krise und Inflation empfiehlt sich zudem eine Aufstockung des Anteils.

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